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Jerry Cotton - Folge 2793

Blood Song

Das Konzert im Madison Square Garden hatte seinen Höhepunkt erreicht. Das Publikum jubelte. Die E-Gitarren der Band The Dark Edge jaulten und erfüllten die gesamte Halle mit ihrem Sound. Und James »Jimmy« Nelson, der Frontmann und Sänger der Band, gab die beste Vorstellung seiner Karriere. Mit seinem Song »Immortal Glory« versetzte er die Fans in Ekstase. Dann kamen drei dunkle Gestalten mit weiß geschminkten Gesichtern auf die Bühne. Sie hoben ihre Gewehre und legten an – zielten auf Jimmy Nelson, der sich wie ein zur Erschießung verurteilter Delinquent vor eine Mauer auf der Bühne stellte und die tödlichen Schüsse erwartete. Das große Finale des heutigen Konzerts – der gleiche Abschluss, den die Band schon bei Dutzenden von Auftritten zuvor zum Besten gegeben hatte. Jimmy Nelson schmetterte die letzten Worte des Songs ins Mikrofon, hob seine Arme ausdrucksvoll in die Höhe und verstummte. Dann donnerten die drei Gewehre. Blut spritzte auf die Wand hinter Nelson, er stürzte getroffen zu Boden. Der Jubel der Fans steigerte sich und erreichte seinen Höhepunkt.

Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem Jimmy Nelson normalerweise wieder aufstand und sich zusammen mit den anderen Mitgliedern der Band vor dem Publikum verbeugte. Doch diesmal blieb er liegen. Reglos. Tot. Drei Kugeln hatten seine Karriere beendet.

Phil und ich waren länger im Büro geblieben, um die Berichte des letzten Falles abzuschließen. Wir hatten geplant, ein paar Tage Urlaub im Norden zu machen, bei den großen Seen. Einfach mal die Straßenschluchten des Big Apple zu verlassen und ein paar Tage auszuspannen.

Phil machte einen gut gelaunten Eindruck, als wir nach Hause fuhren. »Ein paar Tage auf einem Boot, irgendwo auf dem Wasser, werden uns bestimmt gut tun. Ab und zu ein paar Fische fangen und in der Pfanne brutzeln – das wird bestimmt toll.«

»Dann kannst du mir ja deine berühmten Köder zeigen«, sagte ich.

»Ja, ich werde das große Geheimnis der kanadischen Fischer lüften, wenn wir oben angekommen sind«, erwiderte er stolz.

»Wobei ich mehr Wert auf Ruhe als auf selbst gefangenen Fisch lege«, sagte ich. »Frischen Fisch kann ich in New York auch haben, es ist viel schwieriger, hier ein ruhiges Plätzchen zu finden.«

»Das stimmt«, pflichtete Phil mir bei. »Ganz besonders bei unserem Job. Der Kurzurlaub wird uns gut tun. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal Gelegenheit hatte, ein paar Tage auszuspannen. Muss schon eine kleine Ewigkeit her sein.«

»Soweit ich mich erinnern kann«, erwiderte ich, »ist es schon drei oder vier Monate her. Damals bewegten sich die Temperaturen aber auf einem viel angenehmeren Niveau.«

»Sei froh, dass wir noch keinen Frost haben«, argumentierte Phil. Es war seine Idee gewesen, zusammen einen Angelausflug zu machen. »Und ein bisschen Regen schadet dir bestimmt auch nicht. Bist ja nicht aus Zucker.«

Ich wollte gerade etwas erwidern, als wir eine Meldung aus der Zentrale erhielten. Im Madison Square Garden war ein Mord geschehen. Wir sollten vorbeifahren und uns die Sache anschauen.

»Wissen die in der Zentrale nicht, dass wir Urlaub haben?«, fragte Phil leicht genervt. »Manchmal haben die Mörder aber ein verflixt ungünstiges Timing.«

»Liegen schon konkretere Informationen vor?«, fragte ich Phil und wechselte auf die Abbiegerspur. The Garden war nur ein paar Häuserblöcke weit entfernt, auf der Eighth Avenue.

Phil schaute in den Bordcomputer, um die entsprechenden Daten zu finden.

»Im Madison Square Garden fand heute Abend ein Rock-Konzert der Band The Dark Edge statt. Teil einer Konzertreihe, die im Rahmen des New York Gothic Festival stattfindet. Der Sänger der Band wurde auf der Bühne erschossen. Und das vor fast 20.000 Zuschauern. Das ist echt der Hammer!«

»Eine ganze Menge Zeugen«, kommentierte ich. »Hat man schon Hinweise auf den Täter?«

»Hier steht nur, dass die tödlichen Schüsse während der Show gefallen sind. Nichts Konkretes«, antwortete Phil.

»Dann können wir unseren Urlaub wohl in den Wind schreiben«, bemerkte ich. Wir hatten die Mehrzweckarena fast erreicht.

»Vielleicht schnappen wir den Täter sofort, er ist geständig und wir können den Fall morgen abschließen«, meinte Phil.

»Wäre schön«, sagte ich skeptisch. »Ich glaube aber nicht, dass wir so viel Glück haben. Der Mörder nimmt bestimmt keine Rücksicht auf den Kurzurlaub von ein paar Staatsbeamten.«

Ich parkte den Jaguar in der Nähe des Madison Square Garden.

An den Eingängen des Gebäudes hatten sich bereits die ersten Journalisten versammelt und versuchten Zugang zu erhalten. Doch die Ausgänge der Arena waren verschlossen. Neben den hauseigenen Sicherheitsleuten befanden sich dort auch Polizisten des NYPD. Als wir unsere Marken zeigten, führte uns ein Mann der Security durch die verschlungenen Gänge des Gebäudes.

»Hier kann man sich ja verlaufen«, kommentierte Phil, als wir wieder einmal in einen anderen Gang abbogen.

»Ja, ich habe auch ein paar Wochen gebraucht, um mich zurechtzufinden«, erwiderte der Mann, auf dessen schwarzer Jacke in großen Lettern SECURITY zu lesen war. Er war schätzungsweise dreißig Jahre alt, nicht sehr groß, aber ziemlich stämmig.

Nach fünf Minuten erreichten wir einen Raum, der sich in unmittelbarer Nähe der Bühne befand. Unser Führer verabschiedete sich. Dafür begrüßte uns ein junger Detective des NYPD.

»Es ist eine Tragödie, eine schreckliche Tragödie«, sagte er zur Begrüßung. Ihm schien die Sache ziemlich an die Nieren zu gehen.

»Was ist geschehen?«, fragte ich ohne Umschweife und schaute ihm in die blaugrauen Augen.

»Jimmy Nelson, er ist tot, erschossen beim Konzert«, antwortete der Detective.

Ich schaute ihn fragend an. »Jimmy Nelson?«

»Ja, Jimmy Nelson aus Minneapolis«, antwortete er. »Der Sänger von The Dark Edge. Eine Kultfigur in der Szene. Hat mit seiner Band einen Raketenstart hingelegt. Einen Nummer-eins-Hit nach dem anderen. Der war auf dem Weg nach ganz oben. Und jetzt das.«

»Scheint ja ein ziemlich bekannter Sänger gewesen zu sein, dieser Nelson«, flüsterte Phil mir ins Ohr. Offensichtlich kannte er ihn genauso wenig wie ich.

»Und was genau ist passiert?«, fragte ich nach.

Der Detective schien sich ein wenig gefasst zu haben. »Das Konzert lief wie geplant ab. Am Ende gibt es eine Szene, in der Jimmy Nelson von drei Schauspielern zum Schein erschossen wird und danach wieder aufersteht. Hat wohl was mit dem Leben nach dem Tod zu tun, oder so. Aber diesmal waren keine Platzpatronen in den Gewehren.«

»Und da ist er nicht mehr auferstanden«, folgerte Phil.

Der Detective nickte. »Und das bei seinem Top-Hit, Immortal Glory

»Den hat er jetzt wohl gefunden«, kommentierte Phil.

»Wo sind die Schützen?«, wollte ich wissen.

»Dort drüben«, erwiderte der Detective und zeigte auf drei Männer, die ein paar Meter weiter auf einer Holzbank saßen. »Das sind die drei: Thomas Hardy, Peter Peer und Frank Bauer. Ich habe ihre Personalien bereits aufgenommen.«

»Dann übernehmen wir den Fall jetzt«, sagte ich. »Im Moment darf niemand das Gelände verlassen«, sagte ich.

»Und was ist mit den Zuschauern? Das sind rund 20.000 Menschen«, erwiderte der Detective besorgt.

»Sorgen Sie dafür, dass sie ruhig bleiben«, sagte Phil. Dann gingen wir zu den Schützen, den drei Männern, die Jimmy Nelson getötet hatten. Sie sahen schrecklich aus. Völlig niedergeschlagen. Alle drei trugen schwarze Umhänge und Hosen. Auch die Haare waren schwarz, wahrscheinlich gefärbt. In ihren Gesichtern konnte man noch die Reste von weißem Make-up erkennen. Wahrscheinlich hatten sie sich nicht die Zeit genommen, sich gründlich abzuschminken. Kein Wunder bei dem, was geschehen war.

»Sie sind die Männer, die auf den Sänger geschossen haben?«, fragte ich direkt.

»Ja«, erwiderte einer von ihnen mit zitternder Stimme, »das sind wir. Aber wir wussten nicht, dass die Gewehre geladen waren!«

»Immer schön der Reihe nach«, sagte ich. »Was ist geschehen?«

Der zweite auf der Bank ergriff das Wort. »Wir sind eigentlich Tänzer und unterstützen die Performance der Band. Kurz vor Ende des Konzerts ziehen wir uns um, schlüpfen in diese schwarzen Klamotten, werden mit hellem Make-up geschminkt und erschießen Jimmy dann. Und er steht danach wieder auf. Das ist immer der Höhepunkt des Konzerts.«

»Doch diesmal war es anders?«, fragte Phil.

»Ja«, antwortete derselbe Mann. »Schon als wir geschossen haben, merkte ich den starken Rückstoß des Gewehrs. Sonst waren immer nur Platzpatronen drin, da gibt es keinen Rückstoß. Das war diesmal anders. Jimmy spielte jedes Mal den Getroffenen und ließ sich nach hinten fallen, aber diesmal war es anders. Sein Gesicht verlor mit einem Mal jeden Ausdruck von Leben. Er stürzte und blieb einfach liegen. Ich stand eine Ewigkeit lang einfach da und konnte nicht glauben, was geschehen war, wollte es einfach nicht glauben.« Über seine Wangen liefen Tränen.

»Und Sie haben nicht gemerkt, dass die Gewehre geladen waren? Etwa am Gewicht?«, fragte Phil nach.

»Nein, ich kenne mich mit Waffen nicht so aus. Der Requisiteur hat uns die Gewehre wie sonst auch gegeben und wir haben wie immer zum Schein auf Jimmy geschossen – nur, dass es diesmal echt war«, antwortete unser Gesprächspartner. Die anderen beiden nickten nur.

Ich überlegte. Wie es schien, waren die drei nur vom wahren Täter benutzt worden. Allerdings mussten wir auf Nummer sicher gehen und den Background der drei durchleuchten.

»Sie werden jetzt zur FBI-Zentrale gebracht und müssen dort Ihre Aussagen machen«, sagte ich. Ich informierte einen Cop des NYPD, der sie wegbrachte.

»Was meinst du?«, fragte ich meinen Partner.

»Da hat sich jemand einen ganz schön grausamen Plan ausgedacht und drei Unschuldige einen Mord begehen lassen«, antwortete Phil. »Wir sollten uns mal den Requisiteur vornehmen. Er kann uns bestimmt sagen, wer an die Waffen rankommen konnte.«

»Gute Idee«, sagte ich und wir machten uns auf den Weg zum Requisiteur des Konzerts.

***

Im Gegensatz zu den drei Schützen war der Requisiteur wie ein ganz normaler Bühnenarbeiter gekleidet. Ein älterer Mann, schätzungsweise Ende fünfzig, vielleicht 1,60 Meter groß. Das, was von seinen Haaren noch übrig war, glänzte in hellem Grau. Er wirkte ziemlich nervös.

»Sie sind der Requisiteur der Show?«, fragte ich ihn.

»Ja, ja, der bin ich. Dominique LaRue, ich kümmere mich hier um alle Requisiten. Zumindest bis heute«, antwortete er. »Und wer sind Sie? New York Police?«

Ich schüttelte den Kopf und zeigte meine Marke. »Nein, wir sind die Agents Decker und Cotton vom FBI. Wir untersuchen die Vorfälle des heutigen Abends. Schlimme Sache.«

»Das können Sie laut sagen«, antwortete er, immer noch aufgewühlt. »So etwas ist mir in meinen vierzig Berufsjahren noch nie passiert. Man hört ja ab und zu davon, dass was schiefgeht. Wie etwa bei den Dreharbeiten des Film The Crow – Die Krähe –, bei denen Brenon Lee, der Sohn von Bruce Lee, erschossen wurde. Aber mir ist so etwas noch nie passiert.«

»Muss ein ziemlicher Schock für Sie gewesen sein«, sagte ich und versuchte ihn zu beruhigen. »Können Sie sich erklären, wie das passieren konnte?«

Er schaute mich kurz an und blickte dann wieder weg. »Nein, nein, ich habe keine Ahnung. Ich habe die Gewehre wie vor jedem Konzert mit Platzpatronen geladen. Und bisher ist noch nie etwas schiefgegangen.«

»Und wann war das?«, fragte Phil.

LaRue überlegte. »Das war etwa zwei Stunden vor Beginn des Konzerts. Ich habe eine Routine, die ich immer durchlaufe, wenn nicht mal was dazwischenkommt, was natürlich häufig geschieht. Bei so einer großen Show läuft nicht immer alles wie geplant.«

»Und wo haben Sie die Gewehre dann aufbewahrt?«, fragte ich.

»In einer Kiste in einem Raum neben dem Zugang zur Bühne. Von da kann ich sie den Darstellern schnell in die Hand drücken. Muss ja immer alles da sein, wenn die Leute es brauchen. Sonst gibt es Ärger.«

»War die Kiste verschlossen?«, fragte Phil.

LaRue zuckte zusammen. »Nein, das war sie nicht. Bekomme ich deswegen jetzt Schwierigkeiten? Ich habe doch nichts falsch gemacht, oder?«

»Das wird Jimmy Nelson bestimmt anders sehen«, kommentierte Phil.

»Wer hatte Zugang zu der Kiste?«, wollte ich wissen.

»Keine Ahnung«, sagte LaRue, »da laufen Dutzende von Leuten rum. Ist immer ein ziemliches Chaos hinter der Bühne.«

»Wir benötigen auf jeden Fall Ihre Aussage«, fügte ich hinzu. »Sie werden zur FBI-Zentrale gebracht und können das dann dort erledigen.«

»Wie, heute Nacht? Ich habe hier noch eine Menge zu tun«, wandte LaRue ein.

»Sofort«, sagte ich ernst. »Die Mordermittlung geht vor.«

Wir verabschiedeten uns von LaRue und ließen ihn, genau wie die drei Schützen, zur Zentrale bringen.

»Glaubst du, dass er was damit zu tun hat?«, fragte Phil.

»Der hat mehr Angst, dass er seinen Job verliert«, sagte ich. »Wir sollten seinen Background aber ebenfalls prüfen.«

»Dann hätten wir nur noch ein paar Dutzend weitere Verdächtige, die in Frage kommen«, stöhnte Phil. Er wusste, dass das eine Menge Arbeit bedeutete.

»Schauen wir uns zuerst noch das Opfer an«, sagte ich und machte mich auf den Weg zur Bühne.

***

Durch einen langen Gang gelangten wir zur Bühne. Ein Vorhang verdeckte den Blick auf das Publikum. Etwa in der Mitte der Bühne, vor einer fahrbaren Wand aus Holz oder ähnlichem Material, lag das Opfer. James Nelson, der von allen nur Jimmy Nelson genannt wurde. Seine Haare waren pechschwarz, elegant frisiert, er trug einen schwarzen Anzug und eine bordeauxrote Weste. Sein Gesicht war blaß, weniger aufgrund seines Todes als wegen des Make-ups, das er trug. Um den Körper herum hatte sich eine Blutlache ausgebreitet.

»Drei Einschüsse«, bemerkte Phil, nachdem er das Opfer betrachtet hatte. »Also hat jeder Schütze getroffen.«

»Vielleicht hätte er bei einer Kugel Glück gehabt«, sagte ich. »Aber das ist nur Spekulation. Der Mann ist tot.«

»Genau so, wie ich Männer liebe«, warf Dr. Gassettes ein, die mit ihrem Team gerade auf der Bühne erschien. »Natürlich nur von Berufs wegen«, fügte sie hinzu.

»So hatte ich das auch verstanden«, kommentierte Phil und grüßte sie. »Zumindest hat dieser Mann nicht leiden müssen.«

»Ein schwacher Trost«, bemerkte Dr. Gassettes. »Die Todesursache scheint ja keine Frage zu sein.«

»Nein, die liegt offen auf der Hand«, sagte ich. »Wir sind mehr an den Kugeln und den Gewehren interessiert. Vielleicht geben sie Hinweise auf den Täter.«

»Hinweise auf den Täter?«, fragte Dr. Gassettes erstaunt und deutete auf den Bühnenvorhang. »Haben Sie da draußen nicht ein paar tausend Zeugen, die die Täter gesehen haben?«

»Ganz so einfach ist der Sachverhalt nicht«, erwiderte ich. »Wie es scheint, hat jemand die Platzpatronen durch echte Kugeln ersetzt und die Statisten die tödlichen Schüsse abgeben lassen. Und wir wollen natürlich herausfinden, wer dieser Jemand ist.«

Dr. Gassettes grinste mich an. »Ich will sehen, was ich machen kann. Wir stellen die Beweise noch heute Abend sicher, aber vor morgen früh werde ich keinen Fuß ins Labor setzen. Auch eine Gerichtsmedizinerin braucht ihren Schönheitsschlaf. Sonst bin ich den ganzen Tag lang unausstehlich – und das wollen Sie sicher nicht erleben.«

»Nein, nicht nötig«, meinte Phil. »Es wäre aber sinnvoll, auch im Umkleideraum von Mister Nelson nach Spuren zu suchen. Vielleicht hat der Täter dort Hinweise hinterlassen.«

Dann wandte er sich an mich. »Und was machen wir mit den Zuschauern?«

Ich ging am Vorhang entlang und suchte eine Stelle, an dem ich ihn zur Seite schieben konnte. Dann riskierte ich einen Blick.

Im Zuschauerraum standen Tausende von Menschen. Bis auf wenige Ausnahmen hatten sie schwarze Haare und trugen dunkle Kleidung. Viele hatten Piercings oder Tattoos. Dabei sahen einige elegant aus, während andere in heruntergekommenen, zerrissenen Kleidungsstücken dastanden. Ihre Haut war zumeist blass, während sie Augenbrauen und Lippen akzentuiert schwarz oder dunkelrot gefärbt hatten.

Ich zog den Vorhang wieder zu. »Sobald wir die Identität von jedem, der Backstage-Zugang hatte, aufgenommen haben, lassen wir sie gehen. Wir können unmöglich 20.000 Menschen befragten. Und bei all den bemalten Gesichtern wird es schwierig sein, sie eindeutig zu identifizieren. Wir sollten allerdings einige von denen, die sich vorne an der Bühne aufgehalten haben, befragen.«

»Dann wollen wir uns mal an die Arbeit machen«, sagte Phil und setzte sich in Bewegung. »Ich wollte schon immer mal bei einem Konzert Backstage-Zugang haben.«

»Wer nicht«, kommentierte ich und folgte ihm.

***

Die Cops vom NYPD hatten gute Arbeit geleistet und alle Personen, die sich hinter der Bühne befanden, daran gehindert, sich von dort zu entfernen. Es waren gut vierzig Frauen und Männer, die in einem größeren Raum in der Nähe der Bühne versammelt waren. Bühnenmitarbeiter, Background-Musiker, Statisten, Tänzer und einige Frauen saßen teilweise auf Stühlen, teilweise auch auf dem Boden. Die Stimmung war bedrückend.

»Die Mitglieder der Band und der Manager befinden sich im Raum nebenan«, sagte uns ein älterer Cop. »Das sind all diejenigen, die sich bei unserem Eintreffen noch im Bühnenbereich aufgehalten haben.«

»Vielen Dank«, sagte ich zu ihm. All diese Leute hatten potenziell Zugang zu den Waffen gehabt, mit denen James Nelson getötet wurde. Alle standen somit unter Mordverdacht. Wobei der Mörder genug Zeit gehabt hatte, den Backstage-Bereich noch vor der Veranstaltung zu verlassen. Wir mussten also herausfinden, wer sich hier sonst noch aufgehalten hatte.

»Meine Damen und Herren«, richtete ich mich an die Anwesenden, »i

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