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JENSEITS DER GRENZEN ZWISCHEN LEBEN UND TOD

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MICHAEL UCHE IGBOANUGO

JENSEITS DER GRENZEN ZWISCHEN LEBEN UND TOD

EIN NAHTODERLEBNIS UND ERGREI FENDES ZEUGNIS EINER WAHREN BE GEBENHEIT VON MICHAEL IGBO ANUGO

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© 2017 MICHAEL UCHE IGBOANUGO

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback:978-3-7439-0971-7
Hardcover:978-3-7439-0972-4
e-Book:978-3-7439-0973-1

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

aus dem Englischen

Titel der Originalausgabe: „Beyond the Borders of Life and Death – A true near-death experience and a touching life testimony of Michael Igboanugo"

Aus dem Englischen von Ulrike Regner

MICHAEL UCHE IGBOANUGO

JENSEITS DER GRENZEN ZWISCHEN LEBEN UND TOD

EIN NAHTODERLEBNIS UND ERGREIFENDES ZEUGNIS EINER WAHREN BEGEBENHEIT VON MICHAEL IGBOANUGO

Dieses Buch ist meiner Mutter gewidmet, Onoluchukwu Katrine Igboanugo. Geliebte Mum, physisch bist du nicht mehr hier, aber in meinem Herzen lebst du weiter. Ich bin Gott so dankbar, dass Er mir dich als Mutter gab; würde Gott mich Millionen Mal auf diese Welt schicken und dürfte ich mir eine Mutter aussuchen, so würde ich immer wieder dich wählen. Ich weiß, dass du vom Himmel auf mich herabschaust, um zu sehen, was aus mir geworden ist. Danke, dass du mich und meine Geschwister gelehrt hast, Gott zu fürchten. Wie es in der Bibel heißt: „Erzieh den Knaben für seinen Lebensweg, dann weicht er auch im Alter nicht davon ab“ (Sprüche Salomos 22:6).

Mum, ich verspreche, dass ich niemals vom Weg des Herrn abgehen werde, den du mit all deiner Mühe uns gelehrt hast, und dass ich ihn an deine Enkelkinder weitergeben werde, im Namen Jesu. Amen!

Danksagungen

Zutiefst dankbar bin ich unserem allmächtigen Vater, dem Schöpfer des Himmels und der Erde und von allem, was darauf und darinnen und darunter ist – dem „Ich Bin Der Ich Bin“, dem bedingungslos liebenden Vater. Ich danke Dir, Herr, dafür, dass Du mir so viele Gelegenheiten im Leben gegeben hast, um für Dich und Dein erhabenes Königreich Zeugnis abzulegen; und ganz besonders dieses außergewöhnliche Zeugnis – indem Du mir in Deiner bedingungslosen Liebe erlaubt hast, einen Blick davon zu erhaschen. Danke, Herr, dass Du mich auf diese Erde zurückschicktest, so gesund wie möglich an Geist und Seele, damit ich das, was ich gesehen habe, bezeugen und mein Zeugnis mit der Welt teilen kann.

An meine Frau, Sabine: Ich danke dir für all deine Liebe und Unterstützung und besonders dafür, dass du ein so geduldiger, nachsichtiger Mensch bist. Ich werde Gott immer dankbar sein, dass Er mir dich zur Frau gegeben hat, denn für mich bist du mehr als eine Ehefrau. Du bist gleichzeitig wie eine Mutter, eine Freundin, ein Schutzschild. Wie es in der Bibel steht: „Eine tüchtige Frau ist die Krone ihres Mannes, eine schändliche ist wie Fäulnis in seinen Knochen“ (Sprüche Salomos 12:4). Mein Hase, Du hast es mir bewiesen, sowohl physisch als auch spirituell.

An Reverend Francis: Du bist einer meiner Schutzengel. Danke, dass du während der ganzen Zeit für mich und meine Familie da warst – von dem Moment an, als ich das Bewusstsein verlor, während der ganzen Zeit, als ich im Koma lag, bis zum Moment, als ich aufwachte. Ich möchte dir danken für all deine Gebete, denn sie drangen bis zum Himmel und klangen laut in Gottes Ohren. Ich traf dich im Geiste, und du betetest noch immer für mich. Möge Gott dich weiterhin segnen in Jesu Namen. Amen!

An Reverend Ambrose Abejide Olowo: Vater! Ich bin für immer dankbar für deine ermutigenden Worte, nachdem du meine Geschichte gehört hattest. Es war zu viel für mich, und du warst derjenige, der mich ermutigt hat, mit dem Schreiben einfach an irgendeiner Stelle anzufangen. Ich erinnere mich noch an deine Worte, als du sagtest: „Du bist der Einzige, der die Geschichte so erzählen kann, wie sie ist; also fang an zu schreiben.“ Daraufhin nahm ich einen Stift und ein Blatt Papier, und der Rest ist Geschichte, durch die Hilfe des Heiligen Geistes. Vater, deine Stimme war die Stimme Gottes und ich danke Ihm dafür, dass er dich dafür benutzt hat.

An Esther Adomako: Du bist meine Schwester von einer anderen Mutter. Danke für alles, was du für meine Familie getan hast, und für all deine Gebete. Dein Lohn ist im Himmel.

An Anita: Danke dafür, dass du immer vorbeigekommen bist, um für die Kinder zu sorgen, während meine Frau mich im Krankenhaus besuchte. Du spieltest eine der wichtigsten Rollen, die genau zu diesem Zeitpunkt gebraucht wurden. Gott wird ganz gewiss dich und deine Familie segnen.

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Einleitung

1 Meine Mutter

2 Die Toten hören uns

3 Über mich

4 Gottes Pläne sind immer anders als die unseren

5 Der Tag, an dem es passierte

6 Der Beginn einer Reise, die mein Leben für immer veränderte

7 An der Pforte zum Himmel

8 Zurück auf der Erde

9 Der Engel des Todes

10 Du betetest für mich in der physischen Welt, aber ich sah dich im Geiste

11 Im Geiste zurück in Österreich

12 Ich fiel in die Schatten des Todes

13 Ich sah den Teufel in Form einer hässlichen Meerjungfrau

14 Und wieder rettete mich mein Schutzengel

15 Zurück ins Leben

16 Bedeutsame Ereignisse

17 Fragen, die man mir stellte

18 Mein Wunsch

Prolog

Als 2007 mein Mann nach Magenblutungen zusammenbrach, war ich gerade hochschwanger mit unserem Sohn Joshua. Ich dachte, nichts könnte dieses furchtbare Ereignis noch überbieten. Es war damals sehr schwer für mich - ohne dass ich wusste, dass einige Jahre später eine noch viel schwerere und gefährlichere Situation folgen würde. Die Beziehung zwischen uns war immer eine ganz besondere und ich hatte das deutliche Gefühl, dass Gott Seine besonderen Gründe dafür hatte, dass Er uns beide zusammengeführt hat.

In der Zeit, als er im Koma lag, versuchte ich, ihn so oft wie möglich zu besuchen, wann immer meine Kinder im Kindergarten und in der Schule waren. Ich musste zweimal am Tag zum Krankenhaus laufen, um meinen Mann zu sehen. Die Ärzte von der Intensivstation waren so nett zu mir, und sie erlaubten mir, so oft zu kommen, wie ich wollte. An den Wochenenden kam meine Freundin Anita mit ihren Kindern zu uns nach Hause, um sich um meine Kinder zu kümmern. Sie war die größte Hilfe für mich, die ich in dieser Zeit brauchte, und ich bin ihr so dankbar dafür, dass sie für mich da war. Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch Reverend Francis danken - für seine Gebete und spirituelle Unterstützung in dieser schweren Zeit.

In der ersten Woche, in der mein Mann im Koma lag, sagten mir die Ärzte, dass sie nicht wüssten, ob er überleben würde, und wenn er überlebte, könne niemand sagen, ob er wieder sprechen, gehen und ein normales Leben führen könne. Ich betete so inständig zu Gott, mir meinen Mann zurückzuschicken, und dass er so gesund wie möglich würde. Ich bin überzeugt davon, dass ich ohne meinen Glauben an Gott und ohne die Liebe, die ich für meinen Mann empfinde, nicht in der Lage gewesen wäre, die Situation zu bewältigen. Es war Gott, der mich durch diese schwere Zeit hindurch geleitet hat.

Am dritten Tag sah ich meinen Mann im Traum. Er sagte zu mir, er müsse für lange Zeit fortgehen, aber er versprach mir, dass er zurückkehren werde. Sein Kopf war mit einer Bandage umwickelt. Ich war in Panik und fragte ihn: „Warum verlässt du uns? Und wann kommst du zurück?“ Er antwortete: „Ich weiß nicht warum, aber denke an das Datum 20. April. Dann werde ich wieder da sein.“ Dann verließ er die Wohnung mit seinem Gepäck und ich erwachte mit Tränen in den Augen.

Am Tag, als er aus dem Koma erwachte, kam er wieder im Traum zu mir und sagte: „Hase! Wach auf und mach dich fertig. Komm zum Krankenhaus, denn heute werde ich meine Augen öffnen.“ Ich wachte auf und konnte es kaum erwarten, ihn zu sehen, und so rief ich meine Freundin Rosie an und bat sie, mich abzuholen und so schnell wie möglich zum Krankenhaus zu fahren, weil mein Mann gleich aufwachen würde. Zuerst dachte meine Freundin, ich machte einen Scherz. Sie kam und brachte mich zum Krankenhaus und wartete draußen auf mich. Und dann die Überraschung: Kaum hatte ich sein Zimmer betreten und hielt seine Hände, da öffnete er die Augen - zum ersten Mal nach fünf Wochen im Koma. Das Unglaubliche war, dass es der 20. April war – genau der Tag, von dem er in meinem Traum gesprochen hatte. Ich war so erstaunt über die Wunder, die nur der Allmächtige Gott im Leben seiner Auserwählten wirken kann.

Seitdem sind wir in unserem Glauben und in unserer Liebe weiter gewachsen. Das Leben ist ein Geschenk Gottes, und ich bin so dankbar für jeden einzelnen Augenblick mit meinem Mann.

•      Sabine Puschner-Igboanugo

Einleitung

Als Erstes möchte ich ein paar Worte über meine Herkunftsfamilie und über mich selbst vorausschicken. Mein Name ist Michael Uche Igboanugo und ich stamme aus dem Dorf Ejighinandu, Awka-Etiti, Bezirksverwaltung Idemmiri South, Bundesstaat Anambra, Nigeria.

Ich stamme aus einer sehr großen, polygamen Familie. Mein Vater war mit zwei Frauen verheiratet; die Umstände, die dazu geführt hatten, waren kompliziert und außerhalb seiner Kontrolle - aber darauf komme ich später zurück. Von Seiten meiner Mutter waren wir eigentlich insgesamt zehn Kinder, aber sie verlor ihre erste Tochter im Alter von vier Monaten, so dass wir nur noch neun Kinder waren. Ich habe drei Schwestern und fünf Brüder. Ich bin das fünfte Kind und der dritte Sohn meiner Mutter.

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Meine Mutter

Von allen meinen Brüdern und Schwestern hatte ich schon immer – und habe ich auch heute noch – eine sehr starke und ganz besondere Beziehung zu meiner Mutter. Ich erinnere mich, wie sie mir immer sagte, ich sei von allen ihren Kindern ein ganz besonderes Kind, das eine besondere Rolle in unserer Familie zu spielen habe. Deshalb gab sie mir den Namen Michael, nach dem Erzengel Michael, dessen Auftrag es ist, die Kinder Gottes zu beschützen und gegen Luzifer, den Feind unserer Seelen, und dessen Reich der Finsternis zu kämpfen.

Meine Mutter war ein sehr guter Christ und hatte einen starken Glauben an Gott. Sie war eine sehr arbeitsame Frau, die unter Armut zu leiden hatte, um neun Kinder allein großzuziehen. Trotz der Herausforderungen und Kämpfe in ihrem Leben ließ sie sich nicht davon abbringen, alle ihre Kinder in der Ehrfurcht vor Gott zu erziehen, indem sie selbst es uns vorlebte. Und sie verlor nie ihren Glauben, nicht ein einziges Mal. Sie lehrte uns so viel über Gott, über Jesus Christus, den Erlöser, und über Himmel und Hölle. Sie ermahnte uns immer wieder, dass die Sünde dazu führt, dass Gott und unsere Schutzengel den Blick von uns abwenden und dass genau in dem Moment der Teufel die Gelegenheit findet, zu kommen und uns anzugreifen.

Was sie zutiefst hasste, war die Unzucht. Sie sagte, Gott hasse diese so sehr und deshalb sollten wir ein Leben in Keuschheit führen, bis wir alt genug seien, um schließlich zu heiraten.

Meine Mutter hatte eine körperliche Schwäche, die sie jedoch akzeptieren konnte, dank ihres Glaubens daran, dass sie mit Jesus ihr eigenes Kreuz zu tragen habe. Sie litt unter einer Hörbehinderung, die sie aber nicht von Geburt an hatte. Es war das Ergebnis der Bosheit ihres Mathematiklehrers, nachdem sie seine Avancen und sein Heiratsangebot abgewiesen hatte. Dies geschah, als meine Mutter in der Klasse „Standard 6“ war. Sie war nicht besonders gut in Mathematik, aber ihr Lehrer mochte sie gern und wollte sie heiraten. Er ging sogar zu ihrem Vater und hielt um ihre Hand an, wie es damals nach afrikanischer Tradition üblich war, aber sie lehnte sein Angebot ab, einfach nur deshalb, weil sie ihn nicht mochte.

Und eines Tages, bei einem Mathe-Test, gehörte meine Mutter zu den Schülerinnen, die durchfielen. Der Lehrer schrieb die Korrekturen an die Wandtafel, wischte sie dann ab und forderte meine Mutter auf, dieselben Korrekturen, die er zuvor gemacht hatte, nochmals zu schreiben. Natürlich gelang es ihr nicht; daraufhin begann der Lehrer, aus Wut und Rache heraus, sie links und rechts mit der flachen Hand zu schlagen. Unglücklicherweise landeten seine Hände genau auf ihrem linken und ihrem rechten Ohr, so dass beide Ohren zu bluten begannen, wobei sich etwas ergoss, was wie Wasser, vermischt mit Blut, aussah. Von da an hatte meine Mutter ihre Hörfähigkeit verloren. Sie wurde von ihren Eltern zu verschiedenen Kliniken gebracht und die Ärzte stellten fest, dass das Trommelfell beider Ohren beschädigt worden war.

Wir Kinder waren die Einzigen, die wussten, wie man am besten mit ihr kommunizieren konnte. Wir benutzten keine Zeichensprache. Wir sprachen einfach nur leise, und sie konnte unsere Worte von den Lippen ablesen. Sie sagte, wenn jemand laut spreche, höre sie nur ein lautes, bedeutungsloses Geräusch im Ohr; aber wenn jemand leise sprach, konnte sie irgendwie verstehen, indem sie von den Lippen las.

Meine Mutter wollte Lehrerin werden, aber aufgrund ihrer Hörbehinderung konnte sie ihren Traum nicht verwirklichen. Stattdessen lehrte sie uns zuhause Englisch und das Studium der Bibel.

Ich erinnere mich an ein Gespräch, als ich etwa fünfzehn Jahre alt war. Ich unterhielt mich mit ihr und stellte ihr viele Fragen – z.B. warum sie meinen Vater geheiratet hatte, ob sie ihn liebte und wie es zu ihrem Hörproblem gekommen war. Und ich sagte zornig: „Mum! Zeig mir diesen gemeinen Mathematiklehrer, damit ich ihn auf der Straße festhalten und ihm mit aller Kraft auf die Ohren schlagen kann, genauso, wie er es mit dir gemacht hat. Er soll den gleichen Schmerz fühlen, den du jetzt durchmachst.“

Und sie erwiderte mit einem sanften Lächeln: „Mein Sohn, dieser Mann, von dem du sprichst, ist schon sehr alt und sehr krank und kann kaum noch gehen. Außerdem habe ich ihm schon längst vergeben. Gott weiß, weshalb mir dies geschehen ist, und ich habe es als mein eigenes Kreuz angenommen. Vielleicht ist es meine Fahrkarte in den Himmel, denn es gibt viele böse und schmutzige Dinge auf dieser Welt, die ich nicht hören muss.“

Sie sagte all dies mit einem gewissen Humor und ich wunderte mich sehr, wie sie so leicht jemandem vergeben konnte, der vorsätzlich ihre Träume und ihre glänzende Zukunft zerstört hatte, und wie sie ihn ungestraft davonkommen ließ. In diesem Moment überlegte ich, welche Frage ich ihr als Nächstes stellen konnte, aber mir fiel nichts ein. Also beschloss ich, etwas zu sagen, was sie glücklich machen würde.

Ich sagte: „Mum, ich verspreche dir: Wenn ich erwachsen bin und reich werde, dann werde ich dich zu den besten Ohrenärzten in Europa oder Amerika bringen, die deine Ohren noch einmal untersuchen können. Und selbst wenn es so sein sollte, dass sie deine Ohren operieren müssen, dann werde ich alles bezahlen, egal wieviel, damit du wieder hören kannst. Ich will, dass du glücklich bist. Ich kann es kaum erwarten, wie du reagieren wirst, wenn du zum ersten Mal wieder hören kannst.“

Über ihre Antwort war ich enttäuscht; aber jetzt, da ich alt genug bin, um zu verstehen, was sie meinte, ist dies zu meiner Lieblingserinnerung geworden, wann immer ich an meine Mutter denke. Sie lächelte und sagte: „Mein Sohn, wer hat dir denn gesagt, ich wäre nicht glücklich? Wenn ich mich recht erinnere, ist diese Welt nicht unser Zuhause, und eines Tages gehen wir alle heim zu unserem Vater. Das allein genügt, um mich glücklich zu machen. Und wenn du mich ernsthaft glücklich machen willst, dann sorge dafür, dass du ein gutes Leben führst, damit du in den Himmel kommst, wo ich geduldig darauf warten werde, dich wiederzusehen. Mein größter Wunsch auf dieser Welt ist es, im Himmel mit allen meinen Kindern wieder vereint zu sein. Keiner von euch soll fehlen.“

Bis heute habe ich ihre Worte nie vergessen. Sogar ihre Stimme, als sie diese Worte sprach, klingt noch heute in meinen Ohren, als sei es erst gestern gewesen.

Über meinen Vater

Mein Vater war ein sehr intelligenter Mann und sehr talentiert. Obwohl er die standardmäßige Grundschule nicht besucht hatte, gelang es ihm, von einem Engländer einen Job zu bekommen, bei dem er elektronische Geräte einrichten und reparieren musste, z.B. Radios, Fernseher, Lautsprecher, Verstärker, Mikrofone etc. Er schloss seine Ausbildung mit hervorragenden Beurteilungen seines Meisters ab und eröffnete sein eigenes Elektronik-Reparaturgeschäft, in dem er mehrere Jahre arbeitete.

Etwas Außergewöhnliches, was mein Vater zu seinen Lebzeiten tat, begann damit, dass er in Aba im Bundesstaat Abia ein Kino besuchte, das von den Briten zur Kolonialzeit gebaut worden war. Er schaute sich nur die Bauweise und das Design des Kinos an und als er später in sein Dorf zurückkam, baute er sein eigenes Kino – das erste westafrikanische Kino in den 60er Jahren. Er machte so viele verschiedene Dinge; daneben war er der „Stadtschreier“ von Jim Nwobodo und Nnamdi Azikiwe, dem ersten Staatspräsidenten von Nigeria seit der Unabhängigkeit Nigerias.

Es war während der Zeit der NPP (Nigerian People’s Party) und der NPN (National Party of Nigeria), der beiden wichtigsten politischen Parteien in den 70er Jahren. Ich erinnere mich, wie er mit uns Kindern in seinem Peugeot-Wagen fuhr, auf dem oben große Lautsprecher angebracht waren, die mit einem sehr alten Audioverstärker verbunden waren. Er fuhr mit uns durch das ganze Dorf und die Nachbardörfer, mit seiner linken Hand am Lenkrad und in der rechten Hand ein Mikrofon. Er rief ins Mikrofon: „NPP!“ und reichte dann das Mikrofon an uns auf dem Rücksitz, und wir antworteten, so laut wir konnten: „Superpower!“ Dies waren die einzigen schönen, unvergesslichen Momente mit meinem Vater, an die ich mich noch erinnern kann. Wir machten diese Kampagne fast jeden zweiten Tag, vor allem an den Wochenenden. Am Ende des Tages bekamen wir immer Belohnungen, z.B. Kekse und Gebäck und Soft Drinks wie Coca-Cola, Fanta und Sprite. Wir hatten so viel Spaß. Andere Kinder aus verschiedenen Dörfern waren so neidisch auf uns.

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