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Jerry Cotton - Folge 2791

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. In Brooklyn tickt die Killeruhr
  4. Vorschau

In Brooklyn tickt die Killeruhr

»Cotton?«

Ich erkannte die Stimme des Anrufers sofort, als ich ans Telefon ging. Ich kam noch nicht einmal dazu, meinen Namen zu nennen. Der drängende Unterton in Beechers Stimme war nicht zu überhören.

»Guten Morgen, Beecher. So früh schon munter?«

»Keine Scherze, Cotton. Das hier ist ernst. Es geht um Mord.«

Ich wusste, dass unser Informant Ken Beecher sich stets im Nachtleben von Manhattan herumtrieb. Daher war ich erstaunt darüber, kurz nach neun Uhr morgens von ihm angerufen zu werden.

»Mord? Wer wurde getötet?«

»Noch niemand, Cotton. Aber einer Lady namens Jane Greenwood soll es an den Kragen gehen.«

»Wer will diese Jane Greenwood umbringen?«

Beecher lachte. Es klang wie das heisere Bellen eines Hundes.

»Jeder, der hunderttausend Dollar brauchen kann.«

»Soll das heißen …«

»Exakt, Cotton. Paul Russell heißt der Typ, der Jane Greenwood tot sehen will. Er hat eine Killeruhr gestartet. Wer die Lady bis heute um Mitternacht umlegt, kriegt das Geld von ihm.«

Ich hatte den Telefon-Lautsprecher eingeschaltet. Daher bekam mein Freund Phil Decker jedes Wort mit. Wir saßen uns in unserem Office im 23. Stockwerk des FBI-Gebäudes an der Federal Plaza von Manhattan gegenüber.

Phil schlug seinen Schreibblock auf und machte sich bereits fleißig Notizen. Inzwischen redete ich weiterhin mit Beecher. Ich versuchte, so viel wie möglich von ihm zu erfahren.

Männer wie Beecher werden in der Unterwelt »Ratten« genannt. Kein Polizeispitzel macht sich bei Verbrechern beliebt. Wenn herauskommt, dass er für FBI oder NYPD arbeitet, kann er sein Testament machen.

»Woher haben Sie diese Information, Beecher?«

»Das werde ich Ihnen nicht sagen, Cotton. Sie sind der FBI-Agent, und ich bin Ihr Informant, schon vergessen? Wenn Sie meine Quellen hätten, dann würden Sie mich doch gar nicht benötigen. Glauben Sie, ich mache mich selbst arbeitslos?«

»Das FBI kann aber nicht aufgrund eines wilden Gerüchts tätig werden.«

Als Beecher antwortete, klang er beinahe gekränkt. Falls es Spitzel mit Berufsehre gibt, dann gehört Beecher ganz gewiss zu dieser Sorte.

»Wildes Gerücht, Cotton? Wir kennen uns jetzt seit sieben Jahren. Sie wissen genau, dass ich mich nicht wegen jedem Blödsinn bei Ihnen melde. Wenn ich Sie anrufe, sind meine Informationen stets Gold wert. Wer wusste damals, wo sich der gemeingefährliche Bruder von Ho Long verkrochen hat? Wer konnte Ihnen den Messerstecher beschreiben, der Ihrer Kollegin June Clark ans Leben wollte? Wer wusste, mit was für einem Fluchtwagen sich die Arnoldo-Brüder abgesetzt hatten, hm?«

Beecher hatte recht. Von diesem V-Mann war noch niemals ein wertloser Tipp gekommen. Während einige seiner Kollegen offenbar jedes Mal beim FBI anriefen, wenn sie Langeweile hatten, bot uns Beecher stets etwas Brauchbares.

»Seien Sie nicht sauer, Beecher. Sie wissen, dass ich Sie das fragen muss. Also kann ich davon ausgehen, dass in der Unterwelt dieser Mordaufruf inzwischen bekannt ist?«

»Allerdings, Cotton. Die Killeruhr tickt bereits seit heute Morgen um sechs Uhr. Ich habe Sie sofort angerufen, als ich davon erfahren habe. Das war vor zehn Minuten.«

Ich schaute auf meine Armbanduhr. Es war inzwischen viertel nach neun. Jane Greenwood konnte bereits tot sein. Ich kannte eine Menge Ganoven, die für weit weniger als 100.000 Dollar gemordet hätten.

»Wissen Sie, ob diese Jane Greenwood in New York City lebt?«

»Keine Ahnung, Cotton. Ich habe mich nicht mit langen Recherchen aufgehalten, sondern sofort den Mann meines Vertrauens beim FBI alarmiert – nämlich Sie. Aber ich gehe davon aus, dass diese Lady im Big Apple lebt. Warum sollte Paul Russell in New York eine Killeruhr für ein Opfer am anderen Ende des Landes in Gang setzen?«

»Richtig. Aber Jane Greenwood ist kein besonders seltener Name. Auch der zukünftige Killer muss doch wissen, wo er sein Opfer finden kann. Wie soll er sonst sein Blutgeld verdienen?«

»Verflucht, daran habe ich nicht gedacht, Cotton. – Wissen Sie was? Ich kriege das für Sie raus, okay? Dann ist aber eine Extraprämie für mich fällig.«

Und bevor ich etwas erwidern konnte, beendete der Informant das Gespräch. Die Blicke von Phil und mir trafen sich.

»Kenny Boy braucht wieder Geld«, meinte mein Partner trocken.

»Sicher, aber Ken Beecher hat uns noch nie hereingelegt. Das weißt du so gut wie ich.«

»Stimmt, Jerry. Aber es gibt diesmal einen entscheidenden Unterschied. Früher konnte der Spitzel stets Angaben zu bereits begangenen Verbrechen machen. Da war er zuverlässig. Aber diesmal will er uns vagen Unterwelt-Tratsch verkaufen. So hörte sich das jedenfalls für mich an.«

Ich war in diesem Fall nicht so misstrauisch wie Phil. Ein FBI-Informant hat nichts anderes als seinen guten Ruf, den er wahren muss. Wer uns ständig mit falschen Informationen füttern will, wird irgendwann nicht mehr ernst genommen.

Mein Computer war bereits hochgefahren. Ich aktivierte die Online-Version des Telefonbuchs von New York City. Der Name Jane Greenwood tauchte sehr oft auf. Es würde lange dauern, diese Frauen ausnahmslos zu überprüfen – zu lange. Sollten wir bei jeder von ihr checken, warum ein gewisser Paul Russell ihr den Tod wünschte? Das war nicht zu leisten. Das Warten machte mich nervös. Ich schaute auf die Uhr, es war bereits 9.33 Uhr. Beecher hatte nicht gesagt, wann er noch einmal anrufen wollte.

Auch Phil machte sich an seinem PC zu schaffen.

»Paul Russell ist auf jeden Fall im System«, verkündete Phil. »Laut NCIC-Datenbank steht er momentan sogar auf der Fahndungsliste. Verdacht auf Kidnapping und räuberische Erpressung. Russell ist seit drei Wochen flüchtig, hat ein paar Vorstrafen wegen versuchtem Totschlag und anderen Gewaltdelikten. Diesem Paul Russell könnte man es zutrauen, eine Killeruhr ticken zu lassen. Das will ich gerne zugeben.«

»Wobei sich die Frage stellt, woher er die hunderttausend Dollar hat«, murmelte ich. Normalerweise werde ich nicht schnell unruhig, sonst hätte ich in meinem Job nichts verloren. Aber wenn ich mir vorstellte, dass in diesem Augenblick eine Frau ermordet wurde, ohne dass wir sie beschützen konnten … Am liebsten hätte ich alle Jane Greenwoods von New York angerufen, um sie zu warnen. Wie lange das wohl dauern würde?

Endlich klingelte mein Telefon erneut. Ich griff nach dem Hörer.

»Cotton.«

»Hier spricht Ken Beecher. Ich konnte noch einiges herausfinden. Diese Jane Greenwood lebt in Brooklyn, genauer gesagt 777 Montague Street. Brooklyn Heights, also nicht die schlechteste Gegend von New York. Allerdings weiß ich immer noch nicht, warum dieser Paul Russell ihr ans Leder will.«

»Russell steht auf unserer Fahndungsliste. Er ist wegen verschiedener Delikte vorbestraft. Sie können uns nicht zufällig sagen, wo er sich aufhält?«

»Da muss ich leider passen, Cotton. Die Belohnung dafür würde ich gern kassieren, glauben Sie mir. Ich kann das Geld dringend gebrauchen. Sonst würde ich wohl nicht das Risiko eingehen, Sie auf dem Laufenden zu halten. Aber das ist alles, was ich im Moment sagen kann. Falls ich noch mehr erfahre, rufe ich Sie sofort an.«

Der Informant hatte auch meine Handynummer. Ich schaute auf die Uhr, während ich das Telefonat beendete. Viertel vor zehn.

»Lass uns zu dieser Jane Greenwood fahren«, schlug Phil vor. Das hätte ich wirklich gern getan, aber ich schüttelte den Kopf.

»Das kostet zu viel Zeit. Wir wissen nicht, ob schon ein Killer in ihrer Nähe ist. Die Cops sind schneller vor Ort als wir. Sie sollen die Frau abschirmen und auf uns warten.«

Ich alarmierte das zuständige Revier in Brooklyn Heights. Der Desk Sergeant versprach, sofort ein Patrolcar zu der angegebenen Adresse zu schicken.

»Bleiben Sie in der Leitung, Agent Cotton. Ich habe ein Fahrzeug angefunkt, das gerade die Montague Street hinunterfährt. Die Kollegen machen Meldung, sobald sie die Lady angetroffen haben.«

Ein Rauschen und Knacken ertönte. Die folgenden zwei Minuten kamen mir länger vor als zwei Stunden. Aber dann ertönte die tiefe wohltönende Stimme des Desk Sergeant erneut.

»Alles okay, Agent Cotton. Miss Greenwood fehlt nichts, wie ich höre. Meine Leute bleiben dort, bis Sie eintreffen.«

Ich bedankte mich. Vorerst war ich beruhigt. Doch bevor wir uns dem Fall widmen konnten, mussten wir uns mit unserem Vorgesetzten abstimmen. FBI-Arbeit ist Teamarbeit. Möglicherweise waren andere Kollegen bereits diesem Paul Russell auf der Spur, das musste geklärt werden.

***

Zum Glück hatte Mr High sofort für uns Zeit. Phil und ich nahmen in den Besucherstühlen vor seinem penibel aufgeräumten Schreibtisch Platz. Der Assistant Director schaute mich fragend an. Ich kam sofort zur Sache und schilderte die wenigen Fakten, die uns bereits bekannt waren.

»Und dieser Beecher wird von Ihnen als zuverlässig eingeschätzt, Jerry?«

»Unbedingt, Sir. Er hat das FBI bisher noch nie enttäuscht.«

»Wenn das potenzielle Opfer wirklich bis heute um Mitternacht ermordet werden soll, dann hat dieser Fall natürlich absoluten Vorrang. Stellen Sie Ihre übrigen Ermittlungen zurück, die können bis morgen warten. Konzentrieren Sie sich bitte heute ausschließlich auf den Schutz von Jane Greenwood und die Verhaftung von Paul Russell.«

»Der Ganove ist bereits seit drei Wochen auf der Fahndungsliste«, warf Phil ein. »Ich frage mich, warum er aus dem Untergrund heraus ausgerechnet heute dieses Kopfgeld auf Jane Greenwood aussetzt. Vielleicht soll morgen etwas geschehen, was er verhindern will.«

»Gerade weil FBI und NYPD mit Hochdruck nach ihm suchen, wird er sich der Frau nicht persönlich nähern können«, stellte Mr High fest. »Es ist ihm offenbar gleichgültig, wer das Opfer umbringt. Für ihn zählt nur ihr Tod. Finden Sie heraus, warum Paul Russell Jane Greenwood beseitigen will. Bisher haben Joe Brandenburg und Les Bedell nach ihm gesucht. Schließen Sie sich mit den Kollegen kurz.«

»Ja, Sir.«

Es war kurz vor zehn Uhr, als wir das Chefbüro bereits wieder verließen. Noch nicht einmal für eine Tasse von Helens köstlichem Kaffee war Zeit gewesen. Aber wie konnten wir an Kaffee denken, wenn gleichzeitig auf ein wehrloses Opfer ein Kopfgeld ausgesetzt war?

Phil und ich fuhren hinunter in die Tiefgarage und warfen uns in meinen roten Jaguar-E-Hybriden. Ich startete die mächtige 510-PS-Vipermaschine. Zum Glück war auf den Straßen Manhattans die schlimmste morgendliche Rushhour bereits abgeklungen. Wir rasten Richtung Williamsburg Bridge. Leichter Nebel lag über dem East River.

»Warum hat dieser Paul Russell nicht einfach einen Killer angeheuert, Jerry? Ich meine, ganz heimlich und diskret. Du weißt, dass so mancher Auftragsmörder auch für weniger als 100.000 Dollar töten würde. Je mehr Leute von diesem Kopfgeld wissen, desto schlechter für ihn.«

»Ja, aber Verbrecher denken nicht so nüchtern. Wir wissen noch viel zu wenig über Paul Russell, um ihn einschätzen zu können. Vielleicht kann uns ja Jane Greenwood mehr sagen.«

Brooklyn Heights ist der vornehmste Teil des ansonsten wenig glamourösen Bezirks Brooklyn. In der Montague Street konnten wir den Streifenwagen vom Typ Ford Crown Victoria schon von weitem sehen. Mit rotierendem Rotlicht auf dem Dach stand das Auto halb auf dem Gehweg geparkt.

Wir befestigten unsere FBI-Marken an den Jacketts und liefen auf das Haus zu, vor dem das Patrolcar stand. Es war ein elegantes Apartmentgebäude aus der Zeit des letzten Baubooms, als sämtliche Neureichen New Yorks noch ihr Geld in Immobilien anlegten.

Ein Doorman in einer Fantasieuniform erwartete uns. Seine Basedowaugen schauten uns neugierig an, die exakten Bewegungen seines gedrungenen Körpers wiesen auf eine zurückliegende Militärlaufbahn hin.

»Was ist denn los, G-men? Erst die Cops, dann das FBI – und es ist noch kein einziger Schuss gefallen!«

»Gut, das kann auch so bleiben, wenn es nach uns geht. – Wo finden wir Miss Greenwood?«

»Apartment 11 C, erster Stock«, beantwortete der Doorman meine Frage. Wir hasteten die Treppe hinauf, wobei wir immer zwei Stufen auf einmal nahmen. Vor der Tür des potenziellen Opfers stand ein uniformierter Cop mit gezogener Dienstwaffe.

Wir hoben sicherheitshalber unsere Hände auf Schulterhöhe und wurden langsamer, damit der Mann in Blau unsere Dienstmarken in Augenschein nehmen konnte. Doch dann stellte sich heraus, dass wir ihn persönlich kannten.

»Jerry Cotton und Phil Decker!«, rief Officer O’Leary erleichtert und senkte grinsend seine Pistole. Dann drehte er den Kopf zur Seite und sprach zu einer Person im Apartment. »Entwarnung, May! Keine Gangster auf der Treppe, dafür aber die besten Agents vom FBI New York.«

Wir gaben Tim O’Leary die Hand. Er stellte uns seine Dienstpartnerin May Alonzo vor. Die beiden uniformierten Cops hatten bis zu unserem Eintreffen Jane Greenwood bewacht. Doch das potenzielle Opfer freute sich als Einzige überhaupt nicht, uns zu sehen.

»Was soll dieser Zirkus?«, fragte sie ungehalten, nachdem wir uns ihr vorgestellt hatten. »Erst die Cops, dann noch das FBI – und ich habe keine Ahnung, was der Unsinn soll.«

Jane Greenwood war eine sehr attraktive Brünette Anfang dreißig. Sie trug ein wadenlanges tailliertes Kleid, das offenbar von einem italienischen Designer entworfen worden war. Sie rollte permanent mit den Augen und zeigte uns ihre Ablehnung nur allzu deutlich. Daran änderte auch meine Erklärung nichts.

»Wegen eines solchen dummen Gerüchts belästigen Sie mich, Agent Cotton? Dafür werden meine Steuerdollars ausgegeben? Ich habe nicht um Schutz gebeten. Mich bedroht niemand, das kann ich Ihnen versichern.«

»Sagt Ihnen der Name Paul Russell etwas?«, fragte ich trotzdem.

»Nein.« Jane Greenwood schaute mir nicht in die Augen. »Nie gehört.«

Ich ließ nicht locker.

»So sieht er aus.«

Ich hielt ihr ein Polizeifoto unter die Nase, das ich mir vor unserem Aufbruch schnell ausgedruckt hatte.

»Diesen Menschen habe ich noch nie gesehen.«

In diesem Moment wusste ich, dass sie log. Ich würde nicht behaupten, dass ich alle Schwindler durchschaue. Aber die meisten schon. Und Jane Greenwood kannte Paul Russell. Daran hatte ich nicht den geringsten Zweifel.

»Miss Greenwood, das FBI kann Sie schützen, wenn Russell Sie bedroht. Aber Sie müssen sich uns anvertrauen.«

Die junge Frau lachte hysterisch.

»Und wer schützt mich vor dem FBI? Gehen Sie, und nehmen Sie auch Ihre Freunde in Blau mit. Ich brauche keinen Babysitter, ich bin erwachsen.«

»Wir nehmen dieses Kopfgeld sehr ernst«, sprang Phil mir bei. »Am besten wäre, wenn wir Sie in Schutzhaft nehmen könnten, jedenfalls bis Mitternacht. Dann läuft die Frist ab, und …«

Jane Greenwood fiel meinem Freund ins Wort.

»Sie wollen mich verhaften? Das wird ja immer schöner. Ich rufe jetzt meinen Anwalt an.«

Schon griff sie zum Handy. Phil seufzte. Natürlich war sein Vorschlag sehr vernünftig und praktikabel. Es gab keinen Ort, wo Jane Greenwood sicherer vor einem Mordanschlag war als im FBI Field Office. Aber diese Frau zeigte sich völlig uneinsichtig. Das hätte ich verstanden, wenn die Killeruhr nicht getickt hätte. Aber Jane Greenwood kannte den Mann, der sie tot sehen wollte.

Worin bestand die Verbindung zwischen ihnen? Wir mussten uns stärker mit Paul Russells krimineller Vergangenheit beschäftigen. Vorerst dankte ich den beiden NYPD-Kollegen. Ihre Anwesenheit war nicht länger erforderlich. Tim O’Leary und May Alonzo zogen erleichtert ab. Auch ihnen gegenüber war Jane Greenwood nicht gerade kooperativ gewesen.

***

Ich redete mit Engelszungen weiter auf die bedrohte Zivilistin ein. Aber sie verschränkte die Arme vor der Brust und verwies auf ihren Anwalt, der bald anrollen wollte.

Um 11.17 Uhr traf Dr Walter Forbes ein. Der Jurist war ein nervöser kleiner Mann mit randloser Brille und unstetem Blick.

»Was genau werfen Sie meiner Mandantin vor, Agents?«

Ich erklärte Dr Forbes, worum es ging. Der Anwalt machte eine abwehrende Handbewegung.

»Und wegen eines haltlosen Verdachts wollen Sie die Bürgerrechte meiner Mandantin verletzen?«

Ich schüttelte den Kopf.

»Das ist nicht unsere Absicht. Aber wir gehen davon aus, dass der Mordaufruf echt ist.«

»Ich nicht!«, rief Jane Greenwood genervt. »Ich habe zu arbeiten, ich kann auf Ihre Hirngespinste keine Rücksicht nehmen.«

»Was machen Sie eigentlich beruflich?«, hakte ich nach.

»Ich bin freiberufliche Web-Designerin, wenn Sie es unbedingt wissen müssen. Erstklassige Arbeit ist für mich eine Selbstverständlichkeit, entsprechend gut werde ich bezahlt. Ich kann es mir also nicht leisten, mich von diesem Blödsinn durcheinanderbringen zu lassen.«

Ich ärgerte mich nicht über Jane Greenwoods Arroganz, denn sie war eine Lügnerin. Sie kannte Paul Russell, daran gab es für mich keinen Zweifel. Viel spannender fand ich die Frage, warum sie sich keinesfalls vom FBI beschützen lassen wollte. Aber dieses Rätsel würden wir selbst lösen müssen.

Nun gab auch noch der Anwalt selbstgefällig seinen Senf dazu.

»Finden Sie nicht, dass Sie Ihre und unsere Zeit genug verschwendet haben, Agents?«

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