Logo weiterlesen.de
Jerry Cotton - Folge 2799

Der Nationalparkmörder

Ethan stolperte zwischen den Bäumen hindurch, verlor an der Böschung den Halt und rutschte laut schluchzend zurück ins flache Wasser des Wildbachs. Einige Sekunden blieb er kraftlos liegen, bevor ihn das kalte Wasser so weit klar werden ließ, dass er sich erneut aufrappelte und auf die Ufersteine kroch.

»Wieso hilft mir keiner?«

Sein klägliches Flehen verlor sich zwischen den Bäumen des Adirondack State Park, bevor sein Herz endgültig den Kampf aufgab. Der Schein einiger Taschenlampen verlor sich zwischen den Bäumen.

In den Staaten an der Ostküste galt der Indian Summer grundsätzlich als eine der schönsten Jahreszeiten, wovon ich mitten in New York allerdings wenig mitbekam. Zum zweiten Mal hielten mich dringende Ermittlungen von einem geplanten Kurzurlaub ab und auch Phil war über die erneute Verschiebung seiner eigenen Urlaubspläne wenig erbaut.

»Der vierte Tote in sechs Wochen, und alle sind an dieser merkwürdigen Droge gestorben. Offenbar hat Pascale einen neuen Drogenkoch, der noch nicht alle seine Zutaten im Griff hat.«

Phil und ich waren auf dem Weg, um Pascale Tampere einen Besuch abzustatten. Mein Partner hatte sich durchgesetzt und so stand sein Topfavorit an oberster Stelle unserer Besuchsliste. Da es aktuell nur einen weiteren Namen darauf gab, Hugo Conchero, machte mir diese Reihenfolge weniger zu schaffen.

»Entweder so oder Conchero hat einen seiner Panscher aus dem Dschungel von Kolumbien nach Big Apple geholt«, wollte ich allerdings auch nicht einfach klein beigeben.

Eine halbe Stunde später betraten wir den Feinkosthandel, der Pascale Tampere als Deckmantel für seine schmutzigen Geschäfte diente. Offiziell belieferte Tampere die gesamte Ostküste und einige Staaten im Mittelwesten mit besonders exquisiten Lebensmitteln. Ein Angestellter tauchte zwischen den mit Luxusspeisen gefüllten Regalen auf und sah uns lächelnd an. Dieses Lächeln hielt nicht mehr an, als wir unsere Dienstausweise hochhielten.

»FBI? Gibt es Probleme?«

»Special Agent Cotton, und das ist Special Agent Decker. Wir möchten mit Ihrem Boss sprechen. Pascale sitzt doch bestimmt an seinem Schreibtisch und schlürft Austern, oder?«

Sein nervöser Blick über die Schulter reichte uns als Antwort. Mit einem Lächeln schob ich den verunsicherten jungen Mann zur Seite und betrat das Büro von Pascale, ohne lange anzuklopfen.

»Raus hier!«

Der Mann, der vor vielen Jahren aus den Dominikanischen Republiken nach New York gekommen war, fauchte es voller Wut. Phil und ich blieben stehen.

»Nein, das mit den Austern war ein Irrtum. Machen Sie eine Pause, Lady. FBI!«

Die Frau verpackte ihre mit Silikon ausgepolsterte Brust mit einem lakonischen Grinsen in dem schwarzen Mieder, knöpfte die weiße Bluse wieder zu und ging lässig an uns vorbei. Phil versetzte der Bürotür einen Stoß, sodass sie ins Schloss fiel und wir ungestört mit Pascale reden konnten.

»Was soll der Scheiß? Die Lady ist meine Verlobte!«, beschwerte sich der Mann.

Seine gelblichen Augen sprangen von Phil zu mir, ohne dabei an Freundlichkeit zu gewinnen.

»Special Agent Cotton, und der freundliche Kollege an der Tür ist Special Agent Decker.«

Pascale griff zu einem Glas mit einer perlenden Flüssigkeit, die ich als Champagner einstufte. Während er einen großen Schluck trank, behielt er mich im Auge. Die fleckige Haut seines Gesichts, die gelbliche Tönung seiner Augen und der schmale Mund ließen Tampere krank wirken.

»Was wollen Sie von mir, Agent Cotton? Mein Geschäft ist sauber.«

»Ja, was die Fußböden angeht, schon. Wir interessieren uns aber nicht für die Fußböden ihres Feinkostladens, Pascale. Ihr neuer Drogenmischer bereitet uns Kopfschmerzen, denn er versteht sein Geschäft nicht«, gab ich kalt zurück.

Tampere stellte sein Glas ab und musterte mich lässig.

»Keinen Schimmer, wovon Sie da reden. Drogenmischer?«

Es war klar, dass er uns diese Nummer vorspielen würde. Phil und ich hatten nichts anderes erwartet. Mein Partner zählte ein Dutzend Namen auf, während ich Pascale beobachtete. Er bemühte sich sehr, keine verräterische Reaktion zu zeigen. Doch das Flackern seiner Augen nahm zu, was mir genug verriet.

»Ihre Zwischenhändler werden gerade intensiv von den Kollegen der Drogenfahndung befragt. So etwas zieht sich gerne einmal gute achtundvierzig Stunden hin, Pascale.«

Phil lächelte kühl bei seiner wie beiläufig hingeworfenen Bemerkung.

»Angenommen, ich wüsste, worüber Ihr Partner da redet. Was bezwecken Sie mit dieser Geschichte, Agent Cotton?«

Tampere war kein Dummkopf und ordnete unseren Höflichkeitsbesuch richtig ein.

»Liefern Sie uns diesen Giftmischer aus, Pascale. Solange der Typ Ihre Kundschaft vergiftet, schädigt er Ihr Geschäft doppelt. Sie verlieren die Kundschaft und wir stehen Ihnen permanent auf den Füßen«, brachte ich unser Anliegen auf den Punkt.

Pascale Tampere starrte auf sein Champagnerglas und dachte über meine Worte nach. Dann hob er seinen Kopf und ein neuer Ausdruck stand in seinen Augen.

»Nur unter uns, Agent Cotton. Könnte ich diesem Giftmischer beikommen, gäbe es dieses Problem schon längst nicht mehr. Verstehen Sie, was ich damit sagen will?«

Natürlich verstanden wir ihn sehr gut. Die Frage war nur, ob wir ihm seine Unschuldserklärung abkaufen konnten. Ich sah zu Phil, der langsam nickte.

»Gut, Pascale. Vorerst glauben wir Ihnen. Sollte es sich als falsch herausstellen, haben Sie demnächst unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.«

Mit dieser Warnung verließen wir das Büro von Tampere und gingen an dem verdattert dreinblickenden Angestellten vorbei aus dem Geschäft. Ich konnte nicht einschätzen, ob seine Verwirrtheit aus unserem Auftritt oder nicht doch mehr aus der Anwesenheit der extrem verführerisch gekleideten Verlobten seines Bosses resultierte.

»Sieht fast so aus, als wenn deine Nase dieses Mal besser funktioniert«, räumte Phil ein.

Er hatte wieder auf dem Beifahrersitz im Jaguar Platz genommen und aktivierte den Computer in der Mittelkonsole.

»Nächster Halt in der Holland Avenue, Agent Cotton. Ich bin schon sehr gespannt, wie Hugo Conchero auf unseren Besuch reagieren wird.«

Der füllige Hugo war früher ein recht erfolgreicher Schwergewichtsboxer gewesen, der sich aus den Slums von Detroit bis an die nationale Spitze gekämpft hatte. Heute führte der zwielichtige Hugo eine Promotion-Agentur für verschiedene Sportarten, darunter auch viele Showveranstaltungen mit abgetakelten Boxern.

In der Holland Avenue befand sich das Büro seiner Agentur, wo er jetzt anzutreffen sein sollte. Auf der Fahrt dorthin brachte Phil mich auf den aktuellen Stand, was die krummen Geschäfte des Promoters anging. Hugo betrieb einen schwunghaften Handel mit Pillen, die bei Sportlern zu enormen Leistungssteigerungen führten. Dummerweise standen sie auf den Listen für verbotene Substanzen. Da ihm dieser Geschäftszweig nicht mehr genügend Einnahmen bescherte, hatte Hugo sich vor zirka drei Jahren dem Drogenhandel zugewandt. Mit erstaunlichem Erfolg, und das gegen eine nicht eben zimperliche Konkurrenz.

***

In der Agentur konnten wir uns nicht so einfach am Personal vorbeischieben, wie wir es im Feinkostgeschäft von Pascale Tampere geschafft hatten. Zwei beeindruckend muskulös gebaute Männer saßen nicht nur als lebende Dekoration im Vorzimmer herum. Als Phil und ich vor dem Schreibtisch einer blondierten Frau mit übertrieben dick aufgetragenem Make-up stehen blieben, musterten uns die beiden Aufpasser argwöhnisch.

»Special Agent Cotton und Special Agent Decker vom FBI. Mister Conchero erwartet uns«, behauptete ich dreist.

So ganz falsch würde ich allerdings mit dieser Behauptung nicht liegen, denn auch Hugo Conchero musste nach den aktuellen Todesfällen mit einem Besuch des FBI rechnen.

»Tut er nicht«, knurrte einer der beiden Aufpasser.

Der Mann hatte seine Sportzeitschrift weggelegt und seine beeindruckende Figur aus dem Sessel erhoben. Er näherte sich dem Schreibtisch, hinter dem die Blondine gespannt zusah. Ihr besorgter Blick galt mehr den Utensilien auf ihrem Schreibtisch als meiner Person.

»Immer mit der Ruhe, mein Freund. Hugo wird es kaum wollen, dass wir uns mit seinen Aufpassern einen Kampf im Vorzimmer liefern«, mahnte ich die menschliche Dampfwalze.

Auf dem Muskelberg des Mannes thronte ein zu kleiner Kopf, aus dem mich zwei hellbraune Augen abweisend musterten. Bei diesen Proportionen ging ich davon aus, dass er einige der ungesunden Aufbaupräparate seines Bosses geschluckt hatte. Das würde auch sein unangemessen aggressives Auftreten erklären.

»Einen Kampf? Halbe Figuren wie dich erledige ich im Tiefschlaf«, knurrte er belustigt.

Da seine Stimmbänder irgendwann in der Jugend vorzeitig ihre weitere Entwicklung eingestellt hatten, vermutlich eine weitere Nebenwirkung der Pillen, fehlte der Stimme die nötige Tiefe. Seine Drohung wurde dadurch nicht weniger gefährlich, auch wenn seine Stimme leider zum Grinsen reizte.

»Ach, das findest du witzig? Na, warte!«

Ehrlich gesagt war ich von einer verbalen Attacke ausgegangen. Dass der Schläger tatsächlich im Vorzimmer seines Chefs einen Angriff auf einen Bundesagenten starten würde, damit hatte ich dann doch nicht gerechnet. Sein Vorstoß überraschte mich daher ein wenig, sodass ich den ersten drei Schwingern nur ausweichen konnte. Ein böses Lächeln erschien in seinem Gesicht.

»Weglaufen hilft dir auch nicht weiter, Kleiner!«

Doch mittlerweile hatte ich mich gesammelt und ließ ihn anstürmen. Den Hieb des Aufpassers pendelte ich mit dem Oberkörper aus, sodass die Faust nur knapp am linken Ohr vorbeiflog. Dann packte ich seinen Arm und warf den schweren Mann mittels seines eigenen Schwungs in den Sessel zurück, in dem er zuvor gesessen hatte. Das Möbelstück brach unter dem Gewicht zusammen und der Krach lockte auch Hugo Conchero aus seinem Büro.

»Was soll dieser Lärm?«

Der füllige Promoter stand neben dem Schreibtisch seiner Sekretärin und starrte verblüfft auf den Aufpasser, der sich soeben mühsam aus den Überresten des Sessels erhob.

»Ihre Aufpasser sind leicht überreizt, Conchero. Special Agent Cotton und Special Agent Decker vom FBI!«

Ein kurzer Blick auf unsere Marken, dann wandte Hugo sich an die Blondine.

»Wusste Carlos das?«

Sie nickte brav und bestätigte, dass wir uns sofort als Bundesagenten ausgewiesen hatten.

»Pack deine Sachen und verschwinde, Carlos! Schwachköpfe wie dich kann ich hier nicht gebrauchen.«

Mit einem falschen Lächeln breitete Hugo seine dicken Arme aus.

»Sorry, Agent Cotton. Dieser Angriff war natürlich völliger Unsinn, und falls Sie Carlos dafür festnehmen wollen, haben Sie meine volle Unterstützung.«

Der gefeuerte Aufpasser stand mit fassungslosem Gesichtsausdruck im Raum, und als ich mit einem Kopfschütteln das Ansinnen von Hugo ablehnte, reichte eine knappe Geste und Carlos stampfte eilig aus dem Vorzimmer.

»Bitte, Agents. Kommen Sie in mein Büro. Schafft die Trümmer weg und stellt einen neuen Sessel auf.«

Hugo deutete für uns auf sein Büro, bevor er sich an die Blondine und den zweiten Aufpasser wegen eines neuen Sessels wandte. Während ich der Aufforderung ohne Umschweife nachkam und in Hugos Büro marschierte, überließ Phil dem Promoter den Vortritt.

»Setzen Sie sich doch, Agent Cotton. Einen Kaffee oder lieber etwas Stärkeres auf den kleinen Schreck hin?«

Hugo war neben einer Kommode stehen geblieben und mimte den aufmerksamen Gastgeber.

»Weder noch, Mister Conchero. Wir interessieren uns viel mehr für den unfähigen Drogenkoch, der Ihre Ware verdirbt.«

Hugo ging mit einer Tasse Kaffee hinter seinen Schreibtisch und sah mich mit ausdruckslosen Augen an.

»Irgendwer muss Ihnen da eine falsche Information verkauft haben, Agent Cotton. Meine Agentur vermarktet Sportveranstaltungen. Mit Drogen habe ich nichts zu schaffen.«

Phil lachte trocken auf. Nach den vielen Befragungen mit Gangstern kannten wir das Repertoire an Lügen oder Ausflüchten fast auswendig

»Sparen wir uns diesen Blödsinn, Mister Chonchero. Es geht aktuell ausschließlich um den Giftmischer, der bereits vier Tote auf dem Gewissen hat. Und das sind nur die Toten, von denen wir wissen.«

Hugo schwieg und wartete auf eine Frage von mir.

»Dieser unfähige Drogenkoch gefährdet Ihre Geschäfte.«

Ich trug die gleiche Ermahnung wie bei Tampere vor und achtete auf die Signale in Hugos Augen. Er hörte sich den Vortrag kommentarlos an und in seinem Gesicht regte sich überhaupt nichts. Entweder war Hugo als Schauspieler ein Naturtalent oder er fühlte sich von meinen Argumenten nicht getroffen.

»Wäre ich ein Drogenhändler, träfen Ihre Ausführungen sicherlich zu, Agent Cotton. In dem Fall wäre besagter Giftmischer allerdings längst an seinem eigenen Zeug krepiert, oder glauben Sie ernsthaft, dass ein Gangster sich eine solche Stümperei gefallen lassen würde?«

Phil lehnte mit der Hüfte an der Kommode und klatschte beifällig Applaus.

»Sie hätten sich für die Schauspielerei entscheiden sollen, Hugo. Als Boxer waren Sie nur Mittelmaß, aber mit diesem Talent hätten Sie es locker in Hollywood geschafft«, spottete mein Partner.

Der verbale Seitenhieb zeigte Wirkung, wie die sich ballenden Fäuste bewiesen. Doch Hugo hatte sich schnell wieder unter Kontrolle und lächelte Phil bissig an.

»Auf jeden Fall kann ich Ihnen bei diesem Giftmischer nicht weiterhelfen. Warum kümmern Sie sich nicht um diesen neuen Verteilerring? Man hört da ja so dies und das.«

Seine Retourkutsche war nicht schlecht, denn diesen Verteilerring gab es wirklich, und der bereitete uns ebenfalls große Kopfschmerzen. Es wunderte mich ein wenig, dass Hugo es ausgerechnet jetzt als Argument brachte.

»Wieso, Hugo? Sehen Sie da einen Zusammenhang?«

Er wiegte zuerst mit dem Kopf, bevor er dann die massigen Schultern zuckte.

»Wer weiß? Angeblich sind die Leute hinter dem Verteilerring neu im Geschäft. Würde dann so ein schlechter Drogenkoch nicht ganz gut dazu passen?«

Phil stieß einen leisen Pfiff aus und musterte Hugo mit größerer Intensität, was dem Sportvermarkter nicht sehr behagte.

»Was? Finden Sie meine Idee so abwegig oder staunen Sie darüber, dass mein Gehirn trotz der vielen Erschütterungen noch gut funktioniert?«

Nach dem, was Phil mir während der Fahrt über Hugo Conchero berichtet hatte, funktionierte sein Kopf wirklich noch sehr gut. Sein offizielles Geschäft lief nicht einmal übel und im Drogenhandel verteidigte Hugo seine Stellung ebenfalls sehr clever.

»Weder noch, Hugo. Es macht mich nur neugierig, dass Sie uns diesen Brocken hinwerfen. Da fragt sich der geneigte Agent doch, wieso Sie es tun. Verstehen Sie?«

Phil legte es darauf an, Hugo aus der Reserve zu locken. Mein Partner erwartete offenbar, dass es sich lohnen könnte.

»Weil ich kein Interesse daran habe, dass mir das FBI auf den Füßen steht. Schlecht fürs Geschäft. Verstehen Sie?«

Vermutlich war es so eine Art Reflex, dass Hugo immer zum Gegenangriff übergehen musste. Er war es aus dem Boxring so gewohnt und setzte es auch im normalen Leben ein.

»Hört sich in meinen Ohren so an, als wenn wir Ihnen lästige Konkurrenz vom Hals schaffen sollten. Werden Sie alt, Hugo?«

Dessen Kopf ruckte zu mir herum und ein Anflug von Wut glomm in seinen Augen auf.

»Ganz sicherlich nicht, Agent Cotton! Statt mir für den Tipp dankbar zu sein, beleidigen Sie mich. Warum?«

Phil und ich lachten laut auf. Hugo war wirklich ein wahrer Sonnenschein und sein ganzes Gehabe konnte durchaus reine Ablenkung sein. Einen Augenblick musterte ich das runde Gesicht des Ex-Boxers und dann erhob ich mich. Phil stieß sich von der Kommode ab und folgte mir.

»Wir werden sowohl diesen unfähigen Drogenmischer finden als auch den Verteilerring zerschlagen, Mister Conchero. Egal, wer tatsächlich dahintersteckt. Versprochen!«

Hugo verstand meine Worte so, wie sie gemeint waren: als Warnung. Als ich durchs Vorzimmer ging, standen dort wieder zwei intakte Sessel und ein neuer Aufpasser hatte sich als Ersatz für den Heißsporn von vorhin eingefunden. Dessen Blumenkohlohren und vernarbte Augenbrauen ließen keinen Zweifel aufkommen, aus welchem Lager Hugo ihn rekrutiert hatte.

***

Der schlanke Mann studierte mit gerunzelter Stirn die Daten auf dem Computerbildschirm.

»Ich sollte wohl meine Freunde beim FBI informieren«, entschied Dr. Blunt sich nach einer Weile.

Der erfahrene Pathologe war von Britt Palmerson mit der Überprüfung der Obduktionsergebnisse ihres Sohnes Justin beauftragt worden.

»Justin hat sicherlich Pillen geschluckt und vermutlich auch Pott geraucht, Doktor Blunt. Das erklärt aber nicht, wieso er jetzt an einer Vergiftung gestorben sein soll«, hatte Britt Palmerson ihren Auftrag an ihn begründet.

Victor Blunt war mit den Fähigkeiten der Menschen vertraut, unliebsame Wahrheiten zu verdrängen. Er reagierte daher mit seiner gewohnt direkten Art, da ihn der Auftrag in keiner Weise interessierte.

»Es reicht aus, wenn Ihr Sohn verschiedene Drogen durcheinander genommen hat, Mistress Palmerson. Vielleicht hat er sich auch verschmutztes Zeug andrehen lassen.«

Normalerweise reagierten Menschen aus der sozialen Oberschicht ziemlich ähnlich auf solche Ablehnungen. Blunt war es gewohnt, dass man ihm höhere Geldbeträge anbot, und wenn er sich weiterhin weigerte, erfolgte in der ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Jerry Cotton - Folge 2799" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen