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Jerry Cotton - Folge 2816

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Freund meines Feindes
  4. Vorschau

Der Freund meines Feindes

Die lebhafte Gruppe trat hinaus auf die Plattform, die sich ans eigentliche Restaurant anschloss und einen tollen Blick über Downtown Manhattan ermöglichte.

»Ich will unbedingt ein Foto mit uns allen haben«, rief einer der dunkelhäutigen Männer.

Bis auf zwei der männlichen Gruppenmitglieder waren alle Menschen von extrem dunkler Hautfarbe. Mit einer gelangweilten Geste nahm einer der Weißen den Fotoapparat und richtete das Objektiv auf die Gruppe aus.

»Hillary«, rief einer der Farbigen, bevor sich sein Kopf in einer blutigen Wolke auflöste.

Mein Kopf rumorte von dem gestrigen Ausflug in den neuen Nachtclub, zu dem mich Amy überredet hatte. Wir kannten uns seit dem Fest der Staatsanwaltschaft, zu dem mich Steve mitgeschleift hatte. Die blonde Amy war die gute Laune in Person gewesen und hatte mir den Abend versüßt, woraus sich ein lockeres Verhältnis entwickelt hatte.

»Du hast wieder das Amy-Gesicht«, zog Phil mich auf.

Wir saßen an unseren Schreibtischen und tranken Kaffee, um nebenbei die aktuellen Meldungen am Monitor zu studieren. Ich ignorierte seine Anspielung.

»Im River Café hat es gestern einen Anschlag gegeben«, sagte Phil.

Vage erinnerte ich mich an eine Radiomeldung, als ich mit Amy auf dem Nachhauseweg im Taxi gesessen hatte.

»Ja, das kam in den Nachrichten. Wer wurde eigentlich erschossen?«

Phil las die wenigen Zeilen vor, die es zu dem Vorfall bislang im System gab.

»Es hat einen Touristen aus Ruanda erwischt. Er soll zu irgendeiner Wirtschaftsdelegation gehören«, antwortete mein Partner.

Ich stellte den Kaffeebecher ab und sah zu Phil, der mich fragend anschaute.

»Entweder war der Mann ein Tourist oder ein Angehöriger einer Wirtschaftsdelegation. Beides geht kaum. Welcher Detective hat den Fall bekommen?«

Vermutlich wollte ich mich nur von den langweiligen Protokollen fernhalten, die noch auf meine Nachbearbeitung warteten. Phil nannte mir den Namen und die Telefonnummer des Detective, den ich gleich darauf anrief.

»FBI. Special Agent Cotton. Es geht um den Anschlag im River Café. Soweit ich es erkennen kann, handelt es sich um einen ruandischen Staatsbürger.«

Der Detective wirkte übermüdet und umriss in wenigen Sätzen, was er bislang hatte ermitteln können.

»Übernehmen Sie den Fall, Agent Cotton?«, fragte er voller erkennbarer Hoffnung.

Ich wollte mich gerade auf meine Neugier berufen und dieses Ansinnen ablehnen, als Phil mir mit wilden Gesten unverständliche Signale sendete.

»Einen Moment bitte, Detective.«

Ich schaltete die Leitung stumm und sah Phil verwundert an. »Was soll das werden, wenn es fertig ist?«, fragte ich verdutzt.

»Mr High hat sich gemeldet und uns die Ermittlungen im Mordfall Arnaud Rozier übertragen«, weihte er mich ein.

Da war mein Instinkt also schneller als unser Chef gewesen. Mit einem Nicken signalisierte ich mein Verstehen und meldete mich dann wieder bei dem Detective.

»Sorry, aber ich musste kurz mit meinem Partner sprechen. Ja, wir übernehmen die Ermittlungen. Wir treffen uns in einer Stunde im River Café

Phil und ich verließen das Field Office, um durch den windigen Junitag in die Water Street zu fahren. Dort trafen wir auf einen übermüdeten Detective. Der dunkelgraue Anzug war zerknittert und auf der bunten Krawatte leuchtete ein Senffleck. Neben dem Ermittler stand eine junge Frau, die sich als Geschäftsführerin des River Café vorstellte.

»Special Agent Cotton vom FBI. Das ist mein Partner, Special Agent Decker. Was können Sie uns über die Gruppe erzählen, zu der Mister Rozier gehörte?«

Ich übersah geflissentlich die verärgerte Miene des Detective, der mir die Aussage der Frau sicherlich gerne selbst präsentiert hätte. Mir lag jedoch daran, es aus ihrem Mund zu hören.

»Es waren elf Gäste, Agent Cotton. Neun dunkelhäutige Männer und zwei Weiße, die vermutlich aus der Stadt stammten«, begann sie zu erzählen.

Die Reservierung war von einem Mann mit dem Namen Simon Boscoe vorgenommen worden. Während ich mit gelegentlichen Zwischenfragen die Aussage um Details anreichern ließ, notierte Phil sich die Angaben. Der Detective stutzte an zwei Stellen, was mein Vorgehen im Nachhinein bestätigte. Er hatte scheinbar nicht alle Fragen gestellt und daher nur eine unvollständige Aussage aufgenommen. Die Geschäftsführerin konnte mir sogar eine Visitenkarte von Boscoe aushändigen, die ihn als Repräsentant einer bekannten Telekommunikationsfirma auswies. Das war eine sehr unbestimmte Beschreibung seiner Tätigkeit, was mir sofort auffiel. Das Gespräch mit Simon Boscoe versprach interessant zu werden.

»Mister Boscoe war auch derjenige, der ein Gruppenfoto machen wollte?«, fragte ich nach.

Die Geschäftsführerin nickte bestätigend, während ihr Blick automatisch zu dem immer noch abgesperrten Bereich auf der Plattform ging.

»Sie sagten, die farbigen Männer sprachen untereinander Französisch, Ma’am. Beherrschen Sie die Sprache?«

Ein flüchtiges Lächeln huschte über das schmale Gesicht der Geschäftsführerin.

»Ein wenig, Agent Cotton. Ich habe einen Grundkurs an der Abendschule belegt, um im Geschäft wenigstens die einfachen Sachen in dieser Sprache fragen zu können«, erklärte sie bescheiden.

»Konnten Sie verstehen, worüber die Männer untereinander gesprochen haben?«

An dieser Stelle verfinsterte sich das Gesicht des Detective, der offenbar keine Fragen zur Sprache der ruandischen Gäste gestellt hatte. Mir wurde klar, dass er uns kaum weiterhelfen konnte und dringend in sein Bett musste. Phil reagierte prompt auf mein Zeichen und führte den müden Detective hinaus auf die Plattform, wo er sich die Details des Anschlags sowie die ersten Erkenntnisse der Kriminaltechniker berichten ließ. Die Geschäftsführerin wartete ab, bis die beiden Kollegen gegangen waren, bevor sie meine Frage beantwortete.

»Es ging teilweise um weitere Ausflüge in die Stadt, aber einmal habe ich das Wort Tantalit aufgeschnappt. Vielleicht sagt es Ihnen ja etwas, Agent Cotton.«

Ich kramte in meinen Erinnerungen, doch es wollte sich keine Verbindung zu dem Wort ergeben. Mehr konnte die aufmerksame Geschäftsführerin mir nicht sagen, daher dankte ich ihr und ging hinaus zu Phil. Der Detective hatte sich bereits verabschiedet, sodass mein Partner mir dessen Wissen über den Tathergang weitergeben konnte.

»Sagt dir das Wort Tantalit etwas?«, fragte ich anschließend.

Phil grübelte einige Sekunden lang nach, bevor er den Kopf schüttelte.

»Nein. Wo hast du das Wort gehört?«

Ich erklärte es ihm und gemeinsam beschlossen wir, mit Simon Boscoe darüber zu sprechen. Der Repräsentant stand als Nächster auf unserer Liste der Personen, die wir zu dem Anschlag befragen wollten.

***

Ein kühler Luftzug blähte die Rockschöße meines Sakkos auf, als wir zu Simon Boscoe auf den Balkon geführt wurden. Der mittelgroße Mann mit den dunkelblonden Haaren und der randlosen Brille, hinter der uns zwei braune Augen neugierig musterten, saß an einem Tisch.

»Special Agent Cotton und Special Agent Decker vom FBI, Mister Boscoe. Wir ermitteln im Mordfall Arnaud Rozier, Sir.«

Boscoe warf einen flüchtigen Blick auf unsere Ausweise und deutete dann auf zwei freie Stühle an seinem Tisch. Der Juniwind war auf Straßenniveau durchaus erträglich und daher hatten wir nur unsere Sakkos an. Doch der Firmenrepräsentant trug nicht umsonst einen marineblauen Pullover zu seinem hellblauen Hemd mit Buttondown-Kragen.

»Ja, eine schreckliche Tat. Arnaud gehört zum Stab des Wirtschaftsministers in Kigali, Agent Cotton. Die ruandische Regierung hat sicherlich bereits eine Protestnote an unsere Regierung gesendet«, sagte Boscoe.

Auf der Fahrt hierher hatte Phil uns die wesentlichen Personendaten von Simon Boscoe besorgt. Er war ein Absolvent der juristischen Fakultät von Yale und hatte ein Diplom in internationalem Wirtschaftsrecht. Zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern im Teenageralter lebte er im Battery Park. Sein Büro grenzte unmittelbar an seine Wohnung und dort empfing uns der Jurist auf dem Balkon.

»Wie kam es, dass Sie mit der Delegation unterwegs waren, Mister Boscoe? Waren die Vertreter aus Kigali auf Einladung Ihrer Firma in New York?«

Simon nickte mehrfach und hob fragend eine Thermoskanne in die Höhe. Da ich im kühlen Windzug leicht fröstelte, nahm ich den heißen Kaffee zum Aufwärmen nur zu gerne an.

»Ja, zirka alle sechs Monate reist die Delegation in die USA. Es geht um die Verhandlungen, die einen neuen Jahresvertrag für meine Firma ermöglichen sollen«, erklärte Boscoe.

»Welcher Art Geschäfte sind das? Geht es dabei auch um Tantalit?«

Bei meiner Frage hob der Wirtschaftsrechtler anerkennend die Augenbrauen in die Höhe.

»Respekt, Agent Cotton. Sie haben sich bereits gut informiert. Es geht in der Tat ausschließlich um das Erz Columbit-Tantalit, das ein wichtiger Grundstoff für die Produktion in der modernen Kommunikationstechnik ist. Die Regierung in Kigali verwaltet die Abbaukonzessionen und die meisten Hersteller von Mobilfunkgeräten oder Computern versuchen, wenigstens für ein Jahr in den Genuss der gesamten abgebauten Menge an Tantalit zu gelangen«, führte Boscoe aus.

Phil schickte mir einen Seitenblick, da er meinen Bluff natürlich durchschaut hatte.

»Demnach ist dieses Tantalit oder vielmehr die Ausbeutung der Minen ein ausgezeichnetes Geschäft für Ruanda«, warf mein Partner ein.

Simon Boscoe nickte zustimmend.

»Definitiv, Agent Decker. Die Regierung in Kigali kontrolliert den Abbau, damit die gesamte Bevölkerung in Ruanda von den Einnahmen profitiert«, bestätigte Boscoe.

Daran hegte ich einige Zweifel, aber solche politischen Hintergründe durften uns nur in Verbindung mit den Ermittlungen interessieren.

»Wie müssen wir uns solche Verhandlungen vorstellen, Mister Boscoe?«, fragte ich weiter.

Der Firmenrepräsentant schilderte uns das gängige Verfahren, wonach eine Delegation aus Kigali in die USA reiste und dort mit diversen Repräsentanten der interessierten Firmen verhandelte.

»Neben unserer Firma existieren zirka fünfzehn Unternehmen in den USA, die ebenfalls sehr an dem Zugang zum Tantalit interessiert sind. Aktuell dürften aber nur sechs Unternehmen als echte Konkurrenten betrachtet werden«, führte Boscoe aus.

In kaum zehn Minuten erhielten wir einen Einblick in die Welt der Telekommunikation, in der dieses Erz eine herausragende Rolle spielte. Angesichts dieser Tatsache stellte sich ein mögliches Motiv für den Anschlag fast automatisch ein.

»Könnte es sein, dass Mister Rozier aus diesem Grund ermordet wurde?«, fragte ich daher direkt nach.

Simon Boscoe hatte sich natürlich seine eigenen Gedanken über den Anschlag gemacht und fand meine Gedankengänge nachvollziehbar.

»Ich würde es nicht ausschließen wollen, Agent Cotton. Der Kampf um Tantalit ist so hart, weil es um die wirtschaftliche Existenz geht. Arnaud war so etwas wie ein persönlicher Freund von mir und dadurch könnte er durchaus zum Ziel geworden sein«, griff Boscoe meinen Gedankengang auf.

Er beschrieb das gängige Verfahren, wenn die Delegation nach New York kam. Stets organisierte Boscoe ein unterhaltsames Rahmenprogramm, und erst ganz am Ende der Woche kam es zu den eigentlichen Verhandlungen.

»In den anderen Städten läuft es nach dem gleichen Muster ab, da sich alle Firmenrepräsentanten natürlich um die Gunst der Delegation bemühen«, ergänzte Simon noch.

Es gab demnach Mitglieder der Regierungsvertreter aus Kigali, die sich stärker für die Anstrengungen einzelner Firmen erwärmten. Arnaud Rozier war in dieser Hinsicht ein zuverlässiger Freund für Simon Boscoe und dessen Firma gewesen.

»Was passiert, nachdem die Delegation eines ihrer Mitglieder verloren hat? Reist sie zurück nach Kigali oder macht sie weiter und beschließt ohne den Toten, welches Unternehmen dieses Mal den Zuschlag erhält?«

Bei Phils Fragen schlich sich ein Lächeln auf Boscoes Gesicht.

»Zum Glück verfügt meine Firma über einigen Einfluss in Kigali, Agent Decker. Falls also jemand angenommen hat, dass er mit dem Mord unsere Position im Kampf um die Verträge schwächen könnte, wird er sehr enttäuscht sein«, antwortete er.

Die Delegation würde durch ein neues Mitglied aus Ruanda ergänzt werden, bevor er mit den Verhandlungen fortfuhr.

»Sie haben also Einfluss, wer aus Ruanda zur Delegation stößt?«, fragte ich verwundert nach.

Doch Simon schüttelte mit düsterer Miene den Kopf.

»Nein, so weit reicht der Einfluss denn doch nicht. Wir bauen darauf, dass es ein Neuling ist und wir damit eine Chance erhalten, seine Gunst zu erlangen«, sagte er.

Ich schaute zu Phil, der leicht nickte. Wir mussten vorerst davon ausgehen, dass sich hier ein Motiv für den Anschlag verbarg.

»Haben Sie einen konkreten Verdacht, welches andere Unternehmen als Auftraggeber des Mordes in Frage kommt?«, lautete daher meine nächste Frage.

Angesichts der offenen Art, wie wir die Hintermänner in einem der konkurrierenden Unternehmen vermuteten, zeigte sich auch Boscoe erfreulich direkt.

»Meines Erachtens kommt dafür nur Ethan Koplan in Frage, Agent Cotton. Unsere Unternehmen stehen in hartem Wettbewerb und in den beiden zurückliegenden Jahren unterlag Koplans Firma in den Verhandlungen mit Ruanda«, erhielt ich die verbindliche Antwort.

Simon Boscoe gab uns eine vollständige Liste der Delegationsmitglieder, zu deren Namen er auch noch die jeweilige Funktion innerhalb der Delegation und weitere Details aufgeführt hatte.

»Das war ein ungewöhnlich offener Dialog«, stellte ich auf der Fahrt fest.

***

Das Büro von Ethan Koplan befand sich in der Reade Street und verfügte über eine gute Aussicht auf den Independence Park. Bei unserem Eintreffen am Empfang zeigte sich schon der erste Unterschied zum Gespräch mit Boscoe. Koplan hatte seine Büroräume in einem exklusiven Hochhaus, aber es fehlte der persönliche Touch wie bei Boscoe. Eine Mitarbeiterin des Repräsentanten der anderen Firma, die zurzeit im Geschäft mit Tabletcomputern viele Schlagzeilen machte, führte uns ins Büro von Koplan.

»Ah, die Agents vom FBI. Bitte treten Sie ein und setzen Sie sich«, winkte der stämmige Mann uns vom Schreibtisch aus in den Raum.

Während Phil und ich an den ovalen Tisch mit sechs Stühlen traten, telefonierte Koplan mit barscher Stimme weiter. Sein Auftreten war aggressiv und passte vorzüglich zu seiner hemdsärmeligen Art. Schließlich beendete er sein Telefonat, erhob sich und kam um den Schreibtisch herum. Zuerst hielt ich Koplan für kleiner, als ich es war, doch das erwies sich als optische Täuschung. In Wahrheit war er unglaublich muskulös gebaut und hatte einen Brustkorb, der jedem Ringer Ehre gemacht hätte. Koplan reichte uns seine behaarte Pranke und drückte hart zu, was ich für einen reichlich dämlichen Trick hielt. Auf diese Art versuchten kräftige Männer öfter ihr Gegenüber zu beeindrucken.

»Setzen wir uns, Agents. Was führt Sie zu mir?«

Mein Blick blieb kurz an den umgeschlagenen Ärmeln seines gestreiften Hemdes hängen, erfasste die roten Hosenträger und die grüne Krawatte mit goldenen Dollarzeichen als Prägung. Koplan wollte mit seiner Kleidung ebenfalls ein deutliches Zeichen setzen, dass man es mit einem Erfolgsmenschen zu tun hatte.

»Special Agent Cotton, und das ist mein Partner, Special Agent Decker. Wir ermitteln im Mordfall Rozier, Mister Koplan. Sie standen in geschäftlicher Beziehung zu dem Opfer. Ist das korrekt?«

Ein raues Lachen ging der eigentlichen Antwort voraus.

»Allerdings, Agent Cotton. Im Namen meiner Firma werde ich noch diese Woche einen Superdeal mit Ruanda abschließen, selbst wenn es gewisse Konkurrenten mit allen miesen Tricks zu verhindern suchen«, stieß er aufgebracht hervor.

Phil und ich tauschten einen vielsagenden Blick aus. Es war nicht allzu schwer, die Zielrichtung des Gesprächs vorauszusehen.

»Verstehe, Mister Koplan. Sie wollen also andeuten, dass der Anschlag auf Mister Rozier seinen Ursprung bei einem Konkurrenten hat. Wen genau haben Sie denn im Visier?«

Meine Frage veranlasste Ethan, sich vorzubeugen und mir mit einer verächtlichen Bewegung einen Firmenprospekt über den Tisch zuzuschieben. Ein Blick reichte aus, um es als Prospekt von Boscoes Unternehmen zu identifizieren.

»Sie glauben also, dass diese Firmengruppe hinter dem Anschlag steckt. Verstehe ich Sie da richtig, Mister Koplan?«, hakte ich nach.

Ethan schlug hart mit der Handfläche auf den Tisch.

»Ich deute nichts an oder glaube nur, dass Simon Boscoe dahintersteckt! Zum Glauben gehe ich in die Kirche. Der Ramschladen, für den Simon seit Jahren Türklinken putzen muss, steht vor dem Abstieg in die zweite Liga. Genau deswegen können sie es sich nicht leisten, auch nur ein Jahr lang keinen Zugriff auf die komplette Fördermenge an Colimbit-Tantalit zu haben. So einfach ist es, Agent Cotton!«

Ginge es in unserem Job reinweg um Sympathie, hätte Boscoe eindeutig die besseren Karten. Doch uns interessierten ausschließlich Fakten, und die wollte ich endlich hören. Während Simon eher vorsichtig mit seinen Beschuldigungen gegen Koplan aufgetreten war, deutete der kräftige Repräsentant ungehemmt mit dem Zeigefinger auf Boscoe.

»Haben Sie dafür auch Beweise oder arbeiten Sie nur daran, den Konkurrenten zu schädigen?«, provozierte ich Koplan.

Mit einer ähnlich verächtlichen Bewegung wie kurz zuvor schob Ethan eine Mappe mit einigen Dokumenten über den Tisch zu mir hin. Wortlos schlug ich die Mappe auf und überflog die Dokumente, wobei Phil von der Seite mitlas.

»S

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