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Honignächte

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Erstes Kapitel
  5. Zweites Kapitel
  6. Drittes Kapitel
  7. Viertes Kapitel
  8. Fünftes Kapitel
  9. Sechstes Kapitel
  10. Siebtes Kapitel
  11. Achtes Kapitel
  12. Neuntes Kapitel
  13. Zehntes Kapitel
  14. Elftes Kapitel
  15. Zwölftes Kapitel
  16. Dreizehntes Kapitel
  17. Vierzehntes Kapitel
  18. Fünfzehntes Kapitel
  19. Sechzehntes Kapitel
  20. Siebzehntes Kapitel
  21. Achtzehntes Kapitel
  22. Neunzehntes Kapitel
  23. Zwanzigstes Kapitel
  24. Einundzwanzigstes Kapitel
  25. Zweiundzwanzigstes Kapitel
  26. Dreiundzwanzigstes Kapitel
  27. Vierundzwanzigstes Kapitel
  28. Fünfundzwanzigstes Kapitel
  29. Sechsundzwanzigstes Kapitel
  30. Siebenundzwanzigstes Kapitel
  31. Achtundzwanzigstes Kapitel
  32. Neunundzwanzigstes Kapitel
  33. Dreißigstes Kapitel
  34. Einunddreißigstes Kapitel
  35. Zweiunddreißigstes Kapitel
  36. Dreiunddreißigstes Kapitel
  37. Vierunddreißigstes Kapitel
  38. Fünfunddreißigstes Kapitel
  39. Sechsunddreißigstes Kapitel

Erstes Kapitel

Im Jahr 1800 wurde England von dem zeitweilig dementen König George III. regiert; Kinderarbeit sollte bald verboten werden, und die Dampfmaschine stand nur ein paar Jahre vor ihrer Präsentation. Amerika hatte für seine Unabhängigkeit gekämpft und gewonnen. Frankreich hatte seine Monarchie verloren und wurde von Napoleon Bonaparte zu einer überlegenen Militärnation geformt, die sich noch weit in Europa ausdehnen wollte.

In der Zwischenzeit ereignete sich etwas Bemerkenswertes in der Südsee, wobei Lägen- und Breitengrad nicht genau feststellbar waren …

Der Wind heulte, ein schrilles, unangenehmes Geräusch. Die See tobte, Wellen von sieben Metern und mehr brachen über den Bug der Schonerbark Lady Luckington. Sie schluckten das Schiff und spuckten es wieder aus, verdreckter und kaputter als zuvor. Es hatte keine Segel mehr, wurde von den Wellen nach vorn geschleudert, dem Erbarmen des Meeres ausgeliefert. Der Captain wurde zum Ruder gepeitscht, durchnässt und eiskalt unter seiner Ölhaut.

Seine gebellten Befehle an die Stammbesatzung, die zu dieser Zeit Dienst schob (kurz nach Mitternacht), konnten wegen des tosenden Sturms kaum verstanden werden.

In der Passagierkabine drei ging es viel gemütlicher zu.

Iona Stanley seufzte und erschauerte, als der Mann, den sie sich für die Liebe ausgesucht hatte – ein Mitreisender namens Jack Savage – ihr burgundfarbenes Abendkleid aufknöpfte und den entblößten Nacken küsste.

Oh, ja, das war gut, danach hatte sie sich gesehnt. Sie hatte gedacht – und gehofft –, dass ein Mann wie Jack Savage wissen würde, wie man eine Lady zum Seufzen brachte. Sie hatte ihn seit Tagen beobachtet und über ihn nachgedacht. Über es. Jack Savage ließ eine Frau sofort daran denken.

Iona war nicht die einzige Frau, die es auf ihn abgesehen hatte. Sie hatte die anderen Frauen an Bord abschätzend betrachtet. Sie verschlangen ihn mit Blicken, wann immer er sie am Tisch des Abendessens besuchte – das einzige gescheite Essen, das es auf dem Schiff gab.

Da waren Miss Harker und ihr Mündel, Abigail Cosgrove, das aus den Kolonien Seiner Majestät zurück nach England gebracht wurde. Sie sollte zurück, damit sie auf der Schule den letzten Schliff einer höheren Tochter erhalten konnte – in Australien gab es keine Einrichtung, die solche Ansprüche hätte erfüllen können.

Miss Harker begann immer zu stammeln, sobald Mr. Savage sie in ein Gespräch verwickeln wollte, während die junge spröde Miss Cosgrove knallrot im Gesicht wurde. Sie musste sich die feuchten Hände an ihren Satinröcken abwischen.

Was hatte also dieser Mann, der sie alle so faszinierte?

Zuerst einmal musste man einräumen, dass er gut aussah, wenn auch nicht so ausnehmend gut, dass er in einem Salon aufgefallen wäre. Er fiel auf, weil er kein glattes Gesicht hatte. Seine teuren Kleider trug er mit sorgloser Eleganz. Die Krawatte hing immer etwas schief um seinen Hals. Die blonden Haare waren streng nach hinten gekämmt, und um den Zopf knotete er ein schlichtes Band. Er war ein Gentleman, aber es wurde auch deutlich, dass er eigentlich keiner sein wollte. Er schwieg über seine Abstammung und über seinen Rang.

Zum anderen – er war ein Geheimnis. Obwohl er seit ein paar Monaten in Sydney wohnte und vorher seit mehr als zwei Jahren durch Australien gereist war, hatte er kaum etwas über sich erzählt. Er hatte Einladungen sehr selektiv angenommen, aber den Gastgebern gegenüber war er auch nicht mitteilsamer.

Wenn man ihn fragte, in welchem Gewerbe er tätig sei, sagte er: »In keinem interessanten, Ma’am« oder »Sir«, und er sagte es so gelangweilt, dass man sich nicht traute, weiter auf ihn einzudringen. Er war nett, müssen Sie wissen, deshalb vertrauten ihm die Menschen, und die waren überzeugt, dass er eine ehrliche Haut war, ganz egal, in welchem Gewerbe er sich bewegte.

Zum dritten – er war wohlhabend. Keiner wusste so genau, wie reich er war, aber seine Kleidung und die Geschichten von seinen Reisen legten das nahe.

Bei Tanzbällen und anderen gesellschaftlichen Ereignissen wurden ihm viele alleinstehende Frauen zugeführt. Mütter wollten nicht nur diesen Wohlstand in ihre Familien bringen, sondern auch das edle Erbgut.

Aber nach gut zwei Jahren Australien hatte Jack Savage genug vom Mangel an echter Freundschaft, vom Militär und den angeketteten Strafgefangenen, die von England hergebracht wurden. Er buchte eine Reise zurück nach Bristol, England.

Sie hatten während des Essens reichlich dem italienischen Wein zugesprochen, aber betrunken waren sie beide nicht. Eher waren sie berauscht vom plötzlich explodierenden sexuellen Verlangen, das sie gegenseitig weckte und an diesem Abend seinen Höhepunkt finden sollte.

Beim Essen hatten sie nebeneinander gesessen, und Jack war überrascht und amüsiert gewesen, als ihre zierliche Hand unter dem Tischtuch zu seinem Oberschenkel fand; eine unmissverständliche Einladung.

Er hatte sie einen Tag oder länger bewundernd beobachtet, aber jetzt würde er nicht länger der vollkommene Gentleman sein, der solche Zeichen einer Dame ignorieren musste. Sie schien zu wissen, was sie wollte. Sie war eine Frau, deren Selbstbewusstsein groß genug war. Er wusste etwas über ihre Vergangenheit – sie hatte ihren Mann verlassen und fuhr zurück zu ihrer Familie nach Norfolk.

Jack ging davon aus, dass sie eine unabhängige Frau war, die gut auf sich aufpassen konnte. Und nun wollte sie ihn, wahrscheinlich nur für eine kurze Episode. Abwechslung und Spaß, um die Strapazen der Reise zu vergessen. Lust ohne Verpflichtung. Jack konnte das nur recht sein. Er war glücklich mit seinem Status als freier Mann.

Sie ließ ihre Dessertgabel fallen. »Oh, nein, wie ungeschickt! Wären Sie so nett …?« Sie schaute auf den Boden.

»Aber gewiss, Madam.« Grinsend bückte er sich und tastete mit einer Hand über den Boden.

Sie hielt seine Hand fest und brachte sie zwischen ihre Beine, während sie weiter mit Miss Harker über gewisse Häkelstiche diskutierte.

Jack blinzelte überrascht, aber er ließ keine sichtbare Reaktion erkennen. Seine Hand wurde unter die geschickt gerafften Röcke und Unterröcke gezogen, den Oberschenkel hoch und zu einem mit sanften Daunen bewachsenen Hügel.

»Noch etwas Wein, Mr. Savage?«, fragte der Kellner.

»Ja, gut, danke«, sagte Jack, als gerade ein Finger in Mrs. Stanleys warme kleine Spalte rutschte.

Sie hielt geräuschvoll die Luft an, denn seine Berührung war wie ein Schock für sie, und ihre Zehen krümmten sich.

Der Finger streichelte, kreiselte und neckte die Knospe, dann drang er wieder in sie ein, und ihre Vulva wurde immer nasser. Sie zitterte so kräftig, dass Iona sich nicht traute, ihr Glas zu heben, um einen Schluck zu nehmen.

Der Captain redete und pries den Sicherheitsstandard auf seinem Schiff, im Gegensatz zu manch anderen Schiffen. Miss Stanley nickte zustimmend. »Oh, ja, ja«, stöhnte sie, als Mr. Savage ihre Klitoris quälte und dann in sie hineinstieß, immer und immer wieder, ganz exquisit. Das war die Art Lust, die sie in den Jahren ihrer Ehe nicht erfahren hatte.

»Oh, Gott, ja!«, rief sie und zog alle Augen auf sich, als sie das erste Mal einen Orgasmus erlebte.

Ihr erschrockener Ausdruck verdutzte die anderen Passagiere. Jack grinste.

Der Captain sah sie an, als wäre sie ein bockiges Fohlen. »Ja? Was meinen Sie mit ja? Sie befürworten doch nicht die Piraterie, will ich hoffen.«

Sie leckte sich die Schweißperlen von der Oberlippe und schüttelte entschieden den Kopf. »Nein, natürlich nicht. Ich habe es nur gut gemeint. Oh, ich weiß nicht … Ignorieren Sie meinen Kommentar, bitte, Sir.«

»Heute Abend ist es auf Deck ein bisschen rau«, sagte Jack. »Ob die Damen mir gestatten, dass ich hier unten rauche?«

Die Damen Harker und Cosgrove nickten sofort. »Aber bitte, Sir. Ich liebe den Duft des feinen Tabaks.«

Er schaute sich nach der noch schwer atmenden Iona um. »Und Sie, Madam?«

»Rauchen Sie, Sir«, sagte sie, und wieder verfing sich ihr Atem, als er den Finger krümmte, der ihr den überraschenden Höhepunkt beschert hatte. Er steckte den Finger in den Mund und lutschte daran.

Plötzlich wollte sie ihn wieder haben, richtig und wie verrückt; sie wollte seine Länge und den Umfang spüren. Sie zitterte bei dem Gedanken.

Nach dem Essen hatte sie den Salon verlassen und schaute ihm kurz nach, bevor sie durch mit Lamellen besetzte Mahagonitüren verschwand. Er hatte seinen Brandy getrunken und eine Zigarre geraucht, und gleich danach folgte er ihr, wobei er sehr auf Diskretion achtete. Ein Mann war ein Schurke, wenn er nicht die Reputation einer so charmanten und großzügigen Frau wahrte.

Sie war wirklich eine attraktive Frau, dachte er, als sie ihn in einen Sessel drückte und sich auf seinen Schoß setzte. Sie küsste ihn, während er versuchte, bei ihren Schnüren des Satinkorsetts in Babypink die Oberhand zu behalten. Die Korsettstangen waren höchst schwierig zu bezwingen. Schließlich gab er auf, beugte den Kopf und nuckelte an der Schwellung ihrer Brüste, die durch die weibliche Rüstung kräftig nach oben gedrückt wurden. Sie schüttelte sich und rutschte auf seinem Schoß herum, quer über seine wachsende Erektion. Sie erregte ihn mit den weichen Lagen ihrer weißen, mit Spitze besetzten Unterröcke.

Ihr Mund schloss seinen mit einem heißen Kuss. Ihr Winden und Schlängeln auf seinem Schoß entflammte Jack. Er strich mit einer Hand unter ihre Petticoats, fand ihre Spalte, streichelte und rieb sie und stöhnte lustvoll, als er ihre feuchte Wärme vorfand. Iona Stanley hätte das Vorspiel nicht gebraucht und machte ihm das deutlich.

Er bewegte sich geschickt, und seine Männlichkeit sprang aufgeregt heraus, als er die Knöpfe seiner Breeches geöffnet hatte. Momente später steckte er bis zum Anschlag in ihr. Die Lady stöhnte heiser vor Entzücken.

Wie bei Tieren war der Akt in ein paar Augenblicken beendet; schnell, gewaltig, phantastisch und leidenschaftlich.

Sie grätschte über ihn und presste ihre Brüste gegen sein weißes Hemd. Iona drückte ihn, verschlang ihn und küsste ihn. An seinem Ohr gurrte sie leise, was auf Jack die sinnlichste Wirkung hatte. Er bäumte sich unter ihr auf, packte seine willige Partnerin an den Hüften und stieß mit großer Kraft in sie hinein.

Die Intensität seiner Aktionen schockierte sogar ihn, den welterfahrenen Jack. Sie liebte sein ungestümes Vorgehen, trieb ihn an, hielt ihn mit ihren Schenkeln umfangen und koste ihn um Hals und Nacken. Sie presste ihre Brüste gegen ihn, während er mit seinen Stößen nicht nachließ, dabei stöhnte und grunzte er und brachte sie beide auf eine Höhe der Leidenschaft, die sie bisher nicht gekannt hatten.

Keuchend fiel sie gegen ihn, einen glücklichen Ausdruck im Gesicht. Die blau-grünen Augen glänzten wie im Fieber.

»Was für ein Ritt, Mister Savage!«, rief sie, als der Atem zurückkam. »Wunderbar. Einfach wunderbar. Wissen Sie, ich habe mir schon gedacht, dass es so sein kann, aber richtig gewusst habe ich es nicht.«

Er hob seine Augenbrauen. »Aber was ist mit Mr. Stanley, Ihrem Ehemann? Er muss doch sicher …«

»Mister Stanley hat nie länger als eine Minute durchgehalten – bei mir. Er konnte nicht viel anfangen mit Frauen, die – sagen wir mal – durchschnittlich waren. Er hatte größeren Appetit. Ich habe ihn im Bett nie interessiert, und er wollte mir weismachen, dass es an mir liegt«, sagte sie, die Zähne zusammengepresst.

Verwundert hob er wieder die Brauen. Aber Iona sprach nicht weiter über ihren Mann. Sie hatte Besseres vor.

Sie löste sich von ihrem Liebhaber, der jetzt auch wieder normal atmete, und wandte sich der Aufgabe zu, die seidenen Knoten ihres Korsetts zu öffnen. Darunter trug sie ein feines Hemd aus Linnen, das zwischen ihren vollen Brüsten einen tiefen V-Ausschnitt zeigte.

Sie trat ihre Abendschuhe von den Füßen, rollte die Seidenstrümpfe hinunter und warf ihre abgelegten Kleidungsstücke fast angewidert in eine Ecke. Nach und nach legte sie die Unterröcke ab. Sie zog das Hemd über den Kopf und stand nackt vor einem verblüfften Jack.

Er schluckte verlegen und konnte fühlen, wie seine Männlichkeit in nie erlebter Windeseile wieder steif wurde. Diese Iona Stanley verhielt sich wie keine andere Frau, die er je kennengelernt hatte. Sie überwältigte ihn beinahe, aber nicht ganz. Er lebte in der Gewissheit, dass er jeder Herausforderung begegnen konnte, die sie stellen würde. Zumindest würde er sein Bestes versuchen!

»Oh, das hätte ich fast vergessen«, sagte sie kichernd, und sie hob ihre Alabasterarme und zog die Kämme und Nadeln aus ihren Haaren, damit die rostbraunen Locken ungehindert fallen konnten. Ihre Haarfarbe war vielleicht das Auffälligste an ihr, ein Vermächtnis ihrer schottischen Vorfahren. Dicht und glänzend fielen sie bis zur Taille.

Sie ging zum Bett, warf die Decken zurück und legte sich hin, die Beine angezogen, den Oberkörper verführerisch dargeboten, denn sie stützte sich auf einen Ellenbogen auf. Lachend sagte sie: »Vielleicht könnten wir zusammen kuscheln, damit wir es auch in so einer wilden Nacht gemütlich haben? Es hört sich nicht so an, als würde der Sturm nachlassen.«

Jack war schon auf den Füßen und zog sich aus. Ein gewaltiges Schaukeln ließ ihn sich einmal um die eigene Achse drehen, als er versuchte, das zweite Bein aus den Breeches zu ziehen. »Es wäre ungehobelt, einer Lady unter diesen Umständen nicht Bequemlichkeit anzubieten«, scherzte er, und beinahe hätte er vor lauter Gier sein Hemd zerrissen.

Die Öllampe war ziemlich heruntergebrannt, aber sie illuminierte die intime kleine Szene in Schatten aus Ocker und Umbra.

»Oh, Mann, hier ist ja kaum Platz«, fluchte Jack und kniete sich neben sie.

Sie lachte, zog die Knie auseinander und bot sich ihm auf diese Weise an. Sie war pink und reif, ihre Labien glänzten, und die Knospe war noch von seinen meisterlichen Mühen geschwollen.

Sein Penis wurde wieder steif, als er sie in dieser verführerischen Pose sah.

Sie lachte.

»Weißt du, was ich gern tun würde?«, knurrte er heiser, und seine Zunge stieß durch seine Lippen.

»Oh, Jack, nein! Ich glaube, das könnte ich nicht mehr ertragen! Ich würde explodieren. Nur der Gedanke …«

Er tauchte hinab, barg den Kopf zwischen ihren Beinen, schmeckte die zarten, salzigen Falten und wischte mit der Zunge über die Klitoris.

»Oh, süße Mama«, gurgelte sie und riss mit den Fingern an seinen Haaren. »Hör auf, Jack, sonst muss ich sterben!«

Aber er wusste, dass Aufhören das Letzte war, was sie wollte. Er pflügte in sie hinein, und seine Nase rieb über ihre Schamlippen, während er sie mit der Zunge verwöhnte.

Ihr kam es wieder; es pochte um ihn herum, und sie krümmte den Rücken und schrie auf, und gleich danach zog er ihre Beine über seine Schultern und nahm sie hart. Sein Penis klopfte an ihre Gebärmutter, pochte, hämmerte und füllte sie mit seinem beträchtlichen Umfang.

Er war zu viel. Er würde sie umbringen. Sie krallte sich an seinem Rücken fest, wie die Löwin, die sich vor dem Paaren mit dem König des Dschungels anlegte.

Der Schmerz spornte ihn an und verschärfte seine Stöße. Er packte sie an den Hüften, rammte in sie hinein, stieß und stieß, und ihr Kopf knallte gegen die Holzpaneele am Kopfende ihres schmalen Kojenbetts.

Ihr Gesicht leuchtete in wilder Freude. Ein weiterer Höhepunkt näherte sich mit großen Schritten, das sah er ihr an. Ihr Blick war erhebend. Als sie von den Zuckungen der Lust geschüttelt wurde, setzte er zum finalen Stoß an; es schoss aus ihm heraus, und seine Flanken zitterten.

Sie murmelte verträumt: »Jack, du bist ein Schatz.«

Er lachte, küsste die Innenseiten ihrer Schenkel, bevor er ihre Beine flach ausstreckte, denn vom langen Hochlegen hatte sie einen Krampf erlitten. »Ich halte nichts von falscher Bescheidenheit, deshalb will ich es zugeben: Selbst ich muss mich ab und zu erholen.«

Innerhalb weniger Sekunden waren sie beide eingeschlafen; Iona war glücklich und zufrieden. Die miserable Erfahrung ihrer Ehe war durch Jack Savage fast verdrängt worden. Er hatte ihr gezeigt, wie fabelhaft es zwischen Mann und Frau sein konnte, und wie traurig ihre Ehe unter dem Mangel an Leidenschaft und Liebe gelitten hatte. Es war kein Fehler gewesen, vor Horace davonzulaufen, und von Sydney in die Heimat aufzubrechen, war die einzig richtige Entscheidung gewesen.

Jack fühlte Nässe.

Es war nicht die warme, klebrige Nässe, die man erlebt, wenn man Liebe macht. Dies war die eisige Nässe des Todes. Plötzlich kam er zu sich, von Panik geweckt, und schüttelte Iona, die neben ihm im schmalen Bett lag.

»Schnell!«, befahl er. »Zieh dein Hemd und deine Petticoats an!« Er warf ihr den weißen Linnenrock zu. Er sprang aus dem Bett ins Wasser, das schon einen halben Meter hoch in ihrer Kabine stand. Ein Nachttopf schwamm vorbei und stieß mit Wucht gegen eine Kommode.

Als Iona aufstand und sich anzog, schwappte das Wasser gegen ihre Beine. Dass sie sich nasse Kleider anziehen musste, weckte sie grausamer, als jeder Weckruf es hätte tun können. Sie schrie auf, weil sie nicht verstand, was passierte – oder weil sie es nicht verstehen wollte. Sie war entsetzt.

Sie hasteten die Treppe von den Kabinen zum Deck hoch, aber Wasser schoss ihnen entgegen und warf sie zurück durch die Tür der leeren Kabine, die Miss Harker und Miss Cosgrove längst verlassen hatten.

Das ganze Schiff war verlassen. Während sie nach ausgiebigen Liebesspielen erschöpft eingeschlafen waren, ohne das Klopfen an ihrer Tür zu hören, befanden sie sich jetzt in großer Gefahr, denn die Besatzung hatte sie in Panik zurückgelassen.

Etwa zweihundert Meter vom Schiff entfernt sahen sie eine Jolle, die der Lady Luckington als Rettungsboot gedient hatte. In diesem Augenblick wurde die Jolle von einer riesigen Welle erfasst, und Mannschaft und Passagiere wurden erbarmungslos in die See geworfen. Iona stieß Schreckensschreie aus.

Ein Eimer und ein Scheuerstein sausten vorbei und erwischten Iona am nackten Fuß. Sie schrie auf und humpelte. Jack zerrte sie weiter und musste Gewalt anwenden, weil er befürchtete, dass sie sich aus ihrer Starre nicht mehr befreien konnte.

Das große Schiff ging mit dem Bug unter. Ein Blitz schlug ein und setzte den Fockmast in Brand. Das Deck brach knarrend auseinander.

»Wir müssen springen«, schrie Jack und hielt Ionas Hand. Seine Worte waren im peitschenden Regen kaum zu verstehen.

»Nein«, wimmerte sie entsetzt. Sie hatte das Schwimmen nicht erlernt, und nicht einmal geübte Schwimmer hätten im schwarzen brodelnden Ozean eine Chance gehabt. Sie würde sterben und fühlte sich überhaupt nicht tapfer.

Jack legte eine Hand um ihre Hüfte, hob ihre protestierende Gestalt über die Reling, küsste sie, als wollte er ihr Mut einflößen, dann sprang er mit ihr zusammen in die garstigen Fluten.

Er hielt sie verzweifelt umschlungen, während er versuchte, sie zurück an die Oberfläche zu bringen. Aber seine Mühen waren vergebens. Ihr Körper war schlaff geworden und lag wie eine schlafende Meerjungfrau in seinen Armen; leblos, wunderschön, und ihre nassen Haare umrahmten ihr Gesicht.

Seine Lungen drohten zu zerplatzen. Sein Griff um Ionas Taille wurde schwächer. Die Dunkelheit um ihn herum wurde immer schwärzer.

Zweites Kapitel

Von einer Welle wurde Ionas Kopf angehoben, dann sackte der Kopf schmerzhaft auf einen Felsen der Landspitze, als sich das Wasser zurückzog. Wieder eine Welle, wieder die Begegnung mit dem harten Stein. Sie stöhnte und konnte sich nicht zurück ins Bewusstsein bringen. Ihre Wange schrammte über den schwarzen vulkanischen Stein, aber sie bemerkte nicht, dass sie blutete.

Regen prasselte aus sie herab. Braune Gesichter starrten sie im kläglichen Licht der windigen Morgendämmerung an und fanden sie höchst interessant. Eine Hand hob eine Locke ihrer roten Haare und rieb es versuchsweise zwischen Daumen und Zeigefinger. Andere Hände drehten sie um, studierten das bleiche, nasse und von der Kälte blau angelaufene Gesicht.

Worte wurden gesprochen, Pläne geschmiedet. Eine stöhnende Iona wurde von vier kräftigen Männern angehoben und davongetragen.

Ihr Anführer, in einem schwarzen Federkostüm prächtig anzusehen, schritt neben ihr. Offenbar war er zu bedeutend, um sich am Tragen der Last zu beteiligen. Dafür nahm er sich die Freiheit heraus, neugierig ihre nasse Brust durch die Fetzen des Hemdes zu betasten. Der erigierte kleine Nippel hatte seine ganze Aufmerksamkeit. Sie stöhnte wieder, und er lachte laut.

Die frühe Morgensonne kämpfte sich durch einen kleinen Fleck an einem immer noch stürmischen Himmel und traf auf Jacks Lider. Dahinter bewegten sich die Augäpfel ruhelos. Es würde nicht mehr lange dauern, bis er die Lider öffnete und aufwachte. Er verspürte einen starken Schmerz in seinem dicken Zeh, setzte sich abrupt auf und stieß einen Schmerzlaut aus.

»Autsch!«

An seinem Zeh klammerte ein stieläugiger Krebs mit einer monströsen Kampfschere. Jack brauchte mehrere Versuche, bis er das Meerestier losgeworden war. Dann kniete er sich in den nassen weißen Sand und schaute sich um.

Zu seiner großen Überraschung stellte er fest, dass er noch lebte. Lebendig und auf trockenem – fast trockenem – Land. Er fühlte, wie sich in seiner Brust ein Glucksen entwickelte, das aber erstarb, noch bevor es aus seiner Kehle gekommen war. Er lebte, aber er war allein. Er schaute die ganze Länge des Strandes ab und sah niemanden. Hier gab es nur ihn, einen bewegten Himmel, Sand, Meer und Palmen mit Kokosnüssen. Iona hatte es nicht geschafft.

Eine tiefe Traurigkeit legte sich über ihn, aber dann keimte wieder Hoffnung in ihm auf. Vielleicht lebte sie ja doch. Es war eine schwache Hoffnung, aber wenn er überlebt hatte, warum dann nicht sie auch?

Der Gedanke trieb ihn an.

Resolut richtete er sich auf, und schon nach einigen Schritten hatte er sich an seine nasse Hose gewöhnt. Er ging den Strand entlang, die Augen auf alles gerichtet, was sich bewegte.

Aber es waren von der Lady Luckington der Schiffsoffizier und der Vollmatrose, die er ganz weit hinten am Strand entdeckte; von Iona sah er immer noch nichts. Jack seufzte. Dann tröstete er sich mit den vertrauten Gesichtern. Er war nicht mehr allein.

Er lief ihnen schneller entgegen, winkte und rief ihnen zu. Aber der Wind trug seine Rufe in die andere Richtung, und so bemerkten die Seeleute seine Anwesenheit gar nicht. In Anbetracht des Geschehens kurz darauf war das Jacks großes Glück.

Noch während er auf die beiden zu rannte, schlichen sich dunkle Gestalten aus dem Bereich der hohen Palmen an und schwangen Keulen, Messer und Speere.

Jack blieb stehen, sah sich um und fühlte sich als Zielscheibe. Er stapfte durch den tiefen Sand, auf die Bäume zu. Er kam nur mühsam voran und musste mit ansehen, wie die beiden unglücklichen Seeleute ihre Angreifer viel zu spät bemerkten. Sie rannten zwar noch am Strand entlang, wurden aber bald gestellt und erschlagen.

»Lieber Gott«, stöhnte Jack, entsetzt über den Anblick der brutalen Morde. Er hielt sich beide Hände auf den Bauch und hoffte, dass er den Drang, sich zu übergeben, kontrollieren konnte. Doch diesen Kampf verlor er, als er mit ansehen musste, wie die Wilden sich aus den toten Seemännern ein Festmahl bereiteten.

Drittes Kapitel

Als Iona wach wurde, litt sie an klopfenden Kopfschmerzen und konnte alles nur doppelt sehen. Sie dachte, es wäre Nacht, weil alles rings um sie her so dunkel war. Aber als die Augen sich langsam auf ihre Umgebung konzentrierten, sah sie schwache Lichtstellen zwischen Rundhölzern und geflochtenem Gras.

Aus einiger Entfernung hörte sie tiefes, rhythmisches Singen, das sich auf irritierende Weise immer wiederholte, zu einem Crescendo anschwoll und dann erstarb, um dann wieder von vorn zu beginnen, intensiver und leidenschaftlicher als zuvor.

Was ging um sie herum vor? Wo war sie? Wie war sie hergekommen? Sie glaubte schon, eine Antwort zu haben, als plötzlich die Tür ihrer schuppenähnlichen Unterkunft aufgerissen wurde. Die Tür quietschte, und dann drangen mehrere braunhäutige junge Leute in ihre enge Bude ein. Sie trugen eine Art Lendenschurz, aber aus blauschwarzen und grünschwarzen Federn gefertigt.

Entsetzt setzte sie sich auf, zog die Knie an und versuchte, ihre Blöße zu bedecken. Sie wünschte, sie wäre wieder bei Jack im Wasser. Sie wünschte, sie wäre tot.

Sie zerrten sie vom Boden hoch, umklammerten ihre Oberarme und schleppten sie hinaus. Sie wehrte sich, biss hier in einen Arm und trat da gegen ein Schienbein, aber sie lachten nur und waren sich ihrer männlichen Überlegenheit bewusst, und ihre Gegenwehr fanden sie eher amüsant.

Sie wurde durch ein Hüttendorf geführt. Einige Hütten sahen schmutzig aus, andere nicht.

Als Iona vorwärts gestoßen wurde, durch eine versammelte Menge ein Einheimischen, wurde der Singsang wieder lauter, und in den Gesichtern standen Gier und Lachen; die Vorboten ihres Schicksals.

Vor ihr erhob sich hoch über dem Dorf eine Plattform, zu der etwa dreißig grob zusammengehauene Treppenstufen führten. Eine Gruppe hatte sich dort versammelt, alle im glanzvollen Schmuck schwarzer Federn, und Iona fürchtete, dass sie es war, auf die sie warteten.

Wenn sie an ihre Nacktheit dachte, musste sie vor Scham stöhnen. Aber sie konnte nichts daran ändern. Und bald würde es auch keine Rolle mehr spielen, dachte sie fatalistisch.

Als sie am Fuß der Treppe stand, schwoll der Singsang der Meute wieder an. Sie bekam eine Gänsehaut.

Es kostete Mühe, die schiefen und krummen Stufen hochzuklettern, aber ihre Begleiter waren nur zu bereit, ihr beim Aufstieg zu helfen und ihr unter die Arme zu greifen.

Der Himmel hatte sich verändert von einem hellen Rot zu einem nächtlichen Purpur. Fackeln wurden in Brand gesetzt und beleuchteten die Szenerie auf der Plattform. Iona zögerte, weiterzugehen.

»Nein«, sagte sie entschieden. Ihr Herz schlug ihr im Hals. »Nein, vielen Dank.« Aber ihre Begleiter lachten nur und hievten sie mit neuer Begeisterung über die letzten Stufen.

Ein Steinaltar stand vor ihr, und Eingeborene mit Röcken aus Federn flankierten ihn als eine Art Ehrengarde. Weiter hinten ragte die Plattform in eine Felsenwand hinein, und dort hatte man einen riesigen Schädel in das schwarze Vulkangestein gehauen. In den tiefen Augenhöhlen brannten Fackeln.

Iona ahnte, was ihr Schicksal sein würde. Diese Szene erinnerte sie an die Opferzeremonien der Azteken. Sie hatte in Büchern darüber gelesen, die sie heimlich aus der Bibliothek ihres Vaters entführt hatte. Die Geschichten hatten sie viele Nächte nicht schlafen lassen.

Sie hoben sie auf das Altarbrett und hielten ihren zitternden Körper fest, während andere ihren Hals festbanden, ehe sie Hand- und Fußgelenke fesselten. Sie lag weit gespreizt da und konnte sich nicht bewegen. Die ganze Hoffnungslosigkeit überfiel sie. Oh, Gott, hilf mir, betete sie stumm.

Sie wandte den Kopf (die einzige Bewegung, die ihr noch möglich war) und blickte zum Altar. Sie sah den Rücken einer schwarzen Gestalt, die von oben bis unten mit Federn bedeckt war. Sie hatte die Arme gehoben, und die Worte und Gesten schienen himmelwärts gerichtet zu sein.

Dann drehte sich der große, schwarz behaarte und schwarz gefiederte Mann um, und sie fühlte eine neue Panik, die sich in ihr ausbreitete.

Er war nackt, abgesehen vom Federumhang, und er zeigte eine Erektion vor, die so groß und steif war, dass Iona große Augen bekam. Ihre schrecklichen Ängste bauten sich neu auf: Nun sah es nicht mehr so aus, als sollte sie getötet werden.

»Nein, nein!«, rief sie in frustrierter Wut aus, dann wurde sie hilflos still, weil sie wusste, dass alles, was sie sagte, vergebens sein würde. Sie schloss die Augen vor der Attacke, die bestimmt bald folgen würde. Die dunkle Gestalt kam näher.

Ihre Wange wurde gestreichelt, ihr Kopf an den Haaren angehoben, und ein Trinkgefäß wurde an ihre Lippen gehalten. Sie wollte es vermeiden und presste die Lippen zusammen, aber der schwarze Mann packte ihr Kinn und zwang ihren Mund auf. Sie schluckte gegen ihren Willen und gurgelte und würgte; dabei schien es sich wirklich um einen süßen Fruchtsaft zu handeln.

Er stand jetzt am Fuß des Altarbretts und hob die Arme wieder zum Himmel. Die Dorfbewohner, die sich unten nicht von der Stelle rührten, schrien laut den Text ihres Singsangs. Es kam Iona wie ein schrecklicher Unsinn vor.

Ein Jugendlicher trat vor und kippte den Inhalt eines Metallkrugs über ihre Brüste und den Bauch. Es war ein schwer duftendes Öl. Der schwarze Mann ließ seine Haare durch das Öl gleiten, umkreiste ihre Brüste, streichelte ihren Bauch und ging weiter nach unten, in den rostbraunen Hafen, den sie nicht verteidigen konnte. Zum leisen Gesang der Menge streichelte der Mann ihr Geschlecht.

Was immer man ihr gegen ihren Willen zu trinken gegeben hatte, war irgendeine Droge gewesen, glaubte Iona. Das konnte der einzige Grund sein, warum ihr Körper so reagierte, warum sie sich auf einem Finger wand, den der schwarze Mann in sie geschoben hatte. Sie konnte es nicht leugnen, es fühlte sich gut an. Gut, sie war gefesselt und der Barmherzigkeit dieses bedrohlichen Mannes ausgeliefert, aber er fügte ihr keine Schmerzen zu. Sie hatte erwartet, dass er sie quälte und einem barbarischen Ritual unterwarf. Aber er warb um sie, er lullte sie ein, bereitete sie vor. Aber für was?

Voller Entsetzen überlegte sie, wenn sie nicht gefesselt gewesen wäre, hätte sie sich bereitwillig von dem Finger quälen lassen, so meisterhaft setzte er ihn ein.

Beinahe gierte sie nach ihm. Es war schrecklich, sich so etwas einzugestehen, aber es stimmte, und sie wäre bereit, es auch vor den Augen aller zu tun. Was hätte ihr Ex-Mann Horace wohl dazu gesagt? Plötzlich wollte sie so heftig lachen, wie sie Sex haben wollte. Horace wäre entgeistert gewesen. Er hätte gesagt, es wäre besser zu sterben, als so etwas Widerliches zu tun. Ja, er war ein Heuchler. Und in diesem Fall irrte er sich auch. Ihre Erwartung des Geschehens in der nächsten halben Stunde war besser als der schönste Tod.

Eine Magd trat langsam vor, und die Trommel begleitete jeden ihrer Schritte über die Treppenstufen. Sie hielt ein seltsam geformtes Objekt in der Hand. Iona starrte auf den Gegenstand und überlegte, welche Aufgabe er bei dieser primitiven Zeremonie wohl haben würde.

Das Objekt war circa zwanzig Zentimeter lang, und es ähnelte einer Schlange mit einer gespaltenen Zunge. Den Umfang schätzte Iona auf acht oder zehn Zentimeter. Das Mädchen mit dem fliegenden Umhang ging direkt auf Iona zu.

Als der Gegenstand über Ionas flachen Bauch gehalten wurde, trat der Junge mit dem Öl wieder vor und ließ feierlich ein paar Tropfen auf den dicken Kopf der Ebenholzschlange fallen.

Iona schaute genau zu und spürte eine wachsende Unruhe in ihrem Bauch. Der schwarzhaarige Mann mit seinem gewaltigen Penis, der hoch nach oben zeigte, setzte das Tunken und Tauchen seines Fingers fort, während die Magd neben Iona verharrte. Iona schaute zu, als der Mann plötzlich beiseite trat, und der hölzerne Phallus wurde zwischen ihre Beine geschoben, dicht vor ihre Öffnung. Der Mann zog seinen Finger aus Iona zurück und hielt die Labien zurück, damit sie ein härteres Objekt aufnehmen konnten.

Sie fühlte, wie es langsam in sie eindrang, gut geölt, aber unangenehm groß, und sie verzog das Gesicht, als das Holz sie füllte und vor den Zuschauern symbolische Vereinigung mit ihr trieb.

Iona war sich des unwürdigen Vorgangs bewusst. Aber mehr noch war sie sich der wachsenden Sensation bewusst, denn die Gefühle wurden so stark, dass sie sich von einer sexuellen Kraft vereinnahmt spürte.

Abrupt wurde der schwarze Schaft herausgezogen und zum Altar gebracht. Dann zuckte Iona zusammen, als ein einziger Trommelschlag zu hören war. Sie schaute in die dunklen Augen des schwarzen Mannes und fühlte, wie sich ihre Mundwinkel hoben – ein spontanes Lächeln, das sie nicht unterdrücken konnte.

Der Mann lächelte zurück. Seine Zähne blitzten, und in diesem Moment fand er ihre intimste Stelle mit seiner dicken, harten Männlichkeit. Die Trommel schlug wieder, und er drang mit einem exquisiten Stoß in sie ein, und sie fühlte sich noch mehr gefüllt als vom Dildo. Sie musste sich anstrengen, um nicht vor Verzückung zu seufzen. Die Trommel begleitete ihn jetzt mit einem steten Beat, und der Mann bescherte ihr eine perfekt abgestimmte Darbietung. Füllen, herausziehen, füllen. Das Öl zwischen ihnen erleichterte das Gleiten.

Die Trommel wurde schneller geschlagen, und auch er beschleunigte. Iona hatte noch nie eine so große körperliche Kontrolle erlebt. Sie war beeindruckt, erregt und höchst zufrieden mit dem Service. Jetzt bestand kein Zweifel mehr, dass sie es genoss. Man konnte es auf ihrem Gesicht ablesen. Und es war ihr auch egal. Was sie ihr zu trinken gegeben hatten, hatte ihre Hemmungen abgebaut. Sie stöhnte, bedrängte ihn, schneller zu stoßen und sie mit auf das Plateau zu nehmen, das sie mit Jack Savage betreten hatte … das Reich der Glückseligkeit.

Aber er ließ sich nicht antreiben, er blieb im perfekten Rhythmus mit der Trommel, und wenn sie mal schneller wurde, dann immer nur ein bisschen, was sie wahnsinnig machte. Wenn sie gekonnt hätte, würde sie ihn fester auf sich ziehen und ihn zu einem Orgasmus zwingen. Sie wusste wie. Nach Jahren der Ehe mit Horace wusste sie, wie man einem Mann die schnelle Erfüllung bringen konnte – desto eher fand sie ihre Ruhe.

Sie schwitzte in der warmen Nachtluft. Ihr vom Öl glänzender Körper glühte, und die Trommeln spielten jetzt wieder zusammen und schlugen einen wilden, manischen Takt, und der Mann mit den rabenschwarzen Haaren und den dunklen Augen rammte noch etwa ein Dutzend Mal in sie hinein, und sie schrie auf und wand sich trotz ihrer Fesseln, als seine Saat pulsierend in sie geschossen wurde.

Er röhrte auf – ein heidnischer Schrei des Siegers über die Besiegte – und stieß in Iona hinein, hart und härter, und verharrte in ihr, bis der letzte Schauder verklungen war. Als er sich aufrichtete und aus ihr zurückzog, trat er vom Altar zurück und ließ sich von einer Magd seinen Umhang geben. Sein Stamm sang wieder etwas, und natürlich verstand Iona nichts. Der schwarze Mann ging langsam die Treppenstufen hinab, und seine Leute senkten ehrfurchtsvoll den Kopf, und es wurde kein Wort mehr gesprochen.

Iona wandte den Kopf und sah seinem Abgang zu. Warum wurde er so bevorzugt behandelt? Was war an ihm dran (abgesehen davon, dass er gut bestückt war und eine Frau verdammt gut beglücken konnte), dass alle von ihm gebannt waren? Die Dorfbewohner taten ja gerade so, als wäre er ein Gott. Das hätte sie amüsiert, wenn nicht ihre Sorgen um das eigene Schicksal zurückgekehrt wären.

Man half ihr in eine sitzende Position und stattete sie mit einem Umhang aus schwarzen Federn aus, durchaus vergleichbar mit dem, der den Rücken des Mannes zierte, der jetzt an seinen Untertanen vorbeischritt und aufs Dorf zuhielt.

Noch bevor sie einen Fuß vor den anderen hatte setzen können, erhielt sie ihr eigenes Transportmittel – einen aus Schilf geflochtenen breiten Stuhl. Sie wurde höflich gebeten, Platz zu nehmen.

Ihr Abstieg unterschied sich gewaltig vom Aufstieg. Sie verstand zwar nicht, was geschehen war, aber es bot ihr eine Menge Trost. Dass der Mann ihren Körper besessen hatte, war vielleicht die Ursache für den Unterschied.

Viertes Kapitel

Zwei Wochen lang schlich sich Jack heimlich durch die bewaldete Gegend, die an den Strand grenzte. Mit jedem Tag, der verstrich, wuchs sein Hunger.

Es gab viele Wildschweine, aber vor denen musste er sich hüten. Die krausborstigen Bestien mit ihren Hauern waren unter allen Umständen zu meiden. Sie waren schnell, listig und tödlich. Aber die Frischlinge waren kleiner und saftiger. Wenn er sie beobachtete, lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Er war entschlossen, ein junges Schwein zu töten. Wie er es danach kochen oder braten sollte, ohne den Kannibalen seinen Aufenthaltsort zu verraten, das war ein Problem, an das er im Moment nicht denken wollte. In seinem jetzigen Zustand konnte er sich immer nur einem Problem zuwenden.

Er suchte die Gegend nach Steinen und hoffte dabei auch, irgendwo auf der verdammten Insel einen Feuerstein zu finden. Er fand nicht einmal einen Stein, den er als Speer- oder Pfeilspitze hätte benutzen können. Er beschloss, eine Keule herzustellen, aber auch für eine Keule brauchte er einen Stein, der schwer genug für einen kräftigen Schlag und leicht genug für die Handhabung war.

Derart bewaffnet, legte er sich auf die Lauer, denn er hatte die Wildschweingruppe ein paar Tage lang beobachtet.

Im richtigen Augenblick lag er versteckt mit konzentrierten Blicken im Unterholz und ließ die Eltern vorbeigehen. Dann stürzte Jack aus seinem Versteck und fing das langsamste Jungschwein mit einem Beingriff ein. Er schwang seine Keule.

Das arme Tier quiekte um sein Leben. Seine Eltern drehten sofort um, und Jack sah zu seinem Entsetzen, dass der Stein aus seiner Keule fiel und er nun unbewaffnet dastand. Das junge Schwein verpasste ihm einen hässlichen Biss, und das überraschte Jack so sehr, dass er das Bein des Frischlings losließ, und dann schossen die Eltern heran.

In letzter Sekunde kletterte Jack eine Palme hoch und blieb oben hocken. Er hielt sich verkrampft fest, während die Wildschweine unten auf ihn warteten. Aber irgendwann gaben sie auf, und Jack hatte die Gefahr der wütenden Wildschweine gebannt – und noch größeren Hunger.

Entsetzt über sich selbst, über seinen Mangel an Glück und über seine Hilflosigkeit, lebte Jack die nächsten Tage von Beeren. Aber weil er sich nicht auskannte, verzehrte er schon am zweiten Tag die falschen und wurde krank.

Er litt immer noch an der Krankheit, als er zwei Tage später die angespülte Leiche von Miss Cosgrove fand. Es war ein schlimmer Anblick, denn sie sah grau und aufgedunsen aus. Unter der Deckung der Bäume fragte er sich, ob er bis zum Einbruch der Dämmerung warten konnte, sie zu begraben. Aber kurz darauf trafen die Eingeborenen ein und lösten das Problem auf ihre Weise.

Mit ihren nackten braunen Zehen stießen sie gegen die Leiche, dann hievten sie Miss Cosgrove hoch und trugen sie fort.

Sie waren eine große Gruppe, Männer, Frauen und Kinder. Sie stimmten einen Singsang an. Männer und Frauen trugen Lendenschürze und Röcke, und die Kinder waren splitternackt und spielten mit einem Stofffetzen von Miss Cosgroves Kleid. Jack folgte der Gruppe durch den dichten Dschungel. Die Eingeborenen stiegen einen schwarzen Hügel hinauf, als die Flut einsetzte. Oben auf der Kuppe verharrten sie kurz, dann warfen sie Miss Cosgrove zurück in die Fluten.

Er schaute ihnen zu, als sie den Hügel wieder hinabstiegen, aber dann musste er vor ihnen fliehen, sonst hätten sie ihn bemerkt. Zum Glück unterhielten sie sich, deshalb achteten sie nicht auf die Geräusche, die er verursachte. An manchen Stellen droschen sie mit ihren Keulen auf dichtes Gebüsch ein. Zuerst glaubte Jack, dass sie ihn damit auftreiben wollten, aber dann glaubte er eher, dass sie ein Wildschwein jagen wollten, wenn es sich auf ihrem Weg versteckt hielt.

Die Kinder hatten sich müde gespielt und trotteten erschöpft neben ihren Eltern her. Jack spürte Erleichterung; er fühlte, dass die Gefahr vorbei war. Er erhob sich aus seinem Versteck, und genau in diesem Moment hetzten zwei Kinder in seine Richtung, ein Junge, ein Mädchen. Sie lachten ausgelassen, ließen sich in den hohen Farn fallen, nur eine Armeslänge von Jack entfernt. Er hielt den Atem an, aber im nächsten Augenblick waren die Kinder verschwunden, verschluckt von der aufkommenden Dunkelheit und dem heimtückischen Dschungel. Jack hatte nur einen leisen Überraschungsruf gehört.

Unbehagen stieg in ihm hoch. Sie waren in einem Alter, in dem sie schon mal sexuelle Spiele trieben, aber er glaubte nicht, dass sie dazu hätten verschwinden müssen.

Nein, irgendwas stimmte nicht.

Er sagte sich, dass er nichts damit zu tun hatte. Vorsichtig kam er auf die Füße und begann, zurück in Richtung Strand zu kriechen. Dann hörte er sie wieder; sie riefen jetzt aus einiger Entfernung, aber man hörte deutlich, dass sie sich in Gefahr befanden.

»Verdammt«, fluchte er tief und knurrig. »Kinder bringen einem nichts als Ärger.«

Er versuchte sich taub zu stellen, die Stimmen auszublenden und die Angst der Kinder zu überhören. Es spielte keine Rolle, dass sie in einer merkwürdigen Sprache riefen – er kannte Schreie um Hilfe, wenn er welche hörte. Er konnte sie nicht ignorieren, auch wenn er das später bereuen würde.

Sie waren gefallen. So viel stand fest, als er von einem gefährlichen Felsvorsprung nach unten klettern wollte und kaum Halt fand. Zum Glück konnte er die Hand nach kräftigen Lianen ausstrecken.

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