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Jerry Cotton - Folge 2838

Nichts geht mehr!

Unter seiner Baseballkappe sammelte sich der Schweiß. In kleinen Rinnsalen floss er seine Schläfen hinab. Bis er an der Reihe war, war die Nervosität immer am größten.

»Der Nächste bitte.«

Cory lockerte seine Schultern und trat einen Schritt nach vorn. Langsam schob er den Zettel über das blank polierte Holz. Die Frau hinter dem Schalter griff danach, und als sie ihn gelesen hatte, wanderte ihr Blick auf das beiliegende Foto. Erwartungsgemäß wurde sie leichenblass.

So weit, so gut, dachte Cory und lächelte ihr aufmunternd zu. Aus den Erfahrungen der letzten Male wusste er, dass ein Lächeln half, die Erstarrung zu lösen. Das war wichtig, damit sie tun konnte, was er von ihr verlangte.

Mit ruhigen Händen reichte er ihr die zusammengefaltete Wal-Mart-Tüte und wartete darauf, dass sie danach griff. Doch die Frau glotzte ihn nur an, wie ein im Scheinwerferlicht stehendes Kaninchen.

Mit strengem Blick wies er auf die Anweisungen auf dem Zettel. Nur kein Wort sagen – so gingen sie vor. Lautlos rein, lautlos raus.

Da kam Bewegung in Abigail. Sie wurde knallrot und öffnete die Kasse. Ihre Hände zitterten, als sie die Geldscheine in die Tüte stopfte. Das war nicht schlimm, das war immer so.

Gutes Mädchen, dachte Cory und entspannte sich weiter. Alles verlief nach Plan.

Verstohlen blickte er sich um und kratzte die Stelle unter dem falschen Bart. Seine Haut juckte wie nach einem Bad in Brennnesseln. Er wünschte, die Frau würde schneller machen, damit er hier wegkam. Ungeduldig trommelte er mit dem Zeigefinger.

Plötzlich nahm Cory aus dem Augenwinkel heraus eine Veränderung wahr. Der Wachmann, der bis vor wenigen Sekunden noch mit offenen Augen vor sich hingedöst hatte, bewegte sich. Eine heiße Welle schoss durch Corys Körper und sein Blick suchte nach seinem Partner.

Doch Jacob wandte ihm gerade in diesem Moment den Rücken zu.

Cory räusperte sich – ihr Erkennungszeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung war.

Jacob spazierte weiter auf und ab und hörte es nicht.

Er räusperte sich lauter.

Endlich. Erschrocken drehte sich Jacob um. Seine Hand wanderte automatisch an seinen Gürtel. Bloß nicht die Nerven verlieren, dachte Cory und sah, wie der Wachmann näher kam.

Zeit, das Geld zu nehmen und abzuhauen.

»Her damit«, flüsterte er und brach eine ihrer Regeln. Doch das war jetzt gleichgültig. Die Frau hatte irgendwie den Sicherheitsmann auf sich aufmerksam gemacht.

»Schieb rüber«, befahl er.

Sie zögerte. Ihre Finger krallten sich in die abgetragene Wal-Mart-Tüte, als steckte ihr persönlichstes Eigentum darin. Ihr Gesicht war knallrot und ihre Augen funkelten böse.

»Her damit«, zischte er noch einmal. Sein Herz raste.

Nur zögernd schob sie die Tüte mit dem Geld herüber. Cory griff danach und stürzte mit gesenktem Kopf in Richtung Tür. Nur noch acht Schritte.

Da stellte sich ihm der Wachmann in den Weg. Seine Hand lag drohend an der Waffe. »Sir, einen Moment bitte«, rief er.

Cory reagierte nicht. Er versuchte sich an dem Sicherheitsmann vorbeizuschieben, doch der durchkreuzte das Manöver.

»Lass gut sein«, knurrte Cory. Doch anstatt auf ihn zu hören, fummelte der alte Mann am Verschluss seines Holsters herum.

»Bleiben Sie stehen!«

Cory schaute auf. Genau wie ihm stand auch dem Wachmann der Schweiß auf der Stirn. Er hob seine Kanone und Cory blickte in die dunkle Öffnung. Jetzt war er das Kaninchen.

»Auf den Boden!«, brüllte es plötzlich neben ihm.

Es war Jacob. Er hatte seine Walther gezogen und zielte mit der Waffe über die Köpfe der Anwesenden. Bevor diese reagieren konnten, unterstrich ein krachender Schuss sein Anliegen. Die Kunden im Schalterraum der Manhattan Trust Bank schrien auf.

In Zeitlupe sah Cory, wie der Wachmann sich zu Jacob drehte. Der Lauf seiner Waffe schwenkte mit.

Jacob zögerte nicht. Mit einem sauberen Treffer in die Stirn setzte er den alten Mann außer Gefecht.

Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem Boden lag, versuchte zur Tür zu rennen. Der Rest robbte auf allen vieren davon.

Jacob schoss erneut in die Luft. »Hinlegen!«, brüllte er wieder. Danach rannte er in Richtung Tür. Cory folgte ihm. Der Zwischenfall hatte keine halbe Minute gedauert. Doch die anderen Wachmänner konnten nicht mehr weit sein. Es war allerhöchste Zeit zu verschwinden.

***

Ich lenkte meinen Jaguar in schnellem Tempo auf die Manhattan Trust Bank zu.

Das New York Police Department hatte den Broadway bereits weiträumig abgesperrt. Neugierige Passanten sammelten sich hinter dem gelben Flatterband und hofften zu erfahren, was passiert war.

Wir stiegen aus. Am Himmel kreisten die Hubschrauber. »Die wissen auch immer alles gleich«, murrte ich und zeigte auf den Helikopter des New Yorker Fernsehsenders NY1. Ich hatte kein Interesse daran, mein Gesicht heute Abend in den Hauptnachrichten zu sehen.

»Special Agent Cotton und Special Agent Decker vom FBI. Was haben wir?«, fragte ich den diensthabenden Officer.

»Rowley Borisov, NYPD.« Er reichte uns erst die Hand und dann zwei schusssichere Westen. »Banküberfall mit anschließender Geiselnahme und Mord«, erklärte er.

Wir streiften die Kevlar-Westen über. »Befinden sich die Bankräuber noch in der Manhattan Trust

Officer Borisov schüttelte den Kopf. »Nachdem ihr Coup geplatzt war, sind drei von fünf mit der Beute geflohen.«

»Und die anderen beiden?«, fragte Phil.

»Die haben es nicht mehr geschafft, ins Fluchtauto zu springen. Sie wurden zurückgelassen und haben sich in diesem Geschäft da verschanzt.« Er wies auf einen kleinen Laden auf der anderen Straßenseite.

Der Laden hieß Boutique Mystique und war ein Bekleidungsgeschäft für Damen. Wie eingeklemmt stand es zwischen zwei roten Backsteinhäusern. Ich schätzte seine Größe auf einen Verkaufsraum und einen kleinen Pausenraum im hinteren Teil. Eventuell gab es noch eine Nische, die als Lager diente.

»Wir übernehmen den Fall«, sagte ich. »Aber ich hätte Sie gern weiterhin unterstützend an unserer Seite.«

Officer Borisov nickte.

»Wir brauchen einen Überblick darüber, wie es in dem Geschäft aussieht. Können Sie uns den Bauplan besorgen?«

Er gab den Auftrag an einen Kollegen weiter.

»Wissen wir, wie viele Leute sich in dem Geschäft aufhalten?«

Der junge Officer zuckte mit den Schultern. »Wir schätzen, drei Kunden und die Besitzerin. Aber genau wissen wir es nicht. Als wir näher ran wollten, wurden wir beschossen.«

»Kennen wir die Identität der Bankräuber?« Phil nahm ein Fernglas und überprüfte die Gegend.

»Das nicht. Aber wir gehen davon aus, dass es sich um die Lautlosen Bankräuber handelt.

Ich schnaubte durch die Nase. Ich hatte die Raubzüge der sogenannten Lautlosen Bankräuber in der Zeitung verfolgt. Die Bande bestand aus fünf Männern, die seit Monaten Manhattans Bankangestellte in Angst und Schrecken versetzten. Bei ihren Überfällen gingen sie äußerst geschickt vor. Sie wählten immer eine weibliche Kassiererin aus, reichten ihr einen Zettel und drohten damit, ihrer Familie etwas anzutun, wenn sie Alarm auslösten. Um ihre Forderungen zu unterstreichen, lag ein Foto eines der Kinder bei.

Bisher hatten die Angestellten zu viel Angst gehabt, um sich nicht an die Anweisung zu halten. Und so spazierten die Räuber jedes Mal unbehelligt mit einem Batzen Geld aus den Banken hinaus. Erst wenn sie weg waren, getrauten sich die Frauen, Alarm auszulösen.

»Sie tragen Baseballkappen, falsche Bärte und färben sich für die Überfälle die Haare«, sagte Phil. »Ihre Identität ist bis heute völlig unbekannt. Der wievielte Raubzug ist das?«

»Der sechste.« Officer Borisov knirschte mit den Zähnen. »Sie müssten es mit ihrer Masche mittlerweile auf über eine Million Dollar gebracht haben.«

»Wird Zeit, dass das aufhört«, erwiderte ich entschieden. »Haben wir eine Spur von den Flüchtigen?«

»Bei dem Fluchtwagen handelt es sich um einen hellblauen Chevy. Als unsere Wagen auftauchten, gab der Fahrer Gas. Mehr weiß ich momentan nicht. Die Verfolgung überwacht derzeit ein anderer Kollege.«

»Haben die Geiselnehmer schon eine Forderung gestellt?«, fragte Phil.

Officer Borisov schüttelte den Kopf. »Wirkt alles ziemlich planlos. Hatten sich die Bankräuber wohl anders vorgestellt.«

»Was war geschehen? Was ging schief?«, hakte ich nach.

»Die Bankangestellte Abigail Summer hat sich nicht einschüchtern lassen und stillen Alarm ausgelöst. Der Wachmann wollte eingreifen und wurde erschossen. Die Kollegen nehmen gerade ihre Aussage auf.«

»Ich möchte gerne mit der Angestellten sprechen, bevor ich Kontakt zu den Geiselnehmern aufnehme«, sagte ich.

***

Seit zwanzig Minuten hockten sie in diesem blöden Bekleidungsgeschäft. Jacob war gerade dabei, die Schaufensterpuppen und Kleiderständer an das Schaufenster zu schieben. Cory half ihm dabei. »Die Sache ist gründlich in die Hose gegangen«, schimpfte er. »Warum hat diese dumme Kuh auf den Knopf gedrückt? Hat der Boss falsch recherchiert? Heißt ihr Mann nicht James?«

Jacob zuckte mit den Schultern. »Vielleicht ist ihr Mann mit ’ner Jüngeren ins Bett gehüpft und sie wollte, dass wir ihn uns vornehmen.« Er kicherte gehässig.

Cory verstand den Witz nicht. »Und die Tochter?«

»Was weiß denn ich. Vielleicht wollte sie das Balg loswerden. Ist doch jetzt auch scheißegal. Wir haben ganz andere Probleme. Falls dir das nicht klar sein sollte: Wir sitzen in der Falle und müssen hier raus.«

»Wie denn?« Corys Lachen war staubtrocken. »Über uns kreisen die Hubschrauber wie Geier, die auf ihr Abendessen warten. Vor der Tür stehen die Bullen. Wahrscheinlich haben die bereits auf allen Dächern Scharfschützen postiert, die uns so schnell wie möglich vor ihr Zielfernrohr kriegen wollen.«

Ein Schrei unterbrach ihn. Waren die Sniper schon im Laden?

»Was ist denn bei denen los«, schimpfte Jacob und verzog sich nach hinten.

Als sie in das Bekleidungsgeschäft gestürmt waren, bediente die Eigentümerin Cecile gerade eine ältere Kundin. Es war höchste Eisenbahn gewesen, die anderen drei hatten Fersengeld gegeben und waren abgehauen. Cory sah es noch vor sich.

»Fuck, so ein Dreck«, hatte Jacob gebrüllt und die Glastür zugeknallt. »Warum hast du ihnen die Scheiß Wal-Mart-Tüte gegeben? Damit hatten die keinen Grund, auf uns zu warten.«

Cory schloss die Jalousien, drehte sich um – und blickte in drei erschrockene Gesichter.

»Sieh mal einer an, wir haben Geiseln.« Jacobs Laune verbesserte sich schlagartig. »Dann wird ja vielleicht doch noch alles gut.«

Bewegungslos standen die drei an einem der Kleiderständer mitten im Raum.

»Wie heißt du?« Jacob wies mit dem Kinn auf die jüngere Frau.

»Cecile«, antwortete sie. »Mir gehört der Laden.«

Er wandte sich der Älteren zu. In ihrer Hand hielt sie einen Leinenhosenanzug. »Sie wollen das doch nicht etwa kaufen?«, fragte er ärgerlich. »Wie alt sind Sie? Hundert? Sind Sie farbenblind oder was? Die Jacke ist kanarienvogelgelb und die Hose hat die Farbe dessen, was beim Kanarienvogel hinten rauskommt.« Er wieherte über seinen eigenen Witz und riss ihr den Anzug aus der Hand.

Die Frau fuhr zusammen, als hätte Jacob sie gestoßen. Dann griff sie sich plötzlich an die Brust und japste. Ihre Haut wurde aschfahl.

Ihr Begleiter, er war sicherlich zehn Jahre älter als sie, legte besorgt den Arm um ihre Schulter.

Bevor Jacob noch mehr anrichten konnte, schob Cory die Leute in den hinteren Teil des Ladens. Er fand einen kleinen Lagerraum, der mit jeder Menge Schaufensterpuppen und Pappkartons vollgestellt war, und schob sie hinein.

»Wen haben wir denn da?«, jubelte Jacob. Er zerrte einen jungen Mann an dessen Ohr aus einer Nische, die Cecile offenbar als Pausenecke nutzte.

»Ich bringe nur die Sandwiches«, wimmerte das Jüngelchen. »Ich habe mit alldem nichts zu tun.« Sein pickeliges Gesicht war vor Schmerz verzerrt.

Jacob stieß ihn zu den anderen in den fensterlosen Raum.

»Nimm ihnen die Handys ab und sperr sie ein«, fauchte er. »Ich behalte die Straße im Auge.«

Cory tat wie ihm geheißen. Er wollte gerade die Tür verriegeln, als der alte Mann ihn ansprach. »Bitte, meine Frau braucht ihre Medikamente.« Er zeigte mit bebendem Finger nach draußen.

Neben dem Kostüm in der unsäglichen Farbe lag eine Damenhandtasche. Cory hatte geseufzt und sie geholt. Dann hatte er sich noch eine Flasche Wasser aus dem Pausenraum geschnappt und beides hineingereicht.

»Was ist mit der Frau?«, fragte er, als Jacob nach vorne kam.

»Die Alte gibt gerade den Löffel ab.«

Cory fuhr entsetzt auf. »Was?«

Jacob, der sich wieder in den Schutz der Kleiderständer hockte, schrie ihn an. »Was soll ich machen? Einen Krankenwagen rufen? Setz dich hin oder willst du eine gute Zielscheibe abgeben?«

»Scheiße, Mann«, schimpfte der und ging nach hinten.

Die Luft in dem vollgestellten Raum war stickig. Nur eine nackte Glühbirne warf ihr schwaches Licht auf die vier Menschen. Der alte Mann hatte den Kopf seiner Frau in seinen Schoß gebettet. Ihr Gesicht war blau angelaufen und sie atmete extrem schnell. Trotzdem schien sie keine Luft zu bekommen.

Die Besitzerin blickte ihn flehend an. Cory fiel ein, dass sie Cecile hieß. »Sie müssen Mistress Adams gehen lassen. Ihr Herz.«

Er schluckte. »Wir lassen niemanden raus, solange die Bullen nicht unsere Forderung erfüllt haben«, maulte er. Aber er fühlte sich nicht mal halb so sicher, wie er auftrat.

Hilfe suchend schaute er sich um. Befand sich im Fernsehen bei so etwas nicht immer ein Arzt unter den Geiseln, fragte er sich. Der Sandwichmann starrte nur auf den Boden. Der war kein Arzt, sonst würde er was gegen seine Akne tun.

Cory warf einen letzten Blick auf die hechelnde Frau und verschloss die Tür. Was sollte er anderes tun?

***

Wir betraten die Manhattan Trust Bank. Außer der auf dem Boden liegenden Leiche wies nichts auf einen Überfall hin.

Officer Borisov öffnete seinen Notizblock. »Sein Name ist – war Rupert Moon. Er stand kurz vor seiner Pensionierung.«

Ich hockte mich hin und hob die weiße Decke an. Rupert Moon hatte sicherlich nicht mehr damit gerechnet, so kurz vor der Rente noch in ein Feuergefecht zu geraten. »Sieht nach einer 9-Millimeter aus. Vielleicht eine Glock oder eine Walther?«

»Oder eine Beretta«, erwiderte Phil.

Wir würden es erst mit Bestimmtheit sagen können, wenn wir die Waffe gefunden hatten und die Patronen vergleichen konnten. »Zumindest liegt für die Autopsie der Fall klar auf der Hand«, sagte ich. »Das Loch in der Stirn ist aussagekräftig genug.« Ich zog die Decke wieder über den Leichnam.

»Wie viele Wachmänner befanden sich zum Tatzeitpunkt im Schalterraum?«, fragte ich.

»Nur dieser hier.« Officer Borisov machte ein Gesicht, als wäre er höchstpersönlich an diesem Fehler schuld.

»Wie kann das sein?« Phil war entsetzt. »Wenn ich mir anschaue, wie viele Leute da hinten stehen und befragt werden, dann herrschte im Schalterraum Hochbetrieb. Warum war nur ein Wachmann anwesend?«

»Da fragen Sie den Falschen. Es war Mittagszeit. Ich nehme an, es ist wie in den meisten Betrieben: Die einen gehen früher zu Tisch, die anderen kommen später, sind noch auf dem Klo oder quatschen im Pausenraum mit den Kollegen.« Er zuckte mit den Schultern. »Natürlich sollte das nicht so sein, aber man kennt das ja.«

Jetzt waren wir es, die den Kopf schüttelten.

***

»Wir müssen es bis in den Lincoln-Tunnel schaffen«, schrie der Mann auf dem Rücksitz und schob die Wal-Mart-Tüte auf seinem Schoß zurecht. Die nächste Linkskurve drückte sie wieder von seinen dicken Schenkeln herunter.

Die Reifen quietschten und der Chevy schlingerte um die Kurve. Dabei streifte sein Heck den Mast einer Ampel.

»Pass doch auf«, schimpfte der Beifahrer und griff hektisch nach der Halterung an seiner Tür. Dann drehte er sich um und überprüfte durch die Heckscheibe den nachfolgenden Verkehr. »Sie kleben immer noch an uns dran. Wie sollen wir die Wagen tauschen, wenn die an uns dran sind?« Die Panik in seiner Stimme war nicht zu überhören.

»Jetzt haltet mal beide die Schnauze. Ich mach das schon.« Der Fahrer drückte das Gaspedal bis auf den Boden. Die alte Karre tat einen Sprung vorwärts. Seine Finger umklammerten das Lenkrad. Schweiß sammelte sich in seinem Handschuh. Er hätte ihn gern abgestreift und mit der Hand über seine Jeans gestrichen. Aber das ging nicht, denn dann würde er womöglich Fingerabdrücke hinterlassen. »Ich kenne eine Stelle, an der hängen wir sie ab.« Er raste durch die Straßenschluchten, nutzte jede Lücke im fließenden Verkehr.

»Sie kommen näher«, brüllte der Dicke.

Er musste sich beeilen. Ohne Rücksicht jagte er an hupenden Autos vorbei. Dabei touchierte er rechts und links die Wagen der anderen. Er fühlte sich wie auf einem Footballfeld und nicht wie mitten in Hell’s Kitchen.

Mit einem Mal riss er das Lenkrad brutal nach rechts. Die Räder hoben von der Straße ab und der Wagen neigte sich gefährlich zur Seite. »Na, wer sagt es denn«, murmelte er und fuhr mit einem Affenzahn auf eine schmale Lücke zu. Auf beiden Seiten ragte eine drei Meter hohe Backsteinmauer in die Höhe.

»Scheiße! Pass auf«, brüllten seine Mitfahrer.

Ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren, preschte er in den dunklen Spalt. Die Außenspiegel überlebten die Aktion nicht und Funken sprühten, als die rechte Seite der Karosserie an der Mauer entlangschliff.

»Fußgänger«, jaulte der Dürre und wies aufgeregt nach vorn.

»Ich weiß«, antwortete der Fahrer kühl und stieg auf die Bremse. »Und jetzt schau ...

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