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Jedes Leben macht Sinn

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Matrixporträts

Mia, 63 Jahre – Priester, Reif 6

Maja, 52 Jahre – Künstler, Reif 6

Scarlett, 37 Jahre – Krieger, Reif 7

Simon, 49 Jahre – Weiser, Reif 7

Rudolph, 66 Jahre – König, Alt 1

Walter, 62 Jahre – Heiler, Alt 1

Thomas, 52 Jahre – Krieger, Alt 1

Irene, 63 Jahre – Heiler, Alt 2

Paul, 50 Jahre – Krieger, Alt 2

Johanna, 58 Jahre – Weiser, Alt 3

Ulla, 53 Jahre – Priester, Alt 3

Lisa, 58 Jahre – Priester, Alt 3

Nicola, 49 Jahre – Priester, Alt 3

Ricarda, 45 Jahre – Gelehrter, Alt 4

Aina, 58 Jahre – Künstler, Alt 4

Nachwort

Bildnachweis

Anhang

Vorwort

Mir ist bewusst, dass das Verstehen dieses Buches Vorkenntnisse der Archetypen-Seelenlehre von Varda Hasselmann und Frank Schmolke voraussetzt, damit die tiefere Bedeutung der Seelenmatrix nachvollzogen werden kann. Deshalb empfehle ich allen potentiellen Lesern, die sich bisher nicht oder kaum mit dieser Materie auseinandergesetzt haben, das Buch „Archetypen der Seele“1 von Varda Hasselmann und Frank Schmolke als Einstiegs- und Begleitlektüre, darüber hinaus bei Interesse weitere Standardwerke2,3,4 der beiden zu lesen.

Als mir die Archetypen-Seelenlehre begegnete, war ich von Anfang an fasziniert. Mein Energiesystem ging sofort in Resonanz – ganz offensichtlich entsprachen die Inhalte dieser Lehre meiner eigenen inneren Wahrheit. Bei der medialen Durchgabe der eigenen Seelenmatrix fühlte ich mich zutiefst berührt und gesehen. Doch genauso interessierte mich von Beginn an die Matrix anderer. Ich spürte, wie sehr das Wissen darum hilft, zu einem tieferen Verständnis für die Einzigartigkeit eines jeden zu finden. So reifte in mir ganz allmählich die Idee zu diesem Buchprojekt. Ich wollte Menschen, die sich bereits seit mehreren Jahren bewusst mit ihrer Matrix auseinandergesetzt hatten, dazu befragen, wie sie diese in der eigenen Biografie erleben. 15 mutige Personen im Seelenalter Reif 6 bis Alt 4 fanden sich schließlich bereit, sich in insgesamt über 100 Interviews meinen neugierigen Fragen zu stellen. Daraus formte ich die Matrix-Porträts.

Als Stilmittel nutze ich die Ich-Perspektive aus Sicht der interviewten Personen, verwende aber meine eigene Sprache. Dieser Hinweis erscheint mir deshalb wichtig, weil sich einige der Probanden je nach Persönlichkeit sicher anders ausdrücken würden, ausschweifender oder wortkarger, blumiger oder zurückhaltender. Vor der Freigabe hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, meine Zusammenfassung zu lesen und ggf. Änderungswünsche zu äußern. Zum Schutz der Personen wurden Namen und Alter geändert. Die Porträts zeigen Momentaufnahmen. Jeder hat sich seitdem weiterentwickelt und würde vermutlich auf manche Fragen heute anders antworten.

Jedem Porträt geht eine Bildseite voraus mit Seelenbildern der Künstlerin Melisande Fischer-Suder. Das obere Bild entspricht der Seelenrolle, die mittleren Bilder von links nach rechts den Angstmerkmalen und das untere Bild dem Entwicklungsziel der nachfolgend beschriebenen Person (s. Bildnachweis). Alle Porträts folgen einem einheitlichen Aufbau. Jedes startet mit der Seelenmatrix und der Seelenfamilienaufgabe. Das sind Trancebotschaften, die Varda Hasselmann als Medium von einer geistigen Präsenz, Quelle genannt, empfangen und auf Archetypen- und Seelenfamilienseminaren für die Teilnehmer individuell ermittelt hat. In einigen Porträts sind darüber hinaus noch weitere Durchsagen – auch anderer Quellen – enthalten, wenn diese von den Interviewten zur Verfügung gestellt wurden. Gechannelte Inhalte sind kursiv gedruckt. Die Seelenrollen sind - seelisch gesehen - geschlechtsneutral und werden deshalb in den Porträts sprachlich einheitlich verwendet.

Ich freue mich sehr, dieses Buchprojekt jetzt nach drei Jahren erfolgreich abgeschlossen zu haben. Zum Glück wusste ich nicht schon vorher, was an Arbeit auf mich zukommen würde. Und doch zweifelte ich zu keinem Zeitpunkt an der Stimmigkeit meines Vorhabens und fühlte mich von meiner Seelenfamilie gut unterstützt. Das größte Geschenk scheint mir – für mich selbst und hoffentlich auch für die Leser – eine wachsende Selbstliebe zu sein. Denn tief innen kommt die Botschaft an: Jeder ist richtig, so wie er ist. Jedes Leben ist sinnhaft, so wie es ist.

Doris Harmening

Mia, 63 Jahre – Priester, Reif 6

Seelenmatrix

Seelenchiffre

6 1/7 7 4 7 2/1 4/6 W7 3 1 6

Energien

Seelenrolle

Priester

6

Hauptmerkmal Angst

Selbstverleugnung

1

Nebenmerkmal Angst

Ungeduld

7

Entwicklungsziel

Herrschen

7

Modus

Beobachtung

4

Mentalität

Realist

7

Reaktionsmuster

intellektuell/ emotional

2/1

Seelenalter

Reif 6

4/6

Weg

Weg der Suche

7

Seelenfamilie

Krieger/Heiler/Priester

3 1 6

Aufgabe der Seelenfamilie

Durchsage der Quelle, Medium Varda Hasselmann

Priester, Krieger und Heiler bilden die Zusammensetzung deiner Seelenfamilie. Die Krieger sind in der Überzahl. Du spürst in dir eine Verbindung von großer Tatkraft mit einer Sehnsucht nach Inspiration und Entgrenzung. Diese Verbindung von Energien ist diejenige deiner Seelenfamilie. Die Krieger in dir sind in gewisser Weise ruhelos, aber nicht nervös. Sie wollen etwas bewirken. Sie streben Neues an und geben sich nicht mit dem Status quo zufrieden. Aber was sind die Inhalte ihres Strebens? Sie beziehen sich auf das, was Priester und Heiler gemeinsam wollen und damit kämpfen deine Krieger für eine Öffnung im Inspirativen, eine Öffnung im Medialen, eine Öffnung im Kontakt mit den seelischen Kräften und mit den inneren Stimmen. Dieses Bestreben habt ihr von Anbeginn eures Wirkens gehabt und es hat euch an den Punkt gebracht, an dem ihr euch heute als alte und reife Seelen befindet. Denn bis zum jetzigen Zeitpunkt habt ihr euch nicht zufriedengegeben, nach neuen Wegen zu suchen und das Unhörbare zu hören und das Unsichtbare zu sehen und das Unmögliche zu visualisieren.

Die Krieger in deiner Seelenfamilie treiben Priester und Heiler voran, in der Sehnsucht, diese scheinbar merkwürdigen und seltsamen und ungewöhnlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Ihr alle strebt danach, eure Kräfte so einzusetzen, dass ihr einen Durchbruch in einer dicken Mauer der Wirklichkeit findet, und wenn sie sich euch nicht von selbst auftut, dann nehmt ihr auch Rammbock und Meißel, um diese Bresche zu schlagen.

Es ist wichtig, dass du persönlich dir klarmachst, du hast schon viele Durchbrüche gefunden, aber sie haben in neue Räume mit neuen Mauern geführt, in dem Maße, wie dein Seelenalter angewachsen ist. Und was dich als Kind-Seele befriedigt und erschüttert hat, wird dich als reife Seele nicht mehr befriedigen und keineswegs mehr als ungewöhnlich erschüttern, sondern du brauchst jetzt neue Räume, neue Breschen und neue Einsichten, neue Erlebnisse. Gib nicht auf, setze dir keine Grenzen, sondern nimm die Krieger in dir zur Hilfe, um das zu erreichen, wonach du strebst. Vor allem lass dich nicht von deinen Ängsten davon abhalten oder dir von ihnen gar die Illusion eines Unvermögens einreden. Dein Weg ist der 7. Weg, Weg der Suche.

Einführung

Als beherrschendes Thema in meinem Leben empfinde ich mein unfreiwilliges Alleinsein und meine Einsamkeit. Mein Mann ist vor 17 Jahren ganz plötzlich innerhalb von zehn Wochen an Lungenkrebs verstorben. Ich konnte und wollte nie allein sein und doch bin ich es. Ich habe zwar einen großen Bekanntenkreis, aber darunter nur wenige enge, mich erfüllende Kontakte. Eine Zeitlang habe ich mir den Vorwurf gemacht, nicht freundlich und umgänglich genug zu sein. Mittlerweile nehme ich es hin, ohne es aber wirklich zu akzeptieren und zu verstehen. Fünf Jahre wiederholte sich ein Traum: Ich habe eine Eintrittskarte für ein Fest, doch der Mann an der Pforte lässt mich nicht hinein. So sitze ich außerhalb auf einer Holzbank und weine bitterlich, während ich die hellen Lichter sehe und das Jubeln höre.

Meine Eltern waren Flüchtlinge aus Schlesien und siedelten sich im Ruhrgebiet an. Als erstes Kind meiner Eltern – gleichzeitig auch lange das einzige Kind innerhalb der Verwandtschaft – sah ich mich in der Rolle einer Alleinunterhalterin, verantwortlich für das Glück der anderen. Schon mit dreizehn Jahren kaufte ich meiner Mutter von meinem Ersparten ein teures Strickkleid. Voller Ideen, wie ich meiner Mutter Gutes tun könnte, bin ich doch nie mit meinen Geschenken bei ihr gelandet. Statt mich zu loben, reagierte sie ärgerlich und hat mich dadurch beschämt. Ich fühlte mich schuldig, meine Mutter nicht glücklich machen zu können. Als meine acht Jahre jüngere Schwester geboren wurde, habe ich mich viel um sie gekümmert und sie überallhin mitgenommen – ich wollte nie allein sein. Das gab mir eine Aufgabe und gleichzeitig die Berechtigung, etwas unternehmen zu dürfen - z. B. ins Schwimmbad zu gehen.

Nach dem Abitur und einer Ausbildung zur mathematisch technischen Assistentin habe ich 35 Jahre in der Datenverarbeitung gearbeitet. Damals gab es noch kein Informatikstudium, sonst hätte ich wohl diesen Weg gewählt. Durch meine Selbstverleugnung konnte ich mich gut anpassen und galt als gute Teammitarbeiterin. Viele Projekte habe ich allerdings auch überwiegend eigenverantwortlich durchgeführt. Acht Jahre vor meiner Berentung wechselte ich – nicht ganz freiwillig – meine berufliche Rolle und unterrichtete Analphabeten. Letztlich hat es sich als gut herausgestellt, denn ich erntete Anerkennung und Dankbarkeit und erlebte mich in einer akzeptierten Führungsrolle, ohne – wie sonst oft – auf Widerstand zu stoßen.

Priester

Als Priester (und Realist) neige ich dazu, ernst und nüchtern zu sein. Da ist wenig Spielraum für Galanterie. Ich kann streng und hart sein und den moralischen Zeigefinger erheben, wenn Dinge passieren, die ich unmöglich finde. Andererseits kann ich gut zuhören – Menschen haben Vertrauen zu mir und erzählen mir viele Dinge aus ihrem Leben.

Zunächst hatte ich mit Spiritualität nicht viel im Sinn. Als mir jedoch die Archetypenlehre begegnete, fing ich sofort Feuer und meldete mich postwendend für das erste Seminar an. Seitdem ist mein Interesse dafür anhaltend stark – es lässt sich so viel damit erklären. Mittlerweile kenne ich die Matrix fast all meiner Familienmitglieder. Spannend sind die unterschiedlichen Seelenalter meiner Töchter, nämlich Reif 4 und Alt 4. Da habe ich auf einmal verstanden, warum sie trotz vermeintlich gleicher Erziehung so verschieden sind.

Selbstverleugnung

Die Selbstverleugnung empfinde ich als größtes Hindernis in meinem Leben. Ich habe das Gefühl, sie nicht in den Griff zu bekommen. Wenn ich erst einmal davon überzeugt bin, etwas nicht zu können, gerate ich leicht in Panik – dann möchte ich nur noch sterben und das Leben endlich hinter mir haben. Nach dem Tod stelle ich mir eine Art Sanatorium vor, in dem jeder freundlich zu mir ist und ich alles in Ruhe verarbeiten kann. Mir fehlt Urvertrauen, fast auf jedem Gebiet. So dumm kann ich eigentlich gar nicht sein – immerhin habe ich bereits mit 17 Jahren Abitur gemacht –, dennoch ist subjektiv ein Gefühl von Unfähigkeit sehr beherrschend. Auch wenn etwas rückwirkend gut gelaufen ist, kann ich mich nicht loben und konzentriere mich auf die verbleibenden zehn Prozent, die noch besser hätten sein können. Eigentlich würde ich gern Französisch lernen, aber nach einer Rückmeldung in der sechsten Klasse, kein Sprachengenie zu sein, fühle ich mich noch 50 Jahre später dadurch blockiert. Etwas Entspannung setzt nur deshalb ein, weil ich mittlerweile berentet bin und nicht mehr so viel nachweisen muss. Es scheint nicht mehr ganz so wichtig zu sein, etwas gut zu können.

Ungeduld

Positiv finde ich, dass die Ungeduld mich gut funktionieren lässt. Aber ich fühle mich ständig unter Druck, Dinge schnell erledigen zu müssen. Wie genießen geht, weiß ich nicht. Viele Beispiele fallen mir ein: Ich gehe gern in die Badewanne – ich mag es sehr, warm umhüllt zu sein. Aber kaum bin ich im Wasser, muss ich auch schon wieder hinaus, ich halte es keine zehn Minuten aus.

Ich esse sehr schnell. Meine Tochter hat den Begriff „schlingwarmes Essen“ für mich erfunden. Wenn Gäste kommen, stehe ich vorher stundenlang in der Küche und bin doch mit Essen fertig, bevor die anderen die Gabel in der Hand haben.

Beim Aqua-Training halte ich es nicht aus, wenn der Leiter auch nur fünf Minuten überzieht, lieber gehe ich vorzeitig.

Bei anstehenden Terminen bin ich überpünktlich. Erwarte ich Gäste, die sich verspäten, ohne mir vorher Bescheid zu sagen, empfinde ich geradezu körperliche Schmerzen und bin in einer Art Zwangszustand. Dann mischt sich meine Ungeduld mit der Selbstverleugnung und mir rasen Gedanken durch den Kopf, dass die Gäste sowieso nicht kommen wollen, sicher etwas Besseres vorhaben und mich hängen lassen. Nach spätestens 15 Minuten rufe ich an, auch wenn ich dabei Scham empfinde. Für einen kurzen Moment spüre ich dann Erleichterung.

Vor sieben Jahren bekam ich eine Krebsdiagnose. Obwohl ich die Diagnose anzweifelte und sich meine Symptome von selbst zurückgebildet hatten, wagte ich nicht, meinem eigenen Gefühl zu vertrauen (Selbstverleugnung) und auf Chemotherapie zu verzichten. Meine Ungeduld wollte möglichst schnell alles hinter sich bringen und wählte deshalb den konventionellen Weg, obwohl es mir dadurch ein halbes Jahr psychisch und körperlich nicht gut ging. Am schlimmsten empfand ich, auf Hilfe und Unterstützung durch andere angewiesen zu sein, wollte ich doch auf keinen Fall lästig sein.

Herrschen

Im Nachhinein würde ich sagen, dass ich als Kind von meiner Mutter beherrscht wurde, auch wenn sie mir durchaus einen schönen, behüteten Rahmen zum Aufwachsen gegeben hat. Ich durfte in ihrem Burghof spielen, aber als ich raus ins Leben wollte, gab es Probleme. Nach dem Abitur wechselte ich in einen bezahlten Ausbildungsberuf und wäre gern ausgezogen. Die Antwort meiner Mutter „dann wirst du das schöne Geld anderen geben” bewirkte, dass ich bis zur Heirat zu Hause geblieben bin. Es tut mir noch heute leid, mich damals nicht durchgesetzt zu haben.

Mit meinen eigenen Kindern wollte ich auf keinen Fall diktatorisch umgehen. Ich habe ihnen immer viele Möglichkeiten aufgezeigt und ließ sie dann auswählen.

Wenn ich eine Aufgabe sehe, die gemacht werden muss, fühle ich mich verantwortlich. So saß ich z. B. während der Schulzeit meiner Kinder acht Jahre in der Elternvertretung.

Ich gucke streng (Priester). Wenn mir etwas nicht gefällt, kann ich es nicht verbergen. In Konfliktsituationen denke ich oft, dass andere Angst vor mir haben. Ich will nicht bewusst verletzen, aber meine Kritik kommt offenbar oft sehr polterig an (Herrschen, Realist, Ungeduld). Ich wünschte mir dann, andere würden mehr auf den Inhalt meiner Botschaft hören, anstatt auf die Art, wie ich etwas sage. In einem Kurs Gewaltfreie Kommunikation habe ich einiges darüber verstanden. Trotzdem durchschaue ich nicht immer, wodurch ich andere vergraule. Ich übe z. B. ehrenamtlich eine Mediationstätigkeit in einer Grundschule aus und vermittle bei Konflikten zwischen Kindern. Eigentlich würde ich diese Arbeit viel lieber zu zweit machen – wie es ursprünglich auch vorgesehen war –, doch zweimal sind mir Partner davongelaufen, ohne dass ich weiß warum. Vielleicht verhalte ich mich unbewusst dominant. Dabei will ich gar nicht herrschen, sondern einfach nur gesehen werden. Eine positive Führungserfahrung erlebte ich in meiner beruflichen Tätigkeit im Unterrichten von Analphabeten.

Was ich mir sehr schön vorstelle, ist, bei einer Olympiade auf dem Siegerpodest zu stehen und zu erleben, dass die Nationalhymne nur für mich gespielt wird und die Menschen mir zujubeln.

Beobachtung

Ich erinnere mich, dass ich schon als Kindergartenkind am liebsten zunächst am Rand saß und in aller Ruhe schaute, bevor ich zur Tat schreiten mochte. Das hatte etwas Beruhigendes, alles andere war mir zu hektisch und schnell. Im Grunde geht es mir auch heute noch so. In der Angst spüre ich, dass die Beobachtung nach Bestätigung sucht. Dann kann es mir z. B. passieren, dass ich auf einer Reise einen Koffer aufgegeben habe – das eigentlich auch genau weiß – und mich trotzdem nochmals vergewissern muss. Positiv finde ich, dass ich viel wahrnehme. Ich höre aufmerksam zu, wenn Menschen erzählen, was ihnen gefällt, und kann deshalb gut Geschenke machen. Auch bin ich eine begabte Fotografin, weil ich einen genauen Blick für interessante Motive habe.

Realist

Ich habe sehr schnell eine Meinung zu den Dingen, eine Einstellung, von der ich dann überzeugt bin. In Verbindung mit Herrschen und Ungeduld konnte ich früher diese Meinung so vehement vertreten, dass sich andere überfahren fühlten. Mittlerweile bin ich vorsichtiger geworden, halte mich auch schon mal zurück oder bin bereit zu diskutieren. Wenn ich mir aber wirklich in etwas sehr sicher bin, sage ich es. Andere halten mich für nüchtern – Luftschlösser zu bauen, das liegt mir nicht. Mir ist bewusst, dass ich leider dadurch manchmal kreative Impulse von vornherein unterbinde, weil ich deren Umsetzung für nicht realistisch halte.

intellektuell/emotional

Den intellektuellen Anteil meines Reaktionsmusters mag ich gern. Ich denke gern, formuliere gut und kann Worte mit Bildern verbinden. Ich lese sehr viel und fühle mich von schöner Sprache in Literatur und Gedichten angezogen. Zu meinem emotionalen Anteil habe ich allerdings wenig Bezug. Bis auf sehr seltene Weinkrämpfe, die sofort vom Verstand unterbunden werden, kenne ich keine Tränen. Auch in Filmen, Musik oder Büchern kann ich meine Emotionen nicht so gut spüren. Liegt es an meiner Ungeduld, dass ich mir nicht ausreichend Zeit dafür nehme? Ich habe einmal zwei Jahre eine Atemtherapie gemacht, die bei allen anderen zu intensiven emotionalen Prozessen führte, nur bei mir nicht. Da ich Zorn für meine Hauptemotion halte, fürchte ich mich vielleicht vor der Heftigkeit eines Ausbruchs, sollte er sich in einer solchen Situation unkontrollierbar zeigen.

Reif 6 „Die Trennung von Schuld und Unschuld aufheben“2

Mich schuldig zu fühlen, ist eines meiner beherrschenden Lebensthemen. Als Kind fühlte ich mich für das Wohlergehen meiner Mutter verantwortlich und schuldig, wenn es ihr nicht gut ging und ich sie nicht glücklich machen konnte. Wir hatten beide unerfüllte Bedürfnisse und konnten uns gegenseitig nur wenig geben. Ich hätte mich als Erwachsene gern mit meiner Mutter darüber ausgetauscht, doch wurden solche Gespräche schnell von ihr abgeblockt. Sie hörte sofort heraus, eine schlechte Mutter gewesen zu sein, und ich fühlte mich erneut als nicht ausreichendes Kind bestätigt. Jetzt bin ich damit einigermaßen ausgesöhnt, doch die Sehnsucht bleibt bestehen, dass es auch hätte anders sein können. Ich empfinde die Vorstellung tröstend, dass meine Mutter vielleicht wenigstens nach ihrem Tod die Prozesse zwischen uns verstanden hat.

Die Schwangerschaft mit meiner ältesten Tochter traf mich unvorbereitet, konnte ich doch davor – trotz meiner Wünsche – längere Zeit nicht schwanger werden. Damals befand ich mich in einer schwierigen Lebensphase. Es ging mir nicht gut und ich habe viel geraucht und getrunken. Ausgerechnet in dieser Zeit hat sich vermutlich das Herz meiner Tochter gebildet. Als sie dann mit einem schweren Herzfehler geboren wurde und ihr Leben am seidenen Faden hing, machte ich mir große Vorwürfe. Erst viel später fühlte ich mich entlastet. Ich erfuhr in einer medialen Beratung, dass sich die Seele meiner Tochter bewusst für mich als Mutter entschieden hat, um ein „Herzleben“ führen zu können.

Weg der Suche

Meinen Weg 7 finde ich schwierig. Kaum habe ich mir ein Ziel gesetzt, tauchen schon wieder fünf neue auf – so habe ich das Empfinden, nie am richtigen Ort zu sein. Es fühlt sich an, als wenn ich auf einem Parkplatz bin, nach Hause fahren will, aber nicht weiß, wo mein Zuhause ist. Außerdem wird mir sehr schnell langweilig. Das verbinde ich vor allem mit diesem Weg. Die genaue Abgrenzung zu meinen anderen 7er Energien fällt mir nicht so leicht.

Seelenfamilie

Die Krieger in meiner Seelenfamilie überwiegen. Ich habe ein gutes Verhältnis zu ihnen, spüre ihre Kraft und Durchsetzungsfähigkeit und fühle sie wie eine Phalanx im Rücken, Kraft gebend. Auch erlebe ich mich als ziemlich schmerzunempfindlich. Bei blauen Flecken kann ich selten sagen, woher sie kommen. Das mag aber auch daran liegen, dass ich meinen Körper nicht richtig wahrnehmen kann.

Mit den Heilern verbinde ich eine sanfte und heilende Energie, die ich allerdings in mir selbst kaum spüren kann, sondern eher im Außen als angenehm wahrnehme.

Mit meiner Seelenfamilie kommuniziere ich wohl hauptsächlich im Schlaf. Ich schlafe tief, fest und unendlich lange. Vor einer bewussten Kontaktaufnahme am Tag scheue ich mich, weil ich mich auf diese inneren Prozesse nicht einlassen mag und ich es mir sowieso nicht zutraue (Selbstverleugnung). Ich habe zwar ein Seminar in Medialität mitgemacht, aber hauptsächlich wegen des Kontaktes mit Gleichgesinnten. Medium will ich auf keinen Fall werden.

Ich bin mir ziemlich sicher, schon einmal einem Mitglied meiner Seelenfamilie im realen Leben begegnet zu sein. In der schwierigen Phase nach dem plötzlichen Tod meines Mannes hatte ich für kurze Zeit einen sehr tröstenden Kontakt zu einer Frau aus München. Wenn ich damals wie heute Momente großer Einsamkeit erlebe, begegnet mir oft ein Auto mit Münchener Kennzeichen, sogar im fernsten Ausland. Das kann kein Zufall sein. Dann fühlte ich mich getröstet und mit meiner Seelenfamilie verbunden.

Ich sehe mich die Aufgabe meiner Seelenfamilie erfüllen, indem ich Räume schaffe, in welchen Menschen eine Ahnung von einer erweiterten Geistigen Welt bekommen können. Obwohl ich im Allgemeinen sehr nüchtern bin, entwickle ich geradezu eine priesterliche Leidenschaftlichkeit, wenn ich die Archetypenlehre vermitteln kann. Nicht jeder, auf den ich diesbezüglich zugehe, zeigt sich dafür offen. Aber wenn ich Interesse wecken kann, bin ich glücklich. Einmal hörte ich im Radio ein Interview mit einer bekannten Persönlichkeit. Dieser Mann thematisierte u. a. seinen bevorstehenden Tod und dass er nicht an ein Weiterleben nach dem Tod glaubte. Das konnte ich nicht aushalten, habe seine Adresse ausfindig gemacht und ihm geschrieben. Ich wollte ihm unbedingt sagen, wie wenig sinnhaft und ungerecht es wäre, wenn jeder Mensch nur ein einziges Leben zur Verfügung hätte.

Wünsche für die Zukunft

Ich möchte lernen, meine wuchtigen Energien bewusster und liebevoller für mich und die anderen einzusetzen. Ich verbinde damit die Hoffnung, dass dadurch die Konfrontationen, Zusammenstöße und Irritationen mit meinen Mitmenschen weniger werden und meine Angst vor Unzulänglichkeit abnimmt.

Außerdem wünsche ich mir mehr echten Kontakt mit meinen Seelengeschwistern – nicht nur im Traum, sondern auch im realen Leben. Die im Hier und Jetzt inkarnierten Mitglieder meiner Seelenfamilie mögen sich mir bitte zeigen. Einmal habe ich bereits eine solche Erfahrung gemacht. Sie endete zwar tief traurig, war aber anfangs sehr beglückend für mich.