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Ist denn niemand hier der Chef?

Ein Buch für die, die gehört werden wollen und die,
die nicht gehört werden. Eine Anleitung für
Organisationen, die sich neu erfinden möchten.

Hans Ruijs & Gert Nijland

Ist denn niemand hier der Chef?

Wie eine Organisation sich neu erfindet

Mit einem Vorwort von Dr. Willem Lammers

INHALT

VORWORT VON DR. WILLEM LAMMERS

EINLEITUNG

1. WIE ALLES BEGANN

Ingrid wusste es schon

Gründung Knowledge & Nursing

Knowledge & Nursing in der Schweiz

2. ICH MÖCHTE KEIN CHEF SEIN

Der Beginn der Zusammenarbeit

Organisationsflüchtlinge

K&N als lebendiges System

„Aber du bist doch unser Chef“

Eine erste Sichtung der Arbeitsthemen

Drei Motivationsfaktoren um bei K&N zu arbeiten

3. WAS K&N TUT

Ein typischer K&N Alltag

Systemstabilität

Systemkonnektivität

Was die Klientschaft davon hat

Bedeutung für die Zuweisenden

Der Goldene Schnitt

Was die Gesellschaft davon hat, dass es K&N gibt

4. EINE KULTURBETRACHTUNG VON K&N

Spiral Dynamics integral

Eigenschaften einer gesunden Kultur

K&N und seine Wertesysteme

5. DIE BEDEUTUNG IMPULSORIENTIERT ZU SEIN

Die Eigendynamik und Ursprungsimpuls

Alle sind Impulsträger

Geistiges Eigentum als geteiltes Erbgut

6. WACHSTUM ALS LOGISCHE KONSEQUENZ

Drei Szenarien

Steiners Vision von Organisationen der Zukunft

Die Organisationsstruktur von K&N

Mandatsgruppen

Regionalgruppen

Entscheidungsfindung nach Konsent

Die Gestaltungsprinzipien von K&N

Drei Motivationsfaktoren um bei K&N zu arbeiten

Wo K&N hingeht: Ein Zukunftsparadox

Bücher, die uns besonders inspirieren

Über die Autoren

VORWORT VON DR WILLEM LAMMERS

Dieses Buch beschreibt ein unübliches Projekt, getragen von zwei unüblichen Menschen. Es zeigt die Entwicklung einer Idee, deren Zeit gekommen ist. Es zeigt auch die Umsetzung dieser Idee im Kontext des oft streng reglementierten, schweizerischen Gesundheitswesens. Wie soll ein Chef führen, der kein Chef sein will?

Seit 2005, als das Bundesgericht in einem bahnbrechenden Urteil die Wichtigkeit der Gleichstellung psychischer mit körperlichen Krankheiten bestätigte, hat K&N unter der mitreissenden Leitung von Gert Nijland einen Blitzstart hingelegt. Die Form dieser Entwicklung lässt aufhorchen: Sie kommt vollständig ohne hierarchische Strukturen aus und ermutigt alle Betroffenen, ihr Engagement und ihre Kompetenz in eine gemeinsame Aufgabe zu investieren.

Es wäre ein Leichtes gewesen, K&N als klassische Organisation aufzubauen: Ein Chef, der die ganze Organisation im Blick hat, Mitarbeitende, denen Aufgaben im Umfeld eines klar definierten Marktes zugewiesen werden. Gert Nijland hat aber bei der Gestaltung seiner Organisation eine radikal andere Position eingenommen: Eine Grundhaltung, die sich weit von deren bekannter Organisationen entfernt. Er hat sich dafür an Hans Ruijs gewandt, der mit seiner breiten, internationalen Erfahrung nie um eine kreative Lösung verlegen ist.

Die beiden entwarfen kein traditionelles Organigramm mit vertikalen und horizontalen Linien, sondern ein Modell, das auf den vier Quadranten von Ken Wilber basiert. Statt jedoch vier Quadranten zu beschreiben, erfassten sie das Wesentliche dieses Modells in einer Lemniskate, welche die Dynamik der Quadranten entschieden besser abbildet als die omnipräsente Tabelle. Die wichtigste Eigenschaft der Interpretation von Hans Ruijs und Gert Nijland ist die Orientierung auf Beziehungen, die den roten Faden in diesem Buch spinnt.

Die Beziehungsorientierung tritt in jedem Aspekt des Modells in den Vordergrund: Das Unternehmen K&N hat eine Aufgabe, die von einzelnen Menschen mit ihren Fähigkeiten und Vorlieben erfüllt wird und auf einer Rollenverteilung basiert, die diesen persönlichen Eigenschaften entspricht. Das Individuum wird nicht auf ein stummes Rechteck im Organigramm reduziert. Beziehungen sind unglaublich viel mehr als horizontale und vertikale Linien in einer Grafik.

Die Arbeitsthemen in dieser Organisation sind die gleichen wie bei jeder anderen. Die Art, wie die Menschen von K&N damit umgehen, ist jedoch wesentlich verschieden. Ermächtigung – neudeutsch Empowerment – ist ein zentraler Begriff, nicht nur im Leitbild für den Jahresbericht oder die Schublade, sondern für den Alltag. Dieses Organisationsmodell wirkt, wenn alle das tun, wozu sie fähig sind, vom Gründer über die Fachleute bis zu den Kunden, auf eine unvergleichlich schöne und elegante Art.

Die Herausforderung in der Entwicklung dieses Projektes besteht darin, dieses Engagement und diese Kompetenz täglich abzurufen und auf eine Art zu aktivieren, die über die Begeisterung während eines Workshops hinausgeht. Nur so wird aus einer Organisation eine Community.

Ein wichtiger Aspekt der Entwicklung einer solchen Organisation ist die Gestaltung der Grenzen zur klassisch organisierten Aussenwelt, in der Begriffe wie Community und horizontale Organisation Fremdwörter sind. Der eigene Jargon von K&N muss an der Grenze zur Aussenwelt in eine Sprache übersetzt werden, die Repräsentanten dieser Außenwelt dazu bringt, die ihnen zugedachte, administrativ oder medizinisch notwendige Rolle zu erfüllen.

Diese Rollen beziehen sich einerseits auf die einzelnen Kundinnen und Kunden von K&N und andererseits auf das Umfeld von K&N als Dienstleister für Krankenkassen und Spitäler. Die Grenzen müssen täglich neu gezogen werden: Was gehört zur Aufgabe von K&N und was nicht? Was kann K&N für diesen Kunden tun und was nicht? Wer bezahlt was und wofür? Niemand kann erwarten, das K&N das Wertesystem von Einzelnen und Organisationen übernimmt oder umgekehrt. Diese Ausgangslage fordert bei den Mitarbeitenden ein klares Bewusstsein für Grenzthemen, zusammen mit einer gemeinsamen Strategie für die systematische Klärung dieser Grenzen.

Hinter den in diesem Buch vorgestellten Konzepten der Emotionalen Persönlichkeit (EP) und der Anscheinend Normalen Persönlichkeit (ANP) gibt es ein permanentes Spannungsfeld zwischen dem, was wir als Menschen sind und dem, was wir sein sollten. Menschen sind mehr als biologische Maschinen mit einem feuchten Computer zwischen den Ohren, auch wenn das aktuelle Paradigma der Wissenschaft sie gerne darauf reduziert. Menschen sind Essenz, Wesen mit einem Sinn, einem persönlichen Beitrag zu dieser Welt. Diese Essenz liefert diesen Beitrag in der Gesellschaft, die wir zusammen gestalten, und die ich gerne die Matrix nenne, nach dem Film der Wachowskis aus dem Jahr 1998.

Es ist unser aller Aufgabe, unserem tiefsten Wesen eine Form in dieser Matrix zu verleihen. Wir sind erst wirklich Menschen, wenn wir dies in Beziehungen mit anderen in unserem Leben tun. Hans Ruijs und Gert Nijland zeigen in diesem Buch, wie diese Aufgabe in einer Organisation gelebt werden kann. Ihre Pionierarbeit ist ein Beitrag zu einem Umdenken über Organisationen im 21. Jahrhundert: Ein Umdenken, das wir für die großen Aufgaben in unserer Welt dringend brauchen.

Willem Lammers, TSTA, ist Psychologe, Psychotherapeut und Coach für Einzelpersonen und Organisationen. Viele Jahre hat er das Institut für angewandte Sozialwissenschaften in Bad Ragaz geführt, ein führendes Ausbildungsinstitut für arbeitsfeldbezogene Beratung in der Schweiz.
Dr. Lammers ist Gründer der Logosynthese und in zahlreichen Ländern tätig.
www.lammers.ch

EINLEITUNG

Führungs- und Zusammenarbeitsthemen wollen in ungewissen und umbruchsreichen Zeiten von vielen Organisationen neu gegriffen werden. Die bekannten, altehrwürdigen Führungs- und Organisationsmerkmale werden den verändernden Bedürfnissen und Anforderungen der Gesellschaft und vieler Menschen nicht mehr gerecht. Die jüngere Generation will sich immer weniger einem Führungssystem unterordnen und sich an Status und materialistische Sicherheiten binden. Stattdessen sucht sie nach Möglichkeiten, wie sie sinnvolle Beiträge für das Weiterkommen der Gesellschaft leisten kann. So finden immer mehr kleine und grosse Organisationen neue Wege und Möglichkeiten, sich strukturell und kulturell für das neue Organisieren der Zusammenarbeit einzurichten. Viele Organisationen fragen sich, in der VUCA-Zeit (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) angekommen, wie sie sich effektiver und effizienter auf den neuen Zeitgeist einstellen können.

Die Kooperation zwischen uns beiden Gert Nijland, Pionier von Knowledge & Nursing (fortan K&N), und Hans Ruijs, Tikla Consultancy Group, begann mit einer aussergewöhnlichen Frage im Jahr 2015. Daraus folgte eine inspirierende Zusammenarbeit.

Hans Ruijs beschreibt vorwiegend den Prozess, wie diese Pionierorganisation innerhalb sechs Jahren um ein Dreifaches an Mitgliedern und an Umsatz gewachsen ist. Dafür entwickelten K&N-Mitglieder neue selbstorganisierende Arbeits- und Gestaltungsprinzipien. Sie gehen dabei ihren eigenen, freiheitlichen Weg, in dem sie sich an einer gemeinsamen Aufgabe orientieren, die wir Impuls oder Purpose nennen.

Gert Nijland beschreibt die Ursprungsgeschichte von K&N wie sie ihre Aufgabe heute versteht und wie diese bei der Klientel erfolgreich umgesetzt wird.

Unterdessen gibt es viel hilfreiche Literatur und Entwicklungsansätze, wie diese Transformation in das Neue gestaltet werden kann. Uns haben unter anderen die Ansätze der „Theory U“, „Spiral Dynamics integral“, „Reinventing Organizations“, „Holocracy“ und „Soziokratie“ für den Wandel bei K&N inspiriert. So wertvoll und hilfreich diese Ansätze für uns waren und immer noch sind, liessen wir uns in unserer Entwicklungsarbeit insbesondere von Fragestellungen und Themen führen, die aus dem System K&N selbst kamen. Dabei standen Führungsthemen und mögliche Formen von Zusammenarbeit im Zentrum.

In Würdigung ihres gesellschaftlichen Beitrags ist dieses Buch in erster Linie allen K&N Mitgliedern und ihrer Klientel gewidmet, die es teilweise aus der vertikalen Arbeitswelt herausgespült hat und ihren Platz in der Leistungsgesellschaft verloren haben. Mit professioneller Hingabe und Hilfe werden in den eigenen vier Wänden der Klientel unterstützende Massnahmen erarbeitet, die zu Stabilität und Lebenszuversicht führen, damit neue Lebensperspektiven eine Chance erhalten.

Auch für die zahlreichen Kostentragenden (Gemeinden, Sozialversicherungsinstitutionen und Krankenkassen) sowie Pflegende, Ärztinnen und Therapeuten, die K&N immer wieder ihr Vertrauen aussprechen und sich manchmal vielleicht auch fragen, wie die das bei K&N bloss machen, ist dieses Buch gedacht. Nicht zuletzt hoffen wir, dass sich auch andere von unserer Geschichte inspirieren lassen und Ermutigung darin finden, sich selbst mit Zuversicht und Mut neu zu überdenken und sich neu zu erfinden.

Wir haben Wert daraufgelegt, geschlechtsneutrale Begriffe zu verwenden. Wo dies nicht möglich war, haben wir uns für die weibliche oder die männliche Form entschieden. Wir schliessen damit alle geschlechtlichen Identitäten und Gruppen ein.

2021 Marthalen und Windisch

Gert Nijland und Hans Ruijs

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