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Jerry Cotton - Folge 2810

Bist du der Nächste?

Brandon Forester, einer der aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters, hatte gerade seine Rede beendet. Die Menschenmasse, die auf dem Platz nahe Ground Zero zusammengekommen war, um ihn zu hören, jubelte. Tausende von Menschen, die seine Wahl unterstützen würden. Bei den Umfragen war er der klare Favorit. Ein Selfmademan von Ende fünfzig, jemand, der den amerikanischen Traum gelebt hatte und der konservative Werte wie Familie und Ehre als Wahlslogans nutzte.

Er strahlte der begeisterten Masse entgegen und wollte gerade von der Bühne gehen, als ihm ein junger Mann entgegenkam. Foresters Leibwächter warf ihm einen fragenden Blick entgegen. Doch Forester winkte ab. Er wollte den Kontakt zu seinen Wählern, den Bürgern der großartigsten Stadt der Welt.

Der junge Mann stellte sich vor ihn und schaute ihn an. Forester wollte ihm gerade die Hand geben, da sah er etwas in den Augen des jungen Mannes, das ihm Angst einflößte. Und im nächsten Augenblick schaute er in die Mündung einer Pistole. Aus den Augenwinkeln heraus sah er, wie sein Leibwächter die Waffe zog, doch es war zu spät. Der junge Mann drückte ab und beendete Foresters Leben. Die Verkörperung des amerikanischen Traumes hatte ein jähes Ende gefunden.

Und während Foresters Frau auf die Bühne rannte, dem leblosen Körper ihres Mannes entgegen, durchlöcherte sein Leibwächter den Attentäter. Innerhalb weniger Sekunden waren zwei Menschen gestorben. Und halb New York hatte das Geschehen live oder im Fernsehen verfolgt.

***

»Das gibt es doch nicht!«, rief Phil geschockt und starrte auf den Fernseher. »Das ist unglaublich! Der hat ihn einfach erschossen – vor laufenden Kameras!«

Wir hatten gerade in einem Coffeeshop etwas gegessen, als sich der Mord ereignete. Nach Phils Worten herrschte unter den Gästen und Angestellten des Lokals Totenstille. An ihren Gesichtern konnte ich erkennen, dass sie genauso schockiert waren wie Phil und ich. Einer jungen schwarzen Frau liefen Tränen die Wangen herunter. Der Mann an der Theke verschüttete die Milch, die er gerade in eine Tasse goss. Es war eine gespenstische Szene.

»Es ist unfassbar«, sagte ich und spürte den inneren Impuls, sofort aufzuspringen und den Täter zur Strecke zu bringen. Doch der war bereits tot. Erschossen vor den Augen der Bürger New Yorks.

Dutzende von Fragen hämmerten in meinem Kopf. Wer war der Täter? Warum hatte er das getan? Wie würde die Bevölkerung reagieren? Brandon Forester war ein beliebter Mann gewesen, der aussichtsreichste Kandidat für den Posten des neuen Bürgermeisters. Die Wahl stand kurz bevor – in drei Tagen war es so weit. Das, was gerade geschehen war, veränderte alles. Ein rechtschaffener Mann wie er, erschossen vor den Augen seiner Frau und seiner Wähler. Ich wagte kaum, mir auszumalen, was das für die Stimmung in der Stadt bedeuten würde. Die Konsequenzen waren unabsehbar.

Als mein Handy klingelte, ging ich dran, während ich gleichzeitig gebannt auf den Fernseher starrte.

»Ja?«, meldete ich mich.

Mr High war am Apparat. Seine Stimme klang erschüttert. »Jerry, haben Sie mitbekommen, was gerade geschehen ist?«

»Ja, Sir, das habe ich«, antwortete ich.

»Fahren Sie bitte sofort zum Tatort«, sagte Mr High. »Je schneller wir handeln, desto besser.«

Er legte auf. Ich schaute noch einige Sekunden auf den Fernseher, legte dann fünf Dollar auf dem Tisch und gab Phil einen Stoß. »Wir müssen los!«

Er nickte stumm. Dann machten wir uns auf den Weg zum Ground Zero.

***

Kurz bevor wir den Tatort erreicht hatten, meldete sich Mr High noch mal. Ich stellte die Freisprechanlage im Jaguar an.

»Jerry, Phil, ich habe inzwischen weitere Informationen eingeholt und geklärt, dass Sie den Fall untersuchen. Wir müssen herausfinden, was genau vorgefallen ist und was die Hintergründe der Tat waren. Und bitte – gehen Sie mit Fingerspitzengefühl vor!«

»Geht klar, Sir«, antwortete ich. »Wir sind in fünf Minuten vor Ort und kümmern uns darum.«

Mr High beendete das Gespräch.

Phil schaute mich an. »Da wir den Täter bereits gefasst haben, sieht das nach einem recht einfachen Fall aus. Im Fernsehen hatten sie gesagt, dass der Mann angeschossen worden sei. Es schien mir nicht klar zu sein, ob er seinen Verletzungen erlegen ist. Wenn er noch lebt, hat er auf jeden Fall eine Menge zu erklären.«

»Fälle mit einer derartigen politischen Brisanz haben die Tendenz, nicht so einfach zu sein, wie es scheint«, antwortete ich nachdenklich. »Die Bevölkerung will wissen, warum der Täter das getan hat. Und wir müssen bei den Ermittlungen aufpassen, dass wir nicht ins Fettnäpfchen treten. Eine falsch formulierte Frage und irgendein hohes Tier ruft beim Bürgermeister an, der sich bei Mister High beschweren wird.«

»Der wird uns schon den Rücken freihalten«, meinte Phil. »Gehen wir einfach gemäß dem Lehrbuch vor und machen unseren Job.«

Ich parkte den Jaguar in der Nähe des Ground Zero und ging dann mit Phil zur Rednertribüne. Das NYPD hatte den Tatort bereits gesichert und weiträumig abgesperrt. Menschen liefen wie in einem Ameisenhaufen durcheinander. In ihren Gesichtern war der Schock über das, was geschehen war, noch zu erkennen.

Direkt neben dem Rednerpult lag die Leiche von Brandon Forester. Man hatte seinen leblosen Körper mit einer weißen Plane abgedeckt. Ein kurzer Blick unter die Plane zeigte mir, dass er zweimal getroffen worden war, direkt in die Brust.

Ein paar Meter weiter lag der Schütze, ebenfalls unter einer Plane.

»Der wird uns wohl nicht mehr viel erzählen können«, sagte Phil.

»Was es uns nicht einfacher macht«, bemerkte ich und zog die Plane zur Seite.

Das blasse Gesicht des jungen Mannes wirkte unschuldig. Er sah aus wie jemand, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Und trotzdem hatte er gerade einen Menschen erschossen. Kaltblütig und in aller Öffentlichkeit. Ich schätzte sein Alter auf etwa zwanzig. Ein junger Kerl also, der sein Leben eigentlich noch vor sich gehabt hatte.

Phil hatte von einem der anwesenden Cops erfahren, dass bisher noch niemand die Leiche des Attentäters angefasst hatte. Ich zog meine Gummihandschuhe an und durchsuchte seine Taschen. Neben einer Packung Taschentücher und Patronen, die wahrscheinlich zu seiner Waffe passten, hatte er seine Brieftasche dabei. Ich stand auf und sah sie durch.

»Marc Manigan, zwanzig Jahre alt, wohnhaft in Queens«, sagte ich zu Phil und zeigte ihm den Führerschein.

»Fast noch ein Kind«, bemerkte Phil.

»Ein Kind mit einer Waffe«, fügte ich hinzu. »Ich bin gespannt darauf, was für ein Motiv er hatte. Was ihn dazu gebracht hat, sein Leben zu opfern, um Forester zu ermorden.«

»Vielleicht wollte er berühmt werden, wie der Mörder von John Lennon. Oder er gehörte einer militanten Studentenvereinigung an«, mutmaßte Phil. »Ich kann mir vorstellen, dass es eine Menge Gründe geben könnte.«

»Das werden wir herausfinden«, sagte ich.

***

Inzwischen war die Crime Scene Unit angerückt. Dr. Gassettes schaute sich kurz um und kam dann auf uns zu. Sie hatte, genau wie die anderen Mitarbeiter ihres Teams, einen weißen Spezialanzug an, um den Tatort nicht zu kontaminieren.

»Jerry, Phil, guten Morgen«, begrüßte sie uns mit einem unruhigen Ausdruck in ihrem Gesicht. »Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich einen Mord live miterlebt habe.«

»Kann einen ganz schön mitnehmen«, erwiderte ich. Ich konnte ihr ansehen, wie sie sich fühlte.

»Die Todesursache von Forester ist ja wohl klar«, sagte Phil.

Ich nickte. »Trotzdem benötigen wir detaillierte Untersuchungen, sowohl des Opfers als auch des Täters. Unsere Ermittlungen finden diesmal sozusagen unter den Augen der Öffentlichkeit statt. Man wird alles, was wir tun, unter dem Mikroskop betrachten. Und wie die Menschen so sind, wird man dabei vor allem auf die Fehler achten.«

Dr. Gassettes blickte kurz zu mir und dann zur Leiche von Forester. »Ich werde mein Bestes tun – auch wenn ich keine besonderen Überraschungen erwarte. Mein Team sichert alle Spuren und dann werde ich sowohl bei Forester als auch bei seinem Mörder eine Autopsie vornehmen. Weiß man schon, warum der junge Mann geschossen hat? Hatte er einen Brief oder so etwas dabei?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, keine Ahnung.«

»Aber das werden wir schon herausfinden«, fügte Phil hinzu.

Dr. Gassettes ging ihrer Arbeit nach und ich folgte Phil zum Leibwächter von Forester, dem Mann, der auf Marc Manigan geschossen hatte. Einer der NYPD-Officers hatte Phil informiert, dass man ihn aufgefordert hätte, sich für ein Gespräch mit uns zur Verfügung zu halten. Sein Name war Kato Reuser.

»Sie waren der Leibwächter von Mister Forester?«, fragte Phil den mittelgroßen, muskulösen Mann. Er hatte einen kräftigen Hals und kurze, dunkle Haare. Sein Aussehen hatte etwas von einem US-Marine.

»Ja, war ich«, sagte er niedergeschlagen. »Und wenn ich meinen Job besser gemacht hätte, wäre ich es immer noch.«

»Als Bodyguard hat man keine leichte Aufgabe«, sagte ich. »Wir sind die Agents Decker und Cotton, FBI. Die Ermittlung der vorliegenden Angelegenheit wurde uns übertragen. Um uns ein Bild machen zu können, würden wir gerne von Ihnen hören, wie sich der Anschlag zugetragen hat.«

Er schaute mich an und drückte seine Hände, die ein wenig zitterten, zusammen. Nachdem er Phil ebenfalls gemustert hatte, legte er los. »Die ganze Rede lief wie besprochen, ohne irgendwelche unerwarteten Vorkommnisse. Ich hatte die Bühne und die Zuschauer gut im Blickfeld. Dann, kurz vor Ende, kam auf einmal dieser Typ auf die Bühne. Ich wollte mich gerade um ihn kümmern, da gab mir Mister Forester ein Zeichen. Er wollte, dass ich ihn durchlasse. Mir behagte das gar nicht. Aber er ist nun mal der Chef. Badete gern in der Masse und hatte gern Menschen um sich. Gut für einen Politiker, aber ein Alptraum für einen Bodyguard. Na ja, jedenfalls habe ich den jungen Mann unbehelligt auf Forester zugehen lassen. Und dann passierte es. Ohne Vorwarnung, ohne mit der Wimper zu zucken, zog er eine Waffe heraus und schoss. Ich war zu langsam. Bis ich ihn erwischt hatte, war Forester schon getroffen zusammengebrochen. Er war sofort tot.«

»Und der Schütze?«, fragte Phil. »Konnte er noch etwas sagen?«

Reuser schüttelte den Kopf. »Nein, er blieb am Boden liegen, keuchte noch schwach und war dann tot. Kein Wort kam über seine Lippen. Ich hatte sogar den Eindruck, dass er lächelte. Aber vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet.«

»Möglicherweise hat er sich gefreut, sein Ziel erreicht zu haben«, überlegte Phil laut.

»Kann sein«, antwortete Reuser. »Aber wie gesagt, ich kann mich diesbezüglich auch täuschen. Das ging alles so verflucht schnell. Gerade noch war alles in Ordnung, und dann brach die Hölle los. Forester war getroffen und ich habe einen Menschen getötet. Alles innerhalb weniger Sekunden.«

Die Angelegenheit hatte ihn offensichtlich ziemlich mitgenommen. Aber darauf konnten wir jetzt keine Rücksicht nehmen. Er würde in ein paar Tagen, wenn sich der Rummel gelegt haben würde, noch genug Zeit haben, alles zu verarbeiten.

»Hatten Sie den Eindruck, dass der Attentäter allein gehandelt hat? Oder haben Sie gesehen, dass er mit jemand anderem Kontakt hatte oder ihn jemand unterstützt hat?«, fragte ich.

Reuser hob den Kopf und schaute mich an. »Bevor er auf die Bühne gekommen ist, war er mir überhaupt nicht aufgefallen. Ich kann also nicht sagen, ob er allein war. Daran habe ich bislang auch noch nicht gedacht.«

»Wir wollen nur alle möglichen Szenarios überprüfen und sicherstellen, dass uns nichts entgeht«, sagte ich und reichte ihm meine Visitenkarte. »Wenn Ihnen noch etwas einfällt, rufen Sie mich bitte an. Jemand wird Sie gleich zum FBI-Gebäude fahren, damit Sie dort Ihre Aussage zu Protokoll geben können.«

»Natürlich«, antwortete Reuser und setzte sich auf einen Stuhl.

Phil nahm mich zur Seite. »Das nimmt den armen Kerl ja ganz schön mit.«

»Kein Wunder«, erwiderte ich. »Es ist niemals leicht, einen Menschen zu töten. Und diesmal war er damit sogar zu langsam. Ich will mir auf jeden Fall seine Akte anschauen. Es sieht nicht so aus, als hätte er was mit der Sache zu tun, aber ich will sichergehen, dass wir nichts übersehen. Das können wir später im Büro erledigen.«

Phil nickte zur Bestätigung.

Ich schaute mich am Tatort um. Dort, wo vorhin noch Hunderte von Menschen gestanden hatten, lagen jetzt nur noch ein paar Wahlplakate herum. Die Menge hatte die Szene panikartig verlassen, nachdem die Schüsse gefallen waren. Auf der Tribüne war außer den beiden Leichen, den Mitarbeitern der Crime Scene Unit, ein paar Cops, Kato Reuser, Phil und mir niemand mehr.

»Wo sind die Mitarbeiter von Forester? Und seine Frau?«, fragte ich Phil.

»Der NYPD-Officer, mit dem ich gesprochen hatte, meinte, dass sie den Bereich relativ schnell verlassen hatten. Angeblich aus Sicherheitsgründen«, antwortete Phil.

»Ich hoffe, dass wenigstens ihre Personalien aufgenommen wurden«, erwiderte ich.

»Davon gehe ich aus«, sagte Phil. »Sollen wir die Ermittlungen im Umkreis von Forester fortsetzen? Oder uns erst den Attentäter vornehmen?«

»Erst den Attentäter«, entgegnete ich. »Falls er Komplizen hatte, werden die versuchen unterzutauchen. Je schneller wir sind, desto besser.«

»Wobei es im Moment danach aussieht, als hätte er allein gehandelt«, meinte Phil.

»Das ist wahr«, sagte ich. »Aber wer weiß, was wir finden, wenn wir sein Umfeld genauer unter die Lupe nehmen. Wir sollten bei seiner Familie und der Mordwaffe ansetzen. Hat die Crime Scene Unit sie schon sichergestellt?«

»Ich prüfe das gleich mal nach«, sagte Phil und ging zu Dr. Gassettes, die ein paar Meter weiter ihrer Arbeit nachging.

»Ja, ist sichergestellt. Eine Pistole. Älteres Modell. Wird gleich im Labor nach Fingerabdrücken untersucht. Vielleicht gibt es ja neben denen von Marc Manigan noch andere«, sagte Phil, als er zu mir zurückgekommen war.

»Gut, dann werden wir als Nächstes die Wohnung von Manigan in Augenschein nehmen«, sagte ich.

***

Marc Manigans Wohnung befand sich in Queens, in der Ashby Avenue, die im Osten direkt an den Flushing Cemetery angrenzte. Eine nette Wohngegend mit vielen schönen Häusern, die zumeist nur zwei oder drei Stockwerke hatten. Im Moment war hier alles ruhig. Aber das würde sich ändern, sobald die Presse den Namen des Attentäters erfuhr. Dann würde es hier von Reportern und Übertragungswagen der Fernsehsender wimmeln.

Neben Manigan wohnten – was man anhand der Klingelschilder erkennen konnte – noch drei andere Parteien in dem Haus. Wir klingelten zuerst bei Manigan. Vielleicht hatte er einen Mitbewohner. Doch es erfolgte keine Reaktion. Auch in der nächsten Wohnung reagierte niemand. Erst bei der übernächsten schepperte die Stimme einer alten Frau aus der Gegensprechanlage.

»Wer ist da?«, fragte sie.

»Agents Cotton und Decker vom FBI«, antwortete Phil.

»Ich habe nichts bestellt«, kam die unerwartete Antwort.

»Würden Sie uns bitte die Tür öffnen, wir wollen zur Wohnung von Mister Manigan«, sagte Phil ruhig.

Zuerst geschah nichts. Dann öffnete sich die Haustür und vor uns stand eine gebeugte alte Dame von schätzungsweise achtzig Jahren. Sie trug ein Kleid, das vor dreißig Jahren bestimmt modern gewesen war, und hatte sich eine Decke mit Tigermuster darübergeworfen.

»Ich habe wirklich nichts bestellt«, versuchte sie uns klarzumachen.

»Das glaube ich Ihnen«, erwiderte Phil und hob seine Dienstmarke hoch, sodass die alte Dame sie sehen konnte. »Wir sind Agents vom FBI und wollen zur Wohnung von Marc Manigan.«

Sie setzte ihre Brille auf, hinter der ihre Augen riesig aussahen, und musterte Phils Marke genau.

»Die sieht sehr schön aus. Aber ich habe schon genug Schmuck«, antwortete sie.

Phil zog die Marke zurück. »Wir wollen Ihnen nichts verkaufen.«

Er schien langsam die Geduld zu verlieren, als die alte Dame plötzlich sagte: »Mister Manigan ist nicht da.«

»Das wissen wir«, sagte ich.

»Wollen Sie in seiner Wohnung auf ihn warten?«, fragte die Dame.

»Gerne«, antwortete ich.

»Dann kommen Sie mal mit«, sagte sie und ging voraus, Richtung Treppe. Schneller als man es von ihr erwartet hätte, stieg sie die Treppenstufen zur ersten Etage hinauf und holte einen großen Schlüsselbund heraus. Dann öffnete sie die Tür zur rechten Wohnung.

»Mister Manigan wird bestimmt gleich kommen«, sagte sie. »Nehmen Sie doch so lange Platz!«

Sie ließ uns eintreten und ging wieder die Treppe hinunter.

»Und ich dachte, ich müsste die Tür wieder mit meinem Werkzeug öffnen«, sagte Phil.

»So ist es doch viel eleganter«, kommentierte ich und zog meine Waffe. Phil tat es mir gleich.

Wir gingen in die Wohnung. Es war nicht wahrscheinlich, dass sich hier jemand befand, aber wir waren vorsichtig. Bei jemandem, der ein kaltblütiges Attentat auf einen hochrangigen Politiker durchführte, war alles möglich.

Die Wohnung war nicht sehr groß, vielleicht vierzig Quadratmeter. Neben einem kleinen Bad und einem Wohnzimmer gab es noch einen kleinen Schlafraum. Es sah nicht besonders ordentlich aus. Auf den Schränken und Regalen war eine deutlich zu erkennende Staubschicht. Überall lagen CDs und DVDs herum, im Badezimmer befanden sich ein paar Erotik-Magazine. Allein die Bücher, die sich im Wohnzimmer auf einem Wandregal befanden, waren nach der Größe sortiert.

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