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In Gefahr und größter Not…

„Wer überzeugt ist, dass die Menschen zutiefst verderbt sind, wird sie einem strengen Regiment unterstellen wollen, während derjenige, der an ihre natürliche Güte glaubt, sich die Sache der Freiheit auf seine Fahne schreiben wird.“ (Ulrich Bröckling; Gute Hirten führen sanft. Über Menschenregierungskünste.)

IN GEFAHR UND GRÖßTER NOT,

bringt der Mittelweg den Tod

(Friedrich Freiherr von Logau, 1604-1655)

Aaron: „Als ich dreizehn oder vierzehn war, hat mein Vater mich einmal gefragt, was wahre Macht sei. Er sagte: ,Ein Imperium, von dem keiner etwas weiß‘“ (NIEMALS, 2017, Andreas Pflüger, S. 243)

Im Juli 2019

Detlef Zeiler

Gegenwartsforscher

Personen:

- Dave: David Reinwald (ehemaliger Geschichtslehrer).

- Juan: Taxifahrer und Kontaktmann zum kubanischen Geheimdienst.

- Maria: Maria Ortega (ehemals Schulpsychologin in Bogotá).

- Phil: u.a. Mitarbeiter der US-Drogenabwehr, DEA.

- Ricardo: Ehemaliger Soldat, aus Venezuela geflohen.

- Pablo: Leitende Figur im „Movimiento Carlos Pizarro“

- Eva: u.a. Mitarbeiterin des kubanischen Geheimdienstes.

- Dennis: Doppelagent und ehemaliger Führungsfigur in einer geheimen Organisation in Europa.

- Dimitri: Vater von Ricardo. Ehemaliger Mitarbeiter eines russischen Geheimdienstes. War vor Jahren in Kuba stationiert.

- Swetlana: Dimitris Frau.

- Sergej: Ehemaliger Kollege von Dimitri. Hat Kontakte zu Computerspezialisten.

In Gefahr und größter Not… Teil 3

(D. Zeiler)

Vorspann: Kurze Zusammenfassung von Teil 1 und 2. Es endet mit der Flucht der beiden Verdächtigen auf dem Motorrad.

AUßEN. STRAßE VOR DEM HABANA-RETRO CAFÉ IN HAVANNA/KUBA - ABEND

(Titel wird eingeblendet: „Havanna/ Kuba/ Monat/ Jahr“)

Dave und Juan, der kubanische „Taxifahrer“, der bereits aus Teil II bekannt ist, sitzen gerade gemütlich unter dem Vorbau des Habana-Retro Café im Stadtteil Vedado und unterhalten sich.

Unten, an der Straße, hält ein alter kuba-typischer Straßenkreuzer, in dem vier Jugendliche sitzen. Einer steigt aus und bringt eine Kühltasche nach oben, betritt das Restaurant, geht dort in die Küche, stellt die Tasche ab – und wechselt ein paar Worte mit einer Bedienung, die gerade in die Küche kommt. Er präpariert zwei Aperitifs (Eiswürfel und ein Getränk aus einer mitgebrachten Flasche) und übergibt sie der Bedienung. Diese geht hinaus und stellt sie Dave und Juan auf den Tisch mit den Worten: „Ein Geschenk des Hauses!“ Nachdem die Bedienung gegangen ist, nimmt Dave die Aperitifs und stellt sie einem Pärchen, das am Nebentisch sitzt mit einer freundlichen Geste auf den Tisch. (Evtl.: „Wir trinken kein Alkohol.“) Die beiden bedanken sich.

JUAN

Was soll das? Warum fragst du mich nicht?

DAVE

Solche Aperitifs in zerstampften Eiswürfeln sind mir schon mehrmals übel aufgestoßen. Und warum haben sie das nur uns serviert?

JUAN

Meinst du, das waren die Jugendlichen, die mit ihrem Wagen da unten stehen?

DAVE

Einer ist noch in der Küche. Er hatte eine Kühlbox, als er reinging.

JUAN

Der Typ am Nebentisch hat davon getrunken, sie nicht.

DAVE

Na, dann warte, was passiert. Ich kann mich ja täuschen.

Juan schaut rüber zu dem jungen Mann am Nebentisch. Dem scheint übel zu werden. Die Frau wirkt besorgt. Sie ruft die Bedienung und fragt, ob sie einen Arzt rufen könnte.

Die Bedienung sieht die Gläser mit den Aperitifs, die beide von dem Mann getrunken wurden. Sie erschrickt, rennt in die Küche und kommt mit einem Handy zurück. Sie ruft ein Taxi.

BEDIENUNG

Er muss in die Klinik. Ich habe ein Taxi gerufen.

Aus der Küche kommt der Jugendliche, der die Kühltasche gebracht hat - und mischt sich ein.

JUGENDLICHER

Lass! Ich fahre ihn.

Der Jugendliche, der kurz einen bösen Blick auf Dave und Juan wirft, und die Bedienung stützen den Mann, während er runter zum Straßenkreuzer torkelt. Seine Frau oder Freundin läuft nebenher. Der Straßenkreuzer fährt mit den jetzt 6 Personen davon.

DAVE

Hatte ich mir gedacht. Aber:

Woher wussten die, dass wir hier sind?

JUAN

Keine Ahnung. Dein Handy?

Dave und Juan zahlen, verlassen die Szene und gehen in Richtung einer Seitenstraße weiter. Unterwegs:

DAVE

Ich dachte, Kuba sei sicher.

TAXIFAHRER (JUAN)

Die Zeiten ändern sich, auch bei uns.

Dave, ich glaube, die wollten was von dir!

DAVE

Klar! Den Laptop. Aber den hat doch Phil!

JUAN

Dann waren das zumindest nicht seine Leute.

DAVE

Uns ist keiner gefolgt. Hab aufgepasst.

JUAN

Vielleicht dein Mobiltelefon?

DAVE

War ausgeschaltet.

(Pause)

Kann man das hier auch orten?

JUAN

Glaubst du, wir leben hinter dem Mond?

DAVE

Keine Ahnung. Bin nur Philologe.

Dave nimmt den Akku aus seinem Handy und steckt Handy und Akku in seine Jackentasche.

DAVE

Fahren wir in die Stadt. Maria wartet wahrscheinlich schon.

Sie steigen in das Taxi, das sie inzwischen erreicht haben. Juan weist Dave diskret darauf hin, dass etwas weiter hinter ihnen ein anderes Auto wartet, in dem er eine Bewegung wahrgenommen habe.

DAVE

Raus! Schnell raus!

Dave und Juan springen aus dem Taxi und werfen sich neben der Straße auf den Boden. Unmittelbar danach ist ein dumpfer Knall in dem Taxi zu hören - und man sieht, wie sich innen dichter Qualm entwickelt, der sich aus der offenen Türe nach draußen ausbreitet.

Sie stehen auf und laufen in einen kleinen Park, der an eine Seitenstraße angrenzt. Sie setzen sich auf eine Bank.

JUAN

Das war knapp!

Juan schaut bewundernd/skeptisch zu Dave:

JUAN

Wieso…?

DAVE

Dein Hinweis auf die Figuren hinter uns. Hatte das Gefühl, dass sie es nochmal versuchen.

JUAN

Warte! Ich ruf einen Kumpel.

Er nimmt sein Handy und ruft einen Kollegen an. Mitten im Gespräch - der Name „Phil“ wird erwähnt - verändert sich seine Miene. Dave schaut ihn erwartungsvoll an.

JUAN

Alles OK. Jemand holt uns ab.

DAVE

Wir sollten Maria Bescheid sagen.

JUAN

Sie wartet in der Altstadt. Unsere Leute haben Phil geortet. Die sind an dem Laptop interessiert, dem ihr nachjagt.

DAVE

Maria hat ein Gerät gleicher Bauart aufgetrieben, das wir euch lassen können.

Juan grinst wie über einen schlechten Witz.

JUAN

Unsere Leute wollen die Daten, nicht das Gerät!

DAVE

Na klar! Wir kopieren die rüber - da merkt keiner was.

Juan überlegt eine kleine Weile.

JUAN

Du weißt, was ich dabei riskiere, wenn das nicht hinhaut?

DAVE

Das klappt. Und du gehst auch nicht leer aus.

Dave holt ein Bündel Dollarscheine aus der Tasche und wedelt damit. - Inzwischen kommt ein Taxi angefahren und hält am Straßenrand.

JUAN

Wir klären das später.

DAVE

Gib mir mal dein Handy! Meins ist wohl verseucht.

Juan gibt ihm sein Handy. Dave wählt und beginnt zu sprechen, während sie zum Taxi gehen.

DAVE

Maria…

Sie steigen in das Taxi, das davonbraust…

Abblende. - Aufblende.

INNEN. HOTELZIMMER IN HAVANNA/ KUBA - FRÜHER MORGEN

Ein Paar liegt in einem Bett. Man sieht, dass der Mann bereits graue Haare hat. Die junge Frau steht vorsichtig auf, der Mann schläft weiter. Sie geht leise barfuß in das zweite Zimmer, wo ein Laptop auf einem Tisch steht. Sie schaltet ihn an, fährt ihn hoch.

Ihr Gesicht (Großaufnahme und dann im Detail die Augen) zeigt ein Erstaunen. Sie steht auf, lauscht, ob aus dem Nebenzimmer/ Schlafzimmer ein Geräusch zu hören ist. Nichts.

Aus einer schicken Damenjacke, die in einem Schrank hängt, holt sie einen USB-Stick, geht zurück zum Laptop - und kopiert von dort eine Datei auf den USB-Stick. Dabei hört sie Geräusche vom Nebenzimmer/ Schlafzimmer. Sie schafft es, die Datei vollständig zu laden und steckt den USB-Stick rasch wieder zurück in die Jacke im Schrank.

Dann fährt sie die Internetseite einer kolumbianischen Zeitung hoch, auf der ein Artikel über die Schwierigkeiten beim Friedensprozess in Kolumbien geschildert wird. Sie schüttelt den Kopf, so, als ob sie sich über den Inhalt ärgere, während der Mann aus dem Nebenzimmer dazu tritt und schaut, was sie da liest.

DER MANN (DENNIS)

Kolumbien? Du interessierst dich für den Friedensprozess?

DIE FRAU (EVA)

War schon länger wach - und wollte mich beschäftigen. Du hast fest geschlafen.

Der Mann schaut auf die Uhr und kratzt sich am Kopf.

DER MANN (DENNIS)

Tatsächlich. Schon spät. Ich muss gleich los!

DIE FRAU (EVA)

Kein Frühstück?

DER MANN (DENNIS)

Später. Holen wir nach.

Der Mann geht rüber ins andere Zimmer und zieht sich an. Die Frau atmet auf, ist sichtlich erleichtert.

INNEN. TAXI FÄHRT DURCH STRAßEN IN HAVANNA/KUBA - NACHT

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