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Hot Chocolate – Ein Herz für Ryan

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Willkommen
  7. Hausbesuche
  8. Anpassungsschwierigkeiten
  9. Not-Pfoten
  10. Zurück ins Leben
  11. Überrumpelt
  12. Dunkle Schatten
  13. Sonnenaufgang
  14. Epilog
  15. Danksagung

Über dieses Buch

Ryan braucht dringend einen Tapetenwechsel. Als sich die Chance bietet, sein Tiermedizinstudium in Los Angeles abzuschließen, greift er zu und zieht in die WG über dem Hot Chocolate, die seinem Onkel gehört. Doch sein Job in einer schicken Tierklinik in Beverly Hills bringt ihn fast an seine Grenzen. Er ist kurz davor, das Handtuch zu schmeißen, als Claire mit ihrem Hund seinen Behandlungsraum betritt. Der sanfte Blick aus ihren haselnussbraunen Augen trifft Ryan bis ins Mark, und ihm wird klar, dass Claire eine unwiderstehliche Anziehung auf ihn ausübt – und sein Leben komplett verändern könnte. Aber ist er bereit für den ganz großen Schritt?

Über die Autorin

Charlotte Taylor ist seit 2014 das Pseudonym der Frankfurter Autorin Carin Müller, wenn sie Ausflüge in Richtung horizontaler Literatur unternimmt. Seitdem teilen sich die beiden einen Körper, einen Mann und einen Hund – und streiten sich täglich um die Vorherrschaft am Computer.

Willkommen

Willkommen bei der dritten Staffel von »Hot Chocolate« – oder besser gesagt, im Hot Chocolate, denn dabei handelt es sich um eine wunderbare Bar in Los Angeles, die seit Jahren der perfekte Ausgangspunkt für aufregende Abenteuer und vielversprechende Romanzen ist. Besitzer Freddy Cooper hat sein Schmuckstück vor über zwanzig Jahren eröffnet und seitdem nicht nur fantasievolle Cocktails erfunden, sondern auch der einen oder anderen Liebe auf die Sprünge geholfen.

Das gilt auch für die Bewohner der schicken Penthousewohnung, die Freddy regelmäßig jungen Menschen zur Verfügung stellt, die aus den unterschiedlichsten Gründen etwas Starthilfe fürs Leben brauchen. Statt Miete zu zahlen, müssen sie lediglich ein paar Stunden pro Woche in seiner Bar jobben. Da bleibt es nicht aus, dass Freundschaften entstehen und gern auch mal mehr, denn das Hot Chocolate ist der perfekte Nährboden für heiße Begegnungen.

Sängerin Holly Hanson hat den Zauber schon zu spüren bekommen und sich in der letzten Folge Hals über Kopf in den sexy Gitarristen Raul Garcia verliebt. Ihre drei Mitbewohner, die Yogalehrerin Madison Parker, die Rechtsanwaltsgehilfin Rachel Li und der Tiermedizin-Student Ryan Bishop, suchen noch das Glück und ihren Platz im Leben. Doch wer Freddy und die »good vibrations« in seinem Hot Chocolate kennt, ahnt, dass auch bei ihnen wildes Herzklopfen und prickelnde Abenteuer nicht zu kurz kommen werden.

In dieser Episode dreht sich (fast) alles um Ryan. Freddys Neffe ist ein echter Naturbursche – aufgewachsen in einer Lodge im Kruger-Nationalpark, hat er früh sein Herz für Tiere entdeckt und in Kapstadt Veterinärmedizin studiert. Als sich die Chance bietet, sein Studium in Los Angeles abzuschließen, greift er zu, denn er braucht dringend einen Tapetenwechsel. Der ist jedoch ziemlich überwältigend – auch wenn er es genießt, der umschwärmte Hahn im Korb der Hot-Chocolate-WG zu sein. Sein Job in einer schicken Beverly-Hills-Tierklinik bringt ihn aber regelmäßig an seine Grenzen. Mit den manikürten Taschen-Fiffis und deren auf Hochglanz polierten Besitzerinnen hat er massive Probleme. Er ist kurz davor, das Handtuch zu werfen, als Claire Renard seinen Behandlungsraum betritt. Die junge Belgierin arbeitet als »Doggy-Au-pair« bei einem prominenten Hollywood-Paar und hat ebenfalls mit der Glamourwelt zu kämpfen, in der sie gelandet ist. Der traurige Blick aus ihren haselnussbraunen Augen trifft Ryan bis ins Mark, und ihm wird klar, dass Claire sein Leben komplett verändern könnte. Aber ist er bereit für den ganz großen Schritt, wo er doch gerade zaghaft angefangen hat, das leichte Leben zu genießen? Und was ist mit Claire? Kann sie sich auf ein neues, großes Abenteuer einlassen, oder bleibt alles nur ein flüchtiger Flirt?

Ihr werdet es erfahren! Viel Spaß bei »Ein Herz für Ryan«!

Die dritte Staffel von »Hot Chocolate« lässt sich übrigens komplett unabhängig von den ersten beiden lesen, weshalb ich mich ganz besonders auch über Neu-Leser freue, die die süßen und sinnlichen Seiten meiner heißen Schokolade gerade erst für sich entdeckt haben. Falls ihr auf den Geschmack gekommen seid und auch die Originalbesetzung kennenlernen wollt, hier ist die Reihenfolge:

»Hot Chocolate – Promise«: die Vorgeschichte in Romanlänge

Episode 1.1: »Ava & Jack«

Episode 1.2: »Jill & George«

Episode 1.3: »Kate & Blue«

Episode 1.4: »Lisa & Dan«

Episode 2.1: »Love«

Episode 2.2: »Pleasure«

Episode 2.3: »Lust«

Episode 2.4: »Passion«

Episode 2.5: »Forever«

Darüber hinaus gibt es noch zwei »Hot Chocolate«-Quickies, die ebenfalls unabhängig von der bisherigen Serie genossen werden können – »Fay & Enrico« und »Merry X-Mas« –, sowie die komplette erste Staffel als Sammelband in Romanlänge: »The Ladies«.

Die dritte Staffel startet mit Episode 3.1: »Ein Song für Holly«.

Weitere Informationen zur Serie, Veröffentlichungstermine der nächsten Episoden und einiges mehr findet ihr unter www.charlottetaylor.de.

Hausbesuche

»Und als letzten Termin habe ich noch Alyssa Starling für dich. Ihre Dogge Misha hat sich beim Rumtoben mal wieder ein Bein gezerrt.« Carly blickte Ryan vielsagend an, als sie ihm die Notizen mit den anstehenden Hausbesuchen in die Hand drückte.

»Kann das nicht jemand anderer übernehmen? Greg vielleicht?«, entgegnete Ryan mit einem frustrierten Stöhnen.

»Sorry, Süßer, aber Alyssa hat explizit dich verlangt. Sie sagt, du hättest magische Hände – mit Misha.« Die Praxismanagerin der »Beverly Hills Pet Clinic« konnte sich ein anzügliches Grinsen nicht verbeißen und sah auf Ryans Hände.

»Die Frau ist …« Er wusste nicht, wie offen er Carly gegenüber sein konnte. Seiner Meinung nach war Alyssa Starling eine nymphomanische Irre, die den diensthabenden Tierarzt in ihrer riesigen Villa stets in aufreizenden Stofffähnchen begrüßte und ganz offensichtlich andere Dinge im Sinn hatte als das Wohlbefinden ihrer Tiere.

»Eine sehr gute Kundin«, beendete Carly seinen Satz. »Sei also nett zu ihr, und heile den armen Misha mit deinen magischen Händen.«

Ryan verschluckte einen passenden Kommentar und straffte stattdessen seine breiten Schultern, die von einem türkisfarbenen Poloshirt umspannt waren, dessen Rückseite das Logo der Tierklinik zierte. Damit hätte er leben können, doch dass auf seiner Brust der Schriftzug »Paw-some Doc Ryan« eingestickt war, verursachte permanenten Würgereiz bei ihm. Die so alberne wie doppeldeutige Wortneuschöpfung aus »Pfote« – »paw« – und »großartig« – »awesome« – provozierte zudem ständig hysterische Heiterkeitsattacken bei seinen Mitbewohnerinnen. Himmel, er war Tierarzt und kein Sexspielzeug, doch das schienen die gelangweilten Hundemamis deutlich anders zu sehen. »Ich gebe mein Bestes«, knurrte er leise und schnappte sich das iPad, auf dem sämtliche Patientendaten gespeichert waren, und den Autoschlüssel. Dann machte er sich mit der mobilen Klinik auf den Weg zu seinen Hausbesuchen.

Eigentlich war es kein übler Job, dachte Ryan, als er sich mit dem türkis lackierten Van in den Verkehr einfädelte und zu seinem ersten Patienten fuhr. Er hatte nur noch zwei Präsenzseminare an der Uni und musste vor allem für seine Abschlussprüfungen lernen. Das fiel ihm glücklicherweise ziemlich leicht, denn er hatte ein eidetisches Gedächtnis. In der Praxis half ihm das nicht wesentlich weiter, denn dort waren andere Fähigkeiten gefragt, aber beim Lernen war es ein großer Vorteil. Während seine Kommilitonen stundenlang über den Fachbüchern brüteten, reichte bei ihm ein einmaliges Lesen, und er konnte die Fakten abrufen. Wegen dieses Talents hatte er mehr Zeit für seine Arbeit in der Tierklinik. Er war jetzt seit gut zwei Monaten in Los Angeles und hatte bereits nach wenigen Tagen in der großen Praxis in Beverly Hills anfangen können – den guten Beziehungen seines Onkels Freddy Cooper sei Dank. Tierarzt Ric Moreno kannte Freddy schon seit ewigen Zeiten und war gerne bereit gewesen, Ryan eine Chance zu geben. Umso mehr, als der sich als gut ausgebildeter Jungmediziner entpuppt hatte, der kurz vor seinen letzten Prüfungen stand und reichlich praktische Erfahrung mitbrachte.

Die hatte Ryan allerdings nicht erst während seines Studiums in Kapstadt gesammelt, das sehr auf die theoretische Wissensvermittlung angelegt gewesen war, sondern bereits seit seinen frühesten Kindertagen. Sein Vater war ebenfalls Tierarzt und arbeitete in einer großen Wildtieraufzuchtstelle mit angeschlossener Lodge im Kruger-Nationalpark. Kranke Haustiere waren dabei eher die Ausnahme. Statt Kätzchen, Kaninchen und kleine Hunde hatte Ryan schon als Fünfjähriger verletzte Geparden und verwaiste Nashörner gepäppelt. Er liebte Tiere aller Art, und ihm war früh klar gewesen, dass es für ihn niemals einen anderen Beruf geben konnte als den des Tierarztes.

Doch als Sohn einer schwarzen Amerikanerin und eines weißen Südafrikaners hatte er es in seinem Heimatland nicht leicht. Zwar war die Apartheid offiziell schon seit fast fünfundzwanzig Jahren Geschichte, aber gerade in den letzten Jahren war es wieder häufiger zu Ausgrenzungen gekommen. Und als Farbiger, der weder schwarz noch weiß war, hatte er es besonders schwer. Er hatte einige ziemlich unangenehme Erlebnisse an der Uni gehabt und größte Schwierigkeiten, auch nur eine gute Praktikumsstelle zu finden. Wie es nach seinem Abschluss mit einer bezahlten Anstellung aussehen würde, konnte er sich ausmalen. Daher hatte er die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, in die USA zu gehen. Dank seiner Mutter besaß er auch die amerikanische Staatsbürgerschaft und hatte somit keine Probleme gehabt einzureisen.

Es war blanker Zufall gewesen, dass er in Los Angeles gelandet war. Sein Onkel, den er bis dahin gar nicht persönlich gekannt hatte – der Ehemann der früh verstorbenen Schwester seiner Mutter –, hatte ihm angeboten, in ein WG-Zimmer zu ziehen. Freddy besaß neben einer coolen Bar und einer großen Penthousewohnung, die er regelmäßig jungen Menschen zu günstigsten Konditionen überließ, offensichtlich auch ein riesengroßes Herz. Die einzige Bedingung für mietfreies Wohnen in dem megaschicken Apartment mit Pazifikblick waren ein paar Stunden Arbeit im Hot Chocolate, seiner Bar. Für Ryan bedeutete das in der Regel einen Abend als Barkeeper und einen weiteren als Türsteher pro Woche. Alles in allem klang sein Leben im Moment also ziemlich gut: ein entspanntes Studium, zwei coole Jobs und drei etwas schräge, aber nette Mitbewohnerinnen. Eigentlich müsste er vollkommen glücklich sein. Eigentlich.

Er seufzte, als er in die Einfahrt der palmengesäumten Villa fuhr. Seine ersten Patienten des Tages – laut Carlys Notizen ein Chihuahua-Trio, das lediglich Impfungen und einen kleinen Check-up benötigte – sollten von seinen düsteren Gedanken nichts mitbekommen. Er parkte den Van und atmete ein paarmal tief durch. »Mir geht es gut, mein Leben ist viel besser geworden, auch Schoßhündchen sind Tiere, und ihre Besitzerinnen sind Menschen!«, murmelte er mantraartig vor sich hin. Dann schnappte er sich seine Behandlungstasche, arrangierte ein hoffentlich charmantes Lächeln auf seinem Gesicht und klingelte an der mächtigen, dunklen Holztür.

Der Vormittag verlief einigermaßen ereignisarm, wenn man davon absah, dass die Chihuahua-Besitzerin einen hysterischen Anfall bekam, als Ryan ihr eröffnen musste, dass eine der beiden Hündinnen trächtig war und wohl recht bald Welpen bekäme. Als Vater der Babys kam nur Ken infrage, ein Sohn der Hündin aus einem früheren Wurf, was bei der schon etwas älteren Halterin für ein schockiertes Lamento sorgte: »Aber ich hab ihm doch eingeschärft, dass er sich nicht an seiner Mama vergreifen darf. Er hört doch sonst so gut!«

Ryan hatte sich die passende Replik gespart und stattdessen eine Kastration des kleinen Ödipus angeregt, damit derartige Übergriffe in Zukunft nicht mehr stattfinden konnten. Danach war er zur postoperativen Untersuchung bei einer Perserkatze gewesen und hatte einem Showpudel den Vorderlauf frisch bandagieren müssen. Der Ärmste hatte sich beim Sturz vom Frisiertisch eine Bänderdehnung zugezogen.

Dann war noch ein Notfall reingekommen: Eine bekannte Musikerin war mit ihren Hunden außerhalb der Stadt wandern gewesen und hatte einen offensichtlich verlassenen Kojotenwelpen aufgelesen und mitgenommen. Der kleine Kerl war in einem erbarmungswürdigen Zustand – dehydriert, abgemagert – und hatte eine Lungenentzündung, und Ryan war sich sicher, dass er die Nacht nicht überstehen würde. Er hatte angeboten, den Kleinen in die Klinik beziehungsweise eine Wildtieraufzuchtstelle zu bringen oder ihn direkt einzuschläfern, doch davon hatte die Frau nichts wissen wollen und darauf bestanden, dass Ryan ihn behandelte. Viel konnte er nicht machen, also hatte er ihm ein Antibiotikum verpasst und eine Infusion gelegt, um seinen Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren. Sollte der Welpe wider Erwarten überleben, hätte die Frau bald ein neues Problem, denn Wildtiere wurden nur selten gute Haustiere, und die Stadt hatte ohnehin schon genug Schwierigkeiten mit ausgesetzten, zahmen Kojoten. Aber eins hatte Ryan in seinen ersten Wochen in Amerika gelernt: Der Kunde hatte immer recht! Daher hatte er freundlich gelächelt und das arme Tier versorgt, so gut es ging. Den Rest würde die Natur übernehmen.

Nun stand nur noch der Besuch bei Dogge Misha und ihrem Frauchen an. Ryan sah auf die Uhr. Trotz der ungeplanten Kojoten-Geschichte lag er noch gut in der Zeit und konnte den Auftrag nicht an die Nachmittagsschicht übergeben.

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