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Hier Ist Dort Ganz Anders

INHALT

Geh, wohin dein Herz dich trägt

Miss Mary Mack

Keine Zeit für Kaffeeklatsch

Blätterschauen in Neuengland

Im starken Trab voran

Mehr als Vintage-Charme

Sternstunden mit dem Nikolaus

Tausend kleine Unterschiede

Boston Strong

Alles für den guten Zweck

Faszination der Vielfalt

Was auf der Strecke bleibt

College tour im Zeitraffer

Ein Schuldiger ist schnell gefunden

Freunde fürs Leben oder für einen Tag

Und über allem das Gesetz

Transit zwischen Heimat und Home

America first

Von Abschied und Neubeginn

Keine reine Formsache

Democracy first

Von Stein, Holz und Ankommen

Nachbemerkung

Dank

GEH, WOHIN DEIN HERZ DICH TRÄGT

Ich folgte meinem Mann in die Staaten,
und nichts ließ mich damals erahnen, wie sehr
diese Reise mein Leben verändern würde

Mit dem Roman von Susanna Tamaro, den mir meine Eltern noch zum Abschied geschenkt hatten, flog ich kurz nach unserer Hochzeit an der Seite meines Mannes in die Staaten. Er hatte in Boston ein Jobangebot angenommen, und nichts ließ mich damals erahnen, wie sehr diese Reise mein Leben verändern würde. Ein Jahr nach dem anderen gesellte sich zu den ursprünglich geplanten drei, und aus dem Abenteuer Amerika wurde im Lauf der Zeit ein Leben mit zwei Kindern und Hund in einem kleinen amerikanischen Vorort.

Unser Leben ist nicht auf Einfachheit ausgelegt. Wir suchen die Bindung zu der Familie in Deutschland für uns und unsere Kinder, sind gefangen in dem transkontinentalen Spagat zwischen dem Hier und Dort, sind der Jetset mit den Koffern, dem Jetlag und den Mietautos. Jeder freut sich, wenn wir uns in die alte Heimat aufmachen, und natürlich genießen wir die wertvollen Stunden der Begegnung mit Familie und Freunden. Doch jedem unserer Besuche folgt ein Abschied auf längere Zeit, und das Wissen darum begleitet eine gewisse Wehmut.

Zu diesem Hin und Her kommen die täglichen Herausforderungen, die der Alltag einer Familie so mit sich bringt. Haushalt, Schule, Hausaufgaben, Fußballtraining, Klavierunterricht, Erkältungsviren und Arztbesuche zu Stoßzeiten. Ich verbringe Stunden mit der Logistik der verschiedenen Stunden- und Reisepläne. Mein Auto ist ein steter Wegbegleiter in diesem Land unbegrenzter Weiten und begrenzter öffentlicher Verkehrsmittel, und zwischen Snacks, Getränken, Pflastern und Desinfizierzeug für Notfälle, extra Klamotten und Notizblöcken ist es fast ein zweiter kleiner Haushalt. Würde mein menschliches Dasein in zurückgelegten Entfernungen bewertet, würde ich aufgrund all der Kilometer und Flugmeilen bestimmt hervorragend abschneiden.

Doch die größte Veränderung seit unserem Umzug in die Staaten ist das fortwährende und immer präsente Spannungsfeld eines Lebens zwischen und mit zwei Kulturen, Bindungen und so manchen Brüchen. Es birgt ein tägliches Sicheinlassen auf die andere Kultur und erfordert gleichzeitig ein Abgrenzen ihr gegenüber. Es ist ein stetes Bemühen, heimisch zu werden, in der Fremde Wurzeln zu schlagen, ohne die eigene kulturelle Prägung zu verlieren oder Wurzeln zu kappen. So zeigt sich ein oftmals überwältigender Prozess, der stark von Gefühlen geleitet ist und mit der Erziehung meiner »amerikanischen« Kinder eine weitere Dimension erfuhr, auf die ich nicht vorbereitet war. Ich bin sicher, dass es manchen meiner deutschen Freundinnen hier schneller und besser gelang, diesen Teil ihrer Biografie in Einklang mit sich selbst zu bringen. Doch mit dem Versuch, die Vielschichtigkeit dieses Selbstfindungsprozesses zu entflechten sowie die zahlreichen Facetten dieses auf den zweiten Blick so unterschiedlichen Kulturkreises zu beschreiben, arbeite ich an meiner eigenen Biografie und öffne mein Herz diesem neuen Zuhause.

MISS MARY MACK

Zahlreiche Kommunikationshürden und Empfindungen begleiten
den Alltag in einem anderen sprachlichen Umfeld

Natürlich habe ich in der Schule Englisch gelernt, und ich war beim Umzug in die Staaten fest davon überzeugt, dass unser Leben in einem englischsprachigen Umfeld keine große Herausforderung darstellen würde.

Die unbedarfte Fehleinschätzung meines Sprachniveaus verfolgte mich durch die Jahre wie an jenem Tag, an dem meine Tochter beschloss, mir auf dem Heimweg vom Kindergarten das Lied von Mary Mack beizubringen. Mary trägt ein schwarzes Kleid mit silbernen Knöpfen am Rücken, fragt ihre Mutter nach Geld, um den Elefanten dabei zuzusehen, wie sie über einen Zaun springen, am Ende den Himmel berühren und erst am 4. Juli zurückkehren. Die Folge der Geschehnisse ist mir bis heute nicht ganz einsichtig, und so empfand ich meine Fragen als durchaus berechtigt: »Wohin springen die Elefanten? Warum kommen sie erst am 4. Juli zurück? Hab ich das richtig verstanden?«

Nach drei Strophen und mehreren Unterbrechungen riss der kleinen Dame in ihrem Kindersitz auf der Rückbank der Geduldsfaden. Dramatisch rollte sie mit den Augen und beendete die Unterrichtsstunde mit einem genervten: »Mom, we really have to work on your English.«

Einige Tage später war ich bei einer Nachbarin auf ein Glas Wein eingeladen, und während wir so gemütlich in ihrer Küche saßen, fingen wir an, Rezepte auszutauschen. Ich versuchte, die leicht irritierten Blicke zu deuten, die meine Ausführungen über Weißkohl begleiteten, änderte leicht verunsichert die Betonung meiner Zutat und fügte angesichts meines immer ungläubigeren Gegenübers weitere Erklärungen hinzu wie: »Kennst du das nicht? Kohl? Weiß, grün …?«

Befremdet schauten wir uns an, bis der Groschen fiel. Ich hatte »cabbage« mit dem Wort »garbage« für Müll verwechselt, und eine derartige Resteverwertung erschien meiner Nachbarin verständlicherweise nicht besonders appetitanregend.

Eine ähnliche Verwechslung von Wörtern passierte mir im Kreis unserer amerikanischen Freunde bei einer Cocktailparty. Mein Mann und ich waren gerade von einer Hochzeit aus Seattle zurückgekehrt und unterhielten die Runde mit Details unserer erinnerungswürdigen Odyssee. Natürlich hatte ich im Vorfeld meinen Mann gefragt, was ich bei dieser Gelegenheit anziehen sollte. Es war meine erste amerikanische Hochzeit. Ich kannte niemanden und wollte zumindest passend angezogen sein. Mit einem kleinen Chanel-Kostüm und hochhackigen Pumps im Gepäck kamen mir schon bei der Überfahrt mit der Fähre nach San Juan erste Zweifel. Auf der Insel angekommen, erwartete mich die nächste Überraschung. Kein Taxi weit und breit. »Ist doch eine Insel. Man fährt hier einfach per Anhalter«, wurde uns erklärt.

Nach einigen erfolglosen Versuchen meines lieben Mannes stellte ich mich an den Straßenrand, und da ich im Eifer des Erzählens »hitchhiking« mit »hijacking« verwechselt hatte, fuhren wir also nicht per Anhalter mit dem freundlichen alten Mann und seinem riesigen Hund auf dem Rücksitz in dem vor Schmutz starrenden Auto zu den rustikalen Blockhütten am Meer, sondern entführten den armen Kerl stattdessen. Diese Verwechslung blieb nicht mein letztes lexikalisches Missgeschick, sorgte aber in diesem Fall wenigstens für tosendes Gelächter.

In anderen Situationen war das nicht immer der Fall. Oft beschlich mich beim Klang des Gelächters ein Gefühl des Unbehagens und ließ mich mit dem Zweifel zurück, ob man nun mit mir, über mich oder einfach aus Höflichkeit lachte. Wenn Humor ein kulturell bedingtes Phänomen ist, kommt erschwerend hinzu, dass wir Deutschen nicht gerade für unseren Humor bekannt sind. Ich bewundere Menschen, denen es gelingt, genügend feinsinnige Witze in ihrem Repertoire zu haben, den passenden Witz im richtigen Moment zu platzieren und diesen dann auch noch wirkungsvoll zum Besten zu geben. Einige unserer amerikanischen Freunde haben die großartige Gabe, oftmals banale Begebenheiten ihres Alltags in ein unterhaltendes Licht zu rücken, sich selbst am meisten über ihre eigenen linkischen Missgeschicke zu amüsieren und den Unwägbarkeiten des Lebens auf diese Art eine gewisse philosophische Leichtigkeit zu verleihen.

Leider ist mir diese Gabe nicht eigen, und es stellte sich heraus, dass ich zu meinem Leidwesen auf Englisch noch weit weniger humorvoll bin als auf Deutsch. Wenn ich mich ab und an mal traue, mit einer gewissen Situationskomik aufzuwarten, scheint meine Art Witz oft schon in der Übersetzung verloren zu gehen. Auch verstehe ich nicht immer die Pointe, worauf ich mich dann meistens entscheide, nur höflich mitzulachen. Und manchmal stolpere ich einfach über die Tatsache, dass ich bestimmte Feinheiten in der englischen Aussprache nicht höre und schon gar nicht zu interpretieren vermag. So klingt das englische Wort für nass, »wet«, bei mir leider immer wie die Kurzform für Tierarzt, und diesem feinen Unterschied zufolge bat ich meine Tochter bei einem gemeinsamen Einkaufsbummel auch, mir bei Starbucks einen doppelten »Vet«-Cappuccino zu holen. Sie dachte sich nicht viel dabei, da hierzulande ja andauernd Getränke mit den merkwürdigsten Namen versehen werden, und bestellte.

»Fünfmal hat die Verkäuferin nachgefragt!«, schnaubte sie, als sie zurückkam. »Weißt du, wie peinlich das ist?«

Natürlich wusste ich das, da ich ja selbst meist gefragt werde, ob ich nicht vielleicht einen »wet« Cappuccino meine, und oft mit einem freundlichen Nicken zur Klärung hinzufüge: »einfach ein bisschen mehr Milch«.

KEINE ZEIT FÜR KAFFEEKLATSCH

Nichts ist gemütlich in einer immer in Bewegung scheinenden
Gesellschaft. Wie gelingt es, in einem anderen kulturellen Umfeld
den gleichen Grad an Wohlbefinden zu erreichen?

Das Wort Gemütlichkeit ist schwer zu übersetzen. Es gibt in der englischen Sprache keinen treffenden Ausdruck für diesen »subjektiv empfundenen Gemütszustand des Wohlbefindens«, und vielleicht lässt er sich gerade deshalb nur schwer in unser dem nordostamerikanischen Pendelschlag folgendes Leben integrieren.

Es ist das Bedürfnis nach einem Moment Geborgenheit, nach einem Moment der Ruhe in unserer schnelllebigen Zeit, nach der heimeligen Atmosphäre, die Wärme, Herzlichkeit und Wohlbehagen vermittelt. Ob bei einem Gläschen Wein oder eher zünftig im Biergarten, ob mit Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Latte Macchiato im Café – Gemütlichkeit ist aus unserer deutschen Kultur nicht wegzudenken. Es ist ein tragender Bestandteil geselligen Beisammenseins, unserer Ess- und Trinkkultur und für mich ein Stück Lebensqualität.

Für meine amerikanischen Freunde ist das Konzept eher befremdlich. Die Idee, gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammenzusitzen, verliert sich meist schon beim Gedanken an die Kalorien. Mit der hier zeitgemäßen To-go-Mentalität trinken viele Amerikaner den Kaffee lieber unterwegs, zwischen Workout und Supermarkt, beim Hundespaziergang und am liebsten im Auto. Das nicht zweckgebundene »am Tisch sitzen« ist in einer scheinbar immer in Bewegung befindlichen Gesellschaft auch ein Problem. Da werden Muße und Gemütlichkeit schnell zum Müßiggang, den nur wir Europäer uns leisten können, und der gedeckte Tisch weicht dem Stelldichein an der Kücheninsel mit Minimuffins und Obst.

Ein solches zwangloses Kommen und Gehen hat zur Folge, dass die enthusiastischen Zusagen zu »coffees« oft nicht das Erscheinen garantieren. Und als wäre es nicht genug, dass unser Leben zunehmend »busy« ist: Es ist in, es selber auch zu sein und dies optisch zum Ausdruck zu bringen. In sportlichen »live a sweat life ready gear«-Outfits demonstriert man einen gesundheitsorientierten, dynamischen und erfolgreichen Lebensstil und ist mit seinem Fitnesstracker am Handgelenk nicht nur salonfähig, sondern immer auf dem Sprung. So richtig gemütlich wird es dabei kaum.

Ist uns Deutschen die Gemütlichkeit in die Wiege gelegt? Suchen wir diese Stunden des Wohlbehagens als Ausgleich in unserem bewegten Leben? Wäre es nicht einfacher, in Bewegung zu bleiben, als anzuhalten, die Seele baumeln zu lassen?

Tatsache scheint zu sein, dass das Gemütliche eine gewisse Gelassenheit mit sich bringt und uns Deutschen – wie sich mir an einem gemeinsamen Spa-Wochenende mit Freundinnen zeigte – mehr als den Amerikanern ein inneres Bedürfnis ist.

Zu diesem Verwöhnwochenende der amerikanischen Art auf der renommierten Canyon Ranch in den Berkshires waren wir zu fünft angereist. Wir beiden Europäerinnen richteten uns erst einmal ein und studierten für den Rest des Nachmittags die Fülle des Angebots mit Kursen drinnen und an der frischen Luft: wandern, radeln, Kanu fahren, meditieren, tanzen, kochen und natürlich essen. Von sechs Uhr morgens bis spät in die Nacht konnte man sich hier im Stundentakt fordern, Neues ausprobieren, medizinisch untersuchen und kosmetisch inspirieren lassen. Das Programm war überwältigend, und so entschieden wir uns, am Morgen erst einmal auszuschlafen, gemütlich zu frühstücken, nach dem Spaziergang an einer Spin-Klasse teilzunehmen und uns den Rest des Tages im Wellnessbereich von den Strapazen zu erholen. Unsere amerikanischen Freundinnen hingegen waren nicht zu bremsen. Nach dem Ranch-Motto »Take a break. Make it count.« rasten sie das ganze Wochenende von früh bis spät verschwitzt und begeistert von einem Kurs in den nächsten, freuten sich zwischen dem Bootcamp-Training und den Kickboxing-Klassen über ihren Muskelkater und balancierten das tagesfüllende Programm mit Yoga und Thai Chi aus.

Angesichts dieses wahrhaft bewundernswerten Tatendrangs und all der »such a great class«-Kommentare regte sich natürlich ab und zu mein schlechtes Gewissen. Als wir den Wein am Abend vor dem Kaminfeuer dann allerdings allein tranken, da der amerikanische Teil der Truppe geschafft im Bett lag, stellte ich mit Befriedigung fest, dass ich nach all den Jahren in den Staaten dem amerikanischen Twist des lateinischen »Carpe diem« noch nicht erlegen bin. Bestens erholt fuhren wir ein paar Tage später alle wieder heim, und es war nicht wirklich überraschend, dass wir aufgrund unserer Erzählungen den Eindruck erweckten, als hätte die eine Gruppe am Wochenende den Mount Everest bestiegen, während die andere vom Basecamp aus nur entspannt die Aussicht genoss.

Gemütlichkeit bringt Ruhe in unseren hektischen Alltag und begleitet das befreiende Gefühl, in Einklang mit sich und seinem sozialen Umfeld zu sein. Ob geschminkt oder ungeschminkt, unterhaltsam oder müde, albern oder nachdenklich … gemütlich wird es erst, wenn es erlaubt ist, sein wahres Selbst zu leben. Da verlieren sich Selbstdarstellung und Erwartungen in einer Woge urteilsfreier Akzeptanz und Ausgeglichenheit. Wir suchen und wertschätzen diese Aura des Wohlbefindens mal zu Hause auf dem Sofa mit einem Buch in der Hand, mal in der Gesellschaft von Familie und Freunden. Ist es möglich, in einem ungewohnten kulturellen Umfeld den gleichen Grad an innerer Zufriedenheit zu erreichen? Sind Details wie das Bestreben, sich in ein Gespräch einzubringen, ohne die Grenze politischer Korrektheit zu überschreiten, hinderlich? Führen sie nicht eher zu An- als zu Entspannung?

In all den Jahren habe ich beobachtet, dass ich mich in der Gesellschaft von Amerikanern je nach Vertrautheit immer leicht außerhalb meiner Komfortzone bewege. Bei Diskussionen mit den Damen meiner Büchergruppe beispielsweise bemühe ich mich oft so lange um die richtige Wortwahl, dass ich Mühe habe, meine Gedanken zu den Themen im Fluss der Unterhaltung rechtzeitig zu äußern. Und so gelingt es mir nur selten, den Grad an Gemütlichkeit zu erreichen, wie ich ihn beispielsweise im Kreis meiner deutschen Frühstücksrunde empfinde. Einmal im Monat treffen wir uns, die Einladungen gehen reihum und finden immer zu Hause statt. Woher wir uns alle im Einzelnen kennen, kann ich schon gar nicht mehr sagen. Jede von uns hat es aus ganz unterschiedlichen Gründen in diesen Teil der Erde verschlagen, und es ist eigentlich auch nicht wichtig, ob uns unsere Lebenswege auch in Deutschland zu Weggefährten gemacht hätten. Hier sind wir Seelenverwandte durch unsere deutschen Wurzeln, sind uns durch unsere langjährigen Tafelrunden verbunden und fühlen uns verstanden. Und einfach so verstärkt sich mit dem Klang des fröhlichen Gelächters und trauten Geplappers zwischen dem Aroma von frisch gemahlenem Kaffee und aufgebackenen Brötchen das Gefühl von Heimkehr.

BLÄTTERSCHAUEN IN NEUENGLAND

Die schönste Jahreszeit in Neuengland: von »leaf peeping«,
Pumkins und S’mores

Ich liebe den Herbst in Neuengland. Wohin man blickt, scheint die Welt in ein sanfteres Licht getaucht, es mildert den feinen frostigen Hauch des sich ankündigenden Winters in der klaren Luft.

Trinkt, o Augen, was die Wimper hält,
von dem goldnen Überfluss der Welt!

Das Zitat von Gottfried Keller passt in diese Jahreszeit und zu dem Wechsel der Farbpalette in der Natur. Besonders apart ist das kräftige Scarletrot des hier heimischen Ahornbaums zwischen den hell leuchtenden Gelb- und Orangeschattierungen der sonnendurchfluteten Wälder.

In den ersten Jahren habe ich mich oft darüber mokiert, wie wissenschaftlich das sogenannte Blätterschauen (»leaf peeping«) hier betrieben wird und wie viele Reise- und Wanderempfehlungen es von Woche zu Woche für den perfekten Standort bei diesem eindrucksvollen Farbspektakel gibt. Von den Berkshires im Westen von Massachusetts zu den White Mountains von New Hampshire und den Green Mountains in Vermont erstreckt sich der Indian Summer, und es ist schwer, sich der Magie von Farbe und Licht zu entziehen, wenn man sich die Zeit nimmt, durch die Wälder zu streifen. Das Laub zwischen Ahorn, B

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