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Im 7. Frauenhimmel

Eva Scholl, Susi Thürer-Reber

Im 7. Frauenhimmel

Wo um alles in der Welt ist er, und wie kommen wir hin?

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Inhalt

Vorwort

Der 7. Himmel?

Der 7. Frauenhimmel!

Was erwartet uns da? – Glück und Glücklichsein – Emanzipation – Erfolg – Und der Zusammenhang? – Von Erwartungen und Realitäten – Und nun?

Wo um alles in der Welt ist er?

Wie kommen wir hin? Einige Denkanstösse

Weg mit alten Rezepten! – Fort mit Antreibern und Mustern! – Schluss mit schlechtem Gewissen!

Jede ist ihres Glückes Schmiedin

Was mir das Leben schuldig ist – Pechvogel oder Glückspilz – Von Mücken und Elefanten – Lerne zu klagen, ohne zu leiden – Wer ist schuld? – Wir fühlen, was wir denken – Was uns nicht umbringt, macht uns stark – Lieber gesund und reich als arm und krank?

Abschied vom Traumprinzen

Erwartungen – Die Mär vom Traumprinzen – Realität – Alternative

Der richtige Umgang mit Fröschen

Frösche werden nur im Märchen Prinzen – Auch Frösche sind liebenswert – Die ideale Partnerschaft? – Flache Schuhe, nein danke!

Bye-bye Traumjob?

Illusion und Wirklichkeit – Genauer hinsehen – Ihr Traumjob

Spieglein, Spieglein an der Wand...

Ich vergleiche, also bin ich – Intelligenter... und schöner – Lasst uns unsere Falten – Selbstsicherheit statt Minderwertigkeitsgefühl

Bescheidenheit ist eine Zier...

...doch weiter kommt man ohne ihr – Seine Stärken kennen – Und darüber reden

Die perfekte Entscheidung?

Perfektion – was bringt’s? – Wer keine Fehler macht, bleibt dumm Entscheiden Sie Sie entscheiden - keine Basisdemokratie

Allen Leuten recht getan...

...ist eine Kunst, die niemand kann – Harmoniesucht – Angst vor Ablehnung – Und die Lösung? – Das schlechte Gewissen – Manipulation – nicht mit mir

Blamiere dich täglich

Nichtwissen ist kein Zeichen von Schwäche – Arroganz ist kein Zeichen von Stärke – Seien Sie authentisch

Schon wieder etwas falsch?

Fühlen Sie sich oft angegriffen? – Kritik: wichtig und hilfreich – Feedback: aber richtig – Weglaufen oder...

Man(n) nimmt mich einfach nicht ernst

Der Kampf gegen überholte Stereotype – Emotionen – Weibliche Waffen und Professionalität

Hört mir denn keiner zu?

Die Stimme – Die Sprache – Der Auftritt

Darf ich gratis für Sie arbeiten – bitte?

Das Dilemma Selbständigerwerbender – Freiwilligenarbeit – Lohn

Wenn ich nicht wäre...

Verantwortung haben oder übernehmen – Kontrollieren oder loslassen

Einzelkampf – oder Frauensolidarität

Angst vor Konkurrenz – Neid und Missgunst – Respekt und Toleranz – Frauen aktiv fördern

Fünfer oder Weggli

Alles hat einen Preis – Prioritäten setzen – Mut zum eigenen Lebensentwurf

Zum Schluss

Literaturverzeichnis

Vorwort

 

Als wir 2007 und 2008 – also vor fast 10 Jahren – unsere ersten beiden Bücher «Im Gegenwind» und «Im Gleichgewicht» veröffentlichten, hofften wir, dass sich die Stellung der Frauen in den nächsten 10 Jahren markant verbessern würde.

Weit gefehlt. Es hat sich nicht viel verbessert. Im Gegenteil: Zurzeit macht sich eine neue Art von Frauendiskriminierung breit. Und zwar nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Umfeld der Frauen. Das hat auch zu tun mit der Globalisierung, mit dem Einfluss fremder Kulturen, mit der Radikalisierung der Politik, mit der Boulevardisierung der Medien, auch bisher als seriös geltender. Der zunehmend rauer und respektloser werdende Umgangston in Chats und Blogs richtet sich häufig gegen Frauen.

Obwohl wir der Meinung waren, wir hätten unseren Beitrag zur Emanzipation der Frau geleistet und könnten uns zurücklehnen bzw. anderen Themen zuwenden, hat uns nochmals der Hafer gestochen.

Wir haben uns die Frauenförderung auf die Fahne geschrieben. Nicht nur, weil Gesellschaft und Wirtschaft auf dieses grosse Potenzial angewiesen sind, weil Frauen andere Werte einbringen können, die heute wichtiger sind denn je, sondern auch, weil Frauen in der Lage sein müssen, auf eigenen Beinen zu stehen. Dies gilt nicht nur für alleinstehende Frauen, sondern auch für Frauen in Partnerschaft. Frauen haben bekanntlich eine längere Lebenserwartung als Männer, Partnerschaften gehen auseinander, Ehen werden geschieden.

Dass wir uns für Frauenförderung starkmachen, heisst nun aber nicht, dass wir der Meinung sind, es sei die Pflicht jeder Frau, Karriere zu machen. Emanzipation der Frau bedeutet für uns Recht auf Selbstbestimmung. Jede Frau soll ihren eigenen Lebensentwurf wählen können – weder der Staat noch die Politik noch die Gesellschaft sollen ihr vorschreiben, wie sie ihr Leben zu leben hat. Jede Frau soll selber entscheiden, wie sie ihren Beitrag an die Gesellschaft leisten will, wie sie ihre eigenen Visionen verwirklichen und vor allem auch ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen kann. Und zwar ohne Druck von aussen – d. h. durch das persönliche Umfeld, die Medien und die Politik. Aber auch ohne Druck von innen – d. h. durch das eigene schlechte Gewissen. Etwas ist wichtig: Für den selber gewählten Lebensentwurf kann jede Frau die Verantwortung tragen, und sie muss es auch.

Neben dem Übernehmen der Verantwortung fordern wir von Frauen noch etwas anderes: Respekt gegenüber anderen Lebensentwürfen. Und Respekt zu haben, ist viel einfacher, wenn wir selber glücklich sind.

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Der 7. Himmel?

 

Als kleine Mädchen sollen wir an so vieles glauben – und tun es auch: Traumprinz, Traumberuf, Reichtum, Schönheit, für Erwachsene ist alles einfach. Man verspricht uns sozusagen, irgendwann, wenn wir erwachsen seien, einen Anspruch auf den siebten Himmel zu haben. Den stellen wir uns dann auch immer wieder in den schönsten Farben vor. Es wäre wie im Märchen, nachdem der Prinz das Aschenputtel gefunden oder das Dornröschen wachgeküsst hat. Der 7. Himmel verspricht ewiges Glücklichsein. Wir werden älter und strengen uns an, alles richtig zu machen. Wir warten und warten – und warten. Bis wir merken, dass etwas nicht stimmt: Der 7. Himmel ist nicht mehr zu sehen, und schon gar nicht zu erreichen. Können wir durch Leistung, durch stetes Wohlverhalten, durch Altruismus oder gar Opferbereitschaft wirklich nicht dahin gelangen, obwohl es uns doch fest versprochen wurde? Offenbar müssen wir alles neu überdenken. Vielleicht sieht der 7. Himmel für erwachsene Frauen ganz anders aus als für kleine Mädchen? Vielleicht ist der Weg dahin nicht der, den uns unsere Eltern und Lehrer vorgeschrieben und vorgezeigt haben und den uns die Medien schmackhaft machen wollen?

Noch etwas: Seit einiger Zeit wird den Frauen immer wieder suggeriert, sie könnten zwar bei entsprechender Anstrengung glücklich sein, aber nur, wenn sie nicht erfolgreich seien. Glück und Erfolg würden sich nämlich ausschliessen. Und da Glücklichsein wichtig sei, sollten Frauen auf den Erfolg verzichten. Mit solchen Aussagen sind wir gar nicht einverstanden – wir wollen sie nicht unwidersprochen lassen.

Wir sind stärker denn je der Überzeugung, dass mehr Frauen erfolgreich sein müssen als bisher. Abzockerei, ungerechte Löhne, wachsende Intoleranz, immer grösser werdende Gewaltbereitschaft, Zunahme staatlicher Regulierung auf Kosten von Eigeninitiative, extremer Nationalismus und vieles mehr sind Ausdruck tiefgreifender gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Probleme. Und die können nicht mit den bisherigen Mitteln gelöst werden, sondern es braucht neue Ansätze: Werte wie Nachhaltigkeit statt schneller Gewinn, Solidarität statt Egoismus, Respekt statt Abwertung, Qualität statt Quantität, Kompetenz statt Filz. Diese Werte können jedoch nicht einfach wiederbelebt werden, sondern sie sind zu hinterfragen und neu zu denken – angepasst an unsere heutige Welt. Hier sind auch Frauen gefragt. Den meisten Frauen sind diese Werte wichtig, und sie könnten für ihren Durchbruch sorgen – sie können vernetzt denken, sie sind eher beziehungs- und damit teamorientiert, kommunikativ, empathiefähig, prozessorientiert (was nicht auf Hormone oder Gene zurückzuführen ist, sondern vor allem durch den sozialen Kontext bedingt ist). Frauen sind noch immer nicht so recht zum Zug gekommen, haben aber nach wie vor viel Potenzial und viele Ideen. Frauen müssen auch aus einem anderen, ganz handfesten Grund erfolgreicher sein als bisher: Es ist eine Tatsache, dass Firmen profitabler sind, je grösser ihr Frauenanteil an der Spitze ist. Trotzdem – die Situation hat sich für die Frauen eher verschlechtert. Und sollte sich die wirtschaftliche Lage, z. B. als Folge des starken Frankenkurses, der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative oder politischer Krisen, verschlechtern, braucht es keine hellseherischen Fähigkeiten, um vorauszusagen, wer an erster Stelle verlieren wird: die Frauen. Es wird bereits diskutiert, dass schlecht bezahlte Saisonniers und Temporärkräfte ohne weiteres durch inländische Arbeitskräfte ersetzt werden können. Gemeint sind wohl vor allem Frauen. Darüber hinaus wird von ihnen erwartet, dass sie die Aufgaben auf freiwilliger und unbezahlter Basis oder in schlecht bezahlten Jobs übernehmen werden… Und das passt uns überhaupt nicht.

Es braucht also zweifellos erfolgreiche Frauen in einflussreichen Positionen, wo sie etwas bewegen können. Nur so könnte es gelingen, dass das auch heute noch männerfreundliche Umfeld ganz allmählich frauenfreundlicher wird. Erfolgreiche Frauen sollen auch zufrieden sein. Das vorliegende Buch kann und will Sie nicht glücklich machen (was Glück ist, werden wir noch sehen). Dazu braucht es mehr – nämlich eigene Anstrengung und Arbeit an sich selbst. Das Buch will zum Nachdenken und Hinterfragen anregen, und vor allem zum Handeln. Richtig: Wir sagen nichts grundlegend Neues – aber aus gutem Grund. Leider werden Frauen nicht nur nach wie vor zu wenig ernst genommen und gefördert, sie bremsen sich auch heute noch selber aus, obwohl sie im Durchschnitt besser ausgebildet sind als Männer und gute soziale Kompetenzen mitbringen. Offenbar ist es also nach wie vor nötig, den Frauen bei jeder Gelegenheit den Rücken zu stärken. Unsere Erfahrungen in Führungsaufgaben, Workshops und Coachings zeigen, dass Frauen sich immer wieder selber im Weg stehen, nicht nur beim Erfolgreichsein, sondern auch beim Zufriedensein. Wir zeigen typische Verhaltensweisen auf, die Frauen beim Bestreben, erfolgreich und glücklich zu sein, immer wieder zum Verhängnis werden.

Frauen müssen daran arbeiten, erfolgreich und glücklich zu sein. Und das funktioniert nicht mit Zurückhaltung, Diplomatie und Ausgewogenheit, sondern nur mit Entschlossenheit, Kreativität, Mut und Ausdauer.

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Der 7. Frauenhimmel!

 

In diesem Kapitel:

Was erwartet uns da?

Glück und Glücklichsein

Emanzipation

Erfolg

Und der Zusammenhang?

Von Erwartungen und Realitäten

Und nun?

 

Den Himmel
überlassen wir
den Engeln und
den Spatzen.

Heinrich Heine

 

Was erwartet uns da?

Landläufig ist mit dem siebten Himmel das ultimative und ewige Glück in jedem Lebensbereich gemeint: mit dem Traummann, mit dem Traumjob, mit den Traumkindern, mit dem Traumhaus, mit viel Geld, mit einem super Aussehen, mit ewiger Jugend. Vielleicht merken Sie etwas: Träume sind eben Träume – am Morgen holt uns die Wirklichkeit regelmässig ein. Der Traummann schnarcht neben uns, die Kinder kommen verkatert vom Ausgang zurück, der bevorstehende Tag verheisst Ärger im Beruf, der Nachbar nervt, der Briefkasten quillt über von Rechnungen, der Blick in den Spiegel zeigt neue Falten und Augenringe, mit der Jugend geht es auch sonst bergab.

Der 7. Frauenhimmel muss also anders aussehen. Ohne Zweifel wollen Frauen glücklich sein – und sie dürfen es auch. Aber wie kann dieses Glück aussehen, und wie ist es zu erreichen?

Von allen Seiten wird Frauen wie gesagt seit einiger Zeit suggeriert, dass sie nicht erfolgreich und glücklich sein können. Obwohl die Emanzipation der Frauen und damit ihre Chancen auf Erfolg stetig zunehmen würden, seien sie immer weniger zufrieden – die Emanzipation der Frauen erweise sich sozusagen als Bumerang.

Damit werden verschiedene Behauptungen aufgestellt:

die Emanzipation der Frauen sei erreicht;

damit stehe dem Erfolg von Frauen nichts mehr im Wege – wenn sie nur wollten;

emanzipierte und erfolgreiche Frauen seien unglücklicher als andere, es bestehe also ein Zusammenhang zwischen Emanzipation und Glücklichsein bzw. zwischen Emanzipation und Unglücklichsein.

Letztlich wird damit – teilweise unterschwellig – gefordert, dass Frauen die Hände vom Erfolg lassen und mit Mann, Kind und Haushalt glücklich sein sollen. Und die Forderungen haben auch bereits Folgen: Immer mehr junge Frauen beschliessen mit der Geburt des ersten oder spätestens des zweiten Kindes, ihr Arbeitspensum drastisch zu reduzieren oder ganz mit Arbeiten aufzuhören und damit die Karriere zumindest auf Eis zu legen. Und damit leider meist ganz darauf zu verzichten.

Wir sehen das anders. Der 7. Frauenhimmel zeichnet sich gerade dadurch aus, dass Frauen erfolgreich und glücklich sein können!

Schauen wir uns zuerst das Thema Glück näher an.

Glück und Glücklichsein

Für den Begriff «Glück» gibt es keine allgemein gültige Definition. Gemeint sein kann ein momentanes Glücksgefühl, aber auch andauernde Glückseligkeit. Glück kann aber auch Zufall oder günstige Wendung bedeuten. Die Abgrenzung zu Begriffen wie Wohlbefinden, Zufriedenheit, Erfüllung usw. ist unscharf.

Seit einiger Zeit herrscht ein eigentlicher «Glückshype». Zwar wissen wir nicht genau, was Glück ist, aber eines ist klar: Wir müssen glücklich sein, denn glücklich zu sein, ist sozusagen der Sinn unseres Lebens – wird uns von allen Seiten mit unglaublicher Penetranz und häufig, ohne dass es uns bewusst wird, eingeredet. Damit ist dann gemeint, dass wir das Leben in jedem Moment als angenehm, erfüllt und sinnvoll empfinden, dass wir schön und reich sind, dass wir alles erreichen, was wir uns wünschen, dass wir von allen Seiten Anerkennung erhalten, sogar von allen geliebt werden, und dass wir nicht mit Schwierigkeiten, Problemen oder gar Rückschritten konfrontiert werden. Ein solches Glück zu finden, ist allerdings schwierig – der Anspruch ist viel zu hoch und absolut unrealistisch. Ist es überhaupt erstrebenswert? Wir wissen alle, dass das Leben nicht immer angenehm und problemlos sein kann, dass wir nicht immer von allen geliebt werden können. Und trotzdem können wir glücklich sein, und zwar auf unsere eigene Art. Wenn wir dann glücklich sind, sind die Neiderinnen nicht weit. Damit gilt es zu leben – und zwar ohne schlechtes Gewissen. Geniessen Sie ihr Glücklichsein!

Viele WissenschafterInnen und AutorInnen verwenden die Begriffe Glück und Zufriedenheit, ohne sie zu unterscheiden. Ist Glück intensiver als Zufriedenheit und dafür unzuverlässiger? Ist Zufriedenheit zuverlässig, hat aber dafür weniger Sex-Appeal? Wieso wünschen wir zum Geburtstag Glück und nicht Zufriedenheit? Ist Glück ein momentaner Zustand, Zufriedenheit ein längerfristiger – oder umgekehrt? Ist Glück zufällig (es fällt uns zu – oder eben nicht) und Zufriedenheit muss/kann erarbeitet werden? Empfinden es alle gleich? Nehmen Sie sich Zeit, sich selber Gedanken zu machen, was für Sie Glück ist, ob Sie einen Unterschied zwischen Glück und Zufriedenheit empfinden. Sie werden sehen, es ist eine spannende Auseinandersetzung mit sich selber. Letztlich muss jede Frau für sich selber definieren, was für sie persönlich Glück ist.

Wir haben es für uns definiert. Einerseits gibt es intensive Glücksmomente, die wir bewusst wahrnehmen und geniessen können. Sie können ganz kurz oder etwas länger sein. Ihre Ursachen sind vielfältig. Manchmal wissen wir, wie wir sie auslösen können, manchmal kommen sie von selbst und überraschend. Der erste Schnee, der erste Espresso am Morgen, ein schöner Sonnenuntergang, der Frühlingstag, an dem zum ersten Mal wieder die Vögel pfeifen, ein kleines Kompliment oder Lob, ein beruflicher Erfolg, ein gutes Nachtessen mit einem guten Glas Wein, eine Diskussion mit Freunden, ein schöner Film, ein gutes Buch, Musik, ein Geruch, müde ins eigene Bett zu sinken…

Die Glücksmomente sind nicht dauerhaft. Diese Art Glück reicht also nicht für unseren siebten Frauenhimmel. Es braucht dafür etwas Beständigeres. Wir nennen es Lebenszufriedenheit oder einfach Zufriedenheit, oder eben auch Glück – allerdings ist dieses Lebensglück klar zu unterscheiden von den Glücksmomenten.

Glück in diesem Sinne ist auch die Befriedigung darüber, eine scheinbar aussichtslose Situation gemeistert zu haben, mit einem grossen Rückschlag oder Verlust fertig geworden zu sein. Es ist das Vertrauen, dass das Leben auch in diesen Situationen weitergeht und lebenswert ist, dass die Prüfungen des Lebens Entwicklungschancen sind. Es ist, den eigenen Wert zu kennen und nicht immer auf die Anerkennung anderer angewiesen zu sein, für seine Überzeugungen einzustehen, auch wenn andere nicht damit einverstanden sind. Niemand muss uns vorschreiben, wie unser Glück auszusehen hat, was uns glücklich macht oder wie glücklich wir sein müssen. Kennen Sie auch notorische Nörgler oder Jammerer? Oder gibt es in Ihrem Umfeld Ehepaare, die seit Jahrzehnten einander das Leben schwermachen? Von aussen gesehen, müssen diese Leute unglücklich sein. Aber sind sie es auch?

Da Glück und Glücklichsein für jeden etwas anderes bedeuten, ist es schwierig, allgemein zu sagen, was uns glücklich macht. Empirisch arbeitende Glücksforscher versuchen es herauszufinden, indem sie zunächst einzelne Personen befragen, ob und wann sie glücklich sind. Anschliessend versuchen sie, zwischen glücklichen Menschen Gemeinsamkeiten zu entdecken. So haben zum Beispiel glückliche Menschen ihr Leben selbst in der Hand. Sie schaffen die Balance zwischen Anspannung und Entspannung, sie sind Realisten bei der Einschätzung ihrer Ziele und Möglichkeiten und passen ihre Erwartungen und Ansprüche entsprechend an. Sie investieren in ihre sozialen Beziehungen, sie leben im Hier und Jetzt. Je nach Forscher oder Autor sind verschiedene weitere Kriterien zu finden, unter anderem auch Zufriedenheit im Beruf.

Glücksforschung gibt es nicht erst in neuer Zeit, sondern bereits zu Zeiten von Sokrates, Platon und vielen anderen Philosophen. Es gibt unzählige «Anleitungen zum Glücklichsein» – viele Glücksratgeber sind Bestseller, «Glückstrainings» werden gut besucht. Neuerdings verlangen Politiker, dass in Berufs- und Oberstufenschulen künftig das Wahlfach «Glück» angeboten wird. Können wir Zufriedenheit und Glück lernen?

Jede und jeder von uns hat eine Disposition, d. h. Gene und eine Persönlichkeitsstruktur, die dazu beitragen, tendenziell eher glücklich oder unglücklich, eher zufrieden oder unzufrieden zu sein. Dies hat die Forschung ergeben. Neben der Disposition beeinflussen auch unsere Lebensumstände unser Wohlbefinden: ein tragendes soziales Netz, erfüllende Hobbys, ein befriedigender Beruf. Vor allem unsere Stärken spielen eine wesentliche Rolle. Indem wir unsere Stärken kennenlernen, uns auf sie konzentrieren und sie fördern, können wir viel zu unserem Glück beitragen. Es ist aber manchmal einfacher zu sehen, was uns dabei im Weg steht, ans Ziel zu kommen, und die Hindernisse wegzuräumen. Auch das ist nämlich eine Stärke.

Ein weiterer wesentlicher Faktor beim Thema Glücklichsein sind unsere Erwartungen. Klaffen Erwartungen und Wirklichkeit zu weit auseinander, resultiert daraus Frustration und letztlich ein Gefühl der Unzufriedenheit. Es ist deshalb enorm wichtig, dass wir uns immer wieder mit unseren eigenen Erwartungen auseinandersetzen – sind sie realistisch? Dies vor allem dann, wenn wir uns aus irgendeinem Grund unglücklich fühlen. Es hilft nicht, sich ständig mit anderen zu vergleichen, die es vermutlich besser haben als wir. Lassen Sie sich auch nicht von anderen einreden, was Sie zum Glücklichsein brauchen. Finden Sie Ihre eigenen Glücksfaktoren, und legen Sie für sich selber fest, wie viel Sie ganz persönlich davon brauchen.

Wie wichtig ist es überhaupt, glücklich zu sein? Ist Glück nicht ein Luxus? Welche Auswirkungen hat Unzufriedenheit? Lohnt es sich, darüber zu reden oder gar zu schreiben?

Es lohnt sich, denn Glücklichsein im Sinne von Lebenszufriedenheit ist stark mitbestimmend für Gesundheit und Lebensqualität. Wir alle spüren dies deutlich, wenn wir unzufrieden oder unglücklich sind: Wir fühlen uns nicht wohl, sind anfällig für Krankheiten, haben keine Energie für unsere Aufgaben, Hobbys und für soziale Kontakte. Ausserdem isoliert Unzufriedenheit, da sie für das Umfeld anstrengend ist.

Der 7. Frauenhimmel hat also zu tun mit Lebenszufriedenheit, mit Glück, das sich nicht nur aus Glücksmomenten zusammensetzt, mit realistischen Erwartungen, mit dem Akzeptieren von Grenzen und Rückschlägen. Den siebten Frauenhimmel muss und kann sich jede Frau selber erschaffen. Lassen Sie sich weder von wissenschaftlichen Studien noch von der Werbung noch von Politikern oder sonst jemandem etwas anderes einreden. Das ist gar nicht so einfach, werden doch die Beeinflussungsversuche nicht nur immer frecher, sondern auch immer subtiler. Denken Sie nur an die Studien von Tabak- und Nahrungsmittelindustrie – die notabene von dieser finanziert werden und uns weismachen wollen, Tabak und Fastfood seien gar nicht ungesund. Oder an die Kosmetikwerbung, die uns suggeriert, Falten und Cellulite seien nicht nur unschön, ...

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