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Jerry Cotton - Folge 2798

Die Wächter Amerikas

Jack Frost war völlig außer Atem. Nachdem er vergeblich versucht hatte, seine Verfolger in South Brooklyn abzuschütteln, lief er auf den Greenwood-Friedhof. Vielleicht hatte er hier mehr Glück. Er wollte noch nicht sterben. Nicht jetzt. Und nicht hier.

Er arbeitete sich weiter zum Zentrum des Friedhofs vor. Als er auch von dort niemanden mehr ausmachen konnte, setzte er sich, nahm sein Handy heraus und wählte die Nummer des FBI New York.

Doch noch bevor jemand auf seinen Anruf reagierte, vernahm er ein dumpfes Geräusch. Gleichzeitig spürte er einen mörderischen Schmerz in der Bauchgegend. ›Schalldämpfer‹, dachte er bei sich und blickte an seinem Körper herunter. Er war getroffen! Im Intervall seines Herzschlags quoll Blut aus der Wunde. Eine dunkle Gestalt trat auf ihn zu. Es kostete ihn enorme Anstrengung, seinen Kopf zu heben, um ein Gesicht zu erkennen. Doch alles war nur noch ein verschwommenes Grau. Den nächsten Schuss, der seinen Körper traf, nahm er nicht mehr wahr. Jack Frost, Undercover-Agent des FBI New York, war tot.

Es war ein wundervoller sonniger Frühlingsmorgen in Manhattan. Der Himmel war blau, kein Wölkchen war zu sehen und die Temperaturen hatten schon etwa 15 Grad erreicht. In der Nacht war es noch etwas kühl gewesen, aber die Sonne wärmte mit ihren Strahlen nicht nur die Gemüter auf.

»Das Wetter scheint es mit dem mächtigsten Mann der Welt gut zu meinen«, sagte Phil und spielte damit auf den bevorstehenden Besuch des Präsidenten an. Nach mehr als zwei Jahren im Amt war es für ihn Zeit, mit dem nächsten Wahlkampf zu beginnen. Und eine seiner wichtigsten Stationen dabei war New York City. Immerhin lebten im Umkreis meiner Wahlheimat fast 20 Millionen Menschen.

»Dann muss es sich aber noch ein paar Tage so halten«, erwiderte ich. »Auch wenn sich schon alle im Präsidenten-Fieber befinden, ist es ja noch lange nicht so weit. Bis er seine Rede im Central Park hält, vergehen noch ein paar Tage.«

Phil schlenderte lässig neben mir die Attorney Street auf der Lower East Side von Manhattan entlang. »Das wird schon. Ich habe, was das Wetter angeht, ein echt gutes Gefühl. Auch die Stimmung der Leute gefällt mir. Der bevorstehende Besuch des Präsidenten scheint ihre Laune zu heben. Sind halt alle gute amerikanische Patrioten.«

»Oder es liegt am guten Wetter«, sagte ich.

»Oder an beidem«, meinte Phil. »Natürlich kann man das Wetter als wichtige Variable nicht ganz ausschließen. Aber ich denke, der bevorstehende Staatsbesuch trägt auch dazu bei. All die Fahnen, die gerade aufgehängt werden, da kehren gute Patrioten doch gern ihren Nationalstolz heraus.«

»Sollen sie ihn ruhig herauskehren«, sagte ich. »Wobei ich den ganzen Feierlichkeiten lieber fernbleiben und sie vor dem Fernseher genießen würde.«

Phil lächelte eine an uns vorbeispazierende junge Dame an. »So wie es im Moment aussieht, wird daraus nichts. Da wir, wie fast jeder FBI-Agent, dem Schutz des Präsidenten und der Sicherung der Umgebung zugeteilt sind, werden wir bei den wichtigen Veranstaltungen auf jeden Fall im Dienst sein. Vielleicht sogar in der Nähe des Geschehens.«

Phil hatte recht. Der ganze Polizeiapparat von New York City konzentrierte sich auf den bevorstehenden Besuch. Jeder, vom Streifenpolizist oder Detective bis hin zu den FBI-Agents, war für die Vorbereitungen und die Durchführung der Sicherheitsmaßnahmen rund um die Feierlichkeiten eingeteilt worden.

»Auch wenn ich nicht so auf große Veranstaltungen stehe – im Moment sehe ich das als willkommene Abwechslung an«, sagte ich und schaute mich um. Um uns herum befand sich alles in bester Ordnung. Kein aufdringliches Gehupe irgendeines gereizten Autofahrers, niemand, der gehetzt durch die Straßen eilte. Alles lief seinen geordneten Gang. Genau so, wie es in Manhattan sein sollte.

Wir hatten gerade den Tompkins Square erreicht, als mein Handy klingelte. Helen war dran. »Jerry, Mister High möchte dich dringend im Büro sehen. Und Phil auch. Kommt bitte schnell!« Ihre Stimme klang erschüttert.

»Was ist passiert?«, fragte ich, auf alles gefasst.

»Das möchte Mister High euch beiden lieber persönlich sagen«, antwortete sie und legte auf, nachdem ich ihr zugesichert hatte, in etwa zwanzig Minuten im Büro zu sein.

»Das hört sich nicht gut an«, sagte ich zu Phil.

»Schlechte Nachrichten? Kommt der Präsident etwa doch nicht?«, fragte er mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

»Hörte sich ernst an. Wir sollen sofort ins Field Office kommen«, antwortete ich.

Das Lächeln meines Partners verschwand. »Dann mal los!«

Mit schnellen Schritten eilten wir zum Jaguar und machten uns auf den Weg.

***

Selten war Helens Gesichtsausdruck so von Trauer überschattet gewesen wie an diesem Morgen. Sie blickte kurz auf, als wir ankamen, und schaute schnell wieder weg. Ich sah, dass ihr Make-up ein wenig verlaufen war. Sie hatte geweint. Was war geschehen? Es musste etwas sein, was ihr persönlich sehr nahe ging. Aber was?

Auch Mr Highs Gesicht sah alles andere als frisch aus. Ich wusste, dass er aufgrund des bevorstehenden Besuchs des Präsidenten bis spät in die Nacht arbeitete, aber seine niedergedrückte Stimmung hatte bestimmt einen anderen Grund.

»Nehmen Sie bitte Platz!«, sagte er, als wir sein Büro betraten.

Ich schaute mich um. Alles sah aus wie sonst auch. An den Wänden hingen die üblichen Bilder und Auszeichnungen, und wie so oft stapelten sich auf seinem Schreibtisch die Akten. Der Stimmung entsprechend schwieg ich und wartete darauf, dass er uns sagte, was geschehen war.

Er blickte kurz auf. »Meine Herren, es tut mir leid, Ihnen das mitteilen zu müssen, aber wir haben einen schweren Verlust zu beklagen.« Er hielt kurz inne.

Verlust? Offenbar war jemand ums Leben gekommen. Aber wer?

Bevor ich raten konnte, fuhr Mr High fort. »Gestern Abend ist unser geschätzter Kollege Jack Frost bei einem Undercover-Einsatz ermordet worden.«

Jack Frost war tot? Bei der Nachricht schnürte sich mir die Kehle zu. Ein Blick zu Phil verriet mir, dass es ihn ebenso getroffen hatte. Ich selbst kannte Frost nicht besonders gut. Bei Phil war das anders. Die beiden hatten schon mal zusammengearbeitet. Das war ein paar Jahre her, was es aber für Phil bestimmt nicht einfacher machte.

»Wie ist das passiert?«, fragte Phil. Sein kriminalistischer Instinkt hatte sich eingeschaltet und verlangte nach Antworten.

Mr High schaute ihn an.

»Gemäß dem, was wir bis jetzt wissen, ist er letzte Nacht auf dem Greenwood-Friedhof erschossen worden«, beantwortete Mr High Phils Frage.

»Verdammt!«, fluchte Phil. »Wie konnte das geschehen? Wer hat auf ihn geschossen?«

Auch wenn wir die Gefahren unseres Jobs kannten, wollten wir sie oft nicht wahrhaben.

Mr High blickte Phil verständnisvoll an. »Ich habe erst vor einer Stunde davon erfahren. Ein paar Detectives vom NYPD sind bei der Leiche. Ich habe sie gebeten, die Stellung zu halten, bis Sie vor Ort sind.«

»Sie übertragen uns den Fall?«, fragte ich nach.

Mr High nickte. »Ich will, dass der Sache auf den Grund gegangen und der Mörder gefasst wird – und zwar bevor Frost beerdigt wird. Daher ziehe ich Sie von Ihren Aufgaben im Zusammenhang mit dem Besuch des Präsidenten ab.«

»Geht klar«, antwortete ich kurz.

Phil war etwas in Gedanken versunken und sagte nichts. Ich stand auf, klopfte ihm auf die Schulter und ging voraus. Phil folgte mir.

»Ich kann es immer noch nicht glauben«, sagte er. »Ich habe Jack letzten Monat noch gesehen. Er war gut drauf. Hat darüber geredet, sich ein kleines Boot zuzulegen. Und jetzt das.«

»Schauen wir, dass wir seinen Mörder finden. Das ist das Mindeste, was wir tun können«, sagte ich in dem Versuch, Phil etwas aufzumuntern.

»Ja, das können wir tun. Und das werden wir auch tun!«, brachte er energisch hervor.

***

Wir fuhren auf schnellstem Wege zum Greenwood Cemetery und parkten in der Nähe von zwei Wagen des NYPD. Etwas weiter standen schon die Fahrzeuge der Presse. Offenbar hatte mal wieder jemand den Polizeifunk abgehört. Glücklicherweise hatten die Kollegen vom NYPD den Bereich bereits weiträumig abgesperrt.

Ein Cop begrüßte uns und wies uns den Weg zum Tatort. Er befand sich etwa im Zentrum des Friedhofs. Als wir dort ankamen, sahen wir Jacks Körper, der zusammengesunken an einem Grabstein lehnte. Sein Gesicht war weiß und fahl, der Oberkörper voller Blut. Seine toten Augen blickten ins Nirgendwo.

»Jemanden auf einem Friedhof zu töten, das ist ziemlich makaber, wenn Sie mich fragen«, sagte der junge Detective, der vor Ort auf uns gewartet hatte. »Einer Ihrer Kollegen?«

Ich nickte und zeigte meine Marke. »Agents Decker und Cotton. Wir sind gekommen, um den Fall zu übernehmen. Was können Sie uns sagen?«

Er schaute kurz zu Phil hinüber und wandte sich dann wieder an mich. »Er wurde von mindestens zwei Kugeln getroffen, eine im Bauchbereich, die andere ins Herz. Da wir den Körper nicht bewegt haben, können wir nichts Genaueres sagen. Leere Patronenhülsen haben wir keine gefunden. Der Täter wird sie mitgenommen haben. Wahrscheinlich hat er die beiden Schüsse von hier abgegeben.« Er deutete auf Fußspuren im weichen Boden. »Niemand hat irgendwelche Schüsse gemeldet. Entweder hat sie keiner gehört oder der Täter hat einen Schalldämpfer benutzt.«

»Schalldämpfer?«, horchte Phil auf. Er wusste, dass gewöhnliche Straßenkriminelle kaum mit Schalldämpfern arbeiteten.

»Wir haben auch schon ein paar Spuren markiert, die wir gefunden haben. So wie es aussieht, ist Frost aus dieser Richtung gekommen, wie der Täter auch«, fuhr der Detective fort und zeigte in Richtung der Upper Bay des Hudson River.

»Wer hat ihn gefunden?«, fragte ich.

»Der Friedhofsgärtner«, antwortete der Detective und schaute auf seinen Notizblock. »Mister Nolan Mysliwitz. Komischer Kauz. War ganz schön aus dem Häuschen. Von jemandem, der auf einem Friedhof arbeitet, hätte ich eine solche Reaktion nicht erwartet.«

»Wahrscheinlich hat er mehr mit Pflanzen zu tun als mit Leichen«, bemerkte ich. »Wo ist er jetzt?«

»Er wartet in dem Schuppen da hinten. Ich habe ihm gesagt, dass er sich bereithalten soll, seine Aussage zu machen.«

»Das erledigen wir gleich«, sagte ich.

»Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie den Kerl schnappen. Wenn ich noch irgendetwas tun kann, können Sie auf mich zählen«, sagte der Detective.

Ich nickte. Unter Mitgliedern der Polizei, gleich welcher Behörde, war es eine eiserne Regel, dass man Polizistenmörder nicht entkommen ließ. Solche Typen wurden mit unbarmherziger Härte gejagt. Das diente in erster Linie der Abschreckung. Wer weiß, wie vielen Cops diese Richtlinie schon das Leben gerettet hatte.

Kurz nachdem der Detective mit seinem Kollegen aus unserem Blickfeld verschwunden war, tauchte Dr. Gassettes von der Crime Scene Unit auf.

Während sich ihre Leute an die Arbeit machten und die Spuren sicherten, kam sie zu uns herüber. »Armer Kerl. Hat ihn voll erwischt. Hab gehört, dass er vom FBI war. Kanntet ihr ihn?«

Phil achtete nicht auf sie, sondern schaute sich in der Gegend um und entfernte sich von uns.

»Ja, wir kannten ihn. Phil besser als ich«, antwortete ich.

Dr. Gassettes schaute kurz zu Phil hinüber. »Hat ihn wohl ganz schön mitgenommen.«

»Er braucht ein bisschen Zeit, um damit klarzukommen«, erwiderte ich. »Ich kann mir gut vorstellen, was in ihm vorgeht. Das Beste ist, ihn im Moment seinen Job machen zu lassen. Wenn Phil eine Fährte aufgenommen hat, kann ihn sowieso niemand aufhalten.«

»Dann mache ich besser auch meinen Job, damit ihr schnell Ergebnisse erhaltet«, sagte Dr. Gassettes und ging zur Leiche von Frost. Nachdem ihre Leute Fotos gemacht hatten, stellte sie aufgrund der Lebertemperatur den Zeitpunkt des Todes fest.

»Der Todeszeitpunkt liegt zwischen ein und zwei Uhr morgens«, sagte sie. Dann bewegte sie den Leichnam und untersuchte ihn. »Zwei Eintrittswunden vorne, zwei Austrittswunden hinten. Ich schätze, dass der Schuss in der Bauchgegend nicht tödlich war, wohl aber der ins Herz. In welcher Reihenfolge die Schüsse erfolgt sind, kann ich so noch nicht sagen. Dafür muss ich ihn im Labor obduzieren.«

»Ich warte dann auf die Ergebnisse«, sagte ich kurz und ging zu Phil.

»Schon was entdeckt?«, fragte ich.

»Nicht wirklich«, erwiderte Phil. »Sieht nicht so aus, als hätte der Täter Spuren hinterlassen.«

»Wir haben die Abdrücke im Boden, und die Kugeln werden wohl auch noch zu finden sein. Sobald Dr. Gassettes ihre Arbeit abgeschlossen hat, werden wir mehr wissen«, sagte ich. »Wir sollten jetzt den Gärtner befragen.«

Phil nickte nur, sagte aber kein Wort.

***

Der Weg zum Schuppen, in dem sich der Gärtner laut Aussage des NYPD-Detective befand, führte uns an verschiedenen Grabsteinen vorbei. Einige davon waren regelrechte Kunstwerke. Doch bei den meisten handelte es sich einfach um quaderförmige Steine mit Aufschrift. Hier war der Platz, wo das Leben sein Ende fand. Und wo es für Jack Frost geendet hatte.

»Mister Mysliwitz?«, rief ich, als wir den Schuppen erreicht hatten. Kurz darauf trat ein älterer Mann mit vollem, aber grauem Haar heraus. Er war etwa 1,70 Meter groß und trug einen grünen Arbeitsanzug.

»Ja, der bin ich«, sagte er. »Und wer sind Sie?«

»Agents Decker und Cotton vom FBI«, antwortete ich. »Wir würden gern Ihre Aussage aufnehmen.«

Er deutete auf ein paar Bänke, die etwas weiter entfernt standen. »Wollen wir da Platz nehmen?«

Wir kamen seiner Aufforderung nach, gingen zu den Bänken hinüber und setzten uns.

Seine Hände zitterten ein wenig.

»Es tut mir leid, dass Sie das erleben mussten«, versuchte ich ihn zu beruhigen. »Wir wollen nur wissen, wie Sie Mister Frost heute Morgen gefunden haben und ob Ihnen irgendetwas Besonderes aufgefallen ist.«

Er schüttelte verneinend den Kopf. »Ich bin vor etwa zwei Stunden wie jeden Morgen zur Arbeit gekommen. Wohne ja nicht weit von hier, in der New Utrecht Avenue. Habe mir wie jeden Morgen meine Zeitung gekauft und bin dann zum Friedhof gegangen. Mir fiel auf, dass die Vögel sich merkwürdig verhalten haben, anders als sonst. Ein paar Krähen kreisten um die Stelle, an der ich dann den Mann fand.« Er stockte, seine Hände zitterten wie Espenlaub. »Er saß da, unbewegt und ruhig. Wäre da nicht all das Blut gewesen, hätte man glauben können, dass er seinen Rausch ausschläft. Und er war allein. Ich wusste erst nicht, was ich tun sollte. Dann habe ich die Polizei gerufen. Den Rest kennen Sie ja.«

»Und sonst ist Ihnen wirklich nichts aufgefallen?«, fragte Phil, wobei seine Stimme fordernd klang.

Mister Mysliwitz zuckte ein wenig zusammen. »Nein, sonst nichts. Ich habe gemacht, dass ich von dort wegkomme. Hätte ja sein können, dass derjenige, der das getan hat, noch in der Nähe war.«

»Gibt es auf dem Friedhof irgendwelche Kameras?«, fragte ich nach.

»Nein, die brauchen wir hier nicht, wir hatten nie Ärger – bis heute«, antwortete der Gärtner.

Ich reichte ihm meine Karte. »Rufen Sie uns bitte an, wenn Ihnen noch etwas einfällt.«

Dann verabschiedeten wir uns von ihm.

***

»Wer war der Partner von Frost?«, fragte ich Phil.

Er überlegte kurz. »Ich glaube, den habe ich nie kennengelernt. Da müssen wir in der Zentrale nachfragen.«

»Ob er auch undercover arbeitet?«, fragte ich.

»Wäre möglich«, antwortete Phil.

»Dann lass uns zur Zentrale fahren und das nachprüfen«, sagte ich. Kurz darauf waren wir unterwegs.

In den Straßen New Yorks herrschte inzwischen reges Treiben. Auch wenn es noch nicht mal zwanzig Grad warm war, hatten die ersten Frauen ihre Miniröcke herausgeholt.

»Ich überlege immer noch, wie das geschehen konnte. Wahrscheinlich ist seine Tarnung aufgeflogen. Und dann hat man ihn aus dem Verkehr gezogen. Das bedeutet, dass er an einer ganz heißen Sache dran war«, überlegte Phil laut.

»Dazu kann uns sein Partner sicherlich mehr erzählen«, erwiderte ich und wartete darauf, dass der Verkehr weiterging.

Im Field Office angekommen gingen wir zur Abteilung, in der Frost gearbeitet hatte. Die Stimmung war – wie erwartet – niedergeschlagen. Das waren die Männer, mit denen Frost zusammengearbeitet hatte und die ihn kannten. Und viele von ihnen hatten das Leben als Undercover-Agent live erlebt und wussten, welche Gefahren und Entbehrungen damit verbunden waren.

»Sie untersuchen den Fall?«, fragte uns ein älterer Agent.

Ich nickte. »Ja, das tun wir.«

»Dann schnappen Sie sich den Typen, der das getan hat, und ziehen Sie ihn zur Rechenschaft!«, sagte er fordernd. »Der soll erfahren, was es bedeutet, einen Agent zu töten!«

»Das werden wir«, antwortete ich. Jetzt war nicht der Zeitpunkt, um über Vorschriften zu debattieren. »Wissen Sie, wer der Partner von Frost war und wo wir ihn finden?«

»Pike, Alfons Pike«, antwortete der Agent.

»Ist er auch undercover?«, fragte Phil.

Der Agent schüttelte den Kopf. »Nein, ist er nicht. Er hat sein Büro dort hinten.« Sein ausgestreckter Arm deutete auf den Gang zu seiner Rechten.

Wir bedankten uns für die Auskunft und gingen zu Pikes Büro. Die Tür war geschlossen. Ich klopfte.

»Herein«, rief eine Stimme aus dem Büro.

Ich öffnete die Tür. Im Büro saß ein Mann von etwa 35 Jahren mit südländischen Gesichtszügen. Sein Haar war dunkel, fast schwarz, wirkte aber eher wie ein Toupet, nicht natürlich.

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