Logo weiterlesen.de
Italophil

Ich widme dieses Buch mit großer Dankbarkeit
meinem lieben Mann Charly. Einen weiteren
Dank
all jenen, die mich bei den wunderbaren Reisen
begleitet und mich beim Entstehen dieses Buches
unterstützt haben.

Inhalt

Vorwort

Bella Grado

Der Tagliamento

Auf den Spuren von Rainer Maria Rilke

Eine Bootstour nach Triest

Eine Genussreise ins Friaul

Prosecco

Erst bei Sturm zeigt sich der wahre Kapitän

Ein ganz besonderer Hochzeitstag

Inselhüpfen mit Genuss, in der Lagune von Venedig

Die kleine, liebenswerte Stadt Padua

Viva Verona

Mediterranes Flair im Norden Italiens

Der Franciacorta und sein See

Eine Liebeserklärung an die Toskana

Paradiesische Tage in Florenz

Mailand, die Stadt der Kunst und Mode

Genua, die Hafenstadt am ligurischen Meer

Eine Reise an die Riviera di Levante

Ghibellino auf La Ripa

Sechs Frauen und ein Hotelier

Umbrien, das grüne Herz Italiens

Rom und ein Geheimnis

Eine beeindruckende Naturkulisse

Ein Wochenende in Neapel

San Marino, die kleinste Republik der Welt

Die tyrrhenische Küste Kalabriens

Das Beste kommt zum Schluss, Apulien

Vorwort

Ti vogghiu beni comu un ciuri u so jardinu
che quannu chiovi l'aria è tisa e frisca di ventu nn'arricria
.

Ti vogghiu beni e lu cantu da sira o matinu
ca ti viju e mi chianci u cori amuri granni armuzza mia
.

Ich liebe dich wie eine Blume ihren Garten, denn wenn es regnet, ist die Luft elektrisch aufgeladen und frisch von einem Wind, der uns in Ekstase versetzt.

Ich liebe dich, und das singe ich von abends bis
morgens,
denn ich sehe dich, und mein Herz weint, große
Liebe, meine kleine Seele …

… singt Pippo Polina, und ich spüre ein Lächeln in meinem Gesicht. Ich liege im „Appartamento“ in bella Grado, öffne meine Augen und sehe Dächer, Schornsteine, den blauen Himmel; höre die Tauben gurren und die Möwen schreien.

Als ich vor vielen, vielen Jahren zum ersten Mal über die Grenze nach Italien fuhr, in die italienische Stadt Tarvis, fühlte ich etwas. Mich begeisterten die Italiener/innen mit ihrem Temperament, mir schmeckte die Pasta und die Pizza, ich genoss mein erstes Stück Prosciutto - hauchdünn mit einem Messer aufgeschnitten. Buonissimo. An den Profiterols konnte ich mich erst gar nicht satt essen und ich erinnere mich noch genau an die erste Kostprobe eines originalen Tiramisu.

Auf dem Markt in Tarvis kaufte ich mir damals meine erste Lederjacke. Das war etwas ganz Besonderes: Eine cognacfarbige Rauhlederjacke mit braunen Knöpfen … wie stolz ich war!

Ich verließ mein Appartamento, setzte mich auf einen Stein, blickte aufs Meer und fühlte eine unbeschreibliche Zufriedenheit, Ruhe und Gelassenheit. Obwohl ich schon viele Länder dieser Erde bereist habe, zieht es mich immer wieder nach bella Italia. Möglicherweise sind es die Wurzeln meiner italienischen Großmutter die mich so italophil sein lassen.

Seit vielen Jahren erkunde ich mit meinem Mann, meinen zwei Söhnen und lieben Freunden dieses schöne Land und entdecke immer wieder neue Schönheiten, kleine Dörfer, beeindruckende Plätze, besondere Gerüche, atemberaubende Landschaften und kleine Gassen, die mir ihre Geschichten erzählen.

Auf einer alten Steinstiege sitzend, mit einem großen Buch auf dem Schoß, versetzte ich mich in die Zeit als Goethe durch das alte Italien reiste. Grand Tour nennt sich dieser bezaubernde Bildband, den mir eine besonders liebe Freundin, die offensichtlich meine Liebe zu diesem Land spürte, geschenkt hat. Mit großer Ehrfurcht betrachte ich die Fotos und bewundere die Schönheit der Piazzas, Brücken, und abgebildeten Gebäude.

Und irgendwann wachte ich auf, lächelte und beschloss meine Freude, meine Gedanken und Erlebnisse aber vor allem meine Liebe zu Italien mit euch zu teilen.

Dieser etwas andere Reiseführer erzählt wahre Geschichten, erlebte Situationen und berichtet über reelle Personen. Möglicherweise gibt es das eine oder andere Gebäude, Wirtshaus oder Geschäft nicht mehr, da manche Reisen durch bella Italia schon viele Jahre zurückliegen.

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen.

P.S. Die kleinen dickschaligen Tassen italienischen Espressos` oder caffès, konzentriert und tiefschwarz, mit einer haselnussbraunen Crema obendrauf, begleiten mich stets auf meinen Reisen. Viele davon habe ich fotografiert.

 

„Reisen. Es lässt dich sprachlos, dann verwandelt
es dich in einen Geschichtenerzähler“.

Ibn Battuta

Bella Grado

Es ist immer wieder ein unbeschreiblich schönes Gefühl über die fünf Kilometer lange Brücke zu fahren. Geradeaus wartet die Sonneninsel Grado, links und rechts der Lagune hat man einen herrlichen Blick über die Landschaft. Die Musik von Paolo Conte verstärkt unser Gefühl von Urlaub, Freiheit und Zufriedenheit.

Der erste Weg ist immer ein Spaziergang auf der Diga, um dem funkelnden Meer ein Hallo zu sagen, die wunderschöne Stimmung zu genießen und den Blick nach Piran, Trieste und Lignano schweifen zu lassen. Egal in welcher Jahreszeit, es ist immer wieder ein Erlebnis hier zu sein.

„Ciao bella, buon giorno“, grüßen die Gradeser von weitem. Die einen sitzend, bei einem Gläschen vino, die anderen stehend, bei einem caffè. Überall vermischt sich der herrlich süße Duft von Croissants mit der salzigen Meeresluft.

Da Grado vermutlich im 2.Jahrhundert vor Christi gegründet wurde, ist die Altstadt- centro storico - besonders sehenswert. Enge Gassen, mit Blumen geschmückte Steinhäuser in denen noch Menschen leben, malerische Fischerhäuser, viele kleine Plätze mit netten Restaurants, Bars und Geschäften. Und nicht zu vergessen die Basilika Sant'Eufemia, die Hauptkirche der Stadt Grado.

Die Perdon di Barbana ist das wichtigste religiöse Fest in Grado. Viele Menschen jeden Alters, Touristen, Einheimische oder Italiener die im Hinterland von Grado leben, kommen festlich gekleidet in die Stadt, um dabei zu sein. Das Fest wird am ersten Sonntag im Juli gefeiert und besteht hauptsächlich aus einer Prozession, bei der die Statue der Madonna mit dem Kinde von der Gradeser Basilika zur nahegelegenen Insel Barbana gefahren wird. Das Fest wird auch als „das Fest“ der Gradeser Fischer bezeichnet.

Aber jetzt wird es Zeit die wunderschönen Strände von Grado zu besuchen. Im Westen erstreckt sich die Costa Azzuro, der bei den Einheimischen sehr beliebt ist. Sie nennen ihn auch den „alten Strand“. Hier kann man einen Spaziergang bis zum Leuchtturm genießen und den Sonnenuntergang in der Lagune bewundern. Besonders gerne steigen wir auf unsere Fahrräder und fahren den goldenen Sandstrand entlang, vorbei am schattigen Waldstück „Don Bosco“ weiter Richtung Grado Pinetta. Meistens genießen wir die zauberhafte Aussicht, die Ruhe und die unendliche Weite bei einem Gläschen im Restaurant Don Bosco.

In der Porto Bar am beeindruckenden Hafen bei einem Aperitivo zu sitzen erzeugt Glückshormone. Die Boote zu beobachten, wie sie zurückkommen oder ins offene Meer hinausfahren, das Treiben vor und in den zahlreichen Eisdielen, Hotels und Bars genießen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Ein Einkaufsbummel entlang der Fußgängerzone bis zum Rosengarten, vorbei an alten Villen, darf natürlich ebenso wenig fehlen, wie einen Caffè am Tresen einer Bar zu trinken.

Die vielen historischen Gaststätten der Altstadt servieren traditionell Fisch und dazu den typischen friauler Wein. Ein perfektes Rezept für einen romantischen Abend.

Wir freuen uns auf einen neuen Tag in bella Grado!

 

Der Tagliamento

Den Alpenfluss Tagliamento kenne ich schon viele Jahre und jedes Mal, wenn wir die Brücken im Kanaltal überquerten, bewunderte ich die ausgedehnten Kiesflächen mit dem kleinen türkisfarbenen Gewässer.

Diesmal jedoch machten wir halt am malerischen Städtchen Venzone. Die 1976 von einem Erdbeben fast völlig zerstörte Altstadt faszinierte uns sehr. Selbst der Dom, die Brücken und alle Türme der Stadtmauern brachen in sich zusammen und wurden später detailgerecht wiederaufgebaut. Die gepflasterten Gassen, die Straßencafés, der weite, offene Municipio mit seinem gotischen Palazzo und das lebendige Markttreiben bildeten eine reizvolle Kulisse.

Wir verließen Venzone und fuhren auf die andere Seite des Tagliamentos. Entlang des etwa zwei Kilometer breiten Flusses entdeckten wir eine wahre Schatzkammer der Natur. Auf der Suche nach Nahrung unternehmen dort unzählige Arten von Tieren ihren Streifzug. Wir stiegen in das erstaunlich kalte, kristallklare Wasser und ließen unsere nackten Fußsohlen vom Kies massieren. Trotz massiver Hitze schafften wir es nicht das eiskalte Wasser auf unseren Körpern zu lassen.

Wir schlängelten uns den Tagliamento entlang, bis wir schließlich in Braulins landeten, den Naturfluss wieder überquerten und nach Gemona del Friuli kamen.

Auch der Hauptort des Tagliamento am Fuß des Monte Cuarnan wurde komplett vom verheerenden Erdbeben zerstört. In der historischen Oberstadt gingen wir die gepflasterte Via Giuseppe unter schattigen Arkadengängen hinauf. Wir passierten nette Antiquitätengeschäfte, bis wir den Dom mit seiner prachtvollen Fassade erreichten. Immer wieder sahen wir Tafeln, Bilder und traurige Fotos von der Verwüstung. Schweigend stiegen wir den Weg zum eingerüsteten Kastell hinauf und blickten mit Ehrfurcht auf die neu aufgebaute Stadt.

Der Hunger trieb uns nach Tarcento - in die ausgezeichnete Osteria di Villafreddo. Versteckt zwischen den Bäumen auf einem Hügel genossen wir einen wunderbaren Abend.

Am nächsten Morgen fuhren wir über Buia nach Cimano, überquerten den Tagliamento und besuchten den traumhaft schönen Lago di Cornino, der in einem Naturschutzgebiet liegt. Das klare Wasser schimmerte in Blau- und Grüntönen. Wir umwanderten den See auf einem schmalen Weg zwischen Bäumen und Felsen. Unzählige Vogelarten, vor allem Geier, kreisten um den See und begleiteten uns bei unserem Spaziergang. Die Temperatur des Sees ist eher kühl, daher konnten wir auch nur wenige Lebewesen im Wasser erkennen. Wir setzten uns auf einen Felsen und bestaunten die malerische Landschaft, die Flora und Fauna um uns herum.

Unsere Reise führte uns weiter entlang des Tagliamentos nach San Daniele di Friuli, die bekannte Schinkenstadt. Das kleine Städtchen liegt eingebettet in einer traumhaften Hügellandschaft und bietet außer Schinkenspezialitäten viel Geschichte, Kunst und Tradition. Wir schlenderten durch die hübschen Gassen, verkosteten den köstlichen Schinken und genossen ein Glas Prosecco.

Weiter am türkisgrünen Fluss entlang erreichten wir die Kunststadt Spilimbergo, die Heimat des Mosaiks. Die kleine, wunderschöne Fußgängerzone mit charmanten Läden und Lokalen führte uns direkt zum Dom. Der Palazzo Dipindo mit den beeindruckenden Freskomalereien und das Schloss Spilimbergo sind absolut sehenswert. Im Ristorante La Torre zeigte der Küchenchef seine Kreativität und überzeugte uns mit seiner Liebe zum Kochen.

Einmal noch besuchten wir den König der Alpenflüsse, den Tagliamento, der so viele Geheimnisse birgt und der letzte Wildfluss Europas ist. Wir ließen uns weitertreiben, bis wir an der Adria landeten.

 

Auf den Spuren von Rainer Maria Rilke

Zwischen Grado und Trieste liegt der Ort Duino mit seinem wunderschönen Schloss. Von hier führt der Rilkeweg etwa zwei Kilometer bis zur Bucht von Sistiana. Der nach dem bekannten Dichter benannte Pfad gestattet immer wieder einen atemberaubenden Blick über die Adria, den Golf von Triest, die steil abfallenden Klippen, die Pinienwälder und im Zurückschauen auf das Schloss Duino, das majestätisch am Felsen thront. Auf der herrlichen Aussichtsterrasse der Rilke Bar erholten wir uns ein wenig und stärkten uns mit einem caffè, bevor es zwischen faszinierenden Felsen, schönen Blumen und den grandiosen Meerblick wieder zurück ging. Der Rilkeweg ist eine wirklich schöne, leichte und erlebnisreiche Wanderung.

Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut und ist ein ganz besonderer Ort, für den wir uns viel Zeit nahmen. Die prunkvollen Räume, die Balkone und die Aussicht sind einfach fabelhaft.

Von dort aus spazierten wir zum kleinen Hafen von Duino. Begeistert von den bizarren Felsen und dem weiten Blick aufs Meer, erlebten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang. Auf der Terrasse im netten Ristorante Dama Bianca hat man die Füße beinahe im Meer. Bei kaum zu übertreffender Fischküche und einem traumhaften Blick in die Ferne ließen wir den Tag ausklingen.

Eine Bootstour nach Triest

Freunde zu haben, die im Besitz eines traumhaften Bootes sind, ist schon ein Glücksfall. Es war ein herrlicher Sommertag und wir beschlossen eine Bootstour nach Triest zu unternehmen. Die wichtigsten Utensilien wurden eingepackt und los ging die Reise. Eros Ramazotti begleitete uns mit seiner Musik bei der Ausfahrt von Grado in Richtung offenes Meer. Aber dann gab Uli richtig Gas und dieses unbeschreiblich schöne Gefühl war nicht nur im Bauch, sondern auch im Herzen spürbar. Von Eros hörte man keinen Ton mehr. Die Motorgeräusche des Bootes übertönten ihn einfach.

Im Küstenstädtchen Muggia, direkt an der slowenischen Grenze gegenüber von Triest, genossen wir den Blick ins historische Zentrum. Im kleinen Hafen tummelten sich viele Fischerboote. In der Bar direkt beim Dom beobachteten wir den Alltag der Einheimischen. Die einen erledigten ihre Einkäufe, eine alte Frau kehrte ihren Vorplatz und andere saßen schon bei einem Glas Wein zusammen und diskutierten lautstark vor sich hin.

Langsam dahintreibend setzten wir die Bootsfahrt fort, um auch ja nichts zu verpassen.

Angekommen in Triest begeisterte uns der wunderbare Anblick des berühmten Platzes Piazza dell Unita. Ein besonders guter caffè in einem der vielen berühmten Kaffeehäuser der Kaffeestadt, darf natürlich nicht fehlen. Der besondere Charme des blau schimmernden Golf von Triest erinnert an ein Postkartenmotiv. Im Gastgarten des „Café degli Specchi“, auf einem der größten, zum Meer hin offenen Plätze Europas, machten wir es uns gemütlich.

Da die meisten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt zu Fuß erreichbar sind, trieb es uns weiter Richtung Canale Grande. Die grandiose Architektur der Häuser links und rechts erinnert an österreichische Städte und man spürt noch immer, dass in der Zeit des Habsburger ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Italophil" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen