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Hessisches Wappenbuch Familienwappen und Hausmarken

Hessisches Wappenbuch

Familienwappen & Hausmarken

Nach Unterlagen des 1969  Pfarrers Hermann Knodt

Zusammenstellung, Wappenzeichnungen und Gestaltung

Dieter Krieger, Heraldiker in Darmstadt und

Gornji Karin, Dalmatien

*

Mit Zeichnungen von:

 Heinz Ritt, Heraldiker in Bad Nauheim

Heraldisch-allegorisches Erinnerungsblatt, 50 Jahre Hessen

4 Landschaftswappen

Wappenschablonen

 Lothar Högel, Heraldiker u. Zeichenoberlehrer

Heraldische Figuren und Farbschraffuren

 Jürgen W. Diener, Karben

Hausmarken, Zeichnung der Tafeln 41–56, A-Z

Dieter Krieger, Heraldiker und Historiker in Darmstadt

und Gornji Karin, Dalmatien

Ergänzungen und Rekonstruktionen

Titelbild, Neuzeichnungen der Wappentafeln 1-40

Namensregister

Vorwort sowie die Artikel

Heraldik, Geschichte der Wapppen und ihrer Träger,

Der Hessische Löwe, Stadt Darmstadt und Die Grafen von Katzenelnbogen

Quellenverzeichnis

*

Dieter Krieger

Nachdruck, Digialisierung und Verwendung in irgendeiner Form (Druck, Mikrofilme,

eBook, Fotokopie usw.) und Verbreitung ohne schriftliche Genehmigung des

Verfassers verboten.

Erweiterte Neuauflage 15. Oktober 2020

Inhaltsverzeichnis:

Titelbild Stammwappen der Landgrafen von Hessen

Vorwort seiner königlichen Hoheit  Landgraf Moritz von Hessen

Heraldik

Geschichte der Wappen und ihrer Träger

Der Hessische Löwe

Stadt Darmstadt

Die Grafen von Katzenelnbogen

Vorwort Dieter Krieger

Vorwort des  Pfarrer Hermann Knodt

50 Jahre Land Hessen

Landschaftswappen des Großherzogtum Hessen

Landschaftswappen der Fürstabtei Fulda

Landschaftswappen der Grafschaft Katzenelnbogen

Landschaftswappen der Grafschaft Stolberg

Namenregister zu Tafel 1 bis 40, Familien-u. Schildwappen

Namenregister zu Tafel 41 bis 56, Hausmarken

Quellenangabe

Die Tafeln

Tafel 1 bis 35 Familienwappen

Tafel 36 bis 40 Schildwappen

Tafel 41 bis 56 Hausmarken A bis Z

Vorwort seiner königlichen Hoheit  Landgraf Moritz von Hessen

Vorwort für das "Hessische Wappenbuch"

"Historia", das wußten bereits die Alten, ist eine "Magistra Vitae", eine Lehrmeisterin des Lebens. Historia ist der Fundus, aus dem die Menschen schöpfen, wenn sie selbst Geschichte machen. Und wenn sie nach ihrer Identität suchen. Am Anfang der Identität eines Menschen steht der Name, der eine Geschichte erzählt, die Familiengeschichte.

Zu den Namen gehört eine Familientradition, gehören Familienwappen. Hinter jedem Wappen des ”Hessischen Wappenbuchs" stehen Namen, die Geschichten erzählen, die von Traditionen berichten, die das Vergangene vergegenwärtigen. Die Wappen erzählen von Familienereignissen, von Landschaften und Stätten der Erinnerung.

So ist dieses Buch der Familienwappen ein Buch über die Geschichte. Und die Geschichte, das erfährt jede Generation neu, ist der Stoff aus dem wir lernen können, wenn wir es denn wollen.

Moritz Landgraf von Hessen 

Heraldik

Das Wort Heraldik ist von "Herold" abzuleiten. Die Herolde des Mittelalters fungierten als Boten zwischen den Fürsten, gewissermaßen als Botschafter -immune, unverletzliche Parlamentäre-, und übernahmen dazu allmählich die Verantwortung für das Arrangieren staatlicher Zeremonien und Tuniere.

Gerade deswegen war es für sie unerläßlich, die Wappen der Teilnehmer zu kennen. Auf diese Weise wurden die Herolde in solchen Maßen Experten in der Wappenkunst, daß diese nach ihnen den Namen "Heraldik" erhielt. Oft versuchten die Herolde über alle in ihrem Amtsbereich geführten Wappen Register anzulegen und gleichzeitig die Kontrolle auszuüben. In Großbritannien haben die Herolde bis auf den heutigen Tag überlebt, und genießen eine große Autorität, in England im College of Arms, in Schottland unter dem Lord Lyon King of Arms. Auch in einigen anderen Ländern gibt es Ämter, die sich mit heraldischen Problemen -besonders staatlichen und kommunalenbefassen. Das gilt für Schweden, Finnland, die Niederlande, Belgien, Spanien, Irland und Südafrika. Die meisten dieser Amtsstellen sind neueren Datums.

In Deutschland befassen sich die Innenministerien der Länder unter Hinzuziehung der zuständigen Staatsarchive mit der Aufsicht über die kommunale Heraldik; die Heraldik der Familien wird nur privat auf Vereinsbasis gepflegt.

Der Reichsherold Jerusalem „Georg Rüxner“ von Hans Burgkmair d.Ä.

Geschichte der W appen und ihrer Träger

Die Geschichte der Heraldik (Wappenkunde) ist vom Wort Herold" abgeleitet) geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Zur Zeit der Kreuzzüge begannen Ritter, Fürsten und Angehörige des Hochadels ihre Schilde und Ausrüstungen mit einprägsamen Figuren in kontrastreichen Farben zu schmücken, um auf dem Schlachtfeld oder bei Turnieren als Freund oder Feind identifizierbar zu sein.

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts verliehen Könige Wappen an verdiente Krieger. Diese Auszeichnung war oft, aber nicht immer, mit der Erhebung der Geehrten in den Adelsstand verbunden. Vom Beispiel der Krieger angespornt, legten sich bald auch Geistliche, Bürger und Bauern, aber auch Stadtverwaltungen. Handwerkerzünfte und andere Körperschaften Wappen zu. Heute wie damals werden Wappen vor allem als Eigentumszeichen und zur Zierde von Gegenständen gebraucht. Oft wurde die Ansicht vertreten, nur ein (von Fürsten oder Königen) verliehenes Wappen sei echt, und nur der Adel sei zur Wappenführung berechtigt. Das ist falsch: Das Recht an einem historischen Familienwappen haben alle, die mit Urkunden und Unterlagen den lückenlosen Nachweis erbringen können, daß sie von dem Wappenstifter in direkter männlicher Linie abstammen. Wie der Familienname wird das Wappen vom Vater auf den Sohn vererbt. Frauen führen das Wappen ihres Vaters oder das ihres Mannes.

Heute kann jeder, der ein Wappen wünscht, ein neues annehmen und es als Firmenzeichen auf Briefköpfen und Visitenkarten oder auf Werbeprospekten verwenden.

Der Neuentwurf muß allerdings bestimmten heraldischen Regeln und Richtlinien entsprechen. Nach der Prüfung durch einen heraldischen und einen genealogischen Ausschuß wird ein Wappenbrief ausgestellt und das neue Wappen in einem Wappenbuch veröffentlicht.

Erhebung des Freiherrn Anton Schenk von Stauffenberg in den Reichsgrafenstand durch Kaiser Leopold II., 1785

Der hessische Löwe

Wie Siegel seit 1200 beweisen, führten die Landgrafen von Thüringen den steigenden Löwen in ihrem Schild.

Während Krone und Streifung des Wappentieres nicht bezeugt sind, überliefert der Totenschild des Landgrafen Konrad von Thüringen

(1234 in den Deutschen Orden eingetreten) in der Marburger Elisabethkirche die Teilung des Löwen.

Zuerst wohl Rot und Weiß und mit Krone. Als weitere Belege sind das Lied von Troje um 1210 sowie Konrad von Mure und das Epos vom „Turnier von Nantheiz “ in denen die Schildfarben erwähnt werden zu nennen. Der erste hessische Landgraf Heinrich I. aus dem Hause Brabant übernahm nicht den Brabanter Löwe in seinem

Wappen sondern das seiner Mutter Sophie aus Thüringen samt der Helmzier. In den hessischen Wappen wechselte die Zahl der Teilungslinien auf dem Löwen. Die neunmalige Teilung, die obere in Silber wurde erst im 15. Jahrhundert zur Regel. Die Helmdecken waren zuerst blau und rot (um 1334) später vorwiegend rot und silbern. Auf die Beifügung anderer Territorialwappen zum Hessenlöwen die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert aufkam wurde ab 1808 im Großherzogtum Hessen-Darmstadt bis 1902 wieder verzichtet.

Das in dieser Zeit gültige große Majestätswappen enthält in Blau von Silber und Rot geteilten Löwen mit einer goldenen Königskrone, der mit der rechten Vorderpranke ein silbernes Schwert mit goldenem Griff schwingt.

Dieses Schwert symbolisiert den im Mittelalter für die Landgrafen bezeichnenden Ehrentitel “ Vorfechter zwischen Rhein und Weser „.

Auf dem Schild ruht die Königskrone, die auf dem hermelingefütterten Purpurbaldachin wiederholt wird. Schildhalter sind zwei herschauende goldene Löwen mit Königskronen. Unterhalb des Schildes sind Ketten des 1807 gestifteten Ludwigsordens und des Verdienstordens Phillipps des Großmütigen sichtbar.

In anderen Variationen findet man zusätzlich die Kette des Ordens vom Goldenen Löwen.

Unterhalb des Schildsockels zieht sich ein Band mit der Devise „Gott, Ehre, Vaterland“ hin.

Nach einer totalen Umgestaltung 1902 blieb der Schwertschwingende hessische Löwe allein Inhalt des kleinen Staatswappens. Auf dessen Schild liegt die großherzogliche Krone Sie besteht aus einem blätterbesetztem Reif, oben den Reichsapfel tragend. Nach dem Sturz der Monarchie gab sich der neue Volksstaat Hessen als alleiniges Symbol den Löwen, nun aber ungekrönt und ohne die dynastischen Attribute. Auch entfiel das Schwert in der Pranke des Löwen.

Als einziges Beiwerk wurde die Volkskrone über dem Schild beigefügt, die Volkssouveränität betonen soll. Wobei der Ausdruck „Volkskrone“ in der amtlichen Blasonierung vermieden wird.