Logo weiterlesen.de
In Adelskreisen - Folge 46

In Adelskreisen

Tauchen Sie ein in die glanzvolle Welt des Hochadels.

Erleben Sie Leid und Glück in Märchenschlössern und Liebe, die nicht nach Rang und Namen fragt.

Ein Prinz gestand ihr seine Liebe

Doch es war nur ein Glück für kurze Zeit

Von Ina von Hochried

Ein Leben voller Seligkeit liegt vor ihr. Das jedenfalls glaubt die junge Monika, als sie an der Seite des Grafen Norbert von Wildenberg zum Traualtar geht.

Doch schon bald muss sie erkennen, dass der Graf ein herrschsüchtiger Mann ist, der ihr nicht das kleinste Vergnügen gönnt und sie auf Schritt und Tritt bewacht. Sie fühlt sich wie eine Gefangene, wenn auch in einem goldenen Käfig.

Und so sieht Monika nach nur einem Jahr Ehe keine andere Möglichkeit, als ihren Mann zu verlassen. Doch sie weiß, dass ihre Flucht aus dem Schloss gefährlich ist …

Dass Wildmuth Graf von Wildenberg eigenhändig seinen Bruder Roderich in den Grundfesten der trutzigen Burg einmauerte, ist bis auf den heutigen Tag in einer alten Chronik überliefert, die freilich kaum mehr zu lesen ist.

Das grausige Geschehen spielte sich im Jahre 1386 ab.

Die beiden Brüder hatten sich nie recht verstanden. Graf Wildmuth war ein jähzorniger, herrschsüchtiger Mann, der keinen Widerspruch duldete und jeden Menschen, der ihm in den Weg kam, als seinen Untertan betrachtete. Graf Roderich hingegen konnte lesen und schreiben, weshalb er in den Augen seines Bruders als verrückt galt, und außerdem sagte man von ihm, dass er das Zweite Gesicht habe.

Daher war es nicht verwunderlich, dass Graf Wildmuth die sich bietende Gelegenheit sofort ergriff, sich seines ungeliebten Bruders zu entledigen.

Graf Wildmuth war mit einer zarten, stillen Frau verheiratet. Er hatte sie nie geliebt. Es war fast natürlich, dass diese Frau, die unter der Willkür ihres Mannes genauso litt wie alle anderen Menschen in seiner Umgebung, sich dem sanfteren Bruder Roderich zuwandte. Ein unglücklicher Zufall wollte es, dass Graf Wildmuth seinen Bruder und seine Frau in zärtlicher Umarmung antraf. Damit war das Schicksal der beiden Liebenden besiegelt.

Graf Wildmuth sperrte seinen Bruder in ein unterirdisches Verlies, kettete ihn an und gab ihm – als Gnadenbeweis, weil er ja immerhin sein Bruder war – ein paar Talglichter und Wasser und Brot für zwei Tage. Dann mauerte der Graf den Ausgang zu, und es war allen Burgbewohnern bei sofortiger Todesstrafe verboten, sich dem Mauerwerk zu nähern. Seine Frau ließ der grausame Graf von den Hunden aus der Burg jagen. Man hat nie mehr etwas von ihr gehört. Es ging das Gerücht, dass sie den Wölfen zum Opfer gefallen sei, die damals noch die schier endlosen Wälder unsicher machten.

Aus Hohn hatte Graf Wildmuth seinem Bruder auch Schreibzeug und Pergament auf den unvermeidlichen Weg in die Ewigkeit mitgegeben.

»Jetzt kannst du schreiben, bis die Feder dir aus den Fingern fällt«, hatte der Graf gehöhnt.

Graf Roderich schrieb, doch niemand hat die Pergamente je zu Gesicht bekommen. So kam es, dass bis auf den heutigen Tag auch eine Weissagung unbekannt geblieben ist, die Graf Roderich beim verlöschenden Schein seines letzten Talglichtes zu Papier brachte.

Diesmal, so schrieb der Sterbende, sei es so gewesen, dass ein Graf Wildenberg seine Frau aus der Burg gejagt habe. Es werde aber der Tag kommen, an dem eine Gräfin Wildenberg die Burg freiwillig und aus eigenem Entschluss verlässt, weil sie es bei ihrem Mann nicht mehr aushalten könne. Und der Graf werde nicht die geringste Möglichkeit haben, sie zurückzuhalten. So soll Gottes Fügung die Verhältnisse also umkehren und gutmachen, was einst in der Familie derer von Wildenberg gesündigt worden sei.

Jahrhunderte vergingen. Der eingemauerte Graf, längst nur noch ein Skelett, geriet in Vergessenheit. Bald war er nur noch eine Sage, wenn die Burgleute ihren Kindern erzählten, dass er des Nachts durch die Gewölbe geistere und wehklagend nach seiner Geliebten suche.

Schließlich blieb von jenem tragischen Geschehen nur noch ein Stück Papier, das Blatt in der alten Chronik nämlich, denn in späteren Jahren waren große Teile der Burg abgerissen worden. Auf den Grundfesten der Burg bauten die Grafen von Wildenberg ein prachtvolles Schloss, weil die Zeiten ruhiger geworden waren und in der zugigen Burg niemand mehr leben mochte.

Das Schloss Wildenberg aber steht noch heute. Es liegt auf einer Anhöhe, ist von einem herrlichen Park umgeben, und längst denken die Grafen nicht mehr daran, friedlich daherziehende Kaufleute zu überfallen. Heute gehört den Wildenbergs einer der größten Gutsbetriebe weit und breit, und weil die Zeiten sich völlig geändert haben, beziehen die Wildenbergs ihre Einkünfte auch aus anderen Quellen – aus Beteiligungen an Aktiengesellschaften beispielsweise.

Dieses alles sollte man wissen und bedenken, wenn man erfährt, was sich viele Hundert Jahre später auf Schloss Wildenberg zugetragen hat …

***

Norbert Graf von Wildenberg hatte denkbar schlechte Laune, als er mit seinem schweren Wagen zum Schloss fuhr. Seine Absicht, den Gutleder-Hof zu kaufen, war wieder einmal zunichte gemacht worden.

Der Hof, um den es ging, gehörte dem alten Gutleder, einem knorrigen, eigensinnigen Bauern. Die Liegenschaften dieses Hofes waren beträchtlich und grenzten direkt an den immensen Besitz derer von Wildenberg an. Hätte der Graf den Grundbesitz des Hofes an sich bringen können, wäre die Wirtschaftlichkeit und Ertragfähigkeit des Gutes erheblich gesteigert worden.

Aber der alte Gutleder war ein Querkopf.

»Sie haben ja recht, Herr Graf«, hatte er lamentiert, als er seinem Besucher in der guten Stube gegenübersaß, »ich habe keine Erben. Aber ich mag die Hände nicht in den Schoß legen, solange ich sie noch regen kann.«

»Aber das ist doch Unsinn, Gutleder«, hielt der Graf ihm vor, seinen Unmut nur mit Mühe zügelnd. »Sie haben in Ihrem Leben genug gearbeitet, nun lassen Sie mal andere ran. Und außerdem biete ich Ihnen für Ihren Hof ein gutes Stück Geld.«

»Geld – was soll ich mit Geld, Herr Graf? Ich bin alt, ich brauche nichts mehr. Das Einzige, was mir noch geblieben ist, ist die Freude an der Arbeit.«

»Viele würden lachen, wenn sie Sie so reden hörten«, setzte der Graf dagegen. »Freude an der Arbeit! Für die meisten ist Arbeit eine unangenehme Unterbrechung der Freizeit, Gutleder!«

»Das sind neumodische Ansichten, mit denen habe ich nichts zu schaffen«, zeterte der Bauer und fügte hinzu: »Ein paar Jahre nur noch, Herr Graf, dann holt der liebe Herrgott mich sowieso zu sich. Kommen Sie dann wieder, dann werde ich Ihnen den Hof geben.«

Es nutzte alles nichts. Der Graf musste gehen, und dabei war er obendrein noch gezwungen, halbwegs freundlich zu bleiben, sonst hätte er sich die Bereitwilligkeit des Alten, ihm kurz vor seinem Tod den Hof zu geben, vielleicht auch noch verscherzt.

Norbert Graf von Wildenberg, ein großer, kräftiger, herrischer Mann, hatte eine Niederlage hinnehmen müssen, und so etwas war er nicht gewöhnt. Kein Wunder, dass ein heftiger Groll in ihm kochte, als er jetzt das Schloss erreichte, den Wagen bis vor die Auffahrt lenkte, ihn dort stoppte und ins Freie sprang. Der Graf blickte gewohnheitsmäßig an der Fassade des Schlosses empor. »Das Schloss mit den sieben Türmen« nannte man es.

Eigentlich hatte es nur sechs. Zwei große, die die breit hingelagerten Flügel abschlossen, und vier kleine, die über den Rest des Baues verteilt waren. Sie wirkten ungemein dekorativ über den beiden Stockwerken mit den vielen hohen Fenstern und dem wuchtigen Portal, das auf jeder Seite von drei Säulen flankiert wurde.

Der siebente Turm aber, der dem Schloss den Namen gegeben hatte, stand ein wenig abseits, von den hohen, alten Bäumen des Parkes verdeckt. Es war ein trutziger, kantiger Turm mit halb zerfallenen Zinnen – ein Rest der Burg, die früher einmal hier gestanden hatte und deren Herren weit und breit gefürchtet waren.

Mit weit ausholenden Schritten nahm der Graf die vier Marmorstufen, die zum Portal hinaufführten. Rechts und links neben dieser Treppe hockten zwei steinerne Löwen, die in ihren Pranken das Wappen derer von Wildenberg hielten.

Der Graf betrat die Halle. Sie war hoch und groß, eine breite Treppe führte im Hintergrund in das obere Geschoss des stattlichen Schlosses. Zwischen den hohen Türmen, die rechts und links zu den zahlreichen Räumen des Gebäudes führten, standen auf kleinen Sockeln sechs matt schimmernde Ritterrüstungen. Über ihnen an den Wänden hingen uralte Gobelins unschätzbaren Wertes.

»Ist denn hier niemand?«, donnerte die Stimme des Grafen durch die Halle, weil er keinen Menschen erblicken konnte.

Die Tür zum Grünen Salon öffnete sich, und der Butler erschien. Er war alt, er hatte schon dem Vater des heutigen Grafen gedient. Sein Haar war grau.

»Sie wünschen, Herr Graf?«

»Warum sind Sie nicht da, wenn ich heimkomme, Paul?«, fuhr der Graf ihn an. »Wollt ihr mir vielleicht auf der Nase herumtanzen?«

Das war so ungerecht wie nur etwas, aber der Graf war nun mal wütend und musste irgendwie Dampf ablassen.

»Natürlich nicht, Herr Graf«, antwortete Paul mit fester Stimme. »Ich war gerade bei der Frau Gräfin.«

»Wozu hat meine Frau ihre Zofe?«, grollte Graf Norbert. »Muss sie unbedingt das gesamte Personal auf Trab halten?«

»Verzeihung, Herr Graf, wir haben über …«

»Interessiert mich nicht!«, winkte der Graf herrisch ab und marschierte auf die Tür zum Grünen Salon zu.

Der Salon hatte seinen Namen von der grünen Seidentapete bekommen, mit der die Wände bespannt waren. Zierliche Möbel standen herum, alte Ölgemälde hingen an den Wänden, und auf dem Fußboden lag ein großer chinesischer Teppich. Die Gräfin saß in einem Fenstererker, hatte einen kleinen Tisch zu sich herangezogen und studierte ein paar Planskizzen. Als die Tür so heftig geöffnet wurde, ruckte ihr Kopf herum.

»Ah, du bist es«, meinte sie lächelnd. »So früh schon zurück?«

Mit zusammengezogenen Augenbrauen kam der Graf näher. Er verschränkte die Hände auf dem Rücken.

»Ja, ich bin zurück«, knurrte er. »Stört dich das etwa?«

Die schönen dunklen Augen der Gräfin wurden groß. Sie waren leicht schräg gestellt und verliehen dieser ungemein attraktiven Frau einen etwas exotischen Reiz. Ihr Mund war voll erblüht, die Nase fein geformt.

»Natürlich stört mich das nicht«, gab die Gräfin zurück. »Ich habe nur so gefragt. Hast du schlechte Laune?«

»Muss ich mich vor dir rechtfertigen?«, schnaubte der Graf. »Was hattest du mit Paul zu schaffen? Als ich eben eintraf, war niemand in der Halle!«

In ihren Augen glitzerte es. »Was ich mit Paul zu schaffen hatte, ist wohl nicht ganz der richtige Ausdruck. Aber ich will es dir gern erklären. Ich habe mir gedacht, dass man das große Blumenrondell vor dem westlichen Schlossflügel umgestalten könnte. Schau her, hier habe ich ein paar Ideen skizziert, wie man es am besten bewerkstelligen könnte.«

Sie wies auf die Papiere, die vor ihr lagen. Aber der Graf würdigte sie kaum eines Blickes.

»Ich finde, dass das Rondell in der Form, in der es sich jetzt befindet, sehr gut aussieht. Außerdem ist es nach den Ideen meines Vaters gestaltet worden, und allein schon das ist ein Grund, weshalb man nicht daran herumbasteln sollte.«

»Aber warum soll man es nicht ein bisschen modernisieren? Die heutige Gartenarchitektur …«

Der Graf schnitt ihr schroff das Wort ab. »Ich möchte davon nichts mehr högen«, sagte er barsch. »Außerdem erwarte ich, dass du mich künftig fragst, wenn du hier irgendwelche Änderungen einführen willst – hast du mich verstanden?«

Ihre schönen Augen verengten sich. »Ja, ich habe dich verstanden. Laut genug sprichst du ja. Aber seit wann ist es verboten, sich eigene Gedanken zu machen?«

»Wenn sie einen Sinn haben, denkt niemand daran, sie zu verbieten«, setzte der Graf dagegen. »Wenn sie aber zwecklos sind, sollte man sie lieber gleich fallen lassen.«

»Man kann doch zumindest einmal darüber reden«, äußerte die Gräfin mit belegter Stimme. Sie nahm die Pläne, an denen sie eben mit so viel Hingabe gearbeitet hatte, und zerknüllte sie zwischen ihren Fingern.

»Das haben wir jetzt getan, und damit ist die Sache erledigt«, entschied der Graf. Er ließ sich auf einen Stuhl sinken. »Ich war beim Gutleder«, fuhr er mit veränderter Stimme fort.

»Und? Was hat er gesagt?«

»Er ist nach wie vor so stur wie ein Ochse!«, polterte Norbert Graf von Wildenberg. »Er will nicht verkaufen.«

»Ich kann ihn nicht verstehen. Er ist doch schon so alt und hat keine Erben …«

»Das meine ich auch!« Der Graf nickte heftig. »Ich habe mit Engelszungen auf ihn eingeredet – es hat nichts genützt. Er hat sich einzig und allein dazu bereiterklärt, mir kurz vor seinem Tode den Hof zu überlassen.« Der Graf lachte böse. »Jetzt müsste ich mir eigentlich wünschen, dass ich bis zu seinem Ende nicht mehr lange zu warten brauche.«

»So etwas darf man sich nicht wünschen«, rügte die Gräfin leise.

Sofort fuhr der Graf wieder auf. »Willst du mich vielleicht zurechtweisen?«, herrschte er sie an.

Monika Gräfin von Wildenberg ließ die Hände sinken. Sie blickte den Grafen an. Ihre Stimme wurde eindringlich.

»Norbert«, sagte sie, »wir sind jetzt seit fast einem Jahr verheiratet. Weißt du eigentlich, dass ich in dieser Zeit kaum ein liebes Wort vor dir gehört habe? Weißt du, dass du mich nur herumkommandierst, genau wie die Leute auf dem Gut und das Personal hier im Schloss?«

Er starrte sie verständnislos an. »Wieso? Was soll das heißen?«, fragte er verwirrt.

»Ich habe andere Vorstellungen von dem Umgangston, der zwischen Eheleuten herrscht«, fuhr sie fort.

»Verlangst du etwa, dass wir pausenlos turteln?«

»Pausenlos nicht. Aber gelegentlich. Vielleicht einmal im Monat.«

»Das ist doch lächerlich!«

»Meinst du? Ich bin da anderer Ansicht. Ehefrauen sind keine Puppen, Norbert, die man nach Lust und Laune aus dem Regal nehmen kann.«

Abrupt sprang der Graf auf. Er musterte seine Frau mit scharfen, fast stechenden Augen.

»Könnte es nicht sein, Monika«, fragte er mit fast gefährlich leiser Stimme, »dass du zu wenig zu tun hast? Hast du mit der Wirtschafterin in diesem Monat schon die Wäscheschränke überprüft?«, fragte er.

»Natürlich«, versicherte die schöne Gräfin. »Es hat mich zwar geistig nicht sehr angeregt, aber getan habe ich es.«

»Du hast hier Betätigungsmöglichkeiten genug«, entschied Graf Norbert. »Wenn du behauptest, zu wenig zu tun zu haben, so ist das einzig und allein deine Schuld.«

»Nicht ganz, Norbert.« Sie blickte ihm fest in die Augen. »Ich habe dich beispielsweise neulich gebeten, eine Freundin in München besuchen zu dürfen, damit ich mal etwas Abwechslung habe. Da hast du schroff abgelehnt.«

»Weil es sich nicht gehört, dass eine Gräfin Wildenberg allein in der Gegend herumreist!«

»Norbert, vergiss bitte nicht, dass wir nicht mehr im Mittelalter leben«, mahnte Gräfin Monika.

»Das ändert nichts an den Tatsachen!«, beharrte ihr Mann.

»Vorgestern war ich in der Kreisstadt. Obwohl ich einen Führerschein habe und vor unserer Hochzeit viel gefahren bin, hast du mir einen Fahrer aufgedrängt. Ich habe dir die Bücher gekauft, die du haben wolltest. Als ich dich anrief und dich fragte, ob du etwas dagegen hättest, wenn ich im Café Rosengarten noch ein Stück Kuchen esse, hast du mich heimkommandiert. Ich darf mich also noch nicht einmal in ein Café setzen!«

»Ja, verstehst du denn nicht, warum?«, herrschte Graf Norbert sie an. »Was, zum Kuckuck, sollen die Leute denken, wenn eine Frau allein im Café sitzt?«

»Was denken sie denn, Norbert?«

»Dass du … dass du auf Männerfang bist!«

Wider Willen musste Gräfin Monika lachen. »Das ist doch absurd, Norbert, siehst du das denn nicht selbst ein?«

»Nein, ich sehe es nicht ein, und deswegen kommt so etwas nicht infrage!« Seine Stimme war scharf.

Jetzt stand die Gräfin auf. Sie trug ein buntes Sommerkleid, das ihre zauberhafte Figur betonte.

»Weißt du, was du tust, Norbert?«, fragte sie leise. »Du behandelst mich nicht wie eine Ehefrau, die du liebst und der du auch mal etwas gönnst – du behandelst mich wie eine Gefangene!«

***

Der Graf starrte sie ein paar Sekunden lang an. In seinen Augen schienen Flammen zu lodern.

»Das ist infam!«, stieß er hervor. »Ich verlange lediglich, dass du so lebst, wie es sich für eine Gräfin Wildenberg geziemt, und du wagst es, mir solche Worte an den Kopf zu werfen?«

»Ich werfe dir nichts an den Kopf, ich sage nur, wie es ist«, erwiderte sie und kam langsam näher. Ihre Augen waren sehr groß. »Bevor wir heirateten, Norbert, habe ich ein ganz anderes Leben geführt als heute. Ich bin ausgegangen, wann und wie ich wollte, ich habe mich in den Wagen gesetzt, wenn es mich danach gelüstete, ich habe Tennis gespielt und mit Freunden gefeiert – trotzdem ist niemand auf die Idee gekommen, mich als junges Mädchen zweifelhaften Rufes anzusehen, Norbert.«

»Es ist ein Unterschied, ob man verheiratet ist oder nicht! Außerdem bist du jetzt eine Wildenberg, und ich …«

»Vergiss nicht, dass ich auch nicht gerade aus einer namenlosen Familie stamme, Norbert.«

Das stimmte. Sie war eine geborene Komtess Dallenheim, und ihre Mutter stammte sogar aus einer fürstlichen Familie.

Norberts Augen wurden schmal. »Dein Ton gefällt mir nicht, Monika«,

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "In Adelskreisen - Folge 46" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen