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Jerry Cotton - Folge 2805

Potent wie der Tod

Raymond Baker war aufgeregt wie ein Kind am Weihnachtsabend. Auch wenn die Weihnachtsfeiertage schon fast zwei Monate hinter ihm lagen, heute würde er sich beschenken. Er schlenderte zum Fenster und schob den schweren Vorhang zur Seite. Von der zwanzigsten Etage des Hudson Hotel aus blickte er in die Nacht. Tausende, abertausende Lichter glühten wie Glühwürmchen im Juli und bildeten die flirrende New Yorker Skyline.

Sein Spiegelbild schaute ihm entgegen. Er sah noch immer gut aus. Warum auch nicht? Er war Mitte dreißig und weder Frau noch Kind bereiteten ihm Sorgen. Keine Frau, kein Kind – keine schlaflosen Nächte, dachte er und ignorierte das Gefühl in seinem Magen.

Sein Abbild fuhr sich durchs Haar. Nur die langen Tage im Büro machten sich als dunkle Halbmonde unter den Augen bemerkbar. Aber das war nichts, was man nicht mit einem Wochenende im Bett und jeder Menge Spaß kurieren konnte.

Nervosität kroch seinen Rücken hinauf. Er hatte dem jungen Mann an der Rezeption gesagt, er solle sie gleich raufschicken. Wo sollte er sie empfangen? Auf dem Bett?

Er setzte sich auf die Kante. Aber sofort schnellte er wieder hoch. Nein, das war zu plump, zu direkt.

Er ging zu dem Glastisch, auf dem ein Obstkorb und eine Flasche Champagner im Kühler bereitstanden, und ließ sich in den schweren Sessel fallen. Versuchsweise schlug er die Beine übereinander. Es fühlte sich komisch an. Unecht.

Da klopfte es. Sie war pünktlich.

Er holte tief Luft, legte ein Lächeln auf sein Gesicht und öffnete die Tür.

»Sind Sie Raymond?«, fragte eine sanfte Stimme.

Nickend schluckte er seine Erregung hinunter. Egal was die Nacht bringen würde, sie war sein Geld jetzt schon wert.

»Mein Name ist Jane«, sagte die Frau in der Tür und reichte ihm die Hand. Dann betrat sie das Zimmer. Wie nebenbei ließ sie ihren cremefarbenen Mantel auf den Sessel gleiten. Es war Februar, aber dem schwarzen Kleid nach zu urteilen, das sie trug, hätte es ein heißer Augusttag sein können.

Jane drehte sich einmal um die eigene Achse. Ihre Augen leuchteten. »Gefällt dir, was du siehst?«

Baker betrachtete ihre Figur. Ihr Bauch war flach, ihre Brüste würden gut in seinen Händen liegen und ihre Beine endeten in goldenen Stilettos. Das Make-up war dezent wie das einer kultivierten Frau. Das Auffälligste an ihr waren die wilden, roten Locken. Sie glühten wie die Sonne bei ihrem Untergang im Meer.

Oh ja, ihm gefiel, was er sah. Er löste sich vom Türrahmen und ging langsam auf sie zu. Wenige Zentimeter vor ihr blieb er stehen. Sie war groß. Er überragte sie nur um einen halben Kopf. Wäre sie kein Callgirl, sie wäre die perfekte Frau für ihn.

Lächelnd zupfte Jane eine Weintraube aus dem Obstkorb und steckte sie zwischen zwei Reihen weißer Zähne. Die nächste Traube schob sie in seinen Mund.

***

Stöhnend setzte Raymond sich auf.

»Ach, komm schon. Das kann doch passieren«, gurrte die Frau hinter ihm und strich ihm über den Bauch. »Du bist ein gut aussehender Mann mit jeder Menge Muskeln. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal.«

Oh Gott, wie häufig wird sie diesen Satz schon gesagt haben? Obwohl, wenn Baker sie so anschaute, wahrscheinlich nicht allzu oft. Nackt rekelte sie sich in den seidenen Laken. Ihr wunderschöner Körper hielt alle Versprechungen. Nur sein Körper erfüllte die an ihn gestellten Erwartungen nicht. »Scheiß Diabetes«, fluchte er mit seinem vertrauten Sprachfehler. Augenblicklich fühlte er sich lächerlich. Und zu Jane sagte er: »Wir haben Freitagabend. Hinter mir liegt eine anstrengende Woche, ich will mich heute entspannen, nicht beim nächsten Mal.« Fast schon wütend griff er in die Tasche seines Jacketts. »Ich werfe schnell etwas ein, dann machen wir da weiter, wo wir aufgehört haben.«

Jane setzte sich auf und zeigte auf die Pille in seiner Hand. »Was ist das?«, fragte sie.

»Ein Zaubermittel«, antwortete er und legte sich neben sie. »Es macht mich stark und groß.«

***

Es war früher Sonntagmorgen und wenig Verkehr auf den Straßen. Der Nieselregen der vergangenen Nacht setzte sich fort. Der Jaguar glitt über die regennasse Fahrbahn und warf einen breiten Fächer weißes Licht in die Pfützen. An der üblichen Ecke hielt ich an und sammelte Phil auf. Mit tropfendem Mantel ließ er sich auf den Beifahrersitz fallen. »Das war’s dann mit dem freien Wochenende«, murrte er.

»Was meckerst du?«, fragte ich. »Bist du sauer, weil du den Superbowl verpasst?«

Sein böser Blick und seine zusammengepressten Lippen genügten mir als Antwort, und so steuerte ich wortlos den Jaguar in Richtung Federal Plaza.

Im Aufzug nach oben versuchte ich, ihn aufzumuntern. »Zieh nicht so ein Gesicht. Ich habe mich auch auf das Spiel gefreut.« Ich öffnete meinen Mantel und lenkte seinen Blick auf das blaue Sweatshirt, das ich heute anstatt des üblichen Bürohemds trug. In weißen Buchstaben stand darauf New York und darunter rot und fett Giants.

***

»Guten Morgen, Jerry, guten Morgen Phil«, begrüßte uns Helen. Egal zu welcher Tageszeit wir sie antrafen, ihr Lächeln strahlte uns wie immer entgegen. Heute sah sie besonders chic aus. Sie trug ein cremefarbenes Kostüm und ihr glänzendes Haar hatte sie im Nacken zu einem Knoten zusammengebunden. Sandfarbene Perlen zierten sowohl ihre Frisur als auch ihren hübschen Hals.

»Ich wollte auf eine Hochzeit gehen«, erklärte sie, als sie unsere fragenden Blicke sah.

»Das kannst du uns nicht antun«, rief Phil entsetzt.

Helen lachte. »Keine Angst, ich wollte nicht selbst heiraten.« Sie zeigte auf mein Sweatshirt und schüttelte bedauernd den Kopf. »Aber so wie ihr ausseht, hattet ihr auch andere Pläne für den Tag.«

»Superbowl«, murrte Phil.

»Vielleicht seid ihr ja bis dahin fertig«, sagte sie und reichte jedem von uns eine Tasse Kaffee.

Ich glaubte nicht daran, lächelte aber trotzdem dankbar, als mir der Geruch ihres weltbesten Muntermachers in die Nase stieg.

»Was liegt an?« Ich versuchte aus Helen herauszukitzeln, was uns im Büro des Assistent Director erwartete. Mr High hatte uns bereits in den frühen Morgenstunden herzitiert.

Doch Helen war verschwiegen wie eh und je. »Geht nur hinein, der Chef erwartet euch schon.«

»Morgen«, empfing uns Mr High. Sein Gesicht sah noch zerknitterter aus als üblich. Nahezu griesgrämig nippte er an seinem Kaffee. »Dr. Lacy hat mich heute in aller Herrgottsfrühe angerufen. Auf seinem Tisch liegt ein Toter.«

Das allein war für einen Coroner nichts Ungewöhnliches. Ich wartete gespannt auf die Fortsetzung. Unser Chef öffnete eine Akte. »Raymond Baker, 35 Jahre alt, nicht verheiratet, wohnhaft Scarboro Avenue auf Staten Island. Wurde tot im Hudson Hotel in Manhattan aufgefunden. Eingecheckt hatte er am Freitagabend, bezahlte für eine Nacht. Samstagmittag fand das Zimmermädchen ihn im Bett. Tot.«

Phil knurrte. »Sir, warum wird uns der Fall übertragen? Das fällt doch in das Aufgabengebiet des NYPD.«

Phil hatte recht. Doch ich spürte, da kam noch etwas nach. Mr High hatte bestimmt einen guten Grund, wenn er uns am Superbowl-Wochenende zu sich rief.

»Das ist noch nicht alles«, fügte er prompt hinzu. »Die Kollegen haben Baker durch das NCIC laufen lassen.«

Ich wartete gespannt darauf, was das National Crime Information Center wohl ausgespuckt haben könnte.

»In den 90ern wurde Baker wegen Fahrens ohne Führerschein festgesetzt. Raten Sie mal, wer die Kaution gezahlt hat?«

Ich schaute ihn erwartungsvoll an.

»Sebastian Shoemaker«, lüftete er das Geheimnis.

Phil pfiff durch die Zähne. »Der Kerl von der New York Times

»Genau der. Raymond Baker war sein Neffe.«

Ich verstand die Anspielung und wusste, woher der Wind wehte. War ein Familienmitglied der Journalistengilde in Bedrängnis, stürzten sich die Medien wie Geier auf alles, was sie in die Klauen und zwischen ihren spitzen Schnabel bekommen konnten. Und Sebastian Shoemaker war ein Meisterexemplar seiner Zunft. Er wusste hervorragend mit den Medien umzugehen. Er spielte mit ihnen wie ein Virtuose auf seiner Geige. Stets trug er die passende Krawatte zum richtigen Anzug und verwendete Phrasen, die sich wunderbar als Schlagzeile eigneten. Er benutzte seine Zeitung, aber auch die anderen Medien gern für seine Zwecke.

»Der Justizminister persönlich hat mich gebeten, das NYPD zu unterstützen. Und ich habe ihm versprochen, dass meine besten Männer den Fall bearbeiten werden.«

Bevor Phil und ich das Kompliment verdauen konnten, setzte uns Mr High auch schon eine imaginäre Pistole auf die Brust. »Shoemakers Einfluss reicht bis nach Washington. Der Justizminister schaut uns also ganz genau auf die Finger.«

Auch das hatte ich verstanden. Es brannte, und wir sollten so schnell wie möglich löschen.

Mr High klappte die Akte zu und schob sie uns über den Tisch. »Finden Sie heraus, warum der Junge tot ist.«

Ich nahm den schmalen Ordner und blätterte ihn durch. Der Inhalt gab nicht viel her. Wir würden erst einmal Informationen sammeln müssen, wie ein Eichhörnchen Nüsse.

Ich gab Phil ein Zeichen. Aus seinem Gesicht war der übellaunige Ausdruck verschwunden. »Machen wir uns auf den Weg.«

»Schauen Sie erst bei Dr. Lacy rein, bevor Sie ins Hotel fahren«, rief uns der Chef noch hinterher.

***

In der Pathologie schlug uns der Geruch von Desinfektionsmittel entgegen. Es roch wie in einem Hospital. Nur die kranken Menschen fehlten, die mit ihren Infusionsständern auf den Gängen auf und ab gingen und die viel zu lange Zeit totschlugen. Dr. Lacys Kunden warteten geduldig in ihren Kühlfächern.

»Dr. Lacy, was haben Sie für uns?«, fragte ich den etwa fünfzigjährigen Coroner.

Lacy schob seine Brille auf die lange Nase und führte uns zu einer der Metallliegen. »Männlich, Mitte dreißig. Wenn man von einer schweren Diabetes absieht, war der Mann kerngesund.«

»Trotzdem ist er tot«, stellte Phil trocken fest.

Lacy warf ihm einen erzürnten Blick zu. »In der Ruhe liegt die Kraft, Agent Decker.« Dann zog er das weiße Laken zurück und wir konnten einen Blick auf den Toten werfen. Raymond Baker sah aus, als würde er schlafen. Seine Finger waren manikürt, seine Fußnägel hervorragend gepflegt. Ich sah keine Einschusswunde, keine Würgemale und auch keine sonstigen Verletzungen. »Was ist passiert?«, fragte ich. »Warum ist er tot?«

»Er fiel in ein diabetisches Koma und verstarb daran. Als das arme Zimmermädchen ihn fand, war er mindestens schon seit zwölf Stunden tot.«

»Das ist doch kein Mord«, schimpfte Phil. »Warum sind wir hier? Was soll das FBI bei einem Todesfall durch Überzuckerung untersuchen?«

Dr. Lacy drehte sich zu seinem Beistelltisch. »Deswegen sind Sie hier«, sagte er und hielt uns eine Beweismitteltüte unter die Nase. »Das haben die Kollegen des NYPD in seinem Jackett gefunden.«

Ich griff nach der Tüte und betrachtete die fünf blauen Pillen, deren Farbe und Form mir bekannt vorkamen. Ich wusste nur noch nicht, woher.

»Der Mann ist an gepanschtem Sildenafil gestorben«, erklärte Dr. Lacy.

»Viagra?«, riefen Phil und ich wie aus einem Mund.

»Genau, Viagra. Oder besser gesagt ein nachgemachtes Produkt. Es enthielt neben anderen unerlaubten Substanzen auch Traubenzucker, was tödlich war für den jungen Mann.«

»Würde ein Diabetiker denn Viagra einnehmen?«, fragte ich ungläubig.

Der Pathologe hob belehrend den Finger. »Gerade Diabetiker leiden oft unter sexuellen Störungen. Durch zu hohe Zuckerwerte kann es zu einer erektilen Dysfunktion kommen. Die kann sogar bis zum Verlust des sexuellen Verlangens führen. Sildenafil, also Viagra, kann da durchaus helfen.« Dr. Lacy zuckte mit den Achseln. »Das wäre auch alles kein Problem gewesen, wenn diese kleine blaue Pille nicht mit Traubenzucker gestreckt gewesen wäre.«

»Schmutziges Viagra.« Fassungslos schüttelte ich den Kopf.

Lacy nahm die Brille von der Nase und putzte sie mit dem Zipfel seines Kittels. »Da willst du einmal deinen Spaß haben, wirfst Viagra ein und das Zeug bringt dich um. So wie es aussieht, hatte der arme Kerl alles getan und war nicht einmal zum Schluss gekommen.«

Lacy war bekannt für seine unpassenden Sprüche. »Es war ja kein Viagra«, verbesserte ich ihn. »Es sah nur aus wie welches.« Aber im Grunde gab ich ihm recht. Jeder Mann, der Viagra oder ein ähnlich wirkendes Produkt kaufte, tat es, weil er Spaß im Bett haben wollte. Und weil Sexualität ein heikles Thema ist, fragte niemand so genau nach, woher das Zeug kam, wenn es einem unter der Hand angeboten wurde. Man mied die öffentliche Apotheke und griff zu. Erst recht, wenn es billiger war. Jetzt galt es herauszufinden, woher Baker das Zeug hatte.

***

Ich lenkte den Wagen aus der Tiefgarage und fuhr auf die Federal Plaza. Regentropfen prasselten gegen die Frontscheibe. Der Verkehr hatte zugenommen und wir krochen mit hundert anderen Metallkarossen ins Zentrum von Manhattan.

Vor dem Hudson Hotel nahm ein Page mein Auto entgegen. »Seien Sie vorsichtig mit dem Schmuckstück«, warnte ich ihn und warf ihm die Schlüssel zu. Er grinste und setzte sich voller Vorfreude hinter das Lenkrad.

Phil pfiff durch die Zähne. »Das ist ein Vier-Sterne-Hotel nach meinem Geschmack.«

»Bei unserem Gehalt können wir uns hier nicht einmal das Frühstück leisten, geschweige denn ein Zimmer.«

Phil blickte die Fassade hinauf. »Ich frage mich, warum Raymond Baker ein sündhaft teures Zimmer in Manhattan mietet, wenn er doch auf Staten Island wohnt. Warum tut er das? Hatte er etwas zu verheimlichen?«

Ich hätte meinem Partner erklären können, dass es Dinge im Leben eines Mannes gab, die der lieben Nachbarschaft verborgen bleiben sollten. Aber ich schwieg.

»Baker muss Damenbesuch empfangen haben.« Phil traf den Nagel auf den Kopf. »Sonst hätte er auch nicht das Viagra eingeworfen.«

»Schlau kombiniert«, antwortete ich und ließ durchblicken, dass ich zu diesem Schluss bereits gekommen war. »Ich frage mich eher, welche Art von Damenbesuch Baker in diesem Vier-Sterne-Hotel empfangen hat.«

Der Mann an der Rezeption war sehr auskunftsfreudig und bestätigte unseren Verdacht.

»Haben Sie eine Ahnung, wer die Frau war?«, fragte Phil ungeduldig. »War sie seine Freundin? Hat sie ihren Namen genannt?«

Der Rezeptionist versteifte sich und begann zu stottern. »Das nicht.« Er hüstelte. »Aber ich nehme an, es war eine Frau, die für Geld alle Wünsche erfüllt. Wenn Sie verstehen, was ich meine.«

»Sie meinen, Baker hatte Besuch von einer Prostituierten? In diesem Hotel?«

Der Mann senkte die Stimme. »Keine gewöhnliche Prostituierte, die kämen niemals zu uns herein. Nein, diese Frau hatte unübersehbar Klasse. Ich könnte sie mir nicht leisten.«

»Können Sie sie beschreiben?« Phil klappte sein Notizbuch auf.

»Noch viel besser.« Süffisant zog der Rezeptionist die Mundwinkel in die Höhe. »Ich kann Ihnen sogar ein Bild zeigen.«

Mit dem Foto der Überwachungskamera in der Hand fuhren wir hinauf in die 20. Etage. »Was für eine Frau.« Phil nahm mir das Farbbild aus der Hand. »Die könnte doch glatt modeln. Warum verkauft sie ihren Körper an Männer?«

»Verkaufen Models nicht auch ihren Körper?«, knurrte ich und entzog ihm das Foto. Es war gestochen scharf. Ich erkannte jede einzelne Locke ihrer roten Mähne. Die Farbe schien echt zu sein und nicht aus einer Color-Packung zu stammen. Phil hatte recht, so wie die Frau aussah, könnte sie jeden Beruf ausüben, bei dem gutes Aussehen vonnöten war.

Mit einem vornehmen Geräusch öffnete sich die Fahrstuhltür und wir traten hinaus in den Gang. Gelbes Band versperrte uns den Weg. Phil und ich zeigten unsere Marken und wurden zu Suite 2012 vorgelassen.

In dem Zimmer herrschte rege Geschäftigkeit. Die Kollegen der Scientific Research Division packten gerade ihre Sachen zusammen. Sie hatten die Spuren gesichert und das Zimmer freigegeben.

Ich suchte nach einem bekannten Gesicht und fand eins. Über einem für das menschliche Auge unsichtbaren Fleck hockte Bob Riley und nahm eine letzte Probe. Als wir näher kamen, schloss er gerade seinen silberfarbenen Koffer. »Das muss alles sofort ins Labor«, wies er einen jungen Mann im weißen Overall an. Dann bemerkte er uns. »Ihr hattet heute wohl auch etwas anderes vor?«, fragte er und reichte uns die Hand.

Ich zog die Augenbrauen in die Höhe. Was meinte er?

Riley zeigte auf mein Giants-Sweatshirt.

Ich grinste. »Es gibt auch Tote am Superbowl Sunday.«

Riley nickte. »Der Tod macht vor keinem Feiertag Halt.« Dann wurde er sachlich. »Keine Hinweise auf gewaltsames Eindringen. Wir haben das Zimmer durchgekämmt. Viel Arbeit bei einem Hotelzimmer, auch in dieser Preisklasse. Alles ist übersät von Fingerabdrücken, Hautschuppen und Haaren. Hinzu kommen noch Sperma im Badezimmer und Blut neben der Toilette. Scheint aber älteren Datums zu sein. Muss ich alles erst im Labor untersuchen.«

»Kampfspuren?«, fragte ich.

Riley schüttelte den Kopf. »Nur ein zerwühltes Bett und ein paar Flecken auf dem Seidenlaken.«

»Also nur diese Art von Kampf«, sagte Phil. »Sperma auf dem Laken?«

»Nein, auf dem Laken befindet sich seltsamerweise keins. Die Flecken stammen eher von den Weintrauben.« Riley zeigte auf den Obstkorb.

»Was habt ihr vom Opfer gefunden?«

Der Kriminaltechniker hielt uns zwei Beweismitteltüten unter die Nase. »Das Diabetikerbesteck und die Tabletten sind schon bei Dr. Lacy. Ansonsten haben wir hier noch Kondome der Marke ›Trojan‹ und eine prall gefüllte Brieftasche.«

»Also können wir Raub ausschließen«, resümierte ich.

»Das ist euer Job«,

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