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Im Keller des Killers

Inhalt

  1. Cover
  2. Über das Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Vorspiel
  7. Der Keller
  8. Krawitz
  9. Die Ausstellung
  10. Der Kurator
  11. Die Grube
  12. Unterwegs
  13. Der Stumme
  14. Die Werkstatt des Puppenmachers
  15. Unter Beobachtung
  16. Phantasmen und Pläne
  17. Auf der Pirsch
  18. Die Blumen des Todes
  19. Das Ultimatum
  20. Endspiel
  21. Leseprobe – Killer’s Creek

Über das Buch

Heimliche Besuche in fremden Wohnungen sind der Kick für Iris und Jans Sexleben. Eines Abends gehen sie ihrem lustvollen Hobby im Keller eines scheinbar verlassenen Hauses nach. Plötzlich verriegelt die Alarmanlage alle Türen.

Eingesperrt in einem dunklen Keller voller morbider Kunstwerke wird den beiden schnell klar, dass der Hauseigentümer sie nicht mehr gehen lassen will. Aus Lust wird gnadenlose Angst, aus Leidenschaft wird panisches Entsetzen.

Psycho-Thriller voller »Hochspannung« – die neue Reihe von Bastei Entertainment!

Über die Autorin

Linda Budinger, freie Autorin und Übersetzerin, schreibt seit mehr als 20 Jahren Romane und Kurzgeschichten, vor allem im Bereich Fantasy und Phantastik. Mehrfach wurden Geschichten von ihr für den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Bekannt wurde sie durch Veröffentlichungen für das Rollenspiel »Das Schwarze Auge« und als Mitautorin der Bastei-Romanreihe »Schattenreich«.

Vorspiel

Albertingen, 18. November 2014

Iris und Jan liefen bereits zum zweiten Mal an dem Haus vorbei. Sie gingen so nah beieinander, dass sie in der dunklen Kleidung beinahe wie eine Person wirkten. Diesmal sprang der Bewegungsmelder, der das Licht auf dem Vorplatz einschaltete, nicht an. Die Umgebung blieb in Dämmerlicht getaucht.

»Zwei Meter«, las Jan vom Ultraschallmessgerät ab. »Wir müssen uns ganz außen am Rand der Einfahrt halten.«

Iris nickte. Der Stellplatz war immer noch leer, und die Hecke gab ihnen Sichtschutz. Die Vorfreude kribbelte bereits in Iris’ Bauch.

Sie ging in die Hocke, um ihren Schuh zuzuknoten, und sah sich dabei über die Schulter um. An diesem diesigen Abend war kein anderer Fußgänger auf der Straße unterwegs. Aus den Häusern drang das fahle blaue Licht von Fernsehgeräten, und Iris richtete den Blick wieder nach vorn. Sie nickte zufrieden: Unmittelbar vor ihr und Jan blieb es dunkel.

Sie fasste beim Aufstehen Jans Hand, die in einem dünnen Lederhandschuh steckte. »Alles klar«, raunte sie.

Jan huschte knapp außerhalb des Sensors hinter das Haus, gefolgt von Iris. Vor einem schwarzen Fenster auf der Rückseite blieben sie stehen. Ganz in der Nähe erstreckte sich der Streifen aus Büschen und Sträuchern, der die Siedlung umschloss und im Notfall einen guten Fluchtweg bot.

Alles war generalstabsmäßig geplant. In weniger als drei Sekunden hebelte Jan den Holzrahmen in einer geübten Bewegung mit dem Schraubenzieher auf, fädelte eine Drahtschlaufe durch den nur Millimeter breiten Schlitz und zog damit den Türgriff in die »Offen«-Position. Anschließend half er Iris ins Haus und zog sich selbst durch den Fensterrahmen.

»Eine Minute dreißig«, flüsterte er nach einem Blick auf die Uhr. »Nicht schlecht.«

Iris schob den Fensterflügel zu, damit von außen alles normal wirkte. Wenn sich das Mondlicht auf einer Scheibe spiegelte, bestand die Gefahr, dass man im Nachbarhaus aufmerksam wurde.

Jan öffnete die Zimmertür ein wenig. Durch die teilverglaste Haustür fächerte das Licht der Straßenlaterne in den Flur und tauchte das kleine Zimmer in samtiges Halbdunkel.

Iris blickte sich abschätzend um. Ein Blueberry lag vergessen auf einer Kommode. Aus der Spielzeugkiste daneben äugte eine Froschpuppe hervor, und eine Spur aus Legosteinen führte wie eine Tierfährte durchs Zimmer. Iris’ Fuß fuhr prüfend über den weich getufteten Teppich. Ja, der würde sich prima machen. Sie nahm einen Bauklotz aus der Kiste und steckte das Souvenir in die Tasche.

Als Jans warmer Atem über ihren Nacken strich, bekam Iris eine Gänsehaut. Sie drehte sich zu Jan um.

»Officer Turner hat die sexy Einbrecherin gestellt«, sagte Jan. Er sprach die ersten Worte englisch aus. Jan löste Iris’ Schal aus dem Mantelkragen und wickelte ihn um ihre Handgelenke. »Er muss die Verdächtige jetzt festnehmen.«

Langsam begann der prickelnde Teil ihres Rollenspiels. Jan zog Iris näher zu sich und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. Sie erwiderte die Liebkosung, strich mit der Zungenspitze sanft über seine Unterlippe. Jans Finger waren in der Zwischenzeit damit beschäftigt, die Knopfreihe ihres Trenchcoats zu lösen und ihr dann Mantel und Schal abzustreifen. Darunter trug sie bloß einen engen Catsuit und leichte Slipper. Diesmal keine Unterwäsche. Eine kleine Überraschung für Jan.

Sein Arm glitt um Iris’ Taille. Jan hatte den muskulösen Körper eines Kletterers, und sein Griff wurde fester.

»Ich liebe den Winter. Da hat man mehr auszupacken«, wisperte er.

Verlangend drängte Iris sich ihm entgegen, rieb ihre Hüfte an seinem Schritt. Ein Schauer durchfuhr sie vom Kopf bis in die Zehenspitzen. Langsam ließ sie sich auf den weichen Teppich nieder.

Sie würde auf ihre Kosten kommen.

Der Keller

Bronnweiler, 16. Februar 2015

Das Anwesen von F. Krawitz lag fast am Ende der Sackgasse. Zwei mächtige Kastanien flankierten den Eingang und sorgten für ein wenig räumlichen und optischen Abstand zur Straße mit dem schönen Namen »Am Klostergarten«.

Eine Zufahrt führte hinter das Gebäude, und die Straßenlaterne erhellte nur das erste Drittel des Kieswegs. Ein Stück zurück befand sich ein kleines Wäldchen – ein Notausgang, falls etwas schiefgehen sollte. Alles war genau so, wie Iris und Jan es mochten. Sie hatten das Haus im Vorfeld gründlich beobachtet. Dabei halfen ihnen Hunde aus dem Tierheim, denn dort suchte man ständig tierliebe Menschen, die mit den Vierbeinern lange Spaziergänge unternahmen. Ein nützlicher Vorwand, um geeignete Objekte auszukundschaften.

Tagsüber stand das Haus leer. Auf Bewohner deuteten lediglich ein gekipptes Fenster im Obergeschoss und das Verschwinden der Post hin. Ansonsten wirkte das Grundstück am Klostergarten 15 ziemlich verlassen. Aber der Schein trog: In dem Haus wohnte ein alleinstehender Mann, ein Kurator, der in der Chefetage eines Museums arbeitete. Das hatte ihnen eine Nachbarin verraten.

Iris lächelte. Kaum zu glauben, was die Leute alles ausplauderten, wenn sie einen fremden Hund streichelten.

Auf den ersten Blick sah das Gebäude gut gesichert aus. Die Kellerfenster aus dickem Milchglas befanden sich dicht über dem Boden und waren mit gekreuzten Metallstangen abgeschottet. Schwere Rollläden versperrten die Fensteröffnungen im Erdgeschoss. Aber es gab weder Bewegungsmelderleuchten noch unmittelbar angrenzende Häuser. Es war geradezu eine Einladung.

Iris steckte bis in die Haarspitzen voller Adrenalin.

»Krawitz – ist das überhaupt ein echter Name? Hört sich an wie ein Vampir oder so was«, spöttelte sie und schlurfte auf Jan zu, die Arme ausgestreckt, die Hände zu Klauen geformt. »Ich werrrde dein Blut trrrinken.«

Er grinste. »Ich hab da was anderes zum Schlucken für dich, Baby.«

Sie verzog die Lippen zu einem Schmollmund. »Nicht ganz das, was mir vorschwebt.«

Gespinste aus Abendnebel umhüllten die Kastanien. Feine dünne Schwaden wogten wie Geister um Iris’ Beine. Feuchte Luft schlug sich in ihren Haaren nieder, als sie am Haus vorbei zum Kellerabgang schlich. Beim letzten Erkundungsgang mit einem Hund aus dem Tierheim war ›Bello‹ auf das Gelände gelaufen. Iris hatte ihn nicht einmal durch eine Handvoll Leckerli dazu ermuntern müssen, im Gegenteil: Es war schwierig gewesen, Bello wieder vom Grundstück zu zerren.

In Deckung des Hauses schaltete Iris die Taschenlampe an und richtete sie auf das Türschloss. Jan drehte den Schließzylinder mit der Rohrzange ab. Es knackte, als das Metall absprang. In der Stille der Nacht klang das Geräusch überlaut.

Beide verharrten erschrocken. Hastig knipste Iris die Taschenlampe aus und hielt für einen Moment den Atem an. War Krawitz wach geworden?

Falls der Hausbesitzer das Knacken gehört hatte, durften ihn keine weiteren Geräusche beunruhigen. Hoffentlich dreht er sich im Bett gleich wieder um und pennt weiter, dachte Iris und wartete stumm auf die Zimmerbeleuchtung oder das Rauschen der Toilettenspülung.

Doch die Hormone, die durch ihre Blutbahn hüpften, ließen sie kaum stillstehen. Ihr Blick wanderte über die Hausfassade. Dabei fiel ihr auf, dass eines der Milchglasfenster in Bodenhöhe einen Sprung hatte.

Sie beugte sich vor. Vielleicht konnte man einen Blick in den Keller werfen. Der Gedanke ließ sie schmunzeln. In einem Keller hatten sie und Jan es noch nie miteinander getrieben.

In diesem Moment löste sich irgendetwas aus der Dunkelheit und wischte hauchzart über Iris’ Wange. Sie zuckte zurück, gab einen erstickten Laut von sich und beobachtete, wie der große Nachtfalter davonflatterte. An dem gesprungenen Glas war er nahezu unsichtbar gewesen.

Iris schlug das Herz bis zum Hals. »Dämliches Vieh«, flüsterte sie.

Jans Blick flog zu den Fenstern im ersten Stock. Nichts rührte sich. Noch mal gut gegangen.

Er schaute auf Iris, die entschuldigend die Achseln zuckte.

Jan zog sie fest an sich und drückte ihr einen Kuss auf den Hinterkopf. »Böses Mädchen«, wisperte er. Sie spürte an ihren Pobacken, wie hart er bereits war.

Ein paar Augenblicke verharrten sie so, dann löste Iris sich von ihm und machte die Tür auf. »Ich hoffe, man kommt von unten ins Haus«, flüsterte sie und richtete den Strahl der Lampe auf den Boden. »Auf Spinnen und Asseln als Zuschauer kann ich echt verzichten.«

Sie schaute Jan bedeutsam an.

»Einen flotten Dreier mit ’nem Achtbeiner hatten wir noch nie«, alberte er. Sein Atem ging schwer, und seine Pupillen waren vor Erregung geweitet.

Schwarze Monde, dachte Iris.

Jan schob sie in den Raum und folgte ihr auf dem Fuße.

In diesem Moment geschah es.

Iris hörte ein leises Kratzen, dann ein Klicken. Mit lautem Rauschen sauste hinter ihr etwas Großes, Schweres in die Tiefe. Sie schrie. Jan prallte gegen sie. Irgendetwas klirrte metallisch und schlug krachend hinter ihnen auf.

Iris fuhr herum, während Jan sich die Hand rieb. Er sah käsebleich aus.

»Was soll der Scheiß?«, schimpfte Iris. Der Lichtstrahl ihrer Lampe tastete über Metall. In diesem Moment erkannte sie voller Entsetzen, dass der Durchgang nach draußen von einem Eisengitter versperrt war. Ein Fallgatter wie in einer alten Burg. Vor Angst krampfte sich ihr Magen zusammen.

»Wir müssen eine Lichtschranke ausgelöst haben.« Jan machte einen wütenden Satz auf das Gitter zu und drückte mit aller Kraft nach oben. Iris legte die Lampe ab und half ihm, doch wie sehr die beiden auch schoben, das Gitter bewegte sich keinen Millimeter. Es war mit Riegeln gesichert, die im Türrahmen einrasteten.

Iris schüttelte den Kopf. Verwirrt fragte sie sich, wer eine Lichtschranke zum Einbruchsschutz in den Innenraum verlegte …

Jan gab mit einem leisen Stöhnen auf. Er pellte den Handschuh von seiner Rechten und untersuchte die Hand nach Verletzungen. »Wir brauchen Werkzeug«, befand er. »Bestimmt gibt’s hier irgendwo ’ne Heimwerkerecke.«

Lampe und Zange oder manchmal ein Schraubenzieher als Hebel waren die einzigen Gegenstände, die sie zu ihren erotischen Abenteuern in fremden Häusern mitnahmen. Jan hatte nicht einmal sein Taschenmesser dabei. Eine Vorkehrung für den Fall, dass es doch einmal schiefging. Denn für das Strafmaß machte es einen gewaltigen Unterschied, ob Einbrecher bewaffnet waren oder nicht.

»W

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