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Jerry Cotton - Folge 2818

Kap ohne Hoffnung

Bhaskar lebte erst kurze Zeit in Durban und doch wusste er, wie gefährlich die Slums nach Einbruch der Dunkelheit waren.

»Es muss einen Grund für diesen Treffpunkt geben«, ging es ihm durch den Kopf.

Das Geräusch zu seiner Rechten ließ Bhaskar zusammenzucken und in die Richtung der Müllberge spähen. Dadurch entgingen ihm die drei Männer, die über die Straße huschten. Urplötzlich war Bhaskar umzingelt, und bevor er noch reagieren konnte, traf ihn der Hieb mit der Eisenstange am Kopf. Sein gellender Schrei verlor sich zwischen den Hütten, wo niemand davon Kenntnis nahm.

Die Sonne stach heiß vom Himmel, weshalb sich Inspector Chandresh Advani immer wieder mit dem Taschentuch den Schweiß aus Nacken und Gesicht wischte. Zu der Hitze kamen die schier unerträglichen Ausdünstungen der Müllberge, die dem Inspector der Kriminalpolizei nahezu den Atem raubten. Ein flüchtiger Blick auf das Opfer, dessen Verletzungen durch massive Gewalteinwirkungen hervorgerufen worden waren, brachte Advani die Gewissheit.

»Warum holt ihr mich eigentlich immer, wenn es einen Einwanderer aus Indien erwischt?«, fragte er den uniformierten Kollegen.

Die Frage war überflüssig, aber sie gehörte mittlerweile zum Ritual.

»Du stammst aus Indien und verstehst deine Landsleute besser, und außerdem reden sie wenigstens mit dir«, kam die übliche Antwort.

Advanis Vorgesetzter würde die gleiche Begründung liefern, wenn er dem Inspector diesen Mordfall auch noch übertrug.

»Ich brauche bald ein zweites Büro, wo ich die vielen Akten stapeln kann«, murrte Chandresh, den seine Kollegen nur Chan nannten.

Genau wie seine Eltern war er in Durban geboren und bisher nur einmal in Indien gewesen. Das hinderte aber seine Kollegen nicht daran, alle Mordfälle mit einem Opfer aus diesem Kulturkreis an Chan abzutreten.

»Gibt es irgendwelche Hinweise auf die Identität des Toten?«

Inspector Advani ging neben dem einzigen Kriminaltechniker in die Hocke und schaute den wortkargen Farbigen an.

»Die Mörder hätten in seinen Schuhen nachsehen sollen, falls sie seine Identität geheim halten wollten«, lautete die Antwort.

Advani schmunzelte, denn die Mörder waren entweder dumm oder sehr faul gewesen. Die meisten Menschen in den Slums bewahrten ihre Papiere und das wenige Geld in den Schuhen auf. Einen sichereren Ort gab es für diese armen Menschen nun einmal nicht.

»Demnach war es kein Raubüberfall«, schloss Advani.

»Nein, und die Mörder stammen vermutlich nicht aus den Slums«, ergänzte der Techniker.

Einen missglückten Raubüberfall hätte sich der Inspector noch erklären können, da viele der Menschen vom Klebstoffschnüffeln immer mehr verdummten. Dass sie es aber mit Mördern von außerhalb zu tun hatten, war interessant für den Inspector.

»Was war an dir so wichtig, dass jemand dir mehrere Profis auf den Hals schickt?«, murmelte Advani.

Er hatte sich wieder erhoben, fuhr zum hundertsten Male mit dem bereits feuchten Taschentuch über Nacken und Gesicht, während er nachdenklich auf den brutal erschlagenen Bhaskar Singh schaute. Diesen Namen hatte er auf dem Reisepass gelesen, der wie erwartet keine Einreisestempel enthielt. Singh war einer der häufigsten Namen in Indien und würde die Kollegen in Neu-Delhi kaum zu Höchstleistungen anspornen.

»Inspector?«

Der Techniker hatte anscheinend etwas entdeckt. Advani kehrte zurück zum Tatort und ging nochmals in die Hocke.

»Er hatte sich das hier auf der Innenfläche seiner Hand notiert. Könnte vielleicht wichtig sein«, erklärte der Techniker.

Chandresh schrieb die lange Nummernreihe in sein Notizbuch und schloss sofort eine Telefonnummer in Durban aus. Ein Gedanke schoss durch seinen Kopf, als er sich die ersten Ziffern genauer anschaute.

»Sieht das nicht wie die internationale Vorwahl für die USA aus?«

Der Techniker hob verwundert die Augenbrauen.

»Keine Ahnung, Inspector. Ich musste noch nie nach Amerika telefonieren. Was soll so ein armer Teufel wie er mit einer Telefonnummer in Amerika zu tun haben?«

Chan schlug dem hageren Farbigen freundschaftlich auf die Schulter.

»Genau das werde ich herausfinden und komme so möglicherweise auch seinen Mördern auf die Spur«, antwortete ein nunmehr fröhlicher Chan Advani.

Irgendwie fiel dieser Mord aus dem Rahmen, und das regte seine Neugier mächtig an, weshalb der Inspector sich mit großem Elan in die Arbeit stürzte.

***

Phil und ich saßen in unserem Büro vor den Computern und waren damit beschäftigt, Berichte zu schreiben. Ein Blick aus dem Fenster hob unsere Stimmung auch nicht gerade. Das trübe nasskalte Novemberwetter hatte New York fest im Griff.

Ich starrte auf den Satz, den ich gerade in den Computer getippt hatte, und dachte über den nächsten nach, als mein Telefon klingelte.

»Kommen Sie bitte sofort zu mir«, bat Mr High.

Ich war heilfroh über diese Ablenkung und machte mich zusammen mit Phil auf den Weg. Helen saß hinter ihrem Schreibtisch und telefonierte.

»Setzen Sie sich bitte.«

Mr High deutete auf die beiden Besucherstühle vor seinem Schreibtisch.

»Uns liegt eine Anfrage aus Durban in Südafrika vor. Die Kollegen untersuchen einen brutalen Mord an einem Einwanderer aus Indien«, führte er aus.

Gespannt lauschten wir und erfuhren so vom Mord an Bhaskar Singh.

»Die Kriminaltechniker haben eine Telefonnummer gefunden, die Mister Singh sich auf der Handinnenfläche notiert hatte. Es handelte sich um diese Nummer«, schloss unser Chef seinen Vortrag.

Phil und ich betrachteten die Telefonnummer auf dem Fax aus Südafrika.

»Eine amerikanische Vorwahl. Eine New Yorker Nummer?«, spekulierte ich.

»Richtig geraten, Jerry. Der Anschluss ist auf Abhay Khanna in Queens registriert«, antwortete Mr High.

Phil stieß einen leisen Pfiff aus, als unser Chef den Namen eines der größten Drogenschmuggler der USA oder sogar weltweit nannte. Seit Jahren versuchten wir Khannas kriminelle Geschäfte zu zerschlagen, doch der clevere Sohn indischer Einwanderer hatte uns bislang immer ein Schnippchen geschlagen.

»Kann es ein Drogenkurier von Khanna gewesen sein?«, fragte Phil.

»Das wäre denkbar. Um dieser Möglichkeit auf den Grund zu gehen, fliegen Sie nach Durban und unterstützen die Kollegen vor Ort«, erwiderte Mr High.

Phil sah mich mit einem Leuchten in den Augen an. Seit vierzehn Tagen lag New York unter einem grauen Wolkenhimmel und es regnete täglich. Diesem Novemberwetter zu entkommen und ins warme Südafrika zu fliegen, war auch für mich reizvoll.

»Kümmert Helen sich um die Flüge?«, fragte ich.

Mr High bestätigte diese Annahme und nannte uns den Namen des Inspectors, der uns am Flughafen von Durban abholen würde.

»Inspector Advani scheint ein Spezialist für solche Morde zu sein, so wie sich sein Vorgesetzter am Telefon ausdrückte.«

Mit diesem Hinweis entließ Mr High uns, sodass Phil und ich ins Vorzimmer gingen. Helen sah auf und lächelte wehmütig.

»Ihr Glücklichen! Ab in die Sonne Südafrikas, während der Rest von uns dieses Schmuddelwetter ertragen muss«, seufzte die Sekretärin unseres Chefs.

»Wir bringen dir ein schönes Souvenir mit, Helen«, versprach ich.

Dafür erntete ich ein dankbares Lächeln und dann händigte Helen uns die Reiseunterlagen aus. Unser Flug würde um acht Uhr dreißig am Abend vom John F. Kennedy Airport abgehen.

»Dann sind wir pünktlich zum Frühstück in Durban«, spottete Phil.

***

Nach einem angenehmen Flug erreichten wir den einige Meilen außerhalb von Durban liegenden internationalen Flughafen. Man konnte ihm ansehen, dass er kaum mehr als ein Jahr in Betrieb war, wie ich einem Prospekt entnommen hatte. Auf dem langen Flug hatten Phil und ich uns mit Südafrika sowie der dortigen Polizei im Besonderen auseinandergesetzt. Das Ergebnis fiel reichlich ernüchternd aus, da wir überwiegend über Korruption und Inkompetenz lesen mussten.

»Jetzt bin ich aber gespannt, was für ein Typ Ermittler Inspector Advani ist«, sagte ich zu Phil.

Wir hatten uns an einem vorher abgesprochenen Meeting-Point eingefunden. Mein Blick erfasste die sommerlich gekleideten Menschen im Flughafen und ich war froh, dass wir unsere dunklen Anzüge gegen leichte Sommerkleidung getauscht hatten.

»Agent Cotton und Agent Decker?«

Ein mittelgroßer Mann mit der dunklen Hauttönung eines Inders und erkennbarem Bauchansatz unter dem weißen Hemd tauchte vor uns auf und sprach uns an.

»Ja. Ich bin Special Agent Cotton und das ist mein Partner, Special Agent Decker«, stellte ich uns vor.

Wir hielten unsere Dienstausweise hoch, woraufhin auch der Kollege aus Durban seinen Ausweis präsentierte.

»Ich bin Inspector Chandresh Advani von der Kriminalpolizei Durban. Willkommen in Südafrika, Agents«, begrüßte er uns offiziell. »Kommen Sie. Mein Wagen steht vor der Tür. Oder wollten Sie sich einen Mietwagen nehmen?«

Advanis Englisch war lupenrein und erinnerte nicht an den Singsang seiner Landsleute in New York.

»In Südafrika herrscht Linksverkehr, richtig?«, fragte Phil.

»Das ist korrekt, Agent Decker. Eines der Überbleibsel der ehemaligen Kolonialherren«, lachte Advani.

Phil und ich hatten uns entschlossen, vorerst keine Fahrversuche auf der falschen Straßenseite zu unternehmen.

»Vermutlich ist es besser, wenn wir uns fahren lassen«, lehnte ich daher das Angebot mit einem Leihwagen ab.

Inspector Advani quittierte es mit einem verstehenden Lächeln, während er uns hinaus auf den Parkplatz führte. Die feuchte Hitze traf mich wie ein Hammerschlag und ließ mich unwillkürlich aufstöhnen.

»Sie haben sich einen besonders heißen Sommer für Ihren Besuch ausgesucht, Agents«, griff Advani meine Reaktion auf.

Wir mussten unsere Reisetaschen zirka eine halbe Meile schleppen, bis wir den grünen Wagen des Inspectors erreichten. Als ich meine Tasche in den Kofferraum wuchtete, war mein Hemd bereits durchgeschwitzt. Phil erging es nicht anders, denn er zog eilig sein Sakko aus.

»Geben Sie Ihrem Körper einen Tag, Agents. Bis dahin sollte sich der Kreislauf an die anderen klimatischen Bedingungen gewöhnt haben«, sprach Advani uns Mut zu.

»Was ist das eigentlich für eine Marke?«

Nachdem ich den Hitzeschock des von Sonnenstrahlen aufgeheizten Innenraums samt dem heißen Kunstleder unter meinem Hintern verdaut hatte, erkundigte ich mich nach der Automarke.

»Oh, das ist ein Jetta, ein Volkswagen«, erklärte Advani.

Der Inspector fädelte den Jetta dermaßen rücksichtslos in den nur träge dahinfließenden Verkehr ein, dass ich einen Moment erstarrte. Ein Blick in den Rückspiegel bewies mir, dass auch Phil sich irgendwo festklammerte.

»Gibt es weitere Neuigkeiten zu dem Toten?«, fragte ich.

Inspector Advani weihte uns in die Strukturen des organisierten Verbrechens seines Landes ein. Advani wirkte sehr fähig und seine Zusammenfassung schilderte uns die schwierigen Umstände seiner Arbeit in Durban.

»Als ich die Antwort Ihrer Behörde erhielt, habe ich meine Informanten auf Bhaskar Singh angesetzt. In den Slums spricht man ungern mit uns Cops, was nicht nur mit der Tatsache vieler illegaler Einwanderer zu tun hat«, zeigte Advani sich erfreulich offen.

»Haben Sie Hinweise erhalten, die Singh hier in Verbindung mit dem organisierten Verbrechen bringen?«

Der Inspector konnte nicht sofort antworten, da er sich in einem Wortduell mit mehreren anderen Autofahrern befand. Er beschimpfte wüst einige Fahrer von Kleintransportern, die sich offenbar nicht einmal an die für mich sowieso schon chaotischen Verkehrsregeln in Durban hielten.

»Die Fahrer dieser Sammeltaxis glauben doch wahrlich, die Straßen würden ihnen gehören«, kommentierte Advani den Disput.

***

Ganz langsam gewöhnten sich meine Ohren an das Dauerhupen, an dem sich auch der Inspector völlig selbstverständlich beteiligte. Es hinderte Advani nicht daran, das Gespräch mit uns fortzusetzen.

»Singh soll in Begleitung von Darpak Raichand gesehen worden sein. Raichand gehört zur weit verzweigten Organisation von Dinkar Prakash«, gab Advani bereitwillig Auskunft.

Mir schwirrte der Kopf von diesen vielen seltsamen Namen.

»Prakash ist demnach eine größere Nummer in der Unterwelt von Durban?«, fragte Phil.

Advani schüttelte den Kopf, beschimpfte einen Fahrer eines dieser Sammeltaxis und hämmerte permanent mit der Faust auf die Hupe.

»Nicht nur von Durban, Agent Decker. Prakash zählt zu den gefährlichsten Männern in ganz Südafrika und hat hervorragende Beziehungen nach Indien. Vermutlich verkehrt er sogar regelmäßig mit Anführern des organisierten Verbrechens in der gesamten Welt«, korrigierte der Inspector.

Ich warf Phil einen verwunderten Blick zu. In was für einen Fall hatte uns der kleine Inspector aus Durban nur hineingezogen?

»So, da wären wir.«

Zu meiner grenzenlosen Verblüffung stellte Advani den Jetta ungerührt in zweiter Reihe vor dem Hotel ab. Anschließend führte er uns ins Foyer, wo sich gerade eine Touristengruppe versammelte. Da wir offenbar einige Minuten warten mussten, bevor wir unsere Zimmer beziehen konnten, wanderte ich am Tresen vorbei einen Gang entlang. Er führte mich hinaus auf eine Terrasse, von der aus ich einen unfassbar schönen Blick auf die Strandpromenade und das Meer hatte. Für einen Moment vergaß ich die Hitze und genoss nur stumm den Anblick.

»Wenn Sie das Hotel verlassen, brauchen Sie Schutz. Amerikaner?«

Überrascht wandte ich mich um und schaute den uniformierten Polizeibeamten fragend an. Ein verschwörerisches Grinsen erschien im dunklen Gesicht des Officers.

»Ich kann Ihnen helfen, Sir. Solange ich mich um Ihre Sicherheit kümmere, kann Ihnen nichts passieren«, versicherte der Cop mir eilfertig.

Gehörte er zu den Leuten des Inspectors? Nein, denn dann hätte er meinen Namen gewusst.

»He, was treibst du da?«

Die wütende Stimme von Inspector Advani ließ den Officer herumfahren und ihn böse anfunkeln.

»Das geht dich überhaupt nichts an. Verschwinde oder ich sperr dich ein!«

Der Cop legte drohend seine Rechte auf den Knauf der Waffe am Gürtel, und mir kam die gesamte Situation völlig absurd vor. Inspector Advani zeigte dem überrumpelten Cop seinen Dienstausweis und verscheuchte ihn mit harschen Worten.

»Sorry, aber solche Dinge passieren leider auch«, entschuldigte Advani sich bei mir.

Ich zuckte mit den Achseln.

»Es ist ja nichts passiert. Was wollte er eigentlich von mir?«

Der Inspector rang sichtlich mit sich, doch dann schenkte er uns reinen Wein ein.

»Das Gehalt der Streifenpolizisten reicht nicht aus, um davon vernünftig in Durban oder Kapstadt leben zu können. Daher versuchen viele Kollegen, sich mit kleinen Nebeneinkünften das Leben angenehmer zu gestalten«, erklärte Advani.

Einige Sekunden schwiegen wir.

»Können Sie sich denn auf Ihre Kollegen verlassen? Gibt es nicht eine Menge Korruption wegen der schlechten Einkommensverhältnisse?«, wollte ich wissen.

Seitdem ich über die Probleme innerhalb der südafrikanischen Polizei gelesen hatte, beschäftigten mich diese Fragen. Wir mussten einfach wissen, ob wir uns bei den Ermittlungen auf die Kollegen vor Ort verlassen konnten. Inspector Advani machte ein finsteres Gesicht.

»Es gibt einige Kollegen, denen ich traue. Sie dürfen nicht voreilig die Polizei verdammen. Die Verhältnisse hier in Durban sind sicherlich nicht mit denen in New York vergleichbar, Agent Cotton.«

Ich hatte nicht vor, den sympathischen Advani zu verärgern.

»Nein, obwohl viele Cops in New York auch einen zweiten Job benötigen, um über die Runden zu kommen. Solange sie deswegen bei Gangstern nicht die Hand aufhalten, habe ich damit kein Problem.«

Inspector Advani seufzte schwer.

»Bei unseren gemeinsamen Ermittlungen sorge ich dafür, dass nur vollkommen vertrauenswürdige Kollegen mitwirken. Beruhigt Sie das ein wenig, Agent Cotton?«, ging Advani auf meine Bedenken ein.

Phil warf mir einen mahnenden Seitenblick zu.

»Ja, natürlich. Wir vertrauen Ihnen, Inspector. Führen Sie meine Ungeschicklichkeit bitte auf den langen Flug sowie die damit verbundene Erschöpfung zurück«, entschuldigte ich mich.

Advani lachte breit und deutete dann auf den leeren Empfangstresen.

»Die Engländer sind aufgebrochen, Agent Cotton. Sie und Agent Decker können jetzt einchecken.«

***

Darpak sah seinen Boss aus unruhigen Augen an. Der Gangster hatte seinen Auftrag nur bedingt ausgeführt, und das war keineswegs ausreichend. Dinkar Prakash stand nicht in dem Ruf, ein besonders nachsichtiger Boss zu sein – eher im Gegenteil.

»Dann haben deine Handlanger also nicht seine Papiere an sich genommen?«, hakte der schwer gebaute Prakash mit trügerisch leiser Stimme nach.

Darpak musste einräumen, dass seine Leute in dieser Hinsicht leider schlecht gearbeitet hatten.

»Nein. Vermutlich wird die Polizei es aber sowieso als eines der vielen täglichen Verbrechen einstufen und schon morgen wieder vergessen haben«, suchte Darpak einen Ausweg aus seinem Dilemma.

»Nein, tut sie nicht. Inspector Advani hat die Ermittlungen übernommen. Bete zu Gott, dass er keine Verbindung zu uns oder unseren Geschäftspartnern findet«, widersprach Prakash.

Darpak Raichand fluchte innerlich. Ausgerechnet dieser Advani stellte sich wieder einmal in seinen Weg. Darpak fuhr sich unwillkürlich mit der Fingerspitze über die bleiche Narbe an seinem Hals. Er hatte dem Inspector einmal eine Falle gestellt und wollte den hartnäckigen Ermittler höchstpersönlich aus dem Weg räumen. Um ein Haar wäre es dessen letzter Tag geworden, wenn die Kugel aus Advanis Waffe nur wenig Millimeter weiter rechts getroffen hätte.

»D

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