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Jerry Cotton - Folge 2782

Der Stich der Wespe

Hier in Manhattan hast du keine Zukunft!, dachte er – aber in diesem Moment wusste er noch nicht, wie gnadenlos zutreffend diese Aussage war.

George McCall lockerte die Krawatte. Das Revers seines Jacketts war mit Champagner bekleckert und sein Gang wirkte unsicher, als er den Dynamite Club in der Avenue A verließ.

Champagner, obwohl es eigentlich nichts zu feiern gab. Aber wenn er sich schon betrank, dann wenigstens stilvoll. Seine Firma war pleite, der Job weg und der Porsche gehörte mehr seinen Gläubigern als ihm. Schlimmer konnte es wohl nicht mehr kommen, so dachte er.

»Soll ich Ihnen nicht besser ein Taxi rufen?«, fragte der Türsteher vor dem Dynamite Club noch, aber George McCall drehte sich nur um und zeigte ihm den Mittelfinger.

»Du kannst mich mal!«, rief er. »Ihr könnt mich alle mal!« Und dann wankte er die Avenue A entlang. Hier reihte sich ein Nachtclub an den nächsten. Die besten Nobeldiskotheken des Big Apple waren hier zu finden. Die gut gekleideten Passanten wichen dem vor sich hin murmelnden Mann aus.

»Ja, ihr glaubt auch alle, dass ihr es geschafft habt! Dass euch nichts geschehen kann! Und dass ihr immer auf der Sonnenseite bleibt! Ihr Scheißkerle! Ihr hattet nur Glück!«

»Gehen wir!«, ermahnte eine gut gekleidete Frau ihren Mann, der trotz Smoking und Fliege wohl nicht abgeneigt gewesen wäre, einen Streit anzufangen.

George McCall erreichte die Einfahrt zu einer Seitenstraße. Er blinzelte. Die Gedanken waren durch den Einfluss des Alkohols irgendwie verlangsamt. Er versuchte verzweifelt, sich zu erinnern, ob er den Porsche hier, in dieser Seitenstraße, abgestellt hatte oder ob das noch eine Einfahrt weiter die Avenue A entlang Richtung East River gewesen war.

Aber dann bog er einfach ein. Hier war es sehr viel dunkler als in der vom Neonlicht erhellten Avenue A.

Eine Gruppe von Jugendlichen kam ihm entgegen. »Hey, Mann, sieh dir die Schnapsnase an!«, sagte einer von ihnen. Sie lachten. George McCall lallte etwas vor sich hin, was kein Mensch verstehen konnte, und die Jugendlichen lachten noch mehr.

»Halt die Klappe, das ist ein Kunde von Allan!«, sagte schließlich einer von ihnen. Plötzlich waren alle still.

»Du spinnst!«

»Doch, wenn ich’s sage! Ich habe doch Augen im Kopf!«

»Und ein Loch im Hirn!«

»Sehr witzig!«

Sie gingen davon. Crash Kid stand auf dem Kapuzenshirt, das einer von ihnen trug. Das erkannte George McCall noch, als die Gruppe durch den Schein der Straßenbeleuchtung ging.

Selbst bei den Kokain-Dealern hatte sich wohl schon herumgesprochen, dass bei McCall nichts mehr zu holen war. Jemand, der keine Achtzehn-Stunden-Tage hinter sich bringen musste, brauchte dieses Zeug auch nicht wirklich, dachte er. Zumindest nicht in den Mengen wie früher.

Schließlich fand er seinen Porsche.

Er riss an der Tür, dann fiel ihm auf, dass er erst die Zentralverriegelung öffnen musste. Dabei fiel ihm der Schlüssel auf den Boden. Schließlich schaffte er es doch noch und stieg ein. Umständlich klemmte er sich hinter das Steuer und zog die Tür zu. Jetzt nur nicht den Cops auffallen, ging es ihm durch den Kopf. Ärger hatte er schließlich schon mehr als genug.

Die schattenhafte Gestalt, die aus einer der Türnischen herausschnellte, bemerkte er nicht. Die Tür des Porsche wurde aufgerissen.

McCall konnte nicht schnell genug reagieren und die Zentralverriegelung betätigen.

»Was soll das?«, krächzte er.

Aber da hatte er schon die Klinge im Körper.

***

Ich holte Phil an diesem Morgen wie üblich an der bekannten Ecke ab. Ich war spät dran. Phils mahnender Blick auf die Uhr an seinem Handgelenk sagte schon alles.

»Ja, ich weiß«, sagte ich.

»Was ist los? Ärger mit dem Jaguar?«

»Nein, der läuft wie geschmiert.«

Ich trat auf das Gaspedal, um noch die Grünphase der nächsten Ampel zu erwischen. Der Hybrid aus dem Motor und dem Fahrgestell eines Dodge Viper und der Karosserie eines roten Jaguar ließ für Augenblicke sein Beschleunigungsvermögen aufblitzen. Aber selbstverständlich gibt es in einer Stadt wie New York normalerweise keine Möglichkeit, so einen Klassewagen wirklich auszufahren. Da hilft selbst das Rotlicht auf dem Dach nicht.

»Ich war gestern Abend noch in einer Snackbar, um etwas zu essen«, berichtete ich. »Eigentlich dachte ich daran, in fünf Minuten einen Hot Dog herunterzuwürgen und mich dann in meine Wohnung zum Schlafen zurückzuziehen.« Ich versuchte vergeblich ein Gähnen zu unterdrücken.

»Und? Wieso hat das nicht geklappt? Wenn du bis zum Morgengrauen auf deinen Hot Dog warten musstest, würde ich da nicht mehr hingehen!«

»Ich bin in eine Drogenrazzia der City Police geraten«, sagte ich. »Es ging um ein paar Jugendliche. Kleine Dealer, die sich ausgerechnet diese Snackbar ausgesucht hatten, um ihre Lieferung in Empfang zu nehmen.«

»Und auf diesen Schweinehund, der halbe Kinder als Drogendealer losschickt, hatten es die Kollegen wahrscheinlich abgesehen«, vermutete Phil.

»Richtig. Ricky Carrazola, hat ein entsprechendes Vorstrafenregister, und die Kollegen haben ihn wohl schon länger im Visier gehabt. Nach der Aktion gestern wird er wohl einige Jahre auf Rikers Island abbrummen müssen.«

»Gut so.«

»Aber das hat sich eben hingezogen, die Befragungen, das Protokoll und so weiter. Und diesmal war ich Zeuge, nicht untersuchender Beamter. Also konnte ich auch nichts tun, um die Sache irgendwie zu beschleunigen. Und mal ehrlich, ich hoffe, dass alle Aussagen und Beweise so wasserdicht sind, dass dieser Carrazola nicht durch die Maschen des Gesetzes schlüpft!«

»Na, da hast du ja ein richtig gutes Werk getan, Jerry!«

»Jedenfalls bin ich heute hundemüde.«

Ich hatte sowieso ein Schlafdefizit, weil wir in letzter Zeit eine Reihe von nächtlichen Observationen im Umkreis des organisierten Verbrechens durchgeführt hatten. Eine Weile kann man sich daran gewöhnen, aber heute schien bei mir der Punkt erreicht gewesen zu sein, wo sich mein Körper einfach geweigert hatte aufzustehen. Trotz Wecker. Ich hatte ihn schlicht und ergreifend überhört.

***

Wir erreichten die Federal Plaza, und es überraschte mich nicht, dass Phil und ich die Letzten waren, die zu der von Mr High einberufenen Besprechung kamen. Der Chef des FBI Field Office New York sah uns beide mit unbeweglichem Gesicht an und enthielt sich jeden Kommentars zu unserer Verspätung. Genau das war eines der Dinge, die es so angenehm machten, unter ihm zu arbeiten. Er wusste auch so, wie peinlich es mir war, zu spät zu kommen. Wozu also noch Worte darüber verlieren?

Außer Phil und mir waren noch die Agenten Steve Dillaggio und Zeery im Raum sowie unser Innendienstler Walter Stone und Dwight L. Richards, unser Experte für betriebswirtschaftliche Fragen.

Dass Dwight dabei war, bedeutete wohl, dass es um irgendeine knifflige Angelegenheit ging. Sein Hauptjob war es, illegale Geldströme aufzuspüren, die so etwas wie der Lebenssaft des organisierten Verbrechens waren. Folgte man dem Geld, hatte man meistens auch sehr schnell ein präzises Bild von der Hierarchie mafiöser Organisationen. Und sehr oft ließen sich aus diesen Geldflüssen wertvolle Rückschlüsse ziehen, die dann schließlich auch zu Festnahmen führten.

»Heute Nacht ist ein Mann namens George McCall in einer Seitenstraße an der Avenue A erstochen worden«, erklärte Mister High. »McCall war in einer Investment-Firma tätig, hat Millionen verdient, aber offenbar auch wieder ausgegeben und ein Leben auf der Überholspur geführt. Der letzte große Crash in der Kreditwirtschaft hat ihn wie so viele andere auch mit in den Abgrund gerissen. Seitdem war er arbeitslos und musste zusehen, dass er sich von den Anlegern, deren Geld er mit seinen zweifelhaften Geschäften vernichtet hat, fernhielt, weil die ihn wahrscheinlich sofort lynchen würden. Mehrere Verfahren wegen Betruges laufen, in weiteren Fällen wird ermittelt. Finanziell war McCall ruiniert.«

»Warum ist das ein Fall für das FBI?«, fragte Phil. »Offenbar hat es einer von McCalls ehemaligen Kunden geschafft, ihn ausfindig zu machen.«

»Ein FBI-Fall ist es durch die besonderen Umstände der Tat«, erklärte Mr High. Er wandte sich an Agent Stone. »Walter, Sie haben das Wort.«

»Danke, Sir«, sagte Walter Stone. Er schaltete den Beamer seines Laptops an. Zuerst zeigte er uns ein paar Bilder, die von den Kollegen der Scientific Research Division, dem zentralen Erkennungsdienst aller New Yorker Polizeieinheiten aufgenommen worden waren. Es handelte sich nicht nur um Fotos, sondern auch um einzelne Videosequenzen, auf denen Bereiche komplett abgefilmt worden waren. Das Erste, was jedem von uns auffiel, war die große Wunde in der Brust.

»Hieß es nicht, er sei erstochen worden? Das sieht ja aus, als hätte ihm jemand den ganzen Brustkorb auseinandergerissen!«

Der Anblick war furchtbar. Ich kenne niemanden beim FBI, der sich – auch nach vielen Dienstjahren – an so etwas wirklich gewöhnen kann. Natürlich bewahrt man die Fassung und betrachtet das, was an einem Tatort geschehen ist, so professionell wie möglich. Aber kalt lassen einen solche Bilder trotzdem nicht. Und das ist auch gut so, denn schließlich sind wir letztlich dafür da, den Opfern Gerechtigkeit zu geben.

»Ich habe heute Morgen schon ausgiebig mit Dr. Brent Heinz von der Gerichtsmedizin telefoniert«, sagte Walter. »Und Dr. Heinz meint, dass es nur eine Waffe gibt, die solche Wunden verursacht.«

Walter betätigte eine Taste seines Laptops und die Abbildung eines Messers erschien. »Das ist ein sogenanntes WASP-Messer. Beliebt bei Jägern und in militärischen Spezialeinheiten. Wenn dieses Messer in einen Körper eindringt, stößt es durch eine Öffnung an der Spitze hochkomprimiertes Gas aus, das sich dann im Körper des Opfers explosionsartig ausdehnt. Auf diese Weise ist es zum Beispiel Jägern möglich, sich mit einem Messer notfalls gegen einen Bären zu verteidigen. Sie können sich denken, dass sich Gasdruckmesser auch bei militärischen Spezialeinheiten großer Beliebtheit erfreuen, denn sie töten mit einem einzigen Stich – und das fast mit absoluter Sicherheit.«

»Die Waffe eines Profis«, stellte Mr High fest.

»Exakt«, nickte Walter. »Solche Messer sind schwer zu bekommen und man muss gut in der Anwendung trainiert sein. Es gibt einen Profi-Killer, der allgemein als ›Die Wespe‹ bezeichnet wird und mit dieser Methode einige Morde für die Mafia ausgeführt hat. Allerdings ist die ›Wespe‹ seit einigen Jahren nicht mehr aktiv.«

»Gibt es irgendwelche weiteren Informationen über die ›Wespe‹?«, fragte ich.

Walter schüttelte den Kopf. »Das wenige, das es da gibt, habe ich euch in einem Dossier zusammengestellt und auf den Rechner gemailt. An einem seiner Tatorte hat er mal eine DNA-Probe hinterlassen.«

»Also mit anderen Worten, wenn wir ihn hätten, dann könnten wir ihn auch mit seinen früheren Taten in Verbindung bringen«, schloss Zeery.

In diesem Augenblick öffnete sich die Tür zu Mr Highs Büro und Helen brachte für jeden von uns einen Becher mit ihrem köstlichen Kaffee.

»Das ist jetzt wahrscheinlich genau das, was du brauchst, Jerry?«, raunte mir Phil zu und grinste.

Ich konnte es nicht leugnen.

»Es gibt übrigens noch einen möglichen Zusammenhang dieses Falls mit dem organisierten Verbrechen«, fuhr unterdessen Walter fort. »Aber dazu kann euch Dwight etwas mehr sagen.«

Dwight L. Richards lehnte sich zurück. Unser Betriebswirtschaftler hatte ein kantiges Gesicht, aber kaum noch Haare auf dem Kopf. Jemand mit seinen Fähigkeiten hätte sicherlich anderswo sehr viel mehr verdienen können als im Staatsdienst.

»McCall war Geschäftsführer einer Investment-Firma namens PIS – Partners in Success Ltd., die dubiose Anlagen vermittelte und damit ungeheuer erfolgreich war. Bis zum letzten Banken-Crash, der auch dieses Unternehmen mitgerissen hat. PIS war mehrfach auch in Ermittlungen verwickelt, in denen es um Geldwäsche ging.«

»Ein Finanzhai und Geldwäsche – das passt ja auch ganz gut zusammen«, meinte Phil.

»Allerdings muss ich einschränkend sagen, dass es noch nicht einmal zu einer Anklage gekommen ist. Zweimal gab es eine Anhörung vor einer Grand Jury, aber zur Eröffnung eines Hauptverfahrens ist es nie gekommen.«

»Wäre es nicht möglich, dass irgendein Unterwelt-Boss, der durch McCalls Pleite viel Geld verloren hat, sich rächen wollte und jemanden wie die ›Wespe‹ engagiert hat?«, meldete ich mich zu Wort und trank dann meinen Kaffeebecher leer.

»Das würde noch nicht erklären, warum die ›Wespe‹ offenbar wieder aktiv geworden ist«, warf Mr High ein.

»Und wenn dieser Killer selbst sein Vermögen bei PIS angelegt hatte?«, vermutete Steve Dillaggio. Der flachsblonde Mann, der so ziemlich das exakte Gegenbild eines typischen Italoamerikaners war, bekleidete bei uns im Field Office die Position von Mr Highs Stellvertreter. Er zuckte mit den Schultern. »So würde doch ein Schuh daraus, oder?«

»Genau in diese Richtung habe ich auch schon überlegt«, gestand Dwight. »Allerdings brauchen wir natürlich etwas Zeit, um das alles zu überprüfen.«

»Mehr als zwanzig Morde gehen auf das Konto der ›Wespe‹«, stellte Mr High fest. »Und es wäre schön, wenn dieser Killer endlich gefasst würde!«

***

Phil und ich fuhren zu McCalls Wohnung. Unterwegs blätterte Phil in einem Ausdruck der Dossiers herum, die Walter Stone uns zusammengestellt hatte. Eins über die »Wespe«, das andere über PIS. Beide waren nicht besonders ergiebig.

McCall bewohnte ein Hundert-Quadratmeter-Apartment in einem Mietshaus mit 24-Stunden-Bewachung durch einen Security Service und eigener Tiefgarage. Das machte es auch für uns leichter, einen Parkplatz zu finden, denn wir waren keinesfalls die Einzigen, die sich in der Wohnung von George McCall umsahen.

Da waren erstens unsere eigenen Erkennungsdienstler Mell Forster und Sam Steinberg, die Mister High schon vor der Unterredung in seinem Büro hierhergeschickt hatte. Außerdem trafen wir auf Lieutenant Teresa Martinez, eine Beamtin der Homicide Squad des zuständigen Reviers der City Police. Sie gehörte zu dem Team, das den Fall zuerst bearbeitet hatte.

»Jerry Cotton, FBI – dies ist mein Kollege Phil Decker«, stellte ich uns vor.

Sie nickte uns zu und streifte sich die Latex-Handschuhe ab. »Alles, was wir bisher wissen, ist, dass George McCall es sich im Dynamite Club in der Avenue A gut gehen ließ. So gegen halb eins in der Nacht ist er gegangen. Sein Porsche stand ein paar Straßen weiter.«

»Woher wissen Sie so genau, wann er gegangen ist?«, fragte ich.

»Der Türsteher des Dynamite hat ihn angesprochen und ihm geraten, ein Taxi zu nehmen.« Teresa Martinez hob die Augenbrauen. »Das hätte er mal tun sollen, dann gäbe es diesen Fall nicht!«

»Da bin ich mir nicht so sicher«, mischte sich Phil ein. »Der Mann, von dem wir glauben, dass er dahintersteckt, hätte auch dann einen Weg gefunden, ihn zu töten.«

»Ein Profi namens ›Die Wespe‹, seit Jahren inaktiv und jetzt wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Ich habe mir angesehen, was man über NYSIS dazu erfahren kann, und das ist auch der Grund dafür, dass wir den Fall an Sie abgeben.«

NYSIS war ein elektronisches Datenverbundsystem, an das alle Polizeieinheiten landesweit angeschlossen waren: vom kleinsten Büro eines County Sheriffs in Vermont bis zum FBI oder den Polizeibehörden der großen Städte.

»Wir stehen noch ganz am Anfang bei der Sache und sind für jede Hilfe dankbar«, sagte ich.

»Ich musste ganz schön dafür kämpfen, dass Sie den Fall bekommen«, sagte Teresa Martinez dann.

»Wieso?«, hakte ich nach.

»Weil mein Chief ihn gerne selbst gelöst hätte. Er ist ehrgeizig.«

»Wie heißt er denn?«

»Tom Lamont.«

»Als ich ihn das letzte Mal traf, war er noch Lieutenant«, mischte sich Phil ein. »Wenn er jetzt Ihr Chief ist, muss er wirklich ehrgeizig sein.«

»Und warum war Ihnen das so wichtig, dass wir das machen?«, fragte ich.

»Wissen Sie, unser Chief ist ein guter Man, aber er neigt dazu, manche Dinge etwas zu persönlich zu nehmen.«

»Von was für Dingen reden Sie, Lieutenant Martinez?«

»Zum Beispiel von Roscoe Briggs. Der war vor ein paar Jahren sein Partner und er gilt als als das bisher letzte Opfer der ›Wespe‹. Deshalb war Captain Lamont geradezu elektrisiert davon, dass die ›Wespe‹ wieder aktiv geworden ist.«

»Und Sie denken, dass er es vermasseln würde?«

»Ich glaube, ja. Wie gesagt, besser das FBI kümmert sich darum. Wir haben übrigens herausgefunden, dass McCall bis vor einem Monat eine Lebensgefährtin hatte.« Teresa Martinez gab mir einen Zettel und ein Foto, auf dessen Rückseite eine Telefonnummer stand. Dora Jackson war ihr Name. Die Frau auf dem Foto schätzte ich auf Ende zwanzig. Sie hatte brünettes Haar, das ihr lang über die Schultern fiel. »Die Nachbarn haben ausgesagt, dass diese Dora Jackson vor einem Monat ausgezogen ist. Aber offenbar haben die beiden sich noch ganz gut verstanden.«

Ich hob die Augenbrauen. »Wie kommen Sie darauf?«

»Auf der digitalen Telefonliste sind in den letzten vier Wochen 23 Gespräche mit dem Anschluss von Dora Jackson registriert«, erklärte Lieutenant Martinez. »Na ja, ich gebe zu, dass sie sich vielleicht auch über die Aufteilung von gemeinsamem Besitz gestritten haben könnten. Dora Jackson hat hier mindestens anderthalb Jahre gelebt.«

Wir sahen uns in der Wohnung um. Die Einrichtung des Wohnzimmers war sparsam.

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