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Jerry Cotton - Folge 2278

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Schönen und die Toten
  4. Vorschau

Die Schönen und die Toten

Mit kleinen Schritten bewegte sich das leicht bekleidete Model. Ihr perfekter Körper war nur von einem Hauch von dunkelblauer Seide bedeckt. An der breiten Fensterfront machte sie halt und blickte auf die bunten Lichter von New York. Eine Stadt, die ihr bisher viel Glück gebracht hatte. Sie war aussichtsreichste Kandidatin der Show America’s Hottest Top Model. In wenigen Wochen war die Show zu Ende und sie, Sarah Stone, malte sich schon aus, was sie mit all dem Geld machen würde, das mit dem Sieg verbunden war. Nicht zu vergessen auch der Ruhm. Sie würde um die Welt reisen, mit den Stars des Showbusiness dinieren und vielleicht einen Filmstar heiraten.

Sarah drehte sich um und ging zu dem breiten Designer-Sofa, das sich in der Mitte des rund vierzig Quadratmeter großen Raumes befand. Sie nahm ihre Handtasche, öffnete sie und griff nach einem kleinen Kosmetikspiegel. Sie öffnete ihn und holte eine kleine Tüte mit Kokain heraus.

»Jetzt gönne ich mir erst mal was«, sagte sie zu sich selbst, schüttete das Pulver auf den Spiegel, portionierte es mit einer Rasierklinge und sog eine Line mit einem gerollten Hundert-Dollar-Schein ein.

Doch die erwartete Reaktion blieb aus. Stattdessen fühlte sie ein dumpfes, übles Gefühl, das sich von der Nase aus auf ihr ganzes Gesicht ausbreitete. Dann blieb ihr die Luft weg. Sie versuchte verzweifelt zu atmen, doch es gelang ihr nicht. Ihre Atemwege waren wie verstopft, hatten sich krampfartig zusammengezogen. Instinktiv stolperte sie zur Balkontür, öffnete sie und ging an die frische Luft. Doch es gelang ihr immer noch nicht zu atmen. Sie wurde panisch, verlor immer mehr die Kontrolle über ihren Körper. Durch eine unglückliche Bewegung kam sie an die Balkonbrüstung, stolperte und fiel in die Tiefe. Vierzehn Stockwerke lang dauerte ihr Todeskampf. Dann endete er mit einem dumpfen Aufschlag auf dem harten Bürgersteig. Sarah Stones Karriere hatte ein abruptes Ende gefunden.

***

Es war vier Uhr morgens, als mein Handy klingelte. Ein Anruf zu dieser Zeit bedeutete niemals etwas Gutes.

»Cotton«, meldete ich mich mit leicht verschlafener Stimme. Die Zentrale war dran. Ich erhielt kurz einige Informationen zum Einsatz. Phil war bereits informiert worden.

Nach wenigen Minuten war ich angezogen. Für ein Frühstück blieb keine Zeit. Es war mir dafür auch noch etwas zu früh.

Ich fuhr los, um Phil am üblichen Treffpunkt abzuholen. Er wartete schon dort, vorschriftsmäßig gekleidet, wirkte aber noch ein wenig verschlafen.

»Guten Morgen«, begrüßte ich ihn, als er eingestiegen war.

»Guten Morgen«, erwiderte er, »wobei ich nicht weiß, ob es wirklich so ein guter Morgen werden wird.«

»Kannst du schon mal die vorliegenden Informationen abfragen?«, fragte ich und fuhr los. Um die Zeit war noch nicht viel Verkehr, nur ein paar Taxis und Frühaufsteher waren unterwegs.

Phil startete den Bordcomputer und loggte sich ein.

»Das ist ja interessant«, sagte Phil.

»Was haben unsere Kollegen vom NYPD denn schon an Informationen zusammentragen können?«

Phil las noch ein paar Zeilen und antwortete dann. »Das Opfer ist Sarah Stone, eine junge Frau, 20 Jahre alt.«

»Und nicht verwandt mit Sharon Stone?«, fragte ich.

»Sieht nicht so aus«, antwortete Phil. »Weißt du, wie viele Leute in den Vereinigten Staaten ›Stone‹ heißen? Bestimmt Zehntausende.«

»Ja, ein guter alter britischer Name«, sagte ich, setzte den Blinker und wechselte auf die linke Fahrspur.

Phil las weiter. »Interessant ist aber, dass Sarah Stone bei America’s Hottest Top Model mitgemacht hat.«

»Du meinst die Show von Tyra Banks?«, fragte ich nach.

Phil schüttelte den Kopf. »Nein, nein, nicht America’s Next Top Model, sondern America’s Hottest Top Model. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.«

»Dann klär mich mal auf, bevor wir da sind. Du hast noch etwa sieben Blocks Zeit.«

»Dann lass mich mal schnell im Internet recherchieren. Ja, hier steht’s. America’s Next Top Model war die erste Show dieser Art, du weißt schon, wo viele Teilnehmerinnen antreten, die verrücktesten Dinge tun und eine nach der anderen auf höchst tränenreiche Art ausscheiden. Die ursprüngliche Show läuft schon sechs Jahre.«

»Also im Grunde eine weitere Show, um Zuschauer vor den Fernseher zu locken und mit Werbung Geld zu verdienen«, kommentierte ich Phils Erklärungen.

Er nickte. »Richtig. Die Zuschauer bekommen Entertainment, die Firmen Werbezeit und der Sender Geld. So läuft das halt.«

»Und was ist mit der Show, in der Sarah Stone war?«

Phil navigierte sich weiter durch die Computer-Menüs. »America’s Hottest Top Model nimmt für sich in Anspruch, die heißeste aller Model-Shows zu sein. Ihr Motto lautet: Hot, hotter, the hottest! Ich glaube, die jungen Damen werden mit möglichst wenig Kleidung in aufreizenden Posen dargestellt. Und was auch noch interessant ist: das Preisgeld. Der Gewinnerin winkt eine runde Million Dollar, zusätzlich zu einem Model-Vertrag. Die Zweit- und Drittplatzierten erhalten immerhin noch Trostpreise in Form von Model-Verträgen.«

»Ein schönes Motiv – wenn es sich bei Sarah Stones Fenstersturz nicht um einen Unfall, sondern um Mord handeln sollte«, sagte ich und bog auf die Eighth Avenue ab, auf der sich das Apartmenthaus befand, in dem Sarah Stone gewohnt hatte.

Ich parkte den Wagen unweit des Hauses. Wir stiegen aus, rückten unsere Sakkos zurecht und gingen los. Die Stelle, an der Sarah Stone in den Tod gestürzt war, war nicht zu übersehen. Eine Gruppe von Fotografen hatte sich dort versammelt und erzeugte mit ihren Kameras ein wahres Blitzlichtgewitter.

»Wie die Geier«, meinte Phil genervt. Ich schaute mich um und machte einen Officer des NYPD aus. Ein älterer Mann, schätzungsweise um die fünfzig, mit dunkelgrauen Haaren. Sein zerfurchtes Gesicht sah verlebt aus. Ich konnte mir vorstellen, dass er im Laufe seiner Karriere schon einiges erlebt hatte.

»Agents Decker und Cotton«, stellte ich uns kurz vor.

»Detective Brighton«, erwiderte mein Gegenüber und verzog das Gesicht. »Schlimme Sache. Die arme Frau. So hat sie sich ihre Karriere bestimmt nicht vorgestellt.«

»Wahrscheinlich nicht. Es sei denn, sie hat sich selbst von da oben heruntergestürzt.« Ich schaute nach oben, um zu sehen, von wo sie gefallen war. Von hier unten war aber nichts zu erkennen.

»Ihr Apartment befindet sich im 14. Stock«, sagte Detective Brighton. »Wir haben uns kurz oben umgeschaut, aber keine Spuren eines Kampfes entdeckt. Vielleicht war es wirklich Selbstmord.«

»Das wird sich zeigen«, antwortete ich.

»Die Zentrale hat mich informiert, dass das jetzt Ihr Fall ist – weil die Tote aus Kansas stammt und die Teilnehmerinnen dieses komischen Model-Wettbewerbs aus allen Ecken der Staaten kommen. Mir soll’s recht sein.«

Ich wandte mich dem leblosen Körper des Models zu. »Können Sie die Fotografen nicht irgendwie loswerden? Ich würde gerne ungestört arbeiten.«

»Die sind wie Kletten. Ich habe aber schon Verstärkung angefordert. Weil wir um die Zeit noch schwach besetzt sind, wird es aber noch etwa eine Viertelstunde dauern«, antwortete Detective Brighton.

»Dann werde ich mit meinem Partner erst einmal das Apartment der Toten in Augenschein nehmen«, sagte ich.

Detective Brighton nickte und rief seinem Kollegen zu: »Hey, Charly, ich gehe mit den Agents nach oben. Halte hier so lange die Stellung«, wodurch die Aufmerksamkeit der Reporter kurzfristig von Sarah Stone abgelenkt wurde und wir in den fragwürdigen Genuss eines Blitzlichtgewitters kamen. Brightons Partner nickte und achtete darauf, dass die Fotografen die provisorische Absperrung, die er aus Plastikbändern erstellt hatte, nicht überschritten.

Detective Brighton gab mir ein Zeichen und schritt voran. Ich folgte nur allzu gerne, Phil ebenfalls. Die Haustür war offen. Im Eingangsbereich stand der Hausmeister. Er war schätzungsweise Ende vierzig, unrasiert und trug einen zerknitterten blauen Trainingsanzug.

»Wir müssen noch mal nach oben«, sagte Detective Brighton zu ihm. Der Hausmeister nickte verschlafen, ging voran zu den Aufzügen und drückte einen Knopf. Wenige Sekunden später ertönte ein Signal und die Tür des rechten Aufzugs glitt zur Seite. Wir stiegen ein und fuhren nach oben.

***

»Sie können hier warten«, sagte ich zu dem Hausmeister, als er uns die Tür geöffnet hatte und neugierig in Sarah Stones Apartment blickte. Nachdem Detective Brighton, Phil und ich eingetreten waren, schloss ich die Tür. Der Detective blieb bei der Tür stehen, während ich mich mit Phil zusammen umschaute.

Von der Wohnungstür führte ein kurzer Flur zum Wohnzimmer, das mit seinen etwa vierzig Quadratmetern das Zentrum des Apartments darstellte. Die Ausstattung war geschmackvoll, aber karg. Ein dicker Teppich, ein Designer-Sofa, eine hängende Schrankwand mit Flachbildfernseher. Vor dem Sofa befand sich ein Glastisch – die Platte war außergewöhnlich dick, fast fünf Zentimeter. Darauf lag ein kleiner Spiegel mit einem weißen Pulver.

»Koks«, mutmaßte Phil.

»Wahrscheinlich«, antwortete ich. Die Droge war für die Branche typisch. »Das soll das Labor nachprüfen. Vielleicht ist es auch eine neue Designer-Droge.«

Die Tür zum Balkon war offen. An der Scheibe der Balkontür waren Fingerabdrücke zu erkennen. Ich betrat den Balkon, lehnte mich über das Geländer und schaute nach unten. Brightons Partner hatte inzwischen Verstärkung bekommen und arbeitete mit den anderen Cops daran, den Tatort zu sichern und die Absperrung zu erweitern. Von hier oben sahen vierzehn Stockwerke richtig hoch aus.

»Rund vierzig Meter bis nach unten«, meinte Phil, der mir auf den Balkon gefolgt war. »Bei einem Aufschlag auf dem Bürgersteig auf jeden Fall tödlich. Selbst eine Katze würde das kaum überleben.«

»Nur, dass es sich hier um einen jungen Menschen handelte, der sein ganzes Leben noch vor sich gehabt hätte«, antwortete ich.

Wir gingen zurück in die Wohnung, um uns dort weiter umzusehen. Im Badezimmer befanden sich viele Kosmetika, aber nichts, was nach Drogen aussah.

»Ich dachte immer, bei den Shows haben die Frauen professionelle Maskenbildner, die sich um Make-up, Haare und so weiter kümmern«, sagte Phil.

»Wahrscheinlich ist das hier nur die Ausstattung für den Weg ins Studio und für die Freizeit«, sagte ich.

Das Schlafzimmer war der letzte Raum des Apartments. Hier sah es weniger aufgeräumt aus als im Wohnzimmer. Das Bett war nicht gemacht, überall lagen Kleidungsstücke herum – soviel ich feststellen konnte, nur Frauenkleider und unterwäsche. Ein Blick in den Papierkorb zeigte mir aber, dass sie kürzlich Herrenbesuch gehabt hatte. Die gebrauchten Kondome hatte sie noch nicht entsorgt. Ansonsten lagen auf den drei Kommoden, die an den Wänden standen, mengenweise Modemagazine herum. Auf einem stand in großen Lettern: Shooting Star Sarah Stone – America’s Hottest Top Model?

»Hier ist ein Bild von Miss Stone«, sagte ich zu Phil.

»Mann, die sah ja echt gut aus«, kommentierte er. »Ich frage mich, ob sie ohne Make-up genauso perfekt und elegant ausgesehen hat.«

»Diesen Vergleich kannst du anstellen, wenn wir ihre Kolleginnen befragen«, sagte ich.

»Du denkst also, sie ist nicht aus eigenem Antrieb gesprungen?«, fragte Phil.

Ich nickte. »Es weist bisher nichts darauf hin, dass jemand anders ihren Tod verschuldet hat. Aber irgendwie passt das nicht zusammen. Eine erfolgreiche Frau, die die Karriereleiter der Model-Branche nach oben sprintet und dann, kurz bevor sie den Olymp erreicht, den Freitod wählt? Das hört sich an wie eine Story aus einem schlechten Roman.«

»Vielleicht war sie dem Druck einfach nicht gewachsen«, argumentierte Phil.

»Vielleicht«, erwiderte ich. »Bevor ich das aber glaube, will ich eine gründliche Untersuchung der Crime Scene Unit. Und wenn nur der geringste Verdacht auf Fremdverschulden besteht, werden wir weiter ermitteln!«

»Klar«, sagte Phil, »aber Dr. Gassettes wird dich verfluchen, wenn du sie um diese Zeit herzitierst.«

»Fluch oder nicht, das ist ihr Job. Wir sind ja noch früher hier gewesen. Und ich zweifle nicht daran, dass sie das versteht.«

Ich nahm mein Handy, rief die Zentrale an und fragte nach, wo die Leute von der Crime Scene Unit blieben. Ich war noch nicht bereit, den Fall als Selbstmord einzustufen.

***

Nachdem wir das Apartment versiegelt hatten, fuhren wir mit dem Fahrstuhl nach unten. Die Cops hatten den Tatort inzwischen weiträumig abgesperrt und die Reporter und Schaulustigen unter Kontrolle gebracht. Ich ging auf den leblosen Körper von Sarah Stone zu, der unter einer weißen Kunststoffplane lag. Phil war direkt hinter mir. Ich packte eine Ecke der Plane und hob sie langsam hoch. Der Kunststoff klebte bereits an dem Blut, das sich rund um den Körper der Toten ausgebreitet hatte. Sie selbst sah furchtbar aus. Das einst so makellose Gesicht war durch den Sturz ziemlich entstellt. Ich konnte nur vermuten, wie viele Knochen sie sich bei dem Sturz gebrochen hatte. Am Ringfinger ihrer rechten Hand wies eine weiße Stelle darauf hin, dass sich dort vor kurzem noch ein Ring befunden hatte. Ob sie mit Gewalt über den Balkon geworfen worden war, konnte ich bei all den Verletzungen aufgrund des Aufpralls nicht erkennen.

»Stand in den Unterlagen, ob sie verlobt oder verheiratet gewesen war?« fragte ich Phil.

Er schüttelte den Kopf. »Nein, das wäre mir aufgefallen. Da können uns aber ihre Arbeitgeber oder die anderen Teilnehmerinnen bestimmt mehr zu sagen.«

Ich schaute ihn an. »Glaubst du, dass die Teilnehmerinnen viel über private Angelegenheiten gesprochen haben? Schließlich waren sie Konkurrentinnen.«

»Konkurrentinnen ja, aber auch Frauen. Die haben bestimmt über die eine oder andere Sache geredet. Und ganz bestimmt auch über Männer und Beziehungen. Und wenn sie vielleicht auch nicht allen ihr Herz ausgeschüttet hat, gibt es bestimmt jemanden, dem sie sich anvertraut hat«, sagte Phil.

»Gut, wir warten ab, was die Crime Scene Unit für uns hat. Wenn sie selbst gesprungen ist, können wir die Angelegenheit schnell zu den Akten legen. Aber wenn es irgendeinen Hinweis auf Mord gibt, dann werden wir uns der Sache annehmen.«

***

Wir nutzten die Zeit bis zum Eintreffen der Crime Scene Unit, um beim Starbucks um die Ecke etwas zu frühstücken. Phil haute ordentlich rein. Ich hatte an diesem Morgen nicht besonders viel Hunger.

Phil bemerkte das natürlich. »Wenn du weiterhin so auf deinen Kaffee starrst und nichts isst, wirst du auch keine Verbrecher fangen. Ist alles in Ordnung oder muss ich mir Sorgen machen?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, nein, es geht schon. Ich muss nur erst richtig wach werden. Dann bekomme ich schnell wieder einen klaren Kopf.«

»Dafür hast du ja deinen Kaffee«, sagte Phil und schmatzte ein wenig.

Der Coffeeshop, in dem wir uns befanden, füllte sich immer mehr, ebenso wie die Straßen der Innenstadt. Die ganze Stadt erwachte langsam zum Leben. Ich trank meinen Kaffee aus und verzichtete auf das Sandwich.

Mein Handy klingelte und Dr. Gassettes meldete sich. Sie war am Tatort angekommen.

»Wir müssen los«, sagte ich zu Phil und machte mich auf den Weg.

»Ich komme ja schon«, antwortete er und trank hastig den letzten Schluck Kaffee.

Da sich der Tatort direkt um die Ecke befand, brauchten wir nur drei Minuten, um dort anzukommen. Das Team der Crime Scene Unit hatte unweit der Leiche geparkt und machte sich daran, das Gelände und den leblosen Körper zu fotografieren.

Dr. Gassettes beugte sich über die Tote und machte einige Untersuchungen.

»Ganz schöne Verschwendung«, sagte sie, als sie uns erblickte. »Da kommt das junge Ding extra von Kansas in den Big Apple, um so zu enden.«

»Manchmal traktiert einen das Schicksal mit unerwarteten Tiefschlägen«, sagte ich. »Wir waren schon oben in der Wohnung. Außer Drogen nichts Ungewöhnliches. Nichts, was darauf hindeutet, dass sie gewaltsam vom Balkon geworfen wurde.«

Dr. Gassettes blickte mich mit ihren dunklen Augen an. »Und jetzt wollt ihr von mir wissen, was geschehen ist und ob jemand anders seine Finger im Spiel hatte, nicht wahr?«

Ich nickte. »Ja.«

»Wir wissen ja, dass wir auf die schnelle und gründliche Arbeit der Crime Scene Unit zählen können«, fügte Phil taktisch klug hinzu.

Dr. Gassettes überlegte kurz. »Ich habe noch vier andere Fälle, die meine Aufmerksamkeit erfordern und dringend bearbeitet werden müssen. Aber wenn sich in den nächsten Stunden nicht gerade der Bürgermeister umbringt, tue ich euch den Gefallen und ziehe diesen Fall vor. Je nachdem, wie die Wohnung aussieht, brauchen wir noch etwa anderthalb Stunden. Wenn ich sie dann auf meinem Tisch habe, kann ich euch mehr sagen.«

»Hört sich gut an«, sagte ich.

»Dann werden wir hier wohl nicht mehr gebraucht«, sagte Phil, und wir verabschiedeten uns.

***

Unser nächstes Ziel war die Zentrale. Das morgendliche Briefing bei Mr High sollte in einer Stunde stattfinden. Außerdem wollte ich noch mehr Hintergrundinformationen zu dem Model-Wettbewerb, an dem Sarah Stone teilgenommen hatte, recherchieren.

Als wir das Büro unseres Chefs betraten, war er gerade am Telefon. Wir setzten uns, nahmen von Helen Kaffee in Empfang und warteten, bis Mr High sein Gespräch beendet hatte.

»Guten Morgen, meine Herren«, begrüßte er uns. »Das war der stellvertretende Bürgermeister. Der Tod von Miss Stone hat sich schnell herumgesprochen. Alle Fernsehsender und viele Internet-Nachrichtendienste haben sich darauf gestürzt. Ist an den Gerüchten, dass sie umgebracht wurde, etwas dran? Haben wir schon Fakten, die wir den Medien mitteilen können?«

Ich schüttelte den Kopf. »Bis jetzt weist nichts auf einen Mord hin. Keine Zeugen.

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