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Ischen Impossible

- Über dieses Buch -

Und Johnny erschien mir als der richtige Typ, mir dabei zu helfen, wieder zu mir selbst zu finden. Aber wollte ich wirklich wissen, wer ich war?

Linus Baumgarten ist eigentlich eine ziemlich coole Sau – bis er von seiner Braut Isi im Standesamt sitzengelassen wird. Er flüchtet in die nächstbeste Spelunke, trinkt, fällt in eine Art Koma und erwacht am Morgen in der verranzten Bude seines neuen Kumpels Johnny. Die beiden Weggefährten schließen einen Pakt. Ihre Mission: Isi vergessen – oder durch idealerweise vollbusige Frauen und Schnaps ersetzen – und eine Ische für Johnny an den Start bringen. Dieses verfolgte Vorhaben scheitert allerdings immer wieder an Linus’ Einstellung, der den Arsch im entscheidenden Moment einfach nicht hochbekommt. Während seine Kumpels nach und nach unter die Haube kommen, schleichen sich so etwas wie helle Momente in Linus’ nebelverhangene und promillegeschwängerte Gedankenwelt – ist er tatsächlich ein dermaßen unerträglicher Egozentriker? Allmählich muss er erkennen, dass er vielmehr sich anstatt der anderen ändern muss. Und auch Johnny umgibt ein Geheimnis, das den hilfsbereiten „Heavy-Metal-Trottel“ in einem anderen Licht erscheinen lässt.

„Ischen Impossible“ ist ein Männerroman – ziemlich flapsig, ein bisschen dreckig, oft benebelt, immer spaßig.

Für den besten Dad der Welt

Kapitel 1

„Meine Fresse, wie kann man bloß so bescheuert sein? Hat die eigentlich noch alle Latten am Zaun?“

Der besoffene Typ mit den öligen Haaren neben mir am Tresen erweckte zwar den Eindruck, als sei er ebenfalls schon ein paarmal mit dem Kopf gegen selbigen gelaufen, in der Sache an sich lag er aber völlig richtig: Jawohl, meine Freundin Isi hatte tatsächlich nicht mehr alle Latten am Zaun, die blöde Kuh! Der Typ musste ein Hellseher sein. Oder ein Medium. Bestimmt. Oder er hatte einfach nur sehr genau meiner Geschichte gelauscht, die ich ihm Sekunden zuvor erzählt hatte.

„Und sie hat dich einfach so auf dem Standesamt sitzen lassen?“

„Einfach so.“

Mein neuer Bekannter schüttelte verständnislos den Kopf, kratzte sich seinen ungepflegten Kinnbart und exte einen Schnaps. War wohl nicht sein erster heute, denn die Hälfte des fiesen Gesöffs tropfte nun schön langsam sein Kinn runter. Lecker. Ich selbst war allerdings auch nicht viel nüchterner.

„Wie darf ich mir das denn vorstellen? Ihr habt da so am Tisch des Standesbeamten gesessen, habt euch sein schwülstiges Gelaber reingezogen, und plötzlich springt sie auf und rennt heulend aus dem Rathaus?“

„Genau so war es.“ Leider. Ich hatte mir diesen Tag vorher auch ein klein wenig anders vorgestellt.

„Lecko mio! Kein Wunder, dass du so down bist, Alter. Wäre ich wohl auch an deiner Stelle. Wäre ich wohl auch an deiner Stelle.“

Er hatte zwar recht mit dem, was er sagte, aber warum sagte der Spacko das zweimal? War ich etwa nach meiner Verlobten schon wieder an einen Bekloppten geraten? Offensichtlich ja, denn auf einmal tat er so, als haute er sich den Schädel auf die Theke. In Köln gab es ja nun wahrhaftig viele Durchgeknallte, aber der hier lag in dieser Beziehung wirklich sehr weit vorn.

„Mann, muss die Alte scheiße sein. Mann, muss die Alte scheiße sein.“

Aber schon wieder lag er richtig, auch wenn mich seine Reaktion darauf etwas irritierte. Plötzlich stand der stark angetrunkene Tünnes mit der zerzausten Althippiefrisur und dem hochnotpeinlichen T-Shirt mit der Aufschrift Hoffnungsloser Romantiker sucht geile Schlampe schwankend von seinem Hocker auf und kam näher zu mir. Wollte er jetzt etwa meinen Schädel auch auf den Holztresen knallen? Gott sei Dank nicht.

„Ach übrigens, ich bin Johnny.“ Er reichte mir seine Hand.

„Ja, äh ... hi, ich bin Linus. Linus Baumgarten.“

Der komische Zauselfreddy hatte Pranken, damit hätte er eine Giraffe erwürgen können. Ich hatte keine Ahnung, warum er das hätte tun sollen, aber er hätte es gekonnt, wenn er denn gewollt hätte. Ansonsten war der Typ lang und schlaksig, fast dürr.

„Linus? Mhm, lustiger Name.“

Ich hatte keinen Schimmer, warum der hässliche Sahelzonen-Heiopei meinen wohlklingenden Namen lustig fand, entschied mich aber dafür, dies einfach zu ignorieren. Der Typ war auch schon so voll, nicht, dass er dachte, ich sei eine Giraffe. Man weiß ja nie.

„Sie hat mich einfach beim verdutzen Standesbeamten stehen lassen, natürlich nicht, ohne mich vor ihrem Abgang noch aufs Übelste zu beschimpfen.“

„Echt? Was hat sie denn gesagt?“

„Ach, so nen Scheiß, dass ich sie gar nicht verdient hätte und ein total ignoranter Idiot und so was sei. Keine Ahnung, hab eh nicht richtig zugehört. Ich hab in dem Moment auch überhaupt nicht kapiert, was die dämliche Ziege vorhatte. Plötzlich sprang sie auf und dann: zack und weg.“ Dabei zeichnete ich mit den Händen in etwa ihren Fluchtweg nach, als wenn das irgendeine Bewandtnis gehabt hätte.

„Siehste, Alter, ich hab schon immer gesagt, dass die Ehe Mist ist. Und das ist nun der endgültige Beweis.“

Die Witzfigur namens Johnny nickte sich dabei selbst zu und versuchte, den nächsten Schnaps in seinem Mund zu platzieren. Klappte diesmal besser als zuvor. Ich fand das natürlich total super, dass ausgerechnet ich derjenige sein durfte, der die krude Theorie des besoffenen Möchtegernpsychologen bewies, also gab ich ihm noch einen weiteren Schnaps aus. Und mir selbst auch.

Trotz meiner inzwischen drei Promille fühlte ich mich noch immer unfassbar beschissen, das wurde selbst durchs Saufen nicht besser. Von der eigenen angehenden Ehefrau während der Trauung sitzen gelassen! Unfassbar! Gab es auf der Welt etwas Schlimmeres? Oder Peinlicheres?

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass die Nummer damals, als mich meine Mutter beim Onanieren über einem Bademodenkatalog erwischt und mein Zimmer resigniert den Kopf schüttelnd mit den Worten „Nächsten Sommer fahren wir wohl wieder in die Berge“ verlassen hatte, nicht zu toppen sei, aber Isis Aktion stand darüber. Das musste ich erst mal verdauen. Was war bloß in Isi gefahren? Oder wer?

Wir waren nun schon seit über vier Jahren zusammen, und mir war immer klar gewesen, dass wir zwei eines Tages heiraten würden. War doch auch letzten Endes einfach nur die logische Konsequenz aus allem: Wir liebten uns, wir lebten zusammen, da heiratet man doch auch irgendwann. Das ist doch einfach so. Deswegen hatte ich bei meinem Antrag auch keine große Nummer abgezogen, sondern hatte sie einfach bei einer Fahrt im Auto zu ihren Eltern gefragt. Ohne zu zögern hatte sie eingewilligt, und die Sache war klar. Dachte ich jedenfalls bis zu diesem Tag.

Währenddessen schaute mein neuer Bekannter etwas benommen drein und wiederholte mantraartig den Satz: „Die Alte ist doch nicht ganz fit im Sprint! Die Alte ist doch nicht ganz fit im Sprint!“ Wie ein beschissener Autist.

Damit lag er aber erneut gar nicht mal so daneben, weil Isi nun wirklich nicht sonderlich sportlich ist, aber gemeint hatte er wohl doch etwas anderes.

„Hey Johnny, heißt das nicht ‚fit im Schritt‘? Und ist das nicht außerdem eine lockere Begrüßung unter Jugendlichen und keine Beleidigung?“

Den zotteligen Besoffski durchzuckte es. „Na super, dem Herrn Duden läuft die Braut davon, aber ich bin zu blöde zum Sprechen. Na vielen Dank auch.“

Johnny schüttelte genervt den Kopf und drehte sich beleidigt von mir weg. Scheiße, recht hatte er, der Arsch, ich war tatsächlich nicht in der Position, um jetzt noch groß klugzuscheißen.

„Hey, sorry, Johnny, war nicht so gemeint. Ich bin ja froh, dass ich jemanden zum Reden habe.“

In der Tat war ich das. Nachdem Isabell mich so irritiert und vor allem so alleine am Tisch des verdutzten Standesbeamten zurückgelassen hatte, umklammerte mich das Gefühl, dass die ganze Welt über mich lachte. Tat sie ja auch! Zumindest aber schon einmal die Familie der Braut, die komplett im Raum vertreten war. Die hielten mich sowieso für nen Vollidioten und waren wahrscheinlich gar nicht mal so unfroh darüber, dass Isi es sich kurzfristig anders überlegt hatte. Ich stand jetzt jedenfalls da wie ein begossener beziehungsweise mittlerweile besoffener Pudel und schämte mich in Grund und Boden. Gleichzeitig aber zerbrach mein Herz in gefühlte zehn Milliarden Stücke. Fuck, diese beschissene Kuh!

Nachdem Isi so abrupt den Raum verlassen hatte, stürzten sich natürlich sofort meine Eltern und meine Kumpels auf mich, um mich zu fragen, was denn los war. Aber ich hatte ja keine Ahnung. Und überhaupt: Was war das denn auch bitte für eine behämmerte Frage? Glaubten die wirklich, ich wäre so bescheuert, die doofe Pute zu heiraten, wenn ich wüsste, dass sie mich in Wirklichkeit gar nicht leiden konnte? Wie dämlich wäre das denn bitte? Na ja, mir war wohl grundsätzlich alles zuzutrauen, aber so blöde war ich dann doch nicht. Zumindest nicht ganz. Ich zog es stattdessen vor, den Umstand, dass sie mich nicht heiraten wollte, einfach auf dem peinlichsten und demütigendsten Weg, den es im Universum gibt, zu erfahren. Juhu! Aber doof bin ich nicht ...

Als mir das Dummgelaber und hysterische Gequassel der Leute um mich herum irgendwann schlichtweg zu viel wurde, bin ich einfach abgehauen. Ganz so, wie es meine liebliche Braut mir nur wenige Minuten früher vorgemacht hatte. Wir passten eigentlich schon ganz gut zusammen. Ich wollte einfach nur weg von diesem Ort der Schande, weg von all den Leuten, die mich nun mitleidig anstarrten, weg von all der Scheiße, die hier gerade abgegangen war. Einfach nur weg.

Vom Rathaus aus bin ich in irgendeine Richtung gelaufen – in Köln landet man ja, egal in welche Richtung man läuft, immer beim Dom –, bin in die nächstbeste Kneipe an die Theke gestürmt und – habe ein Wasser bestellt. Vom vielen Gerenne war ich nämlich ganz schön durstig. Und dann fünf Tequila, die ich mir innerhalb von einer Minute in den Schädel gehauen habe. Ohne Salz und Zitrone, dafür blieb keine Zeit. Da ich vor lauter Nervosität vor der unsichtbaren Trauung nichts gegessen hatte, knüppelten mich die Drinks natürlich sofort um. Das war aber auch nicht das Schlechteste. Und außerdem nicht ganz ungewollt.

Die Kneipe, in die mich das Schicksal getrieben hatte, war eine dieser abgerockten Altstadtpinten, wie es sie wohl überall auf der Welt gibt, in denen der Boden grundsätzlich klebrig, der Wirt prinzipiell mürrisch und das Klo dauerhaft verstopft ist. Also perfekt, um sich ohne Sinn und Verstand tierisch wegzuschädeln. Danke Schicksal, gut gemacht!

Im Laden waren außer Johnny und mir nur noch drei ältere, schlaffe Gestalten, die ihre besten Tage wohl schon etwas länger hinter sich hatten. So in etwa fünfzig Jahre. Die Jahrzehnte des stetigen Rauchens sah man ihren fahlen Gesichtern ordentlich an. Von Frauen war natürlich keine Spur, war ja klar, bei den Versagern, die hier vor sich hin vegetierten; alle schön mit dem Herrengedeck vor sich: Kölsch und Schnaps. Wurde auch Zeit, war ja schon fast zwölf ...

In dieser Kneipe wirkte ich mit meinem schwarzen Anzug natürlich wie ein Pinguin unter Zombies, so dass ich schon beim Eintreten von allen Insassen dieser Gaststätte argwöhnisch beäugt worden war. Da aber scheinbar keiner der offensichtlichen Erfolgstypen die Energie dafür aufbrachte, mir irgendetwas Abfälliges entgegenzuschleudern, war ich geblieben und hatte mich an die Theke gesetzt.

Als ich nun so dasaß, still vor mich hin soff und mich verstohlen umschaute, sprach mich also dieser schlaksige Heckenpenner von der Seite an. Dieser Typ, Johnny, schien der Einzige in diesem Schuppen zu sein, in dem noch etwas Lebenssaft pulsierte. Und überhaupt: So richtig passte er hier gar nicht rein. Er wirkte zwar selbst schon ziemlich verlebt, aber während die anderen Spießgesellen in dem Dreckskabuff bereits kurz vorm Abnippeln zu sein schienen, schätzte ich Johnny so auf Mitte dreißig, also so in etwa auf mein Alter. Mit seinen langen, ungepflegten Haaren und dem saudämlichen T-Shirt sah er auch völlig anders aus als die grauen Herren mit der Kippenfresse, die wohl das letzte Mal kurz vor der Französischen Revolution neue Klamotten gekauft hatten. Was machte der bloß hier?

„Is schon gut, Linus. Bist wohl ein bisschen durch den Wind, was? Trink dir einfach schön einen, dann gehtʼs dir gleich viel besser.“

Und es ging mir besser. Die letzten Worte, an die ich mich noch an diesem Abend erinnern konnte, waren: „Hey, Kellner, zwei Schnaps noch, bitte!“

Danach fiel ich dankenswerterweise erst einmal in ein barmherziges Koma.

Als ich wieder zu mir kam, konnte ich vor Kopfschmerzen kaum die Augen aufmachen. Es war, als würde eine Horde Gnus auf der Flucht vor einem Rudel Löwen durch meinen Schädel galoppieren. Mann, tat das weh! Warum mussten die dämlichen Viecher denn unbedingt durch meinen Kopf flüchten?

Und wo war ich hier überhaupt? Während ich mit einem lauten „Ouahh“ versuchte, mein Sehorgan wieder halbwegs ans Laufen zu bekommen, schoss mir eine Mischung aus abgestandener Kotze und fahlem Bier in die Nase. Fuck, wonach stank es denn hier bitte schön? Wer für den ekelhaften Gestank verantwortlich war, wollte ich gar nicht so genau wissen, hatte aber das leise Gefühl, dass ich in irgendeiner Form dran beteiligt war. Lag ich etwa rücklings auf dem klebrigen Boden eines Bierzeltes? Aber gut zu wissen, dass mein Riechorgan wieder funktionierte, da konnte das Sehen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Was mich wohl erwartete?

Das Erste, was ich erblickte, war meine neue Bekanntschaft Johnny, der mit seinem lustigen Zwei-Zentimeter-Zauselzopf (für einen richtigen Zopf reichte es bei seinem ausgefransten Haarwuchs nicht mehr), einem Bein halb angewinkelt und mit dem Gesicht tief in sein Kissen gedrückt auf seinem Bett lag, während ich circa fünfzig Zentimeter daneben auf einem viel zu kurzen Sofa mit nichts bekleidet außer Boxershorts und einem T-Shirt mit der Aufschrift I love Blowjobs dahinvegetierte. Johnny schnarchte wie eine Herde Büffel. So ähnlich roch er auch. Aber warum hatte ich bloß Johnnys T-Shirt an? Und was sollte der saudämliche Spruch darauf?

Es war nicht das kleinste Lüftchen Sauerstoff im Raum vorhanden, so dass ich den abgestandenen Geschmack meines Mundes dank hektischer Einatmungsversuche noch intensiver wahrnahm. Ganz toll. Die Fenster waren so heftig beschlagen, dass irgendein kranker Vollhirni es sich nicht hatte nehmen lassen, dort mit den Fingern ein herzliches „Fuck off, Isi!“ hinzukrakeln. Wer das wohl gewesen war?

Um mich herum sah es aus wie in einem Altglascontainer: Überall lagen leere Bier-, Schnaps- und Weinflaschen auf dem Boden. Allerdings unsortiert! Dazwischen fanden sich zermalmte Zigarettenschachteln, zwei auf den Boden gefallene, ehemals volle Aschenbecher und Unmengen leerer Pizzakartons. War das die Müllkippe einer Studentenkneipe? Das konnte nicht sein, denn dafür war es hier einfach viel zu klein. Eigentlich bestand das ganze Chaos nur aus einem einzigen, winzigen Raum. Vom Sofa aus konnte ich sogar eine kleine Kochnische in der Ecke ausmachen. Eine Kneipe war das hier jedenfalls nicht.

War das etwa Johnnys Wohnung? Lebte der in diesem Loch? Das erklärte einiges. Aber wie bin ich denn bitte hier gelandet? Und was viel wichtiger war: Wie kam ich hier schnellstmöglich wieder weg? Ich wollte bereits hektisch aufspringen und fluchtartig das Weite suchen, als mir zwei Dinge schlagartig bewusst wurden: Erstens: Ich war noch gar nicht wieder in der Lage, hektisch aufzustehen und das Weite zu suchen, und zweitens: Wo sollte ich denn bitte hin?

Scheiße, für die ersten unbeschwerten Sekunden des neuen Tages hatte ich verdrängt, dass mich meine Braut am Traualtar oder zumindest am Tisch des Standesbeamten hatte stehen lassen und einfach abgehauen war, aber jetzt kam es mit pompösem Donnerhall zurück in mein Bewusstsein. Diese blöde Kuh! Wo sie jetzt wohl war? Bei uns zu Hause? Bei ihren Eltern? Dort, wo der Pfeffer wächst, wo sie ohnehin hingehörte? Na hoffentlich.

Wo sollte ich jetzt nur hin? Nach Hause ging nicht, ich wusste zwar nicht, ob Isi jetzt da war, aber ich wollte es nicht riskieren, sie zu sehen. Ich wusste nicht, was ich dann getan hätte. Im Zweifelsfall zwar nichts, aber drauf ankommen lassen wollte ich es nicht. Zu meinen Eltern konnte ich ebenfalls nicht, die wären mir viel zu sehr auf den Sack gegangen. Ich hörte Mutter schon im Geiste aufgeregt keifen, mit einer Stimme so hoch wie der Himalaya. Dafür war ich nun wirklich nicht in der Verfassung, auch wenn sie es natürlich nur gut meinte.

Zu meinen Kumpels Malte und Speedy wollte ich nun auch nicht, die hatten das Elend schließlich gestern selbst mit ansehen müssen, da wollte ich sie jetzt nicht schon wieder damit nerven. War ja gestern auch peinlich genug. Außerdem waren die bestimmt wieder mit ihren Freundinnen beziehungsweise Frauen unterwegs, schließlich war Wochenende. Das Wochenende ist ja immer die Zeit für gemeinsame partnerschaftliche Unternehmungen. Ich hätte kotzen können.

Einzig mit meinem besten Freund Conrad, genannt Conny, hätte ich gerne gesprochen, aber der Penner war gestern nicht zur Fast-Hochzeit erschienen, da war eigentlich nicht davon auszugehen, dass er jetzt zur Stelle war. Eigentlich hätte der Arsch auch der Trauzeuge sein sollen, aber es war jedes Mal das Gleiche mit ihm: Sobald er eine neue Freundin hatte, verschwand er von einer Sekunde zur anderen von der Bildfläche und ließ teilweise monatelang nichts von sich hören. Bis er dann irgendwann angekrochen kam, weil Schluss mit der Alten war und er sich ausheulen wollte, der Sack. So war es wohl auch diesmal.

Es war zwar irgendwie beneidenswert, wie emotional Conny jedes Mal war, wenn er sich verliebte, dass er dann aber alles Irdische hinter sich ließ, nervte doch gewaltig. Ich hatte mich im Laufe der Jahre zwar bereits daran gewöhnt beziehungsweise hatte mich damit arrangiert, die Sache mit dem Trauzeuge-Sein nahm ich ihm aber schon ziemlich übel. Das ging eindeutig zu weit. Aber was sollte ich machen? Er ging nicht mehr an sein Handy, und niemand wusste, wo er war. Außer seiner neuen Freundin natürlich. Die kannte aber leider keiner, und sie war ja auch außerdem gemeinsam mit Conny unterwegs. Schade eigentlich.

Ohne mein ursprüngliches Vorhaben zu erwähnen, bat ich dann meinen Dad, mein Trauzeuge zu sein. Der fühlte sich sehr geschmeichelt und sagte sofort zu. Ausnahmsweise war er mal stolz auf seinen Sohn. Zumindest bis gestern. Von allen mitleidigen Gesichtern nach Isis Flucht um mich herum spiegelte seines noch am heftigsten wider, was gerade passiert war. Armer Dad!

Nachdem mir also bewusst geworden war, dass es keine kurzfristige Fluchtmöglichkeit gab, hätte ich mir gerne die Zähne geputzt, weil der Geschmack in meinem Mund mir doch allmählich die Plomben aus den Zähnen löste, aber ich konnte mich leider noch nicht wieder bewegen. Glücklicherweise fiel ich schon wenig später zurück in meine sanftmütige Ohnmacht, so dass ich meine Probleme zumindest für ein paar weitere Stündchen hinter mir lassen konnte. Immerhin.

Mein zweites Erwachen im Land der Barbaren war einem tierischen Lärm aus den Boxen geschuldet, die unmittelbar neben mir standen, die Größe eines Wohnmobils zu haben schienen und offensichtlich voll aufgedreht waren. Die Musik oder was auch immer das für ein abartiger Haufen Scheiße war, kam offenbar direkt aus der Hölle, denn einer der Jünger Satans stand lediglich mit einer fleckigen weißen Unterhose bekleidet vor mir und bangte zu den Heavy-Metal-Klängen der Anlage. Ich versuchte gegen den Lärm anzuschreien.

„Was ist das denn bitte für ne Scheiße? Soll das etwa Musik sein?“

Johnny ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Wahrscheinlich nahm er mich auch gar nicht wahr. Ich hätte mir Hörner wachsen lassen sollen, vielleicht hätte er dann geantwortet. Mit vibrierendem Kehlkopf wiederholte ich meine Frage. Und tatsächlich: Mein Gastgeber reagierte.

„Yo, Alter, das sind Godass aus Italien, geht voll ab, was?“

„Ja, total ... Da merkt man mal wieder, wie sehr doch ‚Kultur‘ in Italien großgeschrieben wird.“

„Da hast du wohl recht, Alter. Italien hat voll die geilen Bands.“

Ironie war wohl Johnnys Stärke nicht, deshalb zeigte ich ihm durch das spontane Ausschalten der Anlage, was ich wirklich davon hielt.

„Ey, sag mal, Alter, spinnst du? Wieso machst du die Mucke aus?“

„Mucke nennst du das? Ein Haufen Schwachköpfe grölt besoffen ins Mikro und zertrümmert dabei seine Instrumente, und das soll Mucke sein? Ganz bestimmt nicht. Und überhaupt: Was soll denn überhaupt der Krach zur frühen Morgenstunde? Sagen deine Nachbarn da nichts?“

Der Superheadbanger sprang enttäuscht von seinem Bett. „Nö. Außerdem ist es ja schon 16 Uhr. Willst du ein Bier, Alter?“

16 Uhr? Wie lange hatte ich geschlafen? Leider nicht lange genug, um mein Elend zu vergessen.

Johnny ging Richtung Kochnische, wo sich offenbar der Kühlschrank befand. Ein Bier? Jetzt? Nach der Nacht? Hatte der noch alle Tassen im Schrank? Wie konnte der jetzt schon wieder an Alkohol denken?

„Ist wirklich nett, aber danke. Vielleicht später.“

Als ich das sagte, dachte ich eigentlich, dass es kein „später“ geben würde, aber dann fiel mir wieder ein, dass ich gar nicht wusste, wo ich hin sollte. Mist!

„Hast recht, ich warte auch noch ne Stunde. Man soll es ja auch nicht übertreiben, nicht wahr? Wie heißt es doch so schön: Gut Ding will Pfeile haben!“

„Weile.“

„Was?“

„Du meinst Weile. Der Spruch heißt ‚Gut Ding will Weile haben‘.“

„Ach Quatsch. Geht deine Besserwisserei etwa schon wieder los, Alter? Ich hoffe doch nicht, das geht mir tierisch auf den Hoden.“

Auf den Hoden ...?

„Is ja auch egal. Aber jetzt mal was anderes: Was mach ich überhaupt hier? Ich kann mich ab einem bestimmten Zeitpunkt an nichts mehr erinnern.“

„Nun ja ...“ Johnny strich sich durch die spröden Reste seiner Haare, machte sich einen neuen Zopf (oder so etwas Ähnliches) und fuhr bedeutungsschwanger fort: „... ab einem bestimmten Punkt konntest du weder reden noch stehen, da wollten wir dich dann in ein Taxi setzen und nach Hause fahren lassen. Aber du hast dich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, hast immerzu ‚Nicht zu Isi! Nicht zu Isi!‘ geschrien, und da hab ich dich dann einfach mit zu mir genommen. Hoffe, das war okay für dich, Alter.“

Ich hatte keine Ahnung, ob es das war, aber besser als zu Isi war es allemal.

„Und da haben wir zwei dann noch weitergezecht?“

Ich deutete mit verquollenem Blick auf den geplatzten Pfandrückgabeautomaten in Johnnys Einzimmerbehausung.

„Was? Ach so, nein, das war schon vorher. Nur die paar Flaschen da drüben sind von Fuzzi, Horni und mir.“

Johnny zeigte in irgendeine Richtung (er hätte in jede Richtung zeigen können), in der nur Flaschen hochprozentiger Alkoholika lagen. Leer versteht sich.

„Wer zum Henker sind denn Fuzzi und Horni?“ Und wer zum Teufel hat denen so bescheuerte Namen gegeben?

„Och, das sind nur zwei Kumpels von mir.“

„Komisch, an die kann ich mich gar nicht mehr erinnern.“

Am vorherigen Abend hatte ich den Promillegehalt einer kompletten Schiffsbesatzung auf Landgang nach sechs Wochen auf See und wunderte mich noch, dass ich leichte Erinnerungslücken hatte. Mann, ich hatte echt einen an der Waffel!

„Ja, Alter, wie denn auch? Du bist doch schon im Hausflur zusammengesackt, da hab ich dich dann nur noch auf das Sofa getragen.“

„Und wo kamen dann bitte die beiden Typen her?“

„Na, mir war total langweilig, da hab ich sie angerufen, was denn sonst? Alter, du kannst Fragen stellen! Tss.“ Johnny schüttelte verständnislos den Kopf.

„Und dann habt ihr hier noch weitergesoffen?“

„Ja, was denn sonst? Du hast ja hier schön geratzt! Außerdem war es ja auch noch früh am Abend. Ey, Alter, du verträgst echt nichts!“

Der Gedanke, dass ich im Koma auf dem Sofa lag, während der volltrunkene Tunichtgut mit seiner besoffenen Losergang um mich herum eine wilde Party veranstaltete, ließ mich ruckartig nüchtern werden. Zumindest ein bisschen.

„Und warum habe ich nur noch eine Boxershorts an? Und vor allem dieses abartige Shirt? Habt ihr mich etwa ausgezogen, ihr Penner?“

Das Blut gefror in meinen Adern ob des Gedankens, die Anhänger des Teufels könnten etwas mit mir angestellt haben, was ich nüchtern und vor allem wach wohl nicht zugelassen hätte. Reflexartig packte ich mir ans Gesäß. Tat da was weh? Steckte da was drin? Die Urängste des Mannes wurden in mir wach. Hatte ich etwa das T-Shirt an, weil diese kranken Wichser in der letzten Nacht mit mir irgendetwas Perverses angestellt hatten und das witzig fanden, mir quasi das Shirt zur Tat überzuziehen? Ich hatte das spontane Bedürfnis, mich zu übergeben.

„Ey Alter, das kannst du dir die Tage auf YouTube angucken, was wir mit dir gemacht haben. Hat echt Spaß gemacht. Und dir hatʼs doch auch gefallen, oder? Jetzt tu bloß nicht so ...“

Johnny hatte das wohl breiteste Grinsen östlich des Mississippi aufgelegt. Es wurde aber noch breiter, als mein Gesicht wiederum in sich zusammenfiel. Diese Schweine! Das war wohl gestern der schlimmste Tag meines Lebens! Schlimmer konnte es echt nicht mehr werden.

„Nein, nein, reg dich ab, Alter. War nur ein Gag, wir haben nichts mit dir veranstaltet. Ehrlich. Wir sind doch alle hydrosexuell.“

Hydrowas? Egal. Johnny grinste hämisch. Ich stellte mir dabei vor, wie die drei Ottos in Johnnys Minibude hockten, sich tierisch betranken und dabei beknackte Witze über mich machten, wie ich da völlig weggetreten neben ihnen lag und vor mich hin sabberte. Wahrscheinlich haben dir mir auch heimlich Frauenkleider angezogen (woher auch immer sie die hätten haben sollen) und „lustige“ Fotos von mir gemacht. Ich schwor mir, nie wieder ins Koma zu fallen. Jedenfalls heute nicht mehr.

„Und warum habe ich jetzt nur ne Shorts und das geschmackvolle T-Shirt an, wenn ihr Arschgeigen angeblich nichts mit mir angestellt habt? Häh?“

Ich schaute meinen Saufkumpanen der letzten Nacht herausfordernd an, aber der blieb völlig cool.

„Du musst dich wohl selbst ausgezogen haben, Alter, wir warenʼs jedenfalls nicht. Vielleicht, weil es so heiß hier drin ist? Hast dir dann wohl einfach ein rumliegendes Hemd geschnappt und übergestreift. Steht dir aber gut ... Junge, Junge, die Fenster sind ja auch total beschlagen. Was steht denn da drüben?“

Ja, stimmt, das konnte sein. Das Gleiche war mir schon einmal vor ein paar Jahren im Urlaub passiert. Da war ich auch nach einer durchzechten Nacht ins Koma gefallen und nur in Boxershorts wieder aufgewacht (frierend auf dem Balkon). Da wollte mich auch niemand ausgezogen haben. Angeblich zumindest. Muss wohl ein letzter Reflex von mir kurz vorm Wegtreten sein, dass ich mich noch einmal schnell meiner Klamotten entledige. Egal, wichtig war nur, dass mein Hintern noch Jungfrau war. Und offensichtlich war er es, denn das Sitzen fiel mir doch ziemlich leicht. Puh, Schwein gehabt! Aber wie leicht hätte das ins Auge gehen können? Oder woanders hin.

Dank des Schocks am „frühen“ Morgen wurde ich allmählich wieder klar. Trotzdem fühlte ich mich hundeelend. Wie konnte das nur alles passieren? Warum hatte Isi nicht mit mir über ihre Probleme gesprochen? Warum demütigte sie mich auf die erdenklich schlimmste Art und Weise? Warum hatte ich nichts von ihren Zweifeln bemerkt? Warum war sie bloß so ein hinterlistiges Miststück?

Johnny machte uns ein richtiges Säuferfrühstück, schön mit allem, was fettig ist: Speck, Würstchen, Rührei und Pommes. Ich hatte vorher noch nie Pommes zum Frühstück, war mal was Neues. Schön fett in Mayonnaise getunkt. Lecker!

Nachdem wir zwei entspannt gegessen hatten, stellte mir Johnny die unausweichliche Frage: „Ein Bier?“

So pervers das klang, ich willigte sofort und ohne zu zögern ein. Mir ging es echt beschissen, da war kein Platz für überflüssige nüchterne Gedanken. So weit war ich noch lange nicht. Johnny öffnete die Pullen mit seinem Feuerzeug, hielt mir seine Flasche zum Anstoßen hin und sagte kryptisch: „Ja.“

„Ja! Das hätte ich auch gestern gerne gehört! Das sollte wohl aber nicht sein ...“

„Nein, Alter, das meine ich nicht. Das ist die Antwort auf deine Frage.“

Johnny schaute mich mit einem Blick an, der mir sagen sollte, wie doof und begriffsstutzig ich eigentlich war. Ich schnallte aber tatsächlich nicht, was der Hirni von mir wollte.

„Auf welche Frage denn bitte?“

„Mensch, die Frage, ob du hier wohnen kannst, bis sich deine Situation entspannt hat. Ja, du kannst. Ist doch selbstverständlich, Alter!“

Der langmähnige Metaltrottel lächelte wohlwollend und stieß mit mir an. Das war echt nett von ihm. Aber wollte ich das überhaupt? Wollte ich wirklich in diesem Trümmerfeld zwischen leeren Flaschen und zertretenen Kippen hausen? Wollte ich meine Tage mit Heavy Metal und Fritten beginnen? Und den Rest des Tages im Vollrausch erleben?

Ich war mir gänzlich unschlüssig. Aber welche Wahlmöglichkeiten hatte ich denn groß? Wohin konnte ich denn gehen? Zu meiner behämmerten Alten, die mich am Tage unserer Hochzeit hatte sitzen lassen? Zu meinen nervenden Eltern, die mich nur ekelig bemitleiden würden? Zu meinen ignoranten Kumpeln, die mir nur von ihren tollen Partnerinnen vorschwärmen würden? Zu meinem unsichtbaren besten Freund, den ich seit Wochen weder gesehen noch gesprochen hatte?

Ich war noch deprimierter als zuvor. Mangels Alternativen beschloss ich, erst einmal hier, an diesem Ort der Verwüstung, zu bleiben. Schlimmer konnte es mir anderswo auch nicht ergehen. Aber hier ließ man mich wenigstens in Ruhe.

„Ich bleibe gerne hier. Tausend Dank. Wie kann ich das bloß jemals wiedergutmachen?“

„Keine Ahnung, wird sich schon irgendwann ergeben. Aber bis dahin trinken wir erst mal ein bisschen. Prost, Alter!“

Und schon hatte mein neuer Mitbewohner wieder die Flasche am Hals. Ein Anblick, an den man sich wohl gewöhnen musste. Ebenso wie das nervtötende „Alter“ in jedem seiner Sätze, aber all das störte mich in diesem Augenblick nicht, ich hatte nun wirklich andere Probleme. Der fremde Ort hier war perfekt, um auf andere Gedanken zu kommen. So schnell wollte ich auch keinen der mir bekannten Menschen sehen, geschweige denn über das gestern Geschehene sprechen, das hatte Zeit. Alleine sein wollte ich aber auch nicht, von daher passte das hier schon.

Zunächst einmal musste ich das für mich selbst verdauen und mir über meine Gefühle klarwerden. Wie sollte ich nun mit dieser blöden Situation umgehen? Wie sollte mein Leben nun weitergehen? Wie bekam ich Isi zurück? Wollte ich sie überhaupt zurück, nach alldem, was sie mir angetan hatte? Wie konnte es nach dieser Aktion überhaupt mit uns als Paar weitergehen?

Nein, nein, ich brauchte noch etwas Zeit, das war klar. Und Johnny erschien mir als der richtige Typ, mir dabei zu helfen, wieder zu mir selbst zu finden.

Aber wollte ich wirklich wissen, wer ich war?

Kapitel 2

Die Tage nach dem völligen Zusammenbruch meines Daseins verbrachten Johnny und ich damit, uns volle Lotte zu betrinken. Das war toll. Wenn Isis Aktion an sich auch völlige Scheiße war, so war das Timing jedoch erste Sahne. Da ich mich ja nun eigentlich gerade auf meiner romantischen Hochzeitsreise auf den Malediven befinden sollte, hatte ich nun satte drei Wochen Zeit, um mir Gedanken zu meinem weiteren Leben oder dem, was davon noch übrig war, zu machen, bevor der Alltag wieder losging. Und mich nebenbei ganz hammermäßig zu besaufen. Für Jonny hingegen waren das einfach ganz normale Tage. Wie immer halt. Warum er so viel Zeit zum Trinken hatte, wusste ich nicht, war mir auch völlig schnuppe.

Was machte Isi wohl im Moment? War sie nun alleine auf den Malediven? Oder gar zusammen mit einem anderen Mann, von dem ich noch nichts wusste? Der Gedanke daran ließ mich vor Eifersucht innerlich glühen. Zur Abkühlung machte ich erst mal das nächste Bier auf. Bier ist ja ohnehin die anerkannte Universalmethode des Mannes, einem Problem, egal welcher Couleur, zu Leibe zu rücken. Warum sollte das also nicht auch bei meinen Problemen helfen? Und es half. Zumindest für ein paar wenige Stunden des friedlichen Inohnmachtfallens. Hach, herrlich war das!

Das funktionierte aber leider nicht die ganze Zeit. Zwischendurch packten mich immer wieder die Gedanken an das Mädchen, das eigentlich längst meine Ehefrau hätte sein sollen. Ich wusste gar nicht, wonach ich mich mehr sehnte: Sie in meinen Armen zu halten und zu küssen oder sie in meinen Armen zu halten und zu erwürgen.

Ich wünschte mir, dass Isabell alleine zu Hause saß und heulte, bis die Tränendrüsen leer waren. In meiner Fantasie stellte ich mir vor, wie sie in den ewigen Feuern des Höllenfürsten unmenschliche Qualen erlitt, bis alle Flammen der Unterwelt erloschen waren. Hoffentlich ging es ihr elendig schlecht, mir ging es ja auch hundsmiserabel. War ja ohnehin alles nur ihre Schuld!

In meinem Dauerzustand aus totaler Depression und permanenten drei Promille tat ich etwas, das ich vorher noch nie getan hatte. Ich betete.

„Lieber Gott, ich bin’s, Linus, du weißt doch noch, der kleine blonde Junge, der sonntags während der heiligen Messe immer mit dem Fußball gegen die Kirchentür gebolzt hat. Von außen versteht sich. Erinnerst du dich? Wir haben uns zwar länger nicht gesprochen, ich hätte da aber trotzdem eine große Bitte an dich: Bitte lass Isabell Müller bei einem Bombenattentat ums Leben kommen! Bitte! Ich flehe dich an! Ach ja: Amen!“

Das war natürlich etwas krass und eigentlich auch gar nicht meine Absicht, es spiegelte in diesem Moment aber meine in Trümmern liegende Gefühlswelt wider. Ich wollte auch sie in Trümmern liegen sehen. Das war nur fair.

Leider verbesserte sich meine Gemütslage auch in den Tagen danach nicht. Man hörte auch nichts von irgendwelchen Bombenattentaten in den Nachrichten, schade eigentlich. Ich fühlte mich so gedemütigt wie noch nie zuvor in meinem Leben. Jetzt wusste ich, wie Mindy Kovacevic sich damals in der dritten Klasse gefühlt haben musste, als ich ihr in der Pause vor allen Leuten den Rock runtergezogen und laut über den Schulhof gebrüllt hatte: „Nein, Malte, du hast unrecht: Mindy ist doch kein Junge!“ Das war natürlich ganz furchtbar gemein, aber wir waren doch schließlich Kinder, oder? Jetzt stellte sich die Situation völlig anders dar, wir waren erwachsen. Und außerdem ging es auch um mich. Isi hatte sich einfach wie ein Arschloch aufgeführt. Wie konnte sie mir das bloß antun? Ich war doch immer für sie da!

Johnny und ich hatten die letzten Tage damit verbracht, sämtliche Bierbestände der Umgebung aufzubrauchen. Die Kassiererin im örtlichen Supermarkt nannte uns schon süffisant „die Vernichter“. Das gefiel uns, also kauften wir noch mehr, ohne auch nur ansatzweise eine Chance zu haben, den ganzen Mist in einem überschaubaren Zeitraum auch trinken zu können. Wie einfältig doch der Mensch auf Komplimente reagiert. Es war auf jeden Fall das Schönste, was uns bis dato jemand gesagt hatte. „Die Vernichter“. Toll!

Schon nach kurzer Zeit stapelten sich gefühlte Milliarden leerer Bierflaschen in Johnnys Miniapartment. Die NASA hat ja die Flüge ins Weltall aufgrund Geldmangels vorerst eingestellt. Mit den Einnahmen aus meines Kumpels Wohnung hätte die erste Hälfte der Menschheit den Mars locker besiedeln und vom Restgeld noch nen Kasten Sinalco kaufen können. Ungelogen. Na ja, wir hätten jedenfalls stolzer nicht sein können. Wir Idioten.

Johnny war während meiner Besinnungsphase eine große Hilfe für mich: Er trug die Kästen Bier in die Wohnung, er bestellte das Essen (es war mir ein Rätsel, wie Johnny sich das leisten konnte), und vor allem: Er war da. Seine Bude war zwar echt kacke, dreckig, miefig, unfassbar klein, aber zu diesem Zeitpunkt war es der schönste Platz des Universums. Für nichts auf der Welt hätte ich ihn eintauschen wollen. Wahrscheinlich hätte man mir dafür aber auch nichts gegeben.

Nach Tagen der Handyabstinenz hatte ich mein Telefon mal wieder eingeschaltet. Na toll, mein bester Freund Conny hatte immer noch nicht auf meine zehn Ansagen auf seiner Mailbox reagiert. Wo steckte der Penner bloß? Meine Eltern hatten inzwischen bereits gefühlte tausend Nachrichten auf meiner Mailbox hinterlassen. Leider konnte man nicht so gut verstehen, was sie sagten, denn meine Mutter quiekte wie ein aufgescheuchtes Hühnchen und war so aufgeregt, dass sie keinen zusammenhängenden Satz rausbrachte. Aber mir war sowieso nicht nach Rückruf, von daher war’s auch wurscht. Dafür hatten sie sicherlich Verständnis. Und wenn nicht, war’s auch egal.

Malte und Speedy hatten mir auch was draufgequatscht, allerdings nur einmal irgendeinen Pseudomitleidstext. Damit war die Sache wohl anscheinend für sie erledigt, diese Ignoranten. Aber wehe, die haben mal Frauenprobleme! Andererseits: Was hätten sie auch Kluges sagen können? Die Situation war halt so beschissen, wie sie nun mal war, ändern konnte man daran durch aufmunternde Sprüche eh nichts.

Der Einzige außer meinen Eltern, der mehrere Nachrichten hinterlassen hatte, war natürlich mein Arbeitskollege Norbert, die alte Jungfrau. Der war auch beim Standesamt dabei. Stand ganz schüchtern hinten in der letzten Reihe und heulte wie ein Schlosshund, weil alles so „furchtbar romantisch“ war. Jedenfalls bis zu Isis großem Auftritt. Norbert eilte der Ruf voraus, dass er schwul sei, er selbst stritt das allerdings immer vehement ab. Aber das glaubte ihm sowieso keiner, so sensibel und weich wie er war.

Die Theorie, die im Büro bereits seit Jahren die Runde machte, war die, dass er, weil er sich seine eigene Homosexualität nicht eingestehen würde, noch nie Geschlechtsverkehr hatte. Konnte natürlich niemand beweisen, aber Nobby war nun wirklich nicht der Typ für Sex, egal, ob mit Männern oder Frauen. Der war so verkrampft, dass er kaum gehen konnte, weil immerzu seine Oberschenkel gegeneinander rieben. Nein, ein Typ wie Norbert hatte einfach keinen Sex, das war mal klar. Insgesamt war mein Arbeitskollege zwar etwas seltsam, aber dennoch schwer in Ordnung. Und das totale Gegenteil von mir. Vielleicht mochte ich ihn deshalb.

Norbert war so etwas wie meine Workingbitch. Während der Arbeitszeit hingen wir zwei wie Kletten aneinander, außerhalb des Büros aber hatten wir nur wenig bis gar nichts miteinander zu tun. Das lag einerseits daran, dass ich natürlich die meiste Zeit mit Isi verbracht hatte, ansonsten aber noch meinen alten Freundeskreis aus Schulzeiten am Start hatte, so dass mein Bedarf an neuen Kumpels recht überschaubar blieb, und andererseits daran, dass Nobby zwar eigentlich ganz cool war, aber nur so lange, wie niemand Bekanntes in der Nähe war. Denn er konnte doch schon ziemlich peinlich sein.

Nachdem ich bereits seine Nummer auf dem Handy gewählt hatte, entschloss ich mich aber doch dazu, nicht mit Norbert zu sprechen. Aus irgendeinem Grund hatte ich plötzlich keinen Bock mehr auf dessen verständnisvolle Art und diesen ganzen Empathiemist. Ich war von dem ganzen Thema total genervt und wollte erst einmal nichts mehr damit zu tun haben. Weil ich mir sicher war, dass Nobby sofort zurückrufen würde, wenn er meine Nummer im Display sah, schaltete ich mein Handy sofort wieder aus. Von Mitleid und dem ganzen Schwuchtelgeschwafel hatte ich erst einmal die Schnauze voll! Ich brauchte Bier!

Isi hatte sich natürlich nicht auf meinem Handy gemeldet, die blöde Kuh. Sie bereute ihren Schritt wohl nicht und war wahrscheinlich froh darüber, dass ich in diesem Moment genug mit mir selbst zu tun hatte und mich deshalb nicht bei ihr meldete. Das kam wohl noch früh genug.

Eines Abends, nach einem leckeren Bier-Pommes-Dinner, wurde Johnny plötzlich quengelig.

„Ey Alter, lass uns mal wieder ausgehen. Mir geht die scheiß Hütte hier langsam tierisch auf den Hoden. Auf den Hoden!“

Johnny kraulte sich ernst dreinblickend den Kinnbart. Ob er sich darüber im Klaren war, dass die Hütte, die er gerade beschimpfte, seine eigene war?

„Aber nicht irgendwohin, wo Frauen sind. So weit bin ich noch nicht.“

Quengeln konnte ich auch. Das klang zwar irgendwie ein bisschen schwul, aber mir war wirklich nicht nach Frauen. Mit denen hatte ich erst mal abgeschlossen.

„Aber nicht irgendwohin, wo Frauen sind. Maja, Maja, wo bist du?“

Der alte Metalfritze äffte mich mit der Stimme von Biene Majas Kumpel Willi nach. Mann, war das ein Arschloch! Johnny, nicht Willi. Mein Freund hatte zwar recht, aber ich sah mich wirklich noch nicht dazu imstande, irgendwelche Wesen zu sehen, die das gleiche Geschlecht wie Isi hatten. Ich wollte Isi nicht sehen, ich wollte Frauen nicht sehen. Basta! Das war mein letztes Wort!

Dreißig Minuten später waren wir in irgendeiner beschissenen Karaokebar in der Altstadt, gleich bei Johnny um die Ecke, wo es vor Frauen nur so wimmelte. Die waren zwar alle noch nicht volljährig, aber trotzdem weiblich, das reichte schon, um mich zu nerven. Johnny, die dumme Sau, der zur Feier des Tages ein T-Shirt mit der dezenten Aufschrift I fuck on the first date trug, meinte, es sei richtig, Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Nach dem Motto, wer Angst vor Höhe hat, sollte auf einen Wolkenkratzer gehen. Johnny bläute mir ein, nur ja keine „Phonie vor Frauen“ zu entwickeln, das sei nicht gut. Ich war zwar bereits bestens dabei, versuchte aber trotzdem alles, nur ja keine „Frauenphonie“ zu bekommen. Man tut halt, was man kann. Auch, wenn es nicht sonderlich viel war.

Isi hatte früher auch immer versucht, mich in so ne beknackte Karaokebar zu schleppen, aber ich konnte das Gott sei Dank immer verhindern. Ich hasste solchen Läden. Am Anfang des Abends traut sich erst keiner auf die Bühne, und es ist megalangweilig, und später grölen dann die ganzen besoffenen Teenies krumm und schief irgendwelche Kacksongs. Wirklich super! Mag Leute geben, die das mögen, ich gehöre da nicht zu.

Dieser Abend verlief aber ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Während die ganzen dreizehnjährigen Mädchen mit ihren verpickelten Liebhabern in spe damit beschäftigt waren, sich ihre Hemmungen wegzusaufen, stand Johnny bereits auf der kleinen Bühne am Rande des Schuppens und grölte wild mit seiner Restmähne wedelnd „Highway to Hell“ von AC/DC. Und danach „Sweet Home Alabama“, gefolgt von „Welcome to the Jungle“. Es war einfach großartig! Johnny sang perfekt und bewegte sich, als sei er der Leadsänger der verschiedenen Kapellen längst und zu recht vergessener Tage. Es war noch früh, aber im Laden ging schon richtig die Luzie ab, weil Johnny alle Anwesenden volles Kanonenrohr mitgerissen hatte. So etwas hatte ich vorher noch nicht erlebt.

Die ganzen kleinen Mädels waren von Johnnys Performance völlig hin und weg und tanzten wild vor der Bühne, während ich im Hintergrund sitzen geblieben war. Ich wollte halt einfach meine Ruhe. Oder so etwas. Weil aber die mitgebrachten Pickeljungs der Ischen sich nicht lumpen lassen wollten, gingen diese ebenfalls voll ab. Mein Kumpel schien derweil völlig in die Rockwelt abgetaucht zu sein, denn er benahm sich wie Axl Rose zu besten Guns N’ Roses-Zeiten. Wahrscheinlich hatten sie aber einfach nur den gleichen Alkoholpegel.

Nach einer Dreiviertelstunde echten Rock ʼn’ Rolls mit Althippie Johnny sank dieser völlig ausgelaugt auf den Stuhl neben mir.

„Ey Alter, was hängst du denn so blöde hier rum? Willste nicht auch mal so richtig abrocken? So richtig abrocken?“

Auch wenn Johnnys Nummer hier gerade wahrhaftig nicht schlecht war und er mich zudem gleich zweimal gefragt hatte, so hatte ich trotzdem nicht das geringste Bedürfnis, mich vor den Teenies zum Affen zu machen. Reichte mir an sich schon, dass mich meine Freundin und deren Familie für nen Idioten hielten.

„Nein, danke, Johnny, das ist nun wirklich nicht meine Welt. Außerdem kannst du das doch viel besser als ich.“

Johnnys Gesichtszüge wanderten bedenklich nach unten.

„Ey Alter, wo lebst du eigentlich? Nur in deiner schnöden geordneten Spießerwelt? Ich bin fast jede Woche hier. Einmal in der Woche muss ich mal so richtig ausklinken, um mich wohlzufühlen. Brauchst du das nicht auch manchmal? Dem Alltag entfliehen und alles hinter sich lassen? Mal so richtig die Kuh rauslassen?“

Dem Alltag entfliehen? Welchen Alltag meinte er denn bitte schön? Den ganzen Tag in der verwichsten Bruchbude rumhängen, dabei saufen und Pornos gucken? Nannte er das Alltag? Und diesem extrem anstrengenden Alltag entfloh er dann dadurch, dass er sich in einer grottenschlechten Karaokebar betrank und vor kleinen Mädchen den alternden Rockstar gab? Scheiße, irgendetwas machte ich falsch in meinem Leben!

Die Philosophie dahinter verstand ich natürlich schon, ich beschloss trotzdem, dem lustigen Rockstar keine Antwort auf seine Frage zu geben. Das würde nur zu unnötigen Komplikationen führen.

„So, und jetzt gehen wir schnell woanders hin. Hier sind ja nur Kinder. Nicht, dass sie uns hier noch für Philatelisten halten.“

Der nächste Laden in der Kyffhäuserstraße war ganz angenehm. Nur langmähnige Zotteltrottel, preisgünstige Getränke und ausschließlich potthässliche Frauen. Ein Hoch auf Metalkneipen! Hier war zwar die Musik scheiße, aber ich fühlte mich wohl, denn keine dieser abgerockten Miezen, die hier abhingen, erinnerte mich auch nur ansatzweise an meine Freundin. Oder überhaupt an weibliche Wesen.

Gegen Isis Aussehen anzukommen war aber auch nicht leicht, denn Isi war das hübscheste Mädel, das ich je gesehen hatte: Ihr Hintern war perfekt, und mit ihren festen Brüsten konnte sie einen Liliputaner erschlagen. Fuck, ich hätte mir den rechten Arm ausgerissen, nur, um mit ihr zusammenzusein. Oder mit ihren Brüsten einen Liliputaner zu erschlagen. Oder mit meinem abgerissenen Arm. So eine geile Alte fand ich doch nie wieder! Sie konnte mir mit ihrer zickigen Art zwar manchmal ganz schön auf die Nerven fallen, aber für diesen Körper nahm ich das billigend in Kauf. Aber ich war nicht oberflächlich ...

Mit Johnny machte das Weggehen beziehungsweise Sitzen und Trinken richtig Spaß. Er hatte etwas zu erzählen, auch wenn es nicht immer nach Hemingway klang und manchmal auch etwas wirr war, er hörte aber auch zu, wenn man selbst sprach. Das war mir im Moment sehr wichtig, weil es mir half, meine Gedanken zu ordnen. Bei meinen Kumpels, aber auch teilweise bei Isi, hatte ich immer das Gefühl, dass jeder nur darauf wartete, dass der andere endlich mit Schwadronieren aufhörte, damit man seine eigene tolle Story an den Mann bringen konnte.

Manchmal erzählte er aber auch nur irgendwelchen Unsinn.

„Ey Alter, wusstest du, dass israelische Soldaten nach dem Wehrdienst einen Abschlusssold von 2.600 Euro kassieren?“

„Nee, wusste ich nicht, ist aber irre spannend ...“

Der Alkohol schien bei Johnny bereits zu wirken. Was erzählte der jetzt bitte für einen uninteressanten Schwachsinn? Das war aber egal, immer noch besser, als an das eigene verkommene Dasein zu denken.

„Ja, und mit diesem Geld fliegen sie dann nach Indien, um dort im Drogenrausch alles zu verpulvern. Ist das nicht geil? Das will ich auch mal machen! Auch mal machen!“

Als wenn der Penner nicht auch in good ol’ Germany ein solches Leben führen würde, wenn auch ohne Geld. Ist aber immer schön, wenn Menschen noch Ziele und Träume haben.

„Du weißt aber schon, dass man, wenn man einen Abschlusssold erhalten möchte, auch vorher etwas dafür geleistet haben muss, oder?“

Endlich konnte ich wieder der Klugscheißer sein, der ich war. Das Lächeln verschwand dabei abrupt aus Johnnys Gesicht. So weit hatte er wohl nicht gedacht. Wenn der an Rausch dachte, setzten alle Gehirnaktivitäten schlagartig aus. Ich konnte mir ihn aber auch beim besten Willen nicht als Soldaten mit kurzen Haaren und einem Gewehr im Anschlag durch die israelische Wüste robbend vorstellen. Schon ein paarmal hatte ich ihn morgens nach einer durchzechten Nacht durch eine Lache leerer Bierflaschen mit einer leeren Flasche Fusel im Anschlag durch seine Wohnung robben sehen, aber die Nummer mit dem Wehrdienst in Israel war wohl doch etwas zu hart für ihn.

Selbst in einem ganz normalen Job hätte ich ihn mir gar nicht vorstellen können. Dafür war er einfach zu unkonventionell in allem, was er tat. Aber ihm ging es ja ...

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