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Jacob Morgans Höllentrail

Jacob Morgans Höllentrail

 

Western von Pete Hackett

 

 

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author www.Haberl-Peter.de

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

 

Der Cowboy Tom McLowry rannte um sein Leben. Er hatte im 'Lonesome Rider Saloon' mit einigen Burschen von der Circle-M Ranch wegen einer der Huren Streit bekommen und bei der anschließenden Rauferei einem der Kerle sein Bowie Knife zwischen die Rippen gejagt.

Jetzt hetzten sie ihn wie einen tollwütigen Hund durch Lincoln. McLowry wusste, dass sein Leben keinen rostigen Cent mehr wert war, wenn sie ihn erwischten.

Sein Pferd stand am Haltebalken vor der Lasterhöhle Stan Strykers. Der Weg dorthin war ihm versperrt. Zwei Reiter der Circle-M lauerten im Schlagschatten und warteten nur darauf, dass er seinen Gaul holte.

Ein eisiger Hauch wehte Tom McLowry an und ließ ihn frösteln. Es war der Eishauch des Todes ...

Hart an die Wand geschmiegt stand der Cowboy an der Ecke der Futtermittelhandlung. Der Schatten des Gebäudes hüllte ihn ein. Seine schweißnasse Hand hatte sich regelrecht am Kolben des Sechsschüssers festgesaugt. Seine Sinne arbeiteten mit doppelter Schärfe.

Sie schlichen um ihn herum. Mindestens vier Kerle. Und sie waren fest entschlossen, ihm das Tor zur Hölle aufzustoßen.

Unter einigen Vorbaudächern hingen brennende Laternen. Licht aus den Fenstern warf helle Vierecke auf die Gehsteige und Vorbauten. Zwischen den Häusern und Hütten und in den Gassen herrschte undurchdringliche Finsternis.

Tom McLowrys Atem rasselte. Das Herz hämmerte einen heftigen Rhythmus gegen seine Rippen. Der Hahn seines Colts war in die Feuerrast gezogen. McLowry hatte Angst. Gnade oder Mitleid durfte er nicht erwarten.

Du brauchst einen Gaul!, hämmerte es hinter seiner Stirn. Der Gedanke durchrann ihn wie Fieber. Aber er handelte sich nur heißes Blei ein, wenn er versuchte, an den Haltebalken des Saloons heranzukommen.

In seiner Nähe klirrten Sporenräder. Stiefelleder knarrte. Dann vernahm er Geflüster.

Tom McLowry wirbelte herum und duckte sich. Er hob die Hand mit dem Colt. Sein Hals war trocken wie Wüstensand. Das Schlucken bereitete ihm Mühe.

Ein Stück weiter wurde die Gasse von einem schmalen Steg gekreuzt, der hinter den Häusern und Gärten parallel zur Main Street verlief und im Osten am Rio Bonito, im Westen in der Prärie endete. Dort, wo der verwilderte Steg die Gasse kreuzte, standen Schuppen oder Scheunen. Die Umrisse der Dächer hoben sich scharf gegen den Sternenhimmel ab.

Plötzlich glitt ein Schemen in die Gasse. Er verschmolz nahezu mit der Finsternis.

Blindlings begann Tom McLowry zu feuern. Die zuckenden Mündungslichter zerrten seine Gestalt aus der Dunkelheit. Der Schussdonner staute sich in der Gasse und dröhnte in den Ohren wie höllisches Geläut.

Der Schemen war verschwunden.

Blitzartig wechselte Tom McLowry auf die andere Seite der Gasse. Keinen Herzschlag zu spät. An der Ecke, um die eben die schattenhafte Gestalt gehuscht war, zerschnitten ellenlange Mündungslichter die Nacht. Dort, wo Tom McLowry eben noch gestanden hatte, hämmerten die Geschosse gegen die Hauswand und ließen den Verputz stauben. Ein Querschläger quarrte mit grässlichem Jaulen über die Straße. Irgendwo klirrte es.

Tom McLowry zögerte nicht einen Moment. Er hielt auf die grellen Mündungslichter. Aber damit verriet er seine Position. Auf der anderen Seite der Gasse stießen Feuerblitze an der Schuppenwand entlang. Der Cowboy spürte den sengenden Hauch einer Kugel an seinem Hals, eine andere strich heiß über seinen Oberarm.

Er warf sich flach auf den Bauch und begann zu robben.

Auf dem Gehsteig neben der Main Street trampelten Schritte. McLowry lag an der Basis des Gebäudes. Die Panik, die in ihm hochspülte, raubte ihm den Verstand. Einen klaren Gedanken zu fassen war ihm nicht mehr möglich. Sein Puls raste, sein Atem flog vor Erregung, ihn schwindelte.

Jemand schaute vorsichtig um die Ecke der Futtermittelhandlung. Das Dröhnen der Schritte auf den Gehsteigplanken war verstummt. McLowry feuerte. Seine Kugel schlug ein faustgroßes Stück Mauerwerk aus der Ecke. Wildes, höhnisches Gelächter klang in den zerflatternden Donner hinein.

Und jetzt spuckten wieder die Sixshooter bei den Schuppen Feuer, Blei und Rauch. McLowry rollte herum. Das Eisen bäumte sich auf in seiner Faust. Der Schuss röhrte aus dem Lauf. Er riss den Hahn zurück, zog durch. Klick! Der Hammer schlug auf eine leere Hülse.

Der Cowboy klappte fast mechanisch die Trommel heraus. Die leeren Kartuschen klimperten in den Staub. Das Brennen auf seinem Oberarm spürte er schon gar nicht mehr. Er griff nach seinem Gürtel, um eine Patrone aus der Schlaufe zu drücken.

Da kamen sie. Die beiden vom Ende der Gasse, der dritte von der Main Street. Aus seiner Perspektive muteten sie McLowry unheimlich groß und drohend an. Staub knirschte unter ihren Sohlen. Leise und melodisch klimperten die Sporen. Das matte Schimmern in ihren Fäusten waren die Colts, die auf den zitternden Mann am Boden angeschlagen waren.

McLowry schob eine Patrone in die Trommel, griff nach der zweiten ...

"Fahr zur Hölle, du dreckiger Bastard!", grollte eine mitleidlose, brechende Stimme.

Die Worte fielen auf McLowry hinunter wie Bleitropfen. Er erstarrte. Die Patrone, die er aus der Gürtelschlaufe gedrückt hatte, fiel ihm aus der Hand.

Und dann dröhnten die Colts.

Die Geschosse nagelten McLowry in den Staub der Gasse. Schlagartig riss sein Denken. Sein Sechsschüsser mit der herausgeklappten Trommel lag am Boden. Der Kopf McLowrys rollte zur Seite ...

Die Mörder holsterten ihre Eisen und verließen die Gasse. Auf der Main Street gesellte sich ihnen ein vierter Mann hinzu. Die beiden, die bei den Pferden vor dem 'Lonesome Rider Saloon' Stellung bezogen hatten, traten aus ihren Deckungen.

Einer sagte kalt: "Der schmort in der Hölle. Was ist mit Jack?"

Einer von denen, die beim Saloon zurückgeblieben waren, antwortete: "Einige Männer haben ihn zu Doc Mill gebracht. Jack hatte Glück. Das Messer ist an einer Rippe abgeglitten und hat ihn nicht lebensgefährlich verletzt."

Ungerührt knurrte der erste Sprecher. "Dann haben wir McLowry wohl ein wenig zu hart bestraft. Nun, sei's drum. Wir können ihn nicht wieder zum Leben erwecken."

Sie betraten den Inn. Zig Augenpaare starrten sie an. Beim Tresen angelangt griffen sie nach ihren Gläsern und tranken. Dann luden jene, die sich mit McLowry die Schießerei geliefert hatten, in aller Gemütsruhe ihre Colts nach ...

 

*

 

Waco Jordans bestes Stück war steinhart, prall mit Blut gefüllt und zu einer imposanten Länge ausgefahren.

Joana spürte das sündhafte Verlangen bis in die letzte Faser ihres Körpers. Sie drückte Waco aufs Bett nieder und setzte sich auf ihn. Sie triefte vor geiler Nässe. Sein Johnny flutschte in sie hinein. Joana ließ ihren Unterleib kreisen. Waco füllte sie aus. Das Gefühl, das sie durchströmte, prickelte bis unter ihre Kopfhaut. Sie stöhnte wollüstig. Zuerst war es ein langsamer, genussvoller Rhythmus, dann aber wurde er schneller und besitzergreifender, und schließlich flog ihr runder, knackiger Po hin und her.

Der Orgasmus war wie ein Vulkanausbruch. Er erfüllte sie und wurde immer intensiver, und mit zunehmender Intensität entlockte er ihr kurze, spitze Schreie des absoluten Hochgefühls. Und schließlich öffneten sich auch Wacos Samendrüsen. Seine Miene verklärte sich, er verdrehte die Augen.

Da begannen in Lincoln die Colts zu donnern. Das hämmernde Stakkato prallte heran und ließ Waco innehalten. Schlagartig befand er sich in der rauen Realität. Er hielt inne. Joana hatte ebenfalls aufgehört, sich zu bewegen. Sie lauschte.

Kurze Zeit trat Stille ein, dann rollte es wieder heran wie Donnergrollen und verebbte schließlich wie das Geraune eines jäh versiegenden Baches. Waco sagte kehlig: "Tut mir leid, Sweetheart, aber es sieht aus, als wäre meine Anwesenheit in Lincoln erforderlich."

Sie stieg fast widerwillig von ihm herunter. Er wäre in der Lage gewesen, es ihr noch einmal so richtig zu besorgen. Waco war der einzige Mann, bei dem sie hundertprozentige sexuelle Erfüllung fand. Sie ergänzten sich gegenseitig auf der Matratze.

"Es ist immer dasselbe mit diesen schießwütigen Dummköpfen", klagte Joana. "Warum wirfst du Elwell Potter nicht endlich den Stern vor die Füße. Du verdienst mit der Shining Star Ranch genügend Geld. Du bist auf die paar Dollar, die dir die Stadt zahlt, weiß Gott nicht angewiesen. Außerdem würdest du so manchem Zeitgenossen hier in der Gegend einen Riesengefallen erweisen."

"Du kommst auf deine Rechnung, Darling", knurrte Waco, indes er sich erhob und seine Hosen in die Höhe zog. "Sobald ich die Sache in der Stadt geklärt habe, komme ich zurück. Und dann machen wir da weiter, wo wir soeben gezwungen wurden, aufzuhören."

Er zog sich an, zuletzt bückte er sich nach seinem Patronengurt und warf ihn sich um die Hüften. Waco schloss ihn, nahm Joana noch einmal kurz in den Arm und drückte ihr einen Kuss auf den Mund. Dann eilte er nach draußen.

"Gib auf dich acht!", rief Joana ihm hinterher.

"Versprochen!", erwiderte er über die Schulter. Er lief über den Hof, erreichte sein Pferd und leinte es los. Mit einem Satz war er im Sattel.

Die Schießerei in der Stadt hatte einige Besucher der Shining Star Ranch und ein paar der Girls auf die Veranda gelockt. Stimmengemurmel hing in der Luft. Als Waco das Pferd herumzog und es mit einem Schenkeldruck antrieb, kehrten die Kerle und Mädchen in das Haupthaus zurück.

Schon wenig später polterten die Pferdehufe über die Rio Bonito-Brücke. Dann versetzte Waco das Tier in Galopp.

Die Tür des Marshal's Office stand offen. Licht fiel heraus. Waco lenkte den Braunen zum Vorbau. Jacob Morgan kam ins Freie. Er hielt seine Greener mit beiden Händen quer vor der Brust. Die Hose, die von breiten Hosenträgern festgehalten wurde, schlackerte gewaltig um den Leib und die Beine des Oldtimers. Der Stern an seiner linken Brustseite zog die viel zu weite Stoffweste nach unten. Jacob hatte sich seinen wagenradgroßen Stetson auf die grauen Haare gestülpt.

Der Blick seiner grauen Falkenaugen erfasste Waco und hielt ihn fest. Der Alte machte ein Gesicht, als hätte man ihn zum Abendessen mit Stiefelfett gefüttert. Grimmig stieg es seiner Kehle: "Es waren ein paar Kerle von der Circle-M. Es gab eine Schlägerei im Lonesome Rider. Tom McLowry verletzte einen der Burschen mit seinem Bowie Knife. Sie jagten ihn und am Ende lag er tot in der Gasse neben der Futtermittelhandlung."

"Ach du Schande", murmelte Waco. "Ein Toter! Wo warst du, Jacob, als es krachte?"

"Im Office", keifte der Oldtimer. "Wo sonst? Als die Ballerei begann, war das sozusagen schon der Anfang vom Ende. Als ich hinauskam, waren die Circle-M-Leute schon wieder auf dem Weg zum Lonesome Rider. – Heh, wo warst du denn?" Jacob warf herausfordernd den Kopf in den Nacken. "Aaah, richtig", krächzte er. "Du hast deinen Samenstängel wieder einmal bei Joana eingeweicht. Aber mich anpflaumen!"

"Das hab ich doch gar nicht gemeint, Jacob", besänftige Waco den erregten Burschen. "Ich wollte doch nur wissen, ob du gesehen hast, wie die Schießerei ablief."

"Schon gut", murmelte Jacob. "Du hättest es auch nicht verhindern können, wenn du in der Stadt gewesen wärst. Ich fand Tom McLowry. Um ihn herum lagen sechs leere Kartuschen und eine scharfe Patrone. Auch sein Colt lag im Staub; mit herausgeklappter Trommel. Er hat es nur noch geschafft, eine Patrone in die Trommel zu schieben. Die Schufte haben ihn regelrecht mit ihrem Blei zersiebt."

"Es war also Mord", stellte Waco mit galligem Unterton fest. "Wie viele der Kerle von der Circle-M waren beteiligt?"

"Sechs, Waco. Ein halbes Dutzend. Ich sah Lane Murphy, Luke Dillon, Pat Brandon, Lex Hogan..."

"Gut, Jacob. Sind sie noch im Lonesome Rider?"

Jacob nickte. "Wir holen sie uns, nicht wahr?"

"Yeah. Du gehst mit deiner Shotgun zur Hintertür, Jacob. Wenn du im Saloon meine Stimme hörst, kommst du in den Schankraum. Aber, Jacob, was auch immer geschieht – du drückst nicht ab."

"Warum nicht?", keifte der Alte.

"Weil ich nicht im Bleihagel stehen will, Jacob. Außerdem sind viel zu viele Unbeteiligte im Saloon, und die willst du doch nicht erschießen."

"Ich nehme die Winchester", bot Jacob impulsiv an. "Denk nur nicht, ich kann damit nicht umgehen. Vor zwanzig Jahren hab ich noch damit 'ner Fliege auf zehn Schritte das Auge ausgeschossen. Damals in Las Cruces, als ich gegen die Belknap-Gang antrat, war ich auch mit der Winchester ..."

"Später, Jacob, später", schnitt ihm Waco das Wort ab. "Jetzt haben wir einen Job zu erledigen."

Waco schwang sich vom Pferd und warf die Zügel über den Holm. Er angelte sich die Winchester aus dem Scabbard. "Go on, Jacob", sagte er zwischen den Zähnen.

Sie überquerten die Main Street.

Verworrenes Durcheinander von Stimmen, Gelächter, Klaviergeklimper und Gegröle trieb über die Batwings der Flügeltür ins Freie. Die Schritte der beiden Marshals tackten rhythmisch auf den Planken des Gehsteigs. Als sie vor dem Lonesome Rider ankamen, knurrte Waco: "All right, Jacob. Du weißt Bescheid. Ich warte zwei Minuten. Dann wirst du die Hintertür erreicht haben."

"Du kannst dich auf mich verlassen, junger Freund", näselte der Oldtimer und tätschelte den Kolben der Greener wie die Wange eines lieben Kindes.

Der Oldman verschwand.

Waco wusste, dass er sich auf Jacob verlassen konnte. Mochte er noch so ein vertrockneter Kauz und krankhafter Aufschneider sein – wenn es hart auf hart kam, dann stand er seinen Mann. Das hatte er schon des Öfteren bewiesen.

Waco wartete. Dann war die Zeit um. Er stieg die Stufen zum Vorbau hinauf, warf einen Blick über die geschwungenen Ränder der Pendeltür, dann stieß er die Türflügel auf. Knarrend schwangen sie nach innen. Waco betrat den Schankraum. Zwei Schritte hinter der Tür blieb er stehen.

Nach und nach brachen die Geräusche ab. Zig Augenpaare waren auf den Marshal gerichtet. Und dann kam noch einmal kurz Leben in die Bude, als Gäste und Huren, die sich zwischen Waco und den Reitern von der Circle-M befanden, aus der Schussbahn flohen. Stuhlbeine scharrten, gepresstes Raunen ging durch den Raum. Die Atmosphäre war unvermittelt angespannt und gefährlich.

Dann kehrte Stille ein – eine lastende, bedrohliche Stille.

Die Männer von der Circle-M hatten Front zu Waco eingenommen. Etwas Lauerndes, Raubtierhaftes ging von ihnen aus. Ihre Mienen wirkten verkniffen.

Langsam schritt Waco Jordan auf sie zu. Die Winchester trug er links am langen Arm. Die Rechte pendelte locker neben dem Revolverknauf. Bei jedem Schritt berührte der Handballen den glatten Griff.

Zwei Schritte vor den Kerlen hielt er an. Stumm schaute er von einem zum anderen. Dann sprangen seine Lippen auseinander. Seine Stimme klirrte: "Es ist Blut geflossen, Leute. Wer von euch war an der Schießerei mit Tom McLowry beteiligt?"

"Yeah", dehnte einer der Reiter. "Es ist Blut geflossen. Aber zunächst war es mal das Blut Jack Allisons, dem McLowry das Bowie Knife zwischen die Rippen trieb."

Die Hintertür schwang auf, Jacob Morgan betrat, die Shotgun lässig in der Armbeuge, den Kolben unter den Arm geklemmt, den Inn. Sein verknittertes Gesicht wies die Mimik eines wütenden Nussknackers auf.

Sekundenlang waren die Augen aller auf ihn gerichtet. Und so mancher im Saloon bekam ein mulmiges Gefühl, wenn er daran dachte, dass Jacob den Finger krumm machen könnte.

"Und das, denkst du, hat euch legitimiert, McLowry umzubringen", erklang Wacos Organ, und die Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf ihn und die Circle-M-Reiter.

Sie starrten ihn schweigend, mit lauerndem Ausdruck an.

"McLowry wurde zusammengeknallt, als er gerade sein Eisen nachlud", murmelte Waco. "Er war also in diesem Moment wehrlos. Und darum war es Mord." Er schaute die Kerle der Reihe nach an. "Wer von euch war an der Schießerei beteiligt?", wiederholte er schließlich die Frage, die er anfangs schon einmal gestellt hatte.

"Wir waren alle draußen", versetzte Lane Murphy, ein hagerer, wettergegerbter Mann um die 25, mit schiefem Mund. "McLowry hat auf uns geschossen, und wir haben zurückgeschossen. Und dann lag er da und machte seinen letzten Atemzug. Was willst du uns da am Zeug flicken, Jordan?"

"Ihr habt ihn kaltblütig zusammengeknallt, Murphy", knurrte Waco. "Deshalb verhafte ich euch. Legt eure Knarren auf die Theke und hebt die Hände."

Lane Murphy lächelte fast mitleidig. "Wer werden unsere Kanonen nicht ablegen, Jordan. Du wirst sie uns schon abnehmen müssen." Seine Worte waren ebenso herausfordernd wie seine ganze Haltung.

"Wie du meinst", knurrte Waco und setzte sich in Bewegung. "Jacob, halt sie in Schach."

"Wenn er mit seiner Bleischleuder schießt, dann bleibt hier im Saloon kein Auge trocken, Jordan", stieß Pat Brandon, einer der anderen Reiter, hervor. "Du kannst uns nicht bluffen."

Plötzlich lag in Wacos Faust der Colt. Es knackte, als er den Hahn spannte. Es war ein blitzartiger Zug. Die Cowboys hatten kaum mit den Augen folgen können. "Dann machen wir es eben anders", knurrte Waco drohend. Die Mündung pendelte von einem zum anderen. "Wollt ihr jetzt ablegen?"

Da schob sich von der Seite Stan Stryker heran, der Besitzer des Saloons. Die breite Messernarbe, die sein Gesicht entstellte, hob sich hell aus seinem düsteren Gesicht ab. Ein dicker, schwarzer Schnurrbart verdeckte seine Oberlippe. Über seiner Nasenwurzel stand eine steile Falte. Er schnarrte: "Tom McLowry zog sein Messer, in der Absicht, Jack Allison abzustechen. Allison hatte nur Glück. Diese Männer hier am Tresen verfolgten McLowry, um ihn dem Gesetz auszuliefern. Denn Sie glänzten ja wieder einmal durch Abwesenheit, Jordan. Draußen verwickelte McLowry die Boys in eine Schießerei."

Waco drehte langsam den Kopf. "Halten Sie sich raus, Stryker", knurrte er. "Ich mache meinen Job. Also setzen Sie sich wieder auf Ihre fünf Buchstaben und behindern Sie mich nicht in der Amtsausübung."

"Den Stern tragen Sie doch nur zur Dekoration herum", zischte Stryker gehässig. "Wenn Ihre Anwesenheit gefordert ist, muss man Sie meistens erst immer von der blonden Hure auf der Shining Star Ranch herunterholen. Spielen Sie hier nur nicht den aufrechten Gesetzesmann, Jordan. Das nimmt Ihnen nämlich schon lange keiner mehr ab. Der Stern an ihrer Brust ist ein Hohn."

Lane Murphy sah Waco Jordan abgelenkt. Er verständigte sich mit einem schnellen Seitenblick mit Pat Brandon, der neben ihm stand. Dann stießen sie sich beide fast gleichzeitig ab. Sie flogen regelrecht auf Waco zu.

Waco nahm es aus den Augenwinkeln wahr. Er duckte sich, glitt gedankenschnell zur Seite und schlug mit dem Colt zu. Er traf Lane Murphy. Pat Brandon prallte gegen ihn. Der Anprall brachte Waco ins Straucheln. Und dann krachte Brandons Faust gegen sein Kinn.

Waco hatte das Gefühl, der Kopf würde ihm von der Schulter geschlagen.

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