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Hilfe, er bleibt ein Frosch!

 

Axel Krohn & Käthe Lachmann

Hilfe, er bleibt ein Frosch!

Ultimative Weisheiten für den alltäglichen Partnerschaftsirrsinn

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Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder
auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.

Der Preis dieses Bandes versteht sich einschließlich
der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

Über das Buch

Käthe und Axel wissen Rat – kreative Lebenshilfe vom Dr.-Sommer-Team für Erwachsene

Habe ich Schmetterlinge im Bauch, oder liegt’s doch nur an der Lasagne? Will ich mit ihr alt werden, oder brauche ich bald eine Neue? Kenne ich den Typen neben mir im Bett wirklich nicht, oder haben wir uns nur auseinandergelebt? Auch Erwachsene haben vielerlei Fragen, wenn es um Liebesdinge geht!

Die Liebe ist ein seltsames Spiel und egal, ob frisch verliebt, mittendrin in der Beziehung oder auch schon auf der Suche nach dem Ersatzpartner: Kaum etwas ist so spannend, verwirrend und mitunter auch kompliziert wie das Zusammenspiel von Mann und Frau. Doch jetzt kommt Hilfe! In einer großen fiktiven Mitmach-Aktion haben Tausende von Menschen ihre Beziehungsfragen und Probleme eingereicht, und endlich ist es so weit: In Hilfe, er bleibt ein Frosch! liefern Käthe Lachmann und Axel Krohn wertvolle Tipps und Tricks zu allen Spielarten der Liebe und geben angewandte Lebenshilfe rund um Sex, Liebe und Partnerschaft. Sie bedienen sich hierbei der weisesten, wertvollsten und glaubwürdigsten Quelle des Wissens schlechthin: den Sprichwörtern und Sprüchen der Menschheit.

„Meine Süße ist wunderschön und körperlich gut ausgestattet. Aber ist sie auch schlau?“(Ewald K. aus Nürnberg). Lieber Ewald, alles kann, nichts muss. Und bedenken Sie stets: „Wo viel Brust ist, ist wenig Gehirn.“ (Sprichwort aus Somalia)

„Mein Mann will mir keinen neuen Wagen kaufen. Darf ich ihn mit Liebesentzug dazu ‚zwingen‘?“ (Astrid S. aus Pinneberg). Liebe Astrid, natürlich dürfen Sie das! Und es wird auch klappen, denn: „Zwei Brüste ziehen mehr als 1000 Wagen.“ (Sprichwort aus Spanien).

„Ist mein neuer Freund eifersüchtig auf meinen Kater?“ (Britta W. aus Dresden). Liebe Britta, das wäre durchaus keine Seltenheit. Männer sehen überall Rivalen und glauben: „Eine Frau ist wie ein Gazellenfell, auf dem nur ein Mann Platz findet.“ (Sprichwort aus dem Kongo)

Hilfe, er bleibt ein Frosch! beantwortet die verrücktesten Liebesfragen und präsentiert die besten, bizarrsten und bezauberndsten Sprichwörter für den alltäglichen Partnerschaftsirrsinn. Mal witzig, manchmal lehrreich und mitunter sehr überraschend. Aber immer saukomisch!

Inhalt

I.Vorspiel

II.Die besten Fragen, die weisesten Ratschläge

1.Herzen verbinden sich nicht so schnell wie Maulwurfstunnel

So finden Sie den richtigen Partner

2.Birnen und Frauen sind an der Stelle am süßesten, wo sie am schwersten sind

Die DOs und DON’Ts beim Liebemachen

3.Heirate niemals eine Frau mit großen Füßen

Was Jasager sonst noch beachten sollten

4.Wer den Acker pflegt, den pflegt der Acker

So halten Sie das Feuer Ihrer Beziehung am Glühen

5.Liebe ohne Eifersucht ist wie ein Pole ohne Schnurrbart

Was Sie schon immer über Eifersucht wissen wollten

6.Eine schöne Frisur versteckt hässliche Füße

Gut zu wissen: Worauf steht das andere Geschlecht?

Special 1: Versteh einer die Frauen!

Special 2: Versteh einer die Männer!

III.Schlusswort

„Der Kluge lernt aus seinen Fehlern,

der Weise lernt aus den Fehlern anderer.

(Sprichwort aus China)

I. Vorspiel

In einer großen, bundesweiten, noch nie da gewesenen fiktiven Umfrage haben wir Männer und Frauen dazu aufgerufen, uns ihre drängendsten Fragen zum Thema Liebe, Partnerschaft und Sex zu stellen. Die Resonanz war überwältigend: Tausende von Menschen haben sich an uns gewandt, teils mit sehr persönlichen und bizarren Anliegen. Für ihre Offenheit möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken!

Beim Lesen der eingereichten Fragen und Geschichten haben wir schnell gemerkt: Die Liebe ist eine Zauberkiste voller Überraschungen und Absurditäten. Sie wirft Fragen auf, deren Klärung ganze Horden von Psychologen und Paartherapeuten verschleißen würde. Nun sind wir weder das eine noch das andere, haben aber dafür ein Füllhorn an Sprichwörtern und Lebensweisheiten, die unserer Spezies seit vielen Jahrhunderten von Grönland bis Indonesien das Liebesleben erleichtern. Ausgestattet mit diesen Weisheiten geben wir Hilfe zur Selbsthilfe und sind uns sicher: Wer dieses Buch gelesen hat, ist gewappnet für alle Spielarten der Liebe.

Wir wünschen Ihnen gute Erkenntnisse und viel Spaß beim Lesen!

Ihre Käthe & Axel

PS: Der Ansturm an Zusendungen war sehr groß. Wir bitten um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Buches leider nicht jede Frage abdrucken können.

II. Die besten Fragen, die weisesten Ratschläge

Schatzi, wo bist duuuuuuuuuuu?

1. Herzen verbinden sich nicht so schnell wie Maulwurfstunnel (Sprichwort aus Kenia)

So finden Sie den richtigen Partner

Umfragen zufolge suchen in Deutschland zurzeit rund 26 Millionen Menschen einen Partner. 26 Millionen! Sie alle wollen sich verlieben, sprich: flirten, knutschen, fummeln und mitunter gar Familien gründen. Allein: Sie finden nicht zueinander.

Doch das, was auf den ersten Blick schockierend aussieht, was nach Aussterben unserer Spezies riecht, was wie Nährboden für die Kai Pflaumes dieser Welt anmutet, ist gar nicht schlimm. Im Gegenteil, es sprüht vor Lebenslust, steht es doch sinnbildlich für das menschliche Streben nach Perfektion und ein hohes Maß an Selbstbewusstsein: Jahaa, ich bin schön, und ich suche mir einen Partner, der ebenfalls schön ist! (Für die Nicht-Schönen unter uns funktioniert auch: Yes, ich bin schlau, und ich will einen Partner, der ebenfalls schlau ist. Wer nicht schön oder schlau ist, kann alternativ auch Wörter wie „reich“, „cool“, „künstlerisch begabt“ und andere Attribute einsetzen.) Denn eines ist klar: Wir wollen nicht einfach poppen wie die Hasen (na ja, die Meinungen gehen hierzu auseinander, sagen wir: zumindest nicht nur; siehe auch Kapitel 2 „Na, wie war ich?“) oder wie die Blümchen wahllos von jedem Bienchen bestäubt werden, das gerade vorbeigesummt kommt. Wir wollen den perfekten Partner für uns finden. Mr Perfect oder Mrs Right. Und da sind wir eben wählerisch. Gerade Männer wissen um den Wert des dänischen Sprichwortes: „Für ein gutes Abendessen und eine sanftmütige Frau lohnt es sich, zu warten.“ Brad Pitt hat auch lange suchen müssen, bis er seine Angelina gefunden hat! Man darf natürlich nicht zu lange warten oder zu wählerisch sein, sonst steht man am Ende alleine da und muss sich mit einem Beruf wie Papst oder Ähnlichem eine gute Entschuldigung für das ewige Junggesellendasein suchen.

Allgemein gilt das kenianische Sprichwort „Herzen verbinden sich nicht so schnell wie Maulwurfstunnel“, und daher ist Ruhe bewahren zunächst einmal ein guter Ratschlag für alle Liebeshungrigen. Man darf ruhig den einen oder anderen Party-/ Disco-Abend ins Land ziehen lassen, ohne den richtigen Partner zu finden. Denn nichts steht einer neuen Beziehung mehr im Wege als der zu starke Wunsch nach einer neuen Beziehung!

Lockerheit ist also angesagt. Die Jamaikaner haben diese Einstellung fest in ihrem Lebensstil verankert und folgen dem Motto „Du sollst abhängen wie eine Banane!“. Das bringt zwar nichts in Sachen Bruttosozialprodukt, aber eines ist sicher: In Jamaika gibt es keine 26 Millionen Leute, die auf der Suche nach einem Partner sind (was vielleicht auch daran liegt, dass Jamaika gerade mal knapp 3 Millionen Einwohner hat).

Machen wir uns also locker und lassen wir die Dinge in Ruhe auf uns zukommen. Das gilt für Männer wie für Frauen, die sich am besten das folgende indonesische Sprichwort ausschneiden und in ihre Handtasche legen: „Eine Frau, die einen Ehemann sucht, ist wie Gras, das auf ein Pferd wartet.“ Männer spüren so etwas und flüchten schneller, als sie ihr Glas Aperol Spritz runterstürzen kann. Als Frau von heute ist daher Coolness und Kalte-Schulter-Zeigen häufig ein probates Mittel, um möglichst schnell auf Warmherzigkeit und nackte Schulter umsatteln zu können.

Übrigens: Kein anderes Lebewesen auf dieser Welt macht es sich bei der Partnerwahl so schwer wie wir Menschen. Noch nicht einmal des Menschen bester Freund, der Hund. Im Gegenteil: Hunde sind mitunter dermaßen locker unterwegs (man hat schon Dackel beim Begatten von Doggen beobachtet), dass sie auch gern mal Artgrenzen außer Acht lassen und je nach Tageslaune schon mal ein menschliches Bein oder einen Stubenhocker beglücken. So etwas soll es mitunter ja auch bei Menschen geben, doch zumeist ist der Homo sapiens schon ein wenig wählerischer. Was die Sache nicht immer einfacher macht.

Die Frage der Fragen ist: Wo finde ich den richtigen Partner für mich? Klassisch im Café oder beim Spaziergang im Park? Eher modern bei Facebook oder auf einem der vielen Partnervermittlungsportale? Die einen „liken“, bis sie Hornhaut am Zeigefinger bekommen, die anderen durchflöhen die Partnerportale, bis ihnen die Augen glühen. Dabei wussten schon die alten Chinesen: „Die schönsten Blumen blühen im Verborgenen.“ Es lohnt also, sich einmal abseits des großen Laufsteges umzuschauen. Vielleicht muss man gar nicht das WorldWideWeb bemühen, um womöglich am anderen Ende der Welt einen passenden Partner zu finden. Vielleicht sollte man einfach mal die Buchhaltungsabteilung des eigenen Arbeitgebers aufsuchen, denn da riecht es nicht nur nach Mettbrötchen, da arbeiten sogar Menschen (von denen einige nicht nur mett, sondern auch nett sein könnten)!

Manchmal liegt das Glück so nah. In öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich gut beobachten, wie die modernen Medien das Paarungsverhalten verändern. Da sitzen die Leute Seit an Seit, und anstatt sich einmal umzuschauen oder ein mutiges Lächeln zu riskieren, spielen alle mit ihren Telefonen und mailen, posten, twittern auf der Suche nach menschlicher Nähe. Gerade Männer sollten ihr Handy einfach mal stecken lassen und sich das folgende nigerianische Sprichwort vor Augen führen: „Egal ob mit oder ohne Nasenring: Frauen sind immer schön anzusehen.“

Nach diesen einleitenden Worten, die schon den einen oder anderen allgemeinen wichtigen Hinweis zur Partnersuche geben konnten, wollen wir uns nun den eingereichten Fragen und Geschichten widmen. Insgesamt haben wir knapp 4.000 Fragen und Anekdoten allein zum Finden des richtigen Partners erhalten, von denen wir in diesem Kapitel die wichtigsten zusammengestellt und beantwortet haben.

imageThomas B. aus Hameln: „Wieso stehen Frauen auf Idioten?“

Liebe Käthe,

ich schätze die aufgeklärte, emanzipierte und selbstbewusste Frau. Ich finde es richtig, dass Frauen wählen dürfen, dass sie studieren dürfen und dass sie gleichgeschlechtlich heiraten dürfen. Dass Frauen mittlerweile auch zur Bundeswehr gehen dürfen, finde ich zwar etwas befremdlich, aber wenn es ihnen da gefällt, soll es mir recht sein. Sie sehen: Ich bin ein liberaler, weltoffener und friedliebender Mensch. Was ich aber nicht verstehe, ist, wenn Frauen sich einerseits auf die oben genannten Errungenschaften berufen und sich gleichzeitig wie im Mittelalter benehmen. Und zwar dann, wenn sie irgendwelche Angeber, ich bezeichne diese gern als Dickstrahlpisser, anhimmeln. Machotypen, Sprücheklopfer und Profilneurotiker, die allein durch dämliches Dominanzgehabe auffallen. Wieso finden intelligente Frauen so etwas gut? Wie kann es sein, dass Akademikerinnen anfangen zu kichern, wenn ein Lackaffe die Bühne betritt und mit lautem Gegrunze seine Vormachtstellung präsentiert? Ist etwa doch alles genetisch festgelegt und die Frau trotz Emanzipation und Bildung nichts anderes als das dumme Weibchen, welches auf urzeitliche Schlüsselreize programmiert ist? Bitte sagen Sie mir, dass ich mich irre,

herzlichst

Ihr Thomas

image Käthe weiß weiter …

„Was der Pfau zu wenig an Gehirn hat, hat er zu viel an Schwanz.“ (Sprichwort aus Deutschland)

Lieber Thomas,

herzlichen Dank für Ihre Post! Und ebenso herzlichen Dank natürlich für alles, was sie uns Frauen gerne zugestehen. Inzwischen ist der oberste Befehlshaber unserer Bundeswehr ja sogar eine Frau, vielleicht mag Sie das mit diesem einen Punkt, an dem Sie mit den Wünschen der holden Weiblichkeit noch nicht so ganz d’accord sind, auch noch versöhnen.

Doch halt, es gibt ja noch etwas, das Ihnen missfällt: dass wir doofen Weiber so dämlich sind, immer auf strunzdumme Poser reinzufallen! Das ist ja überhaupt erst der Grund für Ihr freundliches Schreiben!

Allein, Ihr Anliegen ist sehr allgemein gehalten. Gibt es denn da eine spezielle Person, die Ihren Zorn erregt? Sind Sie gar bei einer Angebeteten mal ins Hintertreffen geraten ob eines solchen Gockels? Woran genau machen Sie Ihre Beobachtungen fest? Das ist es, was mich zum einen interessiert. Zum anderen muss ich Ihnen vielleicht an dieser Stelle ein Geheimnis verraten: Wir Frauen flirten gern. Und wir mögen es, wenn der Pfau für uns sein Rad schlägt. Gern sehen wir uns das Balzgehabe an, wir lieben es, wenn um uns gekämpft wird. Machos machen uns Spaß, und wenn sie dann noch gut aussehen, schmücken wir uns so gern mit ihnen wie diese sich mit uns. Wir mögen den Neandertaler, der vor uns mit der Mammutjagd prahlt. Wir genießen dieses Schauspiel und machen gerne mit, es ist die beste Unterhaltung. Aber auch nicht mehr als das. Denn, und jetzt kommt das Geheimnis: Wenn es um Liebe geht, um ernste Gefühle, dann nehmen wir viel lieber den, der beim Schulsport schon immer als Letzter gewählt wurde. Der Vater unserer Kinder muss keine Hymne rülpsen können, sondern Gutenachtlieder singen. Der Mann, mit dem wir alt werden wollen, darf den Körper eines Physikers haben und das Selbstbewusstsein eines Straßenkehrers, Hauptsache, er hat unser Herz erreicht. Und das tun die Stillen, nicht die Lauten.

Gute Nacht, lieber Thomas

@ Almut E. aus Berlin: „Wann gesteht er mir endlich seine Liebe?“

Zuerst möchte ich euch mal sagen, dass ich das super finde, was ihr da macht. Echt. Ich finde die Aktion total hilfreich. Mein Name ist Almut, ich studiere Neuere Deutsche Literatur im vierten Semester. Dafür brauche ich natürlich einen Computer. Finde ich nicht toll, wegen dem Elektrosmog und so. Brauch ich aber. Also hab ich mir einen gebraucht gekauft, bei einem dieser kleinen Computer-, Fernseher- und Rasierapparateläden, die großen Elektronikfachmärkte will ich nicht unterstützen. Neulich war mein Computer mal wieder abgestürzt, und eine Kommilitonin hat mir die Nummer von einem ihrer Freunde gegeben, der ihn sich mal ansehen wollte, was ich total klasse fand.

Rudi, so heißt der Freund, und ich, wir haben uns auf Anhieb richtig gut verstanden. Er blieb sogar noch auf einen Tee. Ein paar Tage später hatte ich wieder Computerprobleme, und er kam noch mal vorbei. Obwohl ich ja ihn um Hilfe gebeten hatte, brachte er mir ein Pflänzchen Biobasilikum für meinen Balkon mit. Da hab ich schon was gemerkt, so sympathiemäßig.

Seitdem haben wir ein paarmal etwas zusammen unternommen, und ich würde ihn langsam gerne mal küssen, aber ich hab das Gefühl, er ist noch nicht so weit oder will nicht. Ich finde ihn super! Er ist genau mein Typ. Er legt mir manchmal die Hand auf den Rücken und so, aber wir kennen uns jetzt schon drei Wochen, und da ist immer noch nichts weiter passiert. Wie lange soll ich denn noch warten, bis er den ersten Schritt macht? Ich möchte nichts kaputt machen und nichts überstürzen …

image Axel weiß weiter …

„Herzen verbinden sich nicht so schnell wie Maulwurfstunnel.“ (Sprichwort aus Kenia)

Liebe Almut,

was du da beschreibst, skizziert eine typische Situation, wie es sie heute millionenfach gibt und an der zunächst einmal nichts auszusetzen ist. Die moderne Frau darf sich auch in postemanzipierten Zeiten, in denen Gender Mainstreaming und die Verteidigung des Vater- und Mutterlandes mit sprachlichen Feinsinnigkeiten wie „Frau Hauptmann“ mittlerweile zur Tagesordnung gehören, noch wünschen, dass der Mann den ersten Schritt macht. Das war bei uns Menschen mit Ausnahme der letzten – sagen wir dreißig – Jahre so Usus und ist in der Tierwelt noch heute State of the Art. Frau Fröschin wartet auf Herrn Frosch, Frau Ente hofft, dass ihr Erpel endlich in Stimmung kommt, und auch bei den Säugetieren ergreifen stets die Männer die Initiative, wenn es um das Eingehen einer Partnerschaft geht. Wir Menschen sind in der Angelegenheit mittlerweile flexibler, was uns allen und in diesem Fall auch dir vielfältige Möglichkeiten einräumt.

Liebe Almut, wenn deine Ungeduld zu groß wird, musst du nicht darauf warten, dass dein Angebeteter endlich mit dem Werben beginnt. Heutzutage darfst du gern selbst aktiv werden und einen Schritt auf deinen Balzpartner zugehen, ohne dass du fürchten musst, dabei gleich deinen guten Ruf aufs Spiel zu setzen. Andererseits kann es auch sehr schön sein, die Sache in aller Ruhe anzugehen und das Einander-Näherkommen zu genießen. Wenn ich deine Situation richtig einschätze, seid ihr beide auf einem guten Wege zueinander, und dass er dir eine „Blume“ mitgebracht hat, ist schon eine deutliche Geste. Das kenianische Sprichwort „Herzen verbinden sich nicht so schnell wie Maulwurfstunnel“ ist eine schöne Metapher; lass Rudi ruhig noch ein bisschen vor sich hin buddeln, bevor er mit dem Anbaggern so richtig beginnt.

@ Frank O. aus Bremervörde: „Wie wollen Frauen angesprochen werden?“

Ich habe einen Freund, der hat das, was man gemeinhin „einen Schlag bei den Frauen“ nennt. Egal, was er anstellt, die Damenherzen fliegen ihm nur so zu. Wenn ich mit ihm unterwegs bin, egal ob beim Mittagstisch, an der Bushaltestelle oder im Gartenfachmarkt: Fast immer haben wir nach wenigen Augenblicken die tollsten Gespräche mit irgendwelchen uns bis dahin völlig unbekannten Frauen. Unlängst saßen wir abends im Biergarten, da entdeckte ich eine Frau nach meinem Geschmack, die ein paar Tische weiter mit einer anderen Frau bei einem Glas Weißwein ins Gespräch vertieft saß.

Mein Freund bemerkte, dass ich unserem Gespräch nur noch bedingt folgen konnte und meinen Blick immer wieder zu dem Tisch der beiden Damen hinüberschweifen ließ. Plötzlich sagte er: „Geh doch mal rüber und frag, ob die beiden Hühner nicht Bock haben, sich zu uns zu setzen.“ Das war natürlich ein völlig abwegiger Gedanke, gibt es doch auf dieser Welt kaum etwas Schwierigeres, als unbekannte Frauen mit eindeutiger Absicht anzusprechen. Und selbstverständlich passierte an jenem Abend auch nichts dergleichen. Dennoch ließ mich die Situation nicht los, und so ging ich tags darauf ins Internet auf der Suche nach einer Antwort, wie man Frauen richtig anspricht. Schnell wurde ich fündig und fand in einem Forum wertvolle Hinweise, mit denen sich das andere Geschlecht angeblich gewinnen ließe. Von „Baby, haste mal Feuer?“ über „Ich hab mein Handy verloren, kann ich mal deine Telefonnummer haben?“ bis hin zu „Deine Brüste sind wunderschön, sind die echt?“ ließ sich da allerhand Feingeistiges finden. Allein: Ich kann nicht glauben, dass so etwas bei Frauen ankommt. Bitte rettet meinen Glauben an die Intelligenz der Weiblichkeit und sagt mir, dass Frauen mit plumpen Anmachsprüchen nicht zu beeindrucken sind. Vielen Dank, Frank.

image Käthe weiß weiter …

„Mit süßen Worten kann man Bergziegen melken.“ (Sprichwort aus Georgien)

Lieber Frank,

gewiss hat Mann am Ballermann oder an ähnlichen minderkultivierten Begegnungsstätten nach dem Genuss von ein paar vergorenen Getränken schon mal Erfolg bei Frauen mit demselben Alkoholisierungsgrad, wenn er sie direkt und – im wahrsten Wortsinne – frei von der Leber weg auf ihre Beischlafbereitschaft anspricht („Zu mir oder gleich hier?“ o. Ä.).

Frauen mit klarem Verstand jedoch schätzen, ebenso wie die georgische Bergziege, ein nettes Kompliment, ein witziges Bonmot, das sich nicht in erster Linie auf ihre primären oder sekundären Geschlechtsmerkmale und den damit verbundenen Liebesakt bezieht. Ein wortgewandter Schöngeist vermag bei einer Frau mehr zu bewirken als der grobschlächtige Neandertaler; selbst harte Brocken und Damenherzen aus Granit vermag er zu erweichen, wenn er ihr schöne Komplimente macht. Nicht zuletzt deshalb lautet ein Sprichwort aus Russland: „Mit süßen Worten kann man Steine spalten.“

Ich erinnere mich etwa an ein Gespräch auf einer Party. Ein Herr von gedrungener Statur wollte sich, kaum dass er sich einer unbekannten Schönen vorgestellt hatte, auch schon wieder von ihr verabschieden. Und zwar mit den Worten: „Wozu soll ich jetzt noch bleiben? Es heißt doch immer, man soll gehen, wenn es am schönsten ist!“ Nur so viel zum weiteren Verlauf des Abends: Er ist nicht alleine gegangen.

@ Frido aus Triberg: „Kann das mit meiner Cousine klappen?“

Scheiße, Käthe,

ich hab mich in meine ältere Cousine verknallt. Hab das Thema hoch und runter gegoogelt, ist rechtlich wohl erlaubt (wir sind beide volljährig), wenn wir ein Paar werden. Sie ist auch heiß auf mich, das spüre ich ganz deutlich. Das Blöde ist, das ist eigentlich alles viel zu kompliziert. Was es aber auch wiederum so geil macht, finde ich. Kennst du Leute, bei denen so eine Beziehung schon mal geklappt hat? Ich meine jetzt keinen One-Night-Stand, ich meine jetzt länger …

Any comment?

Grüezi

Frido

image Käthe weiß weiter …

„Wo Liebe ist, ist keine Dunkelheit.“ (Sprichwort aus Burundi)

Hallo Frido!

Selbst auf die Gefahr hin, dich abzukühlen: Was ist denn genau kompliziert? In Deutschland ist es rechtlich vollkommen in Ordnung, mit dem Cousin oder der Cousine rumzumachen, also könnt ihr doch eurer Liebe freien Lauf lassen! Selbst die katholische Kirche würde erlauben, dass ihr heiratet. Und das will ja wohl was heißen … Da ist nur Liebe. Keine Dunkelheit. Hach. Wie romantisch. Wenn es immer so einfach wäre.

Gebt Eurer Liebe eine Chance! Viel Spaß!

imageGeorg M. aus Friedewalt: „Wo soll ich inserieren?“

Liebe Käthe,

mein Name ist Georg, ich bin Baujahr 58 und habe für mich entschieden, dass ich mich noch mal verlieben möchte. Und zwar so richtig. Nun ist es so, dass ich ein bisschen raus bin aus diesem „Geschäft“ und seit meiner Ehe, die vor acht Jahren beendet wurde, nicht mehr mit einer Frau zusammen war. Ich gehe die Sache aber selbstbewusst und pragmatisch an und bin auch guter Dinge, eine attraktive Frau zu finden. Es ist mir nicht entgangen, dass man seine Partner (weiblich und auch männlich) heutzutage wohl im Internet auf sogenannten Partnerportalen sucht und scheinbar auch findet. Nun entspricht dieses digitale Zurschaustellen nicht so recht meinem Verständnis einer amourösen Anbahnung, vielleicht bin ich da auch einfach ein Vertreter der alten Schule. Ich hatte eigentlich vorgehabt, eine Annonce in einer seriösen Wochenzeitung aufzugeben, bin nun aber verunsichert, wer diese liest. Ich befürchte, dass hauptsächlich alte Damen Zeitung in Papierform lesen und sich die jüngeren Vertreter des weiblichen Geschlechts doch eher im Internet tummeln. Können Sie mir hierzu eine Einschätzung geben?

Herzliche Grüße

Georg

image Käthe weiß weiter …

„Es ist besser, vom Baum zu fallen und sich etwas zu brechen, als sich zu verlieben und sich das Herz brechen zu lassen.“ (Sprichwort aus Nigeria)

Lieber Georg,

Sie haben sich also „entschieden“, sich noch mal zu verlieben. Haben Sie sich das auch gut überlegt? Es birgt doch gewisse Risiken, wie der Nigerianer weiß. Vielleicht doch lieber erst mal auf einen Baum …? Nein? Gut. Dann also ab dafür.

Sie haben ja anscheinend ganz genaue Vorstellungen von Ihrer Zukünftigen. So suchen Sie eine jüngere Partnerin, wie ich Ihrem Schreiben entnehme, attraktiv soll sie sein. Hm. Nun gibt es leider dafür nicht den einen, ultimativen Tipp. Es gibt keinen Bestellkatalog, in dem man sich eine Frau auswählen kann, und die kommt dann wie gewünscht ins Haus. Und selbst wenn diese Onlineportale den Eindruck vermitteln, es liefe genau so, stimmen da doch oft Beschreibung und Realität nicht überein. Eine Zeitungsannonce hat ja leider noch zusätzlich den Nachteil, dass nicht einmal ein falsches Bild dabei ist, sondern gar keins. Also wieso gehen Sie nicht einfach aus? Machen auf Ihre – Verzeihung – alten Tage noch einen Tanzkurs? Oder treten einem Chor bei? Von beiden Freizeitvergnügungen weiß ich, dass es dort einen riesigen Frauenüberschuss gibt! Oder Sie wenden sich vertrauensvoll an eine seriöse Partnervermittlung, bei der Sie aber nicht nur Gefahr laufen, vom Baum zu fallen, sondern dabei sogar noch richtig viel Geld loszuwerden. Probieren Sie’s einfach aus, ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg dabei!

@ Jule N. aus Bamberg: „Soll meine Freundin ihrem Date sagen, dass sie mit über vierzig noch keine Beziehung hatte?“

Hallo Axel,

ich schreibe dir für eine gute Freundin von mir. Sie ist ziemlich verzweifelt, denn sie ist schon über vierzig und hatte bisher noch keine Beziehung. Auch keinen Sex, abgesehen von einmal etwas knutschen mit einem Klassenkameraden im Schullandheim, aber das ist schon lange her. Nun hat sie auf einer Hochzeit den Bruder des Bräutigams kennengelernt und hat ein Date mit ihm.

Sie ist sehr aufgeregt, weil sie sich sehr gut unterhalten haben und sie ihn sehr interessant findet. Aber sie weiß nicht, was sie ihm sagen soll, wenn sie sich treffen. Am liebsten würde sie sich gar nicht mit ihm treffen, weil sie ihm nicht gestehen will, dass sie noch nie eine Beziehung hatte. Mit über vierzig! Andererseits scheint er ein total verständnisvoller Mann zu sein. Was soll sie tun? Was, wenn er sie küssen will? Sie hat große Angst und will nichts falsch machen. Soll sie ihm besser etwas vorlügen? Sie wartet sehnsüchtig auf deinen Rat. Danke.

image Axel weiß weiter …

„Die wertvollsten Perlen findet man in alten Muscheln.“ (Sprichwort aus Vietnam)

Liebe Jule,

vielen Dank für deine Mail. Ich finde es lieb von dir, dass du deiner Freundin helfen möchtest, und glaube, dass wir ihr gemeinsam Mut machen können. Ich habe lange nachgedacht, wie man das Thema am besten angeht, du möchtest sie ja nicht verunsichern, sondern stärken.

Was hältst du davon, sie zu einer Pyjamaparty mit Schokoeis und Zeitlupenkissenschlacht einzuladen, und dann schaut ihr euch erst mal den Director’s Cut von Dirty Dancing an. Denn wie sagt Patrick Swayze alias Johnny kurz vor dem großen Finale, als Baby zwischen ihren Eltern am Tisch im großen Ballsaal sitzt: „Mein Baby gehört zu mir!“ Wobei hier besser passt, was er im Original sagt: „Nobody puts Baby in a corner.“ Deine Freundin ist wie Baby, sie hat sich verliebt und nun kommt vielleicht ihr Johnny, um sie aus ihrer Ecke herauszuholen. Am besten überlässt sie ihm einfach die Führung, dann wird schon alles klappen. Sie soll sich nicht so viele Sorgen machen. Baby konnte am Anfang auch nicht tanzen und hat dann alles von Johnny gelernt. Und nicht nur das: Sie hat ihren ganzen Mut zusammengenommen und ist mit dem in vielerlei Hinsicht erfahreneren Tanzlehrer eine der wunderbarsten Beziehungen eingegangen, die ich je miterleben durfte.

(Anmerkung von Käthe: Was Axel sagen will: Deine Freundin soll ihrem Johnny ihre Muschel zeigen [siehe obiges Sprichwort], auf dass er dann die Perle findet und sie beide glücklich durchs Leben tanzen!)

@ Marina L. aus Rothenburg an der Wümme: „Wieso sprechen mich immer nur Ätz-Typen an?“

Hi ihr,

was ich echt nicht verstehe: Immer wenn ich ausgehe, sprechen mich nur unmögliche Typen an. Und ich geh echt nicht in die schlimmsten Schuppen, von denen man weiß, dass da nur Idioten rumlaufen. Aber zum Beispiel letzten Samstag, da war ich mal wieder im „Strandhaus“ mit meiner besten Freundin Uschi. Da war es früher immer super, aber in letzter Zeit falle ich echt vom Glauben ab! Aber ich fang einfach mal vorne an:

Wir sahen super aus, Uschi und ich. Ich hatte mir gerade Extensions in die Haare machen lassen, wir kamen direkt von der Sonnenbank, also, alles schick.

Schnell hatten wir zwei coole Typen entdeckt: Ein blonder mit süßem Lächeln und einer, der sah ein bisschen aus wie George Clooney, der gefiel Uschi, mir hatte er zu dolle Glupschaugen. Wir haben gerade überlegt, wie wir die zwei ansprechen können, da kommt so ein Typ mit Vokuhila-Frisur und Schnauzbart und fragt Uschi, „ob sie öfter hier ist“. Ich krieg schon die Krise, wie ich das mitbekomme, da kommt direkt einer hinterher, bestimmt zwanzig Jahre älter als ich, mit einem Mordsbierbauch, dafür ohne Haare, und will mir einen „Orgasmus“ ausgeben. Also, den Cocktail. Hallo? Geht’s noch? Wieso labern uns immer nur Vollhonks an? Was machen wir falsch?

image Axel weiß weiter …

„Je süßer der Duft, desto hässlicher die Fliegen, die um die Flasche kreisen.“

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