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Herzenssache Deutsches Lauftherapiezentru

Klaus Richter, Raphael Richter (Hrsg.)

Herzenssache
Deutsches
Lauftherapiezentrum

DLZ-Reden und -Schriften Wolfgang W. Schülers
aus 25 Jahren aktiver Vereinszugehörigkeit

Inhaltsverzeichnis

Geleitwort

Vorwort

Einleitung

Feierliche Eröffnung [von Aus- und Weiterbildungskurs IV für angehende Lauftherapeuten/ innen (DLZ)]

Zeugnis für das Deutsche Lauftherapiezentrum e. V

Lauftherapeuten (DLZ) befragt: Nach der Ausbildung der Sprung in die Praxis

Werbung für das DLZ in Ost und West

Alexander Weber – „Laufen ist das, was jeder einzelne daraus macht“

Vom Selbstversuch zur Serie. Das Deutsche Lauftherapiezentrum in Bad Lippspringe – 20 Jahre im Dienste der Gesundheit

„Alle Wege führen nach Rom“, manche nach Bad Lippspringe

20 Jahre Deutsches Lauftherapiezentrum (DLZ) – Eine Erfolgsstory

Kurze Statements der Prüfer zum Abschluss von Ausbildungskurs 18 (Auszug)

Ausbildung zur Lauftherapeutin / zum Lauftherapeuten (DLZ) – Eintritt ins dritte Jahrzehnt

Weiterbildung zur Lauftherapeutin / zum Lauftherapeuten (DLZ) – seit 20 Jahren „am Laufen“

Vortrag zum Abschluss von Ausbildungskurs 20 (DLZ) am 5. November 2011

Alexander Weber und als ich im DLZ meinen Anker warf

Zur Bedeutung der Lauftherapie für die Gesundheit

Die Aus- und Weiterbildungen am Deutschen Lauftherapiezentrum

Die Publikationen des Deutschen Lauftherapiezentrums – eine kommentierte Auswahl

Why Most Running Therapists are German

Wo die Lauftherapie zu Hause ist – Deutsches Lauftherapiezentrum, 25 Jahre alt

Jubiläum eines Klassikers: 25 Jahre Ausbildung in Lauftherapie (DLZ)

Uni für Bewegung. Deutsches Lauftherapiezentrum in Bad Lippspringe eröffnet 25. Ausbildungskurs

Ausbildung zum Lauftherapeuten – und dann?

[DLZ-Dozent] Klaus Richter zum Achtzigsten

DLZ-Mitglied Werner Sonntag ist 90

Prof. Dr. Alexander Weber – Person und Werk im Kontext der Lauftherapie

Das Deutsche Lauftherapiezentrum (DLZ) – Kompetenzzentrum für Gesundheit förderndes Laufen – feiert im April 2018 sein 30-jähriges Bestehen

„Lauftherapie in Lebenswelten“

Beiträge Wolfgang W. Schülers zum DLZ explizit und implizit

Gesamtbibliografie: Beiträge Wolfgang W. Schülers

Auswahlbibliografie: Beiträge über den Autor

Wenn der Vater mit dem Sohne – Ein Nachwort

In memoriam: Lauftherapeut und Dozent für Lauftherapie (DLZ) Dr. Klaus Richter

Über den Jubilar, die Herausgeber und den Verfasser des Geleitwortes

Geleitwort

von Alexander Weber

Bücher zum Thema Laufen füllen die Regale in Metern. Ihre Anzahl wuchs im letzten halben Jahrhundert proportional mit dem Laufboom hierzulande und anderswo in der Welt. Laufen hat viele Facetten, das bekunden allein schon die verschiedenen Buchtitel. Und bereits hier zeigt sich: die Ratgeber dominieren den Buchmarkt. Verwunderlich ist dies nicht. Der Sitzmensch von heute braucht als Ausgleich körperliche Bewegung und, wie es scheint, die richtige Anleitung dazu. Die Verbesserung der allgemeinen Fitness und des Wohlbefindens setzt zielgerichtetes Handeln voraus. Erfolg ist mit Einsatz verbunden, ist eine abhängige Größe von Wille, Motivation und Methode. Das langsame, ausdauernde Laufen, in der Anstrengung zwischen ganz leicht und ein bisschen schwer, erweist sich als ein Bewegungsmittel von besonderer Qualität - gerade auch im Bereich der individuellen Gesundheitsförderung. Das ist wissenschaftlich gut belegt, inzwischen wohl auch hinlänglich bekannt.

Für mich ist es eine Ehre und gleichermaßen ein Vergnügen, zum wiederholten Male das Geleitwort für ein Buch zu schreiben, das meinem langjährigen Weggefährten, Mitstreiter, Kollegen und Freund Wolfgang W. Schüler gewidmet ist. Persönlich begegnet sind wir uns anfänglich im Kontext der Wochenendseminare zur Lauftherapeutenausbildung im Jahre 1993. Im Kreis seiner Mitkursanten machte Wolfgang Schüler früh auf sich aufmerksam, nicht durch häufige Wortmeldungen, vielmehr durch den Gehalt seiner Beiträge. Ich möchte hier keine Elogen singen - das geschieht in diesem Buch an anderer Stelle. Gleichwohl muss konstatiert werden, dass Wolfgang Schüler bereits im frühen Stadium seiner Lauftherapeutenkarriere Zeichen setzte, und zwar als kreativer Mitdenker und kooperativer Gestalter neuer Aus- und Weiterbildungsgänge in Bereichen der „Praktischen Lauftherapie“. Dazu zwei Beispiele:

Als Sprecher des Aus- und Weiterbildungskurs III war ihm angetragen, am 15. 4. 1994 die Begrüßungsrede zur Eröffnung des neuen Kurs IV zu halten. Zu dieser Zeit hatte die Lauftherapie erst eine kurze Geschichte. In seiner Rede postulierte er, dass sich die Lauftherapie dann produktiv entwickeln könne, wenn diese Dreifachaufgabe gelänge: Erstens gängige Praxis breit zu streuen, zweitens neue, eigene Fragen zu formulieren und praxisrelevant zu bearbeiten, drittens den Boden für eine allgemeine Ermutigung zur organisatorischen und inhaltlichen Mitarbeit im Deutschen Lauftherapiezentrum (DLZ) fruchtbar aufzubereiten.

Ein Jahr nach dieser Rede legte Wolfgang Schüler zum Abschluss der Aus- und Weiterbildung seine umfangreiche Projektarbeit „Lauftherapie bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen“ vor. In der Praxisreihe >Lauftherapie< hat das Deutsche Lauftherapiezentrum e.V. (DLZ) 1996 diese Studie als Herausgeber veröffentlicht und damit einem größeren Leserpublikum zugänglich gemacht. In diesem Zusammenhang: Das Votum für ein Vorwort fiel auf mich – gleichsam das erste Geleitwort für eine Schrift von 191 Buchseiten aus der Hand W. Schülers. Ich zitiere daraus folgende Sätze:

„Hier wird erstmalig ein umfassendes Konzept zur Lauftherapie mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen vorgestellt, das die pädagogischen und therapeutischen Ziele für verschiedene Indikationsbereiche formuliert. Dieses von Schüler entwickelte Rahmenwerk stellt nicht nur ein Konzept für die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema dar, sondern gleichzeitig eine Aufforderung zum praktischen Handeln […] Allemal Interesse und Neugier weckt Schüler mit seinem eigenen, in der Praxis erprobten Ansatz. Er macht Laufen zum >Bindeglied der Arbeit mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen und der Arbeit mit seinen Eltern bzw. seiner Familie<. Ich wünsche dieser originellen Publikation, die die Fachliteratur bereichern wird, eine breite Aufnahme und den Erfolg, den sie verdient. Für die Lauftherapie stellt der von Schüler vorgelegte Ansatz eine kaum zu überschätzende Erweiterung ihrer Möglichkeiten dar.“

Rückblickend stelle ich fest: Mein Wunsch hat sich erfüllt. Schüler hat diesen Bereich der Lauftherapie durch ein späteres umfangreiches Werk (Aachen 2014) weiter ausgefüllt und ergänzt. Nicht zuletzt auch durch seine langjährige Lehrtätigkeit als DLZ-Dozent hat er in der Aus- und Weiterbildung von angehenden Lauftherapeuten und –pädagogen grundlegend dazu beigetragen, eine spezifische Art der Erziehung via Lauftherapie zu befördern. Aus dieser Perspektive ist Wolfgang W. Schüler für mich das DLZ-Testimonial für Lauftherapie mit Kindern und Jugendlichen - zugleich so etwas wie ein Gütezeichen par excellence.

Weitere Themenfelder unter dem Generalnenner Laufen, wie Bewegung, Therapie, Erziehung, Geschichte usw., kommen hinzu, lassen den Interessen- und Schreibhorizont Schülers im vorliegenden Buch exemplarisch erkennen. Das ganze Spektrum der von ihm bearbeiteten Themen spiegeln die Ausgaben der DLZ-Rundschau aus den vergangenen 25 Jahren. Für mehr als 40 Hefte verfasste er eigene Beiträge, war er als redaktioneller Mitarbeiter tätig. Und auch mit diesem außergewöhnlichen Engagement schlüpfte Wolfgang Schüler quasi stufenweise in die Rolle eines Exegeten der DLZ-Philosophie.

„Laufen ist wie Singen – eine höhere Daseinsform. Die Welt ist Klang – die Welt ist Bewegung“ (H. Hartkopf, 1987). Dieses Zitat übersandte mir W. Schüler kürzlich als Geburtstagsgruß. Die Worte stoßen bei mir auf große Resonanz. Wie auch die folgenden Sätze aus einem Brief vom 11.12.2014: „Mittlerweile, nach 21 Jahren Mitgliedschaft, ist der am DLZ gemeinsam zurückgelegte Weg ein langer und man selbst ein Oldie. Und doch brennt das Feuer für unsere Lauftherapie weiter. Und es gibt stets neue Ideen, insbesondere fürs Schreiben […] Ja, die Lauftherapie ist ein Faszinosum - ob man sich mit ihr nun praktisch oder theoretisch beschäftigt. Sie ist eine `Wundermedizin`“.

Möge dieses Wolfgang W. Schüler gewidmete Buch mit dazu beitragen, das Interesse für die Lauftherapie zu mehren und ihre Leitidee, die Förderung der individuellen Gesundheit und des Wohlbefindens, zu verbreiten.

Prof. Dr. Alexander Weber, Vorstandsvorsitzender Deutsches Lauftherapiezentrum e.V. (DLZ), Leiter der Aus- und Weiterbildung

(Bad Lippspringe)

Vorwort

Anlass für dieses Buchprojekt sind zwei Jubiläen im Jahre 2018, die Vollendung des 60. Lebensjahres von Wolfgang W. Schüler am 27. September und seine 25jährige Mitgliedschaft im Deutschen Lauftherapiezentrum (DLZ) in Bad Lippspringe.

Mehr noch als diese äußeren Daten gibt der Buchtitel „Herzenssache Deutsches Lauftherapiezentrum“ Auskunft über das Anliegen der Herausgeber, in dieser kleinen Festschrift aus der Vielzahl von Publikationen des Jubilars auswahlweise Texte vorzustellen, die unmittelbar oder mittelbar im Kontext des Deutschen Lauftherapiezentrums stehen. Dieses Institut hat Schüler als Auszubildenden, Dozenten und Autor geprägt. Dabei ist besonders die langjährige Verbindung zum Gründer und Leiter des Zentrums zu erwähnen, Prof. Dr. Alexander Weber, den er als Lehrer, Förderer und einfühlsamen Freund erlebte und erlebt.

Der Sozialpädagoge Wolfgang W. Schüler hat sich in wissenschaftlichen Untersuchungen schon seit 1985 in Theorie und Praxis schwerpunktmäßig mit dem Einsatz der Lauftherapie für Kinder und Jugendliche beschäftigt. In mehr als 30 Jahren kontinuierlicher Arbeit in diesem Bereich hat er sich zum Spezialisten entwickelt, dessen Rat gefragt ist. Als „Kinder- und Jugendlichentherapeut“ erkannte er die Fördermöglichkeit des Dauerlaufens bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen, mit denen er beruflich in Tages- bzw. Heimgruppen zu tun hatte. Marksteine auf dem Weg zu einem wissenschaftlichen erprobten gültigen Therapiekonzept sind zwei Publikationen:

Lauftherapie bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. Begründungen – Bausteine – Konzeptentwurf (Oberhaching 1996) und

Lauftherapie mit Kindern und Jugendlichen. Psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit durch ausdauerndes Laufen (Aachen 2014).

Mit Recht gilt das im Jahre 2014 in der Reihe „Edition Sport & Freizeit“ erschienene Buch heute als Standardwerk.

Forschung und Lehre sind für Schüler eine Einheit. Auf vielfache Weise hat er dafür gesorgt, dass „sein Thema“ institutionell verankert wurde. Als langjähriger Dozent im Deutschen Lauftherapiezentrum (DLZ) lehrte und lehrt er zum Thema und betreut entsprechende Projektarbeiten der Auszubildenden. Er leitete mehrere Jahre die Fachgruppe „Lauftherapie mit Kindern und Jugendlichen“ im „Verband der Lauftherapeuten (VDL)“, führte Workshops in Einrichtungen der Jugendhilfe durch und stellte auf Bundestagungen sein Konzept vor.

Auch international ist Schüler gefragt. Dr. Thaddeus Kostrubala, Begründer und Leiter von IART (International Association of Running Therapists) in den USA, ernannte ihn zum Dozenten im Bereich e-Learning. Das Institut bildet im Einzelcoaching Lauftherapeuten aus.

Über die Dozentur beim Deutschen Lauftherapiezentrum (DLZ), die Schüler seit mehr als zwei Jahrzehnten innehat, hinaus ist er hier in andere Rollen eingebunden: Mitglied und langjähriger Leiter der Aus- und Weiterbildungskommission, Autor von regelmäßigen Beiträgen in der „DLZ-Rundschau“, Mitarbeit bei der Entwicklung von Curricula. Das Lauftherapiezentrum ist für ihn das Institut, das in ganzer Breite und Vielfalt die Themen des gesundheitsorientierten Laufens in Forschung und Lehre behandelt. Aus dieser Quelle schöpft Schüler, auch wenn es darum geht, die historische Entwicklung dieser speziellen Laufbewegung nachzuzeichnen.

Schüler sorgt mit Nachdruck und unermüdlichem Eifer dafür, Multiplikatoren und Mitstreiter für das Thema „Gesund durch Laufen“ zu finden, und zwar national und international durch Lehre, Publikationen, regelmäßige Vorträge und Workshops. Er engagiert sich im internationalen Networking als „Beauftragter für internationale Kontakte“ des Verbandes der Lauftherapeuten, zu dessen Gründungsmitgliedern er 1994 gehörte. Regelmäßige mediale Kontakte bestehen zu Lauftherapeuten in den USA und Israel. Einige Publikationen Schülers sind in englischer Sprache abgefasst.

Wolfgang W. Schüler ist nicht nur Dozent und Autor, sondern, wie könnte es auch anders sein, Läufer. Seine Läuferkarriere begann er im Alter von 9 Jahren, als er am 1. Wiesbadener Volkslauf (1967) teilnahm. Die altersgebundene Strecke (1000 m) war ihm aber zu kurz und zu schnell. Schon bald – zunächst von den Veranstaltern nur geduldet – wechselte er in das Lager der Langstreckler. Im Jahre 1974 lief er erstmals Marathon in Mannheim. Zahlreiche Marathonläufe folgten, aber auch Ultramärsche über 80 km (Wiesbaden) und 100 km (Unna). Aus Anlass seines 40. Läuferjubiläums absolvierte er den klassischen Athen-Marathon im Jahre 2007. Im Jahre 2017 konnte Wolfgang W. Schüler auf „50 Jahre Läuferleben“ zurückblicken. Auch heute läuft er, wann immer es die Zeit erlaubt, aber ohne Wettbewerbsambitionen, eher zur Entspannung und zum Stressausgleich.

Wolfgang W. Schüler ist, getreu seinem Nachnamen, immer ein Lernender geblieben und hat den Kontakt zu kompetenten Persönlichkeiten gesucht und gefunden, so u.a. zu Werner Sonntag, Prof. Dr. Gerhard Uhlenbruck und Prof. Dr. Wildor Hollmann, mit denen er regen Gedankenaustausch pflegte. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die intensive fachliche und menschliche Verbindung mit Prof. Dr. Alexander Weber und Dr. Thaddeus Kostrubala.

Ich bin dankbar für einen mehr als zwanzigjährigen Kontakt mit Wolfgang W. Schüler. Aus der gemeinsamen Arbeit im Deutschen Lauftherapiezentrum und an Buch-Publikationen ist im Laufe der Jahre eine vertrauensvolle freundschaftliche Beziehung geworden, die ich nicht mehr missen möchte.

Klaus Richter

(Menden)

Einleitung

Das vorliegende Buch spannt einen weiten Bogen von Berichten über die selbsterfahrenen Wirkungen des ausdauernden Laufens über biografische Stationen eines engagierten Läuferlebens bis hin zu den wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissens des Laufens als Therapie.

Die Lauftherapie ist seit 30 Jahren institutionalisiert im Deutschen Lauftherapiezentrum (DLZ) in Bad Lippspringe. Die Beiträge des Autors Wolfgang W. Schüler beziehen sich explizit und implizit auf dieses Institut. Vorwiegend handelt es sich um Texte, die in der institutseigenen „DLZ-Rundschau“ veröffentlicht wurden. Andere Beiträge stammen aus Buchveröffentlichungen Schülers, finden sich in den Laufmagazinen „Laufzeit“, „Condition“, „Laufzeit & Condition“ ‚im Internetportal „www.laufreport.de“ oder sind Redemanuskripte aus dem Archiv des Autors.

Bei aller Vielfalt der Themen markieren die Beiträge auch die Entwicklungsgeschichte der Lauftherapie, sodass sich für die Anordnung die chronologische Reihenfolge anbot.

In den abgedruckten Texten haben wir die zeitlich jeweils gültigen Rechtschreibregeln beibehalten.

Einen Schwerpunkt bilden die Texte, die aus Anlass der verschiedenen Jubiläen des Zentrums entstanden sind, so zum 20-, 25- und 30-jährigen Bestehen und zu den markanten Daten der Aus- und Weiterbildungskurse zur Lauftherapeutin/zum Lauftherapeuten (DLZ).

Der Leser erfährt detailgenau, wie sich auf der Grundlage eines erprobten Laufprogramms und Untersuchungsinventars das „Paderborner Modell der Lauftherapie“ entwickelt hat, wie Studien mit verschiedenen Zielgruppen (Studenten/ innen, Hausfrauen, berufstätige Frauen und Männer, Senioren, Alkoholiker) weitgehend zu übereinstimmenden Ergebnissen führten. Die Läufer/innen fühlten sich nach der Laufbehandlung weniger niedergeschlagen und bedrückt, vitaler und leistungsfähiger.

Im Laufe der Jahre haben sich im Deutschen Lauftherapiezentrum Weiterentwicklungen ergeben. Nach einem Forschungsprojekt (Feldversuch) wurde die „Systemische Lauftherapie in drei Stufen“ implementiert, die auf eine ganzheitliche Veränderung des Lebensstils ausgerichtet ist und über die läuferische Fitness hinaus die Bereiche Ernährung, Entspannung und Lebensführung umfasst.

Weitere Kapitel richten den Blick auf die „Aus- und Weiterbildung zur Lauftherapeutin/zum Lauftherapeuten (DLZ)“. Dem Autor Wolfgang W. Schüler ist es ein Anliegen, geeignete Personen mit Abschluss in einem psychosozialen Beruf und Lauferfahrung in ihrem nebenberuflichen Ausbildungsgang zu ermutigen und zu fördern. Sie müssen hoch qualifiziert sein, Gruppenprozesse anzuleiten, zu beobachten und durch hilfreiche Gespräche zu begleiten. Unter den richtigen Voraussetzungen ist Lauftherapie eine erlernbare Kunst.

Die Begegnung mit Prof. Dr. Alexander Weber ist für Schüler so etwas wie eine Weichenstellung in seinem Bemühen, gesundheitsorientiertes Laufen theoretisch zu begründen und praktisch anzuleiten. So erstaunt es nicht, dass Person und Werk Alexander Webers im Kontext der Lauftherapie nicht nur in eigenen Artikeln gewürdigt, sondern auch in anderen Zusammenhängen immer wieder thematisiert werden. Laufforschung, lauftherapeutische Praxis und deren Vermittlung sind unlösbar mit dem Gründer und Leiter des Deutschen Lauftherapiezentrums (DLZ), Prof. Dr. Alexander Weber, verbunden.

Für den Leser, der sich für weitere Informationen interessiert, ist die kommentierte Auswahl der Publikationen des Deutschen Lauftherapiezentrums hilfreich.

Abschließend geben detaillierte bibliografische Angaben einen Überblick über Schülers zahlreiche Veröffentlichungen, die über die Lauftherapie hinausweisen und angrenzende bzw. weitere Themen behandeln.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass Wolfgang W. Schüler es versteht, komplexe Zusammenhänge genau und verständlich darzustellen und durch lebendiges Formulieren das Interesse des Lesers wach zu halten.

Unser besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Alexander Weber, der es sich nicht hat nehmen lassen, für dieses Buch ein sehr persönliches Geleitwort zu schreiben.

Allen Rechte-Inhabern danken wir für die freundliche Bereitschaft, unser Vorhaben durch kostenfreie Abdruckgenehmigungen zu unterstützen.

Wolfgang W. Schüler gratulieren wir zu seinem besonderen Geburtstag herzlich und in freundschaftlicher Verbundenheit. Wir wünschen ihm weiterhin Gesundheit und Schaffenskraft für seine „Herzenssache Deutsches Lauftherapiezentrum“.

Klaus RichterRaphael Richter

(Menden) (Münster)

Feierliche Eröffnung [von Aus- und Weiterbildungskurs IV für angehende Lauftherapeuten/innen (DLZ)]

von Alexander Weber und Wolfgang W. Schüler (1994)

aus: DLZ-Rundschau, Ausg. 12, 7/1994, S. 4

Der 4. Aus- und Weiterbildungskurs für angehende Lauftherapeuten/-innen ging am 15. April 1994 an den Start. Die Kurgesellschaften von Bad Lippspringe stellten für die feierliche Eröffnung das Burgcafé im Kongreßhaus zur Verfügung und sorgten für Getränke und einen zünftigen Imbiß. Kurdirektor Dr. Stefan Mauch hielt eine kurze, launige Eröffnungsrede. Dr. Rudolf Lubek und Prof. Dr. Alexander Weber sprachen zum Thema „Lauftherapie und ihre Ziele“ und gaben Infos zum Ablauf der Aus- und Weiterbildung. Die 14 Kursteilnehmer/innen kommen wieder aus allen Teilen Deutschlands. Mit Begeisterung und großen Erwartungen gehen sie an ihre Aufgabe.

Einer der beiden Sprecher von Kurs III, Wolfgang W. Schüler (Wiesbaden), hielt für den neuen Kurs IV eine kurze Ansprache. Sie ist nachfolgend wiedergegeben:

Im Namen von Kurs III darf ich Euch ganz herzlich zu Beginn Eurer Ausbildung grüßen.

Vor einem Jahr ging es uns so wie Euch heute: Wir fanden uns hier zum ersten Mal zusammen, zum Teil von weither gereist. Jeder so mit seinen ganz persönlichen Erwartungen an die Ausbildung. Mit Vorstellungen von einer Therapieform, deren Geschichte zwar noch jung ist, die aber – wie wir wissen – nicht minder Eingang gefunden hat in ausgewiesene medizinische und psychosoziale Handlungsfelder.

Von daher reiht sich die Ausbildung in Lauftherapie folgerichtig in die Gesamtentwicklung ein – mit einer Sichtung bisheriger Forschungsergebnisse und Alltagserfahrungen, mit der Ableitung und Sicherung fachlicher Standards und – entscheidend – mit der Vermittlung handlungsrelevanter Grundlagen an uns zukünftige Praktiker. Die Tatsache, daß die Ausbildung nicht mehr nur auf den Weg gebracht, sondern auch etabliert, eine lauftherapeutische Landkarte und ein Kompaß uns an die Hand gegeben sind, läßt dennoch unverstellt den Blick auf therapeutisch unbetretene Pfade.

Lauftherapie wird sich produktiv entwickeln, wenn uns zukünftig dreierlei gelingt: gängige Praxis breit zu streuen, eigene, neue Fragen aufzuwerfen und praxisrelevant zu machen und – welcher Ermutiger brauchte nicht selber Ermutigung – die Arbeit am DLZ organisatorisch und inhaltlich mitzutragen.

Daß Lauftherapie entwicklungsgeschichtlich jung und in Bewegung ist, macht sie für uns jedenfalls zu einer spannenden, vielleicht auch einmaligen Angelegenheit. Auf der anderen Seite ist der Erfolg von Lauftherapie vor Ort untrennbar mit der Person des Lauftherapeuten verknüpft, d.h. mit seiner Kompetenz, aber auch seinem Einfühlungsvermögen. Davon bringen wir in die Ausbildung einiges, ich meine, Wichtiges mit: Zum einen unsere Lauferfahrung, zum anderen unsere Erfahrungen aus einem helfenden Beruf. Sie bilden die unteren Punkte eines Dreiecks, das sich nach oben durch die Ausbildung schließt. Ein Entwicklungsprozeß, der zugleich Prozeß der persönlichen Entwicklung ist, nämlich Begegnung und Auseinandersetzung mit dem „Ich“. Auch das ist eine spannende Sache.

All das braucht einen entsprechenden, auch atmosphärisch stimmigen Rahmen. Und in der Tat: Das Engagement des DLZ für die Sache ist deutlich spürbar, die Dozenten sind – ich hoffe, sie hören gerade nicht zu – fachlich sehr kompetent, der Umgang miteinander ist freundlich bis herzlich, das Verhältnis im guten Sinne pädagogisch, weil dialogisch.

So bleibt nur noch Euch zu wünschen: Habt Spaß an der Ausbildung und zieht viel persönlichen Gewinn aus ihr! Laßt Euch inspirieren für Eure Arbeit oder für gänzlich Neues! Wachst als Gruppe gut zusammen und habt über das Laufen hinaus reichlich Anlaß, Euch auf die Wochenenden in Bad Lippspringe zu freuen!

Wenn wir in Kontakt blieben, es würde uns freuen.

Zeugnis für das Deutsche Lauftherapiezentrum e. V.

von Wolfgang W. Schüler und Wolfgang Figgen (1994)

aus: DLZ-Rundschau, Ausg. 13, 1/1995, S. 16-17

W. S.:

Du, Wolfgang, wir haben heute unsere Zeugnisse bekommen, aber sind wir wirklich die einzigen, die hier etwas geschafft haben?

W. F.:

Wie meinst du das? – Ach so, nein! Ohne das DLZ wäre hier doch gar nichts gelaufen!

W. S.:

Eben, und deshalb denke ich: auch das DLZ sollte ein Zeugnis bekommen. Du bist doch Lehrer; was hätte das DLZ für eine Note verdient?

W. F.:

Note? Ich weiß nicht. Was sagen Benotungen schon aus?! Laß uns doch einfach unsere Eindrücke beschreiben, so, wie wir das DLZ erlebt haben.

W. S.:

Einverstanden. Aber sag: wo soll man da anfangen?

W. F.:

Wir fangen bei A an und hören bei Z auf, und zwar so:

A

wie ausdauernd. Wer es eineinhalb Jahre mit uns aushält, hält was aus.

B

wie bewegend. Anstöße gab es nicht nur in beruflicher, sondern auch in persönlicher Hinsicht.

C

wie cum tempore. Der Unterricht begann stets pünktlich, und zwar eine Viertelstunde nach der angegebenen Zeit.

D

wie Dornumersiel: Gruppendynamik auf engstem Raum.

E

wie erstaunlich, wie engagiert unsere Dozenten zu Werke gingen.

F

wie fortschrittlich, gewiß auch etwas der Zeit voraus.

G

wie ganzheitlich. Gefragt war nicht nur das Laufen, sondern Laufen mit Köpfchen und Gefühl.

H

wie herzlich. Hier schlugen die Herzen von Läufern für Läufer.

I

wie infektiös. Wen die lauftherapeutische Begeisterung ansteckt, den lässt sie nicht mehr los.

J

wie jenau jenommen war alles janz jut.

K

wie kompetent. Die Dozenten wissen, wovon sie sprechen. (Kann man ja wohl auch erwarten!)

L

wie L-B-S. Der Unterricht war Pädagogik im guten Sinne: nicht ver schult, stattdessen lebendig, bunt, aber strukturiert.

M

wie medienwirksam – aber nicht im Möllemann’schen Sinne.

N

wie Nachdenklichkeit statt vorschneller Antworten.

O

wie offen für Anregungen und Kritik.

P

wie Pausenleere. Manchmal hätte ich mir einen Pausenfüller gewünscht: Lubek an den Tasten, Weber singt „Ach wie ist das Laufen schön!“ und Ammenwerth schlägt dazu den Takt mit seinen Knochenmodellen.

Q

wie querdenkend. Ideologien haben am DLZ keine Chance.

R

wie richtungsweisend. Alle Wege führen nach Bad Lippspringe.

S

wie spartanisch: räumlich funktionelle Sachlichkeit, Luxus findet im Kopf statt.

T

wie traumhaft. Der 1. Lauftherapie-Kongreß tanzt in den Köpfen, denn ihm fehlt noch das Parkett.

U

wie unbürokratisch. In mancherlei Hinsicht aber auch ungereimt. Da lässt sich sicherlich noch zulegen.

V

wie Volltreffer. Was aus Ideen alles entstehen kann!

W

wie weiter so!

Z

wie Ziel erreicht. Gratulation!

Bad Lippspringe, den 5. November 1994

Lauftherapeuten (DLZ) befragt: Nach der Ausbildung der Sprung in die Praxis

von Wolfgang W. Schüler, Jürgen Leonhardt und Ernst Günter Hillnhütter (VDL) (1994)
aus: DLZ-Rundschau, 9. Jg., Ausg. 17, S. 27-29

Ausgebildete Lauftherapeuten drängt es in die Praxis. Zu diesem Fazit kommt eine Arbeitsgruppe des Verbandes Deutscher Lauftherapeuten nach Abschluß einer im Sommer 1996 durchgeführten schriftlichen Befragung. 41 der bis dahin 57 am Deutschen Lauftherapiezentrum in Bad Lippspringe ausgebildeten Männer und Frauen haben geantwortet. Seit Erhalt ihres Diploms waren für die ersten (Kurs I) 3 Jahre, für die letzten (Kurs IV) ein halbes Jahr vergangen.

Im Gesamtzeitraum von 2. Halbjahr 1993 bis 1. Halbjahr 1996 führten 32 der Antwortenden eine oder mehrere lauftherapeutische Maßnahmen durch, während 9 - zumeist aus Gründen persönlicher, familiärer und/oder beruflicher Auslastung - keine Angebote machten.

Bei den Maßnahmen handelt es sich überwiegend und in Übereinstimmung bzw. Anlehnung an das „Paderborner Modell der Lauftherapie“ um sog. Grund- und Fortgeschrittenenkurse. Deren Dauer lag in der Regel bei 10 bis 12 Wochen, die Zahl wöchentlicher Lauftage bei ≤ 2. Nicht selten wurden Klienten bzw. Patienten aber auch einzeln betreut, in einigen Fällen neben einer Laufgruppe und mit dem Ziel, sie mittelfristig in diese zu integrieren. Wiederum Gruppencharakter, aber eine andere Akzentsetzung hatten jene Workshops, die an 2 Wochenenden im Abstand von 3 Monaten stattfanden und zwischenzeitlich 2 zusätzliche „Praxistermine“ vorsahen.

Neben Maßnahmen, die sich auf einen festen Teilnehmerstamm bzw. -kreis beziehen, fanden sich auch solche mit (z.T. regelmäßig) wechselnden Klienten bzw. Patienten. Es handelt sich dabei um Angebote von saisonaler, ganzjähriger oder mehrjähriger Dauer, die zielgruppenorientiert und fast ausschließlich in medizinische, psychosomatische oder psychosoziale Einrichtungen eingebunden waren oder sind.

Abbildung 1 gibt einen Überblick über die zahlenmäßige Verbreitung sowie die „Laufzeiten” der jeweiligen Maßnahmen. Ausgenommen sind die Kurse des DLZ Bad Lippspringe und der DLZ-Nebenstelle Pirmasens - sowohl in ihrer Gesamtzahl als auch in der Zahl jener Kurse, die durch oder mit Beteiligung von Absolventen der LT-Ausbildung stattfanden.

Zahl der durchgeführten Maßnahmen im Zeitraum 1993
(2. Halbj.) bis 1996 (1. Halbj.)

Maßnahmen mit festen Teilnehmern

Gruppenkurse

84

von 3. Wo. bis 1 (Schul-) Jahr (davon im Bereich von 10 bis 12 Wo.: 59

Laufen einzeln

13

von 6 Wo. bis 6 Mo. (bei Beginn unbefristet: 6)

Gruppenkurse + Laufen einzeln

6

ab 2 Wo. (hier: täglich)

Workshops

5

2 Wo.enden + 2 Praxistermine

Hinsichtlich der Trägerschaft der Maßnahmen ist zunächst festzustellen, daß ein Teil der Lauftherapeuten institutionsgebunden arbeitete, während der andere Teil Angebote in den Dienst verschiedener Institutionen bzw. Organisationen stellte. Konkret führten 16 (der 32 aktiven) Lauftherapeuten Maßnahmen in Kliniken, Kurheimen, Heimen und Tagesstätten durch, 12 traten als private Anbieter auf, jeweils 6 wirkten für Krankenkassen und Volkshochschulen bzw. Frauenzentrum. Weitere Nennungen entfielen auf die DLZ-Nebenstelle Pirmasens (4), auf Sportgemeinschaften/Sportvereine (3) sowie auf Schule und Berufsfortbildungswerk (2). Eine größere Zahl von Maßnahmen war öffentlich, d.h. für jedermann zugänglich, eine kleinere auf spezielle Zielgruppen, zumeist Klinikpatienten (Psychisch Kranke- Drogenabhängige etc.), abgestimmt. Dem entspricht auch eine größere Zahl von Lauftherapeuten, die offene Angebote machte, wobei sich bei differenzierter Betrachtung der Zielgruppen nach Geschlecht (Frauen) und Alter (Kinder und Jugendliche) eine Umkehrung in Richtung geschlossene Angebote abzeichnet. Im einzelnen arbeiteten 28 Lauftherapeuten mit Erwachsenen (offen: 21, geschlossen: 12). Von ihnen machten 7 zusätzlich oder ausschließlich Angebote nur für Frauen (o.: 4, g.: 3). Maßnahmen für Kinder und Jugendliche wurden von 5 Lauftherapeuten durchgeführt (o.: 1, g.: 5). Berufsgruppenbezogene Angebote fanden sich für Ärzte bzw. Therapeuten einer Kurklinik, Auszubildende oder Ausbilder eines Berufsfortbildungswerks sowie für Manager.

Wie sieht die lauftherapeutische Praxis selber aus? 18 (der 32 aktiven) Lauftherapeuten orientierten sich am Basismodell „Laufen und Kommunikation”; 14 vertieften oder kombinierten dieses mit Elementen der Atemtherapie, Meditation, Yoga, Autogenem Training, Eutonie, Progressiver Muskelrelaxation, Bio-Energetik, Physiotherapeutischer Betreuung, Ernährungsberatung, Fasten, „Thera Fit“, Gesprächstherapie oder Neuro-Linguistischem Programmieren. Diese Erweiterungen bzw. Verknüpfungen finden ursächliche Erklärungen zum einen in der beruflicher Vorbildung der Lauftherapeuten und ihrem Arbeitsfeld, zum anderen in gewünschter Kooperation mit spezieller Fachkräften. Während 17 Lauftherapeuten allein oder überwiegend allein arbeiteten, führten 12 ihre lauftherapeutischen Angebote mal allein mal in Zusammenarbeit mit einer Zweitkraft durch. 2 Lauftherapeuten hatten stets einen „Co-Therapeuten“ an der Hand.

Die Selbstbewertung der eigenen Arbeit spricht für sich: 16 Lauftherapeuten bezeichnen sie als „positiv“, 15 als „eher positiv“. Nur einer zieht ein „eher negatives“ Fazit, während „negativ“ nicht vorkommt. Und so wollen von den eingangs erwähnten 32 Männern und Frauen, die bisher Lauftherapiekurse o.ä. durchführten, 26 auch weiterhin aktiv sein. Von den 9, die noch keinen Einstieg gefunden haben, planen 6 den Sprung in die Praxis. Weitere 6 sind sich bzgl. zukünftiger Ambitionen unschlüssig oder gaben hierzu keine Antwort - eine „stille Reserve“ (vgl. Abbildung 2).

Zahl der Lauftherapeuten – unterschieden in Aktive, Einsteiger und Stille Reserve
-betrachtet nach Bundesländern

 

Aktive

Einsteiger

Stille Res.

Schleswig-Holstein

2

-

-

Hamburg

1

-

-

Niedersachsen

4

1

-

Nordrhein-Westfalen

5 (3)

1 (1)

4 (1)

Hessen

4 (1)

1

-

Rheinland-Pfalz

1

-

-

Saarland

1

-

-

Baden-Württemberg

6 (1)

3

1 (1)

Bayern

2 (1)

-

1

Zahlen in Klammern: Lauftherapeutinnen

Daß Lauftherapeuten nicht wunschlos glücklich sind, zeigen ihre abschließenden Bemerkungen. Da erhoffen sich einige eine bessere Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Volkshochschulen, andere versuchen weiterhin - da bisher vergeblich - mit niedergelassenen Ärzten vor Ort ins Gespräch zu kommen. Und wiederum andere, die in medizinischen oder psychosozialen Einrichtungen arbeiten, wünschen sich mehr Anerkennung und Absicherung ihres lauftherapeutischen Angebots durch Leitung und Fachkollegen. Hier liegen zweifelsohne Zukunftsaufgaben.

Resümee:

Lauftherapie hat Zukunft, die Ausbildung zum Lauftherapeuten (DLZ) hohen Aufforderungscharakter. Die meisten Absolventen nutzen sie als Sprungbrett in die lauftherapeutische Praxis und entwickeln hierbei immer neue Möglichkeiten des Einsatzes und der Vernetzung. Wichtig ist, ihre Erfahrungen zurück- bzw. zusammenzuführen. Dies ist erstmals auf repräsentative Weise geschehen. Dem Verband Deutscher Lauftherapeuten ist hiermit der Boden für zukünftiges Engagement bereitet.

Literatur:

Schüler, W.W./Leonhardt, J./Hillnhütter, E. G.: Schriftliche Befragung der am Deutschen Lauftherapiezentrum Bad Lippspringe ausgebildeten Lauftherapeuten/ innen (Kurs I - IV) - durchgeführt im Auftrag des Verbandes Deutscher Lauftherapeuten, 2., überarb. u. erw. Fassung, Dezember 1996: vervielfältigtes Typoskript.

Werbung für das DLZ in Ost und West

von Wolfgang W. Schüler (2002)

aus: DLZ-Rundschau, 14. Jg., H. 27, S. 8

Wer kennt es nicht – das bei Kindern beliebte Reisespiel, die Buchstaben von Autokennzeichen zu bekannten Wörtern und Abkürzungen zusammenzuziehen? Die Städte Döbeln und Düsseldorf ermöglichen mit „DL-Z“ und D-LZ“ eine interessante Kombination. Wie viele Fahrzeuge zum Jahresende damit ausgestattet waren, ließ sich auf telefonische Anfrage bei der Kfz-Zulassungsstelle Düsseldorf nicht erfragen. Von möglichen 9999 Kennzeichen waren „im ein- und zweistelligen Bereich noch einige frei“. Präzise und auch freundlicher die Auskunft im sächsischen Döbeln. 877 von 999 möglichen Kennzeichen trugen das Kürzel DLZ. Frage an alle ortsansässigen DLZ-Mitglieder: Ein Kennzeichen mit der eigenen Mitgliedsnummer gefällig?

Alexander Weber – „Laufen ist das, was jeder einzelne daraus macht“

von Wolfgang W. Schüler (2005)

aus: Alexander Weber & Wolfgang W. Schüler (Hrsg.) (2005): Warum Cooper Aerobics erfand. 11 große Theoretiker der Lauf-Gesundheit. Regensburg: Lauf- und Ausdauersportverlag (LAS), S. 81-102

Prof. Dr. Alexander Weber hat auf verschiedenen Gebieten gearbeitet und geforscht – ob auf dem des Lehrerverhaltens, der Kleingruppenpädagogik oder der Angewandten Gruppendynamik. Keines ist ihm, dem Pädagogen und Psychologen (Anm. 1), jedoch so auf den Leib geschnitten wie die (Selbst-) Erziehung und Therapie durch Laufen. Mit ihr ging Weber nicht nur in die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion, er trug hier wie dort entscheidend auch zu ihrer Etablierung bei. Was Ende der 70er Jahre mit einem Forschungsprojekt an der Universität Paderborn begann, ist heute anerkannte und erfolgreiche Praxis im Dienst der Gesundheit.

„Ich schätze es sehr, dass Du nach neuen Wegen suchst und alles andere bist als einer dieser Pädagogik-Professoren, die nur Bücher lesen und schreiben“, äußerte sich einmal Reinhard Tausch (Anm. 2) gegenüber Weber (Weber, 2001: 148). Dem ging und geht es stets darum, das richtig Erkannte in praktisches Handeln umzusetzen. „Damit das, was im Kopf ist, in die Beine kommt. Denn wir Menschen brauchen Bewegung, und zwar eine solche, die uns fordert. Ausdauernde Bewegung führt nicht nur zu mehr Sauerstoff, Vitalität und Leistung, sondern auch zu mehr Lust und Lebensfreude. Wer dies nicht glauben mag, sollte umgehend den Praxistest machen“ (Weber, 1991: 4).

Dass Laufen wirkt, hat Weber in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen sowie an rund 3000 Teilnehmern seiner Lauftherapie-Kurse nachweisen können. Allen voran hat er es so zunächst an sich selbst erfahren.

Laufen im Selbstversuch

Es war Ende der 60er Jahre. Weber hatte gerade die Dreißig überschritten. Er war von der Schule an die Hochschule gewechselt und bestrebt, dort nicht nur Fuss zu fassen, sondern sich auch weiter zu ...

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