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Ist das Gemüse auch vegan? Oder: Die Leiden des jungen Waiters. Die lustigsten Restaurant-Erlebnisse eines Kellners

Olli „Gastronomicus“ Riek

Ist das Gemüse auch vegan?

Oder: Die Leiden des jungen Waiters

Die lustigsten Restaurant-Erlebnisse eines Kellners




Vorwort

Den Beruf des Bestatters wird es immer geben, weil immer gestorben wird. Den Beruf des Kellners wird es auch immer geben, weil es immer Menschen geben wird, die Hunger haben. Ich bin Kellner aus Leidenschaft. Seit Jahren bin ich in den verschiedensten, gastronomischen Systemen unterwegs. Mal im Hotel, mal im Sternerestaurant oder eben auch in „normalen“ Restaurants, die man aus der Nachbarschaft kennt. Eines aber haben sie gemein, egal ob Sternerestaurant oder der Grieche um die Ecke: Der Gast hat Hunger. Und wenn Menschen ein Bedürfnis haben, werden sie oft zu Tieren! In meinem bisherigen Jahrzehnt des gastronomischen Wirkens habe ich unglaublich viel erlebt. Lustiges, Kurioses, Groteskes, Trauriges. So verschieden die Menschen auch sein mögen: Im Restaurant wird jeder Mensch zum Gast und die Marotten der Gäste ähneln sich oft so stark, dass man sich fragt: „Sind die verwandt?“

Egal, ob nie vorher gesehene Menschen oder Weltstar: ALLE SIND GLEICH UND ALLE BENEHMEN SICH ÄHNLICH!

In der trügerischen Sicherheit als „König“ alles zu dürfen, ergeben sich die verrücktesten Geschichten. Geschichten, die ich als Erlebnisberichte im Folgenden niederschreibe.

Ich habe mich bewusst dazu entschieden, von „dem Gast“ zu sprechen. Zum einen wahrt es die berufliche Distanz zum „Menschen“, zum anderen will ich ebenso bewusst verallgemeinern. Denn jeder, der in der Gastronomie länger gearbeitet hat oder schon lange arbeitet, kennt die sich überschneidenden Angewohnheiten „des Gastes“. Es ist also nicht diskriminierend gemeint, sondern dient vielmehr der Erleichterung.

Setzen! Sechs!

Kulinarisches Unwissen von Gästen

„Wie groß ist bei Ihnen ein großes Bier?“

„0,5 l.“

„Haben Sie auch einen halben Liter?“

„Leider nein.“

„Gut, dann nehme ich 0,5 l.“


„Sonntagsgäste“ nennen wir Gäste, welche durch wirklich dumme Fragen oder krasse Formulierungen auffallen:

„Einen Latte Mapedo.“ (Latte Macchiato)

„Einen Grigio.“ (Genauso ausgesprochen, gemeint ist der Pinot Grigio)

„Null Null?“ (Wo ist die Toilette?)

„Haben Sie einen schönen Tisch im Fenster?“ (Nein, nur dahinter!)

„Wie viele Speisekarten haben Sie?“

„Insgesamt 15 Stück!“

„Nein, wie viele unterschiedliche?!“

„Keine, sind alle gleich.“

„Ich meinte doch, ob Sie noch mehr zu Essen anbieten.“

„Dann sag das doch!“

„Haben Sie heute geöffnet?“ (Nein, wir haben Tag der offenen Tür.)

„Nehmen Sie Bargeld?“ (WTF)

Ein Mann spricht mich darauf an, dass auf dem Damenklo das Papier alle ist. (Woher zum Teufel weiß der das?!)

„Sind bei Ihnen Kinder erlaubt?“ (Nein, nur Hunde.)


Fremdwörter sorgen oft für großes Gelächter, wenn sie von Gästen falsch ausgesprochen werden. In der Gastronomie gibt es einige Klassiker, die ich Ihnen nicht vorenthalten will.


Latte Matschikato und Latte Machato

Gemeint ist der Trendkaffee aus Italien, spricht sich korrekt: Latte Makiato.


Knotschis, Notschis, Knoken

Gnocchis oder zu Deutsch: „Nocken“. Werden „Njokis“ ausgesprochen und sind, anders als die landläufige Aussprache es vermuten lässt, keine Computerhaustiere.


Schardonni, Schardönä, Schardo…ni

Chardonnay wird „Schardonee“ ausgesprochen.


Möt, Möt Schäiden, Möt Scheidong

Moet Chandon, korrekte Aussprache „Moe Schandon“, ist eine Champagnersorte, die in der gastronomischen Szene wegen der oft falschen und daher lustigen Aussprache legendär ist!


Kaipihind, Kaipirinda, Kaipi, Kaparinja

Caipirinha, ausgesprochen „Keipirinja“, ist das bekannteste brasilianische Getränk und eine der am falschesten ausgesprochenen Cocktailsorten überhaupt. Wer das erleben will, sollte sich bei einem Volksfest vor einen solchen Stand stellen!


Klikott, Wöff, Fief Kliköö

Veuve Cliquot, ausgesprochen „Wief Kliko“, gehört ebenfalls zu den bekanntesten Champagnersorten mit exotischem Namen.


Esspresso, Expressi, Expressos

Espresso, ausgesprochen wie geschrieben. Die korrekte, in Deutschland übliche Mehrzahl ist „Espressos“.


Wörschestersoße, Wösstersoße, Worstersoße

Worcestershiresauce/Worcestersauce, allgemein anerkannte deutsche Aussprache ist „Wusstersoße“.


Antischocken

Artischocken


Lupp de Mer, Lupp, Luppfisch

Loup de Mer, ausgesprochen „lu de Mär“, ist hierzulande auch als Wolfsbarsch bekannt, Loup de Mer klingt aber besser und dadurch lässt sich der Fisch gleich teurer verkaufen.


Zur krim, suur kriem, Sauer Kreme

Sour Cream, ausgesprochen „Suhr kriem“, ist saure Sahne, klingt als Anglizismus aber viel besser und vor allem: nicht verdorben!


Manchmal sind Produkte nicht immer das, was man vermutet:

„Einmal Café Creme, bitte.“

Fünf Minuten später, beim Servieren: „Das habe ich nicht bestellt.“

Ich: „Doch, haben Sie.“

„Nein, ich wollte Café Creme und keinen Kaffee.“

„Café Creme ist doch Kaffee.“

„Nein, ich wollte eine Café Creme, sowas wie Mousse au Chocolat.“

„Eine Kaffee-Creme, ja … ok.“

Seit wann stehen Desserts bei Heißgetränken?!


„Darf ich Ihnen zum Abschluss noch einen Kaffee oder Tee anbieten?“

„Also, ich hätte gerne einen Espresso mit Milch.“

„Einen Cappuccino also.“

„Nein, nein, mit mehr Milch.“

„Ok, dann möchten Sie einen Café Latte?!“

„Nein, den meine ich auch nicht, also nicht mit so viel aufgeschäumter Milch.“

„Ok, eher in Richtung Milchkaffee?“

„Nein, ich will einen Espresso mit Milch, aber mit nicht so viel Milch, eher so zwischen Latte und Milchkaffee!“

„Ja, Cappuccino!“

„Nein!“

„DOCH, dazwischen gibt es nichts, es sei denn Sie erfinden da was oder ich bin zu wenig Italiener.“

„Na ja, wenn Sie Espresso mit Milch Cappuccino nennen und nichts anderes haben, nehme ich den.“

„Gut, also einen Cappuccino.“

„Mit was für Milch machen Sie den?“

„Also wir nehmen Kuhmilch. Ziege und Mutter sind gerade aus.“

„Das ist mir klar, aber wie viel Fettgehalt hat die Milch?“

„Wir haben 3,4 % und 1,5 %.“

„Neeeee, dann nehme ich lactosefreie Milch, ich habe es so mit dem Magen.“

„Gut, also einen Cappuccino mit lactosefreier Milch.“

„Wieviel Fett hat die denn?“

„3,8 %.“

„Also noch mehr als normale Vollmilch?! Das geht aber nicht, ich mache Diät. Haben Sie keine Alternative?“

„SOJAMILCH!!!!!“

„Ja, gut, nehme ich!“

„Also ein Cappuccino mit Sojamilch.“

„Geht der auch koffeinfrei? Es ist ja schon recht spät!“

„… JA!!! Also einen koffeinfreien Cappuccino mit Sojamilch.“

„Gibt es dazu auch Gebäck?“

„Ja, natürlich.“

„Kann ich das bitte glut…“


Gestern Abend im Restaurant saßen Menschen. Der Hunger schien ihnen buchstäblich das Gehirn weggegessen zu haben, denn es trug sich zu, dass sie sich Tatar bestellten. Begleitet von einer miesen Vorahnung hackte ich die Bestellung in die Kasse ein, tat meinen Dienst, bis die Passglocke das nahe Unheil mit grellem „Bing“ ankündigte. Ich ging in die Küche, um das Tatar sogleich aufzunehmen und dem Gast zu servieren, der mich fragend ansah und folgender Dialog mir den Tag versüßte:

„Was ist denn das???“

„Ihr bestelltes Tatar.“

„Ich habe aber kein rohes Fleisch bestellt!“

„Aber Tatar ist immer roh.“

„Ja, wirklich? Ich dachte, das wäre gebraten.“

„Nein … Tatar ist rohes Rinderfilet.“

„Ich wollte aber Rinderfilet gebraten!“

„Warum haben Sie dann kein Rinderfilet bestellt?“

„Weil ich dachte, dass Beef Tatar Rind ist!“

„Ist es doch auch, Beef ist Rind.“

„Ja, aber nicht roh!“

„Tatar ist immer roh!!!“

„Das steht aber nicht bei Ihnen in der Karte!“

„Dass Tatar roh ist?“

„Ja, woher soll ich wissen, dass es roh ist, wenn es in der Karte nicht steht?“

„Tatar ist immer roh, es ist der Name für ein rohes Rindfleischgericht.“

„Ja, aber nicht, dass es roh ist.“

„Beim Schnitzel steht auch nicht, dass es gebraten ist und dennoch ist es so. Wenn Sie sich nicht sicher sind, warum fragen Sie dann nicht vorher nach dem Garverfahren?“

„Weil da steht, dass es Beef Filet ist und ich dachte, dass es dann gebraten ist.“

„Sie würden also 17,50 Euro für eine Frikadelle bezahlen?“

„Nein, wieso sollte ich?!!“

„Weil das der Preis des Tatars ist, wenn der Koch es zu einer Frikadelle abbrät!“

„Ich habe ja keine Frikadelle bestellt, sondern Rinderfilet!“

„Nein, Sie haben Tatar bestellt, Rinderfilet steht bei den Hauptgängen ganz unten, hat andere Beillagen und einen ganz anderen Preis!“

„Und was habe ich dann bestellt?“

„TATAR!!!!!!“

„Ich hätte es aber nicht bestellt, hätte ich gewusst, dass es rohes Rindfleisch ist.“

„Es heißt aber nun mal Tatar und ich gehe davon aus, dass Sie wissen, was Sie sich bestellen wollen!“

„Warum nennen Sie es denn nicht anders?“

„Wie … soll ich es denn sonst nennen???“

„Zum Beispiel Rohhackfrikadelle …“

„Ja, sehr gerne. Nehmen Sie es jetzt oder nicht?“

„Was, den neuen Namen?“

„DAS TATAR!!!!“

„Nein, ich möchte was Neues bestellen.“

„Dann muss ich das Tatar trotzdem berechnen.“

„Wieso denn das, ich habe es doch nicht gegessen!“

„Sie haben es aber bestellt, wollen es doch nicht und ich schmeiße es nun weg.“

„Wieso? Sie können es doch einem anderen Gast verkaufen!“

„Wenn ich es nicht in den nächsten paar Minuten an den Gast bringe, ist es nicht mehr anzubieten und Sie sind der einzige neue Gast gerade.“

„Tun Sie, was Sie nicht lassen können … Ich nehme dann statt des Tatars den Matjes.“

„Also Matjes, gerne.“

„Ist der gebraten??“

„Nein, Matjes ist roh.“

„Roh? Kann ich den auch gebr…“


Es gibt eine Reihe gastronomischer Systeme, die wegen Warenunterschiebung in die negative Presse gerieten. Da wird einem statt teurer Seezunge billigere Scholle untergejubelt, statt teurer Garnelen billigere Eismeershrimps und billiger Wein wird teuer verkauft. Die Rechnung zahlt am Ende der Wirt, aber warum ist das so? Und wer ist eigentlich schuld an dem Betrug? Ganz klar: DER KONSUMENT! Wer es in einem guten Fischrestaurant nicht einsieht, für einen Hauptgang mit Seezunge um die 50 Euro zu zahlen, aber auch nicht verstehen will, dass gerade moderner, hoch überfischter Edelfisch sehr teuer ist, bringt den Wirt in eine Zwickmühle. Der Gast WILL Seezunge, aber den Endverbraucherpreis nicht zahlen? Dann eben billigeres Imitat als hochwertiges Original verkaufen!

Das ist kriminell und eine Straftat, aber aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass der Gast es im Grunde nicht merkt. Ob ich in meiner Vorspeise eine tiefgekühlte Zucht-Jakobsmuschel habe oder bretonischen Wildfang, der kurz vor der Verarbeitung getötet wurde, kann doch der ungeübte Gaumen nicht unterscheiden. Schuld daran sind das mangelnde Qualitätsbewusstsein und der Unwille, einen angemessenen Preis zu zahlen.

Es verwundert mich doch sehr, dass viele Menschen in Deutschland bereit sind, 1.000 Euro für ein Smartphone zu bezahlen, mehrere Tausend Euro in Fernseher oder Luxusautos zu investieren, bei den Lebensmitteln aber so geizig sind wie keine andere Gesellschaft in Europa. Ja, wir Deutschen geben im Schnitt so wenig für Lebensmittel aus wie sonst keiner in Europa. Das zeigte sich mir exemplarisch, als ich vor einiger Zeit an einem Aldi-Parkplatz vorbeiging. Ich blieb stehen und sah mir die Autos an. Mercedes S-Klasse, Audi Q7, BMW 6er und, und, und. Nicht, dass ich etwas gegen die Qualität der Aldiprodukte hätte, jedoch wunderte es mich und ich fragte mich insgeheim, wieso Menschen, die sich solche Autos leisten können, beim Discounter einkaufen gehen?

Ich erlebe es oft, dass wohlhabende Gäste im Restaurant am Essen geizen, doch gerade Essen ist elementar und beeinflusst unseren Körper. Ich würde also lieber an Luxusgütern sparen als an Lebensmitteln!


„Ich würde gerne Fisch essen.“

„Das tut mir leid, wir haben heute leider keinen da.“

„Überhaupt keinen Fisch?“

„Nein!“

„Können Sie mal nachsehen?“

„Sehr gerne.“*

2 Minuten später.

„Also wir haben noch Silberfische im Keller.“

„Hm … ok … dann nehme ich eine Portion. Mit was wird der serviert?“

„Mit Asselpüree und Schwarzschimmelkruste.“

„Was ist denn Asselpüree?“

„Das ist eine Krebstierzubereitung.“

„Gut, dann nehme ich es.“

„Sehr gerne.“**

*Nein heißt nein!

**Der Blick des Koches war der Hammer.


„Haben Sie Pulpo?“

„Nein, leider nicht.“

„Aber Schwein haben Sie doch, oder?“

„Ja …“

„Wieso dann kein Pulpo?“

„Was … hat denn Pulpo mit Schwein zu tun?“

„Na, das ist doch derzeit so angesagt. Pulpo-Schwein.“

„Sie meinen doch nicht etwa Pulled Pork, oder?“

„Doch, genau … ich dachte, das heißt Pulpo.“

Latte Maschego, Expressi und Schardonnöööö haben einen neuen Verwandten:

Das Pulpo Pork!!!


Gast: „Herr Ober, kommen Sie mal bitte. Also Ihre
Zitronenlimonade schmeckt ja grauenhaft und eigentlich nach nichts.“

Ich: „Sie haben Hummer bestellt. Das Zitronenwasser ist zur Reinigung Ihrer Finger.“

Man kann sich nicht immer die Rosinen rauspicken

Der originelle Gast

Die Logik der Gäste ist oft so spektakulär einfach, dass man erst beim Nachgrübeln darauf kommt, was der Gast meint. Oft ähnelt die Denkweise einer kindlichen, denn wenn ein Gast etwas will, was er nicht bekommt, denkt er einfach um die Ecke, um das Unerreichbare greifbar zu machen, was folgendes Beispiel zeigt:

„Wir würden gerne morgen zu viert bei Ihnen essen.“

„Das tut mir leid, morgen haben wir Ruhetag.“

„Das ist ok, wir sind ganz leise.“


Gerade an Feiertagen hat man das Gefühl, dass die Gäste alle „irgendwie anders“ sind. Und es gibt tatsächlich Tage, an welchen ich mir bei der Arbeit kurze Notizen machen muss, um nicht zu vergessen, was ich alles so erlebe.


Gast 1 will einen Cocktail bestellen, in welchem Cherry Heering verarbeitet wird: „Was ist denn Cherry Heering? Hat das was mit dem Fisch zu tun? Da kommt doch kein Fisch rein, oder?“

Gast 2: „Schließen Sie irgendwann?“

Gast 3: „Müssen Sie heute arbeiten oder können Sie Ostern bei Ihrer Familie verbringen?“

Gast 4 lässt sich das Wechselgeld komplett auszahlen: „Es war so schön bei Ihnen, Sie müssen damit rechnen, dass ich wiederkomme. Sie waren so nett.“

Gast 5: Reserviert um 23:30 Uhr und kommt um 00:45 Uhr mit dem Kommentar: „Wir haben uns etwas verspätet.“


Gestern war es dann wieder so weit. Der Laden gerammelt voll und mitten drin ein Tisch. Er war reserviert, für zwei Personen, ein Tisch an welchem des Platzes wegen auch nur zwei Menschen sitzen können. Dann nahm das Verhängnis seinen Lauf. Die Gäste, welche in weiser Voraussicht den Tisch reserviert hatten, kamen. Doch nicht zu zweit. Vier Personen standen in lächelnder Erwartung vor mir, der Gastgeber meldete sich: „Guten Tag, wir haben auf den Namen Mayer (Name durch den Verfasser geändert) reserviert.“

„Ja, Sie haben für zwei Personen reserviert.“

„Richtig, wir haben noch spontanen Besuch von unseren Freunden bekommen, aber das ist doch kein Problem.“

„Na ja, ich habe nur einen Tisch für zwei Personen frei.“

„Dann setzen wir uns eben zu viert an den Tisch.“

„Der Tisch ist nur für zwei Personen ausgelegt.“

„Ach, wir brauchen nicht viel Platz, wir rücken etwas zusammen und kuscheln.“ (Ja, witzig.)

„Sie brauchen vielleicht nicht viel Platz, aber Ihre Teller, Gläser, Handys, Autoschlüssel und Handtaschen vielleicht.“

„Ach, das geht schon, wir rücken die Teller zusammen.“

„Das wird dennoch nicht passen.“

„Wieso nicht?“

„Weil die Teller zu groß sind.“

„Wieso haben Sie denn keine passenden Teller?!“

„Weil unser Tischler nun mal keine passenden Teller anbietet!“

„Also wollen Sie uns da jetzt nicht platzieren?“

„Nein, weil Sie zu viert nicht an dem Tisch essen können.“

„Haben Sie keinen anderen Tisch?“

„Doch, bei mir auf dem Balkon, hier sind alle besetzt.“

„Dann setzen Sie doch eben andere Gäste um.“

„Ich soll was???“

„Sie können doch die da vorne höflich fragen, die setzen sich bestimmt um!“

„Die essen gerade. Ist das Ihr Ernst, dass ich die fragen soll, ob die mitten im Essen aufhören, um sich umzusetzen?“

„Ja, wir haben schließlich reserviert!“

„Die anderen Gäste auch und die kamen sogar mit der angegebenen Personenzahl.“

„Mein Gott, sind Sie unflexibel. Also was tun Sie nun???“

„Weiter arbeiten, mich um meine Gäste kümmern.“

„Wir sind auch Ihre Gäste, wir haben reserviert und wollen jetzt einen Tisch!!!“

„ICH HABE KEINEN!!!!“

Was’n Abend.


Manchmal sind Zahlen und deren Verhältnis zur Menge einigen Gästen nicht ganz klar. Es gibt immer irgendwelche Angebote in Restaurants, deren Bedingungen man aber schon kennen sollte.


Die frühlingshafte Sonne verzaubert das Restaurant mit ihrem gleißend roten Wandel hin zur Abendsonne in ein wunderliches Licht. Fast golden erstrahlt der Gastraum und verleiht der Atmosphäre eine wohlige Aura. Drei Damen setzen sich an einen Tisch in der Absicht zu speisen und studieren recht lange die Speisekarte, bis ich mich vor ihnen aufbaue, in der Hoffnung, die Bestellung annehmen zu dürfen.

Die wohl extrovertierteste der Damen sieht mich an und fragt: „Sie bieten einen Mittagstisch an?“

„Ja, immer in der Woche.“

„Können wir den dreimal bestellen?“

„Nein, leider nicht.“

„Wieso nicht?“

„Weil der nur bis 15 Uhr gilt.“

„Aber Sie können für uns doch eine Ausnahme machen.“

„Nein.“

„Wieso nicht?“

„Weil es ‚Mittagstisch‘ heißt und nicht ‚Ganztagestisch‘.

„Ja, aber der Mittagstisch ist ja viel billiger als die anderen Gerichte.“

„Der Mittagstisch ist auch einfacher gestaltet und kann daher schneller serviert werden.“

„Dann nehmen wir den einfach.“

„Nein.“

„Junger Mann, das kann doch nicht angehen.“

„Doch. Der Mittagstisch ist vor allem für Geschäftsleute und zur Stammgastakquirierung.“

„Dann wollen Sie uns wohl nicht als Stammgäste?“

„… ja … doch …“

„Na, sehen Sie.“

„Sie bekommen den Mittagstisch trotzdem nicht.“

„Aber wieso nicht?“

„Es ist fast 18 Uhr und so teuer sind die anderen Gerichte auch nicht.“

„Aber teurer als der Mittagstisch.“

„Meine Damen. Als Sie eben reingekommen sind, haben Sie da ein rotes Kreuz auf dem Dach gesehen?“

„Nein.“

„Das liegt daran, dass wir nicht das Rote Kreuz sind. Entweder Sie bestellen jetzt etwas anderes als den Mittagstisch oder Sie gehen woanders hin.“

„Man wird ja wohl noch fragen dürfen.“

Damit bestellen die Damen endlich etwas anderes als den Mittagstisch und ich … ich gönne mir eine Zigarette danach.


Pfingsten ist ein geiler Feiertag. Feiertag nicht im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr weil man da über Gäste feiern kann. Kaum kommt die Sonne hervor und erwärmt des Menschen Kopf auf über 20 Grad, macht das Gehirn Siesta. Denn schließlich wird es auch dem cerebralen Cortex irgendwann zu warm. So sitzt die welke Rose einer alten Dame mit ihrem Hund auf der Terrasse, die auch bei 40 Grad im Schatten nicht auf ihren beigen Trenchcoat verzichten möchte, ebenso wenig wie auf den jagdgrünen Filzhut mit einer Fasanenfeder dran, die aussieht, als hätte sie diese dem armen Vogel rausgerupft, nachdem er von einem 40-Tonner auf der Autobahn zu einem vier Quadratmeter großen Vogelteppich ausgerollt worden ist, und bestellt auch für ihren einzigen Freund ein Getränk: „Können Sie in den Wassernapf noch eine kleine Flasche Cola schütten, mein Hund trinkt es sonst nicht!“

Ja, selbst dem verwöhnten, deutschen Hund ist schnödes Wasser zu normal oder ist dies wieder so ein beknackter Trend aus Amerika, damit die Pisse des Hundes beim Markieren der Hauswand schön schäumt und nach Cola riecht?


Heute hat ein Gast seinen Tisch zur Happy Hour storniert, weil seine Frau schlecht gelaunt ist!

Endlich einer, der kapiert, wozu die Happy Hour gut ist!


Nachdem der Gast gegessen hatte, ging ich an den Tisch, um mich danach zu erkundigen, wie es geschmeckt hat. Das Übliche. Normaler Gang.

Dann kam es:

Ich: „Wie hat es Ihnen geschmeckt?“

Er: „Ging so, das hätte ich zuhause auch so hinbekommen.“

Ich: „Warum machen Sie es sich dann nicht selber?“

Er: „Weil ich dachte, dass es bei Ihnen besonders ist.“

Ich: „Sie hatten ein ganz normales, klassisches Bauernfrühstück, was soll daran besonders sein?“

Er: „Na ja … vielleicht mehr Kräuter und so … Jedenfalls war es ernüchternd und viel zu teuer.“

Ich: „Ein Bauernfrühstück ist ein Bauernfrühstück. So, wie es klassisch sein soll. Wenn Sie was anderes erwartet haben, wieso bestellen Sie dann ein klassisches Bauernfrühstück?“

Er: „Weil ich es auch anders kenne. Ich kann doch wohl erwarten, dass Sie als Gastronom kreativer sind.“

Ich: „Machen können wir viel, nur das hätten Sie auch eher sagen können, wenn Sie eine Abwandlung wollen.“

Er: „Das hätten Sie mir sagen müssen, bevor ich bestellte.“

Ich: „Woher sollte ich es denn wissen, wenn Sie einfach nur ein Bauernfrühstück bestellen?!“

Er: „Sie fragen Ihre Gäste nicht, wie sie es möchten?“

Ich: „Nein, dann brauche ich keine Karte, sondern nur eine Zutatenliste und jeder bastelt sich sein Essen selber zusammen.“

Er: „Sie sind aber unflexibel.“

Ich: „Weil ich nicht wissen kann, wie Sie Ihr Bauernfrühstück wollen?!“

Er: „Eher generell.“

Ich: „Generell?“

Er: „Ja, so im Allgemeinen.“

Ich: „Im Allgemeinen schließen wir jetzt!“

Er: „Ich sage ja: unflexibel.“

Das Kühlhaus, mein Freund – denn dank der Isolierung drangen meine Schreie nicht nach draußen!


„Herr Ober, zahlen bitte.“

„Zusammen oder getrennt?“

„Wir sind verheiratet!“


Da hat ja mal einer einen Clown gefrühstückt.

Gast: „Kann man bei Ihnen mit Karte bezahlen?“

Ich: „Ja, natürlich.“

Also gehe ich zur Kasse, ziehe die Rechnung und gehe mit dem Lesegerät zum Tisch. Der Gast greift in sein Portmonee und legt mir eine Pokerkarte „Pik Ass“ hin.

Ich sehe ihn verwirrt an, da sagt er: „Sie haben gesagt, ich könne mit Karte zahlen.“

Als ich noch ein junger Kellner war, fühlte ich mich genötigt in das schallende Gelächter einzusteigen, um dem Gast das Gefühl zu geben, es lustig gefunden zu haben. So sah ich ihn nur ausdruckslos an …


Susi hat heute wieder einen rausgeballert. Da kommt sie zu mir und sagt: „Da ist ein Gast, der Werner sprechen will. Aber wir haben doch keinen Werner.“

Ich: „Was hat er denn genau gesagt?“

Susi: „Er meinte: ‚I will a Werner.‘ Der kommt wohl aus Bayern.

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