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Im siebten Himmel

1. KAPITEL

Barbara starrte Dr. Brunner fassungslos an. Der Psychiater hatte eben vor Gericht ausgesagt, sein Gutachten über sie habe ergeben, dass sie zu allem fähig sei. Auch zu einem Mord. Dabei hatte Götz noch versucht, Brunner zu bestechen.

„Guter Mann“, flüsterte Werner Charlotte zu.

„Endlich durchschaut jemand die wahre Natur dieser Hexe“, pflichtete Robert ihm bei. Die Vorsitzende Richterin bat um Ruhe im Saal.

„Ich danke Ihnen für Ihre Einschätzung, Doktor Brunner“, sagte Staatsanwalt Rosenberg und sah hochzufrieden aus. „Ich habe keine weiteren Fragen.“ Nun war Götz Zastrow an der Reihe.

„Wie sind Sie eigentlich zu dem Schluss gekommen, meine Mandantin sei fähig zu morden?“ Der Anwalt schlug gleich einen äußerst scharfen Ton an. „Zählt Gedankenlesen zu Ihren beruflichen Qualifikationen? Oder Hellsehen?“

„Ich habe mich mit Frau von Heidenberg ausführlich unterhalten“, entgegnete Brunner gelassen. „Ich habe meine Fragen nach rein fachlichen Kriterien gestellt und die Antworten ebenso fachlich ausgewertet. Bei diesen Kriterien handelt es sich um standardisierte Testfragen, die die objektive Begutachtung einer psychischen Konstitution gewährleisten.“

„Wobei Sie als Fachmann ja sicher berücksichtigt haben, dass meine Mandantin unter dem Stress des Prozesses möglicherweise untypische Verhaltensweisen an den Tag gelegt hat“, sagte Götz. bissig „Die eine standardisierte Beurteilung ihres Charakters erschweren.“

„Es gehört zu meinem Beruf, Menschen in Ausnahmesituationen zu untersuchen.“ Der Psychiater ließ sich durch nichts verunsichern. „Und ich kann eins nur betonen: Ich bin selten einem Menschen begegnet, der so stressresistent ist wie Frau von Heidenberg. Sie hat das Drama, das sich auf dem Berg abgespielt haben muss, mit keiner Silbe des Bedauerns, des Entsetzens oder gar der Reue kommentiert. Sie war emotional sehr distanziert, um nicht zu sagen: eiskalt.“ Ben ließ den Kopf hängen. Es war furchtbar, solche Aussagen über seine eigene Mutter hören zu müssen. Und dass ihr Brunners Gutachten schaden würde – das war allen klar.

Barbara musterte den Psychiater voller Hass. Und auch Götz Zastrow hatte Mühe, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihn diese Niederlage frustrierte.

André war vollkommen verzweifelt. Werner wollte ihm nicht glauben, dass er damals nur gemeinsame Sache mit Barbara gemacht hatte, um ihm das Leben zu retten. Simon verachtete ihn, nachdem er die Wahrheit erfahren hatte. Und seinen Job war er auch los.

Er ließ seine ohnmächtige Wut auf Götz Zastrow an Cosima aus. Indem er ihr auf den Kopf zusagte, dass Götz sie mit Barbara von Heidenberg betrog. Dass seine Mandantin ihn um den Finger gewickelt hätte. Cosima war ja ohnehin schon eifersüchtig genug, und das, was André da behauptete, bestätigte sie nur in ihrem Verdacht.

„Leider liebe ich den Kerl immer noch“, gestand sie leise.

„Aber er liebt dich nicht“, entgegnete André. „Und je eher du das akzeptierst …“

„Was erlaubst du dir?!“, unterbrach sie ihn empört. „Was weißt du schon über meine Ehe? Wir beide kennen uns erst seit ein paar Monaten, Götz und ich dagegen …“ Sie stockte. Ihr Blick was an Philipp Octoir hängen geblieben, der gerade die Lobby durchquerte. „Hier geblieben!“, rief sie ihm hinterher. „Wir zwei haben etwas zu besprechen!“

„Ich gebe zu, in dem Moment hätte ich Philipp gern eine geknallt.“ Vollkommen empört war Lukas zu Sandra gegangen, um ihr zu erzählen, was Octoir ihm ins Gesicht gesagt hatte: dass er in Sandra verliebt sei. Sandra konnte sich das einfach nicht vorstellen.

„Philipp und ich verstehen uns ganz gut“, meinte sie. „Aber mehr ist da nicht.“

„Von dir aus vielleicht nicht.“ Octoir sah das offenbar anders.

„Ist das denn so wichtig?“, fragte sie. „Ich liebe dich. Und das reibe ich ihm auch bei jeder Gelegenheit unter die Nase.“ Alles andere war doch eigentlich egal.

„An dir zweifle ich ja auch keine Sekunde“, sagte Lukas. „Aber aus dem Kerl werde ich einfach nicht schlau. Was will er von mir? Von uns?“

„Ein Ökohotel aufbauen“, glaubte sie. „In einer fantastischen Gegend.“

„Oder will er mich ärgern, weil ich mich zurückgezogen habe?“, überlegte Lukas. „Nachdem ich seine übliche Angebernummer durchschaut habe?“Vielleicht war das ganze ja auch eine Art später Rache. Wegen allem, was in den letzten Jahren zwischen ihm und Philipp schiefgelaufen war.

„Was auch immer er will – von mir kriegt er nichts“, stellte Sandra fest. „Jedenfalls nichts Substanzielles.“

Cosima hatte Philipp Octoir, der ihr nur widerwillig folgte, auf die Hotelterrasse gezerrt.

„Sie packen auf der Stelle Ihre Koffer und verschwinden!“, verlangte sie wütend.

„Erst mal möchte ich gern wissen, warum Sie auf mich losgehen wie eine Furie“, erwiderte er gelassen.

„Das fragen Sie noch?!“ Bitter lachte sie auf. „Sie erweisen mir einen … Service, für den ich Sie anständig bezahle, und behaupten anschließend, ich hätte Sie bestochen.“

„Was war das sonst?“, hielt er dagegen. „Ich musste Ihren Sohn anzeigen, meinen Freund. Weil Sie ihm schaden wollten.“

„Und dann hetzen Sie Lukas auch noch gegen mich auf!“, empörte sie sich weiter. Ein Wort gab das andere, die Auseinandersetzung drohte zu eskalieren. Da schnappte Cosima plötzlich nach Luft und starrte ins Leere. „Markus …“, flüsterte sie entgeistert. Und dann schloss sie die Augen, taumelte und sackte in sich zusammen. Überfordert stand Philipp vor ihr. Er hatte keine Ahnung, was zu tun war. Aber in diesem Moment kam André auf die Terrasse und überblickte die Situation sofort. Er kniete sich neben Cosima und begann sofort mit einer Herzdruckmassage.

„Rufen Sie endlich den Notarzt!“, brüllte er Octoir an.

Sandra war sehr enttäuscht von Philipp. Sie hatte wirklich gedacht, Octoir wäre nett und würde sich für das Hotelprojekt ernsthaft interessieren. Aber warum musste er dann Lukas so provozieren, indem er behauptete, er hätte sich in Sandra verliebt? Wenn das tatsächlich wahr wäre – warum sagte er es Sandra nicht selbst? Anstatt Lukas aufzuscheuchen … Es war wirklich schade. Sie hatte sich so auf das Ökohotel gefreut. Aber vielleicht sollten sie es unter diesen Umständen lieber lassen. Das würde alles viel zu kompliziert werden.

Kurz darauf begegnete sie Philipp im Park, wo er gerade Fotos machte. Sie atmete kurz durch.

„Du hast Lukas erzählt, du wärst in mich verliebt“, sagte sie dann vorwurfsvoll.

„Und wenn?“, entgegnete er grinsend. „Wäre das so eine Katastrophe?“

„Wie oft willst du es noch hören?“, ereiferte sie sich. „Ich liebe Lukas!“

„Ich weiß“, meinte er nur.

„Und falls du das nicht akzeptieren kannst, dann …“

„… können wir nicht befreundet sein“, ergänzte er. „Weiß ich auch schon.“

„Und?“, fragte sie. „Stimmt es nun oder nicht?“

„Ich habe nie etwas in die Richtung gesagt“, meinte er nun.

„Willst du etwa behaupten, Lukas lügt?“ Wütend funkelte Sandra ihn an.

„Oder er hat etwas falsch verstanden. Das könnte ich sogar nachvollziehen. Schließlich habe ich das Wort Liebe in dem Zusammenhang durchaus benutzt.“ Langsam wurde Sandra ungeduldig. Musste man ihm denn alles aus der Nase ziehen? „Ich habe wohl eine Bemerkung in der Art gemacht, dass ich gut verstehe, wie man – also er – sich in dich verlieben konnte“, log Philipp. „Nichts weiter. Aber wenn ihr deswegen Stress habt … Ich kann mich auch verkrümeln. Und wir ziehen die Sache wegen des Hotels per Telefon und E-Mail durch.“

„Übertreib mal nicht.“ Wieder hatte er Sandra eingewickelt. „Wir bekommen das schon hin, wenn wir uns vor allem auf unser Projekt konzentrieren …“

„Ich habe eben mit Philipp gesprochen und ihm klargemacht, dass ich vom Thema Liebe nichts mehr hören will“, berichtete Sandra ihrem Freund mit einem Lächeln. „Zumindest nicht von ihm.“ Lukas gab sich fürs Erste damit zufrieden. Eigentlich wollte keiner von ihnen neuen Ärger. Sie wollten beide nur eins: endlich in Ruhe ihre Liebe genießen. Und Pläne machen für eine Zukunft weit weg vom Fürstenhof

„Ich habe richtig gespürt, wie mein Herz aufhörte zu schlagen.“ Cosima stand noch immer unter Schock, obwohl sie sich inzwischen bei Michael Niederbühl in der Praxis befand und schon wieder auf einem Stuhl sitzen konnte. „Und dann sah ich auf einmal Markus vor mir. Meinen toten Sohn. Das war gespenstisch.“ Sie hatte wirklich Angst. „Werde ich verrückt? Oder muss ich tatsächlich demnächst sterben?“

„Weder noch“, erwiderte Michael und deutete auf die Ergebnisse der Untersuchung in der Notaufnahme. „Laut diesem Bericht hatten Sie einen plötzlichen Pulsverlust, ausgelöst durch eine Herzrhythmusstörung.“ Es war kein Infarkt gewesen. Aber eben ein Herzstillstand. „Wenn Herr Konopka nicht so geistesgegenwärtig reagiert hätte …“ Ohne die Herzmassage hätte sie sterben können. Und selbst wenn der Notarzt sie hätte reanimieren können, würde sie jetzt vermutlich im Koma liegen. „Wir sollten das Ganze sehr ernst nehmen. Deshalb möchte ich Ihnen ein mobiles EKG-Gerät anlegen. Um Ihre Herztätigkeit in den nächsten vierundzwanzig Stunden zu überwachen.“ Sie nickte nur.

Am Nachmittag war Michael mit Rosalie zu einer Tanzstunde verabredet. Sie wollte eigentlich gemeinsam mit ihm einen Kurs belegen, aber er hatte vorgeschlagen, zu Hause mit Musik von der CD zu üben. Der Arzt war ein guter Tänzer. Und früher, vor dem Koma, war Rosalie ebenfalls eine erstklassige Tänzerin gewesen. Aber jetzt bewegte sie sich unsicher und nervös.

„Seit dem Koma habe ich manchmal das Gefühl, ich habe gar keine Füße mehr, sondern taube Klumpen“, klagte sie.

„Mach dich nicht selbst fertig“, meinte er. „Du bist schon ungeheuer weit. Andere Komapatienten brauchen Monate, um wieder Kontrolle über ihren Bewegungsapparat zu gewinnen.“ Dankbar lächelte sie ihn an, und der Rest der Tanzstunde machte ihr sichtlich Spaß.

„Eigentlich ist im Moment jeder Tag ein Geschenk“, stellte sie fest. „Denn sobald ich daran denke, dass das damals im Auto auch anders hätte enden können …“ Sie näherte sich ihm. „Wenn du nicht gekommen wärst, mein Lebensretter …“ Er wich vor ihr zurück.

„Es freut mich, dass ich dir helfen konnte“, sagte er. „Und dass der … Mordanschlag auf dich missglückt ist.“ Nun hatte er es ausgesprochen. Und Rosalie protestierte sofort.

„Mordanschlag? Ich wollte mich umbringen!“ Er schüttelte nur den Kopf. „Warum sollte ich lügen? Wenn mir wirklich jemand nach dem Leben trachtet, müsste ich doch alles tun, um mich zu schützen!“

„Jemand?“, wiederholte er. „Wir wissen doch beide, wer dieser Jemand ist.“ Sie drohte, ihn rauszuwerfen. „Warum vertraust du mir so wenig?“

„Das fragst du noch?!“, fauchte sie.

„Dieser angebliche Suizid war ein Mordversuch“, erklärte er unbeirrt. „Cosima Saalfeld wollte dich töten. Um deine Fürstenhof – Anteile für Lukas zu sichern.“

„Wie kommst du auf einen solchen Mist?!“ Rosalies Stimme überschlug sich. Bevor er etwas antworten konnte, fuhr sie fort: „Ich weiß schon – Sandra. Sie hat auch so bescheuerte Theorien.“

„Ich brauche überhaupt keine Hinweise von anderen, ich habe selbst Augen im Kopf“, beharrte Michael. „Und gute Ohren. Die Sache mit den Armreifen von Eva Krendlinger. Du warst dir hundertprozentig sicher, dass deine Mörderin diese Armreifen trug.“ Trotzig presste Rosalie die Lippen aufeinander. „Und dann stellt sich heraus, dass die Frau die Armreifen von Cosima Saalfeld geschenkt bekommen hat. Die dann auch noch Hals über Kopf nach Venezuela fliegen will …“

„Was erwartest du eigentlich von mir?!“ Wütend funkelte sie ihn an.

„Ich erwarte nichts von dir, sondern ich will dir helfen“, sagte er ernst. „Was übrigens auch für Sandra gilt. Wir machen uns Sorgen um dich. Du weißt etwas über diese Intrigantin und willst sie aus irgendeinem Grund schützen.“

„Ich denke, letztlich willst du weder etwas von mir noch für mich.“ Rosalie war sichtlich verletzt. „Sondern mich wegen Cosima aushorchen. Weil du irgendetwas gegen sie hast.“ Ertappt schüttelte er den Kopf. „Aber ich bin es leid, für dich und Sandra das Versuchskaninchen zu spielen.“ Und damit wies sie ihm die Tür.

Als Götz abends nach Hause kam, belauerte ihn Cosima, ohne dass er es merkte. Er war noch immer außer sich über den Auftritt des Gutachters beim Prozess.

„Beschreibt sie als Bestie in Menschengestalt!“, empörte er sich.

„Du hast doch selbst gesagt, die Frau geht über Leichen“, meinte Cosima.

„Im übertragenen Sinn vielleicht“, behauptete er.

„Genau diese Skrupellosigkeit reizt dich doch“, sagte sie. „Das hast du mir jedenfalls so erklärt.“ Er stutzte und musterte sie forschend.

„Aber nichts an ihr reizt mich so wie du“, flirtete er sie dann an. Er setzte sich neben sie auf die Couch und wollte sie an sich ziehen. Erst da registrierte er das EKG-Gerät, an das sie angeschlossen war. „Was ist das denn?“

„Niederbühl junior musste mal wieder seine ärztliche Kunst an mir ausprobieren.“ Sie verharmloste die Situation absichtlich. Sie war sich nicht sicher, ob sie ihrem Mann noch trauen konnte.

Seit Robert am Fürstenhof war, hatten er und Eva Krendlinger ein etwas merkwürdiges Verhältnis zueinander entwickelt. Einerseits fanden sie sich nicht unsympathisch, andererseits konnten sie nicht aufhören, sich zu kabbeln – was in der Küche immer wieder für Unruhe sorgte. Jetzt hatte Robert Eva dazu verdonnert, gemeinsam mit ihm den Weinkeller aufzuräumen. Und sie war es, die in einer der hintersten Ecken des Gewölbes eine uralte Kiste fand.

„Der Inhalt sieht irgendwie nicht so aus, als sollte man ihn einfach wegschmeißen“, meinte sie.

„Wieso?“, wunderte sich Robert.

„Schauen Sie selbst rein“, forderte sie ihn auf. „Sie machen sich Ihre kostbaren Sternefinger auch nicht schmutzig. Ich habe das Teil abgewischt.“ Mit spitzen Fingern hob er den Deckel von der Kiste. Darin befanden sich fünf alte verstaubte Flaschen. Er nahm eine heraus und studierte das Etikett – es war in Sütterlinschrift beschrieben. Weder er noch Eva konnten die Handschrift entziffern.

„Aber ich tippe intuitiv auf Schnaps“, stellte sie fest. „Oder Spiritus. Oder sonst was Destilliertes.“ Robert beschloss, Hildegard zu fragen. Die kannte sich mit solchen Sachen aus.

Sandra war fleißig gewesen und hatte für das Ökohotel im Kloster ein Konzept ausgearbeitet. Lukas zeigte sich beeindruckt.

„Ich habe versucht, Ideen zu entwickeln, wie man die existierenden Gebäude nutzen und in die natürliche Umgebung integrieren kann“, erläuterte sie. „Inklusive natürlich allem, was mit Energiesparen, ökologischer Bauweise und so weiter zu tun hat.“ Sie hatte das Konzept auch schon an jemanden von der Gemeindeverwaltung, zu der das Kloster gehörte, gemailt. „Der Mann wirkte ziemlich interessiert.“

„Kann ich mir vorstellen“, entgegnete Lukas. Sandras Konzept hatte wirklich Hand und Fuß. Sie strahlte.

„Man müsste sich bei der Gemeinde nur noch um einen Pachtvertrag bewerben“, meinte sie dann. Und sie beide hielten es für mehr als wahrscheinlich, dass sie diesen Vertrag auch bekommen würden. Und dann konnte es losgehen mit dem Ökohotel …

In der Nacht stand Lukas unbemerkt auf, schnappte sich Sandras Konzept und verschwand. Sie bemerkte es erst am nächsten Morgen. Und sie konnte sich schon denken, was er vorhatte: Er musste höchstpersönlich ins Riesengebirge gefahren sein!

Cosima bedankte sich heute bei André.

„Wenn du mir gestern nicht geholfen hättest, wäre ich vermutlich tot“, sagte sie.

„Gut, dass ich aus meiner beklagenswerten Zeit als Militärsanitäter nicht alles vergessen habe“, sagte er mit einem schiefen Lächeln. „Und wie geht es dir jetzt?“

„Schon wieder ganz gut“, antwortete sie ausweichend. „Ich werde dir das nie vergessen. Du hast etwas gut bei mir.“

„Darauf würde ich gerne direkt zurückkommen“, meinte er. „Mein Zeugnis … Könntest du dafür sorgen, dass es nicht zu knapp ausfällt? In meinem Alter braucht man anständige Referenzen, sonst endet man auf der Parkbank.“ Sie musterte ihn nachdenklich.

„Wie ernst ist es dir eigentlich mit der Kündigung?“, fragte sie dann.

„Mir?“ Er stutzte. „Gar nicht. Aber ich habe doch keine Wahl. Mein werter Bruder wird alles dafür tun, damit ich von hier verschwinde.“

„Er hat zwanzig Prozent“, sagte sie. „Er entscheidet so etwas Wichtiges wie die Zukunft unseres Sternerestaurants nicht allein.“

„Er würde mir das Leben zur Hölle machen“, fürchtete André.

„Dann nimm ein bisschen Urlaub, bis er sich ausgetobt hat“, riet sie. „Alles andere akzeptiere ich nicht. Und ich habe mehr Anteile als er.“ Ein leises Lächeln erschien auf Andrés Gesicht. Vielleicht war die ganze Situation ja doch nicht so hoffnungslos, wie er gedacht hatte. Da trat auf einmal Götz ins Zimmer.

„Was haben Sie hier zu suchen?“, fuhr der Anwalt André sogleich an.

„Guten Morgen erst mal“, entgegnete der überfreundlich. Götz blaffte ihn an, er solle auf der Stelle verschwinden. Aber Cosima ging dazwischen und beharrte darauf, dass das auch ihre Wohnung sei.

„Musst du nicht los?“, fragte sie ihren Mann dann leicht süffisant. „Deine Mandantin wartet doch sicher schon sehnsüchtig.“

„Du hast wie immer recht, Liebes.“ Götz überspielte seine Niederlage mit bissiger Ironie und verabschiedete sich dann.

2. KAPITEL

Michael berichtete Sandra von seinem Misserfolg bei Rosalie. Er fühlte sich wirklich schlecht. Er hatte Rosalie nicht benutzen wollen. Zumal er sich eingestehen musste, dass er angefangen hatte, sie tatsächlich zu mögen.

„Aber jetzt sehe ich auch nicht mehr, wie ich an sie rankommen soll“, seufzte er. „Nach dem Rausschmiss gestern …“

„Sie dürfen nicht aufgeben!“, riet Sandra. Sie war sich hundertprozentig sicher, dass Rosalie eine Abmachung mit Lukas’ Mutter getroffen hatte. „Und das kann nur schlecht ausgehen. Für Rosalie!“ Bevor Michael etwas entgegnen konnte, trat Philipp zu den beiden – sie standen in der Lobby. Und er bat Sandra um ein Gespräch unter vier Augen. Sie reagierte zwar etwas verhalten, ließ dann aber zu, dass er sie auf die Terrasse führte.

„Ich habe ein Problem“, begann Octoir. Sein Agent hatte angerufen und ihm ein Angebot unterbreitet. Er könnte sofort in eine Filmproduktion einsteigen. „Ein Mehrteiler. Das bedeutet langfristige Aufträge.“ Aber wenn er dieses Angebot zusagte, würde er bei dem Ökohotel nicht mitmachen können. „Und eigentlich wäre mir das Hotel rein inhaltlich lieber“, erklärte er. „Wenn du definitiv mit im Boot bist, würde ich die Filmkiste absagen.“ Überfordert starrte sie ihn an. Er konnte doch nicht erwarten, dass sie ihm eine solche Entscheidung abnahm!

„Und woher soll ich wissen, ob wir das tatsächlich durchziehen können?“, fragte sie noch. Das Ganze hing ja nicht nur von ihnen ab.

„Ich finde, schon“, hielt er dagegen. „Erst einmal müssen wir wirklich wollen.“ Außerdem hielt er Sandras Konzept für ausgezeichnet, und er wollte das Projekt gern mit ihr zusammen angehen. „Und zwar so bald wie möglich.“ Dafür würde er sogar auf die Chance verzichten, einen Mehrteiler produzieren zu können. „Lass uns den Antrag wegen der Pacht noch heute losschicken“, schlug er vor. „Wenn es klappt, könnten wir nächste Woche wieder ins Riesengebirge fahren und wirklich konkret werden.“ Natürlich reizte Sandra diese Aussicht enorm. Also gab sie sich einen Ruck.

„Okay. Wenn es dir hilft – ich bin dabei.“ Er umarmte sie spontan und betont kumpelhaft.

„Hey, toll!“ freute er sich. Und dann rannte er los, um seinem Agenten Bescheid zu geben, dass er das Angebot ablehnte.

Robert zeigte Frau Sonnbichler heute die Flaschen, die er und Eva gestern im Weinkeller entdeckt hatten. Und Hildegard wurde sofort ganz blass.

„Das ist ein wahres Teufelszeug!“, rief sie. „Am besten, Sie entsorgen die Flaschen sofort. Im Sondermüll!“

„Warum das denn?“, staunte Robert und machte sich daran, eine der alten Flaschen zu öffnen.

„Finger weg! Sie würden es bereuen! Und ich auch. Denn niemand außer Ihnen und mir hält hier die Stellung. Deshalb würde ich darunter leiden, wenn Sie Blödsinn veranstalten und ausfallen.“ Natürlich weckte sie Roberts Neugierde damit erst recht. Es war ihr unangenehm, zu berichten, was sie mit dem „Magischen Kräuterschnaps“ für Erfahrungen gemacht hatte: André wäre beinahe über sie hergefallen, als er davon gekostet hatte. Dieses Zeug ließ die Menschen liebeskrank werden. Robert amüsierte sich natürlich köstlich über das, was er da hörte. Und natürlich dachte er gar nicht daran, den alten Schnaps zu vernichten. Zumindest eine Flasche davon behielt er für sich zurück.

Barbara und Götz befanden sich mitten in einer Krisensitzung. Götz hatte vor, das Gutachten eines zweiten Psychiaters zu beantragen. Aber Barbara glaubte nicht, dass das irgendetwas nützen würde.

„Die Richterin ist längst genauso befangen wie der Staatsanwalt!“, schimpfte sie. „Hast du das Gesicht von Rosenberg gesehen, als Brunner mich fertiggemacht hat?“

„Ich wäre ein schlechter Verteidiger, wenn ich den Staatsanwalt nicht immer sehr genau beobachten würde“, bemerkte Götz herablassend. Barbara verdrehte die Augen.

„Kann es sein, dass du längst aufgegeben hast?“, herrschte sie ihn an. „Mich, den Prozess?“

„Wir gewinnen, davon bin ich nach wie vor überzeugt“, erklärte er.

„Und was hindert dich daran, das endlich entsprechend voranzutreiben?“, fragte sie kühl.

„Meine leider immer noch Frau Gemahlin“, bekannte er zur Abwechslung einmal ehrlich. „Die dank weiblicher Intuition anfängt, etwas von uns beiden zu ahnen.“ Barbara stöhnte auf. Das war nun wirklich das Letzte, womit sie sich beschäftigen wollte. „Am liebsten wäre ich sie auf der Stelle los“, fuhr Götz fort. „Für immer. Egal, welchen Preis ich dafür zahlen müsste. Ich ertrage sie nicht mehr.“

„Hol mich hier raus“, erwiderte Barbara, die aus eigenem Interesse verhindern wollte, dass er womöglich etwas Unüberlegtes tat. „Alles andere erledige ich. In der Beziehung habe ich dann doch etwas mehr Erfahrung als du, vermute ich.“ Er gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. „Du wirst den alten Drachen nicht mehr lange ertragen müssen“, versprach sie ihm dann. „Dafür musst du bloß noch diesen absurden Prozess gewinnen.“

„Auf jeden Fall.“ Er lächelte sie an. „Aber vielleicht löst sich das Problem bis dahin auch von selbst. Cosima versucht zwar, es vor mir zu verbergen, aber sie hatte gerade wieder einen Herzanfall. Und zwar einen besonders schweren.“

„Umso besser …“ Barbaras Miene hatte einen verschlagenen Ausdruck angenommen. „Da muss man sich eventuell nicht mal die Hände schmutzig machen …“

Michael hatte beschlossen, noch einmal mit Rosalie zu reden und diesmal ganz ehrlich zu ihr zu sein.

„Ja, ich habe dein Interesse an mir ausgenutzt, weil ich Informationen über Cosima Saalfeld brauche“, räumte er gleich zu Anfang ein. „Es tut mir leid. Aber sie hat meinen Vater ermordet.“ Er korrigierte sich selbst. „Vielleicht nicht direkt, aber – sie hat ihm beim Sterben zugesehen. Und nichts getan!“ Rosalie war schockiert. „Nachweisen kann ich es ihr leider nicht“, fuhr Michael fort. „Aber sie soll … Sie muss dafür bezahlen! Indem sie angeklagt und verurteilt wird. Weil sie auch dich umbringen wollte.“ Überrumpelt blickte Rosalie ihn an. Was erwartete er denn jetzt von ihr? „Dazu kommt es aber nur, wenn du mir sagst, was da zwischen euch läuft“, fügte er hinzu. „Ihr habt euch anscheinend gegenseitig in der Hand.“ Er drängte sie nicht gleich zu einer Entscheidung, sondern sagte ihr, sie solle in Ruhe darüber nachdenken. Er musste sowieso in die Praxis. Lukas’ Mutter hatte einen Termin bei ihm.

Cosima war heilfroh darüber, dass sie das mobile EKG-Gerät wieder loswurde. Aber Michael erklärte ihr, dass die Überwachung leider das bestätigte, was er bereits befürchtet hatte: Sie litt unter schweren Herzrhythmusstörungen. Ihr Herz blieb immer wieder kurz stehen.

„Und jetzt?“, fragte sie verängstigt, konnte sich die Frage aber selbst schon beantworten: Sie musste Stress abbauen. Sie musste besser auf sich aufpassen. „Leicht gesagt, wenn der Sohn sich von einem abwendet und der Ehemann etwas zu eindeutig für seine Mandantin schwärmt“, meinte sie bissig.

„Sind es wirklich nur Ihre familiären Sorgen, die Sie belasten, Frau Saalfeld?“, hakte Michael ein. „Manchmal quälen einen ja noch ganz andere Dinge. Schuldgefühle, zum Beispiel …“

„Weshalb sollte ich Ihrer Meinung nach Schuldgefühle haben?“ Die beiden duellierten einander mit Blicken. „Ja, ja, wenn Sie es unbedingt hören wollen: Auch das mit Ihrem Vater liegt mir auf der Seele. Dieser fatale Moment damals, als ich mich mit ihm gestritten habe. Und dann … Er hatte den Schlaganfall. Ich kam zu spät. Ich konnte nicht mehr helfen.“ Sie spielte ihre Betroffenheit so gut, dass sie sich beinahe selbst davon überzeugte. Michael glaubte ihr allerdings nicht, ließ es aber fürs Erste bei dem Thema bewenden. Er musste ihr nämlich noch einen medizinischen Rat geben: Mit ihren Herzmedikamenten würde es in Zukunft nicht mehr getan sein. Sie brauchte dringend einen Herzschrittmacher! Das hörte Cosima gar nicht gern.

Gegen Mittag kehrte Lukas in den Fürstenhof zurück. Wie Sandra schon vermutet hatte, war er im Riesengebirge gewesen, um sich das alte Kloster einmal selbst anzusehen. Und dann war er auch gleich noch ins Rathaus gegangen und hatte mit dem Herrn gesprochen, der die Grundstücke der Gemeinde verwaltete.

„Ich muss bloß noch einen Finanzierungsplan erstellen“, berichtete er Sandra jetzt aufgeregt. „Dann werden wir die Pächter des Klosters.“ Er hatte sogar schon einen Vorvertrag unterschrieben! Sandra glaubte, ihren Ohren nicht zu trauen. „Du und ich, wir haben bald unser eigenes Ökohotel!“ Lukas strahlte über das ganze Gesicht.

„Und Philipp?“, fragte sie vorsichtig.

„Den brauchen wir dazu nicht. Wir ziehen das Ding allein durch.“ Entgeistert riss sie die Augen auf. Lukas wollte Philipp ausbooten?

„Aber er hat das Kloster doch überhaupt erst entdeckt!“, wandte sie ein. „Das kannst du nicht machen.“ Aber Lukas hatte seine Entscheidung getroffen. Dass Philipp ihm dann auch noch gesagt hatte, er sei in Sandra verliebt, war schließlich ausschlaggebend gewesen.

„Das geht doch niemals gut mit uns dreien!“, meinte er. Er vertraute Philipp nicht mehr. Und das war keine Basis für ein gemeinsames Geschäft.

„Aber wenn du denjenigen hintergehst, der das Ganze erst initiiert hat, ist das auch nicht fair“, hielt sie dagegen. „Und das alles auch noch hinten rum.“

„Wenn man dir zuhört, bekommt man den Eindruck, ich wollte Philipp reinlegen.“ So war es ja auch irgendwie, fand sie. Lukas platzte der Kragen.„Okay, wenn du das so siehst … Dann zieh das Projekt doch mit ihm allein durch. Ohne mich. Was du ja sowieso lieber wolltest. Dann ist wenigstens moralisch alles in Ordnung.“ Wütend stapfte er davon.

An der Rezeption traf er ausgerechnet auf Philipp, der gar nicht gut auf ihn zu sprechen war. Octoir hatte nämlich gerade mit dem Beamten telefoniert, der für das alte Kloster zuständig war. Und der hatte ihm berichtet, dass mit Lukas Zastrow bereits ein Vorvertrag abgeschlossen worden war.

„Das ist schlichtweg Verrat!“, ereiferte sich Philipp. Lukas hingegen fand diesen Vorwurf einfach nur lächerlich.

„Du hast doch gar keine Ahnung von der Hotellerie“, erklärte er von oben herab. „Bleib besser bei deinen Filmen.“

„Aber ich habe das Kloster entdeckt!“, entgegnete Octoir. „Und ich war es auch, der überhaupt die Idee hatte, daraus ein Gästehaus zu machen.“

„Dir geht es doch gar nicht um das Hotel!“, unterstellte Lukas ihm nun. „Du willst doch nur Sandra weiter angraben können.“

„Ach, so simpel ist das …“ Philipps Ton wurde spöttisch. „Du bist eifersüchtig. Mit deinem Selbstbewusstsein scheint es ja nicht so weit her zu sein.“

„Du hast mir selbst gesagt, du bist in Sandra verliebt!“ In diesem Augenblick kam Cosima die Treppe herunter und spitzte sofort die Ohren. Das war ja interessant!

„Du glaubst im Ernst, ich will dir die Freundin ausspannen?“, erwiderte Philipp. „Mann, du leidest echt unter Verfolgungswahn!“

So ging das nicht. Sandra marschierte aufgebracht durch den Park Richtung Gewächshaus. Lukas konnte sie nicht einfach so vor vollendete Tatsachen stellen. Er hatte sich doch denken können, dass sie niemals zustimmen würde, Philipp auszubooten. Der hatte wegen des Hotelprojekts gerade einen lukrativen Auftrag abgelehnt. Aber das interessierte Lukas wahrscheinlich auch nicht. So sauer, wie er auf Philipp war … Wie sollte das alles jetzt nur weitergehen? Für Sandra war es unvorstellbar, dass die beiden unter diesen Umständen noch vernünftig zusammenarbeiten konnten …

Nach der Konfrontation mit Philipp bat nun auch noch Michael um eine Unterredung mit Lukas. Es ginge um seine Mutter. Auf nichts hatte Lukas weniger Lust, aber sein Freund blieb beharrlich. Er würde sich nicht über seine Schweigepflicht hinwegsetzen, wenn Cosimas Gesundheitszustand nicht tatsächlich ernst wäre.

„Sie hatte gestern einen Herzstillstand. Es war ziemlich knapp.“ Überrascht verzog Lukas das Gesicht – davon hatte er gar nichts mitbekommen. „Sie braucht dringend einen Herzschrittmacher. Aber sie fürchtet sich vor der OP.“

„Das ist doch reine Routine, oder?“, fragte Lukas.

„Nicht ganz.“ Wenn die Krankheit so weit fortgeschritten war wie bei Cosima, war ein solcher Eingriff nicht ohne Risiko. „Aber es muss trotzdem sein. Je eher, desto besser. Und es wäre gut, wenn du sie in ihrem Entschluss ein bisschen unterstützt.“

„Michael hat eben mit mir gesprochen.“ Lukas war zu seiner Mutter in die Wohnung gekommen. „Wie geht es dir?“

„Mein Herz will nicht mehr so recht“, bemerkte Cosima achselzuckend.

„Du brauchst einen Schrittmacher.“ Sie nickte. „Warum bist du nicht schon längst in der Klinik und lässt dir einen einsetzen?“ Sie seufzte nur. „Ich weiß, du hast Angst. Aber der Eingriff ist zwingend nötig!“

„Es ist nicht nur das“, meinte sie. „Ich mache mir auch Sorgen, wie es weitergeht. Wenn etwas schieflaufen sollte …“ Leidend sah sie ihn an. „Was wird aus dir, wenn ich mal nicht mehr bin?“

„Aus mir?!“, entgegnete er verdutzt.

„Die Saalfelds werden dich nie als einen der Ihren akzeptieren“, glaubte sie. „Für die bleibst du immer ein Zastrow. Ein Eindringling.“

„Die einzige Saalfeld, die mir wichtig ist, ist Sandra“, erklärte er.

„Das denkst du jetzt. Aber wenn diese Bande dir immer wieder Knüppel zwischen die Beine wirft …“ Er schüttelte den Kopf. Das würde kein Problem mehr sein. Schließlich wollten Sandra und er den Fürstenhof verlassen. „Ihr wollt wirklich weg?!“ Sie hatte es nicht ernst genommen, als er ihr das vor einigen Tagen zum ersten Mal eröffnet hatte. Er bejahte. Und erzählte dann von dem Kloster im Riesengebirge, aus dem sie ein Ökohotel machen wollten. „Ich bin schwer krank, und du lässt mich allein?“

„Bis jetzt ist noch nichts entschieden“, wehrte er ab. „Wir haben noch keine endgültige Zusage, was die Finanzierung betrifft.“ Und bis nach der OP würde er natürlich bleiben.

Sandra hatte es nicht lange im Gewächshaus gehalten. Nun klopfte sie an Philipps Hotelzimmertür, aber der wollte zuerst nicht mit ihr reden.

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