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Jerry Cotton - Folge 2834

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Bluthund von New York
  4. Vorschau

Der Bluthund von New York

Rachel Estevez ging vorsichtig voran. Sie öffnete den Blouson etwas, um notfalls die Waffe erreichen zu können, die sie darunter in einem Schulterholster trug. Rachel verfluchte die Schuhe mit den hohen Absätzen, die sie trug. Normalerweise war das nicht ihre Sache. Sie bevorzugte praktische Modelle, in denen man es einen ganzen Tag lang aushalten konnte, wenn man sich bei einem Einsatz die Füße platt stand.

Sie schlich bis zu einem parkenden Van mit der Aufschrift eines mobilen Pizza Service und versuchte, keine Geräusche zu machen. Ein tiefes Knurren ließ Rachel für einen Moment erstarren. Noch ehe sie ihre Waffe herausreißen konnte, kam etwas Dunkles aus dem Schatten neben dem Müllcontainer hervor. Rachel wurde zu Boden gerissen, ein Schuss löste sich und ging ins Nichts. Ihr Schrei erstarb, als sich ein paar Reißzähne in ihre Kehle schlugen.

Es herrschte schon seit zwei Wochen Glutofenwetter in New York. Da konnte man es eigentlich nur in klimatisierten Räumen oder in einem ebenfalls klimatisierten Wagen aushalten. Aber dieser Tag hatte selbst die Belüftung unseres Hybriden aus einer Jaguar-Karosserie und dem Innenleben eines Dodge Viper beinahe geschafft.

»Da brauchst du dich nicht zu wundern, Jerry!«, meinte Phil, der auf dem Beifahrersitz saß. »Wenn man den ganzen Tag im Stop-and-Go-Verkehr durch Big Apple kreuzt und mehr vor irgendwelchen roten Ampeln oder im Stau steht, als dass der Viper-Motor mal zeigen könnte, was in ihm steckt, ist das zu erwarten.«

Wir fuhren gerade über eine der Brücken, die die Bronx mit Manhattan verbinden. Zuletzt hatten wir eine Zeugenvernehmung in dem ein paar Meilen nördlich der Bronx gelegenen Ort New Rochelle durchführen müssen. Jetzt waren wir auf dem Rückweg. Unsere Arbeitszeit war längst vorbei. Phil hatte während der Fahrt einen kurzen telefonischen Bericht an Mr High, den Chef des FBI Field Office New York, durchgegeben. Alles Weitere hatte Zeit bis morgen. Das Ganze war Teil der groß angelegten und langwierigen Ermittlungen gegen den illegalen Tierhandel, der inzwischen ein Zweig des organisierten Verbrechens geworden war, der es, was die Gewinnspannen für die kriminellen Hintermänner betraf, durchaus mit den Drogen, Waffen, Müll oder anderen klassischen Betätigungsfeldern der Mafia aufnehmen konnte. Offenbar gab es einen Markt für exotische Tiere. Und so mancher Riesenwaran oder Lemure ging dann jämmerlich ein, weil er für das Leben in einer klimatisierten New Yorker Wohnung einfach nicht geschaffen war. Oder die Tiere wurden zur öffentlichen Gefahr, wovon man dann gelegentlich in den Medien hörte, wenn mal wieder ein ganzer Block evakuiert werden musste, weil giftige Schlangen oder Spinnen sich selbstständig gemacht hatten.

Unsere Aufgabe bestand im Wesentlichen darin, die Kollegen, die näher mit den Ermittlungen befasst waren, zu unterstützen. Es gibt eben auch in unserem Job Tage, die mit ziemlich unspektakulärer Kleinarbeit vergehen. Mit Befragungen, von denen vielleicht nur eine unter hundert überhaupt eine verwertbare Information enthält. Aber diese Information kann dann womöglich den Ermittlungen eine entscheidende Wendung geben. Ich habe das immer wieder erlebt.

Phil gähnte. Und ich war froh, dass wir uns aus Richtung Norden auf die Upper Eastside zubewegten und nicht von Midtown Manhattan aus. Denn im Moment schlossen die großen Büros und eine Blechlawine rollte dann täglich aus der Stadt heraus.

Phils Handy klingelte. Er hatte es an die Freisprechanlage angeschlossen, sodass ich mithören konnten.

Es war noch einmal Mr High. »Tut mir leid, aber ich muss Sie bitten, Ihren Feierabend etwas zu verschieben. Ich hoffe, Sie haben sich nicht irgendetwas vorgenommen.«

»Worum geht es, Sir?«

»Um den Mord an einer Kollegin. Lieutenant Rachel Estevez hat für die Drogenabteilung des NYPD gegen Kokainhändler in Spanish Harlem ermittelt.«

»Ermittelt das NYPD in solchen Fällen nicht lieber selbst?«, hakte Phil nach.

Mr High bestätigte das. »Sie haben recht, Phil, aber in diesem Fall gibt es deutliche Verdachtsmomente, die darauf hindeuten könnten, dass der Undercover-Einsatz von Lieutenant Estevez verraten wurde – und zwar von einem Kollegen ihrer Abteilung. Niemand weiß, wo das Leck ist, und solange dies der Fall ist, halten alle, die dazu etwas zu sagen haben, es für besser, wenn wir den Fall an uns ziehen.«

»Verstehe«, murmelte ich.

Da es einen Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen gab, war das ohnehin ein Fall, der in den klassischen Zuständigkeitsbereich des FBI fiel. Allerdings gibt es da auch bei penibler Auslegung der Bestimmungen immer wieder Überschneidungen zwischen uns und den verschiedenen Abteilungen des NYPD. Wir versuchen dann zumeist eine pragmatische Lösung zu finden und parallel geführte Doppelermittlungen zu vermeiden. Konkurrenz belebt zwar auf anderen Gebieten durchaus das Geschäft, aber bei Ermittlungen bindet so etwas nur Kräfte und lähmt uns in dem immerwährenden Kampf gegen das Verbrechen, den wir zu führen haben.

Mr High gab uns die Adresse durch.

Ich kannte die Gegend in Spanish Harlem ein bisschen, von der die Rede war. Zumindest wusste ich, auch ohne auf ein Navigationsgerät angewiesen zu sein, wohin für uns jetzt die Reise ging.

Noch ehe das Gespräch mit Mr High beendet war, hatte Phil das Seitenfenster heruntergelassen und das Rotlicht auf das Dach des Jaguar gesetzt. Wenig später trat ich das Gaspedal voll durch. Die Dodge-Viper-Maschine heulte auf. Ein Laut, der sich mit dem durchdringenden Signal unserer Sirene vermischte. Zeitweilig war es sehr schwer, überhaupt auch nur ein Wort zu verstehen. Der Jaguar-Hybrid beschleunigte innerhalb weniger Sekunden auf mehr als neunzig Meilen pro Stunde.

***

Der Tatort befand sich in einem Hinterhof. Ich stellte den Jaguar neben einem Dienstfahrzeug unserer Kollegen von der City Police ab. Phil und ich waren gerade aus dem Wagen gestiegen, da traf ein Van ein, der das Emblem der Scientific Research Division trug, des zentralen Erkennungsdienstes aller New Yorker Polizeieinheiten. Und obwohl wir vom FBI Field Office natürlich auch notfalls über eigene Spezialisten verfügen, nehmen wir die Kapazitäten der SRD immer wieder gerne in Anspruch.

»Hi, Jerry! Hi, Phil!«, begrüßte uns ein Mann mit grau melierten Haaren und einer Krawatte, deren giftgrüner Farbton sich mit dem Kobaltblau seines Jacketts schlecht vertrug.

Das war Dr. Brent Heinz, ein Gerichtsmediziner der SRD, mit dem wir schon häufig zusammengearbeitet hatten.

»Wie ich sehe, hat man euch auch um einen freien Abend gebracht«, stellte der Pathologe fest. »Ich weiß bislang nur, dass das Opfer eine Polizistin sein soll!«

Mir fiel ein Kerl mit einer Baseballmütze auf, der durch ein Fenster vom dritten Stock auf uns herabblickte. Er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift ¡¡¡ASSHOLE!!! mit drei Ausrufungszeichen dahinter sowie drei umgedrehten Ausrufungszeichen davor. Er beobachtete uns ganz offensichtlich.

»Es wäre nett, wenn Sie über diesen Punkt nicht so laut reden würden, Brent«, murmelte ich. »Hier gibt es viele Ohren.«

Dr. Heinz runzelte die Stirn und zuckte mit den Schultern. »Ganz, wie Sie wollen, Jerry!« Er ließ den Blick schweifen. Der Mann mit der Baseballmütze und dem ¡¡¡ASSHOLE!!!-T-Shirt war inzwischen verschwunden.

»Feindliches Gebiet hier, was?«, fragte Dr. Heinz nun bedeutend leiser, während wir weitergingen.

»Gang-Land«, nickte ich. »Und das Opfer arbeitete undercover. Möglicherweise hat das jemand herausbekommen und sie deswegen umgebracht. Aber es kann ein immenser ermittlungstaktischer Vorteil sein, die Anzahl der Leute, die davon wissen, so klein wie möglich zu halten.«

»Ich hatte in den letzten Wochen immer wieder Leichen auf dem Seziertisch, die aus dieser Gegend stammen«, berichtete Dr. Heinz. »Drogentote. Inzwischen kenne ich schon den Weg hierher so gut, dass ich auf das Navi verzichten kann und trotzdem schneller bin als je zuvor.«

Captain Wynona Kellers, eine korpulente und sehr resolut auftretende Schwarze in den frühen Fünfzigern, begrüßte uns. Sie leitete seit kurzem das für diese Gegend zuständige Revier des NYPD. Ich kannte sie flüchtig. Allerdings war sie nicht die Vorgesetzte des Opfers gewesen, denn Rachel Estevez hatte für eine im gesamten Stadtbereich operierende Sonderabteilung zur Bekämpfung des Drogenhandels gearbeitet.

»Jerry Cotton, FBI«, stellte ich mich vor, da ich mir nicht sicher war, ob Captain Kellers sich an mich erinnerte. Ich deutete auf meinen Partner. »Dies ist mein Kollege Phil Decker.«

»Ich kenne Sie von dem Fortbildungsseminar Fehlervermeidung bei der Interpretation von Fingerprints, nicht wahr?«

Ich lächelte kurz. »Auf dem Sie besser Bescheid wussten als der Referent!«

»Ich finde, wenn jemand Unsinn redet, kann man das auch sagen. Wir leben schließlich in einem freien Land.«

»Kein Widerspruch meinerseits!«

Captain Kellers wandte sich an Dr. Heinz, den sie offenbar gut kannte, was auch nicht verwundern konnte. »Tut mir leid, dass Sie schon wieder zu uns müssen, Doktor«, sagte sie.

»Die Alternative wäre für mich gewesen, um diese Zeit von unserem Labor in der Bronx einmal quer durch die Stadt bis in die südwestlichste Ecke von Brooklyn fahren zu müssen«, gab Dr. Heinz zurück. »Die Tour muss jetzt ein Kollege übernehmen.«

»Sie sind auch einer, der immer das Positive zu sehen versucht, habe ich recht?«, meinte Captain Kellers.

»Diese Einstellung soll gesünder sein«, erwiderte Brent Heinz. »Das sage ich Ihnen als Arzt.«

»Ich weiß nicht, ob man auf die Gesundheitsratschläge eines Arztes, von dessen Patienten keiner überlebt hat, sehr viel geben sollte, Dr. Heinz«, erwiderte Captain Kellers trocken. »Und jetzt folgen Sie mir und machen Sie sich auf einen Anblick gefasst, der sich im Archiv Ihrer schlimmsten Alpträume dauerhaft erhalten wird. Ob der Fundort der Leiche auch der Tatort ist, wissen wir noch nicht. Es spricht aber einiges dafür.« Sie wandte sich kurz an mich. »Doch diese Frage werden letztlich Sie und Ihre Kollegen klären müssen. Schließlich wird das FBI den Fall ja an sich ziehen.«

»Das klingt nicht begeistert.«

»Sie missverstehen mich in diesem Punkt völlig, Agent Cotton.«

»Ach, ja?«

»Wenn es wirklich ein Leck bei der City Police gibt, ist es besser, wenn jemand von außen den Fall untersucht. Allerdings weiß ich durch ein kurzes Telefongespräch mit Captain Malkodiak, dass er in dieser Frage anderer Ansicht ist.«

»Ist das Lieutenant Estevez’ Vorgesetzter?«

»Captain Alex Malkodiak, Leiter der Sonderabteilung zur Bekämpfung des Drogenhandels innerhalb des New York Police Department. Immerhin hat er zugegeben, dass Lieutenant Estevez undercover ermittelte. Über ihren genauen Auftrag müssen Sie sich allerdings mit Malkodiak unterhalten.«

»Ich danke Ihnen.«

»Ist das derselbe Malkodiak, der früher mal in der Homicide Squad des 117. Reviers gewesen ist?«, mischte sich Phil ein. »Der Name ist nicht so häufig.«

»Ein so sturer, selbstgefälliger Charakter auch nicht.«

Phil nickte. »Dann ist es derselbe, Jerry!«

»Klingt nicht gerade nach einer großen Freundschaft zwischen euch beiden!«

Phil zuckte die Achseln. »Wie man’s nimmt. Jedenfalls bin ich immer noch das, was ich damals war, während er inzwischen anscheinend richtig Karriere gemacht und es bis zum Captain gebracht hat!«

***

Die Tote lag neben einem Müllcontainer und sah furchtbar aus. Eine grausige Wunde klaffte am Hals. Jemand – oder etwas? – hatte ihr regelrecht die Kehle aufgerissen, und zwar auf eine Art und Weise, wie man es eigentlich nur aus Horrorfilmen kennt. Die Tote wies darüber hinaus noch zahlreiche weitere Wunden auf. Die meisten davon an Armen und Beinen. Überall war Blut, und irgendetwas Furchtbares musste mit ihrem linken Ohr geschehen sein.

»Ich will der Obduktion nicht vorgreifen, aber für mich sieht das wie der Angriff eines … Tieres aus«, stellte Dr. Heinz fest, der die Tote erst fotografiert hatte und anschließend eine erste, auf dem optischen Eindruck basierende Untersuchung durchführte. Deren Ergebnisse hielt er in knappen und von lateinischen Begriffen durchsetzten Sätzen mit Hilfe der Diktierfunktion seines Smartphones fest.

»Ein Kampfhund?«, fragte ich.

Viele der Gangster in Spanish Harlem hielten Kampfhunde. Vielleicht war Rachel Estevez jemandem mit ihren Ermittlungen einfach zu nahe auf den Pelz gerückt oder hatte etwas gesehen, was nicht für ihre Augen bestimmt gewesen war. Dass sie auf eigene Faust eine Verhaftung durchzuführen versucht hätte, konnte ich mir weniger vorstellen, denn das wäre in dem Umfeld, in dem Lieutenant Estevez ermittelt hatte, extrem risikoreich und unprofessionell gewesen.

Schließlich dauert es lange, bis man einen verdeckten Ermittler irgendwo einschleusen und eine überzeugende Scheinidentität aufbauen kann. Und Verhaftungen unter den Angehörigen der Drogenbanden, denen der Einsatz ihrer Abteilung gegolten hatte, waren zumeist sehr gut vorbereitete, groß angelegte Aktionen. Gerade die Drogen-Gangs von Spanish Harlem waren nämlich extrem schießfreudig und pflegten hemmungslos von der Waffe Gebrauch zu machen. Da musste man auf Nummer sicher gehen. Davon abgesehen endeten unbedachte Einzelaktionen oft genug in einem juristischen Desaster für die ganze Abteilung und halfen nur der anderen Seite.

Trotzdem – auch so etwas konnte man nicht völlig ausschließen.

»Hatte sie eine Waffe?«, fragte Phil.

Dr. Heinz schob den halb geöffneten, blutbesudelten und an mehreren Stellen zerfetzten Blouson zur Seite.

Das Schulterholster war leer.

Wynona Kellers seufzte. »Irgendjemand läuft jetzt hier in Spanish Harlem mit einer unserer Dienstwaffen herum – und ich kann nicht sagen, dass mir das gefällt!«

Die Stimme eines uniformierten NYPD-Kollegen drang in mein Bewusstsein. »Sie können hier nicht durch!«, sagte er relativ barsch. »Es geht wirklich nicht, Ma’am!«

Ich drehte mich um. Eine schon etwas ältere Frau versuchte an einem der Officer vorbeizukommen, der sie gerade noch aufhalten konnte.

»Chupacabra!«, murmelte die Frau. »Madre de dios! Eso es el chupacabra!«

Die Frau hatte ursprünglich schwarzes, jetzt grau durchwirktes Haar. Ihre Augen waren dunkel und vor Schreck geweitet. Offenbar eine Latina. In Spanish Harlem leben überwiegend Einwanderer aus den spanischsprachigen Ländern Mittel- und Südamerikas. Viele Puertoricaner und Exilkubaner hat es hierher verschlagen, aber auch immer mehr Mexikaner und Kolumbianer. Wenn man sein Viertel nicht verlässt, kann man hier leben, ohne jemals Englisch lernen zu müssen.

Die Frau schien sich gar nicht beruhigen zu können. »El chupacabra! No puedo creerlo!« Die wenigen spanischen Wörter in meinem Vokabular reichten bei weitem nicht aus, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was die Frau so aufbrachte.

Wynona Kellers drehte sich ebenfalls um.

»El Chupacabra no existe!«, sagte sie in einem Tonfall, der in seiner Bestimmtheit offenbar bei der Frau die richtige Saite ansprach.

»Sie können Spanisch?«, hakte ich nach.

»Wenn man ein Revier in Spanish Harlem leitet, ist das von unschätzbarem Vorteil, Agent Cotton. Ich hasse es nämlich, wenn diese Gang-Krieger auf Englisch behaupten, dass sie blind und taub sind und nichts und niemanden bemerkt haben, während sie sich auf Spanisch über die Cops lustig machen, die ihnen die Fragen stellen!«

Captain Kellers ging auf die Frau zu. Ich folgte ihr.

Dann unterhielt sie sich mit ihr auf Spanisch. Ich verstand kein Wort, aber mir fiel auf, dass ein Begriff immer wieder vorkam.

Chupacabra.

»Por favor! Sie müssen mir glauben!«, stieß sie schließlich in sehr akzentschwerem Englisch hervor.

»Was hat sie Ihnen erzählt?«, fragte ich.

»Sie hat einen großen Hund gesehen.«

»No era un perro!«, unterbrach die Frau. »Es war kein Hund! Es war – Chupacabra!«

»Was ist das – Chupacabra?«, hakte ich nach.

»Eine urbane Legende, Agent Cotton«, erläuterte Captain Kellers. »Ein Fabelwesen, das die Eigenschaften von Vampiren und Werwölfen auf groteske Weise in sich vereinigt und inzwischen zum Titelhelden einiger dieser Horrorstreifen für Teenager geworden ist, die gleich für den DVD-Markt produziert werden.«

»Es … war … ein … Chupacabra!«, erklärte nun die Frau und betonte dabei jedes Wort einzeln, so als wollte sie sichergehen, dass sie auch richtig verstanden wurde. »Lo he visto, Señor! Ich habe ihn gesehen! Personalmente!«

»Wohnen Sie hier in der Nähe?«, fragte ich. Sie verstand mich erst, als ich meinen Satz noch mal wiederholte. Sie nannte mir ihre Adresse und deutete dabei auf eines der Fenster zum Innenhof. Falls sie zum Tatzeitpunkt dort gewesen war, hatte sie tatsächlich einen guten Überblick gehabt.

»Unser Kollege Agent Peiker wird Sie aufsuchen. Er ist Zeichner, und wenn Sie ihm genau beschreiben, was Sie gesehen haben, dann haben wir hinterher ein Bild davon!«, erklärte ich.

Captain Kellers war so freundlich, das ins Spanische zu übersetzen.

»In Ordnung«, murmelte sie.

»Haben Sie gesehen, wie dieser Chupacabra jemanden angegriffen hat?«, fragte ich.

Diesmal brauchte sie nicht Captain Kellers Übersetzung abzuwarten, um zu begreifen, was ich meinte.

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