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Jerry Cotton - Folge 2822

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Rache hat kein Verfallsdatum
  4. Vorschau

Rache hat kein Verfallsdatum

Mit dem Telefonhörer am Ohr stand Eddy Burke am Fenster und starrte durch die schmutzige Glasscheibe hinunter auf die Amsterdam Avenue. Burke brauchte Geld wie ein Süchtiger Rauschgift.

Endlich klickte es in der Leitung. Burke hörte die Stimme von Rodriguez.

»Burke? Was wollen Sie denn schon wieder?«

»Es geht noch einmal um mein Finanzierungskonzept …«

Bevor Burke weiterreden konnte, schnitt ihm Rodriguez harsch das Wort ab.

»Suchen Sie sich andere Opfer für Ihre Betrügereien!«

Nach diesen Worten ertönte nur noch das Freizeichen. Burke stieß einen Fluch aus und legte auf. Seine Sekretärin kam mit einem Päckchen in den Händen herein.

»Was ist das denn, Doris?«

»Ich weiß nicht, Mister Burke. Absender ist das US-Schatzamt.«

Sie ging wieder hinaus. Burke riss neugierig das Packpapier und den Karton auf. Im nächsten Moment wurde das Bürohaus von einer Explosion erschüttert.

Von dem Sprengstoffanschlag in der Amsterdam Avenue erfuhren Phil und ich durch die FBI-Funkzentrale. Wir observierten gerade einen ehemaligen Wrestler namens Leonardo, der für einen Schutzgelderpresser in Midtown als Mann fürs Grobe arbeiten sollte – und zwar in mehreren Bundesstaaten der Ostküste.

Phil, der auf dem Beifahrersitz des Jaguar saß, zog die Augenbrauen zusammen.

»Sprengstoff? Böse Sache, Jerry. Ich hoffe, dass es nicht allzu viele Opfer gegeben hat. Am besten gar keins, wenn es nach mir geht.«

»Das sehe ich auch so, Phil. Aber dieser Wunsch wird wohl nicht in Erfüllung gehen.«

Und so war es leider auch. Wir hörten den Funkverkehr mit. Mehrere Ambulanzen wurden angefordert. Das NYPD sperrte den Tatort weiträumig ab. Sprengstoffexperten durchsuchten das Haus nach weiteren versteckten Bomben, das Fire Department war ebenfalls im Einsatz.

Doch wenig später konnten wir die Meldungen nicht mehr verfolgen, weil Leonardo sein Apartment verließ. Wir mussten ihn im Auge behalten und konzentrierten uns ganz auf diese Aufgabe.

Leonardo fuhr über den Bruckner Expressway zur Westchester Avenue in der Bronx. Dort betrat er ein Fitness-Studio, seine Sporttasche in der Hand. Das Gym besaß große Panoramascheiben. Daher konnten wir dem Muskelmann wenig später beim Hantelstemmen zusehen, und daran war nun wirklich nichts Illegales.

»Ob Leonardo gemerkt hat, dass er observiert wird?«, dachte Phil laut nach.

»Schwer zu sagen. Laut seiner Fallakte ist er aber nicht gerade ein Gehirnakrobat.«

Wir gaben unsere Position an die Zentrale durch. Wenig später erschienen Joe Brandenburg und Les Bedell in einem grünen Buick aus dem FBI-Fuhrpark. Die beiden Kollegen sollten uns planmäßig ablösen. In einer Parkplatzecke, die man vom Sportstudio aus nicht einsehen konnte, redeten wir kurz mit ihnen.

»Früher oder später wird Leonardo einen Fehler machen«, meinte Joe Brandenburg. »Ihr sollt übrigens zu diesem Sprengstoff-Tatort an der Amsterdam Avenue fahren, Jerry und Phil. Ich nehme an, dass ihr über Funk schon davon gehört habt. Dort werden euch die NYPD-Kollegen die ersten Ermittlungsergebnisse mitteilen.«

»Das FBI übernimmt also den Fall?«, vergewisserte ich mich. »Gibt es einen terroristischen Hintergrund?«

»Keine Ahnung. Es liegt kein Bekennerschreiben vor, soweit ich weiß. Aber die NYPD-Detectives können vielleicht schon mehr sagen.«

Wir verabschiedeten uns mit einem Händedruck von den beiden anderen G-men und fuhren zurück nach Manhattan.

***

Hinter den gelben Absperrbändern der Polizei drängten sich die Gaffer. Das Lokalfernsehen war gleich mit drei Übertragungswagen vor Ort. Als die Reporter Phil und mich entdeckten, hängten sie sich wie die Kletten an uns. Nachdem wir aus dem roten Boliden gestiegen waren, mussten wir uns durch das Gedränge kämpfen.

»Agent Cotton, werden noch weitere Explosionen folgen?«, rief mir eine TV-Journalistin zu und hielt mir ihr Mikrofon unter die Nase. Sie hatte mich erkannt, weil sie schon über mehrere unserer Fälle berichtet hatte. Mit der Wahrheit nahm es diese Lady leider nicht allzu genau. Ich musste etwas sagen, bei dem sie nicht den Sinn meines Satzes verdrehen konnte.

»Kein Kommentar«, erwiderte ich.

Ein rothaariger Cop hob das gelbe Plastikband für uns, und wir betraten das abgesperrte Gebäude. Das schmale Brownstone-Haus war vermutlich in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts errichtet worden. In dem Bürohaus waren kleine Firmen und Arztpraxen untergebracht, von der Webdesign-Agentur über einen Versicherungsmakler bis zu einem Chiropraktiker.

Bereits von der Straße aus hatten wir gesehen, dass die Detonation im zweiten Stockwerk stattgefunden haben musste. Dort waren die meisten Fensterscheiben zu Bruch gegangen, und geschwärzte Wände deuteten auf ein Feuer hin, das aber längst gelöscht war. Ich schaute auf die Uhr. Es waren über zwei Stunden vergangen, seit wir durch die Funkzentrale von dem Anschlag erfahren hatten.

Im Treppenhaus roch es nach kaltem Rauch. Das Fire Department war bereits wieder abgezogen, nur noch der Löschschaum und das Wasser auf der Treppe zeugten von dem Einsatz. Momentan waren Brandermittler, Sprengstoffexperten und die Spurensicherer von der SRD am Tatort tätig. Auf dem Treppenabsatz der zweiten Etage erwarteten uns Detective Sergeant Tim Bishop und Detective Lina Rossi. Wir hatten schon öfter mit ihnen zusammengearbeitet und begrüßten den schlaksigen, hochgewachsenen Cop und seine zierliche brünette Partnerin. Ich kam sofort zur Sache.

»Könntest du uns eine Kurzfassung der Fakten geben, Tim?«

»Kein Problem, Jerry.« Der Detective Sergeant schaute in seinen Notizblock. »Um kurz nach zehn Uhr heute Morgen riefen mehrere Personen den Notruf 911 an und meldeten eine Explosion an der Adresse 1077, Amsterdam Avenue. Fire Department, Rettungssanitäter und Streifenwagen von uns rückten sofort aus. Es gab ein Todesopfer namens Edgar Burke, außerdem eine leicht verletzte weibliche Person. Burke war der Mieter dieser Büroräume, die Frau namens Doris Sikorski arbeitete als seine Sekretärin. Burke starb, weil er ein Paket mit einer Bombe öffnete. Wir fanden heraus, dass der Absender angeblich das US-Schatzamt war. Aber dort hat man uns glaubhaft versichert, dass kein Paket an Burke abgeschickt wurde. Und schon gar keines, das eine Höllenmaschine enthielt.«

Ich nickte. Nun verstand ich, warum wir vom FBI den Fall übernehmen sollten. Das US-Schatzamt ist eine Bundesbehörde. Der wahre Täter versuchte offenbar, den Verdacht in diese Richtung zu lenken. Dadurch wurden Bundesgesetze verletzt, und das rief meine Kollegen und mich auf den Plan.

Nun ergriff Lina Rossi das Wort.

»Die Paketbombe wurde durch den Kurierdienst Big Apple Parcel zugestellt. Wie ihr bestimmt wisst, haben alle modernen Paketdienste so ein elektronisches Sendungsverfolgungsprogramm.«

»Damit kann man nachvollziehen, wann die Sendung aufgegeben wurde und wann sie beim Empfänger ankam«, vergewisserte sich Phil. Der weibliche Detective nickte.

»Genau. Angeblich wurde das Paket von Big Apple Parcel wirklich beim US-Schatzamt abgeholt, und zwar gestern Abend um 19.11 Uhr. Die Zustellung erfolgte heute Morgen um 10.01 Uhr. Die Sekretärin Doris Sikorski hat die Annahme elektronisch quittiert.«

»Das kann gar nicht sein«, stellte ich fest. »Die Filiale des US-Schatzamtes in New York ist um 19 Uhr schon längst geschlossen. Wer soll denn das Paket aufgegeben haben? Der Nachtwächter? Ich würde eher vermuten, dass ein Hacker in dem Computerprogramm herumgepfuscht hat, damit wir den wahren Absender nicht ausmachen können.«

»Gute Idee, Jerry«, stimmte Phil mir zu. »Dazu werden unsere FBI-Internetspezialisten gewiss auch eine Meinung haben.«

»Wir hatten jedenfalls schon öfter beruflich mit diesem Eddy Burke zu tun«, sagte Tim Bishop. »Und zwar nicht als Opfer, sondern als Tatverdächtiger. Wir konnten ihm allerdings nichts nachweisen, jedenfalls nicht in letzter Zeit.«

Ich warf dem Detective Sergeant einen fragenden Blick zu.

»Eddy Burke hatte schon zwei Vorstrafen wegen Unterschlagung und betrügerischem Bankrott auf dem Kerbholz«, fuhr der erfahrene Cop fort. »Er war ein typischer Kleinkrimineller, der sich für einen großen Gangster hielt. Doch Burke war zu feige oder vielleicht auch zu dämlich, um sich an wirklich lukrative Straftaten zu wagen. Für ihn war es das höchste der Gefühle, armen Würstchen gefälschte Lotterielose zu verkaufen oder sich als Finanzberater für Kleinanleger aufzuspielen.«

»Wenn Burke jemanden um sein ganzes Vermögen gebracht hat, kann das ein überzeugendes Mordmotiv sein«, sagte ich. Phil nickte.

»Ich fürchte nur, dann werden wir jede Menge Verdächtige haben. Aber die Bauart der Bombe kann uns helfen, den Kreis der möglichen Täter einzugrenzen. Außerdem muss der Bombenbastler sich auch mit Computer-Hacken auskennen oder zumindest einen Kumpel in dem Bereich haben.«

»Vielleicht kann euch die Sekretärin noch Genaueres sagen«, schlug Detective Lina Rossi vor. »Wir konnten sie noch nicht befragen, weil der Notarzt sie gleich ins Bellevue Hospital mitgenommen hat. Aber er sagte, ihre Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich. Wahrscheinlich kann sie morgen schon wieder entlassen werden.«

Wir warfen noch kurz einen Blick auf den Tatort. Burkes Büro glich einer Trümmerwüste. Der nach der Explosion entflammte Brand hatte die Einrichtung teilweise vernichtet. Doch selbst in diesem Tohuwabohu konnten die Experten von der Scientific Research Division noch brauchbare Hinweise finden. Das hatte ich jedenfalls in der Vergangenheit nach Sprengstoffanschlägen schon oft genug erlebt. Sogar die Überreste der Bombe selbst konnten noch etliche Rückschlüsse auf den Täter liefern.

***

Phil und ich verabschiedeten uns von Tim Bishop und Lina Rossi, die uns für die Ermittlung viel Erfolg wünschten. Nun war der gewaltsame Tod von Eddy Burke unser Fall. Zunächst mussten wir uns wieder durch die Schaulustigen und die Medienvertreter kämpfen. Als wir in meinem roten Jaguar-E-Hybriden saßen, fragte Phil: »Was glaubst du, Jerry? Ist Burke von einem geprellten Geldanleger in die Luft gesprengt worden?«

»Das wäre eine Möglichkeit. Ich hoffe, dass seine Sekretärin mehr über seine zwielichtigen Geschäfte weiß. Lass uns mit ihr reden, bevor wir an die Federal Plaza zurückkehren.«

»Gute Idee, könnte glatt von mir stammen.«

Wir fuhren direkt zum Bellevue Hospital. Dort erreichten wir nach einigem Hin und Her eine junge Ärztin namens Helena Briggs. Sie behandelte Doris Sikorski. Wir baten darum, mit der Patientin reden zu dürfen.

»Meinetwegen, wenn es nicht zu lange dauert«, sagte Doc Briggs. »Miss Sikorski hat nur eine leichte Gehirnerschütterung erlitten. Sie befand sich im Nebenraum und wurde durch die Druckwelle der Explosion gegen die Wand geschleudert. Aber natürlich hat sie einen Schock erlitten. Ich habe ihr ein Beruhigungsmittel verabreicht. Fassen Sie sich also bitte kurz, Agents.«

Das versprachen wir. Phil und ich klopften an die Tür des Krankenzimmers und traten dann ein. Doris Sikorski schien sich schon wieder einigermaßen erholt zu haben. Jedenfalls war sie konzentriert dabei, ihre Fingernägel zu feilen. Um den Kopf hatte sie einen Verband, ansonsten trug sie eines der üblichen Hemden, wie sie den Hospitalpatienten angelegt werden. Sie zupfte kokett an dem Kleidungsstück herum, als sie Phil und mich erblickte.

»G-men? Warum hat mir niemand gesagt, dass Sie mich besuchen – ich muss furchtbar aussehen!«

Doris Sikorski machte sowohl Phil als auch mir schöne Augen. Aber das war mir egal, sie war nicht mein Typ – und wir hatten vor allem einen Fall zu lösen. Es war ja möglich, dass der unbekannte Täter wieder zuschlug. Für uns zählte jede Minute. Deshalb hielt ich mich nicht mit Floskeln auf, nachdem wir uns vorgestellt hatten.

»Miss Sikorski, bitte denken Sie scharf nach. Wurde Ihr Boss Eddy Burke in letzter Zeit bedroht? Gab es Feinde, die es auf ihn abgesehen hatten? Ist Ihnen etwas Ungewöhnliches aufgefallen?«

Die verletzte Sekretärin merkte anscheinend, dass ich nicht in Flirtlaune war. Sie schmollte und zögerte. Aber wir hatten keine Zeit für Spielchen. Phil redete nun ebenfalls auf sie ein.

»Bitte unterstützen Sie unsere Ermittlungen. Es ist purer Zufall, dass Sie selbst nicht schwerer verletzt wurden. Wenn Sie bei Ihrem Boss im Zimmer geblieben wären …«

Es war nicht nötig, diesen Satz zu beenden. Doris Sikorski wusste ja, dass Burke ums Leben gekommen war. Sie erbleichte. Wir wollten sie nicht zu hart anfassen, aber wir brauchten einfach so viele Informationen wie möglich.

Als sie nun den Mund aufmachte, wusste ich, dass sie die Wahrheit sagen würde.

»Okay«, lispelte die Sekretärin. »Sie haben ja wahrscheinlich schon mitgekriegt, dass Mister Burkes Geschäfte nichts für schwache Nerven waren. Er hatte einen Freund, einen gewissen Matt Verdon. Mit dem hatte sich Mister Burke in letzter Zeit zerstritten. Dieser Verdon ist ein richtiger Brutalo. Dem würde ich alles zutrauen.«

Ich notierte mir den Namen. Aber ich spürte, dass Doris Sikorski noch mehr sagen wollte. Und so war es auch.

»Und dann gibt es noch Rose Cochran«, fuhr die Zeugin fort. »Das ist eine richtige Gewitterziege. Mister Burke war mal mit ihr liiert, hat aber auch mit ihr Geschäfte gemacht. Irgendwann wurde sie ihm zu anstrengend, und er hat sie abserviert. Da drohte sie ihm und sagte, sie wollte ihn fertigmachen.«

Das waren doch immerhin schon zwei Namen, mit denen wir arbeiten konnten. Es schien mir, als ob die Sekretärin keine weiteren Informationen zurückhielt. Möglicherweise würden wir unter den geprellten Anlegern noch mehr Tatverdächtige finden. Aber mit Matt Verdon und Rose Cochran konnten wir schon einmal beginnen.

Doc Briggs erschien in der Tür und warf uns einen warnenden Blick zu. Ich gab Doris Sikorski zum Abschied meine Visitenkarte.

»Bitte rufen Sie mich an, wenn Ihnen noch etwas einfällt. Jede Kleinigkeit kann wichtig sein.«

»Das werde ich tun, Agent Cotton«, flötete sie. »Ich hätte nicht gedacht, dass FBI-Agents in Wirklichkeit genauso gut aussehen wie im Film!«

***

John D. High saß hinter seinem penibel aufgeräumten Schreibtisch. Der Assistant Director lauschte konzentriert, während Phil und ich einen ersten Bericht erstatteten.

»Die Leonardo-Beschattung ist für Sie beide ab sofort beendet. Ich brauche Sie für die Aufklärung des Sprengstoff-Falls. – Einstweilen können wir einen terroristischen Hintergrund ausschließen«, erklärte unser Chef. »Dieser Eddy Burke hatte weder mit Politik noch mit Religion etwas zu schaffen. Aber ich muss Ihnen nicht sagen, dass Sprengstoffattentate die Bevölkerung immer stark beunruhigen. Solche Ereignisse machen den Menschen Angst. Die Bombe ging mitten in Manhattan hoch. Es ist ein Glücksfall, dass es nicht mehr als einen Toten gegeben hat.«

»Wie man es nimmt«, schränkte Phil ein. »Wenn die Bombe so konstruiert war, dass sie nur beim Öffnen des Pakets hochging, dann war wirklich nur Eddy Burke als Opfer gedacht. Im Moment spricht alles dafür. Terroristen versuchen ja meist, so viele Menschen wie möglich zu treffen. Und für diesen Zweck war der Sprengsatz wahrscheinlich ungeeignet.«

Ich nickte.

»Wir müssen herausfinden, ob noch weitere Folgetaten zu erwarten sind. Das Opfer Eddy Burke war offenbar in kriminelle Machenschaften verstrickt. Seine Sekretärin konnte uns bisher zwei Verdächtige nennen, aber die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang.«

»Selbstverständlich. Bitte geben Sie mir Bescheid, falls Sie weitere Unterstützung benötigen, Jerry und Phil.«

Mit diesen Worten beendete John D. High die kurze Unterredung. Wir eilten zunächst in unser Büro und checkten die Namen Matt Verdon und Rose Cochran in unseren Datenbanken.

»Volltreffer!«, rief Phil, der auf seinem Computer Rose Cochran überprüfte. »Diese Lady hat laut NYSIIS eine dicke Akte beim Police Department, unter anderem wegen Betrugs, Urkundenfälschung und uneidlicher Falschaussage.«

»Und Matt Verdon ist auch kein unbeschriebenes Blatt«, erwiderte ich. Dann las ich vor, was ich in den Datenbanken gefunden hatte: »Körperverletzung, versuchter Totschlag, Widerstand gegen die Festnahme.«

Phil kam zu mir herüber und warf einen Blick auf das erkennungsdienstliche Foto von Verdon.

»Ein Gorilla, dem die Fäuste locker sitzen«, meinte Phil trocken. »Lass uns den Chorknaben zuerst überprüfen, Jerry. Ein Bombenattentat passt besser zu ihm als zu der Betrüger-Lady Rose Cochran. Ihre Delikte sind jedenfalls eindeutig weniger gewalttätig.«

»Einverstanden.«

Verdon war vor zwei Jahren das letzte Mal aus der Haft entlassen worden. Ich rief bei seinem Bewährungshelfer an und erfuhr seine aktuelle Adresse. Der Schläger wohnte in der Quentin Road, in den Flatlands von Brooklyn. Das ist eine öde, ärmliche Gegend, aber nicht gerade ein übler Slum. Wir fuhren über die Manhattan Bridge nach Brooklyn hinüber.

Phil war skeptisch.

»Verdon scheint laut seiner Akte ein echter Krawallbruder zu sein. Aber gerade deshalb passt so ein Bombenanschlag irgendwie nicht zu ihm. Da steckt zu viel Planung und technische Finesse dahinter. Von dem Hacker-Angriff auf das Computersystem der Paketfirma ganz zu schweigen. Ich würde es ihm eher zutrauen, Burke mit einer Eisenstange ganz simpel den Schädel einzuschlagen. Andererseits müssen wir ja irgendwo mit den Ermittlungen beginnen.«

»Eben.

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