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Hot Chocolate – Ein Song für Holly

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Willkommen
  7. Killing me softly
  8. Magie oder Magnetismus?
  9. Hals über Kopf
  10. Kermit & Rapunzel
  11. Starqualitäten
  12. King and queens
  13. Generalprobe
  14. Höhenflüge und Abstürze
  15. Ein Song für Holly
  16. Danksagung

Über dieses Buch

Holly hat den Schritt gewagt: Sie ist mit Gitarre und viel Optimismus von Nashville nach L.A. gezogen, um ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dass sie so herzlich von ihrer Tante Lynn aufgenommen wird, hätte sie nie erwartet. Noch dazu ergattert sie ein Zimmer in der WG über der gemütlichen Bar Hot Chocolate. Nur eins scheint für Holly unerreichbar: Die eigene Karriere als Musikerin. Die Hausband des Hot Chocolate könnte ihr auf die Sprünge helfen. Und dass der Gitarrist Raul die Schmetterlinge in ihrem Bauch zum Tanzen bringt, ist ein willkommener Bonus …

Über die Autorin

Charlotte Taylor ist seit 2014 das Pseudonym der Frankfurter Autorin Carin Müller, wenn sie Ausflüge in Richtung horizontaler Literatur unternimmt. Seitdem teilen sich die beiden einen Körper, einen Mann und einen Hund – und streiten sich täglich um die Vorherrschaft am Computer.

Willkommen

Willkommen bei der dritten Staffel von »Hot Chocolate« – oder besser gesagt, im Hot Chocolate, denn dabei handelt es sich um eine wunderbare Bar in Los Angeles, die seit Jahren der perfekte Ausgangspunkt für aufregende Abenteuer und vielversprechende Romanzen ist. Besitzer Freddy Cooper hat sein Schmuckstück vor über zwanzig Jahren eröffnet und seitdem nicht nur fantasievolle Cocktails erfunden, sondern auch der einen oder anderen Liebe auf die Sprünge geholfen.

Das galt auch für die Vierer-WG rund um Freddys Ziehtochter Lisa. Die rassige Informatik-Studentin bewohnte mit der Schauspielerin Jill, der Juristin Kate und der angehenden Ärztin Ava die schicke Penthousewohnung, die Freddy den vier jungen Frauen zur Verfügung stellte. Statt Miete zu zahlen, jobbten die Freundinnen regelmäßig in seiner Bar – und fanden allesamt ihre große Liebe. Nun sind die Ladys nach zwei Staffeln und insgesamt neun Episoden ausgezogen und machen Platz für neue Bewohner.

Freut euch ab sofort auf Musik-Sternchen Holly Hanson, Yogalehrerin Madison Parker, Rechtsanwaltsgehilfin Rachel Li und den Tiermedizin-Studenten Ryan Bishop. Auch diese vier suchen das Glück und ihren Platz im Leben. Und wer Freddy und die »good vibrations« in seinem Hot Chocolate kennt, ahnt, dass wildes Herzklopfen und prickelnde Abenteuer ebenfalls nicht zu kurz kommen werden.

In der ersten Episode, »Ein Song für Holly«, muss die junge Sängerin erst einmal einen formidablen Kulturschock verdauen. Aufgewachsen in Nashville als Tochter der exzentrischen Country-Sängerin Sally Hanson, merkt Holly schnell, dass die Uhren in Los Angeles ganz anders ticken. Mit Country-Musik hat hier keiner was am Hut – doch das sieht sie eher als Chance denn als Hindernis. Endlich kann sie die Musik machen, die sie fühlt, und muss sich nicht mehr darum kümmern, was von ihr erwartet wird. Wertvolle Hilfe bekommt sie dabei von der Hot-Chocolate-Hausband Shut Up And Sing, kurz SUAS. Womit Holly jedoch nicht gerechnet hat, ist der besondere Charme von Gitarrist Raul, der mit seinem Latino-Groove für Gänsehaut und feuchte Höschen sorgt. Dumm nur, dass er nach seinem letzten Liebesfiasko auf Abstinenz gepolt ist. Werden die beiden neben ihrer Musik auch noch weitere Gemeinsamkeiten finden?

Die dritte Staffel von »Hot Chocolate« lässt sich übrigens komplett unabhängig von den ersten beiden lesen, weshalb ich mich ganz besonders auch über Neu-Leser freue, die die süßen und sinnlichen Seiten meiner heißen Schokolade gerade erst für sich entdeckt haben. Falls ihr auf den Geschmack gekommen seid und auch die Originalbesetzung kennenlernen wollt, hier ist die Reihenfolge:

»Hot Chocolate – Promise«: die Vorgeschichte in Romanlänge

Episode 1.1: »Ava & Jack«

Episode 1.2: »Jill & George«

Episode 1.3: »Kate & Blue«

Episode 1.4: »Lisa & Dan«

Episode 2.1: »Love«

Episode 2.2: »Pleasure«

Episode 2.3: »Lust«

Episode 2.4: »Passion«

Episode 2.5: »Forever«

Darüber hinaus gibt es noch zwei »Hot Chocolate«-Quickies, die ebenfalls unabhängig von der bisherigen Serie genossen werden können – »Fay & Enrico« und »Merry X-Mas« –, sowie die komplette erste Staffel als Sammelband in Romanlänge: »The Ladies«.

Weitere Informationen zur Serie, Veröffentlichungstermine der nächsten Episoden und einiges mehr findet ihr unter www.charlottetaylor.de.

Killing me softly

»Das Glas ist seit ungefähr zwanzig Minuten offiziell trocken und poliert!«

»Was?« Holly fuhr erschrocken zusammen und sah in die Richtung, aus der soeben die Stimme gekommen war. Barchef Alex stand neben ihr und betrachtete sie amüsiert. Ihr Blick fiel auf ihre Hände. Tatsächlich wischte sie nach wie vor mechanisch und gedankenverloren an einem Cocktailglas herum. Peinlich berührt räumte sie es ins Regal und nahm sich das nächste vor. »Sorry«, murmelte sie. Es war ihr erster Nachmittag im Hot Chocolate, und ihre Aufgaben schienen überschaubar zu sein: Alex hatte ihr aufgetragen, die Spülmaschine auszuräumen und die Gläser nachzupolieren. Doch leider war sie ziemlich abgelenkt. Auf der Bühne baute die Band Shut Up And Sing, kurz SUAS, das Equipment für den Auftritt am Abend auf. Genau genommen war es vor allem Gitarrist Raul, der damit beschäftigt war, und sie konnte ihre Augen nicht von ihm lassen.

Raul war nach offiziellen Standards vielleicht nicht der Größte, aber im Vergleich zu ihren knapp eins fünfundfünfzig wirkte er regelrecht hünenhaft. Er war drahtig und sehr muskulös, wie sie dank des Ausfalls der Klimaanlage heute Vormittag eindeutig erkennen konnte. Inzwischen schnurrte die Aircondition zwar wieder, doch bei gut dreißig Grad Außentemperatur hatte sich auch die Bar ziemlich aufgeheizt. Raul hatte daher vor wenigen Minuten sein verschwitztes T-Shirt ausgezogen und damit einige offene Fragen geklärt: Er hatte erstaunlicherweise kein Tattoo – zumindest kein sichtbares am Oberkörper –, und seine Körperbehaarung war erfreulich sparsam ausgeprägt. Keine Achselhaare und nur ein kurz getrimmter Hauch schwarzer Haare auf der Brust, der sich in einem schmalen Strich in seinem Hosenbund verlor. Unwillkürlich seufzte sie auf. Raul Garcia war perfekt – und nach Lage der Dinge unerreichbar.

»Kein Problem«, erwiderte Alex, und als er Hollys komplett verwirrten Gesichtsausdruck sah, fügte er hinzu: »Ich meinte, dass dein Arbeitstempo heute kein Problem ist. Es ist ja noch sehr heiß hier.« Er blickte vielsagend in Richtung Bühne und schien sehr mit sich zu ringen, damit er nicht laut loslachte.

»Sorry«, sagte Holly erneut und lief tiefrot an. Sie konnte diesen Alex noch nicht wirklich einschätzen. Er machte eigentlich einen sehr netten Eindruck, aber sicher sein konnte sie nicht. Es wäre zu dumm, wenn sie gleich ihren ersten Arbeitsdienst in den Sand setzen würde. Resolut wandte sie sich wieder den nassen Gläsern zu und trocknete sie zügig eins nach dem anderen ab. Zu Hause in Nashville hatte sie auch in einem Café gejobbt und war mit den Arbeitsabläufen grundsätzlich vertraut.

Sie schüttelte unmerklich den Kopf. Sie musste es sich langsam abgewöhnen, Nashville als ihr Zuhause zu bezeichnen. Das war jetzt Los Angeles, und ihr neuer Arbeitsplatz war keine ranzige Musikkneipe in der Hauptstadt der Country-Musik, sondern eine echt coole Bar in der lässigsten Stadt des Kontinents. Holly konnte immer noch nicht fassen, dass sie vor knapp sechs Wochen tatsächlich den Mut aufgebracht hatte, Tennessee zu verlassen und an die Westküste zu reisen, mit wenig mehr als ihrer Gitarre im Gepäck und der Hoffnung auf einen echten Neustart – weit weg von ihrer Mutter und den merkwürdigen Seilschaften in Nashville. Sie war zunächst bei der Schwester ihrer Mutter untergeschlüpft, und Lynn King war mehr als überrascht gewesen, die beinahe unbekannte Nichte auf ihrer Türschwelle zu entdecken. Das Verhältnis der beiden Schwestern zueinander war in den letzten Jahrzehnten praktisch nicht mehr existent gewesen, was, wie Holly nach kürzester Zeit mit ihrer Tante hatte feststellen können, vor allem an ihrer Mutter Sally lag. Nicht, dass sie das über die Maßen gewundert hatte. Eine wunderbare Überraschung war jedoch gewesen, wie selbstverständlich Lynn sie in ihre Familie aufgenommen hatte.

Und es war sogar noch besser gekommen. Vor ein paar Tagen war sie in eine schicke Penthousewohnung eingezogen, die Freddy Cooper gehörte, dem Besitzer des Hot Chocolate. Freddy war optisch ein Bär von einem Mann – schwarz, korpulent und sehr groß. Nur sein Herz war noch größer. Wie Holly erfahren hatte, überließ er das tolle Apartment schon seit Jahren jungen Menschen, in denen er etwas Besonderes sah. Häufig waren das Künstler, die mietfrei wohnen durften, bis sie auf eigenen Beinen stehen konnten. Zuletzt hatte dort Freddys Ziehtochter Lisa zusammen mit der Schauspielerin Jill, der Anwältin Kate und Hollys Cousine Ava, einer Ärztin, gelebt, doch die vier waren vor ein paar Wochen allesamt ausgezogen. Just an Hollys erstem Abend in Los Angeles hatten die Mädels ihre Abschiedsparty gefeiert. Sie waren mit ihren Ausbildungen fertig, hatten tolle Jobangebote und waren ausnahmslos schwer verliebt.

Von alledem war Holly meilenweit entfernt. Das College hatte sie abgebrochen, weil sie ohnehin nur einen Traum im Leben hatte, und der hieß Musik! Bisher hatte sie es allerdings nicht im Ansatz geschafft, damit ernsthaft für ihren Lebensunterhalt aufzukommen – nicht einmal in einer Stadt wie Nashville, in der sich alles um Musik drehte. Geholfen hatte ihr auch nicht, dass ihre Mutter Sally Hanson war, eine ziemlich bekannte Größe in der Country-Szene. Ganz im Gegenteil sogar. Die ständigen Vergleiche hatten ihr nicht gutgetan. Hier, in der neuen Stadt, würde sie sich einfach mal neu erfinden und von vorne beginnen. Ohne Sally im Nacken fühlte sie sich schon jetzt deutlich befreiter, und ihre eigene Musik würde sie hier vielleicht auch wiederfinden.

Sie war wahnsinnig gespannt auf den Gig heute Abend, denn die Band war richtig gut. Davon hatte sie sich schon vor ein paar Wochen überzeugen können. Bei der Abschiedsparty hatte SUAS auch schon gespielt. Es war zwar mehr eine Open-Mike-Nacht gewesen, bei der jeder, der konnte und wollte, mal das Mikrofon ergreifen durfte, aber das hatten die Jungs super hinbekommen. Sie selbst hatte ebenfalls ein paar Songs gesungen. Holly wusste, dass ihre Cousine Ava recht oft als Sängerin mit der Band aufgetreten war. Womöglich konnte sie selbst da ja mit einsteigen?

»Na, wie läuft’s?« Freddys sonorer Bariton unterbrach Hollys Gedanken.

Ertappt sah sie wieder auf ihre Hände. Tatsächlich, sie polierte schon wieder ewig an einem Glas herum. Glücklicherweise war es das letzte aus der Spülmaschine gewesen. »Ähm, prima«, murmelte sie und warf einen verstohlenen Blick auf Alex, der gerade am anderen Ende des Tresens frische Flaschen mit Hochprozentigem einsortierte.

»Das freut mich«, erwiderte Freddy lächelnd. »Ich habe übrigens gute Nachrichten. Am Wochenende bekommt ihr einen neuen Mitbewohner.«

Nun war Holly vollkommen bei der Sache. Bislang bewohnte sie die riesige zweigeschossige Wohnung mit der tollen Dachterrasse nämlich nur zusammen mit Rachel Li, einer megaehrgeizigen Rechtsanwaltsgehilfin, die sie ein wenig furchteinflößend fand. Rachel war vierundzwanzig, studierte neben ihrem Job noch Jura und trainierte viermal in der Woche in einem Martial-Arts-Studio, das von einem Typen namens Mad betrieben wurde. Vorgestern war Holly mitgegangen, denn ein bisschen Sport würde ihr auch nicht schaden, wie Rachel bemerkt hatte. »Mad« war wohl die Abkürzung für Maddox, doch der Trainer machte seinem Spitznamen alle Ehre. Holly hatte bei der Anfängerstunde nicht im Ansatz mithalten können, und ihr tat immer noch jeder Knochen weh. Eines war klar, Kickboxen war nichts für sie. Rachel dagegen, eine feingliedrige Chinesin, war dabei voll in ihrem Element. Jedenfalls hoffte Holly nun sehr, dass die neuen Mitbewohner – zwei Zimmer waren noch frei – nicht ganz so sportlich waren. Musiker fände sie schön. Also fragte sie: »Einen Mitbewohner? Im Sinne von Mann?« Freddy nickte verschmitzt lächelnd, und sie fuhr fort: »Vielleicht ein Musiker?« Für einen flüchtigen Moment hüpfte Raul in ihr Bewusstsein. Das wäre es doch, wenn der Gitarrist von Shut Up And Sing ins Penthouse einziehen würde. Vielleicht brauchte er eine neue Wohnung?

»Ryan? Ein Musiker? Offen gestanden weiß ich das nicht. Aber wenn überhaupt, dann nur als Hobby.« Freddy lachte. »Er ist mein Neffe und Südafrikaner. Genauer gesagt, ich kenne ihn so gut wie gar nicht. Er ist der Sohn der Schwester meiner verstorbenen Frau Reena und eines Südafrikaners. Aufgewachsen ist er am Rande des Kruger-Nationalparks, wo sein Vater als Tierarzt und Wildhüter arbeitet. Ryan selbst hat in Kapstadt Tiermedizin studiert und will sein Studium hier in Los Angeles beenden. Ich habe vorhin länger mit ihm geskypt. Sehr netter Junge. Ich bin mir sicher, er wird prima zu uns passen.«

»Bestimmt«, sagte Holly, hatte aber insgeheim so ihre Zweifel. Dieser Ryan klang doch eher nach einem Naturburschen als nach einem Musiker, aber egal, diesbezüglich würde sie sich eben an Raul halten.

»Wenn du Kontakt zu Musikern suchst, dann sprich doch mit Chris und seinen Jungs.« Freddy schien Gedanken lesen zu können, denn er deutete mit dem Kinn in Richtung der Band. Neben Raul war inzwischen auch Chris aufgetaucht, der Chef der Combo, und half beim Aufbau.

»Das mach ich«, versprach Holly. »Aber jetzt sollte ich mich wohl ein bisschen auf meine Arbeit konzentrieren, damit alles bereit ist, ehe der große Andrang beginnt.«

»Tu das.« Freddy tätschelte ihr kurz mit seiner Pranke die Schulter. »Aber es ist Mittwoch, da ist es viel entspannter als an den Wochenenden.

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