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Herzen voller Hoffnung

1. KAPITEL

Laura blickte Gregor überfordert an. Natürlich hatte er ein Recht darauf, zu wissen, ob er der Mann war, den sie liebte, und dass er das wissen wollte, bevor Alexander von seiner Geschäftsreise aus Barcelona zurückkam, war vollkommen verständlich. Aber ihr schwirrte noch immer der Kopf. Sie wusste gerade selbst nicht, was sie fühlte.

„Laura, noch einmal …“, wiederholte er liebevoll, aber eindringlich. „Bin ich wirklich der Mann, den du willst?“

Sie strich sich die Haare aus dem Gesicht und sah ihn unsicher an. „Ja … ja, natürlich.“ Sein Blick drückte seine Zweifel so deutlich aus, dass sie eilig hinzufügte: „Spürst du das denn nicht mehr?“

„Ehrlich gesagt: Nein. Du bist in deinen Gedanken schon so weit weg … Und wenn Alexander erst wieder zurück ist, dann beantwortest du meine Frage vielleicht nicht mehr mit: ‚Ja, natürlich‘.“

Sie schlug die Augen nieder. „Es ist alles so ein Chaos“, flüsterte sie hilflos. „Mein ganzes Leben ist komplett aus den Fugen geraten.“ Unwillkürlich legte sie ihre Hand auf ihren Bauch. Sie wirkte völlig verloren.

Gregor zog sie sanft in seine Arme. „Entschuldige. Ich kann jetzt nicht erwarten, dass du mir sagst, wie es weitergeht. Die Ereignisse der letzten Tage … die waren einfach zu … zu unglaublich.“

„Danke, das ist lieb.“ Laura drückte sich an ihn und atmete erleichtert durch.

„Oder sollen wir beide … wir drei die Koffer packen und woanders noch mal ganz neu anfangen?“, fragte er zärtlich.

„Nein!“, antwortete sie unerwartet heftig. „Ich meine … das wäre doch keine wirkliche Lösung.“

„Aber du hättest die Chance, endlich Abstand zu gewinnen …“

„Indem ich vor den Problemen davonlaufe …? Das hier ist mein Zuhause geworden, ich fühle mich hier wohl. Ich will nicht weg.“

Gregor blickte sie nachdenklich an. „Dann muss ich wohl einfach abwarten …“ Er drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, während sie hilflos die Schultern sinken ließ, und wandte sich zum Gehen. „Ich bin im Hotel, falls du mich brauchst …“

Laura blickte ihm verzweifelt hinterher. Was hatte sie da nur wieder gesagt? Zuhause – von wegen! Was sollte das für ein Zuhause sein, in dem man belogen und betrogen wurde? Sie spürte, wie Wut in ihr hochkochte. Hätte man Alexander und ihr von Anfang an die Wahrheit gesagt, wäre ihnen so viel erspart geblieben. Sie ließ die Schultern hängen und seufzte. Wenn sie ehrlich war, wollte sie den „Fürstenhof“ nicht verlassen, weil sie es nicht ertragen könnte, Alexander nicht mehr zu sehen. Doch das konnte sie ihrem Verlobten schlecht sagen. Ja, sie liebte Gregor von ganzem Herzen – aber sie liebte eben auch Alexander.

Gregor hatte nicht die geringste Lust, mit Helen zu sprechen – schon gar nicht über seine unmittelbaren Zukunftspläne: Ein Kollege im Dorf ging in den Ruhestand und suchte einen Nachfolger. Gregor hatte gerade telefonisch einen Besichtigungstermin für die Praxis vereinbart. Das wäre die Chance für ihn, wieder in seinem Beruf zu arbeiten und gleichzeitig ein Nest für seine kleine Familie zu bauen. Aber Helen war während seines Gesprächs in den Personalraum gekommen, hatte einen Teil der Unterhaltung mit angehört und war neugierig geworden. Nun entschuldigte sie sich zum x-ten Mal dafür, dass sie sich bei Alexander verplappert und ihn überhaupt erst auf die Idee gebracht hatte, dass er der Vater von Lauras Kind sein könnte.

„Es war ein Versehen, es ist mir rausgerutscht“, gurrte sie. „Wie oft soll ich das noch sagen?“

Gregor sah sie finster an. „Ein ‚Versehen‘, das eine Riesen-Lawine ins Rollen gebracht hat …“

Helen hob fragend die Augenbrauen. „Kannst du mir jetzt bitte mal sagen, wovon du eigentlich sprichst?“

Gregor seufzte aus tiefster Seele. Irgendwann würde sie es ja doch erfahren. „Laura und Alexander sind keine Geschwister.“

Helen starrte ihn mit offenem Mund an. „Weiß Laura das schon?“, stotterte sie überrascht.

Er nickte. „Ich habe es ihr sogar selber gesagt.“

„Was? Warum denn?“

„Weil ich sie liebe. Und weil ich nicht mit einer Lüge in die Ehe mit ihr starten will.“

Helen zuckte innerlich getroffen zusammen, ließ sich jedoch nichts anmerken. „Aber … Bist du dir denn noch sicher? Ich meine, was die Hochzeit betrifft?“, fragte sie, um sich von ihrer eigenen Lüge abzulenken, und musterte ihn aufmerksam. Sie spürte, dass er um seine Beziehung fürchtete. „Es könnte immerhin sein, dass Laura sich jetzt doch wieder Alexander zuwendet.“

„Zwischen Laura und mir ist alles in Ordnung!“, fiel er ihr heftig ins Wort. „Eine Trennung steht überhaupt nicht zur Debatte.“

Offenbar war das Gegenteil der Fall. „Aber sie erwartet ein Kind von Alexander“, legte Helen provozierend nach.

„Richtig“, entgegnete Gregor kühl. „Genau wie du. Also kümmere dich um deine Schwangerschaft. Und zerbrich dir nicht meinen Kopf.

Nachdem Gregor gegangen war, wiegte Helen nachdenklich den Kopf. Ihre Augen glitzerten verschlagen. Würde sich etwa doch noch alles zum Guten wenden? Es sah ganz danach aus, als würde Gregor wieder in greifbare Nähe rücken. „Ich kriege zwar kein Kind“, murmelte sie vor sich hin, „aber vielleicht doch den Mann, den ich will …“

Tanja stand kurz darauf mit verschränkten Armen und gerunzelter Stirn neben der Massageliege und beobachtete erstaunt, wie Gregor mit Fäusten auf sie einschlug und dabei fluchte wie ein Bierkutscher. Eigentlich hatte sie ihn angefunkt, um den verklemmten Mechanismus der Kopfstütze zu lösen … Was war nur los mit ihm? So hatte sie ihn noch nie erlebt.

Doch kurz darauf sollte sie erfahren, was ihn so quälte …

„Er stand völlig neben sich“, berichtete sie Laura später in der Mittagspause. „Ich dachte, der haut gleich alles kurz und klein.“ Aber da sie inzwischen wusste, was der Grund für Gregors Ausraster gewesen war, wunderte sie gar nichts mehr. „Mann, Laura, als er mir das gesagt hat, dass ihr keine Geschwister seid … Ich wäre fast in Ohnmacht gefallen!“

Ihre Freundin nickte. „Ich fühle mich, als wenn ich mich ständig irgendwo festhalten muss, weil mir der Boden unter den Füßen schwankt.“

Tanja ergriff mitfühlend ihre Hand. Sie kannte ihre Freundin: Laura hatte bestimmt vor lauter Kummer wieder einmal nichts gegessen. Entschlossen schob sie ihr einen Becher Joghurt hin und zwang sie mit strengem Blick, einige Löffel zu sich zu nehmen. „Und nun? Was soll jetzt werden?“, fragte sie nachdenklich.

Laura hielt inne. „Als Nächstes wird Alexander es erfahren – wenn er aus Barcelona zurück ist.“

„Das wird für ihn ein Mega-Schock … Ein Leben lang belogen von der eigenen Mutter. Hammerhart!“, erwiderte Tanja mit weit aufgerissenen Augen. „Was glaubst du, wie das wird …? Wenn du ihm zum ersten Mal gegenüberstehst und weißt, jetzt ist alles anders?“

Überfordert strich Laura sich übers Haar. „Ich weiß es nicht. Wir haben beide so darum gekämpft, aus unserer Liebe so was wie ein ‚geschwisterliches Verhältnis‘ zu machen.“

„Was ja nie so richtig funktioniert hat“, warf Tanja leise ein.

„Und jetzt war das alles umsonst. Der ganze Kummer, die ganze Verzweiflung.“ Tränen schimmerten in Lauras Augen.

„Trotzdem … Sei doch froh. Es ist vorbei. Euch steht nichts mehr im Weg.“

Laura sah sie unsicher an. „Du meinst, Alexander und ich …?“

„Ja, aber hallo!“ Tanja nickte entschlossen. „So eine Wahnsinns-Lovestory wie zwischen euch, das gibt es doch nicht alle Tage. Das muss einfach ein Happy End haben.“

„Und Gregor?“ Laura zuckte hilflos die Achseln. „Ihn liebe ich doch auch. Er ist ein wunderbarer Mensch und …“

Tanja sah ihr ernst in die Augen. „Aber du hättest dich nicht in ihn verliebt, wenn du das alles schon früher gewusst hättest, oder …?“

Robert war in seiner Mittagspause joggen gewesen und trabte jetzt langsam zum Hotel zurück. In Gedanken war er bei Miriam, die sich in Hamburg einige Wochen lang einer neuartigen Therapie unterzog. Solange diese Behandlung Chancen auf Heilung versprach, mussten sie durchhalten, so schrecklich sie einander auch vermissten. Ein Lächeln umspielte Roberts Mundwinkel, als er an die Geschichte von Prinzessin Miri, Ritter Robsi und Doktor Weißkittel dachte, die Miriam ihm am Morgen erzählt hatte. Nun nahm er mit „ihrem Lied“ im Ohr Kurs auf den „Fürstenhof“. Als er näher kam, glaubte er, seinen Augen nicht zu trauen: Auf dem Vorplatz hatte ein Taxi gehalten, aus dem gerade ein Rollstuhl gehoben wurde. Mit klopfendem Herzen rannte er die letzten Meter auf den Wagen zu und erblickte – Miriam. Sie saß auf dem Beifahrersitz und strahlte ihn an.

„Das glaube ich jetzt nicht!“, rief er glücklich.

„Dann küss mich – und ich beweise es dir!“

Das ließ Robert sich nicht zweimal sagen. Während er sie leidenschaftlich küsste, hob er sie aus dem Auto und wirbelte sie herum. „Warum hast du denn nichts gesagt? Ich hätte dich doch vom Flughafen abholen können. Und überhaupt, warum bist du denn schon wieder hier?“

Miriam strahlte mit ihm um die Wette. „Prinzessin Miri hat’s nicht mehr ausgehalten bei dem sadistischen Doktor Weißkittel … da hat sie eine Miet-Kutsche anspannen lassen, und die hat sie schnurstracks zu ihrem Ritter Robsi gebracht.“

Nachdem Robert Miriam in ihren Rollstuhl gesetzt hatte, hielten die beiden sich verliebt an den Händen und sahen einander tief in die Augen. Behutsam löste Robert sich von Miriam und schob den Rollstuhl in Richtung Eingang.

Unterdessen kamen Werner und Barbara im „Fürstenhof“ die Treppe zur Lobby herunter.

„Du hättest Laura sehen sollen“, sagte Werner bedrückt, als er daran dachte, wie seine Tochter ihn eiskalt hatte abblitzen lassen, als er sie vorhin zufällig im Garten getroffen hatte. Er blickte Barbara verzweifelt an. „Sie war außer sich.“

„Diese jungen Dinger sind eben ein bisschen emotional“, bemerkte Barbara und tätschelte beruhigend seine Hand. „Aber das wird wieder, glaub mir.“

„Das verzeiht sie mir nie.“ Werner starrte düster vor sich hin.

„Sie muss“, entschied Barbara mit Nachdruck. „Denk immer dran: Dich trifft keine Schuld. Du bist selbst Opfer.“

„Schon, aber sie hat ja recht. Ich hätte früher den Mund aufmachen müssen …“ Er hielt überrascht inne, als er Robert bemerkte, der just in diesem Moment Miriam durch die Eingangstür schob. Sollte sie nicht in Hamburg sein?

„Meine Kleine!“, rief Barbara. Für den Bruchteil einer Sekunde war sie angesichts des unerwarteten Anblicks vor Ärger erstarrt. Doch schon im nächsten Augenblick hatte sie eine glückliche Miene aufgesetzt und lief nun zu Miriam, um sie zu umarmen. „Du bist schon zurück?“

Werner wandte sich indes an Alfons, der hinter dem Rezeptionstresen stand und die Szene beobachtete. „Ein schönes Wiedersehen … Herzlich und unbelastet.“

Alfons wusste genau, was der Seniorchef meinte. Nachdem Laura ihn am Vormittag erst wieder angeblafft und ihm prophezeit hatte, Alexander würde darüber entsetzt sein, wie zynisch, kaltherzig und unmenschlich sein leiblicher Vater war, fühlte er sich beim Gedanken an dessen Heimkehr zunehmend unwohl. „Aber was wird morgen sein, wenn Alexander zurückkommt …?“, fragte er leise.

„Daran möchte ich gar nicht denken!“ Werner wechselte einen bangen Blick mit dem Portier. Allein Lauras Reaktion hatte ihnen beiden nur allzu bewusst gemacht, was sie mit ihrem Schweigen angerichtet hatten und durch welche Hölle ihre Kinder deswegen gegangen sein mussten.

„Werner! Wo bleibst du denn?“, riss Barbaras Stimme die beiden Männer aus ihren finsteren Gedanken. „Komm und sag Miriam Hallo!“

„Bin ja schon da!“ Werner nickte Alfons entschuldigend zu und wandte sich mit einem aufgesetzten Lächeln seiner Geliebten und ihrer Stieftochter zu. „Miriam! Wie schön, dass du wieder da bist.“

Laura spazierte an Gregors Seite durch den Park und biss schweigend in das Panino, das er ihr als Nachmittagssnack mitgebracht hatte. Sie hatte sich gerade aufgebracht mit Hildegard unterhalten, und die Worte der Köchin hatten sie trotz aller Wut, die sie nach wie vor auf Werner und Alfons verspürte, nachdenklich gemacht. Sie glaubte Hildegard: Für ihren Mann musste eine Welt zusammengebrochen sein, als er von Charlottes Lüge erfahren hatte und ihm klar geworden war, dass er Alexander hatte aufwachsen sehen, ohne auch nur zu ahnen, dass Alexander sein Sohn war.

„Laura, ich … ich hab mir gerade eine Arztpraxis angesehen …“, begann Gregor vorsichtig. „Und jetzt rate mal, wo!“

„Keine Ahnung. In München?“, vermutete sie abwesend.

„Nein. Hier bei uns, unten im Dorf.“

„Ach.“

„Die Ausstattung ist wirklich nicht schlecht. Und die Patientenkartei kann sich auch sehen lassen.“ Er strahlte sie begeistert an. „Was würdest du davon halten? Meinst du, ich würde einen guten ‚Dorf-Doc‘ abgeben?“

Laura betrachtete ihn unsicher. „Ja, also … du würdest dich damit doch ziemlich festlegen.“

„Du hast gesagt, du möchtest hierbleiben, weil das dein Zuhause ist“, erinnerte er sie an ihr morgendliches Gespräch. „Also bleibe ich auch. Weil du hier bist. Weil unser Kind hier aufwächst und weil ich hier meine kleine Praxis habe.“

„Das klingt alles sehr schön …“

Zu schön …?“, fragte Gregor enttäuscht.

Bedrückt erkannte Laura, dass er sich etwas mehr Begeisterung erhofft hatte. Trotzdem entschied sie sich dafür, ehrlich zu sein. „Du, in meinem Leben ist nichts mehr so, wie es war. Ja, ich habe gesagt, dass ich nicht weg will vom ‚Fürstenhof‘. Aber ich weiß doch überhaupt nicht, wie sich alles entwickelt …“

„… wenn Alexander erst einmal die Wahrheit erfahren hat“,ergänzte Gregor voller Bitterkeit und atmete tief durch. „Findest du denn nicht, dass das ein Wink des Schicksals ist?“

„Was?“

„Na, die Praxis! Dass die ausgerechnet jetzt frei wird. Und dann noch direkt vor unserer Haustür.“

Schicksal …“, wiederholte sie leise, wie zu sich selbst. „Hör mir bloß auf mit Schicksal.“

„Außerdem will ich nicht ewig Haustechniker bleiben“, fuhr Gregor unbeirrt fort. „Ich freue mich auf meinen alten Beruf als Arzt.“

„Das verstehe ich ja auch.“ Laura spürte, dass sie das Gegenteil von dem sagte, was er hören wollte – doch es ging nicht anders. „Bitte entscheide das für dich alleine. Denk dabei nicht an mich. Du musst es für dich wollen – ganz unabhängig von mir.“

Ihre Worte enttäuschten ihn zutiefst. „Vielleicht hast du recht …“, sagte er gefasst. „Ich sollte mir das Ganze wirklich noch mal in Ruhe überlegen.“

Selbst als Gregor später die Praxis, die einen sehr guten Eindruck machte, besichtigt hatte, war er noch frustriert.

Helen, die ihn im Personalraum traf, sah ihm das an der Nasenspitze an. Sofort ergriff sie die Gelegenheit und streute Salz in die Wunde. „Laura hat bestimmt nichts dagegen, bald die ‚Frau Dorf-Doktor‘ zu sein.“

„Laura hat im Moment andere Sorgen“, blockte Gregor ab. „Sie überlässt mir die Entscheidung.“

Sie musterte ihn aufmerksam. „Das kann ich mir vorstellen“, heuchelte sie mitleidig. „Weil sie nicht weiß, was sie will. Oder besser: zu wem sie will.

Gregor hob genervt die Hände. „Helen, bitte! Wie gesagt, es ist meine Entscheidung! Und ich habe immer von einer kleinen Praxis geträumt.

„Ja, aber stell dir doch mal vor, Laura entscheidet sich doch für Alexander. Willst du dir das antun? Ich meine, du guckst aus dem Fenster deines Sprechzimmers und siehst jeden Tag das strahlende junge Glück vorbeispazieren.“

Gregor hatte keine Lust, sich das länger anzuhören, und stand hastig auf. „Zwischen mir und Laura ist alles in Ordnung. Und außerdem ist das Ganze eh noch nicht spruchreif. Schließlich muss ich die Praxis erstmal finanziert kriegen.“

„Na, das dürfte doch wohl kein Problem sein“, bemerkte sie zynisch. „Wenn zwischen Laura und dir ‚alles in Ordnung‘ ist, wie du sagst, dann bist du doch bald ein angeheirateter Saalfeld. Meinst du nicht, dass Schwiegerpapa dir dann ein bisschen unter die Arme greifen wird?“

Gregor griff nach seinem Werkzeugkasten. „Das kommt überhaupt nicht infrage. Entweder die Bank bewilligt mir einen Kredit – oder ich schlag mir die ganze Sache aus dem Kopf.“ Er wandte sich zum Gehen.

„Sag mal, wenn alles klappt …“, hielt Helen ihn zurück. „Kann ich dann bei dir als Sprechstundenhilfe anfangen?“

Sein abschätziger Blick und seine ablehnende Reaktion wurmten sie am Abend noch immer so sehr, dass sie beschloss, ihre Chance zu nutzen, als Werner sie einlud, ihr bei einem späten Glas Wein Gesellschaft zu leisten.

Nach dem harmlosen Geplänkel über ihre Schwangerschaft warf sie ihren Köder aus.

„Mir geht es wirklich gut hier, und dafür bin ich Ihnen auch dankbar. Aber ich mache mir große Sorgen um Gregor, jetzt, wo die Karten ja vielleicht ganz neu gemischt werden.“

Werner sah sie einen Moment lang irritiert an, bis ihm klar wurde, was sie meinte. „Ah … Sie wissen also auch schon davon.“

„Ja.“ Helen sah ihn betont bedrückt an. „Es ist furchtbar. Ich kenne Gregor nun schon so lange, und nach dem Tod meiner Schwester Sophia habe ich ihm nichts mehr gewünscht, als dass er irgendwann eine neue Liebe findet.“

Werner nickte nachdenklich. „Laura und Gregor sind ja auch ein ganz entzückendes Paar …“

„Die Frage ist nur, ob sie es bleiben.“

„Darüber mache ich mir auch so meine Gedanken … und überhaupt, wie alles weitergehen soll.“

„Was sagt Laura?“, erkundigte Helen sich vorsichtig.

Werner sah sie verletzt an. „Sie spricht nicht mehr mit mir.“

„Sie ist eben ein bisschen aus dem Gleichgewicht geraten“, beschwichtigte Helen ihn sanft. „Aber Gregor liebt sie … und er hat auch einen ganz wunderbaren Plan, um sie wieder zu erden. Verstehen Sie, damit wieder Ruhe und Stabilität in ihr Leben kommt.“

Werner horchte auf. „Einen Plan? Wissen Sie Näheres darüber?“

Miriam hatte ein ganz schlechtes Gewissen, als sie am nächsten Morgen leise und mit leuchtenden Augen in die Wohnung der Saalfelds gerollt kam. Barbara saß bereits am Frühstückstisch. Bestimmt war sie ärgerlich, weil ihre Stieftochter sich nach ihrer Ankunft nicht mehr hatte blicken lassen, sondern stattdessen in Roberts Wohnung verschwunden war. Die beiden hatten ihr Wiedersehen voller Leidenschaft gefeiert – und das Bett erst gerade wieder verlassen.

Barbara lächelte wissend. „Ich verstehe ja, dass du dich erst mal ganz deinem Robert widmen wolltest … und nicht deiner armen einsamen Stiefmutter.“

„Du bist doch sauer“, kommentierte Miriam trocken.

„Nein, Miriam, das bin ich wirklich nicht.“ Sie setzte ein ernstes Gesicht auf. „Ich war gestern höchstens ein wenig enttäuscht.“

„Weil ich die Therapie abgebrochen habe …?“

Barbara nickte. „So kenne ich dich gar nicht“, entgegnete sie. „Bis jetzt bist du doch immer tapfer am Ball geblieben.“

„Ja. Aber nun reicht es langsam. Ich will einfach keine Behandlungen mehr.“

Barbara runzelte missbilligend die Stirn. „Wenigstens diese eine hättest du noch durchhalten sollen! Du weißt doch, dass mit der Elektrostimulation schon vielen Patienten geholfen werden konnte.“

Miriam zuckte mit den Schultern. „Schön für die anderen. Ich gehöre offensichtlich nicht dazu.“

„Das kann man doch gar nicht sagen. Nach so kurzer Zeit.“ Barbaras Augen funkelten angriffslustig.

„Doch. Das spüre ich.“

„Was sagt denn Robert dazu? Er hat doch sicherlich auch gewollt, dass du weitermachst.“

„Er ist einfach nur glücklich, dass ich wieder hier bin.“ Miriam konnte sich ihr seliges Lächeln nicht länger verkneifen. „Und ich bin es auch! Hier zu sein bei Robert …“ Sie blickte verträumt in das immer missmutiger werdende Gesicht ihrer Stiefmutter und fügte hastig hinzu: „… und bei dir und Werner und der ganzen Familie …“

„Ja?“ Barbara lächelte gequält.

Miriam glühte vor Glück. „Robert ist für mich endlich die Therapie, die mir wirklich hilft.“

In Gedanken versunken stapfte Laura durch den Park und grübelte, wie es nun weitergehen sollte.

Werner hatte ihr gerade angeboten, Gregor einen zinslosen Privatkredit einzuräumen. Das war eben seine Art, um Verzeihung zu bitten. Und auch wenn sie ihm „Scheckbuch-Mentalität“ vorgeworfen hatte, hatten seine Worte sie durchaus gerührt. „Auch wenn du mich nicht mehr als deinen Vater willst“, hatte er gesagt, „du wirst immer meine Tochter bleiben. Die ich liebe. Und für die ich mir nichts mehr wünsche, als dass sie glücklich ist.“ Und wenn er schon ihre Probleme nicht lösen könne, wolle er wenigstens dafür sorgen, dass sie sich finanziell keine Gedanken machen müssten.

Laura lächelte schief. Für Gregor wäre das ideal, zumal der am Tag zuvor erfahren musste, dass die Banken ihm als Vorbestraftem nicht einen Cent für seinen Neuanfang gewähren würden. Und schließlich liebte sie Gregor. Er würde also die Praxis übernehmen, und ihr Leben würde sich am „Fürstenhof“ abspielen.

Laura nickte nun zufrieden, bevor ihr Blick in die Ferne schweifte und sich ein Ausdruck von Verzweiflung auf ihr Gesicht legte. Was wäre dann mit Alexander, dem Mann, von dem sie ein Kind bekam und mit dem sie sich nichts sehnlicher gewünscht hätte? Jetzt könnten wir glücklich werden, dachte sie sich, und unser Kind wäre ein Kind der Liebe.

Sie fröstelte und zog ihren Mantel enger um sich, als könnte er ihr Halt geben. Eines war klar: Für Alexander gab es keinen Grund mehr, auf seine Vaterschaft zu verzichten. Der Traum von der kleinen glücklichen Familie mit Gregor war wohl ausgeträumt.

Zum Glück habe ich noch einen Tag Zeit, um darüber nachzudenken, dachte sie, als neben ihr ein Auto anhielt.

Die Tür öffnete sich.

„Alexander …“ Laura traute ihren Augen nicht. „Was … was machst du denn hier? Ich dachte, du … du …“

„Hallo, Laura!“ Alexander lächelte charmant. Er sah blendend aus.

Während Laura immer noch um Fassung rang, gingen sie gemeinsam Richtung Hotel.

„Erst hat mir das überhaupt nicht in den Kram gepasst, dass Vater mich … also dass ich so plötzlich nach Barcelona fahren sollte“, erzählte Alexander. „Aber der Kongress der Hoteliers, einmalig. Ein Glück, dass mir das nicht entgangen ist. Die ganzen neuen Kontakte, die ich knüpfen konnte …“

„Freut mich“, hörte Laura sich sagen.

„Und weißt du, was das absolute Highlight war?“

„Nein.“

Alexander warf sich in die Brust. „Ich bin gefragt worden, ob ich nicht die Leitung eines Fünf-Sterne-Hauses übernehmen will.“

Laura blickte ängstlich zu ihm hinüber. „Was? Wo denn?“

„Vor den Toren Madrids. Wunderschön gelegen! Ein Hotel, grandios! So etwas hast du noch nicht gesehen!“ Er sah sie stolz an. „Ich habe zugesagt. Ich packe jetzt also meine Koffer. Und weg bin ich. Für immer.“

„Nein, Alexander!“, stieß Laura leise hervor.

„Du weißt auch, dass es die beste Lösung ist.“

„Ist es eben genau nicht.“ Sämtliche Farbe war aus ihrem Gesicht gewichen.

„Du kannst mit Gregor glücklich werden. Und für unser … für euer Kind macht das doch auch Sinn.

„Ja, aber ich …“ Völlig vor den Kopf gestoßen blieb sie stehen, während er weiter Richtung Hotel ging. „Alexander, warte!“

Er hielt inne und sah sie unwillig an. „Jetzt versuch bitte nicht, mir das auszureden. Ich will weg! Und ich weiß, dass es die richtige Entscheidung ist.“

„Vielleicht ja auch nicht, Alexander.“ Verzweifelt lief sie zu ihm und klammerte sich an seinen Ärmel. „Da ist etwas, das du erfahren musst. Ich weiß es auch erst ganz kurz …“

Er löste sich sanft, aber bestimmt aus ihrem Griff. „Laura, jetzt krieg dich mal wieder ein.“

„Wir haben beide lange geglaubt, dass wir …“, begann sie stockend.

„Ja, was denn?“

„Es war alles eine Lüge.“ Laura schüttelte den Kopf. „Wir sind keine Geschwister!“

2. KAPITEL

Alexander starrte Laura, die schwer atmend vor ihm stand, ungläubig an. „Was redest du? Soll das ein Witz sein?“

„Nein! Sie haben uns alle belogen. Dein Vater, deine Mutter, Alfons …“, erwiderte sie zitternd.

„Meine Eltern? Wieso Alfons …?“ Er wich perplex zurück. „Wir sind nicht verwandt? Ist das wahr?“

Laura nickte fest. „Ja.“

Er schüttelte den Kopf, und nachdem er die Worte und ihre Bedeutung wirklich erfasst hatte, breitete sich ein Strahlen auf seinem Gesicht aus. „Es ist vorbei!“, rief er aufgekratzt und wirbelte Laura im Kreis herum. „Die ganze Quälerei ist zu Ende! Wir sind frei!“

„Alexander, warte, da ist jetzt aber noch etwas …“, protestierte sie schwach.

Seine Augen glänzten. „Laura, weißt du, was das bedeutet? Du und ich … unser Kind … wir müssen uns nicht länger schämen.“

„Alexander, hör doch mal …“

Er lachte übermütig. „Und dieser blöde Vaterschaftstest hat angeblich bewiesen, dass Werner dein Vater ist.“

„Das ist er ja auch!“

Er erstarrte. „Wie? Ich verstehe nicht …“

Laura berührte sanft seine Schulter. „Ich weiß, es ist furchtbar schwer, aber …“

Was! Jetzt sag schon!

„Du bist nicht Werners Sohn“, sagte sie leise.

„Natürlich bin ich das.“ Alexanders Knie wurden weich. „Ich bin Alexander Saalfeld, der Sohn von Charlotte und Werner Saalfeld.“

Laura schüttelte mitfühlend den Kopf. „Charlotte ist deine Mutter …“

„Und mein Vater?“, fragte er tonlos und wurde bleich. „Wer ist mein Vater?“

„Alfons Sonnbichler.“

Alexander blieb fast die Luft weg. „Ich fasse es nicht!“, murmelte er schließlich ungläubig. „Meine Mutter und Alfons …“

„Sie hatten eine Beziehung“, sagte Laura und klärte ihn darüber auf, dass Charlotte von Alfons schwanger geworden war, bevor sie Werner kennengelernt hatte. „Sie hat das erst später gemerkt und es niemandem gesagt.“

Alexander schüttelte traurig den Kopf. „Sie hat uns alle belogen! Meine brave Mutter hatte es faustdick hinter den Ohren!“

„Sie hat es Alfons erst sehr spät gebeichtet“, erklärte Laura. „Und Werner hat es erst nach ihrem Tod erfahren.“

„Sie wissen es seit Monaten und haben es uns nicht gesagt?“, rief er empört. „Sie wussten doch, dass wir uns lieben, dass wir zusammengehören! Warum haben sie uns so gequält?“

„Ich war auch wahnsinnig wütend, aber sie hatten gute Gründe. Du warst mit Katharina verheiratet.“

Alexander schnaubte verächtlich. „Du nimmst diese Bande noch in Schutz? Bist du verrückt? Katharina hat mich verlassen. Warum hat da niemand mit mir geredet? Du bist schwanger von mir. Und keiner macht den Mund auf?“

„Weil ich Gregor heiraten wollte“, flüsterte Laura.

„Und wenn du mit ihm verheiratet wärst, und wenn ihr Silberhochzeit feiern würdet … Sie hätten es uns sagen müssen!“

Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und stürmte auf den „Fürstenhof“ zu.

Aufgebracht kam er in die Lobby und steuerte direkt auf Alfons zu, der sich gerade bemühte, einem Gast eine Fahrradroute zu erklären. Kaum hatte er Alexander entdeckt, sah er an seinen blitzenden Augen, dass sein Sohn mittlerweile die Wahrheit kannte.

„Ich habe eben Laura getroffen“, knurrte Alexander.

„Dann weißt du alles.“ Alfons sah ihn entmutigt an. „Alexander, es tut mir so schrecklich leid …“

Weiter kam er nicht, denn Alexander packte ihn zornig am Kragen. „Ist das alles? Nach all den Lügen?“

Werner, der soeben die Treppe hinunterkam, erfasste auf einen Blick, was sich zwischen den beiden abspielte. Er eilte durch die Lobby, trennte die beiden und schob den überrumpelten Alexander in sein Büro, während Alfons zurückblieb und sich schwankend am Tresen festhielt. Werner schloss die Tür hinter sich und drehte sich aufgebracht zu Alexander um. „Du kannst doch vor den Gästen nicht so ein Theater veranstalten!“

Alexander war außer sich vor Wut. „Ich erfahre, dass du nicht mein Vater bist … und du machst dir Gedanken über die Gäste!“

„Deine Schwester hat es dir gesagt, stimmt’s?“

Alexander sprang auf. „Ich will dieses Wort nie wieder hören. Nie wieder!“, brüllte er. „Laura ist nicht meine Schwester!“

„Meine Güte, Alexander“, verteidigte Werner sich, „ich weiß es doch auch erst seit Kurzem.“

Doch Alexander war nicht zu bremsen. Außer sich vor Wut warf er Werner vor, der Fusion wegen geschwiegen zu haben. „Du hast mich und Laura für ein gutes Geschäft verraten“, sagte er mit eiskalter Stimme. „Du hast deine Kinder verkauft.“

Werner ließ sich entsetzt in einen Besucherstuhl sinken. „Das ist nicht wahr“, verteidigte er sich schwach. „Du warst mit Katharina verheiratet. Und Laura war glücklich mit Gregor. Hätte ich das alles zerstören sollen?“

„Werner Saalfeld, der große Beschützer“, höhnte Alexander. War dem Mann, den er so lange für seinen Vater gehalten hatte, denn nicht klar, dass Laura nur aus Verzweiflung mit Gregor zusammen war, weil sie den Mann, den sie für ihren Bruder gehalten hatte, nicht haben durfte? „Verdammt noch mal! Sie bekommt ein Kind von mir! Als du das erfahren hast, warum hast du dein verlogenes Maul nicht aufgemacht?“

„Sie liebt Gregor, sie will es mit ihm aufziehen. Nicht mit dir“, sagte Werner langsam, Alexanders Antwort bereits ahnend und wissend, dass er recht haben würde.

„Weil sie bis jetzt geglaubt hat, dass ich ihr Bruder bin! Nur deswegen!“, schrie Alexander, während Werner sich gequält nach vorne sinken ließ und sein Gesicht in seinen Händen verbarg. „Inzest!“, knurrte Alexander. „Ich hätte für zwei Jahre ins Gefängnis kommen können. Lässt ein liebender Vater so was zu?“ Dann wandte er sich ab. Er fühlte nichts als Verachtung. „Aber du bist ja nicht mein Vater. Du bist ja nur Werner Saalfeld. Ein skrupelloser Mann, der sich nur für Frauen und Geschäfte interessiert.“

Hildegard erwischte indes ihren Mann mit einem Ohr an der Bürotür, die vor seiner Nase zugeschlagen worden war, während das Telefon an der Rezeption Sturm klingelte – doch als sie nun in Alfons’Gesicht blickte, aus dem jegliche Farbe gewichen war, blieben ihr die Vorwürfe im Halse stecken.

„Alexander ist zurück“, flüsterte er tonlos. „Er weiß alles.“

Hildegard erschrak und drückte ihr Ohr ebenfalls gegen die Tür von Werners Büro, aus dem laute Stimmen drangen. „Hoffentlich gibt das nicht Mord und Totschlag!“, wisperte sie und ignorierte Alfons’ tadelnden Blick. „Du musst was tun!“

„Ich?“

„Wer denn sonst? Dich geht das alles genauso viel an wie Werner Saalfeld.“

Ihr Mann sah sie hilflos an. „Ich kann mich doch nicht in Familienangelegenheiten einmischen.“

„Hast du es schon wieder vergessen? Alexander ist dein Sohn“, konterte seine Frau entschieden. „Schluss jetzt mit dem Versteckspiel: Du bist sein Vater!“ Sie drückte liebevoll seine Hand und nickte ihm aufmunternd zu. „Geh jetzt da rein! Dein Sohn braucht dich.“

Alfons schloss eine Sekunde lang die Augen, um Kraft zu sammeln. Sie hatte recht. Entschlossen drückte er die Klinke hinunter und trat in dem Moment ein, in dem Werner Saalfeld Alexander zutiefst verletzt anblickte.

„Wie kannst du so mit mir reden?“, sagte der Senior mit zitternder Stimme. „Ich habe dich großgezogen. Ich habe deine Windeln gewechselt. Ich habe dir Gutenachtgeschichten erzählt. Ich habe die teuersten Schulen für dich bezahlt, und du behandelst mich wie … wie Abschaum.“

„Herr Direktor, reißen Sie sich zusammen!“, mischte Alfons sich unvermittelt ein.

Werner fuhr herum. Er hatte nicht bemerkt, dass Alfons hereingekommen war. „Was fällt Ihnen ein, hier reinzuplatzen!“, polterte er los. „Das hier geht nur Alexander und mich was an. Verschwinden Sie! Sofort!“

Doch der Portier ließ sich nicht einschüchtern. „Das hier geht mich sehr wohl etwas an! Schließlich geht es um meinen Sohn.“

„Hör auf! Alfons hat völlig recht.“ Alexander stellte sich zwischen die beiden Kontrahenten und sah Werner ruhig an. „Lass mich mit ihm allein.“

„Nein, mein Lieber, wir sind noch nicht fertig miteinander.“

„Später. Geh jetzt. Bitte!“

Nachdem Werner die Tür mit einem lauten Knall hinter sich ins Schloss geworfen hatte, ließ Alexander sich erschöpft auf den Besucherstuhl fallen und starrte mit leerem Blick vor sich hin. Alfons betrachtete ihn hilflos.

„Alexander …?“, brach er das schier endlose Schweigen mutig. „Es war ein Fehler. Ein unverzeihlicher Fehler.“ Müde ließ er den Kopf sinken. „Wir hätten Ihnen … ich hätte Ihnen die Wahrheit sagen müssen. Schon lange.“

Er erntete einen dankbaren Blick. Sein Sohn registrierte sehr wohl, dass Alfons sich im Gegensatz zu Werner nicht verteidigte. „Lass doch das alberne Gesieze“, sagte Alexander und bat ihn, sich ebenfalls zu setzen. „Wie war das mit Mutter und Ihnen … und dir?“

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