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In Adelskreisen - Folge 43

In Adelskreisen

Tauchen Sie ein in die glanzvolle Welt des Hochadels.

Erleben Sie Leid und Glück in Märchenschlössern und Liebe, die nicht nach Rang und Namen fragt.

Erste Liebe – letzte Liebe?

Roman um die geheimen Träume einer Frau

Von Ina von Hochried

Für Susanne Colmann bricht eine Welt zusammen, als sie erfährt, dass ihr Mann sie schon seit Monaten betrügt. Mit Ulla Kirsch, seiner bildschönen, jungen Sekretärin.

Susanne hält eine Scheidung für unumgänglich, und sie wird in ihrem Entschluss noch bestärkt, als sie zufällig ihrer Jugendliebe Moritz von Lengen wiederbegegnet. Damals war es eine glückselige Zeit – heute jedoch sind sie beide zwanzig Jahre älter. Kann eine große Liebe von Neuem aufblühen?

Dr. Philipp Colmann war mit seiner Suppe fertig. Er legte den Löffel aus der Hand und schaute auf seine goldene Armbanduhr.

Susanne, seine Frau, bemerkte diesen hastigen Blick.

»Hast du es wieder so eilig?«, fragte sie in einer Mischung aus Traurigkeit und Tadel.

»Ja, Susanne, schrecklich eilig. Die Leute vom Kirchenbauamt lassen mir einfach keine Ruhe. Ich muss in einer halben Stunde bei ihnen sein. Mit dem Turm für die Johanneskirche sind wir noch nicht ganz klar.«

Susanne Colmann nickte. Es war nicht zu erkennen, ob sie sich mit dieser Erklärung zufriedengab oder nicht. Sie läutete, ein junges Dienstmädchen kam herein und räumte die Tassen fort.

»Möchten Sie noch die Soße abschmecken, gnädige Frau?«, fragte das Mädchen.

»Nein, Marlene, lassen Sie nur. Mein Mann hat es eilig.«

Das Mädchen verschwand. Zwischen den Eheleuten herrschte einen Moment lang Schweigen. Philipp Colmann trommelte nervös mit den Fingern auf die weiße Damast-Tischdecke.

Dann fragte er plötzlich: »Wo bleibt eigentlich Claudia?«

»Das weißt du doch, Philipp. Sie hat dich gestern um Erlaubnis gefragt, ob sie heute nach der Schule bei ihrer Freundin essen und zusammen mit ihr die Hausaufgaben machen darf.«

»Ah, richtig. Hausaufgaben? Bist du überzeugt, dass sie das wirklich tut?«

»Was sollte sie sonst vorhaben?«

»Na, mit siebzehn Jahren hat man ja auch schon andere Gedanken im Kopf. Einen netten Jungen, zum Beispiel.«

»Claudia nicht.«

»Bist du ganz sicher?«

»Ja, Philipp, ganz sicher. Trotz des Vaters.«

Das Trommeln der Finger hörte jäh auf.

»Was soll das heißen?«, fragte Philipp Colmann gereizt und blickte seine immer noch recht attraktive Frau mit flackernden Augen an.

»Du warst ja nie schüchtern dem anderen Geschlecht gegenüber, nicht wahr?«, erwiderte Susanne.

»Das ist lange vorbei«, behauptete er hastig und schaute wieder auf die Uhr. »Wo bleibt denn nun das vermaledeite Essen?«

»Ich kümmere mich darum, Philipp«, sagte seine Frau und erhob sich. »Vielleicht denkst du inzwischen darüber nach, ob das wirklich schon lange vorbei ist.«

Betroffen schaute Dr. Colmann seiner Frau nach. Was meinte sie damit? Sie konnte doch unmöglich gemerkt haben, dass …

Susanne kam mit dem Mädchen wieder.

»Schon gut, Marlene, ich lege selbst vor«, sagte Frau Colmann. Es gab Cordon bleu mit frischem Salat.

»Ich möchte wissen«, sagte Philipp Colmann, während seine Frau den Teller für ihn füllte, »was diese Bemerkung eben zu bedeuten hat.«

»Das musst du doch besser wissen als ich«, entgegnete sie müde.

»Zum Donnerwetter, heraus mit der Sprache!«, rief er heftig.

»Wer brüllt, hat ein schlechtes Gewissen«, meinte Susanne Colmann resigniert.

»Ich brülle nicht!«

Susanne stellte ihm den Teller hin. Und plötzlich erklärte sie: »Philipp, wenn du dich scheiden lassen willst, sage es bitte rechtzeitig.«

Betroffen starrte er sie an. Er war vollkommen fassungslos. Es zuckte in seinem Gesicht.

»Was willst du damit sagen?«, würgte er hervor.

»Ich will damit sagen, dass ich es nicht nett von dir finde, mich so lange zu hintergehen. Habe ich das verdient? Bin ich dir nicht einmal ein wenig Offenheit und Ehrlichkeit wert?«

»Susanne, ich verstehe nicht …«

»Iss, mein Lieber. Sonst wird Ulla Kirsch sehr ungehalten sein. Sie ist gewiss nicht so geduldig wie ich.«

Dr. Colmann fuhr von seinem Stuhl in die Höhe. Polternd kippte der Stuhl hinter ihm um.

»Ulla Kirsch? Zum Kuckuck, was hat sie mit mir zu tun?«

»Erstens ist sie deine Sekretärin und zweitens deine Geliebte. Du staunst, dass ich das weiß? Ich habe es immer schon geahnt. Seit vorgestern weiß ich es mit Bestimmtheit. Du warst geschickt bisher, aber diesmal hast du einen Fehler gemacht. Helene hat dich in Hamburg gesehen. Im Regina-Hotel. Natürlich mit Ulla. Zärtlichkeiten beim Essen, und hinterher folgte sie dir auf dein Zimmer. Ich …«

»Ich habe ihr Briefe diktiert, zum Donnerwetter!«, brauste Philipp Colmann auf. »Ich verbitte mir diese Ungeheuerlichkeiten!«

»Du vergisst, dass du mir erzählt hast, Ulla Kirsch bleibe hier, weil es zu viel Arbeit im Büro gebe. Und du vergisst auch dein Essen. Ulla Kirsch ist gewiss sehr anspruchsvoll, in jeder Beziehung. Wenn du nicht isst, dann kann das in deinem Alter …«

»Schluss jetzt!«, brüllte er. »Ich lasse mir so etwas nicht gefallen. Gerade von dir nicht! Ich werde dir zeigen, wer hier der Herr im Haus ist!«

»Dass du der Herr im Haus bist, hat niemand bestritten. Ich bestreite nur, dass du es noch lange bleiben wirst.«

Dr. Colmann, erfolgreicher Architekt, angesehen und vermögend, schnappte nach Luft.

»Du hörst von mir!«, stieß er hervor, außer sich vor Zorn. »Und so schnell siehst du mich nicht wieder! Darauf kannst du dich verlassen! Wenn du mich nicht um Verzeihung bittest, dann … dann sind wir geschiedene Leute!«

»Also hatte ich doch recht«, sagte Susanne Colmann mit matter ergebener Stimme. »Und nun bin ich sogar noch der Sündenbock. Philipp, du bist nicht nur treulos, du bist auch noch gemein.«

Er wollte auf sie losfahren, aber dann besann er sich anders. Mit langen Schritten lief er aus dem Esszimmer.

Augenblicke später heulte draußen vor dem weißen Bungalow der Motor seines Jaguars auf. Die Reifen kreischten, als er vom Garagenplatz auf die stille Wohnstraße bog.

Hoffentlich bricht er sich nicht den Hals, dachte Susanne Colmann voller Angst. Dann aber presste sie die Hände vor das Gesicht und weinte.

Sie weinte bitterlich. Sie weinte um ihr verlorenes Eheglück.

***

Ulla Kirsch war sehr blond, sehr schlank, sehr attraktiv. Ihre Seidenbluse war beängstigend eng, ihr roter Rock unglaublich kurz. Als ihr Chef durch das Sekretariat stürmte, saß sie aufreizend gelassen auf ihrem Schreibtisch und polierte die überlangen silberlackierten Fingernägel.

»Frau Kirsch, zum Diktat!«, rief Colmann.

»Der hat’s aber eilig!«, bemerkte Inge Lang, die zweite Sekretärin. »Na, Sie werden ihn schon beruhigen.«

Ulla Kirsch machte eine verächtliche Bewegung, nahm Block und Stift und ging zur Tür zum Chefzimmer. Es lohnte sich nicht, auf die Bemerkung etwas zu erwidern. Inge Lang war ein bisschen dümmlich in Ullas Augen, und vor allem war sie keine Konkurrenz für sie. Jedenfalls in diesem Büro nicht.

Ulla Kirsch drückte die dick gepolsterte Tür hinter sich zu und ging mit wiegenden Hüften zum Chef hinüber. Er stand am Fenster. Seine sonst korrekt gescheitelten Haare waren verwirrt. Er war hochrot im Gesicht.

Ulla warf den Block in einen Sessel.

»Hast du Ärger, Liebling?«, fragte sie und legte ihm die Hand auf die Schulter.

Philipp Colmann fuhr herum, so heftig, dass ihre Hand herunterfiel.

»Sie weiß alles!«, fuhr er sie an. »Alles!«

»Wer bitte?«, fragte Ulla lässig und wollte seine Krawatte zurechtzupfen. Er stieß rücksichtslos ihre Hand fort.

»Lass das jetzt! Meine Frau natürlich! Sie hat erfahren, dass wir zusammen in Hamburg waren. Im selben Hotel. Und im selben Zimmer.«

Ulla Kirsch war keinerlei Überraschung anzumerken. Im Gegenteil, sie lächelte und lehnte sich an ihn. Er spürte die Wärme ihres elektrisierenden Körpers, den aufreizenden sanften Druck.

»Ich verstehe gar nicht«, erwiderte sie sanft, »warum du dich so aufregst. Du wolltest es ihr doch sowieso sagen. Bisher hast du nie die passende Gelegenheit gefunden. Und jetzt hat sich alles von selbst geklärt. Nun brauchst du noch nicht einmal mehr mutig zu sein.«

»Mutig! Mutig!« Er lief zum Schreibtisch und kam wieder zurück, kehrte um und nahm den gleichen Weg in Angriff. »Du hast vielleicht Ansichten! Darum geht es doch gar nicht! Es geht um die Art und Weise, wie sie es erfahren hat.«

»Wo ist da der Unterschied?«

»Ulla, ich habe schließlich achtzehn Jahre mit ihr gelebt. Gut gelebt. So etwas darf nicht auf solch eine erniedrigende Weise zu Ende gehen. So nicht.«

Ullas Augen wurden schmal. Sie stemmte die Arme in die Hüften. Es sah drohend und verlockend zugleich aus.

»Philipp, wenn man dich so reden hört, dann könnte man fast meinen, an ihr liege dir immer noch mehr als an mir.«

»Fängst du jetzt auch schon an?«, fauchte er. »Kannst jetzt nicht wenigstens du Ruhe geben? Musst du mir jetzt auch noch in den Rücken fallen?«

»Ganz gewiss nicht, Liebling. Ich will dir nur klarmachen, dass es keinen Sinn hat, die Nerven zu verlieren. Sie weiß es jetzt, gut. Sie hat es hintenherum erfahren, das ist weniger gut. Aber so liegen die Dinge nun mal, und wir müssen versuchen, das Beste daraus zu machen. Oder … oder magst du mich in Wirklichkeit gar nicht?«

Er riss sie an sich, so heftig und ungestüm, dass Ulla Kirsch erschrak.

»Sag das nicht noch einmal!«, stieß er hervor, und sein heißer Atem streifte ihr sorgsam zurechtgemachtes Gesicht. »Sag das nicht noch einmal!«

Sie legte die Arme um seinen Hals, küsste seinen verzerrten Mund, und dann flüsterte sie in sein Ohr: »Es ist doch nur, weil ich dich so sehr liebe, Philipp. Einen Mann wie dich, den finde ich nie mehr.«

Er presste sie an sich.

»Und eine Frau wie dich, die gibt es auch kein zweites Mal. O Ulla, für dich tue ich alles, alles …«

»Dann ist es ja gut«, flüsterte sie, und in ihren grauen Augen flammte Triumph auf.

Aber das sah Dr. Philipp Colmann nicht. Die Erregung, mit der er hergekommen war, klang ab. Sie machte einer anderen Erregung Platz. Sie war ausgelöst von Ullas anschmiegsamem Körper …

***

»Guten Abend, Mutti!« Claudia Colmann stürmte in den Wohnraum, siebzehn Jahre jung, sprühend vor Temperament, schlank, mit seidigen dunklen Haaren. »Du kannst dir nicht vorstellen, wie wir gebüffelt haben. Die Lateinarbeit schreibe ich glatt mit Eins!«

Sie umarmte ihre Mutter, die in einem Sessel saß und mit leeren Augen in ein Buch gestarrt hatte.

»Du, ich habe eine große Überraschung«, sprudelte das junge Mädchen, »in vierzehn Tagen rudere ich im Vierer bei der Hallensee-Regatta mit. Ist das nicht toll?«

Susanne Colmann lächelte schwach.

»Ja, das ist großartig. Das hast du dir ja schon lange gewünscht, nicht wahr?«

»Irrsinnig lange! Du weißt, unser Trainer kann mich nicht leiden. Aber jetzt ist Christine Hahn ausgefallen, und da musste er mich einfach in den Vierer setzen.«

»Die große Chance für dich, mein Kind. Ich hoffe aber, dass du darüber dein Latein nicht vergisst.«

»Ach wo, das mache ich mit dem kleinen Finger. Wo ist Vati eigentlich? Ist er noch nicht zurück?«

»Nein, mein Kind, er ist noch nicht zurück. Wir … wir brauchen auch nicht auf ihn zu warten. Das Sekretariat hat angerufen. Er musste ganz plötzlich sehr dringend verreisen. Nach Ulm.«

»Schrecklich! Ich werde nie einen Architekten heiraten. Wer war am Telefon? Wieder diese affektierte Ulla Kirsch?«

»Nein, Frau Lang war es. Ulla Kirsch hatte wohl keine Zeit dafür …«

Claudia stutzte. Prüfend schaute sie die Mutter an.

»Ist etwas?«, fragte sie mit der Unbekümmertheit der Jugend. »Du sagst das so komisch.«

»Ich hatte mich so sehr auf den heutigen Abend mit deinem Vater gefreut. Und nun wird nichts daraus.«

»Ja, schade, Mutti. Aber du hast ja noch mich. Manchmal denke ich schon, Vati sieht Ulla Kirsch mehr als dich. Eigentlich ist er mit ihr verheiratet, was den Zeitaufwand betrifft.«

Susanne schloss die Augen. Jedes Wort der ahnungslosen Tochter schnitt wie ein Messer in ihr wundes Herz. Und das Herz blutete immer mehr.

»Mutti, du weinst ja?«, rief Claudia erschrocken. »Was ist denn bloß passiert?«

Besorgt kniete das Mädchen neben der Mutter nieder und zog sie spontan in die Arme.

»Es ist nichts, Kind. Ich bin nur ein bisschen mit den Nerven herunter.«

»Komm, Mutti, wir essen jetzt. Und ich erzähle dir etwas Schönes, dann geht es dir wieder besser.«

Frau Colmann wischte entschlossen die Tränen fort und erhob sich. Wehmütig dachte sie, dass es schön wäre, wenn man mit ein paar netten Worten allen Kummer aus der Welt schaffen könnte.

Aber die netten Worte halfen nicht viel, und außerdem waren nette Worte selten geworden. Viel eher gab es böse Worte, solche, die verletzten und schrecklich wehtaten. Worte, die mit einem Schlag ein ganzes Leben veränderten.

Claudias hübsches Köpfchen war voll von der Ruderregatta. Sie redete drauflos, und sie tat es mit einem solchen Eifer, dass sie kaum bemerkte, wie reglos die Mutter vor ihrem leeren Teller saß. Endlich zwang sich Susanne Colmann zu ein paar Bissen, aber sie quollen in ihrem Mund.

Schließlich hielt sie es nicht mehr aus. Ziemlich unvermittelt stand sie auf.

»Entschuldige, mein Kind, ich lege mich ein bisschen hin. Ich habe Kopfschmerzen. Iss nur allein weiter.«

»Ist gut, Mutti. Morgen bist du wieder auf dem Damm. Ich gucke noch ein bisschen Fernsehen.«

Claudia war allein. Das mit der Regatta, das war wirklich eine großartige Sache. Ob sie auch die Schlagzahl durchhalten würde? Bestimmt. Was die anderen Mädchen konnten, das konnte sie selbst auch. Na und, in vierzehn Tagen war beim Training noch eine Menge herauszuholen.

***

Lukas von Lengen saß mit zwei Freunden am Rand des Swimmingpools. Sie trugen Badehosen, am Beckenrand stand ein Ghettoblaster, aus dem ziemlich laute Musik erklang.

Einer der Jungen entwickelte gerade eine umwerfende Theorie, wie man während des Abiturs mit der Außenwelt in Verbindung treten konnte, um sich das Wissen, das dem Prüfling selbst fehlte, zu beschaffen.

Lukas von Lengen und der dritte im Bund hörten lachend zu und zeigten dem Klassenkameraden einen Vogel.

Lukas von Lengen blickte zufällig zur breiten Terrasse hinauf, die vor der weißen, fast schlossähnlichen elterlichen Villa lag. Da sah er einen massigen Herrn aus dem Haus treten. Der Mann trug einen hellen Anzug, eben zog er die Jacke aus und warf sie einem Diener zu.

»Leute«, sagte Lukas und stand mit geschmeidigen Bewegungen auf, »tut mir leid, aber ihr müsst Leine ziehen. Der alte Herr ist im Land.«

»Wieso?«, fragte der Abiturstratege. »Du hast doch gesagt, er wäre heute in Rom?«

»War er. Ist aber nicht mehr. Also, Ende der Durchsage.«

Die Freunde standen ebenfalls auf und gingen mit Lukas von Lengen zu dem kleinen Bau hinüber, in dem die Badekabinen lagen. Bei den Lengens fehlte es an nichts. Kein Wunder, sie waren steinreich.

Lukas’ Vater hatte eine Privatbank, riesigen Grundbesitz und eine Unmenge von Beteiligungen an ertragreichen Firmen. Man munkelte, dass Moritz von Lengen zu den reichsten Männern in Deutschland zu zählen sei.

Nach ein paar Minuten kamen die drei Jugendlichen angezogen wieder zum Vorschein. Lukas überragte seine beiden Freunde. Er war schlank, aber kräftig, hatte einen schmalen, gut geschnittenen Kopf. Sein dunkles Haar war erstklassig gepflegt, seine Bewegungen waren lässig-elegant, trotz seiner Jugend. Lukas hatte bereits jetzt das Gehabe eines Mannes von Welt.

Nachdem er seine Freunde verabschiedet hatte, ging er zur Terrasse. Der Vater saß dort unter einem Sonnenschirm, trank Kaffee und blätterte in Aktenbündeln.

»Hallo, alter Herr, mal wieder im Lande?«

»Wie du siehst. Hast du deine Freunde fortgeschickt?«

»Ja, alter Herr. Du bist mir wichtiger.«

Moritz von Lengen blickte einen Moment von seinen Akten hoch. Er lächelte. Der Schmiss auf seiner Wange verzerrte sich ein wenig.

»Nett von dir, mein Junge. Gibt es etwas Neues?«

»Ja.« Lukas ließ sich in einen Sessel sinken. Er schnippte mit den Fingern nach dem Diener. »Eine Cola mit Zitrone. Aber kalt, wenn ich bitten darf.«

Der dienstbare Geist verschwand.

»Also, was gibt es?«, fragte der Vater. Sein Blick war schon wieder auf die Akte gerichtet.

»Das erzähle ich dir nur, alter Herr, wenn du dich mal fünf Minuten von deinen Akten trennen kannst.«

Entschlossen klappte Moritz von Lengen die Unterlagen zu.

»Du hast recht, es muss auch mal Pause sein. Wo ist Mutter?«

»M

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