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Israelische Start-Up-Kultur als Innovationskooperation für deutsche Unternehmen

Pascal Kolb

Israelische
Start-Up-Kultur als Innovationskooperation für
deutsche
Unternehmen

Qualitative Studie zum interkulturellen
Open-Innovation-Management am Beispiel des
Bavaria Israel Partnership Accelerator (BIPA)

FH-Wien der WKW / Münchner Marketing Akademie
International MBA in Management and Communications - 2017

Vorwort

Israel ist für mich, eine ganz besondere Start-Up Nation.

Meine Begegnung mit Israel begann 2016, im Zusammenhang mit unserer MBA-Studienreise. Diese Reise war Teil des Studienmoduls Projektmanagement, in welchem ich die Projektleitung innehatte. In der Reisevorbereitung entstanden u.a. Kontakte zum Generalkonsulat des Staates Israel in München und zur Tel Aviv University. Diese Kontakte führten wiederum zu meiner Teilnahme am Bavaria Israel Partnership Accelerator (BIPA) und damit zum Ursprung dieser Thesis. So haben sich für mich wichtige Puzzleteile zusammengefügt.

Meine berufliche Tätigkeit hat sich in der Folge des Studiums, mehr auf digitale Themen der Öffentlichkeitsarbeit (PR) und Unternehmenskommunikation im deutschsprachigen Raum konzentriert. Meine Begeisterung für die „israelische Art“, Innovation zu denken, blieb dabei ungetrübt. Auch bin ich weiterhin davon überzeugt, dass sich die Denk- und Arbeitsweisen beider Kulturen (Israel und Deutschland), hervorragend ergänzen und ein besonders positives Ergebnis erzeugen können. Die genannte Begeisterung und Überzeugung durch Daten zu untermauern, war und ist Ziel dieser Arbeit.

Die hier gewonnen Erkenntnisse halte ich hauptsächlich relevant für folgende Zielgruppen:

• Unternehmen / UnternehmerInnen, vorrangig des deutschen Mittelstands, mit einem offenen Blick für interkulturelle Synergien

• Innovations-ManagerInnen, die bisher noch keine oder wenig Berührungspunkte mit Israel hatten

• StudentInnen der interkulturellen Kommunikation oder des Innovationsmanagements

• Alle, die sich aus gesellschaftlichen oder historischen Gründen, für Besonderheiten der deutsch-israelischen Kommunikation interessieren

Seit dem Abschluss meiner Arbeit ist viel geschehen: der Staat Israel hat sein 70-jähriges Bestehen gefeiert, der US-Präsident hat Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt, die israelische Siedlungspolitik ist verstärkt aktiv, das Ende des Holocaust jährte sich zum 75ten Mal, antisemitische Straftaten in Deutschland sind laut Statista im letzten Jahr angestiegen, ohne dass sie vorher niedrig waren.

Meine Feststellungen im Kontext dieser Arbeit: im Kennenlernen und in der Zusammenarbeit liegen die Potentiale für mehr. Mehr Verständnis, mehr Respekt, mehr Innovationen, mehr Möglichkeiten – im gesellschaftlichen wie im unternehmerischen Zusammenhang.

Auch die Bertelsmann Stiftung hat 2017 eine Studie herausgebracht, die ich hier gerne anführen möchte: „The German Mittelstand and the Israeli Startup Ecosystem – Tapping Israel's Innovative Potential“ (Shai Harel et al.). Für mich, eine Bestätigung meiner Arbeit und ein weiterer Aufruf an den deutschen Mittelstand, Israels Innovationsstärke zu nutzen.

Wie wichtig internationale Innovationskooperationen sind, zeigt uns mehr denn je die COVID-19 Pandemie. Laut Start-Up Nation Central arbeiten in Israel etwa 70-80 Healthtech-Unternehmen an Lösungen, zur Überwindung der Corona-Krise. Israelische Start-Ups bieten sich neben der Gesundheitsbranche, in vielen Schlüsseltechnologien als Innovationspartner für deutsche Unternehmen an.

Nehmen wir unsere historische Verantwortung als eine große Chance, ja sogar als einen Vorteil wahr.

Bis auf dieses Vorwort, das Entfernen des Anhangs (s. Fußnote S. 138) und Formatierungsanpassungen, ist die Arbeit unverändert im Stand vom März 2017, Zeitpunkt der Begutachtung. Ich wünsche Ihnen einen Mehrwert bei der Lektüre.

München, Juni 2020

Pascal Kolb

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Charakter kultureller Unterschiede auf den
verschiedenen Ebenen

Abbildung 2: Riemann-Thomann-Modell

Abbildung 3: Selbstbild im Riemann-Thomann-Modell

Abbildung 4: MDI/UVI-Verhältnis

Abbildung 5: GLOBE Ergebnisse Israel

Abbildung 6: GLOBE Ergebnisse Deutschland

Abbildung 7: Kulturelle Dimensionen im Wertequadrat

Abbildung 8: Definitionen von Innovation

Abbildung 9: Definitionen von Innovation

Abbildung 10: Entwicklung evolutionärer vs. disruptiver Technologien

Abbildung 11: Closed Innovation

Abbildung 12: Open Innovation

Abbildung 13: Die Lücken durch externe Entwicklungen füllen

Abbildung 14: Gross domestic spending on R&D in USD 2010-2015

Abbildung 15: Gross domestic spending on R&D % of GDP, 2010-2015

Abbildung 16: Human and financial resources R&D, % of GDP and
researchers per employment

Abbildung 17: Patent Applications Israel, Germany

Abbildung 18: VC / capita

Abbildung 19: Tabelle, Kollektivbeschreibung Israeli vs. Deutscher

Abbildung 20: Bertelsmann-Stiftung, Belastende Vergangenheit

Abbildung 21: Bedingungsmatrix

Abbildung 22: Prinzip der qualitativen Inhaltsanalyse

Abbildung 23: Schlussfolgerungen aus den Aussagen der
FirmenpartnerInnen zur Hypothese 1

Abbildung 24: Schlussfolgerungen aus den Aussagen der
FirmenpartnerInnen zur Hypothese 2

Abbildung 25: Schlussfolgerungen aus den Aussagen der israelischen TeilnehmerInnen zur Hypothese 1

Abbildung 26: Schlussfolgerungen aus den Aussagen der israelischen
TeilnehmerInnen zur Hypothese 2

Abbildung 27: Schlussfolgerungen aus den Aussagen der deutschen
TeilnehmerInnen zur Hypothese 1

Abbildung 28: Schlussfolgerungen aus den Aussagen der deutschen
TeilnehmerInnen zur Hypothese 2

Abbildung 29: Schlussfolgerungen aller Aussagen zur Hypothese 1

Abbildung 30: Schlussfolgerungen aller Aussagen zur Hypothese 2

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abbildungsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs- und Fachbegriffsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Forschungsleitende Fragestellung und Zielsetzung

1.3 Zu untersuchende Hypothesen

1.4 Methodik und Eingrenzung

1.5 Struktur der Arbeit

2. Interkulturelle Kommunikation

2.1 Kultur: Definition, Messbarkeit, Herausforderungen

2.2 Kulturdimensionen

2.2.1 Hofstede

2.2.2 Global Leadership & Organizational Behavior Effectiveness (GLOBE)

2.3 Interkulturelle Kommunikation in der Praxis

3. Innovationsmanagement

3.1 Begriffsdefinition von Innovation

3.2 Klassifizierung und Messbarkeit von Innovation

3.3 Der disruptive Ansatz

3.4 Closed vs Open Innovation

3.5 Voraussetzungen für (Open) Innovation in Unternehmen

3.6 Praktische Umsetzungsmöglichkeiten

3.7 Vorteile und Mehrwert durch Open Innovation

4. Israelis und Deutsche: Historie, Eigenheiten und Innovation

4.1 Geopolitische Besonderheiten

4.1 Wirtschafts- und Innovationsnationen

4.2 Start-Up Nation Israel?

4.3 Umgangs- und Geschäftsgebaren

4.4 Die deutsch-israelischen Beziehungen

4.4.1 Wiedergutmachungsverhandlungen

4.4.2 Waffenlieferungen und diplomatische Beziehungen

4.4.3 Wirtschaftlicher Austausch

4.5 Bavaria Israel Partnership Accelerator (BIPA)

4.5.1 Zielsetzung & Motivation

4.5.2 Gründung, Organisation und Aufbau

5. Wissenschaftliche Untersuchung: Methodik und Ergebnisse

5.1 Wissenschaftliche Methodik

5.1.1 Qualitative Erhebung und Einzelfallstudie

5.1.2 Leitfaden-ExpertInneninterview

5.1.3 "Grounded Theory" - Datenverankerte Theoriebildung

5.1.4 Interviewdesign

5.1.5 Vorangegangene Forschung

5.2 InterviewteilnehmerInnen

Nachfolgend werden die Ergebnisse der Interviews dargelegt, erörtert und analysiert

Da diese Arbeit den BIPA als Untersuchungsobjekt hatte, ergaben sich die folgenden zwei Gruppen von TeilnehmerInnen:

5.3 Kritische Erfahrungen und Anmerkungen

5.4 Interviewergebnisse: deutsche BIPA FirmenpartnerInnen (KundInnen)

5.4.1 Innovationsgewinn durch deutsch-Israelische Kooperationen

5.4.2 Beeinträchtigungen im Projektteam durch die deutsch-israelische Vergangenheit

5.5 Interviewergebnisse: BIPA TeilnehmerInnen

5.5.1 Die israelische Sicht

5.5.2 Die deutsche Sicht

6. Conclusio und Ausblick

Literaturverzeichnis

Bücher

Beiträge in Sammelwerken

Aufsätze in Zeitschriften

Graue Literatur

Dissertationen

Juristische Quellen

Gesetze

Sonstige Quellen

ExpertInnengespräche

Filmbeitrag

Expertenvortrag

Geschäftspräsentation / E-Mails

Internetquellen

Abkürzungs- und Fachbegriffsverzeichnis

Abs.

Absatz

Abb.

Abbildung/en

Accelerator

Start-up Unternehmenseinheit über einen definierten, begrenzten Zeitraum

A. d. A.

Anmerkung des Autors

BMWi

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

BIP

Bruttoinlandsprodukt

BIPA

Bavaria Israel Partnership Accelerator

BSC

Balanced Scorecard (ausgewogener Berichtsbogen)

BRD

Bundesrepublik Deutschland

Bw.

Bundeswehr

bzw.

beziehungsweise

DM

Deutsche Mark

d.h.

das heißt

EU

Europäische Union

Et al.

et alii (und andere)

E&Y

Ernst & Young

ebd.

ebenda / ebendort

Engl.

Englisch

etc.

et cetera

f.

folgend

ff.

fortfolgende

F&E

Forschung und Entwicklung

GCHQ

Government Communications Headquarters

gem.

gemäß

ggf.

gegebenenfalls

GLOBE

Global Leadership & Organizational Behavior Effectiveness

Hrsg.

Herausgeber

IBM

International Business Machines Corporation

IDF

Israel Defense Forces

IDV

Individualismusindex

IKT

Informations- und Kommunikationstechnologie

Incubator

Start-up Unternehmenseinheit, kein definierter Zeitraum, zu erreichende Ziele sind definiert

IoT

Internet of Things (Internet der Dinge)

IP

Intellectual Property (intellektuelles Eigentum)

IT

Informationstechnologie

Jhd.

Jahrhundert

Kap.

Kapitel

KMU

Kleine und mittlere Unternehmen

KPI

Key Performance Indicator (Leistungskennzahl)

lt.

Laut

m

Meter

M&A

Merger & Acquisition

MAS

Maskulinitätsindex

MBA

Master of Business Administration

MDI

Machtdistanzindex

MMA

Münchner Marketing Akademie

Mrd.

Milliarde

NIH

Not invented here (nicht hier erfunden)

Nr.

Nummer

o.g.

oben genannte

o.S.

ohne Seite

PatG

Patentgesetz

Pos.

books)

Position (z.B. auch Textstelle bei kindle® e-

RoI

Return on Investment

RoPDE

Return on Product Development Expenses (Entwicklungskostenrentabilität)

S.

Seite/n

s.

siehe

SCE

Strascheg Center of Entrepreneurship

Segm.

Segment

s. g.

so genannten

u. a.

unter anderem

u.U.

unter Umständen

US

United States

USA

United States of America

USD

United States Dollar

UVI

Unsicherheitsvermeidungsindex

VC

Venture Capital

vgl.

vergleiche

v.

von

vs.

versus (gegenübergestellt)

VW

Volkswagen

z.B.

zum Beispiel

Z.

Zeile

1. Einleitung

Die vorliegende, nebenberuflich geschriebene Masterthesis thematisiert ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Potential vor dem Hintergrund kultureller und historischer Einflussfaktoren.

1.1 Problemstellung

In der Vergangenheit hat sich folgende Entwicklung abgezeichnet: Unternehmen sehen sich zunehmend kürzeren Produkt- und damit verbundenen Entwicklungszyklen gegenübergestellt (vgl. Vogel-Heuser et al. 2014, S. V). Das gilt sowohl für Multi-National-Corporates, die über mehrere Zeitzonen agieren, als auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Solche, sich verändernde Bedingungen fordern von den Unternehmen ein angepasstes Innovationsmanagement. Die Innovationsprozesse ändern sich in vielen Unternehmen von der „Closed Innovation“ zu einer internationaleren und „Open Innovation“1. Internationale Innovationskooperationen bieten dabei die Chance, auch interkulturelle Denk- und Arbeitsstrukturen in den Innovationsprozess zu integrieren. Gleichzeitig stellen die Kommunikations- und Arbeitsunterschiede dieser interkulturellen Teams auch besondere Herausforderungen dar. In der vorliegenden Arbeit geht es um eben diese veränderten Innovationsansätze, unter Nutzbarmachung von komplementären Eigenschaften in binationalen Teams. Im Konkreten geht es um israelisch-deutsche Innovationsteams.

Seit der Gründung des Staates Israel im Mai 1948 hat sich das Land in einer bemerkenswerten Weise zu einer heute sehr dynamischen, innovativen High-Tech- Marktwirtschaft entwickelt (vgl. Roland Berger GmbH 2016, S. 12).

Bei einem nur ca. 8,4 Millionen EinwohnerInnen zählenden Binnenmarkt und einer politischen Insellage sticht Israel vor allem durch (oftmals disruptive) Innovationskraft, überwiegend in den Wirtschaftsbereichen IT, Sicherheits-, Rüstungs-, Pharma- und Medizintechnik hervor. Lt. einer Untersuchung durch Deloitte ist Israel zum vierten Mal in Folge, nach den USA, das für Venture Capital (VC) InvestorInnen2 zweitbeliebteste Land. Wenn es um das Vertrauen von InvestorInnen geht, liegt Israel nicht nur international an zweiter Stelle, sondern wird auch im Vergleich mit US-Märkten wie Chicago, Boston und New York nur von Silicon Valley auf den zweiten Platz verwiesen (vgl. Rabi 2015). Deutsche Unternehmen wie SAP, Telekom, Siemens, BMW, Merck, RWE und andere halten Niederlassungen in Israel, um von dortigen, kreativen Entwicklungen zu profitieren. So finden deutsche Unternehmen in Israel oft, was sie im eigenen Land vermissen: innovative GründerInnen in der Hightech-Industrie (vgl. Alvares de Souza Soares 2015). Israel ist bekannt für seine kreative Start-Up Szene und innovativen Entwicklungen.

Die deutsche Wirtschaft dagegen ist vor allem wettbewerbsstark darin, Technologieprodukte zur Marktreife zu bringen und gilt als sehr exportorientiert (vgl. Grimme2017). Der Industriestandort Deutschland bietet israelischen Unternehmen einen Zugang zum EU-Binnenmarkt.

Besondere Bedeutung hat die Fragestellung der Zusammenarbeit israelisch-deutscher Teams auch vor dem geschichtlichen Zusammenhang. Es sind nur etwas über siebzig Jahre vergangen, seit dem Ende des systematischen Genozids an den europäischen Juden während des Holocaust im nationalsozialistischen Deutschland. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland bestehen erst wieder seit 1965 und israelisch-deutsche Geschäftskooperationen waren viele Jahre nach Kriegsende tabu oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Inzwischen sind die wirtschaftlichen Beziehungen weitgehend normalisiert und „Made in Germany“ ist in Israel wieder ein Qualitätsmerkmal. Um die deutsch-israelischen Beziehungen zu festigen und eine Kooperation von Unternehmen beider Länder zu unterstützen, wurde neben anderen Programmen der Bavaria Israel Partnership Accelerator (BIPA) entwickelt. Das Programm ist ein Beispiel für angewandte, transnationale, offene Innovation. Durchführungsorte sind Tel Aviv und München.

Guy Katz (Gründer des BIPA) hat in seiner Dissertation 2011 „Intercultural Negotiation – The unique case of Germany and Israel“ die unterschiedlichen Verhandlungsansätze von ManagerInnen beider Länder vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse der Shoa untersucht (vgl. Katz 2011).

Bis heute findet sich in der wissenschaftlichen Literatur jedoch keine Information zum vielleicht komplementären Innovationspotential, aus Kooperationen deutsch-israelischer Arbeitsgruppen. Auch ist bisher nicht untersucht worden, inwieweit die deutsch-israelische Vergangenheit binationale Teams in interkulturellen Innovationskooperationen beeinflusst.

1.2 Forschungsleitende Fragestellung und Zielsetzung

Die forschungsleitende Fragestellung muss so ausgerichtet sein, dass die Antwort dem gemeinsamen, theoretischen Wissenstand etwas hinzufügt. Dabei wird in der Sozialforschung der Zusammenhang zwischen Bedingungen, Verlauf und Wirkungen untersucht (vgl. Brüsemeister 2008, S. 49). Die Erkenntnis dieser sozialen Prozesse wird nicht isoliert, sondern nur im Verständnis der vorhergehenden Prozesse erlangt werden (vgl. Gläser und Laudel 2004, S. 62 f.).

Hinsichtlich der Thematik ergibt sich folgende forschungsleitende Fragestellung, die von Bedeutung ist und am Beispiel des BIPA erforscht werden soll:

Wie profitieren deutsche, innovationsgetriebene Unternehmen von der Zusammenarbeit deutsch-israelischer Teams in offenen Innovations-Kooperationen?

Als nicht minder wichtige Nebenfrage soll beantwortet werden:

Wie beeinflusst der Holocaust als Teil der deutsch-israelischen Vergangenheit ggf. heute noch die interkulturelle Zusammenarbeit?

Über die Frage "wie" wird nach dem Kausalmechanismus gefragt. Damit liegt die Fragestellung im Fokus sozialwissenschaftlicher Forschung (vgl. Gläser und Laudel 2004, S. 67)

Die Beantwortung der Fragen ist für deutsche Unternehmen, die disruptive Innovationsansätze suchen, von praktischer Relevanz. Diese Arbeit soll am Beispiel des BIPA ein wissenschaftliches Fundament für zukünftige Innovationskooperationen zwischen deutschen und israelischen Unternehmen liefern. Die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen sollen deutschen Unternehmen dabei helfen, gelungene Innovationen in ähnlichen bilateralen Kooperationen erfolgreich zu entwickeln.

1.3 Zu untersuchende Hypothesen

Diese wissenschaftliche Arbeit überprüft konkret folgende, von den Forschungsfragen abgeleitete, Hypothesen am Beispiel des BIPA:

H1: Deutsch-israelische Innovationskooperationen führen durch komplementäre Eigenschaften beider Kulturen zu Synergieeffekten, von denen deutsche Unternehmen profitieren können.

H2: Der Holocaust als Teil der deutsch-israelischen Vergangenheit führt in der heutigen Generation zu keiner maßgeblichen Beeinträchtigung der Zusammenarbeit in interkulturellen Arbeitsgruppen.

Dabei fordert die fall-basierte Forschungsform keine statistisch überprüfbaren Hypothesen, da diese nicht detailliert überprüft werden können (vgl. Gläser und Laudel 2004, S. 76 f.).

1.4 Methodik und Eingrenzung

Neben der Literaturrecherche und deren Auswertung wurde folgende wissenschaftliche Analyse in dieser Einzelfallstudie verfolgt:

Insgesamt wurden 12 qualitative Interviews durchgeführt: vier davon unter teilnehmenden deutschen FirmenpartnerInnen der BIPA-Editionen 1 und 3 sowie jeweils vier Interviews unter TeilnehmerInnen mit Lebensmittelpunkt in Israel und Deutschland derselben BIPA Projekte3. Als persönlicher Teilnehmer der BIPA-Edition 3 erhielt der Autor Einblicke in den Aufbau und die Arbeitsdynamik des Programmes4.

Auf einen Vergleich mit weiteren Innovations-Programmen oder Innovations-Kooperationen anderer Länder wird im Rahmen dieser Arbeit bewusst verzichtet. Dies kann Ziel von weitergehender Forschung sein. Auch eine Ausweitung der Gruppe der InterviewpartnerInnen, auf jene der in Israel stattgefundenen BIPA 2 und 4, wurde bewusst verzichtet, da sich diese Arbeit auf Effekte für deutsche Firmen konzentriert. Für eine quantitative Befragung war die Anzahl aller TeilnehmerInnen und FirmenpartnerInnen nicht ausreichend, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.

1.5 Struktur der Arbeit

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