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Ich jagte die Killer von Canadian - Folge 3 (U.S. Marshal Bill Logan - Neue Abenteuer)

Pete Hackett

Ich jagte die Killer von Canadian - Folge 3 (U.S. Marshal Bill Logan - Neue Abenteuer)

Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

U.S. Marshal Bill Logan – Neue Abenteuer

Band 3

Ich jagte die Killer von Canadian

Western von Pete Hackett

 

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

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© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

Bei Canadian war die Postkutsche überfallen worden. Sie beförderte fünfundzwanzigtausend Dollar für die Bank in dem Ort. Die Räuber kannten keinen Pardon und schossen den Kutscher sowie seinen Begleiter eiskalt vom Bock. Als das Aufgebot aus Canadian eintraf, war der Kutscher verblutet, der Begleitmann konnte dem Sheriff noch sagen, dass es vier maskierte Banditen waren, dann starb auch er. Passagiere wurden mit der Kutsche nicht befördert. Hätten Fahrgäste in der Stagecoach gesessen, würden sie die Räuber sicher auch ermordet haben. Sie waren nicht das geringste Risiko eingegangen und eine Brutalität sondergleichen an den Tag gelegt. Den Postkutschenbegleiter hatten sie wohl für tot gehalten …

 

Es war um die Mittagszeit, als ich zwischen die ersten Häuser von Canadian ritt. Die Postkutschenstraße, die von Amarillo herauf führte, verbreiterte sich in der Stadt zur Main Street. Der aufgeweichte Staub war knöcheltief, zu beiden Seiten reihten sich die Häuser mit den bunten Fassaden, mit überdachten Vorbauten und Bohlengehsteigen, die dort, wo größere Lücken zwischen den Gebäuden klafften, unterbrochen waren.

Nur wenige Menschen bevölkerten die Fahrbahn und die Gehsteige. Es war ein trüber, regnerischer Tag, von den Vorbaudächern tropfte das Regenwasser. Unter den Hufen meines Pferdes schmatzte und gurgelte es. Bis vor einer Stunde hatte es geregnet. Ich trug noch immer den imprägnierten Regenumhang. Denn die dunklen, tief hängenden Wolken am Himmel ließen weiteren Regen vermuten.

Vor dem Sheriff’s Office zügelte ich das Pferd und saß ab. Das Tier prustete und schlug mit dem Schweif. Ich führte es zum Holm und band es an. Auf der anderen Fahrbahnseite stand vor dem General Store ein Mann und starrte zu mir herüber. Es war der Inhaber des Ladens. Ich kannte ihn, denn ich war nicht zum ersten Mal in Canadian.

Ich betrat wenig später das Sheriff’s Office. In Canadian war der Sitz des County Sheriffs des Hemphill Countys. Sein Name war James Shelton, er war sechsundvierzig Jahre alt und sicherlich ein guter Gesetzesmann. Shelton saß an seinem Schreibtisch und reinigte seinen Revolver. Im Office roch es nach Waffenöl und Bohnerwachs, leise tickte der Regulator, am staubigen Fenster mit dem grünen Vorhang tanzten Fliegen auf und ab.

In Sheltons grauen Falkenaugen blitzte es auf. „Ah, Logan. Der Richter hat aber schnell reagiert. Kommen Sie alleine?“

Ich nickte, ging bis zum Schreibtisch, zog mir den Stuhl zurecht, der da stand, und setzte mich. „Je mehr Zeit vergeht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Verbrechen nicht mehr aufklären lässt.“

„Da mögen Sie recht haben, Marshal“, knurrte der Sheriff und strich sich mit Daumen und Zeigefinger seiner Linken über den riesigen Schnurrbart, der unter seiner Nase prangte. „Als die Nachricht von dem Überfall die Stadt erreichte, bin ich sofort mit einem Aufgebot losgeritten. Aber der Regen hat die Spuren gut verwischt. Wir mussten unverrichteter Dinge nach Canadian zurückkehren.“

„Der Überfall geschah etwa fünf Meilen vor Canadian“, sagte ich. „Es ist also unwahrscheinlich, dass die Täter aus Amarillo kamen. Kämen Sie aus Amarillo, wären sie sicher nicht erst an die hundert Meilen geritten, um die Kutsche kurz vor Canadian zu überfallen.“ Ich machte eine kurze Pause. Der Sheriff begann, seinen Revolver zusammenzusetzen. „Wer in Canadian wusste, dass mit der Kutsche fünfundzwanzigtausend Dollar für die Bank in Ihrer Stadt auf die Reise geschickt wurden?“, fragte ich schließlich.

„Der Bankier“, antwortete James Shelton nach kurzer Überlegung, „ich, und möglicherweise noch Lane Rodgers.“

„Wer ist Lane Rodgers?“, erkundigte ich mich.

„Der Clerk. Er sitzt am Bankschalter.“ Der Gesetzeshüter atmete durch. „Von mir kann ich guten Gewissens behaupten, dass ich nicht zu den Räubern gehöre, Marshal. Es ist auch kaum vorstellbar, dass Charly Wingard, der Bankier, die Kutsche überfallen hat. Im Übrigen waren es vier. – Vielleicht war es doch jemand aus Amarillo, der von dem Geldtransport wusste. Sicher waren mehrere Leute eingeweiht.“

Ich zuckte mit den Schultern. „Um die Postkutschenräuber zu überführen und sie ihrer Bestrafung zuzuführen bin ich hier, Sheriff. Ich werde ein paar Stunden schlafen und mich dann am Ort des hold ups ein wenig umsehen. Ich bitte Sie, mir den Platz zu zeigen.“

„Sie werden dort nichts finden, Marshal. Wie ich schon sagte – der Regen …“

Ich brachte mein Pferd in den Mietstall. Der Stallmann war ein Mann um die dreißig. Er fragte mich, ob ich wegen des Postkutschenüberfalles von vor fünf Tagen kam und ich bejahte. „Der arme Buck“ murmelte er. „Im nächsten Jahr wäre er sechzig geworden und er hatte vor, aufzuhören, um bei seinem Sohn in Dalhart seinen Lebensabend zu verbringen. Die Kugel eines der Banditen hat es vereitelt. Ich vermute, dass die Hurensöhne mit dem Vorsatz die Kutsche überfallen haben, keinen Zeugen am Leben zu lassen.“

„Möglich“, versetzte ich, hängte mir meine Satteltaschen über die Schulter und zog die Winchester aus dem Scabbard. „Der Postkutschenbegleiter konnte allerdings noch aussagen, dass es vier waren.“

„Das war aber auch alles“, knurrte der Stallmann. „Man sollte gar nicht glauben, zu welcher Brutalität der eine oder andere Zeitgenosse fähig ist.“

„Davon kann ich ein Lied singen“, pflichtete ich bei, dann verließ ich den Stall und begab mich zum Hotel, um ein Zimmer zu mieten. Ich hatte mir kaum den Regenumhang und die Stiefel ausgezogen, als es an der Tür klopfte. „Wer ist da?“, fragte ich.

„Charly Wingard, der Bankier.“

Ich war nicht erbaut über den Besuch, denn mir steckte der lange Ritt von Amarillo herauf in den Knochen und ich wollte ein paar Stunden Ruhe haben. Dennoch schloss ich die Tür auf und öffnete sie. Der Mann, der vor mir stand, war um die vierzig und mittelgroß, ich schätzte, dass er dreißig Pfund Übergewicht auf die Waage brachte, seine Haare begannen sich grau zu färben.

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