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Jerry Cotton - Folge 2821

Tote vergeben nie

Es war spät in der Nacht, als Gordon Derevaux in sein Arbeitszimmer ging. Er wollte die Unterlagen, die er am Nachmittag bearbeitet hatte, noch einmal durchgehen. Irgendetwas ließ ihm keine Ruhe. Er wollte, dass alles perfekt war.

Gerade als er seinen Schreibtisch erreicht hatte, verspürte er einen leichten Luftzug. Er drehte sich um und blickte in die Augen einer ganz in Schwarz gekleideten Gestalt, die bewegungslos vor ihm stand. Derevaux zuckte zusammen. Jetzt hatte ihn seine Vergangenheit endgültig eingeholt. Nach über sechzig Jahren!

Er öffnete seinen Mund, um etwas zu sagen, da zog die Gestalt blitzschnell ein Schwert, holte aus und das scharfe Metall fuhr durch den vorderen Halsbereich des alten Mannes wie durch Butter.

Blut spritzte aus der Halsschlagader und Derevaux sackte auf die Knie, um dann auf den Boden zu fallen. Er streckte die rechte Hand nach seinem Mörder aus und röchelte mit letzter Kraft: »Azumi!«

»Das Leben ist wirklich nicht gerecht«, fluchte Phil und betrachtete das Los, das er in der Hand hielt. »Beinahe hätte ich gewonnen.«

Ich grinste. »Beinahe ist beim Glücksspiel genauso gut wie voll daneben. Das solltest du wissen.«

Er grummelte. »Ja, aber beinahe daneben zu liegen ist schlimmer als völlig daneben. Und ich hätte die Millionen gut gebrauchen können.«

»Nimm’s leicht. Das Geld kommt in den Jackpot und irgendjemand wird sich darüber freuen, dass er so richtig absahnt«, sagte ich und schaute in den Rückspiegel, da der Fahrer hinter mir ziemlich nah auffuhr.

»Ich hatte ja nicht mal damit gerechnet zu gewinnen«, sagte Phil. »Wäre da nicht dieses Horoskop gewesen.«

Ich hielt vor der nächsten Ampel. »Horoskope, Lotterie, was ist denn los mit dir? Muss ich mir Sorgen machen? Durchlebst du etwa so eine Art Midlife-Crisis?«

Phil schüttelte den Kopf. »Nein, ganz und gar nicht. Der Gewinn war für Waisenkinder bestimmt. Ein NYPD-Detective vom Bereich Jugendkriminalität hatte das organisiert. Die hätten es verdient. Und jetzt bekommt eine einzige Person den ganzen Jackpot. Das ist doch irgendwie ungerecht.«

»Das Leben ist wirklich nicht gerecht«, zitierte ich ihn.

»Wahrscheinlich hatte sie damit gerechnet, mehr Glück zu haben«, sagte Phil.

»Sie?«, fragte ich neugierig.

»Ja, Detective Sarah Strickland, die diese Lotterieidee ins Leben gerufen hat«, antwortete Phil.

Ich grinste. »Und sie hat nicht zufällig blonde Haare, ein verführerisches Lächeln und sieht gut aus?«

»Mittelblond«, erwiderte Phil nur.

»Offensichtlich blond genug«, sagte ich und trat auf die Bremse. Der Wagen vor mir war abrupt zum Stehen gekommen. »Wahrscheinlich hat der Typ seinen Führerschein bei der Lotterie gewonnen.«

Phil wollte gerade etwas sagen, als das Telefon klingelte. Ich stellte die Freisprechanlage ein.

Mr High war dran. »Jerry, Phil, ich habe einen Fall für Sie. Auf Staten Island ist ein Gordon Derevaux ermordet worden. Lowell Street Ecke Meissner Avenue. Da er eigentlich in Los Angeles wohnt, hat das NYPD uns den Fall übergeben. Die Crime Scene Unit ist bereits informiert und auf dem Weg. Sobald ich weitere Informationen habe, lasse ich es Sie wissen. Wo sind Sie gerade?«

»Manhattan, im Bankenviertel«, antwortete ich.

»Dann werden Sie wahrscheinlich rund eine Stunde brauchen, bis Sie vor Ort sind. Ich informiere die Kollegen vom NYPD«, sagte Mr High und beendete das Gespräch.

»Dann machen wir uns mal auf den Weg«, sagte ich und änderte die Fahrtrichtung.

»Ich will mal sehen, was ich über diesen Derevaux finde«, sagte Phil und tippte den Namen im Computer ein.

»Oh, ein Philanthrop«, sagte er nach ein paar Sekunden. »Hat eine Menge Geld in verschiedene soziale Projekte gesteckt. Scheint nicht arm zu sein.«

»Da hätten wir vielleicht schon das Motiv«, sagte ich. »Liegen beim FBI bereits irgendwelche detaillierten Informationen vor, wie der Mord geschehen ist und ob etwas gestohlen wurde?«

Phil schaute nach. »Nein, noch nicht. Das müssen wir wohl vor Ort klären.«

***

Wir fuhren über die Brooklyn Bridge nach Brooklyn, dann auf die Interstate 278 und schließlich über die Verrazano Narrows Bridge nach Staten Island. Bis zum Ziel waren es rund fünfzehn Meilen.

Als wir der Meissner Avenue fast bis zum Ende gefolgt waren, sagte Phil: »Da drüben!«

Er zeigte auf das große Haus mit weitläufigem Vorgarten, das sich an der Kreuzung zur Lowell Street befand und vor dem zwei Streifenwagen des NYPD parkten. Die Crime Scene Unit war offenbar auch schon vor Ort.

Ich parkte den Jaguar ein paar Meter weiter, dann stiegen wir aus und schauten uns kurz um. Eine schöne Wohngegend, in unmittelbarer Nähe zum Park. Unter den recht ansehnlichen Häusern tat sich das, in dem der Mord geschehen war, dadurch hervor, dass es besonders gepflegt aussah. Der Eigentümer hatte es wohl erst vor kurzem renovieren lassen. Auch fielen mir direkt zwei Kameras auf, die einen Teil des Geländes um das Haus erfassten.

»Mit etwas Glück haben wir den Täter auf Video«, sagte Phil, der meiner Blickrichtung gefolgt war.

»Je nachdem, ob es ein Profi war oder nicht«, erwiderte ich und ging zusammen mit Phil auf das Haus zu. Dann musterte ich die Kameras genauer. Sie schienen beschädigt zu sein. Irgendetwas steckte in den Objektiven.

»Siehst du das Gleiche wie ich?«, fragte ich Phil.

»Sieht aus wie ein Wurfstern«, antwortete Phil, der ebenfalls auf den Gegenstand schaute, der in der Kamera neben dem Eingang steckte.

»Außergewöhnliche Art, eine Kamera außer Gefecht zu setzen«, bemerkte ich.

»Offenbar war der Täter kein Elektronik-Spezialist«, sagte Phil.

Wir gingen auf den Hauseingang zu, vor dem ein Cop des NYPD stand. Nachdem wir unsere Dienstmarken gezeigt hatten, ließ er uns passieren und sagte: »Detective Stryker befindet sich im ersten Stock.«

Ich bedankte mich und trat in die Eingangshalle. Sie war größtenteils in dunklem Holz gehalten. Für meinen Geschmack etwas zu altmodisch, aber stilvoll. Ich sah ein paar Pokale, die der Hauseigentümer wohl vor langer Zeit erhalten hatte. Und zwei Familienfotos. Sonst befand sich hier nichts von Interesse.

Wir stiegen die Treppe hinauf, um zur ersten Etage zu gelangen. Dort trafen wir Detective Stryker, der sich mit einem in Weiß gekleideten Mitarbeiter der Crime Scene Unit unterhielt.

Als er uns sah, beendete er das Gespräch und wandte sich uns zu. »Agent Cotton, Agent Decker, guten Tag. Ist schon einige Zeit her, dass wir uns zuletzt gesehen haben.«

»In der Tat«, bestätigte Phil und schüttelte ihm zur Begrüßung die Hand. Ich tat es ihm gleich.

Wenige Meter von uns entfernt lag ein alter Mann auf dem Teppichboden, in einer großen Blutlache. Das Blut war schon geronnen und hatte sich braun verfärbt. Der Gesichtsausdruck des Mannes zeigte Entsetzen.

»Und das ist dann wohl Mister Derevaux?«, fragte Phil.

Der junge Detective nickte. »Ja, das ist er.«

Er holte einen Notizblock heraus. »Gordon Jefferson Derevaux, wohnhaft in den Hollywood Hills, Los Angeles. Hat früher in New York gelebt und sein Anwesen hier behalten, da er ab und zu für Geschäfte in der Stadt ist. War fünfundachtzig Jahre alt, aber immer noch ein aktiver Geschäftsmann. Die Putzfrau hat ihn vor etwa zwei Stunden gefunden und sofort die Polizei gerufen.«

Ich schaute auf den Leichnam. »Und wie ist er gestorben?«

»Das kann ich Ihnen mit Sicherheit sagen, wenn ich ihn im Labor untersucht habe«, sagte Dr. Gassettes, die aus einem Nebenraum auf uns zukam und uns begrüßte. »Im Moment sieht es so aus, als sei ihm mit einer scharfen Klinge der Hals durchgeschnitten worden.«

»Hallo, Emily«, begrüßte Phil die Forensikerin.

Ich nickte nur. »Gibt es sonst noch etwas, das für uns von Interesse sein könnte? Hinweise auf den Täter oder dergleichen?«

Sie schaute mich an. »Wir nehmen gerade Fingerabdrücke und verschiedene Fasern auf, wobei nicht sicher ist, ob sie vom Täter stammen. Diesbezüglich kann ich also nicht mit konkreten Hinweisen dienen. Was wir haben, sind zwei Dinge.«

Sie deutete auf ein kleines Schwarzweiß-Foto, das auf der Leiche von Gordon Derevaux lag. Es zeigte eine junge Frau asiatischer Herkunft. »Dieses Foto ist der erste Hinweis.«

Phil beugte sich zum Foto hinunter und nahm es genau unter die Lupe, ohne es allerdings zu berühren.

»Wir haben es schon fotografiert, wollen es gleich noch für die weitere Untersuchung mit ins Labor nehmen«, sagte Dr. Gassettes.

»Und was ist der zweite Hinweis?«, wollte ich wissen.

Sie ging in den Nebenraum und kam mit einer durchsichtigen Plastiktüte, in der ein schwarzer Wurfstern steckte, zurück. »Das Ding hier steckte in einer Kamera hinter dem Haus, hat die Optik völlig zertrümmert.«

»So einen haben wir vorne auch gesehen. Macht da etwa einer auf Ninja?«, überlegte Phil laut.

»Wäre möglich«, sagte ich und wandte mich Dr. Gassettes zu. »Die Art der Verletzung, könnte sie von einem Schwert stammen?«

Sie nickte. »Könnte sie. Wobei ich eine definitive Aussage erst machen kann, wenn ich die Laboruntersuchungen durchgeführt habe. Dann weiß ich auch die ungefähre Größe des Angreifers.«

»Das wäre hilfreich«, sagte ich. »Und sonst? Irgendwelche Fußabdrücke? Oder Spuren, die auf einen Einbruch hindeuten?«

Dr. Gassettes schüttelte den Kopf. »Bisher haben wir keine Fußspuren gefunden, aber wir suchen noch. Der Täter kam anscheinend durch die Tür zur Terrasse, sie war offen. Wahrscheinlich hatte Mister Derevaux vergessen, sie zu schließen. Das hat es dem Täter leicht gemacht.«

»Und der Todeszeitpunkt?«, fragte Phil.

»Das ist eine Frage, die ich relativ leicht beantworten kann: um Mitternacht herum, plus minus dreißig Minuten«, antwortete Dr. Gassettes.

Ich nickte. »Gut, dann werden wir uns hier ein wenig umschauen.«

Dr. Gassettes brachte das Beweisstück, das sie noch in ihrer Hand hielt, weg.

Detective Stryker deutete nach unten. »Die Putzfrau, Miss Dolores Gonzales, sitzt unten in der Küche, zusammen mit meinem Partner. Wollen Sie sie befragen?«

»Ja, wir kommen gleich runter«, antwortete Phil.

Der Detective verließ das Arbeitszimmer, ich war jetzt mit Phil allein.

***

Mit geschulten Blicken musterten wir den Raum. Die Wände waren holzgetäfelt. Auf einem Kaminsims standen zwei Familienfotos. Der Schreibtisch, vor dem das Opfer lag, war über zwei Meter lang und knapp einen Meter breit. Verschiedene Papiere und Dokumente lagen neben einer Schreibunterlage, auf sauber geordneten Stapeln.

»Die sollten wir uns vornehmen, nachdem die Crime Scene Unit eventuelle Spuren gesichert hat«, sagte Phil.

»Ja«, erwiderte ich und deutete auf das Handgelenk des Opfers, an dem sich eine goldene Schweizer Uhr befand. »Ein Raubmord war es wohl nicht. Die ist bestimmt zehntausend Dollar wert.«

Phil schaute sich im Raum um. »Es sei denn, der Täter hatte es auf etwas ganz Bestimmtes abgesehen. Wir sollten die Putzfrau befragen, vielleicht kann sie uns sagen, ob etwas fehlt.«

Ich schaute unter dem Schreibtisch nach und öffnete die Holztür des darunter befindlichen Containers. Dahinter kam eine kleine Tresortür zum Vorschein. Das Schloss schien nicht beschädigt zu sein.

»Entweder hat sich der Täter nicht die Mühe gemacht, den Tresor zu öffnen«, sagte ich, »oder er hatte einen Schlüssel. Auf jeden Fall hat er nicht versucht, Gewalt anzuwenden.«

»Vom Gefühl her würde ich sagen, dass der Täter nicht darauf aus war, etwas zu stehlen«, meinte Phil. »Er wollte Mister Derevaux tot sehen. Das war sein Ziel.«

»Was aber noch nichts über das Motiv aussagt«, sagte ich.

»Stimmt, aber das werden wir schon noch herausfinden«, meinte Phil. »Befragen wir doch zuerst Miss Gonzales. Vielleicht hat sie etwas von Interesse zu erzählen.«

Ich nickte zustimmend und folgte ihm in Richtung Treppe.

Unten trafen wir Detective Stryker und seinen Partner, die neben der am Küchentisch sitzenden Miss Dolores Gonzales standen. Die Frau war schätzungsweise fünfzig Jahre alt und hispanischer Herkunft. Und sie hatte Tränen in den Augen.

»Guten Morgen, Miss Gonzales, wir sind die Agents Decker und Cotton vom FBI«, stellte ich uns vor. »Ich verstehe, dass es für Sie nicht leicht ist, aber wir würden Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.«

Sie nickte, sagte aber nichts.

»Wie lange haben Sie für Mister Derevaux gearbeitet?«, stellte ich die erste Frage.

Sie überlegte kurz und zählte mit ihren Fingern. »Letzten Monat waren es fünf Jahre. Ich weiß das, weil er mir einen Präsentkorb hat zukommen lassen. Mister Derevaux war immer sehr aufmerksam.«

»Dann kannten Sie ihn wohl recht gut?«, fragte ich weiter.

Wieder nickte sie. »Ja, Señor. Er war ein netter, höflicher Mann. Verbrachte nur zwei oder drei Monate im Jahr hier in New York. Meist nur im Sommer. Er mochte es nicht, wenn es kalt war. Wenn er mal in einer anderen Jahreszeit nach New York kam, rief er mich immer an, damit ich das Haus vorheizen konnte. Ein wirklich netter Mann, und jetzt … Wer tut denn so etwas?«

Sie verzog das Gesicht noch mehr als zuvor und ein Schwall von Tränen lief ihre Wangen herunter.

»Genau das wollen wir herausfinden«, beantwortete ich ihre Frage. »Und dazu benötigen wir Ihre Unterstützung. Könnten Sie uns bitte schildern, wie Sie Mister Derevaux heute gefunden haben?«

Sie fuhr sich mit der Hand durch das tiefschwarze Haar. »Ich hatte heute Morgen wie üblich auf dem Weg von meiner Wohnung zur Arbeit eingekauft und war dann um zehn Uhr hier. Die Haustür war verschlossen – was nicht ungewöhnlich ist. Ich habe einen Schlüssel, weil ich mich auch um das Haus kümmere, wenn Mister Derevaux nicht da ist. Also bin ich reingegangen und habe gerufen, dass ich da bin. Normalerweise halte ich mich – wenn Mister Derevaux anwesend ist – immer im Erdgeschoss auf, die obere Etage betrete ich nur, wenn ich von ihm gerufen werde. Oder um sauber zu machen. Da ich wusste, dass er da war, und er sich nicht meldete, entschied ich mich nach einer Weile, nach ihm zu sehen. Hätte ja etwas passiert sein können – er war ein alter Mann, wenn auch noch ziemlich rüstig. Und da habe ich ihn dann in seinem Büro gefunden, wo er am Boden lag und sich nicht rührte. Und all das Blut!«

Sie hielt inne und versuchte, einigermaßen gefasst zu bleiben.

»Und Sie haben sonst niemanden im Haus gesehen?«, wollte ich wissen.

»Nein, es war sonst niemand da«, antwortete sie. »Manchmal hat Mister Derevaux Gäste, die hier übernachten, aber das war in den letzten Tagen nicht der Fall.«

»Ist Ihnen sonst etwas Ungewöhnliches aufgefallen?«, fragte ich weiter.

»Die Tür zur Terrasse war offen, aber das hatte ich Ihren Kollegen schon gesagt«, antwortete sie. »Sonst war im Haus alles ganz normal.«

»Sie sagten, dass sich Mister Derevaux nur wenige Monate im Jahr in New York aufhält«, sagte ich. »Seit wann war er diesmal da?«

Miss Gonzales überlegte kurz und zählte wieder mit ihren Fingern. »Er ist vor acht Tagen angekommen, am Montagabend. Das weiß ich noch, weil ich für den Dienstag etwas zu essen für ihn und seine alten Freunde vorbereiten sollte.«

»Wissen Sie die Namen dieser Freunde?«, fragte Phil.

Sie schaute zu Phil hinüber. »Die drei haben sich fast immer getroffen, wenn Mister Derevaux in New York war, kannten sich wohl schon eine Ewigkeit. Der eine heißt Harvey Nilles und der andere Theodore Humbleton. Aber diesmal habe ich sie nur am letzten Dienstag gesehen.«

»Und wer war sonst noch im Haus?«, fragte Phil weiter.

»Natürlich der Neffe von Mister Derevaux, Alexander Derevaux. Ein goldiger Junge, charmant und vornehm. Und ja, am letzten Dienstag, bevor sich die drei Freunde getroffen haben, war ein Mann hier, den ich nicht kannte. Er hat sich auch nicht vorgestellt. Er war etwa eine halbe Stunde bei Mister Derevaux, dann ist er wieder gegangen. Mister Derevaux kam mir anschließend etwas aufgeregt vor, aber er hat die meiste Zeit in der ersten Etage verbracht, ich habe ihm nur ab und zu Essen serviert. Er war ziemlich verschlossen, nicht so offen wie sonst.«

Ich schaute zu Phil und dann wieder zu Miss Gonzales hinüber. »Haben Sie eine Idee, was geschehen sein könnte? Was ihn aufgeregt hat?«

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, keine Idee. Er hat auch nichts gesagt. Ich glaube nicht, dass es um Geld ging, denn davon hatte Mister Derevaux ja genug. Es schien eher etwas Persönliches gewesen zu sein.«

»Das hilft uns weiter«, sagte ich und überlegte kurz. »Hatte Mister Derevaux in der letzten Zeit irgendetwas mit Japanern oder Asiaten zu tun?«

Sie schaute mich überrascht an. »Nein, nicht dass ich wüsste. Wieso fragen Sie?«

»Nur ein Hinweis, dem wir nachgehen«, antwortete ich.

»Hat Mister Derevaux neben seinem Neffen noch andere Verwandte oder Leute, die ihm nahestehen? Eine Lebensgefährtin vielleicht?«

»Nicht dass ich wüsste«, antwortete sie. »Ich weiß, dass seine Frau vor ein paar Jahren gestorben ist. Er hatte seither, soviel ich weiß, keine neue Partnerin. Auf jeden Fall hat er das nie erwähnt. Sein Neffe ist sein nächster Verwandter, glaube ich.«

Wir ließen uns von ihr die Adressen und Kontaktdaten der Freunde und des Neffen von Mister Derevaux heraussuchen und bedankten uns für ihre Mitarbeit. Dann ließen wir sie gehen.

»Was hältst du davon?«, fragte ich Phil.

»Bisher passt das noch nicht so ...

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