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In der Höhle des Löwen: Military Action Thriller

Pete Hackett

In der Höhle des Löwen: Military Action Thriller

Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

In der Höhle des Löwen

 

Military Action Thriller

von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

 

Maschinenpistolen ratterten. Jemand feuerte mit einer Pistole. Die Detonationen vermischten sich zu einem hämmernden Stakkato. Der Konvoi war zum Stehen gekommen. Raue Stimmen brüllten irgendwelche Befehle. Etwas explodierte, wahrscheinlich eine Handgranate. Max Steiner und Johann Weiser, die beiden deutschen Rot-Kreuz-Helfer, ahnten Schlimmes. Bei ihnen im Wagen saß Jim Svenson, der englische Journalist. Die drei Männer wechselten nervöse Blicke. In ihren Gesichtern zuckten die Muskeln.

Die Tür des Landrovers, in dem sie saßen, wurde aufgerissen und ein Mann hielt die MPi in den Wagen. Er rief einige Worte in arabischer Sprache und winkte mit der Waffe. Weitere Bewaffnete zeigten sich. Etwas weiter entfernt wurde nach wie vor geschossen.

Steiner, Weiser und Svenson hatten nicht verstanden, was der Bewaffnete von ihnen wollte. Vorsichtshalber hoben sie die Hände.

"Ich denke, dass wir aussteigen sollten", sagte Jim Svenson. Das Entsetzen verzerrte seine Stimme. Die Stimmbänder wollten ihm kaum gehorchen. "Himmel, was wollen die von uns?"

"Ja, aussteigen", radebrechte der Bewaffnete in schlechtem Englisch. "Hände oben lassen. Raus!"

Nacheinander kletterten die drei Europäer aus dem Landrover. Nebeneinander stellten sie sich auf.

"Aufständische", murmelte Max Steiner. "Leute von el Sadr. Was die wohl von uns..."

Einer der Kerle rammte Steiner den Lauf der MPi in den Leib. Der deutsche quittierte den Stoß mit einem erschreckten Aufschrei und beugte sich nach vorn. Einer der Bewaffneten griff ihm in die Haare. "Du ruhig. Kein Wort mehr - sonst sterben."

Steiner schluckte würgend. Er war überzeugt davon, dass der Überfall auf das Konto von Moktada el Sadr ging. Der radikale schiitische Geistliche führte seinen eigenen Krieg. Seine Anhänger waren es, die den US-Truppen die Stirn boten, die sie sogar aus einigen Städten vertrieben hatten und die ihren sunnitischen Glaubensbrüdern im umkämpften Falludscha zu Hilfe geeilt waren.

In Steiners Eingeweiden wühlte die Angst. Sie drückte sich in jedem Zug seines Gesichtes aus und ließ seine Hände zittern.

Auch Weiser und Svenson waren voll Furcht. Diese fanatischen Kerle, die sie mit ihren Waffen bedrohten, waren unberechenbar. Jeden Moment konnte einer von ihnen den Finger um den Abzug seiner MPi oder Pistole krümmen.

Ein Stück weiter ertönte Geschrei. Jemand wurde aus einem Jeep gezerrt. Es war in Mann im Tarnanzug der US-Streitkräfte. Eine MPi-Salve ratterte. Jemand lachte und rief etwas auf Arabisch.

"Wir sind Angehörige des Deutschen Roten Kreuzes", entrang es sich Johann Weiser. "Wir sind in Ihrem Land, um zu helfen. Warum..."

Weiser brach entsetzt ab, als er, Steiner und Svenson gepackt und fortgezerrt wurden. Ein Kolbenstoß traf den Journalisten. Er ging stöhnend in die Knie, wurde aber unerbittlich weiter getrieben. Zu beiden Seiten der Straße buckelten Hügel. Am Fuße einer dieser Anhöhen stand ein Lastwagen mit einer Plane über der Ladefläche. Die beiden Deutschen und der Engländer mussten aufsteigen. Ein halbes Dutzend Bewaffnete kletterten zu ihnen auf die Ladefläche. Da gab es hölzerne Sitzbänke. Die drei Gefangenen setzten sich und auch die Aufständischen ließen sich nieder.

Hoffnungslosigkeit und Resignation griff nach den drei Männern, deren Schicksal in absoluter Dunkelheit lag.

Die Fahrt ging nach Osten und nach etwa einer Stunde nahm sie das Felsengebirge auf. Das Fahrzeug bog von der Straße ab und benutzte schlechte Feldwege. Staub quoll unter den Rädern in die Höhe. Immer tiefer ging es in die Felswüste hinein. Dann wurde der LKW in eine Schlucht gelenkt und wenig später angehalten. Stimmen erklangen vorne beim Führerhaus. Schließlich ging es weiter. In einem Hochtal wurde der LKW erneut abgebremst und die Gefangenen mussten absteigen. Ihre Wächter sprangen ebenfalls von der Ladefläche.

Steiner, Weiser und Svenson sahen sich um. In einem Unterstand, über den ein Tarnnetz gespannt war, war ein weiterer LKW abgestellt. Daneben stand ein Jeep. Einige Männer, die sich bei den Fahrzeugen befanden, blickten zu ihnen her. Sie wurden auf ein Tor aus Stahlblech zu getrieben, das mit Tarnfarbe gestrichen war und in den Felsen führte. Einige Bewaffnete nahmen sie in Empfang.

 

*

 

Fort Conroy, South Carolina, Hauptquartier des Special Task Team Alpha, Büro des STTA-Oberbefehlshabers

Montag, 0732 ETZ

 

Das Telefon auf General Mantofanis Schreibtisch dudelte. General Mantofani war Oberbefehlshaber der STTA, der Eingreiftruppe, die vor kurzer Zeit ins Leben gerufen wurde und die in den Diensten der UN stand.

Der General drückte einen Knopf. Auf dem Monitor der Telefonanlage erschien das Gesicht Hermann von Schellhorns, seines Zeichens STTA-Attaché beim Sicherheitsrat und für die Verbindung der Spezialeinheit zur Politik zuständig.

"Guten Tag, General", tönte von Schellhorns Stimme aus dem Lautsprecher. "Ich muss Sie leider schon in aller Frühe mit wenig erfreulichen Nachrichten attackieren."

"Reden Sie nicht um den Brei herum, von Schellhorn", grollte Mantofani. "Worum geht es?"

"Soeben wurde durch das Pentagon bekannt gegeben, dass schiitische Aufständler einen Konvoi überfallen haben, der von Bagdad nach Falludscha unterwegs war. Der Überfall fand etwa zehn Meilen vor Falludscha statt."

"Dass die Gewalt zwischen den Koalitionstruppen und den Aufständischen im Irak eskaliert, ist uns allen klar", sagte Mantofani. "Um mir von dem Überfall zu erzählen haben Sie mich aber doch nicht angerufen, von Schellhorn. Also schießen Sie los. Was ist der Grund für Ihren Anruf?"

"Es wurden zwei Deutsche und ein englischer Journalist als Geiseln genommen. Bei den Deutschen handelt es sich um Angehörige des Roten Kreuzes. Die Entführer drohen, die Geiseln zu ermorden, wenn die Engländer ihre Truppen nicht innerhalb einer Woche aus dem Irak abziehen."

"Wer steckt dahinter?"

"Man vermutet hinter der Aktion Moktada el Sadr als Drahtzieher."

"Natürlich", murmelte Mantofani. "Wen auch sonst? Jeder Mann, der im Kampf gegen die Amerikaner sein Leben verliert, ist ein Märtyrer und festigt die Position dieses Burschen. Mit militärischen Mitteln ist ihm nicht beizukommen. Er gewinnt immer mehr Macht und Ansehen."

"Sehr richtig, General. Jetzt verlegt er sich auf Erpressung. Allerdings hat die US-Zivilverwaltung Verhandlungen mit den Geiselnehmern ausgeschlossen. Auch England ist nicht bereit, wegen der Geiseln zu verhandeln."

"Das heißt?"

"Dass STTA gefordert ist, General."

"Ist das nicht eine nationale Angelegenheit?", fragte Mantofani. "Sache der Engländer? Warum verhandeln sie nicht mit den Kidnappern?

"Keine Regierung lässt sich erpressen, General. Das wissen Sie genauso gut wie ich. Man will aber auch die Geiseln nicht ihrem Schicksal überlassen. Darum wurde im Sicherheitsrat der Einsatz von STTA gefordert."

"Weiß man, wo die Geiseln gefangen gehalten werden?"

"Entweder in Falludscha, oder irgendwo in einem Bunker in den Bergen. Aber das ist nur Vermutung."

"Das ist ein Himmelfahrtskommando", gab Mantofani zu verstehen.

"Ja, die Situation ist ernster als je zuvor. Man vermutet, dass es nicht bei der einen Geiselnahme bleibt. Verschiedene nationale Hilfsorganisationen prüfen angesichts der dramatischen Lage ihren Rückzug aus den umkämpften Gebieten."

"Und der amerikanische Präsident spricht immer noch von einem Sieg über den internationalen Terrorismus", knurrte Mantofani. "Es ist ein Hohn."

"Er ist der mächtigste Mann der Welt", versetzte von Schellhorn. "Mag man persönlich von ihm halten, was man will - man sollte es für sich behalten." Es klang wie eine Zurechtweisung.

Mantofani hatte schon eine scharfe Erwiderung auf der Zunge, schluckte sie aber und sagte lediglich: "Sicher, von Schellhorn. Ich verstehe."

"STTA hat sechs Tage Zeit, die Geiseln zu befreien", sagte der deutsche STTA-Attaché. "Eine verdammt kurze Zeit, wenn man bedenkt, dass niemand außer den Entführern weiß, wo die Geiseln festgehalten werden. Es gibt tausend Möglichkeiten."

"Vielen Dank für den Hinweis", kam es etwas spöttisch von Mantofani. "Meine Leute werden die tausend Möglichkeiten in Betracht ziehen. In 144 Stunden können sie wahrscheinlich die Welt aus den Angeln heben."

"Sparen Sie sich Ihren Zynismus, Mantofani", schnarrte die Stimme von Schellhorns. "Er ist angesichts der absolut ernsten Situation unangebracht."

"Ich halte Sie auf dem Laufenden", versprach Mantofani unbeeindruckt, dann beendet er das Gespräch. Sogleich tippte er eine Nummer und ging auf Verbindung. Eine dunkle Stimme meldete sich: "Colonel John Jarrett, Fort Conroy..."

"Mantofani. Colonel, kommen Sie sofort zu mir. Es gibt Arbeit für Sie und Ihr Team."

"Ich bin in zwei Minuten bei Ihnen, Sir."

 

*

 

Fort Conroy, South Carolina, Hauptquartier des Special Task Team Alpha, Büro des STTA-Oberbefehlshabers Mantofani,

Montag, 0742 ETZ

 

"Sechs Tage", murmelte Colonel John Jarrett. Er war Gruppenkommandant der STTA, die aus insgesamt sieben Männern und Frauen bestand. "Eine ausgesprochen kurze Zeit, Sir."

"Ich weiß, Colonel. Niemand weiß, wo die Geiseln festgehalten werden. Das herauszufinden und sie zu befreien ist Ihre Aufgabe. Es ist sicher nicht einfach. Aber denken Sie daran, dass STTA einen Ruf zu wahren hat. Es gibt auch Gegner dieser Einrichtung, und es wäre Wasser auf deren Mühlen, wenn STTA versagen würde."

"Wann fliegen wir?"

"In vier Stunden, würde ich sagen. Besprechen Sie sich mit Ihren Leuten, Colonel. Überlegen Sie sich, wie Sie vorzugehen gedenken. Sie werden mit einer Militärmaschine nach Bagdad geflogen. Sobald Sie abgesetzt werden, sind Sie und Ihre Mannschaft auf sich alleine gestellt."

Jarrett, der vor dem Schreibtisch des Generals auf einem Stuhl saß, erhob sich und nahm Haltung an. "Wir werden unser Bestes geben, Sir. Ob unserer Mission Erfolg beschieden sein wird, kann ich leider nicht voraussagen. Aber wir werden alles daransetzen."

"Das weiß ich, Colonel. Ich wünsche Ihnen und Ihren Leuten Hals- und Beinbruch. Kommen Sie gesund wieder - und kommen Sie vor allem mit einer Erfolgsmeldung zurück. Ich verlasse mich auf Sie."

Mantofani kam um den Schreibtisch herum und reichte Jarrett die Hand. Der Colonel schüttelte sie, dann salutierte er, machte kehrt und verließ das Büro des Generals.

 

*

 

Fort Conroy, South Carolina

Montag, 0750 ETZ

 

Sämtliche Mitglieder des STTA-Teams fanden sich im Besprechungszimmer ein. Zuletzt kam Martin Schnurrer, der Vertreter Jarretts. Er lächelte entschuldigend in die Runde und setzte sich.

"Einer kommt immer zu spät", schimpfte Dr. Longtree, meinte es aber nicht so ernst, wie es vielleicht den Eindruck hatte.

"Tut mit leid", erwiderte Schnurrer. "Ich stand unter der Dusche."

Sie waren vollzählig. Da waren die beiden Ladys des Teams, Dr. Ina Longtree und Angel Morales. Dr. Longtree begleitete das Team als Ärztin. Neben ihr hatte Sergeant Alfredo Rossero, der Nahkampfspezialist, der einer italienischen Eliteeinheit angehört hatte, Platz genommen. Außerdem waren noch Pierre Dupont, der Computerspezialist, und Wladimir Iwanow, der Motorisierungsexperte, anwesend.

Es war eine internationale Besetzung. Jedes Mitglied der Gruppe war für sich ein Spezialist. Einer war im Einsatz auf den anderen angewiesen. Einer für alle, alle für einen. Das war die Devise. Dieser Kodex war ihnen vom ersten Tag an eingeimpft worden.

"Okay", begann Colonel Jarrett. "Ein neuer Einsatz steht bevor, Leute. Im Irak haben schiitische Aufständische zwei Deutsche und einen Engländer als Geiseln genommen. Sie verlangen, dass England seine Truppen aus dem Irak abzieht. In und um den Irak sind derzeit etwa 11.000 Briten stationiert. Dazu kommen 15.000 Soldaten aus anderen Nationen. Die größten Kontingente haben Italien, Polen, die Ukraine, Spanien und Holland entsandt. Es besteht die Gefahr, dass weitere Geiseln aus den besagten Ländern genommen werden."

"Sollen wir die Geiseln etwa befreien?", kam sogleich die Frage von Alfredo Rossero. "Warum lenkt die englische Regierung nicht ein?"

"Weil die englische Regierung nicht erpressbar ist", versetzte der Colonel. "Ebenso wenig wie die amerikanische, die deutsche, die polnische und so weiter und so fort. Man will dem Terrorismus keinen Hebel bieten. Geht man einmal auf die Forderungen der Geiselnehmer ein, ist kein Ende von Erpressungen ähnlicher Art abzusehen."

"Wir sollen also in den Krieg eingreifen", stellte Dr. Longtree fest.

"Nicht in den Krieg, Dr. Longtree", widersprach Jarrett. "Der ist seit einem Jahr vorbei", fügte er dann mit sarkastischem Unterton hinzu. "Wir sollen Menschen aus der Gewalt der Aufständischen befreien, die mit dem Krieg nichts zu tun hatten, die in friedlicher Mission im Irak unterwegs waren und deren Leben auf dem Spiel steht."

Dr. Longtree verzog den Mund. "Weiß man denn, wo die Geiseln festgehalten werden?"

"Das ist das Problem", antwortete Jarrett. "Man weiß es nicht. Wir haben von heute an gerechnet sechs Tage Zeit, das Versteck der Geiseln herauszufinden und sie zu befreien."

"Das ist kaum zu schaffen", wandte Rossero ein. "Können nicht amerikanische oder britische Aufklärer..."

Jarrett winkte ab. "Nein. Die Geiseln können in einer Stadt gefangen gehalten werden, ebenso gut aber auch irgendwo in der Felswildnis."

"Wir wissen also gar nichts", mischte sich Martin Schnurrer ein.

"Und das ist nicht viel", setzte Rossero mit einem schiefen Grinsen hinzu.

"Sie haben Recht", erwiderte der Colonel. "Die Frage ist nun, wie wir vorgehen. Ich schlage vor, dass sich jemand von uns nach Falludscha begibt, also in die Höhle des Löwen. Er muss Informationen sammeln und hat dafür vier Tage Zeit. Spricht jemand von Ihnen arabisch?"

"Ich spreche nur deutsch, englisch, französisch und spanisch", sagte Dr. Longtree. "Damit komme ich in Falludscha aber nicht durch."

"Englisch kann wohl jeder von uns", gab Schnurrer zu verstehen. "Und das muss reichen. Ich bin auch dafür, dass wir zwei oder drei Leute in Falludscha einschleusen."

Pierre Dupont räusperte sich. "Was halten Sie davon, wenn sich einer von uns als Köder zur Verfügung stellt, Sir? Vielleicht bringen ihn die Aufständischen zum Versteck der Geiseln."

"Oder sie erschießen ihn an Ort und Stelle. Es hat bei dem Überfall auf den Konvoi viele Tote gegeben. Vor allem Amerikaner werden sofort getötet. Nein." Jarrett schüttelte den Kopf. "Das ist viel zu unsicher. Was wir brauchen, ist ein arabisch sprechender Verbündeter, der für uns in Falludscha die Lage sondiert. Und jemand von Ihnen muss zwischen dem Verbündeten und dem Team als Verbindungsmann fungieren."

"Diesen Job übernehme ich freiwillig", meldete sich Schnurrer.

"Wie werden wir bewaffnet sein?", fragte Rossero. "Mit der MPi7 werden wir unter Umständen nicht allzu viel anfangen können. Sie ist im Nahkampf gut. Möglicherweise aber brauchen wir Scharfschützengewehre. Ich denke an das SR25 mit Schalldämpfer."

"Die MPi7 ist gut", antwortete Jarrett. "Sie kann mit einem Laservisier und einem Schalldämpfer versehen werden, sie verfügt über die Feuerkraft einer Maschinenpistole und die Reichweite ...

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