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Inkasso... aber bitte keine weiteren Katastrophen

© 2015 S.E. Wiesental

Umschlag, Illustration: tredition Vorlage, S.E. Wiesental

Verlag und Druck: tredition GmbH,

Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

Paperback 978-3-7439-0869-7
e-Book 978-3-7439-0870-3

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhalt

Einleitung

Kapitel 1: Hilfestellung für Betroffene

1.1 Welche rechtlichen Befugnisse hat ein Inkasso-Unternehmen gegenüber dem Schuldner?

1.2 Was kann ich als Betroffener selbst tun? Meine Rechte und Pflichten.

1.3 Besonderheiten zu Hartz IV und P-Konto

1.4 Adressenverzeichnis von möglichen Anlaufstellen: Wo kann ich Hilfe bekommen?

Kapitel 2: Ein Blick hinter die Kulissen: Die Arbeit eines Inkasso-Mitarbeiters.

2.1 Welche Anforderungen werden an einen Inkasso-Bevollmächtigten gestellt?

2.2 Was heißt das konkret für jeden Einzelnen?

2.3 Welche Leistungen hatten wir als Mitarbeiter wöchentlich und monatlich zu erbringen?

2.4 Was hat sich verändert – und warum?

2.5 Wie sieht der Alltag eines Inkasso-Bevollmächtigten aus?

2.6 Fälle aus der Praxis

Glossar

Schlusswort

Einleitung

Aufgrund meiner über fünfzehn Jahre langen Erfahrung im Inkassogeschäft habe ich mich nach reiflicher Überlegung und intensiver Beratung mit ehemaligen Kollegen dazu entschieden, Arbeitsweise und -praktiken eines der großen Inkassounternehmen festzuhalten. Diese Aufzeichnungen sollen vor allem der Aufklärung von Ihnen, meinen Lesern, dienen, damit möglichst allen Betroffenen ein breites Spektrum an hilfreichen Informationen zum Thema „Inkasso“ vermittelt werden kann.

Im ersten Kapitel soll vor allem klargestellt werden, dass sollten Sie direkt betroffen und damit ein „Schuldner“ sein, Sie durchaus Rechte (allerdings auch Pflichten) haben. Inkasso bedeutet niemals, dass wir uns in einem rechtsfreien Raum befinden, sondern muss nach gesetzlichen Grundlagen bearbeitet werden. Im Folgenden werde ich aufgrund der als Ratgeber gedachten Funktion dieses Buches von Ihnen, den Lesern, als direkt Betroffene ausgehen.

Ich möchte Ihnen dabei helfen, zu verstehen, dass Sie durchaus berechtigt sind Inkassolösungen und verfahren zu hinterfragen. Handelt es sich bei den zu bereinigenden Schulden um Ihre eigenen, könnte man es sogar als Ihre Pflicht bezeichnen. Nur indem Sie die Vorschläge die Ihnen gemacht werden verstehen, wird es Ihnen langfristig möglich sein, offene Forderungen auszugleichen. Verständnis, so hoffe ich, kann auch in diesem Zusammenhang gemachte Fehler und damit weitere Inkassoverfahren in Zukunft vermeiden.

Die Voraussetzung dafür kann nur sein, dass alles was Ihnen vorgeschlagen wird nach den geltenden Gesetzen geregelt wurde und natürlich, dass es für Sie ersichtlich ist, welche geeigneten Maßnahmen speziell auf die Lösung Ihrer Probleme ausgearbeitet wurden. Selbstverständlich empfehle ich auch immer zusätzlich die Kontaktaufnahme zu Schuldenberatern, Sozialverbänden und wenn möglich auch zu einem entsprechenden Fachanwalt. Ich werde versuchen mit Hilfe meines in langjähriger Erfahrung erlangten Fachwissens für die vielen Betroffenen mehr Transparenz in dieses schwierige Thema zu bringen. Ich hoffe, dass es für Sie ein nützlicher Ratgeber sein kann.

Im zweiten Kapitel gehe ich, zugegeben in autobiographischer Form, auf die Arbeitsweise eines „renommierten“ Inkassounternehmens genauer ein. Dies soll natürlich zum Verständnis der Hintergründe für Betroffene beitragen. Allerdings ist es auch meine Hoffnung, dass es auch als Anstoß für Mitarbeiter eines Inkassounternehmens dient, sich den Mut zu fassen, um überzogene Maßnahmen in der Betreibung von offenen Forderungen zu durchbrechen und sich die nötige Ehrlichkeit und Integrität zu erhalten, um diese schwierige Aufgabe zu bewältigen.

Ihnen allen wünsche ich hilfreiche, aufschlussreiche Erkenntnisse, gutes Gelingen und viel Erfolg bei der Lösung von „finanziellen Schwierigkeiten“.

Kapitel 1: Hilfestellung für Betroffene

Sie haben als „Schuldner“ selbstverständlich Rechte, aber natürlich müssen auch die Pflichten, die man an Sie herantragen wird, besprochen werden. Ich werde versuchen Ihnen im Folgenden so viel Hintergrundwissen wie möglich an die Hand zu geben, damit es für Sie leichter wird, Ihre Pflichten und Ihre Rechte in dieser schwierigen und umfangreichen Problematik zu verstehen und zu unterscheiden.

Darüber hinaus ist die Inanspruchnahme von Schuldenberatern, die sowohl bei den Sozialverbänden, als auch den Diakonischen Werken und den jeweils staatlichen/städtischen und kommunalen Stellen zu finden sind, immer hilfreich. Dazu finden Sie ebenfalls Informationen. Regional unterschiedlich (häufig aber nur in Großstädten präsent), ist auch eine kostenfreie Information bei den Verbraucherzentralen möglich. Dort werden meist sehr gute Tipps und Hilfestellung angeboten. Für die bis hierher aufgeführten Anlaufstellen gilt: sie bieten kostenfreie Hilfe.

Des Weiteren gibt es sehr gute Fachanwälte, die sich auf Schuldenberatung spezialisiert haben (Adressen und Infos können Sie bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer erfragen). Bei komplizierten Vorgängen, wie z.B. bei Selbstständigen, würde ich gern zum Anwalt raten, aber natürlich ist dieser Gang mit weiteren Kosten verbunden und damit für viele Betroffene nicht mehr realisierbar.

Bei Insolvenzen ist in jedem Fall das jeweilige Amtsgericht zuständig, die häufig auch kostenlose Erstberatungen anbieten; bitte erkundigen Sie sich vorab telefonisch.

1.1 Welche rechtlichen Befugnisse hat ein Inkasso-Unternehmen gegenüber dem Schuldner?

Sehen wir uns die Rechte an und was sie für Sie als Schuldner bedeuten:

- Nachdem Rechnungen auch nicht nach mehrmaligen Zahlungserinnerungen und Mahnungen bezahlt werden, kann der Gläubiger eine Inkassogesellschaft mit der „Betreibung“ der offenen Forderung beauftragen.

- Es ist ebenfalls legitim, dass Inkassounternehmen Gebühren erheben, allerdings muss die Höhe der Gebühren transparent sein und sich nach den gesetzlichen Vorgaben richten, so dass auf jeden Fall Wucherzinsen ausgeschlossen werden können.

- Das Inkassounternehmen ist berechtigt – nach letzter Fristsetzung – einen Mahnbescheid über die offene Summe bei Gericht zu erwirken und die dabei entstehenden Zusatzkosten ebenfalls dem Schuldner in Rechnung zu stellen.

- Wenn die Widerspruchsfrist des Mahnbescheids (4 Wochen nach Zustellung), abgelaufen ist, dem Mahnbescheid weder widersprochen, noch dieser bezahlt wurde, kann das Inkassounternehmen bei Gericht einen Vollstreckungsbescheid erwirken.

Die ohnehin schon erheblich verteuerte Hauptforderung wird sich dadurch nochmals extrem erhöhen, außerdem wird dieser nach Ablauf einer Frist von 2 Wochen „tituliert“, d.h. ab einer sog. „Titulierung“, ist der Schuldner 30 Jahre an diese Schuld gebunden, mit allen Kosten, Zinsen und allen gerichtlichen Schwierigkeiten die damit verbunden sind, wie z.B. Pfändungen dürfen auf Wunsch des Gläubigers veranlasst werden.

Wenn irgend möglich, versuchen sie diese Form der „Schulden“ unbedingt zu vermeiden, denn das „Leben“ mit einem oder mehreren titulierten Forderungen verliert, glauben Sie mir, jegliche Lebensqualität. Regelmäßigen „Besuch“ von Inkasso-Mitarbeitern und Gerichtsvollziehern zu bekommen ist sicher keine Bereicherung. Außerdem steigen die Kosten meist ins Unermessliche, denn jede Inkassoleistung, so auch die Gebühren für den Gerichtsvollzieher, werden im hohen Maß dem Schuldner berechnet.

- Eine ebenfalls häufige (wenn auch legitime) Form, den Betroffenen noch mehr Schwierigkeiten zu machen, ist es die offene Forderung in die Schufa (das Register für säumige Zahler) eintragen zu lassen. Sowohl für Privatpersonen, als auch für Geschäftsleute, ist dies dann meistens das „Ende der Kreditwürdigkeit“. Ein Dispositionskredit wird oft aufgekündigt. Es gibt dann für Sie keine Finanzierungsgeschäfte mehr: möchten Sie z.B. ein Auto finanzieren, so hat jede Bank Zugang zum Schufa-Register und ist berechtigt, aufgrund eines negativen Eintrages, die Finanzierung zu verweigern.

Problematisch wird ein Eintrag auch dann, wenn Sie sich auf Wohnungssuche befinden. Sehr viele Makler arbeiten heute nur mit „Schufa geprüfter Klientel“, um für den Vermieter den passenden Mieter zu suchen und so diese auch vor sog. Mietnomaden besser schützen zu können. Da bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird, wäre es auch hier hilfreich, wenn Sie als „schufafrei“ gelten und damit nicht noch zusätzliche Schwierigkeiten zu der finanziellen Problematik bekommen.

Ein Schufa-Eintrag vermittelt „Jedem“, dass Sie Zahlungsschwierigkeiten haben oder hatten, da ein Eintrag auch nach der Begleichung Ihrer Schulden noch bis zu 3 Jahre im Register stehen bleibt. Des Weiteren müssen Sie sich selbst um die Löschung einer eingetragenen Schuld kümmern. Es gibt keinen Automatismus nach Ablauf der 3 Jahresfrist. Also: Bleiben Sie dran und kümmern Sie sich unbedingt um Ihre Einträge und gegebenenfalls um nötige Löschungen!

- Auch das Thema „Pfändungen“ ist in jedem Fall mehr als unerfreulich. Titulierte Forderungen berechtigen den Gläubiger mit der „ganzen Härte“ des Gesetzes gegen Sie vorzugehen, d.h. das Inkassounternehmen kann auf Wunsch des Gläubigers eine Lohnabtretung bei Ihrem Arbeitgeber versuchen. Auch der Gerichtsvollzieher kann beauftragt werden, um eine Pfändung durchzuführen.

Nicht zu vergessen die Kontopfändung, die häufig den Verlust des Girokontos zur Folge hat, wenn auch vielleicht nicht sofort beim ersten Pfändungsversuch. Allerdings würde ich mich nicht auf die Toleranz der Banken verlassen, ungeachtet welches Kreditinstitut es namentlich ist; die Verfahrensweise ist sicher bei jeder Bank gleichermaßen unerfreulich.

Viele Arbeitgeber möchten heute Auskunft vom Bewerber, ob eventuell mit Lohnpfändungen zu rechnen ist. Nachdem Bewerbungsunterlagen wahrheitsgetreu ausgefüllt werden müssen, kann sich jeder vorstellen, wie die Chancen auf eine Arbeit stehen, wenn man die Frage nach einer möglichen Lohnpfändung mit „Ja“ beantworten muss. Bitte versuchen Sie diese erst gar nicht zu verschweigen, denn sollte es dazu kommen, ist der Arbeitgeber ohnehin aufgrund falscher Angaben zu einer fristlosen Kündigung berechtigt. Im schlimmsten Fall könnte dies sogar mit einer Anzeige belegt werden, wegen vorsätzlichen Falschangaben.

All die unerfreulichen Maßnahmen zu diesem Thema sollen Sie darauf aufmerksam machen, die rechtlichen Befugnisse eines Inkassounternehmens nicht zu unterschätzen, bzw. die Vorgehensweise nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn vergessen Sie nicht: Es sind Ihre Schwierigkeiten, Ihre Kreditwürdigkeit und unter Umständen auch Ihr Arbeitsplatzverlust.

Manchmal schwer vermittelbar, aber auch die Mitarbeiter eines Inkasso-Unternehmens machen nur ihren Job. Selbstverständlich muss dies im Rahmen des gesetzlich vertretbaren sein.

1.2 Was kann ich als Betroffener selbst tun? Meine Rechte und Pflichten.

Im vorhergehenden Kapitel habe ich die rechtlichen Möglichkeiten eines Inkassounternehmens aufgezeigt; in diesem Kapitel befassen wir uns mit IHREN Rechten aber auch Pflichten um an der Lösung ihrer Schuldenprobleme mitzuarbeiten, bzw. diese zu reduzieren, oder an der Schadensbegrenzung mitzuwirken.

Fangen wir an mit einem Thema, das Ihnen wahrscheinlich sehr banal vorkommt, es ist aber nicht zu unterschätzen – es lautet:

Ordnung in Ihren Unterlagen!

Generell ist es natürlich hilfreich in allen Papieren eine gewisse Grundordnung zu haben. Noch wichtiger bzw. unerlässlich ist es bei offenen Rechnungen/Forderungen. Ich/Wir (auch die Schuldenberatungsstellen), sind häufig in der Situation, Vorgänge nicht bis an den Anfang zurückverfolgen zu können, da bei vielen Betroffenen (leider) durch Frust oder Angst vor immer mehr unerfreulicher Post, wie den „gelben Briefen“ usw. der Überblick verloren geht. Der tägliche Gang zum Briefkasten wird für viele zum Alptraum. Als Resultat werden häufig Briefe gar nicht mehr geöffnet oder zum Teil sogar ungeöffnet weggeworfen.

Ich gebe Ihnen den dringenden Rat, bzw. appelliere an Sie, tun Sie dies nicht, in Ihrem eigenen Interesse! Helfen Sie dabei, die Situation zu verbessern, indem vor allem Vollständigkeit, Ordnung und Transparenz in Ihren Unterlagen herrscht.

Viele werden jetzt sagen, das sei doch selbstverständlich! Meine 15-jährige Erfahrung hat jedoch gezeigt: nein, leider ist es das nicht.

Viele Betroffene haben über Jahre mehrere Schuldenprobleme „angehäuft“ und damit Schriftverkehr meist von vielen verschiedenen Instanzen.

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