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Jerry Cotton - Folge 2830

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Tod spielt mit gezinkten Karten
  4. Vorschau

Der Tod spielt mit gezinkten Karten

Special Agent Tegan Lloyd wunderte sich. Sie konnte kaum glauben, dass ihr Partner Brian Pagusa wieder mal recht behalten hatte. Keine 30 Yards vor ihnen trat gerade der Mann auf die Straße, den sie seit Monaten suchten: Sergej Jurakow, der Russe, der sein Vermögen mit Waffengeschäften aller Art auf der ganzen Welt gemacht hatte. Die 5000-Dollar-Anzüge, die er sonst trug, hatte er heute Morgen gegen Jeans, Bomberjacke und Baseball-Cap eingetauscht. Er war offensichtlich nicht scharf darauf, erkannt zu werden.

Die Special Agents Lloyd und Pagusa saßen in einem unauffälligen Chevrolet. Sie wussten beide, dass kein normaler Mensch darauf gekommen wäre, ausgerechnet hier am Duke Ellington Boulevard auf einen der meistgesuchten Kriminellen der USA zu warten, dem ein hochspezialisiertes Profiler-Team immerhin seit einem Jahr erfolglos auf der Spur war. Aber in ihrem Job zählten Resultate, sonst nichts. Das war das Erste, was Tegan Lloyd vor Jahren von ihrem Partner Brian Pagusa gelernt hatte. Im Normalfall würde niemand so genau wissen wollen, wie das Resultat zustande gekommen war.

Die hochgewachsene schlanke junge Frau mit den kurzen blonden Haaren unterdrückte ein Grinsen. »Greifen wir uns den Mistkerl.«

Die beiden Bundesbeamten stiegen aus, befestigten ihre blau-goldenen ATF-Dienstmarken gut sichtbar an ihren Gürteln und zogen die Dienstwaffen.

Da trat eine hübsche junge Frau mit langem, kastanienbraunem Haar auf den Russen zu.

»Das ist doch Dishka«, stieß Tegan erstaunt hervor.

Pagusa nickte so heftig, dass sein Zopf wippte. »Familienversammlung«, meinte er. »Nichts dagegen, wenn die Tochter Zeuge seiner Festnahme wird. – Zugriff!«

Der Russe umarmte seine Tochter. Die beiden unterhielten sich kurz. Die Beamten waren auf zehn Schritte heran, als es geschah. Jurakow flog zurück, als hätte ihn eine unsichtbare Riesenfaust erwischt. Er prallte gegen die Hauswand, brach zusammen. Unnatürlich verrenkt blieb er reglos liegen. Dishka erstarrte, wollte schreien, konnte aber nicht. Tegan Lloyd und Brian Pagusa reagierten sofort. Sie stürmten vorwärts, rissen Dishka in den Hauseingang, zerrten auch Jurakow hinein, um ihn vor weiteren Schüssen zu schützen. Pagusa versuchte, den Puls des Getroffenen zu ertasten. Er sah Tegan an und schüttelte den Kopf. Jurakow war tot.

***

Willow liebte die Einsamkeit seines Jobs. Allein auf dem Dach eines Hochhauses, allein mit seinem guten, alten Scharfschützengewehr. Keinem Menschen auf der Welt brachte er so viel Vertrauen entgegen wie diesem Meisterwerk, das ihn noch nie enttäuscht hatte. Auch heute nicht. Dieser Jurakow hatte es ihm aber auch zu leicht gemacht. Quatscht sich der Idiot auf der Straße fest und steht rum wie auf dem Präsentierteller! Dieser Job war wie Scheibenschießen gewesen, wie eine Übungseinheit auf der 500-Yards-Schießbahn.

Willow machte diese Jobs nicht mehr so oft wie früher. Er brauchte nicht viel Geld, weder für sich noch für den Mann, den er mitversorgte. Aufträge nahm er nur noch an, wenn er außer der Reihe Geld brauchte. So wie jetzt. Eine größere Autoreparatur an seinem alten Oldsmobile hatte sein Konto mit Schwung in die Miesen befördert. Da war ihm dieser Job gerade recht gekommen.

Durch sein Zielfernrohr verfolgte Willow nach alter Gewohnheit noch kurz das Geschehen rund um das Zielobjekt in 600 Yards Entfernung. Er versicherte sich, dass niemand ihn entdeckt hatte. Dann robbte er ruhig rückwärts, um seine Waffe zu zerlegen und im Koffer zu verstauen. Hier oben auf dem Dach blies der Wind ganz ordentlich. Deshalb hörte er den Mann nicht, der nur zwei Schritte hinter ihm stand und eine schallgedämpfte Pistole auf seinen Hinterkopf richtete. Zwei Schüsse, zwei Treffer. Willow starb so einsam, wie er gelebt hatte. Die Ironie hätte ihm gefallen.

***

Ich hatte frei, war aber trotzdem früh auf. Mein Plan für diesen Tag lautete: entspannen. Die vergangenen Tage waren ziemlich hektisch gewesen. Mit meinem Partner Phil Decker und einigen anderen FBI-Kollegen hatte ich an der groß angelegten Operation Silent Threat teilgenommen, einer gemeinsamen Aktion des FBI und des ATF, des Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives.

Ab und zu überschneiden sich unsere Interessensbereiche, und dann arbeiten wir zusammen. Bei Silent Threat waren wir ziemlich erfolgreich gegen mehrere illegale Waffenhändler an der Ostküste vorgegangen. Ich hatte mich mit einigen Tageszeitungen und Magazinen eingedeckt und freute mich auf einen ruhigen Lesetag. Aber ich war noch nicht einmal auf Seite zwei der New York Times, als mein Handy klingelte. Mit der Nachricht von einem Mordanschlag beendete Assistant Director High meinen freien Tag um 8.12 Uhr. Um 8.13 Uhr ließ ich Phils Traum vom Tag am Meer platzen.

Mr High gab uns telefonisch eine Adresse am Duke Ellington Boulevard durch, gar nicht so weit weg von meinem Apartment. Die Cops hatten einen Mord gemeldet, das Opfer war Sergej Jurakow. Die Kollegen der Crime Scene Unit waren schon bei der Arbeit. Detective Lieutenant Walt Wallace führte das Kommando. »Ihr seid spät dran«, begrüßte er uns.

»Hat keine Chance gehabt«, klärte uns der wortkarge Cop auf. »Kopfschuss aus großer Distanz. So sieht es jedenfalls aus. War wohl ein Meisterschütze am Werk. Wahrscheinlich Kaliber 7,62.«

»NATO-Standard-Munition?«, fragte Phil.

»Angeblich ein Kupferjagdgeschoss. Ist aber noch nicht amtlich.«

Wir ließen uns den Ablauf erklären, wie einige der Augenzeugen es zu Protokoll gegeben hatten. Dann sahen wir uns um.

»Wundert mich ein bisschen, dass ihr FBI-Jungs hier mitmischen wollt«, murmelte Wallace. »Eure Freunde vom ATF waren schon hier. Waren sogar vor uns da.«

»ATF?«, stieß ich überrascht hervor. »Was wollten die denn hier?«

»Die wollten Jurakow einsacken«, erklärte Wallace.

»Aber Jurakow war doch abgetaucht! Woher wusste das ATF …«

Wallace machte eine abwiegelnde Geste und versuchte dabei, empört auszusehen. »Keine Ahnung. Mit mir spricht ja keiner.«

Das war allerdings eine faustdicke Überraschung. Ich rief im Field Office an, ließ mich mit Steve Dillaggio verbinden und schilderte ihm die Lage.

»Gib mir ’ne Minute, Jerry. Wir haben doch Zugriff auf die ATF-Datenbanken.«

Steve war schnell wieder dran. »Wow, Jerry, jetzt pass mal auf: Deren Datenbank weiß nichts davon, dass Jurakow aufgetaucht ist. Aber es gibt die Notiz eines ATF-Teams von heute Morgen: Die haben sich abgemeldet. Vom Duke Ellington Boulevard zu einem Lagerhaus. Wollt ihr die Adresse?«

***

Am Tatort konnten wir nichts ausrichten, also machten wir uns gleich auf die Socken. Ich quälte den Jaguar über den verstopften Broadway, bog gut 20 Minuten später in die West 37th Street ein und parkte hinter einem offenbar hastig abgestellten weißen Toyota mit aufgesetztem Blaulicht. Noch während wir die Sicherheitsgurte lösten, hörten wir Schüsse. Wir wechselten einen schnellen Blick, sprangen aus dem Wagen und zogen im Laufen unsere Waffen.

Die Schießerei schien hinter den Gebäuden stattzufinden. Wir bahnten uns den Weg durch ein Haus, das gerade kernsaniert wurde und an dessen Eingang sich ein Dutzend aufgeregter Bauarbeiter versammelt hatte. »Was ist da los?«, rief ich im Vorbeilaufen.

»Keine Ahnung. Aber das geht schon ein paar Minuten so. Wir haben schon die Cops gerufen«, gab der Vorarbeiter zurück.

»Bleiben Sie hier, wir sind vom FBI«, wies ich die Männer an und spurtete hinter Phil her, der gerade mit vorgehaltener SIG den Durchgang passierte. Ich folgte ihm. Jenseits der Mauer eröffnete sich eine große Baustelle, in deren hinterer linker Ecke, vielleicht 70 Yards von uns entfernt, ein orangefarbener Container stand, wie man ihn auf Baustellen öfter sieht. Auf dem Dach tauchte jetzt ein Mann auf, der mit einer erstaunlich kleinen Maschinenpistole eine Betonmischmaschine unter Beschuss nahm. Klimpernde Geräusche verrieten, dass er getroffen hatte. Die Antwort waren vier, fünf Schüsse aus einer großkalibrigen Pistole.

Wir warfen uns hinter einen Sandhügel. Ich reckte den Kopf und entdeckte rechts vor uns, etwa 20 Yards entfernt, einen Mann in einem hellgrauen Anzug, der hinter dem Betonmischer in Deckung kauerte. Er schien jemandem Handzeichen zu geben, wechselte das Magazin seiner Pistole und machte sich zum Sprung bereit. Er blickte über die Schulter, nickte und stürmte dann aus der Deckung, frontal auf den Container zu. Im gleichen Moment gab ihm jemand Feuerschutz.

»Verdammt«, presste Phil hervor, »wer sind denn hier die Guten?«

»Berechtigte Frage, Partner.«

Der Mann im Anzug sprang hinter einen Stapel Zementsäcke und zog den Kopf ein, als er wieder beschossen wurde. Phil tippte mich an und wies nach rechts. Zu meiner Überraschung sah ich eine Frau mit einer SIG Sauer in der Hand, die gebückt auf die Mischmaschine zulief, Deckung suchte und nun ebenfalls das Magazin wechselte. Sie war groß, schlank und machte in ihrer eng anliegenden Jeans und dem knallengen schwarzen Top eine sportliche Figur.

»Jerry«, sagte Phil, »die Lady hat eine Dienstmarke am Gürtel!«

Ich nickte: »ATF!«

Jetzt spurtete die Lady mit den kurzen blonden Haaren los, mit langen Sätzen erreichte sie einen Stapel Metallträger. Ich hatte den Eindruck, dass diese beiden ATF-Agents ein eingespieltes Team waren.

Auf dem Containerdach erschien der Kerl von eben und leerte sein komplettes Magazin Richtung Blondine. Geistesgegenwärtig sprang der bezopfte ATF-Agent im Anzug auf und schoss. Mit der dritten Kugel erwischte er den Gegner.

Ich überlegte, wie wir unseren Kollegen helfen konnten, doch das Gelände war unübersichtlich und ich verspürte wenig Lust, ähnlich ungestüm vorzugehen wie die beiden.

»Das dürften Jurakows Männer sein«, raunte ich Phil zu, der sofort wusste, was ich damit meinte: Es war bekannt, dass sich der russische Waffenschieber seine Männer sehr genau aussuchte. Mit Vorliebe rekrutierte er ehemalige Angehörige russischer Eliteeinheiten, mit denen wahrlich nicht gut Kirschen essen war.

Phil nickte und sagte: »Wo ist nur diese verdammte Lagerhalle? Der Baucontainer wird es ja wohl nicht sein.«

»Nein«, antwortete ich, »das Gelände mit den Lagerhallen grenzt an dieses Baugrundstück.«

»Dann haben die Russen ihre Verteidigungslinie nach vorn geschoben«, vermutete Phil.

Ich nickte. »Vielleicht verschaffen sie ihren Komplizen so Zeit, das Lager zu räumen. Wir sollten helfen, das zu verhindern.«

Jetzt nickte Phil. »Also gut.«

Ohne ein weiteres Wort zu wechseln, machten wir uns bereit. Ich spannte meine Muskeln, fasste die Dienstwaffe fester. Dann stürmten wir los. »FBI«, rief ich, um die Kollegen, die uns nicht kannten, über unsere Identität zu informieren. Der Zopfmann ruckte sofort herum, auch Blondies Lauf zuckte augenblicklich in unsere Richtung. Doch sie schossen nicht. Zum Glück.

Sobald ich den Schutz des Sandhügels verlassen hatte, spürte ich sengend heißes Blei an meinem Kopf vorbeifliegen. Die beiden ATF-Agents hatten sich wieder nach vorn gedreht und gaben Sperrfeuer. Phil hatte die Zementsack-Barriere unverletzt erreicht. Ich überbrückte die letzten Yards bis in den Schutz der Metallträger mit mächtigen Schritten. Unzählige abprallende Kugeln übertönten mühelos das Rattern der automatischen Waffen. Gleich neben der großen Blonden kam ich gebückt auf die Beine. »Jerry Cotton, FBI New York«, stellte ich mich knapp vor. »Was geht hier vor?«

»Tegan Lloyd vom ATF aus Washington«, erwiderte sie mit einer Stimme, die wärmer klang als erwartet. »Ich gebe Ihnen die Kurzversion. Mein Kollege Brian Pagusa und ich wollten das Lager eines Waffenhändlers überprüfen, der heute Morgen erschossen wurde.«

»Sergej Jurakow«, sagte ich.

Sie sah mich überrascht an, ehe sie fortfuhr: »Offenbar versuchen seine Männer gerade, das Lager zu räumen. Wir vermuten dort einen von Jurakows Waffenbunkern. Schwer zu sagen, mit wie vielen Gangstern wir es zu tun haben. Vielleicht vier, vielleicht sechs. Wird Zeit für den Gegenstoß. Was ist, Special Agent, kommen Sie mit?«

»Auf geht’s!«, sagte ich.

Pagusa und Tegan Lloyd verständigten sich mit Handzeichen. Die schöne ATF-Frau rannte los. Ich blieb ihr dicht auf den Fersen. Zielstrebig lief sie auf die rechte Ecke des Containers zu. Phil und Pagusa hatten die linke Ecke schon erreicht. »Schon mal in ein Wespennest gestochen?«, fragte Pagusa grinsend. »Das wird euch gefallen!« Ich fragte mich, ob der Kerl noch sauber tickte.

Ich riskierte einen schnellen Blick um die Ecke und sah hinter einer leicht abschüssigen Fläche eine massive, zwei Fuß hohe Steinmauer. Dahinter lag eine breite, asphaltierte Straße, noch weiter hinten gab es fünf einfache, fensterlose Lagerhäuser mit schweren Schiebetoren. Das Tor des linken Hauses stand sperrangelweit offen.

Niemand zu sehen. Rechts endete die Straße an einem großen Wendehammer, hinter dem das Gelände steil anstieg. Links stand ein Pick-up quer auf der Fahrbahn. Aus dem Motorblock stieg Rauch, alle Reifen waren platt.

Auch Pagusa verschaffte sich einen Überblick. Er seufzte. »Okay, schalten wir die Russen aus und stellen wir sicher, was auch immer wir finden.«

Er sah uns an. »Sind wir so weit, Gentlemen?« Dann drehte er sich um, ohne eine Antwort abzuwarten. »Wir zum Pick-up, ihr erst mal hinter die Mauer«, wies er an.

Wir rannten los, die Waffen schussbereit in den Händen, schwärmten aus und versuchten, möglichst kein leichtes Ziel abzugeben.

Prompt setzte Sperrfeuer ein. Die Schützen hatten sich in der düsteren Halle verschanzt. Ich konnte an drei Stellen Mündungsfeuer ausmachen. Feuernd erreichten wir unsere Positionen.

Einer der Gegner versuchte, eine gezielte Garbe abzugeben, doch er wagte sich einen halben Schritt zu weit vor: Pagusa erwischte ihn mit einem unglaublich guten Schuss. Der Getroffene stolperte einen Schritt rückwärts und fiel auf den Rücken. Dann herrschte wieder Ruhe. Die Sirenen von Streifenwagen waren zu hören und wurden langsam lauter. Der Bauarbeiter hatte tatsächlich Alarm geschlagen.

Im Lagerhaus rührte sich nichts. Offenbar wurde Kriegsrat gehalten. Jetzt, wo die Cops den Deckel draufmachen würden, war Widerstand sinnlos geworden. Ich hoffte, die Männer würden sich ergeben, aber ich wusste selber, dass man das von Elitesoldaten nicht erwarten konnte.

Ich behielt recht. Ein brüllendes Geräusch, dann noch eins, Gequietsche, und dann kamen zwei geländegängige Motorräder mit hochgerissenen Vorderrädern wie geölte Blitze aus der Halle geflogen und bogen Richtung Wendehammer ab. Wir schossen hinter ihnen her, doch beiden gelang die Flucht auf ihren hochgezüchteten Husqvarna-Maschinen quer über den Wendehammer, den Abhang hoch. Phil zückte das Handy und gab eine Meldung raus.

Mit Phil ging ich vorsichtig auf das offene Tor zu. Wir passierten Pagusas zweites Opfer, einen Mann von vielleicht 50 Jahren, in Tarnhose und schwarzem T-Shirt.

Ich nahm seine Maschinenpistole an mich, löste auch die Pistole aus seinem Halfter und steckte sie ein.

Unsere Augen gewöhnten sich nur langsam an das schummerige Licht. Mehrere Holzkisten standen herum. Nachdem wir sicher waren, dass sich niemand hier versteckt hielt, griff Phil sich ein Brecheisen und hebelte eine Kiste auf. Unter einer dicken Schicht Holzwolle lagen in Öltuch gewickelte nagelneue Maschinenpistolen.

Ich pfiff durch die Zähne. »Sieh an, sieh an.«

Ich drehte mich um, wollte sehen, wie Tegan und Pagusa reagierten. Doch die beiden schienen noch vor der Halle zu sein.

Im gleichen Moment fiel vor der Tür ein Schuss. Und noch einer.

Wir rannten raus und sahen Tegan, die sich über Pagusa beugte. Ihr Partner lag vor ihr auf dem Boden. Auf den ersten Blick erkannten wir, dass er tot war. Ein blutiger Fleck breitete sich unter seinem Oberkörper aus.

Der Russe, der vor der Halle lag und den wir für tot gehalten hatten, hielt jetzt wieder eine Pistole in der Hand. Schien so, als hätte er doch noch gelebt und Pagusa mit einer versteckten Zweitwaffe erwischt, ehe Tegan ihn endgültig erschossen hatte. Tegan starrte erst ihren toten Partner, dann uns ungläubig an.

***

Nachdem wir Mr High telefonisch berichtet hatten, schickte er uns Verstärkung: Blair Duvall und seine Partnerin June Clark. Inzwischen hatten wir erfahren, dass die toten Jurakow-Männer beide eine schwarze Fledermaus auf blauem Grund auf der Brust tätowiert hatten. »Sehr geschmackvoll«, kommentierte unser farbiger Kollege Blair Duvall ironisch, der sein Temperament ausnahmsweise im Zaum hielt.

»Ist es eine runde Tätowierung mit gelbem Rand?«, fragte ich und Blair nickte.

»GRU Speznas«, stieß ich hervor.

»Wie bitte?«, fragte Blair.

»GRU«, wiederholte ich. »Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije. Sozusagen die Chefetage des russischen Militärnachrichtendienstes. Ihre militärische Spezialeinheit hat als Wappen eine schwarze Fledermaus auf blauem Grund mit einem gelben Rand.«

Tegan sah mich erstaunt an, wollte etwas sagen, doch sie behielt es für sich.

In den Kisten fanden unsere Kollegen jeweils 100 Pistolen und Maschinenpistolen. Fabrikneu.

Tegan stand auf und sah mich wieder an. »Bringen Sie mich hier weg?«

Phil bedeutete mir, dass er bleiben würde, um mögliche Fragen noch vor Ort zu beantworten. Ich nickte ihm zu, legte meinen Arm um Tegans Schulter und führte sie langsam zu meinem Jaguar.

***

Am nächsten Morgen bat Mr High Phil und mich zu einer Unterredung, an der auch Blair Duvall teilnahm.

Am Vortag hatte ich Tegan Lloyd an ihrem Hotel abgesetzt und es fast ein wenig bedauert, dass ich ...

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