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In 21 Tagen frei von Flugangst

Dieses Buch widme ich meiner liebsten Frau Sahel. Und meinen Eltern, die mich immer – auch beim Schreiben dieses Buches – unterstützt haben.

Niels Matthiesen

In 21 Tagen frei von Flugangst

Wissen, Gefühle, Verhalten.

Effektive Selbsttherapie auf drei Stufen

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Wie wir die Flugangst gemeinsam angehen werden

Das Konzept dieses Buches

Das im Buch Gelernte während eines Fluges selbst erfahren

Meine persönliche Geschichte der Flugangst

Flugangst verstehen und Angstspirale durchbrechen

Fliegen ist unglaublich sicher

Ebene 1: Statistisch messbare Sicherheit des Fliegens

Ebene 2: Das Gelernte suggestiv internalisieren:

Ebene 3: Verhaltenstipps:

Die einzelnen Phasen des Fluges

Ebene 1: Was geschieht während des Fluges – und was nicht?

Ebene 2: Das Gelernte suggestiv internalisieren:

Ebene 3: Verhaltenstipps:

Kontrolle abgeben, Vertrauen gewinnen

Ebene 1: Den Piloten und der Technik wirklich vertrauen

Ebene 2: Das Gelernte suggestiv internalisieren:

Ebene 3: Verhaltenstipps:

Den Gedanken stoppen und umlenken:

Entspannungsübung : Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen:

Entspannungsübung: Achtsamkeit:

Das große ABER

Ebene 1: Das große ABER

Ebene 2: Das Gelernte suggestiv internalisieren.:

Ebene 3: Verhaltenstipps:

Vorwort

Als man im 18. Jahrhundert als Vorläufer der heutigen Autos fahrbare Dampfmaschinen entwickelte, war die Ansicht verbreitet, dass der menschliche Körper Geschwindigkeiten jenseits der 30 km/h wahrscheinlich nicht aushalten könne. Wie hätte ein Mensch von damals wohl reagiert, wenn ich ihn mit einer Zeitmaschine in die heutige Zeit transportiert und ihm danach erklärt hätte, wir würden gleich mit meiner Motorkutsche 120 km/h schnell fahren. Er wäre wahrscheinlich sehr verängstigt und würde sich womöglich weigern in mein Auto einzusteigen. Warum hätte er Angst, ich jedoch nicht? Aus zwei Gründen: Erstens beruht seine Bewertung der Situation auf falschen Annahmen. Eine alltägliche, ungefährliche und für mich völlig routinemäßige Alltagssituation wird von ihm als Gefahr wahrgenommen. Zweitens hat er nicht die Erfahrung, die ich täglich mache, nämlich dass es, wenn man ein modernes Auto hat, völlig sicher ist, sich so zu bewegen.

Wie kann ich ihm also nun seine Angst nehmen? Indem ich ihm erstens alles über die ausgereifte und erprobte Technik meines Autos erkläre sowie die aktuelle Unfallstatistik zeige. Und zweitens indem ich ihn mitnehme auf eine nicht allzu rasante Spritztour, bei der ich das Auto auf möglichst nicht überfüllter Autobahn auf 120 km/h beschleunige und wir entspannt dahingleiten. Wenn wir jeden Tag 2 Stunden fahren, wird er seine Angst spätestens am zweiten Tag verloren haben und sich ab dem vierten Tag eher langweilen als sich vor Angst in den Sitz zu krallen. Seine Angst wäre Geschichte. Er würde die Situation nun anders bewerten. Die Autofahrt wäre für ihn kein lebensgefährliches Hexenwerk mehr, sondern das, was sie wirklich ist: Eine recht sichere Möglichkeit, sich von A nach B zu bewegen.

Eine ähnliche Technik möchte ich in diesem Buch anwenden, um Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, zu helfen, Ihre Flugangst zu überwinden. Auch Sie sollen falsche Bewertungsmuster über Bord werfen, eigene Erfahrungen machen und am Ende angstfrei fliegen können. Nach einem ähnlichen Grundprinzip bauen auch beispielsweise die Lufthansa oder Swiss ihre erfolgreichen Seminare zur Flugangstbekämpfung auf. Es ist auch der Weg, den ich selbst nach der Lektüre zahlreicher Bücher zum Thema, nach einer Psychotherapie und einer Hypnotherapie selbst als sinnvoll und effektiv erachtet habe und der mir persönlich sehr geholfen hat. Ich bin zwar weder Pilot noch Psychologe, aber ich bin sozusagen ein Leidensgenosse, denn ich bin selbst von Flugangst betroffen. Für dieses Buch habe ich Piloten, Psychologen und Hypnotherapeuten interviewt, bei der Bundespolizei, den großen Flugzeugfirmen und Zulieferern sowie der Flugsicherung recherchiert, habe meine eigenen Erfahrungen und die weiterer Betroffener eingebaut und so ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das auf mehreren Ebenen ansetzt und Ihnen so angstfreies Fliegen ermöglichen soll.

Das Konzept beinhaltet sowohl Ansätze aus der Tiefenpsychologie als auch aus der Verhaltenstherapie. Es setzt - durch die Vermittlung technischen Wissens - sowohl auf der kognitiven Ebene wie auch - durch die Verwendung hypnotherapeutischer beziehungsweise autosuggestiver Methoden – auf der emotionalen Ebene an. Eingerahmt wird dieses Vorgehen von einer schrittweisen Stärkung des parasympathischen Nervensystems und dem inneren Ausgleich von Anspannung und Entspannung.

Alle von mir zugrunde gelegten Fakten und Statistiken zum Thema Flugsicherheit beziehen sich auf Flüge, die in Europa oder Nordamerika starten oder landen. Nur diese Flüge unterliegen den Sicherheitskriterien, die extrem niedrige Unfallstatistiken dauerhaft garantieren können. Wer also beispielsweise innerafghanische oder innerafrikanische Flüge buchen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Fakten zu Sicherheit der Verkehrsfliegerei, von denen ich rede, auf seinen Flug nicht zu hundert Prozent zutreffen müssen. Bei solchen Vorhaben sollte man sich über andere Kanäle bezüglich der Sicherheit der jeweiligen Fluglinien informieren. Flugängstlichen Personen empfehle ich - wenn möglich - die Wahl einer renommierten Fluglinie, für die Sicherheit und hoher Komfort zum guten Namen gehören, da ein hoher Komfortstandard auch zum subjektiven Sicherheitsgefühl beitragen kann. Billigflüge sind genauso sicher, aber das Erlebnis ist einfach ein anderes.

Insgesamt soll dieses Buch für Sie eine Hilfestellung sein beim Versuch, Flugangst soweit zu reduzieren, dass Ihnen unbefangenes Fliegen ermöglicht wird. Wenn Sie darüber hinaus durch dieses Buch Strategien kennenlernen, mit denen Sie auch andere Ängste besiegen und insgesamt zu größerer innerer Ruhe finden, so ist das ein willkommener Nebeneffekt.

Niels Matthiesen

Wie wir die Flugangst gemeinsam angehen werden

Sie leiden also unter Flugangst. Willkommen im Club. Genauso geht es mir und 15-20% der Deutschen insgesamt. Die genaue Zahl derjenigen, die von Aviophobie betroffen sind, herauszufinden, ist schwierig. Der Grund liegt darin, dass viele Menschen sich schämen, ihre Angst zuzugeben und noch dazu darüber zu sprechen. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, haben bei dem Sieg gegen ihre Flugangst bereits die beiden ersten wichtigen Schritte getan:

Zunächst haben Sie sich selbst vor dem Kauf dieses Buches – bewusst oder unbewusst- eingestanden, dass Sie unter Flugangst leiden. Wie viele Menschen haben ganz einfach beschlossen, dass Fliegen für sie nicht infrage kommt? Wie viele Menschen vermeiden das Fliegen und fahren stattdessen mit dem Auto oder Zug in den Urlaub, sagen sich, dass sie eh nicht weit reisen mögen und erfinden immer neue Ausreden sich selbst gegenüber, warum sie denn das Fliegen besser meiden sollten? Wie viele Menschen haben es sich – bewusst oder unbewusst – in ihrer Flugangst bequem gemacht und nehmen den damit verbundenen Verlust von Freiheit, von unbegrenzten Entdeckungsmöglichkeiten hin? Ich kenne zwei gestandene Männer, die mir kürzlich erklärten, sie flögen halt nicht, basta. Das käme für sie eben nicht infrage, das sei halt so, warum sollten sie auch!? Diese Männer haben eine bedeutende Einschränkung in ihrem Leben akzeptiert, indem sie ihrer irrationalen Angst nachgeben und das Fliegen und damit das bequeme und sichere Überwinden großer Entfernungen meiden.

Mit dem Kauf dieses Buches sind Sie bereits einen Schritt weiter. Sie möchten etwas verändern. Das mag wie eine Kleinigkeit klingen, unbedeutend, nicht erwähnenswert. Vielleicht denken Sie: „Toll, ich habe es mir selbst gegenüber zugegeben. Was habe ich schon getan? Ein Buch gekauft. Tolle Leistung!“ Aber ich sage Ihnen, dass diese Denkweise falsch ist. Sie ist auf dem Weg, der Ihnen das Fliegen ohne große Angst ermöglichen wird, sogar hinderlich. Denn diesen Weg werden Sie schneller, sicherer und erfolgreicher gehen, wenn Sie sich kleine Erfolge von Anfang an ganz bewusst machen und sich selbst durch etwas Eigenlob bestärken. Die Psychologie und Hirnforschung haben in zahlreichen Studien belegt: Wir erreichen unsere Ziele am besten in kleinen Schritten und in Verbindung mit Erfolgserlebnissen. Erfolge müssen dabei als solche erkannt und erlebt werden. Da gerade Menschen mit eher ängstlichem Persönlichkeitsprofil dazu tendieren, perfektionistisch und teilweise streng mit sich selbst zu sein, werten sie kleine Erfolge nicht als solche, sondern übersehen sie gelegentlich, weil der Erfolg nicht groß genug erscheint, um als solcher gewertet und somit erlebt zu werden. Das Ergebnis: Beim Versuch, Ängste zu überwinden, kommen sie für sich selbst nicht sichtbar voran, geben auf und verharren im Angstschema. Negative Gedanken gewinnen die Überhand und verhindern einen Sieg gegen die Angst. „Das bringt alles nichts, ich schaffe das nie!“ oder „Wie soll ein blödes Buch mit vielen schönen Worten helfen, meine Panik vor dem Fliegen zu heilen? Das Buch ist schön geschrieben, aber Flugzeuge stürzen trotzdem ab!“ Kommen Ihnen solche Gedanken zumindest manchmal bekannt vor? Sie zeigen, wie sehr die Flugangst sie quält! Ich kenne das Gefühl, es ist wirklich ziemlich schrecklich. Aber solche Gedanken zeigen eben auch einen Teil Ihres persönlichen Gedankenschemas. Dieses Schema ist ein Merkmal der meisten Angstpatienten, die Hilfe beim Psychologen suchen. Sie sind perfektionistisch, deshalb oft skeptisch gegenüber den Leistungen Anderer, ihre Wahrnehmung ist durch Negativmuster geprägt: Sie sind Skeptiker. „Was könnte passieren, wenn …“, „Wenn man dies tut, muss man aber unbedingt auch jenes beachten…“, „Bevor ich das tue, muss ich jenes recherchieren“. Menschen, die zu ängstlichen Gedanken neigen, sind oft Bedenkenträger. Daher sind sie einerseits sehr genau, zuverlässig, oft überdurchschnittlich intelligent und in ihrem Fachgebiet gewissenhaft und kompetent. Das alles sind sehr positive Eigenschaften, und ich würde wetten, dass Sie sich hier jetzt auch irgendwie wiederfinden. Diese Menschen sind aber eben auch angstbehafet, denn eine perfekte Welt gibt es nun mal nicht. Die Welt bleibt diesen Menschen schuldig, trotz aller Anstrengung eben nicht perfekt zu sein. Daher kann theoretisch immer etwas passieren.

Wo wir wieder bei der Angst wären. Wie also dieses Schema durchbrechen? Ganz einfach: Wir, Sie und ich, werden in diesem Buch gemeinsam daran arbeiten. Ich erkläre Ihnen, wie ich es geschafft habe, denn auch ich war mal so flugängstlich wie Sie. Wir werden den Weg bestreiten heraus aus der Angstspirale hin zu einer Neubewertung und weniger angstbehafteten Sichtweise des Fliegens. Wenn Sie meine Tipps und Anweisungen befolgen, meine Erklärungen verinnerlichen und üben, ihr eigenes Gedankenmuster von „Was wäre, wenn…?“ hin zu „Was ist tatsächlich?“ zu verschieben oder umzuprogrammieren, dann werden Sie wieder unbefangener Fliegen können. Den ersten Schritt auf diesem Weg haben Sie, wie gesagt, bereits getan, bevor Sie dieses Buch gekauft haben. Denn Sie haben sich selbst gegenüber eingestanden, dass Sie ein Problem haben. Das sollten Sie sich auf der Habenseite notieren, auch wenn das Eingeständnis wohl eher unbewusst erfolgt sein mag. Noch wichtiger ist allerdings der zweite Schritt, den Sie auf Ihrem Weg bereits erfolgreich gegangen sind: Sie haben dieses Buch gekauft und damit entschieden, es anzupacken. Sie wollen sich nicht weiter von der Angst beherrschen und besiegen lassen, sondern möchten etwas dagegen unternehmen. Mit der Entscheidung, das Buch zu kaufen, haben Sie bereits etwas unternommen. Da Sie – wie ich selbst – wahrscheinlich ein Kandidat mit dem oben beschriebenen Denkschema sind, werden Sie jetzt einwenden: „Nein, diese Angst ist einfach nervig, ja unerträglich. Ich halte es bald nicht mehr aus zu fliegen. Allein meine Angst hat mich dazu getrieben, das Buch zu kaufen! Das habe ich gar nicht frei entschieden!“ So negativ habe ich auch mal gedacht, aber ich sehe es jetzt anders. Heute antworte ich Ihnen: Sie glauben ja gar nicht, wie viele Menschen ihre Flugangst einfach als Realität akzeptieren und sich von ihr beherrschen lassen, etwa indem sie sich vor einem Flug mit Medikamenten beruhigen, vor oder während des Fluges Alkohol trinken oder einfach gar nicht mehr fliegen. Auch wenn Sie selbst im Moment so große Angst haben, dass Sie das Fliegen meiden, haben Sie sich mit dem Kauf des Buches auf den Weg begeben, daran etwas zu ändern. Das ist eine Leistung, und die ist positiv zu bewerten!

Also! Der Anfang ist gemacht. Packen Sie es an. Gehen Sie weiter entschlossen Ihren Weg und Sie werden Ihre Flugangst vielleicht nicht ganz verlieren, aber besiegen. Dieses Buch wird Ihnen dabei helfen. Auch für mich erschien die Situation damals ausweglos. Aber auch ich habe es geschafft, und Sie werden es auch schaffen.

Warum verspreche ich ihnen, dass Sie es schaffen werden, wo ich Sie doch gar nicht kenne und ich mein Versprechen möglicherweise gar nicht halten kann? Ganz einfach: Suggestion. Durch mein Versprechen suggeriere ich den Erfolg, was dazu führt, dass Sie daran glauben und es tatsächlich schaffen. Suggestion und insbesondere Auto-Suggestion sind Techniken, die Ihnen nachweislich helfen können, Ängste zu besiegen. Ängste sind nämlich immer erlernt, und somit auch wieder zu verlernen, wenn wir die angstbehaftete Situation neu bewerten und als nicht gefährlich in unser subjektives Gefühls- und Gedankenschema einordnen können. Suggestion wirkt dabei auf der Ebene des Unterbewussten, also der tief in unserem Stammhirn vergrabenen, instinktähnlichen Einordnungs- und Reaktionsmuster. Wenn ich Ihnen an dieser Stelle verspreche, dass Sie es schaffen werden, registriert Ihr Gehirn dieses Versprechen und speichert es als positive Aussage, als Wahrheit, ab. Wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung kann eine solche Aussage dann suggestiv wirken und so eine positive Wirkung entfalten.

Ihr Stammhirn bewertet einen Flug mit einem Verkehrsflugzeug momentan als lebensgefährlich, auch wenn eine akute Lebensgefahr überhaupt nicht gegeben ist. Jedenfalls ist die Situation nachweislich deutlich weniger lebensgefährlich, als wenn Sie im Auto zum Supermarkt um die Ecke fahren, im Idealfall noch nichtangeschnallt und mit Handy am Ohr. Und ich gehe mal nicht davon aus, dass Sie jedes Mal vor Panik fast platzen, wenn Sie in Ihr Auto steigen. Das Stammhirn löst auch die für Sie so unangenehmen Reaktionen und Gedankenfolgen aus, die Sie so quälen. Durch Suggestion und Autosuggestion können Sie ihr Stammhirn quasi umprogrammieren. Mein Versprechen kann also bestenfalls ihren Glauben daran, dass Sie es schaffen werden, wecken und stärken, und Ihnen somit Motivation zum üben und zum Weitermachen geben, die Ihnen wiederum hilft, es wirklich zu schaffen. In diesem Falle hätte ich mein Versprechen gehalten. Schlimmstenfalls könnte es natürlich auch passieren, dass ich mein Versprechen nicht halten kann, weil Sie zum Beispiel aufgeben oder sich nach dem Lesen des Buches stundenlang Dokumentationen über Flugzeugabstürze ansehen und so in erneute Panik verfallen. Solche Katastrophenberichte wirken nämlich auch auf der Ebene des Unterbewusstseins. Negative Suggestionen können entmutigen und Angst auslösen. Da sich für die Massenmedien jede Nachricht von besonders furchtbaren Katastrophen besonders gut verkaufen lässt, werden wir in unserem persönlichen Wahrnehmungsumfeld oft geflutet mit Negativsuggestionen. In unserer gemeinsamen Arbeit an Ihrer Angst werden wir mit Positivsuggestionen arbeiten. Dabei ist es sehr wichtig zu erwähnen, dass sämtliche Suggestionen, mit denen Sie arbeiten werden, nachweislich wahr sind. Sie beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen oder auf nachweisbaren Tatsachen. Negativsuggestionen werden wir, so gut es geht, meiden. So werden Sie Ihre Angst in den tiefen Bereichen Ihres Gehirns, in denen sie sich festgesetzt hat, bekämpfen und Ihnen gleichfalls den klaren Blick auf die Realität ermöglichen, der noch durch Ihre Angst getrübt wird. Diese Strategie hat mir persönlich sehr geholfen, und ich arbeite immer noch hin und wieder nach diesem Schema.

Zu dem Thema Flugangst gibt es zahlreiche Bücher und Ratgeber, von denen ich einen guten Teil gelesen habe. Manche der dort geschilderten Tipps und Ratschläge waren sehr hilfreich für mich, manche wiederum gar nicht. Warum also noch ein Buch zu dem Thema schreiben? Wurde nicht bereits alles zu dem Thema geschrieben? Nun, die Antwort ist „jein“. Natürlich kann man einige der Tipps und Techniken aus diesem Buch auch in anderen Ratgebern finden. Ich spreche in erster Linie davon, wie ich selbst meine Angst erlebt und besiegt habe. Eine solche Angst ist eine ziemlich persönliche, ja fast intime Sache. Meine Erklärungen und Tipps entspringen aus meiner persönlichen Erfahrung mit der Flugangst. Daher sind sie vielleicht hilfreicher, direkter und unmittelbar wirksamer als die Erklärungen von Psychologen oder Flugzeugingenieuren, die zu dem Thema Ratgeber verfasst haben. Letztere haben viel Erfahrung in ihrem Fachgebiet und können ihren Beitrag leisten. Sie wissen aber schlicht nicht, was für ein fieses Gefühl es ist, in einem Flugzeug Todesängste auszustehen, und vor und nach jedem Flug mit dem Gefühl umgehen zu müssen, es niemals aus dem Teufelskreis dieser Gedanken und Gefühle herauszuschaffen. Das ist ziemlich unerträglich. Ich kenne diese Gefühle, und ich habe sie zwar nicht zu 100 Prozent beseitigen können, aber ich habe sie gut in den Griff gekriegt.

Ich selbst habe mit Psychologen über meine Flugangst gesprochen, und ich habe ganz genau gespürt, dass sie mich nicht wirklich verstanden haben. Sie hatten zwar ihr Repertoire an psychoanalytischen und verhaltenstherapeutischen Techniken im Kopf, aber Gefühle sind nun mal Bauch- oder Herzenssache. So haben mich die Psychologen meist nur oberflächlich erreicht. Der Verstand kann zwar den Bauch beziehungsweise das Herz beeinflussen, und genau dies wollen wir in diesem Buch tun. Aber es ist einfach etwas anderes, wenn das Herz versteht, wovon der Kopf redet. Ich weiß, wie ich mich in der schlimmsten Zeit meiner Flugangst gefühlt habe. Niemand um mich herum hat damals meine Angst wirklich nachvollziehen können. Das ist eigentlich bemerkenswert, denn Flugangst ist sehr verbreitet. Aber ich habe mich überhaupt nicht verstanden gefühlt. Ich dachte sogar manchmal, meine Mitmenschen seien unwissend und naiv, ja schlicht zu unbedacht um vor einem Flug angemessene Angst zu empfinden. Sie alle konnten Opfer eines schrecklichen Absturzes werden, aber so weit dachten sie ja nicht. Heute verstehe ich, dass ich es war, der zu weit dachte. Ich spürte Gefahren, wo objektiv keine waren. In gewisser Weise war ich der Dumme.

Sie mögen jetzt einwenden: „Toll. Wieder ein Autor, der mit dem Argument kommt, wie sicher das Fliegen statistisch gesehen doch ist. Das weiß ich schon. Ich habe trotzdem Angst.“ Das Gefühl kenne ich. Und ich sage Ihnen, dass sie auch diese Angst bekämpfen und in den Griff kriegen können. Sie werden die schrecklichen Gedanken, die Ihre Angst nähren, zwar nicht sofort gänzlich vergessen können. Aber ihr Gehirn hat diese Gedanken und diese Angst irgendwann einmal gelernt und kann sie auch wieder verlernen. Besser gesagt: Dieses Buch hilft Ihnen beim Umlernen, sodass die Gedanken und Ängste nicht mehr von Ihnen Besitz ergreifen und Sie lähmen können.

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