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Jerry Cotton - Folge 2807

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Speed-Dating mit einem Killer
  4. Vorschau

Speed-Dating mit einem Killer

Lara Marley war zum Sterben schön.

Außer ihr hatten sich Montagnacht noch elf weitere junge Frauen in der Moonlight Bar eingefunden. Sie alle wollten ihr Single-Dasein beenden und sich neu verlieben. Ein Dutzend Männer hatte dieselbe Absicht. Speed-Dating hieß das Motto der geschlossenen Veranstaltung.

Jede Frau und jeder Mann hatten fünf Minuten Zeit, Kontakt zu knüpfen. Dann ertönte ein Signal, und das nächste Paar fand sich zusammen. Wer sein Gegenüber wiedersehen wollte, notierte den Vornamen seines Schwarms. Wenn es Übereinstimmungen gab, arrangierten die Veranstalter ein neues Treffen.

Keine andere Frau konnte an diesem Abend mit Lara Marley konkurrieren. Sie war der Blickfang für alle Männer. Doch als der Dienstagmorgen über Manhattan dämmerte, waren nur noch elf von den Single-Frauen am Leben.

Und Lara Marley war tot.

Als ich Phil am Dienstagmorgen an der üblichen Ecke abholte, fuhren wir sofort zu einem Tatort.

»Soll ich etwa auf meinen Morgenkaffee verzichten?«, scherzte mein Partner. Er hatte natürlich sofort bemerkt, dass ich meinen roten Jaguar-E-Hybriden nicht Richtung Federal Plaza lenkte.

»Alles zu seiner Zeit, Phil. Ich war gerade losgefahren, als mich ein Funkspruch der Zentrale erreichte. Eine weibliche Leiche wurde an der East 52nd Street gefunden. Das NYPD ist bereits vor Ort.«

»Okay, und wieso ist das ein FBI-Fall?«

»Mehr Informationen habe ich noch nicht. Wir müssen uns überraschen lassen.«

Phil nickte zustimmend. Auf dem Weg nach Midtown Manhattan geriet ich in die morgendliche Rushhour. Als ich von der Second Avenue abbog, erblickte ich die rotierenden Rotlichter eines Patrolcars bereits von weitem. Die Leiche war offenbar in einem schmalen Durchgang zwischen zwei renovierten Brownstone-Häusern gefunden worden. Jedenfalls war dort eine Absperrung mit gelbem Polizeiband zu sehen. Zwei uniformierte Officer hielten die Schaulustigen und die Pressegeier zurück.

Ich parkte. Phil und ich befestigten unsere FBI-Dienstmarken an unseren Jacketts und drängten uns zwischen den sensationslüsternen Leuten hindurch. Ein schwarzer Cop begrüßte uns und hob für uns das Absperrband. Obwohl es bereits heller Tag war, herrschte in der schmalen Gasse schummriges Halbdunkel.

Lediglich die Leiche selbst war in das grelle Licht der Jupiterlampen getaucht, mit denen der tote Körper ausgeleuchtet wurde. Polizeifotografen erfüllten ihre traurige Pflicht. Frauen und Männer vom SRD in ihren weißen Tatort-Overalls sicherten Spuren. Der Gerichtsmediziner packte bereits wieder seine Instrumente zusammen. Und wir erblickten zwei bekannte Gesichter.

Detective Sergeant Hank Fraser und Detective Sally Bridges gehörten zur Homicide Squad des zuständigen Reviers. Sie waren ein eingespieltes Team, genau wie Phil und ich. Wir begrüßten die NYPD-Kollegen mit einem Händedruck.

Fraser war ein erfahrener Cop mit eisengrauem Bürstenhaarschnitt. Er lächelte uns zu.

»Das ging ja schnell, Jerry und Phil. Wir haben gerade erst mit den Ermittlungen angefangen. Aber Sally war der Meinung, dass dies eindeutig ein FBI-Fall sei.«

»Warum?«, wollte Phil wissen.

Sally Bridges hatte Latex-Handschuhe an ihren Händen. Sie hielt eine Handtasche, die offenbar nicht ihre eigene war.

»Ich habe die Habseligkeiten des Opfers durchforstet«, erwiderte der weibliche Detective. »Das überlässt Hank gerne mir, wenn es um Frauen-Handtaschen geht. Er behauptet, diese Behältnisse wären ein Buch mit sieben Siegeln für ihn. Wie auch immer, die Tote hatte ihren Führerschein bei sich. Sie hieß Lara Marley und hat in New Jersey gewohnt. Und wenn das Opfer aus einem anderen Bundesstaat kommt, übernehmt ihr Boys vom FBI doch automatisch den Fall, oder?«

»So ist es«, sagte ich. »Beinhaltet die Handtasche noch weitere Hinweise, Sally?«

»Und ob, Jerry. Einen Raubmord können wir meiner Meinung nach ausschließen. Lara Marley hatte 600 Dollar in bar bei sich, außerdem verschiedene Kreditkarten. Außerdem war sie scheinbar auf eine erlebnisreiche Nacht eingestellt.«

»Wieso?«

»In der Handtasche waren zwei Dutzend Kondome sowie Gleitgel. Und sie muss gestern Abend auf einer Speed-Dating-Veranstaltung in der Moonlight Bar gewesen sein. Jedenfalls hatte sie ein Ticket für diesen Event dabei.«

»Speed-Dating?«, hakte Phil nach. »Da kann man doch im Minutentakt einsame Herzen kennenlernen, oder?«

»Stimmt genau«, sagte Sally nickend. »Sag bloß, du bist in deiner Freizeit noch nie beim Speed-Dating gewesen.«

Phil schüttelte den Kopf und schaute der NYPD-Kollegin tief in die Augen. »Nein, warum auch? Ich lerne bei meiner Arbeit genügend charmante Ladys kennen.«

»Schmeichler«, meinte Sally, errötete und stieß Phil den Ellenbogen freundschaftlich zwischen die Rippen. Wir lachten, wurden aber schnell wieder ernst. Jeder von uns musste so viel Tod und Elend erleben, dass wir ohne einen gelegentlichen Scherz unseren Job nicht halb so gut erledigt hätten.

Ich wandte mich an den Gerichtsmediziner, der gerade gehen wollte.

»Haben Sie schon erste Erkenntnisse für uns, Doc?«

»Der Tod muss zwischen Mitternacht und drei Uhr früh eingetreten sein, Agent. Todesursache waren mehrere Stichwunden, die mit einem spitzen Gegenstand ausgeführt wurden. Ich tippe auf ein Messer oder eine Schere. Die Milz ist gerissen, der linke Lungenflügel wurde durchstochen, zwei Eintrittswunden befinden sich in unmittelbarer Nähe des Herzens. Mehr Einzelheiten kann ich Ihnen erst nach der Obduktion präsentieren.«

Der Mediziner machte eine nachdenkliche Pause, bevor er fortfuhr.

»Aber eines ist jetzt schon sicher: Die Stiche wurden mit großer Heftigkeit durchgeführt. Der Täter muss eine mächtige Wut im Bauch gehabt haben, laienhaft ausgedrückt.«

Ich nickte. Nun erst fiel mir auf, dass die Blutspritzer sich teilweise sehr weit von der Leiche entfernt befanden. Spezialisten der Scientific Research Division waren damit beschäftigt, selbst winzigste Blutrückstände mit Hilfe von Elektrophoresetechniken zu sichern. Ich ging nicht näher an die Leiche heran, um nicht versehentlich Spuren zu zerstören. Aus der Entfernung konnte ich nur sehen, dass das Opfer blond gewesen war und eine gute Figur gehabt hatte. Lara Marley hatte zum Zeitpunkt ihres Todes ein Minikleid getragen, das jetzt allerdings durch Blutflecken verschandelt war.

»Liegt ein Sexualdelikt vor, Doc?«

»Auch darüber kann ich erst nach der Obduktion eine verbindliche Aussage treffen. Ich werde Sie so bald wie möglich informieren. Auf jeden Fall ist der Leichenfundort identisch mit dem Tatort. Das steht jetzt schon fest.«

Der Gerichtsmediziner verschwand. Ich legte den Kopf in den Nacken und schaute nachdenklich an den Häuserfassaden hoch. Vielleicht hatte Lara Marley um Hilfe geschrien? Ob es Zeugen für die Tat gab? Und was hatte sie mitten in der Nacht in dieser düsteren Gasse zu suchen? War sie freiwillig hierhergekommen oder hatte der Mörder sie mit vorgehaltener Waffe an diesen stillen Ort getrieben?

Phil kam zu mir.

»Hank Fraser und Sally Bridges haben den Fall jetzt offiziell an uns übergeben. Ich habe die Handtasche gleich den Kollegen von der SRD überlassen, die können das Beweisstück genauer unter die Lupe nehmen. Wollen wir mit dem Zeugen reden, der die Tote gefunden hat?«

»Sicher, Phil. Ich wusste nicht, dass er noch vor Ort ist.«

»Ich auch nicht. Das habe ich gerade eben von Sally Bridges erfahren.«

»Vermutlich, nachdem du sie nach ihrer Telefonnummer gefragt hast«, zog ich Phil auf. Er grinste und klopfte mir auf die Schulter. Wir verließen den schmalen Durchgang. Der Zeuge wartete in einem Patrolcar auf uns. Auf den ersten Blick wirkte er heruntergekommen und ungepflegt. Doch mir fielen sofort seine wachen Augen auf. Dieser Mann lebte auf der Straße, aber er torkelte nicht wie ein Traumtänzer durchs Leben. Er bekam viel mit. Das sagte mir meine Erfahrung.

»Wie lautet Ihr Name, Sir?«, fragte ich ihn, nachdem ich Phil und mich vorgestellt hatte.

»Amos Monroe«, maulte er. »Muss ich jetzt alles noch mal erzählen, was der Detective von mir wissen wollte? Das hat man nun davon, wenn man die Cops alarmiert.«

Ich lächelte ihm zu.

»Hier sind mir zu viele Neugierige. Da kann man nicht in Ruhe reden. Was halten Sie davon, wenn wir Sie zum Frühstück einladen, Mister Monroe?«

Der arme Teufel sah nicht so aus, als ob er regelmäßige Mahlzeiten bekommen würde.

***

Phil und ich gingen mit ihm in ein Diner im nächsten Häuserblock. Ich bestellte für Amos Monroe Pfannkuchen mit Ahornsirup, außerdem Kaffee für uns alle. Die Laune des Obdachlosen besserte sich mit jedem Eierkuchen, den er hinunterschlang.

»Am besten fragen Sie mich etwas, Agent Cotton. Ich weiß gar nicht genau, was ich erzählen soll.«

»Okay, Mister Monroe. Was hatten Sie in der East 52nd Street zu tun?«

Der Obdachlose warf sich in die Brust.

»Ich bin im Recycling-Business. Und die East 52nd Street gehört zu meinem Gebiet.«

Ich kniff die Augen zusammen.

»Recycling-Business?«

»Ich sammle leere Dosen und Flaschen, G-man. Haben Sie mein Dienstfahrzeug nicht gesehen?«

Nun erinnerte ich mich an einen Einkaufswagen, der randvoll mit Plastiktüten beladen war, die vermutlich Leergut enthielten. Solche Gefährte, die von zerlumpten Gestalten geschoben werden, sind in New York City ein alltäglicher Anblick. Der Einkaufswagen hatte am Eingang der schmalen Gasse gestanden.

»Ich verstehe, Mister Monroe. Wissen Sie noch, wann Sie die Leiche gefunden haben?«

»Ja, das war um 5.11 Uhr morgens.«

»Wieso wissen Sie die exakte Uhrzeit?«, warf Phil ein.

»Weil ich eine Digitaluhr habe. Im Winter schlafe ich öfter in einem städtischen Asyl. Und wenn man dort zu spät erscheint, muss man die Nacht über draußen bleiben. Also braucht man eine Uhr, um pünktlich zu sein.«

Er zeigte uns seine Armbanduhr. Es war eine von der Sorte, die man für einen Dollar in Billigläden bekommt. So eine Uhr kann man sich sogar als Obdachloser leisten.

»Okay, Mister Monroe. Erzählen Sie uns, wie Sie die Leiche gefunden haben.«

»Ich kontrolliere alle diese schmalen Durchgänge, Agent Cotton. Wissen Sie, was die Leute tun? Sie verstecken ihr Bier in braunen Papiertüten, weil man ja in der Öffentlichkeit keinen Alkohol trinken darf. Den Trick kennen Sie bestimmt. Und wenn so ein Schluckspecht ausgetrunken hat, wirft er die Tüte nebst Dose einfach in die nächste Gasse. Ein paar Stunden später komme dann ich, hebe das Leergut auf und habe wieder ein paar Cent verdient.«

Monroe schaute nachdenklich aus dem Diner-Fenster, bevor er fortfuhr.

»Um ein Uhr morgens war die Tote noch nicht dort, Agents. Ich habe nämlich die East 52nd Street in der Nacht schon einmal durchforstet. Aber als ich dann um kurz nach fünf zurückkehrte, lag die arme Kleine plötzlich da. Ich habe eine Taschenlampe, die gehört zu meinem Handwerkszeug. Sonst übersieht man die Dosen, die in dunklen Winkeln liegen. Ich habe die Leiche nicht berührt, Agents. Ich wusste sofort, dass jede Hilfe zu spät kommen würde.«

»Wieso wussten Sie das?«, hakte ich nach. Monroes Gesicht verdüsterte sich.

»Wissen ist vielleicht der falsche Ausdruck. Ich spürte es, Agent Cotton. Ich bin Veteran, habe im Krieg mehr als genug Tote gesehen. Bei manchen Schwerverletzten weiß man, dass sie es packen werden. Und bei anderen hilft nur noch die Letzte Ölung.«

»Ich verstehe. Und was taten Sie?«

»Ich ließ meinen Einkaufswagen dort stehen und lief zur Second Avenue. Da ist eine Telefonzelle. Ich rief die 911 an. Als die Cops kamen, habe ich sie zu der Gasse gelotst. Die Uniformierten haben mich auch gleich durchsucht, aber kein Messer bei mir gefunden. Sie dachten wohl, ich hätte die Frau abgemurkst.«

Ich nickte. Natürlich mussten wir mit der Möglichkeit rechnen, dass der Obdachlose selbst Lara Marley getötet und dann die Cops verständigt hatte, um von sich abzulenken. Aber hätte ein Habenichts wie Monroe nicht sofort das Geld und die Kreditkarten der Toten gestohlen?

Der Obdachlose war endlich satt. Er griff zu seinem Kaffeebecher, den die Kellnerin inzwischen wieder aufgefüllt hatte.

»Sie sind Linkshänder, Mister Monroe?«

»Immer schon gewesen, Agent Cotton. Verdächtigen Sie mich eigentlich auch? Da habe ich noch ein wichtiges Detail für Sie. Ich habe bei den Marines den Messerkampf von der Pike auf gelernt. Ich könnte einen Feind mit einem einzigen Messerstich töten.«

»Woher wissen Sie überhaupt, dass Lara Marley erstochen wurde?«

»Das sieht man doch, Agent Cotton. Glauben Sie, ein Ex-Marine kann eine Stichwunde nicht von einer Schusswunde unterscheiden?«

»Natürlich können Sie das, Mister Monroe. Aber Sie verstehen sicher, dass wir in alle Richtungen ermitteln müssen.«

»Gewiss, Agent Cotton. Hauptsache, Sie finden den Hurensohn, der die arme Kleine abgeschlachtet hat.«

Ich nickte und machte mir eine Notiz. Noch konnten wir Monroe nicht von der Verdächtigenliste streichen, aber ich hielt ihn nicht für den Mörder. Phil hatte Lara Marleys Führerschein mit der Handy-Kamera abfotografiert, bevor er die Handtasche samt Inhalt an die SRD übergeben hatte. Er hielt das Bild nun dem Obdachlosen unter die Nase.

»Schauen Sie sich die Aufnahme genau an, Mister Monroe. Ist Ihnen die Frau schon mal aufgefallen? Kennen Sie sie? Die Leiche lag doch mit dem Gesicht nach unten, richtig?«

Monroe nickte.

»Ja, richtig. So sah also ihr Gesicht aus? Sie war eine richtige Schönheit, oder? An so eine Frau könnte ich mich bestimmt erinnern. Aber wo hätte ich sie treffen sollen? Ich bin meist auf den Straßen unterwegs. Mir kommen Tausende von Menschen entgegen, aber ich beachte sie ebenso wenig wie sie mich. Nein, da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen.«

Auch verdächtige Personen oder Autos hatte der Zeuge nicht bemerkt. Auf mich wirkte Monroe glaubwürdig. Eine Adresse von ihm hatten wir natürlich nicht. Aber wenn wir noch einmal mit ihm sprechen wollten, wussten wir ja, in welchem Teil von Midtown er seine Dosensammelrunden drehte. Der Ex-Marine versprach, am nächsten Tag an der Federal Plaza seine Aussage zu unterschreiben.

***

»Glaubst du, der kommt wirklich ins Field Office?«, fragte Phil, nachdem wir wieder in meinem Jaguar saßen.

»Sicher. Bisher hat er kooperiert, dann wird er es auch weiterhin tun. Schließlich hat er freiwillig die Cops alarmiert. Er hätte ja auch weiterhin Dosen sammeln und die Leiche ignorieren können.«

»Das stimmt, Jerry. Wenn Monroe wirklich bei den Marines war, gibt es dort noch eine Dienstakte über ihn. Vielleicht ist er ja schon einmal auffällig geworden. Obwohl – für den Täter halte ich ihn eigentlich auch nicht. Da erscheint mir die Spur mit dem Speed-Dating-Abend in der Moonlight Bar schon vielversprechender. Ich wette, Lara Marley hat ihren späteren Killer dort getroffen.«

Ich stimmte mit Phil überein. Doch bevor wir weiter ermittelten, wollten wir unseren Vorgesetzten über den Stand der Dinge informieren.

John D. High hatte gerade eine telefonische Konferenz mit dem FBI Director in Washington beendet und empfing uns in seinem Office. Helen servierte dem Assistant Director und uns ihren köstlichen Kaffee. Nachdem Phil und ich auf den Besucherstühlen vor dem Schreibtisch von Mr High Platz genommen hatten, schilderte ich die Fakten.

Der Chef faltete nachdenklich die Hände.

»Möglicherweise war Lara Marley nicht zum ersten Mal bei so einer Speed-Dating-Veranstaltung. Vielleicht besuchte sie auch in New Jersey einschlägige Bars. Haben Sie ihren Namen bereits durch unsere Datenbanken laufen lassen?«

»Bisher noch nicht, Sir. Aber mir ist aufgefallen, dass Lara Marley viele Kondome bei sich hatte. Vom Gleitgel ganz zu schweigen. Ich frage mich, ob sie Männern eindeutige Angebote gemacht hat. Dafür spricht auch die Summe von 600 Dollar in bar, die sich in ihrer Handtasche befand. Das ist gewiss kein Vermögen. Aber welche junge Frau hat so viel Bargeld bei sich? Die meisten Menschen bezahlen doch mit Kreditkarte.«

»Das ist ein guter Ansatz, Jerry. Sie wissen so gut wie ich, dass Prostitution in New Jersey ebenso illegal ist wie bei uns. Hat Lara Marley solche Speed-Dating-Veranstaltungen benutzt, um neue Kunden für sich anzuwerben?«

»Wir werden es herausfinden, Sir. Aber der wichtigste Hinweis kommt meiner Meinung nach von dem Gerichtsmediziner. Er sagte, die Stiche seien mit großer Wucht ausgeführt worden. Das lässt auf eine Tat im Affekt schließen, jedenfalls eher als auf einen eiskalt geplanten Mord.«

Phil griff den Gedanken auf.

»Ich stelle es mir so vor: Lara lernt beim Speed-Dating einen Mann kennen. Die beiden finden sich gegenseitig sympathisch und wollen den Abend gemeinsam ausklingen lassen. Dann plötzlich läuft etwas schief. Der Kerl verliert die Kontrolle über sich und sticht zu.«

Mr High nickte.

»Wenn das so wäre, dann ist der Kreis der Verdächtigen klein.

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