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Jerry Cotton - Folge 2247

Der Feind, der sich Phil Decker nannte

Der Killer bewegte sich lautlos und geschmeidig. In leicht gebückter Haltung huschte er durch den langen Korridor, auf der Suche nach dem Mann, den er töten sollte.

Jerry Cotton …

Im Korridor war es dunkel. In seiner schwarzen Kleidung verschmolz der Killer mit seiner Umgebung, wurde eins mit der Dunkelheit, ein schemenhafter Schatten mit mörderischen Absichten.

Plötzlich vernahm der Killer leise Schritte. Am Ende des Korridors flammte Licht auf, und eine schlanke Gestalt erschien – Cotton!

Der Killer verzog keine Miene. Ohne Zögern hob er die Beretta, auf deren kurzen Lauf ein Schalldämpfer geschraubt war, zielte sorgfältig und drückte ab!

Es gab ein leises Ploppen, als die Kugel aus dem Lauf jagte. Einen Lidschlag später sank Jerry Cotton getroffen nieder …

»Bravo! Bravo!«

Das Licht im Korridor ging an, und aus einer der Nischen trat Jon Bent hervor. Der Erzterrorist grinste, als er auf den Mann zutrat, der getroffen am Boden lag, auf der Stirn einen grellroten Farbfleck.

»Wäre das eine richtige Kugel und dieser Mann wirklich Jerry Cotton gewesen, wäre mein Erzfeind jetzt tot. Gut gemacht!«

Er nickte dem Killer zu, der stumm und starr im Korridor stand, die Waffe noch immer in Händen. Das Gesicht war unter einer Sturmhaube verborgen.

»Nicht mehr lange, und es wird der echte Jerry Cotton sein, den Sie erschießen«, orakelte Bent. »Bis dahin werden Sie weiter trainieren. Wir werden seinen Tod hier simulieren und alle möglichen Varianten durchspielen. Ich will, dass meine Rache diesmal perfekt ist. Diesmal soll es kein Entrinnen geben für Cotton!«

Der Killer deutete eine Verbeugung an, sagte aber nichts. Es war auch nicht nötig. Bent wusste, dass der Mann in Schwarz im entscheidenden Augenblick nicht zögern würde Cotton zu erschießen.

Nicht dieses Mal …

»Und? Sind Sie zufrieden?«

Bent wandte sich um, als eine Frau den Gang herabkam. Sie war Anfang dreißig und ausgesprochen gut aussehend. Ihr wasserstoffblondes Haar war streng zurückgekämmt und zu einem Dutt gesteckt, in ihren Blicken lag etwas Gefährliches.

»Allerdings«, gab Bent zurück. »Ich bin beeindruckt.«

»Ich hatte Ihnen gesagt, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde«, gab die Frau mit bösem Lächeln zurück. »Beim letzten Mal war es noch zu früh, um ihn gegen Cotton einzusetzen. Er musste versagen. Aber diesmal wird er Sie nicht enttäuschen. Gegen meine Therapie gibt es kein Mittel. Früher oder später muss er sich in sein Schicksal ergeben und wird alles tun, was ich ihm sage.«

Bent grinste, war unverhohlen beeindruckt. »Sie sind eine teuflische Frau, Moira Barons«, stellte er fest.

»Und jenen einzelnen Cent wert, den Sie mir bezahlen«, fügte die blonde Frau hinzu. »Ohne mich hätten Sie Ihre Rachepläne niemals verwirklichen können.«

»Das stimmt«, gab Bent zurück. »Als Jessica Cunnings haben Sie mir geholfen, Phil Decker in die Falle zu locken – als Moira Barons werden Sie mir nun dabei assistieren, Jerry Cotton in die Hölle zu schicken.«

»Er wird sterben«, stellte Moira ungerührt fest und sandte dem Killer einen vieldeutigen Blick. »So wie sein Partner …«

***

Phil war noch am Leben!

Mehr denn je glaubte ich daran, dass mein Freund und Partner nicht tot war, wie wir alle angenommen hatten, doch weder wusste ich, wie das möglich sein konnte, noch wie es dazu gekommen war.

Aber nach all der Trauer der letzten Wochen spürte ich endlich wieder Hoffnung in mir.

Es schien mir, als hätte alles vor einer Ewigkeit begonnen.

Phil und ich hatten den Auftrag erhalten, eine Mordserie auf Long Island zu untersuchen. Dabei war Phil in den Bann einer reichen Witwe namens Jessica Cunnings geraten und hatte mit ihr ein Verhältnis begonnen. Darüber war es zwischen uns zu einem heftigen Streit gekommen, und zum ersten Mal in unserer langjährigen Freundschaft hatten wir uns ernstlich entzweit.

Zeit zur Versöhnung blieb uns nicht – Phil verunglückte mit seinem Wagen auf der Küstenstraße nach Bayville, als er unterwegs zu Jessica war. Sein Fahrzeug überschlug sich und explodierte, sein Leichnam verbrannte bis zur Unkenntlichkeit.

Zumindest nahmen wir das an – alle Untersuchungen, die angestellt wurden, schienen zu belegen, dass der Tote aus dem Chevrolet tatsächlich Phil Decker war. So blieb mir nichts anderes, als den Tod meines besten Freundes und Partners als traurige, erschütternde Tatsache anzuerkennen.

Vom FBI wurde mir ein neuer Partner zugeteilt. Sidney Lomax aus Atlanta, ein hervorragender, ehrgeiziger G-man, der sich alle Mühe gab, Phils Platz auszufüllen – und es doch nicht konnte. Zusammen sollten wir Levi Solomon beschützen, einen israelischen Diplomaten, der auf der Abschussliste mehrerer Terrororganisationen stand.

Doch schon bald darauf mehrten sich seltsame Vorfälle, die darauf hindeuteten, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war, und ich kam dahinter, dass kein anderer als Jon Bent hinter den Ereignissen der vergangenen Wochen steckte – Jon Bent, der Hightech-Terrorist, der mir und dem FBI blutige Rache geschworen hatte.

Auf dem Dach des Hauptquartiers der Vereinten Nationen hatte ich eine seltsame Begegnung mit einem maskierten Killer gehabt, der aus unverständlichen Gründen mein Leben schonte – seither war ich geradezu besessen von dem Gedanken, dieser Killer könnte mein Freund und Partner Phil Decker gewesen sein.1)

Mir war klar, wie verrückt und abwegig das klingen musste. Mr. High und alle anderen im FBI-Büro zweifelten an meinem Verstand, und ich konnte es ihnen nicht mal verübeln. Es war nur ein Gefühl, eine Ahnung, die aus meinem Innersten kam und die ich niemandem erklären konnte.

Mit Mühe gelang es mir, Mr. High davon zu überzeugen, Phils Leiche exhumieren und einen DNS-Test vornehmen zu lassen.

Mit Zögern stimmte der Chef zu – und das Ungeheuerliche bewahrheitete sich. Wen immer wir am Northern Cemetery beigesetzt hatten – es war nicht Phil Decker!

Mit Mr. Highs Zustimmung rief ich eine Großfahndung ins Leben – eine Fahndung nach Jon Bent, dem meistgesuchten Terroristen unserer Zeit. Mehrmals hatten Phil und ich Bent ins Handwerk gepfuscht, worauf der Schurke geschworen hatte, sich an uns und am FBI zu rächen.

Es war offensichtlich, dass er hinter allem steckte. Fanden wir ihn, fanden wir auch Phil.

Ich wusste nicht, was Bent meinem Partner angetan hatte, und allein der Gedanke, dass sich mein bester Freund in der Gewalt dieses ruchlosen Verbrechers befand, machte mich halb wahnsinnig.

Aber ich war sicher, dass Phil noch lebte.

Es war Bents Art.

Er liebte es, Menschen zu manipulieren und mit ihnen zu spielen. Es war seine Art, Triumphe auszukosten.

Die Telefone liefen heiß.

Sid und ich saßen rund um die Uhr in unserem Büro an der Federal Plaza, waren damit beschäftigt, die vielen Meldungen und Hinweise, die aus dem ganzen Land eingingen, zu sammeln und auszuwerten.

Die vielen Freunde, die Phil und ich bei allem möglichen Behörden hatten, erklärten sich sofort bereit, mir bei der Suche nach Bent behilflich zu sein. Der Hightech-Terrorist, der seine Dienste meistbietend verschacherte und dessen wahres Aussehen noch nie jemand zu Gesicht bekommen hatte, stand bei so ziemlich jeder Behörde auf der schwarzen Liste. Ihn zu fassen und aus dem Verkehr zu ziehen, war ein Ziel, für das sich alle nur zu gerne einsetzten, noch dazu, wenn es gleichzeitig um das Leben eines guten Freundes ging.

Einen wichtigen Hinweis erhielten wir aus Los Angeles. Mein Neffe Will Cotton und seine Partnerin Donna Sullivan fanden heraus, dass aus einer Privatklinik in Bel Air ein Arzt entführt worden war, der als Genie auf dem Gebiet der plastischen Chirurgie galt – eitle Hollywood-Stars ließen sich von ihm behandeln.

Die Entführung allein war noch nicht verdächtig. Allerdings die Tatsache, dass der Doktor ein paar Wochen später an einem Highway in den San Bernardino Mountains aufgefunden worden war, schwer verletzt und halb verhungert. Es war ihm gelungen, aus der Gewalt seiner Entführer zu fliehen.

Der Mediziner lebte noch lange genug, um ein paar Aussagen zu machen. Das meiste davon war wirres, zusammenhangloses Zeug, aber offenbar war er in seiner Gefangenschaft gezwungen worden, eine Gesichtsoperation vorzunehmen. Im Auftrag eines Mannes, dessen Antlitz er nie zu sehen bekommen hatte.

Natürlich war es nur eine Vermutung, aber Will und Donna nahmen an, dass es sich um Bent gehandelt haben könnte, zumal der Arzt seine Entführer als ›böse Clowns‹ bezeichnet hatte, was sich wiederum mit dem Long-Island-Fall deckte.

Aber worin bestand der Zusammenhang?

Ein weiterer Tipp kam von meinen Freunden, den Spezialisten – Privatdetektive, die an der ganzen Westküste aktiv waren.2) Durch eine verschlüsselte E-Mail erfuhr Norton Branner, der Kopf des Trios, dass Bent offenbar versucht hatte, in Seattle Kontakt zu einem Psychologen aufzunehmen, der an der Universität von Washington arbeitete und als Kapazität auf dem Gebiet mentaler Manipulation galt. Dr. Sanders – so der Name des Gelehrten – hatte jedoch Lunte gerochen und die Polizei verständigt. Bent war daraufhin nicht mehr aufgetaucht.

Wie aber hing das alles zusammen?

Angenommen, es war wirklich Bent, der hinter den beiden Vorfällen steckte – was bezweckte der Schurke damit?

Die Erfahrung hatte mich gelehrt, dass Bent nichts ohne Plan und Ziel unternahm. Die Frage war, was der Verrückte mit dem bösartig-genialen Verstand diesmal plante …

Auch Sids frühere Kollegen aus Atlanta schalteten sich in die Ermittlungen ein. Sie schickten uns eine Aufstellung von Verbrechen der letzten acht Monate, an denen Bent mutmaßlich beteiligt war. Mit ihrer Hilfe ließ sich auf der Landkarte eine Art Spur ausmachen, die eine deutliche Richtung aufwies: New York.

Diese und noch viel mehr Hinweise gingen aus allen Himmelsrichtungen ein. Sogar Scotland Yard und das deutsche BKA gaben uns in Sachen Bent ein paar Tipps.

Aus all diesen Hinweisen ergab sich ein Bild, das noch unvollständig war und in dem noch viele Puzzleteile fehlten, aber unser Kenntnisstand wuchs mit jedem Augenblick.

Wir konnten inzwischen davon ausgehen, dass Bent seine Racheaktion – denn nur darum ging es ihm wohl – von langer Hand vorbereitet hatte. Was immer der Schurke in Los Angeles und Seattle gewollt hatte – ich war sicher, dass es mit seinem Vorhaben zusammenhing.

Hatte er den Chirurgen benötigt, um sein Gesicht umgestalten zu lassen? Oder das von jemand anderem? Hatte er mit Hilfe des Psychologen versuchen wollen, jemanden zu manipulieren, ihm das Gehirn zu waschen?

Ich musste an den Killer auf dem UN-Gebäude denken, der mir so seltsam vertraut erschienen war, und schauderte. War es Phil gewesen, in dessen Augen ich einen Sekundenbruchteil lang geblickt hatte?

Was hatte Bent mit meinem Partner angestellt? Was für eine Teufelei hatte sich der ruchlose Verbrecher wieder ausgedacht?

So sehr ich darauf brannte, die Wahrheit zu erfahren, ich würde mich gedulden müssen. Vorerst galt es, jeden einzelnen Hinweis, der einging, auszuwerten und einzuordnen. Eine mühselige, kräftezehrende Arbeit, die ihren Tribut forderte.

Nach sechzehn Stunden, die wir ununterbrochen am Computerterminal und am Telefon verbracht hatten, sahen Sid und ich aus wie Zombies auf Urlaub.

Wir waren blass um die Nasen, unsere Augen waren dunkel umrandet, unsere Krawatten hingen auf halb acht.

Sid hatte sich in jeder nur denkbaren Hinsicht bewährt. Er war zuverlässig, belastbar, diensteifrig und pflichtbewusst – alles Eigenschaften, die einen guten G-man auszeichneten.

Wenn ihm etwas fehlte, dann war es die menschliche Komponente.

»Hey, Partner«, meinte ich und sandte ihm ein mattes Lächeln. »Was meinst du? Sollen wir beim Chinesen anrufen und uns zwei Portionen Chop Suey kommen lassen? Oder ’ne Pizza von Mario’s?«

»Nein. danke.« Sidney schüttelte entschieden den Kopf. »Ich ernähre mich ausschließlich vegetarisch, und auch nur von Gemüse und Obst aus kontrolliertem Anbau. Es hilft mir, meinen Körper unter Kontrolle zu behalten.«

»Hm.« Ich schürzte anerkennend die Lippen. »Du trinkst kein Bier …«, resümierte ich.

»Nein.«

»… und auch keine harten Sachen.«

»Auch nicht«, verkündete Sid entschieden.

»Du besuchst keine Bars …«

»Niemals.«

»… und du gehst auch nicht aus. Du magst kein chinesisches Essen und kein italienisches, isst kein Fleisch und ernährst dich ausschließlich von Grünzeug und Körnern. Nur so zur Information: Wann hast du mal ein bisschen Spaß?«

»Spaß? Ich?« Sid machte ein entgeistertes Gesicht. »Überhaupt nicht. Ich bin schließlich nicht auf der Welt, um Spaß zu haben.«

»Nein?«

»Nein. Es geht darum, seine Pflicht zu erfüllen. Das Richtige zu tun. Für andere Menschen da zu sein. Das Verbrechen zu bekämpfen und die Schwachen zu beschützen. Der Verfassung treu zu dienen und …«

»Natürlich, Sid.« Ich winkte ab. »Ich kenne den Diensteid, und natürlich hast du Recht mit dem, was du sagst. Aber was, in aller Welt, ist falsch daran, sich ab und zu ein wenig Spaß und Entspannung zu gönnen?«

»Ich brauche keinen Spaß«, gab Sid hart zurück. »Und auch keine Entspannung. Wenn wir dieses Arschloch schnappen«, er deutete auf die Fahndungsakte von Jon Bent, »ist das für mich Spaß genug.«

»Auch ein Standpunkt.« Ich schnitt eine Grimasse. »Aber gab es denn nie einen Punkt in deinem Leben, in dem dich das alles angekotzt hat? In dem du den ganzen Kram am liebsten hingeschmissen hättest, den FBI verlassen und als Surfer nach Maui gegangen wärst?«

»Nein«, behauptete Sid so fest, dass ich ihm glauben musste. »Du etwa?«

»Ja«, gab ich unumwunden zu. »Mehrmals.«

Über Sids Züge huschte ein Ausdruck, der mir nur zu deutlich verriet, dass er enttäuscht von mir war.

Ich wusste, dass es dem G-man aus Atlanta alles bedeutet hatte, nach New York versetzt und mein Partner zu werden. Nur war ich jetzt, als er mich aus der Nähe kennen lernte, nicht annähernd so perfekt, wie er sich mich vorgestellt hatte, als er auf der Akademie von Quantico von mir gehört hatte.

Sid hatte hart dafür gearbeitet, zum FBI zu kommen. Er war immer einer der Besten gewesen, und es war ihm so in Fleisch und Blut übergegangen, dass er sich selbst darüber ganz vergessen hatte.

Auch das unterschied ihn von Phil …

Ich wollte meinen neuen Partner nicht bevormunden und ihm mit klugen Ratschlägen kommen, deshalb ließ ich ihn in Ruhe und griff nach dem Telefon, um wenigstens mir bei ›Mario’s‹ eine Pizza zu bestellen.

Ich hatte den Hörer noch nicht berührt, als das Ding lauthals zu dudeln begann.

»Cotton!«, meldete ich mich.

»Hallo Jerry«, drang die vertraute Stimme von Lara King aus dem Hörer, der CIA-Agentin, mit deren Hilfe Phil und ich vor einiger Zeit einen Verbrecherring aus ehemaligen KGB-Agenten gesprengt hatten.3)

Phil und Lara waren so etwas wie Lieblingsfeinde gewesen. Ständig hatten sie sich gegenseitig gestichelt und sich erbitterte Wortgefechte geliefert – und sich dabei doch gut verstanden. Wie viel Lara an Phils Wohlergehen lag, merkte ich daran, wie sehr sie sich bei den Ermittlungen ins Zeug legte.

»Es gibt Neuigkeiten, Jerry«, eröffnete sie.

»Inwiefern?«

»Einer unserer Undercover-Agenten hat ein paar interessante Informationen aufgeschnappt. Es geht um eine Frau, die seit längerem nicht nur von uns, sondern auch vom britischen MI6 gesucht wird. Ihr Name ist Moira Barons.«

»Moira Barons?« Ich legte die Stirn in Falten. »Nie gehört.«

»Sie ist gebürtige Waliserin, allerdings ist sie so ziemlich in der ganzen Welt zu Hause. Ihr Vater war Offizier bei der britischen Armee.«

»Aha«, machte ich. »Und was hat diese Dame mit Jon Bent zu tun?«

»Wirf mal einen Blick auf dein Faxgerät. Da müsste gerade eine Zeichnung bei dir ankommen …«

»Yo«, bestätigte ich im New Yorker Straßenjargon, als ich sah, dass tatsächlich etwas aus dem Schlitz des Faxgerätes kam. Es war ein Phantombild, die Zeichnung einer jungen Frau.

»Okay«, meinte ich. »Ist sie das?«

»Ja«, bestätigte Lara. »Das ist Moira Barons.«

»Und?«

»Sieh sie dir genau an, Jerry. Fällt dir etwas auf?«

Ich betrachtete die Züge der Frau auf dem Bild, wusste nicht, was Lara meinte.

»Tut mir Leid«, sagte ich, »ich weiß wirklich nicht …«

»Erinnert Sie dich nicht an jemanden?«, hakte die Agentin nach. »Denk genau nach, Jerry – es ist noch nicht lange her …«

Wieder nahm ich die Zeichnung genau in Augenschein – und stellte fest, dass Lara Recht hatte. Die kleinen Augen, die hohen Wangenknochen, der schmale, ein wenig arrogant wirkende Mund – all das kam mir tatsächlich irgendwie bekannt vor.

Plötzlich sog ich scharf die Luft ein.

War es möglich? Konnte es sein?

Nein, sicher irrte ich mich.

»Was ist, Jerry?«, fragte Lara. »Hat es dir die Sprache verschlagen?«

»Na ja«, entgegnete ich. »Ich frage mich, ob … ob es möglich sein kann, dass …«

»Es kann«, bestätigte Lara. »Sprich es ruhig aus.«

»Nun, es gibt eine gewisse Ähnlichkeit zu Jessica Cunnings …«

»Jessica Cunnings«, echote Lara und riss damit alte Wunden auf. »Die reiche Frau, die deinem Partner den Kopf verdreht hat. Wegen der ihr euch in die Haare geraten seid.«

»Genau«, sagte ich. »Die Ähnlichkeit ist nicht sofort zu sehen, aber sie ist durchaus vorhanden.«

»Allerdings«, schnaubte Lara, »und mit Hilfe eines talentierten Chirurgen könnte diese Ähnlichkeit perfekt gemacht werden.«

»Was?« Ich schnappte nach Luft. »Du denkst …?«

»Das ist noch nicht alles, Jerry. Es kommt noch besser.

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