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Ich komme, um zu spielen

Alle Rechte, einschließlich das der vollständigen oder auszugsweisen Vervielfältigung, des Ab- oder Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten und bedürfen in jedem Fall der Zustimmung des Verlages.

Der Preis dieses Bandes versteht sich einschließlich

der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Victoria Dahl

Ich komme, um zu spielen

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Sarah Heidelberger

1. KAPITEL

„Mrs Anders“, murmelte Sheriff Hale und hob die Hand an die Hutkrempe. Die junge Witwe, wie stets züchtiger in Kleidung und Haltung als jede andere Frau, die ihm jemals begegnet war, senkte ihren Blick und neigte den Kopf. Sie war Engländerin, was ihre zurückhaltende Art vermutlich erklärte. Mit Sicherheit erklärte ihre Herkunft ihre blasse Haut.

„Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie Befürchtungen wegen unserer Bank haben. Mr Johnson hat mich gebeten, Ihnen einen Besuch abzustatten und Ihnen zu versichern, dass Sie keinerlei Bedenken zu haben brauchen. Die Bank ist sicher, offiziell eingetragen und eine weitaus bessere Aufbewahrungsstätte für Ihr Geld als Ihre Matratze.“

„Ich bitte um Verzeihung“, erwiderte sie. Ihre Stimme war so weich, dass der Klang wie ein flauschiger Pelz über seine Haut zu streichen schien.

Hale fand diesen Gedanken so seltsam, dass er unwillkürlich die Stirn runzelte.

„Es ist ja nicht so, dass ich Mr Johnson unterstellen würde, er sei ein Krimineller. Doch man hat mich gewarnt, nicht naiv zu sein, daher hat mir die Vorstellung, mein Geld einem Wildfremden anzuvertrauen, nicht gefallen … und dann habe ich ja auch noch niemals eine Bank gesehen, die aus grobem Holz zusammengezimmert wurde.“ Nun hob sie den Blick und musterte ihn aus ihren grünen Augen, in denen trotz der weichen Stimme nicht einmal ein Anflug von Furchtsamkeit lag. Vielmehr blitzte aus ihnen für den kurzen Moment, bis sie wieder zu Boden blickte, eine unerwartete Stärke hervor.

Hale wich einen Schritt zurück, um nicht dem Impuls nachzugeben, auf die Witwe zuzugehen, um ihr näherzukommen. Ihr seidiges braunes Haar schimmerte im Sonnenlicht golden auf, und der Blick dieser jadegrünen Augen schien ihn förmlich zu durchbohren. Hale trat über die Kante der roh gezimmerten Veranda auf den festgetretenen Straßenlehm. „Es war klug von Ihnen, abzuwarten“, versicherte er. Über die Wangen der Witwe zog sich ein feiner roter Schleier, und sie fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.

Hale räusperte sich. „Falls Sie noch weitere Fragen haben, ich wohne gleich nebenan.“

„Danke, Sheriff“, flüsterte sie.

Hölle, noch mal, dachte er, als er sich dem Sonnenuntergang zuwandte und den Weg zum Saloon einschlug. War diese Frau nun zerbrechlich, willensschwach oder einfach nur sehr schweigsam? Sollte sie tatsächlich zerbrechlich sein, würde sie es in Wyoming nicht lange aushalten. Hale begriff noch nicht einmal, warum sie überhaupt hierhergekommen war. Dass ihr Bruder ihr das Haus hinterlassen hatte, bedeutete doch noch lange nicht, dass sie auch darin leben musste.

„Ich gebe ihr einen Monat“, sprach er grimmig zu sich selbst, während er auf die schrille Musik zulief, die durch die offenen Fenster des Saloons drang. Höchstens noch ein Monat, dann würde seine neue Nachbarin zurück nach England reisen, wohin sie ganz offensichtlich gehörte. „Törichtes Weib.“

Er hatte keine Ahnung, warum ihre Anwesenheit ihn so sehr beunruhigte. Irgendwie wusste er einfach, dass diese Frau hier nicht hingehörte. Das Leben in Wyoming war kurz und hart. Selbst die hartgesottensten Männer waren an diesem Landstrich schon zerbrochen, und jeder, ganz gleich wie alt, wie stark, ganz gleich ob Mann oder Frau … wirklich jeder wurde im Angesicht der unerbittlichen Sonne und der erbarmungslosen Winter mit den Jahren hart.

Es gefiel ihm einfach nicht, dass er sich um diese zarte Frau sorgen musste. Dass sie nun seiner Verantwortung oblag. Doch am wenigsten gefiel ihm, wie ihre züchtig niedergeschlagenen Augen die dunklen Saiten seiner Seele zum Schwingen brachten.

Erst wenn Mrs Anders diese Gegend verließ, würde er wieder aufatmen können. Doch jetzt brauchte er erst einmal einen verdammten Drink.

Als Hale zu später Stunde nach Hause kam und die Treppe ins Schlafzimmer hinaufstapfte, verzichtete er darauf, eine Lampe zu entzünden. Der Mond war zwar nicht voll genug, um ihm den Weg zu leuchten, doch er lebte nun schon seit vier Jahren in diesem Haus und kannte es wie seine Westentasche.

Der letzte Whiskey war einer zu viel gewesen. Nun fühlte sich sein Kopf schwer an. Müde ließ er seinen Mantel von den Schultern gleiten und öffnete seinen Waffengürtel. Die Pistolen schepperten laut, als Hale den Gürtel auf der Kommode ablegte. Dann knöpfte er sein Hemd auf und legte es ordentlich über einen Stuhl. Schon seit drei Jahren hatte er keine Frau mehr, die sich dieser Dinge annahm. Damals war Marie mit einem reichen Minenbesitzer aus Sacramento durchgebrannt. Seitdem musste Hale alles, was gebügelt werden musste, zur Wäscherin bringen. Sich sein Essen selber kochen. Und was alles andere betraf, das der zarten Hände einer Frau bedurfte … darauf verzichtete er eben. Bei dem Gedanken wurde sein Kopf noch schwerer.

Am liebsten hätte er sich gleich ins Bett fallen lassen, doch sein Gesicht fühlte sich an, als wäre es von einer dicken Staubschicht überzogen. Hale wusch sich hastig mit kaltem Wasser und Seife und rieb seine Haut mit einem groben Tuch trocken. Als er den Lappen sinken ließ, bemerkte er im Augenwinkel eine Bewegung am Fenster und erstarrte.

Noch im selben Moment begriff er, dass es nur die Witwe war. Vor ihrem Einzug vor zwei Wochen hatte das Nachbarhaus monatelang leergestanden, sodass Hale daran gewöhnt war, nebenan nur Dunkelheit vorzufinden. Doch nun erhellte sanfter Lampenschein das Schlafzimmer, in dem Mrs Anders sich an einem kleinen Tisch niedergelassen hatte. Im nächsten Moment hob sie die Hand und drehte die Lampe hoch, sodass er ihren ganzen Körper erkennen konnte. Hale stockte der Atem.

Sie trug nur einen zarten Hauch von Überwurf. Wahrscheinlich hüllten sich alle wohlhabenden Damen in derartige Kleidungsstücke, wenn sie ihre Toilette machten, doch von den Frauen hier in Wyoming war Hale so einen Luxus nicht gewohnt. Das Weibsvolk in dieser Gegend trug höchstens Unterkleider. Selbst die Huren verschwendeten kein Geld für solche Nebensächlichkeiten. Doch diese Frau …

Jetzt ließ sie die fließenden Ärmel ihres Gewands von ihren Schultern gleiten, und der feine Stoff sank wie ein Schleier auf den Boden unter ihrem Stuhl. Bis auf die dünnen Träger des Unterkleids waren ihre Schultern nun unbedeckt. Feine, cremeweiße Schultern, blasse Arme, die in zarten Handgelenken mündeten. Mrs Anders hob ihre Hände, die keine Spur von harter körperlicher Arbeit zeigten, zu ihrem Haar und zog nach und nach die langen Nadeln aus ihrer Frisur. Hale ließ seinen Blick ihre Arme entlang nach unten gleiten. Das Korsett, ein weiteres Wunderwerk aus hauchdünnem Stoff, schnürte ihre Taille enger zusammen, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

Mrs Anders war so kultiviert wie ungeeignet für das harte Leben hier. Eine verzärtelte Blume, die schon bald verwelken würde. Verächtlich schüttelte Hale den Kopf, doch dann ließ die Witwe ihr Haar herab, und er erstarrte mitten in der Bewegung.

Der Anblick dieses dunklen, schweren Wasserfalls unterbrach seine finsteren Gedanken. Wie gelang es ihr nur, so viel Haar in einem so engen Knoten unterzubringen? Nun beugte sie die Arme und griff nach einer Bürste.

Aus unerklärlichen Gründen zog sich Hales Schwanz bei dem Anblick schmerzhaft zusammen.

Doch so erstaunlich war das eigentlich gar nicht. Sein letztes Zusammensein mit einer Frau lag Monate zurück. Mit jedem Bürstenstrich schoben sich Mrs Anders Brüste weiter über den Rand ihres Korsetts. Ihr Haar schmiegte sich um ihre Schultern, als wolle es ihre Haut berühren. Als wolle es die Witwe fest umhüllen und niemals wieder freigeben.

Als sie die Bürste wieder zurücklegte, war Hales Schwanz stahlhart und pochte verlangend. Während Mrs Anders nach der Schnürung des Korsetts griff, öffnete Hale seine Hosenknöpfe.

Marie hatte behauptet, dass er grausam sei. Sie hatte geweint und gesagt, dass er sie zu grob, zu fordernd lieben würde. Bis heute war er sich nicht sicher, was sie gemeint hatte. Er war so zärtlich zu ihr gewesen, dass er selbst es kaum aushalten konnte, weil er seine wahren Bedürfnisse so streng hatte unterdrücken müssen. Kein einziges Mal hatte er seine Lust voll ausleben können. Doch trotzdem war er von Marie durchschaut worden. Es war sein fiebriger Blick gewesen, der so furchteinflößend auf sie gewirkt hatte.

Und dabei hatte er ihr niemals sein wahres Gesicht gezeigt.

All die Dinge, die er tun wollte, von denen er heimlich träumte. In den letzten vier Jahren war Hale ab und an nach Cheyenne geritten, um sich Befriedigung zu erkaufen. Selbst dort hatte er zwar nur eine verwässerte Form seiner Fantasien ausleben können. Doch länger als sechs Monate hielt er einfach nicht durch, ohne sich wenigstens ein wenig Erleichterung zu verschaffen.

Was sein Verhalten natürlich noch lange nicht rechtfertigte.

Gerade hatte er den festen Entschluss gefasst, sich abzuwenden, da öffnete Mrs Anders die Häkchen, die das Korsett über ihrer Brust zusammenhielten, und das Kleidungsstück fiel zu Boden.

Mit angehaltenem Atem beobachtete Hale, wie die Witwe tief Luft holte. Ihr hauchdünnes Unterkleid schmiegte sich an sie, als sie den Rücken durchdrückte, wodurch sich ihre Brüste anhoben. Dann legte sie die Hände um ihre Taille, so als wäre ihr die plötzliche Freiheit fast zu viel.

Für einen kurzen Moment grub sie ihre Finger in das zarte Fleisch über ihren Hüften, dann strich sie mit den Handflächen über ihre Rippen und umschloss schließlich ihre vollen Brüste mit festem Griff.

„Gütiger Herr“, murmelte Hale erstickt.

Als sie lustvoll den Kopf in den Nacken warf, begriff er, dass ihre Berührungen nichts damit zu tun hatten, die Schmerzen zu lindern, die das Korsett verursacht hatte. Nein, nun legte die Witwe auch noch die Finger um ihre Brustwarzen und drückte zu. Ihre Lippen öffneten sich vor Erregung und gaben ein leises Stöhnen frei, das durch das offene Fenster bis in Hales Schlafzimmer drang. Ein schmerzhaftes Zucken fuhr durch seinen pochenden Schwanz.

Whiskey und pure Lust benebelten seine Gedanken. So willensstark er sonst auch sein mochte: Er konnte einfach nicht genug Kraft aufbringen, um dieser Verlockung zu widerstehen, schob eine Hand in seine Hose und befreite seinen mittlerweile stahlharten Schaft.

Mrs Anders Hände waren nicht minder beschäftigt. Eifrig liebkoste sie durch den zarten Stoff des Unterkleids ihre schweren Brüste. Dann schob sie eine Hand in den Ausschnitt und zog den Saum nach unten. Ihre Brustwarze war dunkelrot und hart von all der Aufmerksamkeit, die ihr zuteilgeworden war. Hale lief das Wasser im Mund zusammen. Er wollte sie mit den Lippen umschließen, er wollte … wollte hineinbeißen wie in eine reife Frucht.

Seine Bewegungen wurden härter, schneller, als er sich vorstellte, wie er seine Zähne in ihrem Fleisch versenkte, bis sie vor Schmerzen aufschrie. Atemlos beobachtete er, wie die Witwe mit dem Daumen auf die rote Knospe drückte und dann, ganz plötzlich, fest hineinzwickte.

Beim Klang ihres lauten Stöhnens zog sich Hales Schwanz zusammen, und dann spritzte sein Samen in hohem Bogen auf den rauen Holzboden, doch in Hales Fantasie landete er auf den cremeweißen Brüsten der Witwe.

„Gott“, keuchte er. Kaum war die Lust verflogen, da nahm die Scham ihren Platz ein. Er wendete seinen Blick von Mrs Anders halb nacktem Körper ab und stolperte auf sein Bett zu, da seine Knie nachzugeben drohten.

Zur Hölle noch mal!

Dass er tief in seinem Innersten nicht besser als ein Tier war, bedeutete noch lange nicht, dass er sich auch so benehmen durfte. Seine Aufgabe bestand darin, die Menschen in dieser Stadt zu beschützen, nicht, sie zu erniedrigen.

Er legte sich einen Arm über die Augen und versank in dem Wissen, dass seine Frau sich nicht in ihm getäuscht hatte. Eigentlich war er noch weniger wert als ein Tier: Er war widernatürlich, ein Ungeheuer, und sie hatte recht daran getan, ihn zu verlassen.

Lilys Arm zitterte, so schwer war der Milcheimer, den sie den hölzernen Fußweg entlangtrug.

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