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Insalata Mista

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Widmung
  5. EINFÜHRUNG
  6. JANUAR
  7. FEBRUAR
  8. MÄRZ
  9. APRIL
  10. MAI
  11. JUNI
  12. JULI
  13. AUGUST
  14. SEPTEMBER
  15. OKTOBER
  16. NOVEMBER
  17. DEZEMBER
  18. DANKSAGUNGEN
  19. Über die Autorin

Claudia de Lillo

INSALATA
MISTA

Aus dem Leben einer italienischen
Working Mum

Aus dem Italienischen von
Katharina Förs

EINFÜHRUNG

Elasti ist von Beruf Finanzjournalistin.

Und hat zwei Hobbits männlichen Geschlechts.

Der ältere ist vier Jahre alt, liebt die Frauen, Schokolade und den Herrn der Ringe. Wenn er groß ist, will er Jedi-Ritter werden.

Der jüngere liebt Entchen und Schuhe. Er hat Kulleraugen wie die Figuren in Manga-Comics. In seinen knapp zwei Lebensjahren hat er nur ein einziges Mal »Ja« gesagt – und es sofort bereut.

Elasti hat einen Teilzeit-Ehemann, der aus Bari stammt, Kommunist ist und den Großteil seiner Zeit in London verbringt, wo er arbeitet.

Wahrscheinlich führt er ein Doppelleben und hat dort eine weitere – englische – Frau und weitere – englische – Kinder.

Außerdem ist oft noch Valentina Diolabenedica – Nomen est omen: Gott segne sie! – bei ihnen, die Babysitterin der Hobbits und der wichtigste Mensch in Elastis Leben.

Elasti wohnt mit ihrer Familie in Felicity Place. Das liegt mitten in Mailand, doch die Bewohner dieses bizarren, von Magnolienbäumen gesäumten Viertels sehen sich als Bewohner eines amerikanischen Bilderbuch-Vororts und ziehen ihre Kinder mit eisgekühlter Coca-Cola, gefülltem Truthahn und Mikrowellen-Popcorn groß.

Elasti steht mit beiden Beinen im Leben. Ihre Frisur erinnert an eine Artischocke, und ihre Schuldgefühle sind inzwischen chronisch.

Ihre Tage sind kompliziert, ihre Nächte anstrengend.

Sie trägt keine todschicken Klamotten, weil sie sich darin unwohl fühlt, sie schminkt sich nicht, weil ihr dazu die Zeit fehlt, sie verwendet keine Feuchtigkeitscreme, weil sie sie immer vergisst.

Wenn sie versehentlich mal die Augen schließt, fällt sie sofort in Tiefschlaf.

Sie ist eine Elasti-Mama, im Guten wie im Schlechten.

JANUAR

Montag, 1. Januar

Neues Jahr, grüner Brei

Elasti-Mama, Mister Wonder und die Hobbits machen Ferien in Bari, im Hause von Towanda und Mister Brown, den Großeltern.

Der kleine Hobbit hat das neue Jahr mit Erbrechen begrüßt und einen grünen Brei von sich gegeben, der sich über den Küchenfußboden der Großeltern und Elasti-Mamas Festtagskleid ergossen hat. Hoffentlich ist das ein gutes Vorzeichen.

Mittwoch, 3. Januar

Alarmstufe Rot: Pass gesucht

Der Urlaub in Bari ist zu Ende. Die Heimreise steht bevor.

Dem genialen Plan gemäß soll Elasti-Mama im Morgengrauen aufbrechen, und zwar allein. Mister Wonder und die Hobbits werden erst abends zu Hause eintreffen.

Elasti-Mama ist es schwindelig. Seit fast vier Jahren ist sie nicht ohne Anhang gereist und nun entdeckt sie die berauschende Magie des Alleinseins neu. Bei ihrer Ankunft in Felicity Place gleicht die Wohnung einer Müllkippe.

Signorina Esmeralda, die das weihnachtliche Chaos hätte beseitigen sollen, damit es wieder einigermaßen anständig aussieht, leidet an gebrochenem Herzen, weil ihr Verlobter nach Ecuador zurückgekehrt ist. Folglich sind ihr die Elasti-Familie und der Elasti-Dreck egal. Und wer könnte ihr das verübeln?

Elasti-Mama stellt die dreißig Kilo Familiengepäck ab. Sie müsste mindestens vier Maschinen Wäsche waschen, einkaufen, für die Hobbits etwas zu essen vorbereiten und dann unverzüglich in die Redaktion eilen.

Aber sie ist allein zu Haus, was so gut wie nie vorkommt.

Sie klettert über den Multiaktivitätswürfel, tritt auf einen Teppich aus Geschenkpapier und stolpert über die wasserfesten Farbstifte. Als sie sich ins Bad durchgekämpft hat, lässt sie dampfend heißes Wasser und Badeschaum in die Wanne einlaufen. Dazu ohrenbetäubend laute Musik. Sie schließt die Augen, und nun ist auch ihr alles egal, genau wie Esmeralda.

Driiing, driiing, driiing.

Mister Wonder ist am Apparat, er ruft aus Bari an. Nachdem er die Hobbits nach Hause gebracht hat, muss er morgen unverzüglich nach Amerika aufbrechen, zu einer Tagung der Superhelden.

»Elasti, ich habe im Polizeipräsidium in Mailand angerufen, mein Pass ist noch nicht da. Man hatte mir zugesichert, dass er spätestens heute kommen würde. Ich brauche den Pass unbedingt. Wenn ich nicht hinfahre, gibt es eine Katastrophe.«

»Du machst wohl Witze? Ich kann hier nicht weg. Bei uns sieht’s aus wie auf dem Schlachtfeld. Ich bin noch nicht einen Moment zum Verschnaufen gekommen. Ich räume, putze, wasche und bügle. Außerdem muss ich einkaufen, kochen und dann zur Arbeit«, lügt sie, bis zum Hals im Schaumbad.

»Bitte, du bist meine einzige Rettung«, fleht er sie an.

Bei den Tagungen der Superhelden wird entschieden, mit welchen Strategien gegen Monster vorzugehen ist, wie man eine Invasion der UltraCorps verhindert und die Aliens besiegt.

Elasti-Mama kann sich solch hochwichtigen Verpflichtungen nicht entziehen. Sie ist nun eine Frau mit einer Mission.

Also geht sie zum Kommissariat von Felicity Place. Das Ohrfeigengesicht von Polizistin, das im Passbüro sitzt, behandelt sie wie den letzten Dreck.

Nach drei Minuten hat sich Elasti-Mamas Tonfall zum Gebrüll gesteigert. Einzig die sonst drohende Verhaftung hält sie davon ab, die Polizistin samt ihrer ganzen Sippe mit allen nur erdenklichen Schimpfnamen zu belegen – wenngleich die Versuchung groß ist.

Das Ohrfeigengesicht schickt sie schließlich in Richtung Innenstadt zum Hauptpassamt.

Elasti macht sich eilig auf den Weg. Ein paar Tausend Leute stehen dort bereits Schlange. Sie redet sich die Nervosität von der Seele, indem sie den Umstehenden ihre dramatische Geschichte erzählt. Um Eindruck zu schinden, leuchtet sie sämtliche Gefahren aus, die die Menschheit im Falle eines Scheiterns ihrer Mission bedrohen. Es gelingt ihr, die anderen so weit zu bringen, dass sie ihr den Vortritt lassen.

Die Verkettung unglücksseliger Umstände reißt nicht ab. Das Büro ist mittlerweile schon so gut wie geschlossen und Elasti einem Nervenzusammenbruch nahe.

Da taucht plötzlich ein Polizist auf, direkt vor ihrer Nase. Jetzt oder nie.

»Ich brauche Sie«, flüstert sie mit schmachtend flehender Stimme und sieht ihn dabei an wie ein verliebtes Huhn. Ihr Blick sagt: Nimm mich, hier und jetzt. Manchmal funktioniert diese Masche bei Männern.

Und so auch diesmal. Der Polizist versichert ihr, er werde dafür sorgen, dass sie am nächsten Tag in aller Herrgottsfrühe den neuen Pass bekommt.

Voll des Triumphs ruft Elasti-Mama Mister Wonder an. Sie fühlt sich unschlagbar.

Nach einer Beinahe-Verhaftung hat sie sich dem erstbesten Beamten an den Hals geworfen. Aber alles nur für einen guten Zweck.

»Pronto, Mister Wonder? Ich bin’s …«

»Ja …? Ach, hallo Schatz, alles schon erledigt! Ich habe das von hier aus regeln können, telefonisch. War überhaupt kein Problem. Aber trotzdem danke.«

Freitag, 5. Januar

Beunruhigende Klarstellungen

Beim Abendessen klettert der kleine Hobbit an Elasti-Mama hoch und leckt ihr, als er sein Ziel erreicht hat, genüsslich die Wange.

»Bravo! Sie ist nämlich nicht unsere Sklavin, sondern unsere Mama. Deshalb müssen wir sie lieb haben«, sagt der große Hobbit, den Mund voller Gnocchi.

Samstag, 6. Januar

Elasti-Mama, das Dreikönigsfest und die Angst vor der Leere

Am Wochenende ist Elasti-Mama mit den Hobbits allein. Mister Wonder weilt in Chicago. Berufliche Verpflichtungen, sagt er.

Als echte Mailänderin – neurotisch und hyperaktiv – befällt Elasti-Mama die Angst vor der Leere, wenn sie mit den Zwergen allein ist. Schon der Gedanke, mit zwei gelangweilten Hobbits daheim zu sitzen und ein Feuerwerk an Ideen produzieren zu müssen, um sie gleichzeitig zu unterhalten und ihre Intelligenz zu fördern, versetzt sie in Panik.

Darum ist der Besuch eines Festes geplant, das dieses Jahr am Dreikönigstag in Felicity Place stattfindet.

Im Grunde ist die Veranstaltung ziemlich daneben. Das hätte Elasti-Mama sich zwar denken können, aber die Angst vor der Leere war stärker als der gesunde Menschenverstand.

Zur Belustigung des Vorstadtnachwuchses treten Pirillo und Terenzio auf, ein Clown und ein Zauberkünstler, die weder zaubern noch die Kinder zum Lachen bringen können.

Zwischen den Zwergen am Boden der Mehrzweckhalle kauernd verbringt Elasti-Mama zwei endlos lange Stunden mit den beiden traurigen Gestalten.

Der große Hobbit, der einen Papierhut trägt, bläst katatonisch in seine Pfeife, der kleine Kobold hingegen leckt während der gesamten Vorstellung Elastis Wange.

Ansonsten vergnügt sich die drei- bis zehnjährige Jugend von Felicity Place damit, unentwegt Handyfotos zu schießen.

Das Spektakel endet damit, dass im Anschluss an die Späße von Pirillo und Terenzio ein paar Väter auf den Plan treten. Statt des eigentlich für die Kinder als Überraschung geplanten Tauziehens, einer Aktion für ganze Kerle, sinken diese Kleiderschränke von Männern so tief, Limbo zu tanzen.

Ehe sich zwischen den Sitzreihen eine wilde Polonaise von Müttern in Bewegung setzt, schnappt sich Elasti-Mama die Hobbits und flüchtet.

Sonntag, 7. Januar

Ein schrecklicher Schmerz hinter den Augen

Das Wochenende ist vorbei. Morgen ist ein neuer Tag.

Elasti-Mama wird arbeiten gehen, die Hobbits kehren in ihre jeweiligen Kinderbetreuungsstätten zurück, und die Babysitterin Valentina Diolabenedica wird wieder bei ihnen sein. Mister Wonder ist noch unterwegs, aber dafür wird er teuer bezahlen, und zwar für alles. Garantiert.

Elasti-Mama bringt die beiden kleinen Monster zu Bett und entspannt sich. Sie streckt sich aus, schließt die Augen und stellt sich vor, sie sei Single. Eine Singlefrau, frei von Sorgen. Nein, noch besser: Eine Singlefrau, die in einem quälenden Dilemma steckt: Eine Hot-Stone-Massage oder besser ein Totes-Meer-Salz-Peeling mit Algenzusatz? Ein keuscher Abend, an dem sie abwechselnd George Clooney in die Augen und auf den Comer See blickt, oder besser ein heißes Viertelstündchen in einem stecken gebliebenen Aufzug mit Antonio Banderas? Lieber Sushi oder Gulasch? Lieber »Marie-Claire« oder »Vanity Fair«?

Während sie sich über solch grundlegende Fragen den Kopf zerbricht, hört sie eine leise Stimme aus dem Kinderzimmer:

»Mama, Mama …« Es ist der große Kobold.

»Was ist? Du sollst schlafen. Ich will nichts mehr hören. Ich bin müde«, antwortet Elasti kurz angebunden. Maria Montessori wäre stolz auf sie und ihr Einfühlungsvermögen.

»Mir tut es hinter den Augen so schrecklich weh«, sagt er mit leidender Stimme.

»Stimmt doch gar nicht. Schlaf endlich.«

»Wenn du mir nicht gleich eine Medizin für hinter die Augen gibst, potze ich«, droht er.

Elasti-Mama hat sich inzwischen 48 Stunden lang mit Liebe, Hingabe und Geduld um die Hobbits gekümmert. Jetzt reicht es ihr. Sie will nichts mehr hören.

»Dann kotz doch, mein Liebling. Wenn du fertig bist, rufst du mich, dann gebe ich dir einen frischen Schlafanzug und neue Bettwäsche«, gibt sie eiskalt zurück.

»Mama, mir läuft die Nase. Putzt du sie mir?«, fragt er bittend. Der große Hobbit, der schon genauso zwangsneurotisch ist wie seine Mutter, schläft mit fünf Päckchen Taschentüchern unterm Kissen. Selbst Maria (Montessori) hätte verlangt, dass er im stolzen Alter von drei Jahren mit seiner Triefnase allein klarkommt.

»Ich will von dir und deiner Rotznase kein Wort mehr hören. Lass dir die Nase von Lino dem Bären oder von Femmina putzen.« (Ja, er hat die einzige Puppe, die er besitzt und mit ins Bett nimmt, »Femmina« – »Weib« – genannt.)

»Mama, der Schlafanzug ist mir zu warm, kann ich nackt schlafen?«

»Nein.«

»Mama … Mammmaaaa …«

»Schrei doch nicht so, du weckst den Kleinen auf.«

»Mama. Ich will, dass du bei mir bist. Mir geht’s nicht gut.«

So. Ausgetrickst.

Er kann eine akute Bauchfellentzündung vortäuschen und sie schafft es, nicht mit der Wimper zu zucken. Er kann fünf Minuten die Luft anhalten und ihr gelingt es, darauf zu pfeifen. Er kann einen hysterischen Anfall inszenieren und sie bringt es fertig, ihn zu ignorieren.

Aber wenn er sagt »Mir geht’s nicht gut«, ist sie machtlos.

»Na, dann komm mal her, mein Schatz, wir kuscheln ein bisschen. Und wenn du willst, darfst du bei mir im großen Bett schlafen, dann wird alles wieder gut«, sagt Elasti-die-Glucke. Und schon wird sie wieder zur Sklavin der Hobbits – wie immer.

Dienstag, 9. Januar

Das ganz normale Chaos eines Nachmittags

Kollegin C telefoniert mit ihrem Zukünftigen und probiert gleichzeitig bronzefarbene Schuhe mit acht Zentimeter Absatz an, die sie an ihrem Hochzeitstag tragen wird.

Kollege A sucht im Internet nach Wohnungstausch-Angeboten. Er träumt davon, sein Dreißig-Quadratmeter-Apartment in Sesto San Giovanni gegen ein Dreihundert-Quadratmeter-Loft in Manhattan zu tauschen.

Kollegin M streichelt ihren Bauch und beklagt sich, weil »er so spannt und schon fast platzt«. Das darin befindliche Kind wird Ernesto heißen, nach Che Guevara.

Kollegin R bestellt auf www.victoriassecret.com Dessous, die einem Pornostar alle Ehre machen würden.

Kollegin F liest das Horoskop von Branko und behauptet, allein des unfehlbaren Astrologen Branko wegen lohne sich der Kauf des »Messaggero«.

Kollege D hat erklärt, er gehe schnell einen Kaffee trinken, und ward seit gut anderthalb Stunden nicht mehr gesehen.

Kollegin S und Kollege N zerreißen sich das Maul über den abwesenden D. Kollegin B verfolgt die Vorabendserie Cento Vetrine.

Kollegin L findet es unerträglich, dass sich die Journalisten, wenn keine Autoritätsperson zugegen ist, einen lauen Lenz machen, und macht ihrem Ärger grummelnd vor ausgeschaltetem Bildschirm Luft.

Es ist vier Uhr nachmittags, die Chefs sind bei einer Sitzung, und in Elasti-Mamas Redaktion herrscht Anarchie.

Mittwoch, 10. Januar

Zeichen der Zeit

23.00 Uhr. Elasti-Mama und Mister Wonder begeben sich zur Ruhe und finden im Bett, in folgender Reihenfolge:

  • einen Froschmann-Comic,
  • den Zwerg »Chef« von den sieben Zwergen in Lebensgröße,
  • eine Giraffe aus Kaugummi,
  • ein zerrupftes Stoffhuhn,
  • einen Spielzeugbohrer, der die gleichen Geräusche von sich gibt wie ein echter,
  • einen Plüschmaulwurf mit Kacke am Kopf (gottlob ebenfalls aus Plüsch), und
  • eine Schicht Waffelkrümel mit Haselnussgeschmack.

Und dann wundert man sich noch, warum man keinen Sex mehr hat, seit die Kinder auf der Welt sind.

Donnerstag, 11. Januar

Wer bitte ist Paola?

Mister Wonder muss für seine lange Abwesenheit büßen.

Er badet die Hobbits, er deckt den Tisch, räumt ab und spült das Geschirr, er wechselt dem kleinen Hobbit die verschissenen Windeln, er steht nachts auf, wenn die Zwerge rufen. Zumindest bis zu seiner nächsten, unmittelbar bevorstehenden Abreise.

An diesem Morgen ruft Elasti-Mama ihn vom Büro aus an. Er ist zu Hause. Und arbeitet, wie er sagt. Nach einem kurzen, belanglosen Gespräch verabschieden sie sich.

»Also schön, du holst also die Hobbits ab. Bis später«, sagt Elasti-Mama am Ende. »Ist gut. Ciao, Paola«, sagt er.

»Ciao, Mister Wonder«, entgegnet sie. Klick.

Irgendetwas ist seltsam, aber sie kommt nicht darauf.

Was hat er am Ende gesagt? Ciao wer? Er hat gesagt: »Ciao, Paola.«

Ciao, Paola??? Ich heiße aber nicht Paola!

Er ist zehn Tage zu einer Tagung der Superhelden in Chicago, kommt zurück und sagt zu mir: »›Ciao, Paola«?!

Mir geht’s auf einmal gar nicht gut.

Ich rufe noch mal an.

»Ja bitte?«

»Ich bin’s noch mal, Elasti. Wer ist Paola?«

»Paola? Woher soll ich das wissen?«

»Vorhin. Du hast zu mir gesagt: ›Ciao, Paola‹. Du kannst Elasti zu mir sagen, oder Liebste, Schatz, mein Augenstern, Frau meines Lebens, Traumfrau, mein Ein und Alles … aber nicht Paola. Wer zum Teufel ist diese verdammte Paola?«

»Aber nicht doch … ich habe gesagt ›Ciao, Pa’‹, weil mir gerade einfiel, dass ich meinen Vater anrufen muss.«

»Du hast also gesagt ›Ciao, Pa’‹, und nicht ›Ciao, Paola‹? Bist du sicher?«

»Aber ja, Elasti, Liebste, mein Schatz, mein Augenstern und so weiter.«

»Aha, dann ist es ja gut, ich habe mich also verhört.«

»Genau, du hast dich verhört. Ciao.«

»Ciao …«

Klick.

Ich lege auf. Ich atme tief durch. Und rufe noch mal an.

»Pronto.«

»Entschuldige. Ich bin’s noch mal. Nur noch eins.«

»Was denn?«

»Also. Ich bin völlig entspannt und guter Dinge, aber eines solltest du wissen: Wenn rein zufällig eine Paola oder eine Giovanna, eine Teresa oder eine Rosina, einfach irgend so ein dahergelaufenes Miststück auch nur am Horizont deines Lebens auftauchen sollte … Also, wenn das passieren würde, wäre mein Zorn furchtbar und grenzenlos. Dann würde ich dir nach Kräften das Leben zur Hölle machen, und wenn mir das gelungen wäre, dann würde ich dich und diese Schlampe von Paola oder wie auch immer sie heißt gnadenlos ins Jenseits befördern. Das war alles. Ach, was ich noch sagen wollte: Ich liebe dich auch.«

Klick.

Freitag, 12. Januar

Der rebellische PIZZA-UND-KINO-Abend

Nach Mister Wonders Rückkehr von seiner Tagung der amerikanischen Superhelden fühlen er und Elasti-Mama sich richtig beschwingt und zu allen Schandtaten bereit. Daher haben sie beschlossen, einen Abend lang die behagliche Wärme des heimischen Herds zu verlassen, um sich ins pulsierende Nachtleben der Metropole zu stürzen.

Sie wollen sich einen PIZZA-UND-KINO-Abend gönnen.

Elasti-Mama entscheidet sich für ein gewagtes Kleid, in dem man ihr nicht ansieht, dass sie schon zwei Kinder hat. Sie riskiert es sogar, sich die Lippen zu schminken. Mister Wonder in seiner schnörkellosen Art besitzt, wie Dylan Dog aus dem gleichnamigen Comic, nur ein einziges Outfit, was er folglich auch anzieht. Aber immerhin rasiert und duscht er sich.

So findet Valentina Diolabenedica die beiden vor: Sie ganz Femme fatale, er wie immer, aber gepflegt.

Um bei minimalem Zeitaufwand ein Maximum an Vergnügen herauszuschlagen, beschließt das Ehepaar, sich in das Multisala-Multex-Star-Kino mit angeschlossenem Einkaufszentrum zu wagen, das man unweit von Felicity Place aus dem Boden gestampft hat.

Der Parkplatz dort hat gigantische Ausmaße und der riesige Glasbau erinnert an eine Kathedrale. Ein Kitsch-Paradies.

Signorina Ornella an der Kasse sagt an Mister Wonder gewandt, die Augen fest auf den Computerbildschirm geheftet, kryptische Dinge wie: »I21 und 22? L14 und 15? M32 und 33?«

Er blickt sie verwirrt an. »Nun sieh dir bloß diese Tussi an, die will gar nicht, dass ich sie verstehe«, sagt er nervös. Ornella rasselt weiter Buchstaben und Nummern herunter, um schließlich, vom dumpfen Schweigen der beiden perplexen Gestalten entnervt, auf gut Glück Karten für zwei Plätze auszustellen, wahrscheinlich die schlechtesten im ganzen Saal.

Das Ehepaar ist glücklich, die raumschiffartige Atmosphäre gibt ihnen ein Gefühl von Freiheit.

Ehe der Film beginnt, fährt Elasti-Mama, weil sie ihrer Aufregung nicht anders Herr wird, viermal in dem durchsichtigen Aufzug auf und ab, der das Herz des gläsernen Ungetüms bildet. Mister Wonder dagegen ist fasziniert von den vierzig Restaurants im ersten Stock: Da gibt es das Buffalo Bistrot, in dem automatikgesteuerte wütende Stiere die Tische zieren, außerdem das Safari Fusion, wo ein traurig aussehender Mensch Kebab heruntersäbelt, daneben das Napul’è mit pizzaförmigen Tischen und schließlich auch noch eine riesengroße Marilyn Monroe, die wie aus Manche mögen’s heiß entsprungen neben einer ebenso großen Bierflasche posiert.

Der Film ist wunderschön. Elasti-Mama verliert dann und wann den roten Faden im Gewirr der Handlungsstränge und verlangt Erklärungen. Mister Wonder zieht seine Schuhe aus – weil das die Engländer im Kino auch machen, sagt er.

Als sie herauskommen, sind sie müde, aber glücklich.

Hier essen? Das braucht man Mister Wonder, der ein ziemlicher Snob ist, gar nicht erst vorzuschlagen. Für Elasti-Mama waren die letzten zwei Stunden voll pulsendem Leben einfach zu viel. Jetzt hat sie Schüttelfrost und Herzrasen.

Mit leerem Magen kehren sie nach Hause zurück.

»Schon wieder da?«, fragt Valentina Diolabenedica und denkt insgeheim, was für arme Schweine Mister Wonder und Elasti-Mama doch im Grunde sind.

Samstag, 13. Januar

Hüte dich vor Herodes

7 Uhr morgens.

»Edddau-uuu eddau-uuu edddau-uuu.« Ein ohrenbetäubendes, quälendes Gejammer. Es kommt aus dem Kinderzimmer. Es ist der große Hobbit. Um seinen Willen durchzusetzen, bedient er sich einer Vielzahl von Techniken, die er meisterhaft beherrscht. Dies ist eine davon. Ein schwaches Echo kommt von dem kleinen Hobbit, seinem jungen Lehrling.

»Hör mal, wie sie sich unterhalten«, flüstert Mister Wonder gerührt.

»Mir gehen sie nur auf den Geist«, brummt Elasti-Mama.

Das ist erst der Anfang, denn einen guten Tag erkennt man schon am Morgen.

Sie frühstücken wie die Familie aus der Rama-Werbung. Mister Wonder spielt fröhlich mit den Zwergen. Elasti-Mama kommt sich vor wie das fünfte Rad am Wagen. Schlecht gelaunt und gereizt spült sie das Geschirr ab, nimmt die trockene Wäsche von der Leine, startet eine weitere Maschine, zieht die Hobbits an, packt die Badetasche und fühlt sich jetzt schon als Märtyrerin, als der ausgebeutete Engel des heimischen Herdes.

Samstagmorgen geht man ins Schwimmbad. Draußen regnet es in Strömen, und es schüttelt sie schon beim bloßen Gedanken vor Kälte.

Heute aber ist Mister Wonder an der Reihe. Er wird es sein, der zwischen den planschenden Zwergen in die verpinkelte Lache steigen muss.

Sie stehen schon abmarschbereit an der Tür, als der große Hobbit sich querstellt, obwohl er die verpinkelte Lache eigentlich wirklich mag. Der kleine Zwerg klappt ohne ersichtlichen Grund zusammen und schläft ein.

»Wenn du nicht willst, mein Schatz, gehen wir nicht, du brauchst es bloß zu sagen.«

»Nein, ich komme schon mit, ich muss vorher nur noch diese Kühe zusammenbauen. Sind doch schön, die Kühe, oder?«

»Wunderschön. Aber jetzt gehen wir, sonst kommen wir zu spät.«

»Was meinst du, wer gewinnt, der Froschmann oder der Bauer Ranger?«

»Meiner Meinung nach schnupft der Froschmann die Power Ranger quer. Nun mach schon. Zieh die Jacke und die Mütze an.«

»Ich finde diese Mütze total doof«, motzt der Hobbit und schmeißt die Kappe auf den Boden.

Elasti-Mama versucht ruhig weiterzuatmen.

Der kleine Hobbit wacht plötzlich wieder auf und fängt an zu heulen. Er hat Aa gemacht.

»Kobold, heb sofort die Mütze auf«, zischt Elasti wutentbrannt. »Um das Aa kümmere ich mich, sorg du dafür, dass dieser geprobte Aufstand im Keim erstickt wird«, sagt sie zu Mister Wonder, der sie nur verständnislos ansieht.

Während sie sich energisch um den kleinen Hobbit und sein Aa kümmert, fragt sie sich, wie ein Zwerg von nur neun Monaten solche Berge von Scheiße produzieren kann.

Als sie ihre Siebensachen wieder beieinanderhaben und die vollzählig versammelte Familie abmarschbereit ist, hat der Schwimmunterricht schon seit zehn Minuten begonnen. Plan B tritt in Kraft. Ein absolut selbstmörderischer Plan. Allesamt trotz Regen in den Supermarkt.

Im Einkaufswagen die beiden Hobbits. Zusätzlich zu den Einkäufen. Man kommt sich vor wie zur Stoßzeit in der U-Bahn von Tokio. Zu allem Überfluss holen sie auch noch ein Geschenk für die Hobbits ab, das Oma K vergangene Woche bestellt hat.

»Besonders sperrig ist es nicht, aber wenn ihr es abholen könntet, würdet ihr mir damit trotzdem einen Riesengefallen tun«, hatte die Oma in aller Unschuld gesagt.

Es handelt sich um einen ungeheuer schweren Würfel von anderthalb Metern Seitenlänge. Darin befindet sich eine Kinderküche, ein Modell für Mädchen und Jungen, denn Oma K hat fortschrittliche Ansichten und ist äußerst aufgeschlossen. Nach der Größe der Schachtel und den Abbildungen zu schließen, enthält die Küche wohl alles Nötige, um Kaninchen mit Polenta für zwanzig Personen zuzubereiten.

Elasti-Mama verliert die Nerven, als die lebensgroße Bulthaup seltsamerweise nicht ins Auto passt und alle Familienmitglieder schließlich vollkommen durchnässt sind. Irgendwie kommen sie am Ende doch nach Hause.

»Schatz, was willst du essen? Ravioli oder Omelett?«

»Oliven.«

Dienstag, 16. Januar

Toiletten-Fantastereien

Der große Hobbit macht ausnahmslos jeden Abend Punkt 20.20 Uhr Aa.

Das Ereignis an sich wäre nicht der Rede wert, wenn er bei dieser Gelegenheit nicht stets seine Sicht der Welt offenbaren und erzählen würde, was er erlebt hat (ob Fakt oder Fiktion spielt dabei keine Rolle). Dieses Begleitprogramm zur Erledigung seines Bedürfnisses macht die halbe Stunde von 20.20 Uhr bis 20.50 Uhr zu einem absoluten Pflichttermin, den man keinesfalls versäumen darf. Jeden Abend vollzieht sich die Zeremonie auf die genau gleiche Weise, ein nervtötendes Ritual, wie Kinder es lieben. Er sitzt beseelt von seiner Mission auf dem Thron und lässt die Beine baumeln. Elasti-Mama hockt resigniert vor ihm, an seine Hobbitbeinchen geschmiegt.

»Mach es dir doch bequem, Mama, streck die Beine aus, sonst tun dir nachher die Knie weh.«

Elasti-Mama hasst es, wie ein altes Mütterchen behandelt zu werden. »Ich habe es sehr bequem, jetzt mach Aa und kümmere dich nicht um meine Knie.«

»Mmm, lecker, die Sachentorte!«

»Was weißt du denn von Sachertorte?«

»Die kenn ich gut, die habe ich immer gegessen, als ich in Bologna gewohnt habe …«

Das ist reine Fantasie. Er weiß nicht einmal, wo Bologna liegt.

»Und wann, bitte schön, hast du in Bologna gewohnt?«

»Vor ganz langer Zeit, beim Opa T. Wir haben immer Sachentorte gegessen und ganz viel Schokolade. Beim Schokoladeessen hatten wir total viel Spaß zusammen, ich und der Opa, in Bologna.«

»Entschuldige, aber wo bin denn ich, deine Mama, gewesen, als du und der Opa euch mit Schokolade und Sachertorte vollgestopft habt?«

»Du?« Der Hobbit wirft ihr aus einer übelriechenden Wolke von seinem Thron herab einen überlegenen Blick zu. »Was hast du denn damit zu tun? Du warst da doch noch so ein kleines Böhnchen im Bauch von deiner Mama«, fährt er unerbittlich fort.

»Dann hast du dir also mit dem Opa in Bologna den Bauch mit Schokolade vollgeschlagen, während ich ein kleines Böhnchen im Bauch von Oma K war.«

»Genau«, sagt er, als spräche er mit einer Schwachsinnigen.

»Wir kannten uns also damals nicht?«

»Nein, wir sind uns erst später begegnet, in Mailand, und wir haben uns sofort gemocht, auf den ersten Blick.«

»Aha … hast du jetzt Aa gemacht?«

»Häppiböasdeitujuuuu! Häppiböasdeitujuuuu«, … singt er hingebungsvoll mit geschlossenen Augen zur Melodie von Zum Geburtstag viel Glück.

»Es heißt ›Happy birthday to you‹, das ist ›Zum Geburtstag viel Glück‹ auf Englisch.«

»Das kannst du doch gar nicht wissen. Dieses Lied hat mir der Opa in Bologna beigebracht, als du noch ein kleines Böhnchen warst.«

Donnerstag, 18. Januar

Einmal Odaliske, immer Odaliske

Elasti-Mama besitzt weder die weichen, runden Formen der Odalisken noch ihre Anmut, geschweige denn ihre Sinnlichkeit. Und doch ist sie im Herzen eine Odaliske.

Dieses Wissen gab ihr die Kraft, sich mit einer Zähigkeit, die höherer Ziele würdig wäre, über ihre Schuldgefühle, die Erpressungsversuche der Hobbits und vor allem über den gesunden Menschenverstand hinwegzusetzen und sich – wie bereits in den vergangenen zwei Jahren – zum Bauchtanzkurs anzumelden.

Zwei Jahre lang gelang es ihr, ihren Mangel an Begabung hinter ihrem dicken Bauch zu verstecken. Gut zwei Kurse lang wirbelte sie schwanger und unbekümmert zwischen ihren erstaunten Mitschülerinnen herum. Die Lehrerin betrachtete ihre Bemühungen mit Nachsicht, die anderen Odalisken amüsierten sich über sie, manch eine war besorgt, das Kind könnte unversehens während des Tanzens zur Welt kommen, doch im Großen und Ganzen war sie auf Wohlwollen gestoßen.

Dieses Jahr hat sie keine derartige Entschuldigung mehr. Sie schrieb sich für den Kurs bei Aisha ein, einer betörenden Odaliske, die vor Jahren den Bauchtanz in Italien eingeführt hat. Eine Frau, die sich mit Leib und Seele der Aufgabe verschrieben hat, weitere Odalisken heranzubilden, die wiederum zu Botschafterinnen und Interpretinnen dieser uralten Kunst werden sollen. Aisha ist der weibliche Guru des orientalischen Tanzes schlechthin.

Elasti-Mama erscheint zum Unterricht. Für Fortgeschrittene.

An der Aufmachung der anderen Kursteilnehmerinnen erkennt sie, dass hier Ernst gemacht wird. Elasti-Mama trägt einen Trainingsanzug und hat sich einen schwarzen Fetzen um die Hüften geschlungen, mit ein paar schäbigen Münzen dran, die gelegentlich klimpern. Die anderen präsentieren sich triumphierend mit Schleiern, Spitzen, Hals- und Fußkettchen und Armreifen. Direkt dem Harem des Sultans entsprungen. Geschminkt, tätowiert und bezaubernd.

Elasti-Mama und ihr Fetzen lassen sich aber dadurch nicht einschüchtern.

Der Unterricht beginnt. Das Aufwärmen läuft wie geschmiert. Man dehnt sich, man schüttelt sich aus, die Elasti-Odaliske wird langsam ungeduldig.

Die Trommeln legen los, und dann ist alles nur noch ein einziges Füßestampfen, Hüftenschwenken, Münzgeklingel und Stoffgeraschel. Elasti-Mama fühlt sich eins mit den anderen. Die Kutte macht noch keinen Mönch. Sie ist zwar weniger herausgeputzt als die übrigen, aber auch sie ist Teil dieses ausschließlich weiblichen Stammesrituals. Sie findet sich immer mehr in ihre Rolle, schließt die Augen und lässt ihre innere Odaliske tanzen, frei und glücklich. Dann öffnet sie die Augen wieder. Während sie selbst wie eine verrückt gewordene Sprungfeder auf und ab hüpft, konzentrieren sich die anderen ganz auf ihre Mitte. Sie stehen regungslos da und lassen nur den Bauchnabel akrobatisch kreisen: Ihre Bäuche bewegen sich abwärts, rollen sich ein und wieder aus, halten Zwiesprache. Dann sagt Aishas Bauchnabel den anderen, dass jetzt eine andere Übung dran ist, und nun bewegt sich zur fortdauernden Trommelmusik das Becken, aber immer noch fast unmerklich. Alle sind ganz bei der Sache und lächeln vor sich hin.

Elasti-Mama versucht ebenfalls zu lächeln, bringt jedoch bei dem Versuch, Bauchnabel und Becken zu kontrollieren, nur eine verzerrte Grimasse zustande. Aisha sieht sie an wie eine Bausünde zwischen den Palmen einer Oase. Und während alle Übrigen mit weichen, fließenden Bewegungen Hüften, Becken und Schultern kreisen lassen, deutet Aisha mit dem Finger auf sie.

»Du da, in dem Trainingsanzug, komm mal her. Ihr anderen macht einfach weiter.«

Elasti-Mama huscht zur Lehrerin hinüber.

»Schau mal, weich und entspannt, folg einfach der Musik, nicht so steif …«, flüstert Aisha ihr ins Ohr. »Du bist jetzt ein Kamel, mach es mir nach, weich, sei ein Kamel …«

Die dämlichen Haremsziegen wiegen sich weiter in den Hüften und bedenken sie mit herablassenden Blicken. Sie beherrschen den Kamelgang perfekt, während Elasti-Mama ihre Beine nicht mehr spürt, geschweige denn noch etwas anderes.

Aischa sieht sie so untröstlich an, dass sie verspricht, zu Hause ganz viel zu üben, schließlich hat sie ja sonst nichts zu tun.

Am Ende der Unterrichtsstunde ist Elasti-Mamas Selbstbewusstsein auf einem historischen Tiefststand.

Samstag, 20. Januar

Schuld ist nur Pollyanna

Eigentlich sollte Elasti-Mama jetzt mit den Hobbits und Mister Wonder in einer Berghütte auf 2000 Meter Höhe die Hochzeit ihrer guten Freundin Cecilia feiern.

Da Elasti-Mamas Leben weder mondän noch besonders aufregend ist, freut sie sich seit Monaten darauf. Alles war organisiert, vom todschicken Kleidchen über die Fünf-Liter-Thermosflasche mit Biogemüsepampe, mit der ihr Kleiner eine ganze Woche in den Bergen hätte überleben können. Sogar eine Rede auf die Braut hatte sie vorbereitet und sich darauf eingestellt, sich zu betrinken und barfuß auf den Tischen zu tanzen. Aber Pustekuchen.

In der vergangenen Nacht um 3.30 Uhr ist der kleine Hobbit heulend erwacht. Mit 40 Grad Fieber. Er schmiegt sich so eng an Elasti-Mama wie eine Decke, gibt in den folgenden vier Stunden ein leises Stöhnen von sich und strahlt eine Höllenhitze ab.

Eine halbe Stunde später werden unheilvolle Töne laut.

Mister Wonder geht dem mit gebührendem Ernst nach.

»Ich habe gepotzt«, sagt der große Hobbit.

»Wo hast du hingekotzt?«, fragt der Übervater.

»Im Flur, ist einfach so passiert, dass ich im Flur potzen musste. Aber jetzt geht’s mir wieder gut. Wir fahren doch morgen früh zum Heiraten in die Berge?«

Es ist vier Uhr morgens, der Flur ist unpassierbar und das Bett überfüllt.

»Wir werden heute wohl nicht fahren können«, folgert der weise Mister Wonder im Morgengrauen.

»Nein, wohl ganz bestimmt nicht«, antwortet Elasti-die-Vernünftige, die vor Wut und Enttäuschung am liebsten die Gemüsepampe an die Wand knallen würde.

Leider hat Elasti-Mama mit elf Jahren die Geschichte von Pollyanna gelesen, und die hat sie geprägt.

Pollyanna ist ein Waisenmädchen, ganz allein auf der Welt und vom Unglück verfolgt. Trotzdem lächelt sie immer, weil irgendein Sadist ihr ein fantastisches Spiel beigebracht hat. Bei diesem Spiel gibt es nur eine Regel: Wenn dir etwas Schlimmes widerfährt, freu dich, denn es hätte noch viel schlimmer kommen können.

Ein Beispiel: Pollyanna wird von einem Auto angefahren und ist von da an gelähmt. Statt ihr trauriges Schicksal in Grund und Boden zu verfluchen, ist sie froh, weil sie obendrein auch blind, stumm oder taub werden oder die Hände hätte verlieren können …

Elasti-Mama sitzt seit ihrem elften Lebensjahr in der Falle, gefangen in Pollyannas idiotischem Spiel.

Und daher schaffte sie es an diesem vermaledeiten Samstag nicht einmal, ihrer Enttäuschung Luft zu machen und ihre Familie, die Hobbits, das Fieber, die Potze und die Grausamkeit des Schicksals zu verfluchen.

Sonntag, 21. Januar

Elasti, schrei nicht! Oder: Vom Regen in die Traufe

Ein neuer Tag. Sonntagmorgen.

»Ich fühle mich elend. Mir ist übel, ich habe Schüttelfrost und mir platzt fast der Kopf.« Mister Wonder ist krank.

Bis zum Abend wird er leblos unter dem Federbett liegen.

Der kleine Kobold hat immer noch hohes Fieber. Er wird den ganzen Tag lang an Elasti-Mama kleben und dabei abwechselnd leise jammern und verzweifelt weinen.

Der große Kobold ist gesund, aber stinksauer. Sein Vater ist zu nichts zu gebrauchen und sein Bruder nimmt sich zu viele Vertraulichkeiten mit seiner Mutter heraus.

Um 17.00 Uhr würde die erschöpfte Elasti-Mama sich am liebsten in Luft auflösen.

Um 17.05 Uhr verwandelt sich der große Hobbit in Mister Hyde. Er ist von der erzwungenen Klausur so genervt, dass sich seine Mordlust in einem Fausthieb entlädt, der Elasti-Mama trifft. Die daraufhin aufsteht und geht.

Mister Hyde beginnt reuevoll zu schluchzen und läuft ihr hinterher.

Ein gewalttätiger Sohn hat in Elasti-Mamas sonst so ereignislosem Familienleben gerade noch gefehlt.

Um 18.00 Uhr trifft Oma K als Verstärkung ein.

Elasti-Mama ist völlig am Ende.

Um 18.30 Uhr versucht der große Kobold den kleinen zu ermorden, indem er Mister Wonders nagelneues Notebook nach ihm wirft.

Elasti-Mama verliert die Beherrschung. Und brüllt.

»Schrei die Kinder nicht an! Du weißt, dass ich das nicht mag«, sagt Oma K.

Ich soll nicht schreien!? Ich wäre jetzt eigentlich bei einer Hochzeitsfeier, würde in einem todschicken Kleid in einer Berghütte in 2000 Meter Höhe beschwipst auf den Tischen tanzen. Und stattdessen hocke ich hier. Im Schlafzimmer liegt Supermans Leiche. Mein kleiner Sohn hat 40 Grad Fieber und in den vergangenen elf Stunden nur geschwitzt und gewimmert. Mein großer Sohn reagierte erst an mir und dann an seinem kleinen Bruder seine niederen Instinkte ab, wie es sonst nur verklemmte, gewalttätige Männer tun. Ich versuche, mich von diesem idiotischen Pollyanna-Syndrom zu befreien und meiner Wut Luft zu machen. Denn wenn ich es nicht tue, lande ich vielleicht noch in der Klapsmühle …

Und du? Du, die du nur mich gehabt hast, ein einziges Kind, noch dazu ein Mädchen, verglichen mit der die heilige Märtyrerin Maria Goretti eine gefährliche Rebellin wäre, du sagst zu mir: ›Schrei nicht‹?

Das denkt Elasti-Mama, während sie sagt: »Entschuldige, Mama, ich bin ein bisschen müde.«

Donnerstag, 25. Januar

Willst du mein Verlobter sein? Jetzt nicht, ich muss servieren

Als Elasti-Mama erfuhr, dass sie einen Jungen bekommen würde, war sie zunächst ein wenig enttäuscht. Dann entschied sie, das sei eine günstige Gelegenheit, der Welt das Geschenk eines anständigen Mannes zu machen.

Sie glaubte, ihm Respekt vor dem Nächsten und vor allem vor der Nächsten beibringen zu können. Sie wollte ihn lehren, ein Kavalier ohne Furcht und Tadel, ein zärtlicher, aufmerksamer Liebhaber und ein exzellenter Koch zu sein. Großzügig und sanft sollte er einmal werden.

Elasti-Mama war wie elektrisiert von dieser Herausforderung. Sie beschloss zu versuchen, einen Traummann großzuziehen.

Und dann kam der große Kobold.

»Mama, Giada hat mich gefragt.«

»Was?«

»Ob ich ihr Verlobter sein will.«

»Aha. Und was hast du darauf gesagt?«

»Ich habe gesagt: Darauf kann ich dir jetzt keine Antwort geben, du siehst doch, dass ich gerade serviere.«

In der Vorschule ist jedes Kind während des Mittagessens mal mit Kellnern dran. Diese Aufgabe steht in hohem Ansehen und ist mit enormer Verantwortung verbunden.

Ehrlich gesagt, hätte mein Wunsch-Kavalier eine Dame wichtiger genommen als das Servieren, aber Geduld.

»Und was hast du ihr gesagt, als du mit dem Servieren fertig warst?«

»Ich habe mich versteckt.«

Feigling. So feige kann auch nur ein Mann sein.

»Warum?«

»Weil ich schon fünf Verlobte habe, und mit Giada wären es eins, zwei, drei, vier, fünf … sechs!«

So, so, polygam auch noch. Der perfekte Mann, den ich im Sinn hatte, war der Tendenz nach monogam und treu.

»Und das konntest du ihr nicht sagen?«

»Nein … Ich wollte erst noch mal darüber nachdenken. Giada ist hübsch und blond. Aber sie ist schon fünf.«

Wie bitte? Hübsch und blond? Sind wir hier vielleicht in einer Kömodie der Gebrüder Vanzina? Und was bedeutet ›sie ist schon fünf‹? Dass sie den Zenit schon überschritten hat? Außerdem ist es niederträchtig, jemanden zappeln zu lassen.

»Na, lass sie aber nicht zu lange warten, das ist nicht nett.«

»Mama … weißt du, wie wir Giada nennen?«

»Wie denn?«

»Tante Duck.« Und der große Hobbit schüttet sich auch noch aus vor Lachen.

Liebe Giada,

ich bin die Mama des kleinen Idioten, der heute mit Servieren dran war. Ich möchte mich für ihn entschuldigen. Er ist ein Rindvieh, wie es übrigens bei Kindern männlichen Geschlechts recht häufig vorkommt. Du sollst wissen, dass ich versuche, aus ihm einen anständigen Mann zu machen, aber langsam glaube ich, dass ich mich mit dieser Mission übernommen habe.

Giada, ich möchte dir sagen, dass du ihn, obwohl ich Gewalt eigentlich ablehne, ruhig verprügeln darfst, wenn du möchtest.

Elasti-Exkurs 1
Es ging mir besser, als du noch da drin warst

Als man Elasti-Mama vor genau vier Jahren den gerade geborenen großen Kobold offiziell vorstellte, hatte er kohlschwarze Augen und den fragenden, bohrenden Blick derer, die es genau wissen wollen. Elasti-Mama war entsetzt und wusste nur eines genau: »Ich schaffe das nicht.« Außerdem hatte sie an diesen neugeborenen Kobold auch einige Fragen:

  1. Was gibt es zu glotzen?
  2. Was willst du von mir?
  3. Wo ist die Gebrauchsanweisung? (Wieso gibt es für dich keine, wenn ich sogar für meine Küchenmaschine eine habe?)
  4. Warum bist du nicht da drin geblieben? Es ging uns doch so gut?

Und dann fing Elasti-Mama an zu weinen. Sie weinte, wenn sie aß, sie weinte, wenn sie den Hobbit wickelte, sie weinte, wenn sie schlafen ging, sie weinte, wenn er weinte. Sie weinte in einem fort. Und kam sich vor wie eine Idiotin. »Ist das normal?«, fragte sie sich ununterbrochen.

Eines Tages, nach einer geraumen Weile, begriff sie, dass es normal war.

Weil die Geburt eines Kindes eine der heroischsten Leistungen ist, die jemand vollbringen kann. Weil die Geburt eines Kindes ein Sprung ins kalte Wasser ist, ins Ungewisse einer anderen Dimension.

Weil die Geburt eines Kindes dich und deine Sicht der Welt verändert.

Weil die Geburt eines Kindes ein ziemlicher Wahnsinn ist, ein Akt der Liebe und des Egoismus, ein Allmachtsrausch, eine Wahnvorstellung von Unsterblichkeit.

Weil die Geburt eines Kindes eine Geste des Vertrauens in das Leben und die menschliche Gattung ist.

Doch wenn dieses Kind zur Welt kommt, winzig klein, ahnungslos und brüllend, bist du nicht die Heldin, die du dir in deinen Träumen ausgemalt hast, du bist nicht Lara Croft aus Tomb Raider, schön, unbesiegbar und bereit, die Welt zu erobern. Wenn der Wahnsinn begonnen hat, wenn aus Spaß Ernst wird, wenn du vor dieser Titanenaufgabe stehst, bist du erschöpft, du hast einen schlaffen Bauch, eine schmerzende Naht, Riesenbrüste, aus denen unaufhörlich Milch tropft, Hormone, die verrückt spielen und einen Ehemann/Lebensgefährten /Verlobten, dessen Gesicht zu einem schwachsinnigen Lächeln erstarrt ist.

Also ist es nicht nur normal zu weinen, sondern eine vergleichsweise harmlose Reaktion. Manchmal kann der Gedanke hilfreich sein, dass du eine Frau bist und dass ein Mann an deiner Stelle das alles nie im Leben schaffen würde.

FEBRUAR

Donnerstag, 1. Februar

Wenn ihr redet, seid ihr tot

London, 8 Uhr morgens.

Dreihundert Leute biwakieren im Amphitheater. Sie sind aus China, Bangladesh, Indien, Pakistan, Osteuropa und den Vereinigten Staaten und zwischen siebzehn und achtzehn Jahre alt. Sie warten – und während sie warten, veranstalten sie einen ohrenbetäubenden Lärm.

Einige telefonieren, andere streiten, manche beten, wieder andere lesen, singen oder plaudern, ganz hinten wird auch geflirtet.

Und dann kommt er herein, von niemandem beachtet. Äußerst lebhafter Blick hinter runden Brillengläsern. Eine wirre Mähne, als habe er die Kontrolle über sein Haupthaar verloren. Alter undefinierbar, irgendwo zwischen 25 und 40.

Er legt ein paar Unterlagen auf dem Pult ab und betrachtet schweigend einen nach dem anderen. Fünf Minuten lang.

Als die sechste Minute anbricht, tritt er mit voller Wucht gegen das Pult.

Päng.

Verwirrte, fragende Blicke gehen hin und her. Er wartet stumm und fixiert sie weiter mit seinem Blick, einen nach dem anderen. Stille breitet sich aus.

Mit dem Akzent eines Taxifahrers aus dem Londoner East End flüstert er: »Willkommen zur Vorlesung Mikroökonomie 1. Ich bin euer Dozent. Als Erstes möchte ich euch mit den Regeln in dieser Vorlesung vertraut machen. Es sind nicht viele und sie sind leicht zu verstehen, aber ich rate euch, sie zu beherzigen.

  1. Wenn ihr redet, seid ihr tot.
  2. Wenn euer Handy klingelt, seid ihr tot.
  3. Wenn ihr in irgendeiner Weise den Unterricht stört, seid ihr tot.

Und nun können wir anfangen, sofern ihr nichts dagegen einzuwenden habt. Gebt mir eine Woche, um eure Namen zu lernen. Wenn ich euch mit Fragen quäle, nehmt es nicht persönlich. Gegen keinen von euch habe ich etwas. Ich bin einfach nur sadistisch veranlagt.«

In den ersten beiden Vorlesungen gibt es vier oder fünf Opfer, das ist ganz natürlich. Anschließend ergeben sich sogar die Widerspenstigsten, und von der dritten Vorlesung an wagt im Amphitheater nicht einmal mehr eine Fliege zu brummen.

Seine Theorie lautet: »Wenn sie dir aus der Hand fressen sollen, überzeug sie davon, dass du ein geistesgestörter Irrer bist, ja vielleicht sogar gemeingefährlich. Gelingt dir das, dann fürchten sie dich, lernen dich aber auch zu lieben.«

Bei dem geistesgestörten Irren handelt es sich um Mister Wonder, den Mann, den Elasti-Mama sich unvorsichtigerweise als Vater ihrer Kinder ausgesucht hat.

Die dreihundert Jugendlichen sind seine bedauernswerten Studenten, die leider keine andere Wahl gehabt haben.

Freitag, 2. Februar

Die rachedurstige Sekretärin

»Die Eltern der Kinder der grünen Gruppe der Vorschule von Felicity Place sind eingeladen, um 17 Uhr an einer außerordentlichen Versammlung zum Thema ›Schulspeisung – gesunde Ernährung für gesunde Kinder‹ teilzunehmen«, hieß es auf einem großen Plakat an der Eingangstür der Vorschule, die der große Hobbit besucht.

Diese Veranstaltung ist ein Muss. Mister Wonder ist nicht da, also nimmt Elasti-Mama, zusammen mit weiteren Eltern und der Erzieherin Dominatrix, um Punkt fünf auf einem der äußerst unbequemen Stühlchen Platz.

Dominatrix – 25 Jahre alt, rote, zum Bürstenschnitt gestutzte Haare, schwarze Stiefel aus glänzendem Leder mit acht Zentimeter Absatz – verlangt, dass ein Freiwilliger protokolliert, was bei dieser ausgesprochen wichtigen Zusammenkunft besprochen wird.

Elasti-Mama, infiziert mit dem Streber-Virus, setzt ein diensteifriges Lächeln auf, nimmt Papier und Stift zur Hand und erklärt, sie, amtierende Weltmeisterin im Protokollführen, werde das übernehmen.

Dominatrix spricht über die Bedeutung gesunder Ernährung, über Gnocchi mit Erbsen, Minestrone mit Crostini, Bresaola aus dem Veltlin und frisches Obst der Saison.

Elasti-Mama schreibt unter unentwegtem Lächeln gewissenhaft mit. Nur das Geschwafel von Clementinas geschwätziger Mutter geht ihr leicht auf die Nerven. Aber sie zügelt ihre Ungeduld und konzentriert sich ganz auf ihre Sekretärinnen-Aufgabe.

Wie ein Aufnahmegerät protokolliert sie alles, bis sie sich schließlich entscheidet, die Kommentare und Fragen von Clementinas Mutter der Zensur zum Opfer fallen zu lassen.

Plötzlich erklärt Clementinas Mutter, sie versuche ihre Tochter davon abzubringen, während des Essens fernzusehen. Clementina weigere sich vorerst und verlange als Gegenleistung für das Abschalten des Fernsehers paillettenbesetzte rosa Stiefeletten, Winx-Feen und die Rapunzel-Barbie. Clementinas Mutter lacht stolz.

Elasti-Mama hört auf, Wort für Wort mitzuschreiben, und kritzelt auf die linke untere Ecke des Blatts »Clementinas Mutter = Idiotin«.

Unvermittelt erwacht der Vater von Mario aus seiner trägen Versunkenheit. »Aber es ist doch so schön, wenn alle zusammen bei Tisch sitzen und der Fernseher läuft!« In die rechte untere Ecke des Blattes notiert sie »Marios Vater = Rindvieh«.

Elasti-Mama schaltet ab. Als sie sich wieder zusammenreißt, ertappt sie sich selbst dabei, wie sie das Protokoll der Kindergartensitzung mit obszönen Kritzeleien verunziert.

Sie denkt an Mister Wonder, der nie da ist, wenn man ihn braucht, und verwandelt sich in eine rachsüchtige Hyäne.

Dominatrix verkündet, es müsse eine Mensa-Kommission ins Leben gerufen werden: Freiwillige aus den Reihen der Eltern sollen ab und an mit den Kindern in der Vorschule zu Mittag essen, um die Qualität der Gerichte zu überprüfen.

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