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In der Hitze jener Nacht

Maureen Child

In der Hitze jener Nacht

1. KAPITEL

Als Justice King die Tür öffnete, blickte er in seine Vergangenheit.

Da stand sie und sah ihn mit diesen blassblauen Augen an, deren Anblick er verzweifelt versucht hatte zu vergessen. Ihr langes rötliches Haar wehte im kalten Wind, und auf ihrem wundervollen Mund lag ein bemühtes Lächeln.

„Hallo, Justice“, begrüßte sie ihn mit dieser Stimme, die er fast jede Nacht in seinen Träumen hörte.

„Lange nicht gesehen.“

Acht Monate und fünfundzwanzig Tage, um genau zu sein, dachte er, schwieg aber. Stattdessen musterte er sie ausgiebig, betrachtete ihre große und schlanke Gestalt, ihr trotzig erhobenes Kinn und ihre mit blassen Sommersprossen gesprenkelte Nase. Mit jedem ihrer Atemzüge hoben und senkten sich ihre vollen Brüste. Ein Blick genügte, um zu erkennen, dass sie sehr nervös war.

Was kümmerte es ihn, er hatte sie schließlich nicht hergebeten.

Dann sah er ihr fest in die Augen. „Was tust du hier, Maggie?“

„Willst du mich nicht hineinbitten?“

„Nein“, sagte er nur. Wenn er sie nicht anrühren durfte, dann wollte er sie auch nicht in seiner Nähe haben.

„Benimmt man sich so seiner Frau gegenüber?“, fragte sie und ging einfach an ihm vorbei in das große Wohnhaus der Ranch.

Seine Frau.

Instinktiv fuhr Justice mit dem Daumen über die Stelle seines Ringfingers, an der bis vor Kurzem noch sein Ehering gesteckt hatte. Genau bis zu dem Tag, an dem sie einfach gegangen war. Als die Erinnerungen wieder auf ihn einstürzten, schloss er die Augen, um sie zu verdrängen.

Doch er konnte nichts dagegen tun. Er erinnerte sich zu gut an Maggie, wie sie nackt und verführerisch auf seinem Bett gelegen hatte. Maggie, die ihn weinend angeschrien hatte. Maggie, die gegangen war, ohne sich noch einmal umzudrehen. Dann sah Justice wieder vor sich, wie er gefasst die Tür hinter ihr geschlossen hatte und auf einmal allein gewesen war.

Seitdem hatte sich nichts geändert. Sie waren immer noch dieselben Menschen, die sie bei ihrer Hochzeit und ihrer Trennung gewesen waren.

Er riss sich zusammen und schloss die Eingangstür. Dann drehte er sich um und sah Maggie an.

Der schwache Lichtstrahl der Wintersonne fiel durch das Deckenfenster auf die Holzdielen und wurde in dem großen Wandspiegel aufgefangen. Auf einem Tisch stand eine leere, kobaltblaue Vase – seit Maggie weggegangen war, gab es keine Blumen mehr in diesem Haus. Stille lastete bleiern auf allem.

Während die Sekunden vergingen, war nur das leise, ungeduldige Klopfen von Maggies Schuhspitze zu hören. Justice machte keine Anstalten, etwas zu sagen. Warum auch, lange würde sie das Schweigen sowieso nicht mehr aushalten. Maggie hatte das noch nie gekonnt. Sie war einer der quirligsten Menschen, die er kannte, sie konnte reden wie ein Wasserfall. Und er vermisste ihre lebendige Art wie verrückt.

Trotz der Distanz zwischen ihnen spürte Justice wieder den Sog, das Verlangen, seine Hand nach Maggie auszustrecken und sie an sich zu ziehen. Doch das verschlimmerte den Schmerz nur. Wie gern hätte Justice sich von ihm befreit.

Aber er brachte all seine Willenskraft auf, um nicht schwach zu werden und sich eben nicht einfach zu nehmen, was er in der letzten Zeit so vermisst hatte.

„Wo ist Mrs. Carrey?“, fragte Maggie und brach schließlich das Schweigen.

„Sie macht Urlaub.“ Justice verfluchte seine Haushälterin im Stillen dafür, dass sie sich ausgerechnet diesen Zeitpunkt ausgesucht hatte, um in eine sonnigere Region zu fliegen.

„Schön für sie“, erwiderte Maggie und hob den Kopf. „Und? Glücklich, mich zu sehen?“

Glücklich war nicht unbedingt der Ausdruck, den er benutzt hätte. Erschüttert traf es wohl eher. Als Maggie gegangen war, hatte sie ihm geschworen, er werde sie nie mehr wiedersehen. Abgesehen von seinen quälenden Träumen, in denen sie ihn regelmäßig besuchte, hatte sie bis jetzt auch Wort gehalten. „Was willst du hier, Maggie?“

„Gute Frage.“

Sie drehte sich um und ging langsam durch die Eingangshalle, vorbei an dem Empfangszimmer in das große Wohnzimmer. Während Justin ihr folgte, beobachtete er, wie sie sich umsah. Als wäre sie fremd hier.

Sie begutachtete die meterhohen Bücherregale, die holzvertäfelten Wände und den imposanten Kamin, der so groß war, dass ein erwachsener Mann darin stehen konnte. Die plüschigen Sessel und Sofas, die sie für das Zimmer ausgesucht hatte, waren zu gemütlichen Sitzecken zusammengestellt, und die breite Fensterfront gab den Blick frei auf den weiten Vorderhof der Ranch. Dort warfen jahrhundertealte Bäume ihre Schatten auf das Grundstück, die Blumen in den gepflegten Beeten wiegten sich sanft im Wind. Und aus der Ferne hörte man das gedämpfte Brummen eines Traktors, der über die Felder zog.

„Du hast hier nichts verändert“, sagte sie leise.

„Ich hatte noch keine Zeit“, log er.

„Natürlich nicht.“ Maggie drehte sich temperamentvoll um und sah ihn mit funkelnden Augen an.

Justice spürte, wie ihn eine Welle des Verlangens erfasste. Ihr Temperament hatte schon immer diese Wirkung auf ihn gehabt. Sie beide waren wie Öl und Wasser. Sie berührten einander, wurden aber niemals eins. Vielleicht ist es das, was mich so an ihr fasziniert, überlegte er.

Maggie gehörte nicht zu den Frauen, die sich für einen Mann verbogen. Das war einer der Gründe, warum er sie so anziehend fand. Wenn sie jetzt näher trat, würde er sie ohne Zögern fest in die Arme schließen.

„Hör zu“, sagte sie, und ihr Blick wirkte leicht unsicher. „Ich bin nicht hergekommen, um zu streiten.“

„Und warum dann?“

„Um dir das hier zu geben.“

Sie griff in ihre große schwarze Ledertasche und zog einen braunen Briefumschlag hervor. Zögernd fuhr sie mit den Fingern über den Metallverschluss der Tasche, bevor sie Justice den Umschlag reichte.

Er nahm ihn und betrachte ihn. „Was ist das?“

„Die Scheidungspapiere.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Da du die Exemplare, die dir meine Anwälte geschickt haben, nicht unterschrieben hast, dachte ich, ich bringe sie dir persönlich vorbei. Ist wahrscheinlich schwerer, mich wie Luft zu behandeln, wenn ich direkt vor dir stehe, oder?“

Justice warf den Umschlag auf den nächstbesten Sessel, schob die Hände in die Gesäßtaschen seiner Jeans und sah Maggie an. „Ich habe dich nicht wie Luft behandelt.“

„Ah“, meinte sie mit einem scharfen Unterton. „Sondern? Spielchen mit mir gespielt? Versucht, mich wütend zu machen?“

Bei dieser Frage konnte er ein kleines Lächeln nicht unterdrücken. „Ist mir offenbar gelungen.“

„Worauf du wetten kannst.“ Sie trat einen Schritt auf ihn zu und blieb eine Armlänge entfernt vor ihm stehen. Als ahnte sie, dass ein Inferno ausbrechen würde, käme sie auch nur einen Schritt näher.

Sie war ziemlich klug, aber das hatte er schon immer gewusst.

„Justice, du hast mir schon vor Monaten eröffnet, unsere Ehe sei am Ende. Also unterschreib endlich diese verdammten Papiere!“

„Warum die Eile?“, brach es spontan aus ihm heraus. Allerdings bereute er seine impulsive Reaktion sofort. Im nächsten Moment presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen die Frage hervor, die er eigentlich loswerden musste. „Hast du einen anderen?“

Empört warf sie den Kopf zurück. „Hier geht es nicht um einen anderen Mann in meinem Leben“, erklärte Maggie. „Sondern darum, einen hinauszuwerfen. Wir sind nicht mehr zusammen. Und wir werden auch nie mehr zusammen sein. Das hast du mir mit deinem Verhalten klar zu verstehen gegeben“

„Es war nicht meine Idee, dass du mich verlässt“, entgegnete er.

„Nein, aber deine Schuld“, antwortete sie scharf.

„Du bist diejenige, die ihre Koffer gepackt hat, Maggie.“

„Weil du mir keine andere Wahl gelassen hast.“ Ihre Stimme klang unsicher.

Kopfschüttelnd hob Maggie die Hand. „Lass uns damit aufhören, okay?“

„Du glaubst also, ich muss nur ein Stück Papier unterschreiben, und alles ist vorbei?“ Bevor sie zurücktreten konnte, zog er die Hände aus den Hosentaschen und fasste Maggie schnell an den Schultern. Bei der Berührung wurde Justice schlagartig klar, wie sehr er sie vermisst hatte.

Du hast es beendet, schon vergessen?“

„Das ist nicht wahr. Du bist diejenige, die gegangen ist“, erinnerte er sie ein weiteres Mal.

„Und du hast mich nicht aufgehalten“, konterte sie und sah ihn entschieden an.

„Was hätte ich denn tun sollen?“, fragte Justice. „Dich an einen Stuhl fesseln?“

Maggie lachte trocken auf. „Nein, das würdest du nicht, oder? Mich bitten, zu bleiben. Du würdest mir niemals hinterherlaufen.“

Ihre Worte trafen ihn, doch er erwiderte nichts. Ja, verdammt, er hatte nichts unternommen, um sie zurückzuhalten. Schließlich hatte er auch seinen Stolz, oder etwa nicht? Hätte er vor ihr auf die Knie fallen sollen? Sie hatte ihm klipp und klar zu verstehen gegeben, dass sie die Ehe mit ihm nicht mehr wollte. Was hätte er denn dagegen tun sollen?

Maggie warf das Haar zurück und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. „Herzlich willkommen zurück auf dem Kampfschauplatz. Ich gebe dir die Schuld, du gibst mir die Schuld. Ich brülle, du stellst dich taub. Wie immer.“

Er verzog keine Miene, sondern schaute Maggie nur an. „Ich stelle mich nicht taub.“

„Ich bitte dich, Justice. Du tust es doch gerade in diesem Moment.“ Sie lachte bitter auf und versuchte, sich aus seinem Griff zu befreien. Doch es gelang ihr nicht. Wieder lehnte sie den Kopf zurück und presste die Lippen aufeinander. Dieser Mund, Lippen, nach deren Geschmack er sich so sehnte. „Unsere Streitereien waren schon immer einseitig. Ich schreie herum, und du hörst weg.“

„Du glaubst also, wenn ich auch schreie, wäre das die Lösung?“

„Immerhin würde es mir zeigen, dass du etwas für mich empfindest!“

Er verstärkte seinen Griff, und nun funkelte er sie ebenfalls verärgert an. „Du weißt ganz genau, dass ich das tue. Du bist gegangen.“

„Weil ich mich immer nur nach dir gerichtet habe. Zu einer Ehe gehören zwei Menschen. Nicht nur einer, der den Überblick behält.“ Sie atmete tief ein, versuchte ein weiteres Mal seine Hände abzuschütteln, gab aber schließlich auf und seufzte. „Lass mich gehen, Justice.“

„Das habe ich bereits“, erwiderte er. „Aber du bist zurückgekommen.“

„Allerdings nicht, um hier mit dir zu stehen und zu streiten.“

„Blödsinn, Maggie.“ Seine Stimme war nun fast ein heiseres Flüstern. „Du hättest genauso gut deinen Anwalt zu mir schicken können. Himmel, du hättest mir die Papiere auch per Post zukommen lassen können. Aber das hast du nicht. Du bist selbst gekommen. Zu mir.“

„Weil ich dir in die Augen sehen will, wenn ich dich bitte, endlich zu unterschreiben.“

„Wirklich?“ Er neigte den Kopf und atmete ihren blumigen Duft ein. „Sind die Papiere der wahre Grund, aus dem du hier bist?“

„Ja“, antwortete sie und schloss die Augen, während sie mit den Händen seine Brust entlangstrich. „Ich will, dass es vorbei ist, Justice. Wir sind fertig miteinander, und ich möchte einen endgültigen Schlussstrich ziehen.“

Ihre Berührung ließ in Justice ein Feuer auflodern, das seinen ganzen Körper in Brand zu setzen schien. Da war es wieder. Dieses Brennen füreinander. Die Chemie. Wann immer sie sich berührten, schienen ihre Körper in einem gleißenden Licht zu erstrahlen.

Zumindest das hatte sich nicht geändert.

„Wir werden niemals miteinander fertig sein, Maggie.“ Er musterte sie begehrlich. Und er liebte es, wenn ihre Wangen sich röteten und ihre Lippen sich bei jedem Seufzer öffneten. „Das, was zwischen uns ist, wird niemals vorbei sein.“

„Das habe ich auch geglaubt.“ Sie öffnete die Augen, sah ihn eindringlich an und schüttelte den Kopf. „Aber wir müssen es beenden, Justice. Sonst werden wir uns wieder nur verletzen.“

Zweifellos. Das, was sie wollte, könnte er ihr niemals geben. Deshalb musste er sie loslassen. Um ihretwillen. Doch jetzt war sie hier, in seinen Armen. Und die letzten Monate ohne sie waren entsetzlich lang gewesen.

Um sie zu vergessen, hatte er versucht, sich mit anderen Frauen abzulenken, was ihm nicht gelungen war. Keine war gewesen wie sie. Er wollte sie, und nur sie.

Justice war so sehr erregt, dass er Mühe hatte, das schmerzliche Verlangen nach Maggie zu unterdrücken. Vergangenheit und Zukunft zählten nicht mehr. Dennoch erschütterte ihn die Gegenwart bis ins Mark.

„Sollte es wirklich so sein, dass wir fertig miteinander sind, Maggie“, sagte er, neigte seinen Kopf und streifte ihren Mund mit den Lippen, „dann ist dieser Moment das Einzige, was uns noch bleibt.“ Als sie einatmete, wusste er, dass sie genau das Gleiche empfand wie er. „Wenn du jetzt gehst, wird mich das umbringen.“

Immer noch kopfschüttelnd lehnte sie sich an ihn. Mit den Händen glitt sie über seine Schultern und seinen Hals, bis sie in sein etwas zu langes, dunkles Haar griff. Ihren Duft wahrzunehmen berauschte ihn. Alles, wonach er sich sehnte, war ihr Geschmack.

„Gott, ich habe dich furchtbar vermisst“, gestand sie leise und berührte mit den Lippen seinen Mund. „Mein Herz gehört immer noch dir, du Schuft.“

„Und du hast mir meins aus dem Leib gerissen, als du mich verlassen hast, Maggie.“ Er sah ihr tief in die Augen, und in den blassblauen Tiefen las er Leidenschaft, Verlangen und all die Gefühle, die auch ihn erfüllten. „Aber jetzt bist du hier, und verdammt soll ich sein, wenn ich dich wieder gehen lasse. Nicht in diesem Moment, nicht danach.“

Als er sie leidenschaftlich küsste, hatte er das Gefühl, wiedergeboren zu werden. Seit Monaten hatte er sich wie ein seelenloser Zombie durch die Welt geschleppt. Er atmete, aß, arbeitete. In seinem Inneren verspürte er jedoch eine große Leere. Um nicht nachdenken zu müssen, hatte er versucht, sich mit Arbeit auf der Ranch zu betäuben, und sich ins Geschäft gestürzt. Er hatte sich nicht den Kopf darüber zerbrechen wollen, was sie gerade tat oder wo sie war.

Monatelang hatte ihn das unerfüllte Verlangen nach ihr gequält, deshalb sehnte Justice sich danach, sich diesem Moment hinzugeben. Er glitt mit den Händen über ihren Rücken bis zu ihrem Po. Seufzend umfasste er ihre Rundungen und zog Maggie dicht an sich, sodass sie spürte, wie erregt er war.

Ihren Mund nah an seinen Lippen, stöhnte sie auf und presste sich an ihn. Justice löste die Lippen von ihrem Mund und senkte den Kopf, um sie zärtlich auf den Nacken zu küssen. Ihr Duft war betörend, ihre Hitze überwältigend. Justice konnte nur noch daran denken, sich endlich zu nehmen, was er so lange hatte entbehren müssen.

Er knabberte sachte an ihrer zarten Haut und genoss es, als sie lustvoll erschauerte und den Kopf zurücklehnte, um ihn gewähren zu lassen. Schon immer hatte sie es geliebt, wenn er ihren Hals liebkoste. Seine sanften Bisse, die Berührung seiner Zunge, mit der er die weiche Stelle hinter ihrem Ohr reizte. Schon immer hatte Maggie darauf reagiert.

Genießerisch strich er ihre Hüfte entlang und glitt mit der Hand tiefer und zwischen ihre Beine. Selbst durch den Stoff ihrer eleganten und gleichzeitig lässigen Baumwollhose hindurch spürte er deutlich ihre Hitze, ihr Verlangen nach ihm.

„Justice …“

„Zum Teufel, Maggie“, flüsterte er und hob den Kopf, um ihr in die Augen zu sehen. „Wenn du willst, dass ich aufhöre, dann …“

Sie lächelte. „Was dann?“

Seufzend legte er den Kopf an ihre Stirn. „Dann werde ich es tun.“

Maggie lehnte sich etwas zurück und berührte seine Wangen. Auch wenn das nicht der Grund war, aus dem sie hergekommen war, musste sie sich doch eingestehen, dass sie gehofft hatte, er würde sie noch einmal in die Arme schließen. Sie noch einmal lieben. Sie hatte ihn so sehr vermisst, dass der Schmerz, ihn zu verlieren, sie ständig begleitet hatte. Hier zu stehen und seine Hände und seine Lippen auf sich zu spüren kam Maggie vor wie die unerwartete Erfüllung eines geheimen Wunsches.

Als sie gegangen war, hatte sie stumm gefleht, er möge ihr folgen, sie nach Hause holen und alles wiedergutmachen. Dass er nichts dergleichen unternommen hatte, hatte ihr das Herz gebrochen. Trotzdem versuchte sie, weiterzumachen und ihr Leben neu zu ordnen. Sie hatte jetzt einen neuen Job, war in ein neues Apartment gezogen und hatte neue Freunde.

Und doch fehlte etwas. Ein Teil von ihr war hier, war auf der Ranch geblieben. Bei ihm.

Als sie in seine dunkelblauen Augen sah, die sie von Beginn an fasziniert hatten, sagte sie: „Hör nicht auf, Justice. Bitte, hör nicht auf.“

Er küsste sie, fordernd, bestimmend, verlangend. Mit der Zunge drang er in ihren Mund und liebkoste sie so wild und leidenschaftlich, dass Maggie von unzähligen warmen Schauern erfasst wurde und keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte.

Eine unglaubliche Hitze schoss durch ihren Körper und fuhr ihr bis in die Zehenspitzen. Sie schien buchstäblich in Flammen aufzugehen, ihre Haut brannte, ihr Blut kochte, und in ihrem Herzen tobte ein Feuersturm. Während er sie küsste, öffnete er geschickt den Reisverschluss ihrer Hose, glitt mit der Hand unter den Saum ihres Slips und begann ihre empfindsamste Stelle zu streicheln. Er musste spüren, dass sie bereit für ihn war.

Unter seinen sanften Berührungen erbebte sie. Sie stellte die Beine etwas weiter auseinander, damit ihre Hose zu Boden glitt. In diesem Augenblick war ihr völlig gleichgültig, wo sie waren. Maggie konnte gar nicht anders, sie versank in den Gefühlen, die er mit seinen zarten Liebkosungen in ihr wachrief. Als er erst mit einem, dann mit zwei Fingern in sie glitt, war Maggie so überwältigt, dass sie den Tränen nahe war.

Sie rang nach Atem und ließ den Kopf in den Nacken fallen, während sie instinktiv die Hüfte bewegte, um zu bekommen, was nur er ihr geben konnte. Diesen Rausch der Sinne hatte sie nur bei ihm erlebt. Sie hörte die eigenen heftigen Atemzüge, die bei jeder seiner Bewegungen schneller wurden. Als er ihre Lust unaufhörlich steigerte, hatte Maggie das Gefühl, vor Sehnsucht zu vergehen. Sie spürte, dass ihr jeder vernünftige Gedanke entglitt, je näher sie dem Höhepunkt kam.

„Lass dich für mich fallen, Maggie“, flüsterte er. „Ich will sehen, wie du kommst.“

Sie konnte sich ihm nicht verweigern, selbst wenn sie es gewollt hätte. Es war so lange her. Sie hatte sich so nach ihm gesehnt. Halt suchend presste sie die Hände an seine Schultern und griff in den weichen Stoff seines Hemds, unter dem sie seine harten Muskeln spürte.

Sie fühlte sich, als würde sie jede Sekunde vor Lust in tausend Teile zerspringen. Tausende Gedanken und Bilder gingen ihr durch den Sinn, während sie körperlich darauf brannte, erlöst zu werden. Vor Justice hatte sie dergleichen nie erlebt, kein anderer Mann hatte diese Gefühle in ihr geweckt. Und nach Justice … Andere Männer ließen sie kalt. Für sie war er der Einzige. Das hatte Maggie bereits gewusst, als sie ihn vor drei Jahren getroffen hatte. Ein Blick auf die überfüllte Tanzfläche des Wohltätigkeitsballs hatte genügt, um Justice auszumachen und zu wissen, dass er es war. Eine Sekunde. Als wäre die Zeit damals einen Augenblick lang stehen geblieben.

So wie sie jetzt stehen zu bleiben schien.

Auf der ganzen Welt gab es für sie jetzt nur noch ihn und seine Hände. Seine Berührungen. Seinen Geruch. „Justice – ich will …“

„Ich weiß, Baby. Ich weiß genau, was du willst. Nimm es dir. Nimm mich.“ Wieder drang er mit den Fingern in sie, bis sie den Atem anhielt.

Bis sie vor lauter Lust nur noch stöhnen konnte und sie sich an ihm festhalten musste. Bis unzählige Schauer unter der Wucht ihres Höhepunkts durch ihren Körper rauschten und sie erbeben ließen. Vollkommen überwältigt rief sie seinen Namen, wieder und wieder, bis die Wellen der Lust langsam abebbten und Maggie sich wie betäubt und atemlos an ihn lehnte.

Als sie aufhörte zu zittern und tief in seine dunkelblauen Augen blickte, sah sie, dass er lächelte. Da stand sie, mitten im großen Wohnzimmer mit nackten Beinen, nach Atem ringend. Eigentlich sollte es ihr … peinlich sein. Schließlich hätte jeder ins Haus spazieren können.

Doch alles, was Maggie spürte, war das Begehren, das wieder in ihr aufloderte. Mit seinen geschickten Liebkosungen hatte er sie in unglaubliche Höhen getragen. Doch sie wollte mehr. Sie wollte, dass Justice mit ihr schlief. Sie wollte seinen Körper spüren.

Während sie sich mit der Zunge die Lippen befeuchtete, atmete sie keuchend aus. „Das war …“

„… nur der Anfang“, beendete er den Satz.

2. KAPITEL

Das klingt gut, dachte Maggie.

Allerdings … Sie schaute sich in dem großen Zimmer um, bevor sie ihn wieder ansah. „Mrs. Carey ist zwar nicht da, aber …“

„Keine Angst, wir sind ganz allein“, sagte er schnell. „Keiner kann uns stören.“

Maggie seufzte erleichtert auf. Ein Störenfried war das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte. Und in einem Punkt hatte Justice recht: Ihre Vergangenheit war vorüber. Die Zukunft war grau und verschleiert. Alles, was ihr blieb, war das Heute, dieser Moment. Und deshalb würde sie jede Sekunde genießen.

Langsam strich sie durch sein dichtes Haar. Wie immer eine Spur zu lang, dachte sie beiläufig, obwohl sie es liebte, dass es auf seinen Kragen fiel. Mit dem Dreitagebart sah Justice so verdammt sexy aus. Ein warmer Schauer rieselte ihr über den Rücken.

Alles in ihr sehnte sich danach, dass er ihre Brüste berührte. Und als hätte er ihre Gedanken erraten, trat er einen kleinen Schritt zurück und begann, ihr die blassrosafarbene Seidenbluse aufzuknöpfen. Lächelnd streifte er ihr den Stoff über die Schultern und ließ ihn zu Boden gleiten. Sie entledigte sich hastig ihrer Hose, kickte die Halbstiefel von den Füßen und schlüpfte aus dem Spitzenhöschen.

Nachdem er ihren BH geöffnet und beiseitegeworfen hatte, umfasste er endlich ihre nackten Brüste. Mit den Daumen streichelte er ihre festen Brustwarzen, bis sie vor Wonne aufstöhnte. Erneut strömte die Lust durch ihren Körper; das nahezu schmerzhafte Verlangen nach ihm ergriff ganz Besitz von ihr.

„Du bist so schön“, flüsterte er erregt, nachdem er die Lippen von ihrem Mund gelöst hatte. Er betrachtete ihre Brüste, ohne aufzuhören, sie zu liebkosen. „So verdammt schön.“

„Ich will dich, Justice. Jetzt. Bitte, nimm mich jetzt.“

Verführerisch lächelte er ihr zu. Seine Augen schimmerten dunkel, als er sie scheinbar mühelos hochhob und sie kurz darauf auf eins der großen Sofas sinken ließ. Erwartungsvoll beobachtete sie, wie er sich unwirsch das Hemd aus der Hose zerrte und über den Kopf zog. Seine Haut war gebräunt und glatt, sein athletischer Oberkörper war so perfekt, als wäre er von einem Bildhauer modelliert worden. Unwillkürlich musste Maggie an all die Nächte denken, in denen sie in seinen Armen gelegen und sich an seine breite Brust geschmiegt hatte. Bei der Erinnerung daran verspürte sie ein angenehmes Kribbeln, das ihre Leidenschaft anfachte.

Sie ließ sich auf dem Sofa zurücksinken und legte den Kopf auf das Kissen. Nachdem sie die Arme nach ihm ausgestreckt hatte, fragte sie: „Worauf wartest du noch, Cowboy?“

Seine Augen begannen zu funkeln, seine aufeinandergepressten Lippen wirkten entschlossen und hart. Im Bruchteil einer Sekunde entledigte er sich seiner restlichen Kleidungsstücke, während Maggie es kaum noch erwarten konnte. Sie war mehr als bereit für ihn. Sie hatte das Gefühl, ohnmächtig zu werden, wenn er nicht auf der Stelle mit ihr schlief.

Als er auf sie zutrat, senkte Maggie den Blick und betrachtete, was ihr allen Grund zur Hoffnung gab. Als Justin sich zu ihr legte, atmete sie scharf ein. Um ihr und sich mehr Platz zu verschaffen, warf er die vielen Kissen zu Boden.

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