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Hemmungslos in Hollywood - Caprice

Inhalt

  1. Cover
  2. Caprice - Die Erotikserie
  3. Über die Autorin
  4. Caprice - Maren & Sophie
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Hemmungslos in Hollywood
  8. In der nächsten Folge …

Caprice – Die Erotikserie

Maren und Sophie sind beste Freundinnen und Journalistinnen bei Deutschlands größtem Boulevardmagazin BLITZ. Sie berichten von Events überall auf der Welt, die der internationale Adel, die High Society und Prominente aus dem Showgeschäft besuchen. Für ihre Artikel recherchieren sie knallhart – mit vollem Körpereinsatz …

Caprice ist eine Erotikserie, die monatlich in abgeschlossenen Folgen erscheint. In den einzelnen Folgen geht es mal härter und mal sanfter zu. Dafür sorgen die unterschiedlichen Autoren, die für diese Serie schreiben. Da jeder Autor seinen eigenen Stil hat, ist Caprice Folge für Folge ein neues erotisches Leseerlebnis.

Über die Autorin

Nina Schott, Jahrgang 1972, lebt mit ihrem Mann und mehreren Söhnen in Berlin. Dem Testosteron-Überschuss im Haus wird sie als Autorin Herr, äh Frau, indem sie von Zeit zu Zeit in die Leben ihrer Protagonisten abtaucht. Ihr Herz schlägt für das Verfassen von erotischen Abenteuern sowie ChickLit-Komödien.

Caprice – Maren und Sophie

Maren, die Unschuld vom Lande – das ist zumindest ihre Masche. Dass sie nicht so unschuldig ist, wie sie tut, haben schon die Dorfjungs, mit denen Maren in einem norddeutschen Kaff aufwuchs, am eigenen Leib erleben dürfen. Da sie die Jungs nur aus Langeweile vernaschte, zog es sie in die Großstadt, und sie landete bei Deutschlands größtem Boulevardmagazin BLITZ. Maren weiß, dass ihre mädchenhafte, naive Art den Beschützerinstinkt bei Männern weckt und nutzt diese Tatsache für ihre Zwecke. Trotzdem hofft sie, damit auch ihrem Mr. Right zu begegnen. Und so lange sie den noch nicht gefunden hat, vertreibt sie sich die Zeit mit den Stadtjungs …

Spontan, dominant, durchsetzungsstark – das ist Sophie, der selbstbewusste Vamp mit französischen Wurzeln. Aufgewachsen in einem Pariser Vorort hat sie früh gelernt, sich alleine durchzuboxen. Schon damals merkte sie, dass sie eine gewisse Anziehung auf Männer ausübt – und bekam auch so die Stelle beim BLITZ. Ihre neugierige Reporternase führt sie nicht nur zu exklusiven Topstorys, sondern auch in Situationen, bei denen sie ihre Phantasien ausleben kann. Denn das findet sie viel spannender, als die große Liebe zu suchen. Außerdem ist ihr Körper zu wertvoll, um nur von einem Mann bewundert zu werden …

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Nina Schott

Hemmungslos
in Hollywood

»Mädels, ich habe euch etwas mitzuteilen. Nehmt Platz.«

Mit Mädels waren Maren und Sophie gemeint, die das Büro ihres Chefs soeben betreten hatten und von ihm auf zwei Stühle verwiesen wurden. Die beiden Kolleginnen warfen sich einen argwöhnischen Blick zu. Ihnen war nicht ganz klar, was das zu bedeuten hatte. Bei Stein, ihrem Chefredakteur, war alles möglich. Er konnte von einer auf die andere Minute ausrasten, und was als vielversprechende Lobesrede begann, konnte ratzfatz in einem Desaster enden. Wenn seine Laune kippte, dann war nicht gut Kirschen essen mit dem alten Stein.

»Lori!!!« Der Schrei musste bis über die Grenzen Hamburgs zu hören gewesen sein. »Ich brauche die Tickets!«

Entweder ging Stein davon aus, dass seine Sekretärin ihn anders nicht verstand, oder die Gelegenheit hatte sich für Lori in all den Jahren ihrer Tätigkeit bei der BLITZ nicht ergeben, den Chef zu mehr Höflichkeit zu erziehen.

»Ihr seid dieses Jahr am Zug.«

Das hörte sich vielversprechend an …

»Nicht, dass ihr denkt, ich bin plötzlich sentimental geworden«, Stein war darum bemüht, seine ernste Miene beizubehalten, »aber eure Arbeit hat mich eben überzeugt.«

Natürlich war ihm klar, dass der Job, den er ihnen gleich in Auftrag geben würde, unter den Mitarbeitern heiß begehrt war. Das Wetter, die Location, der Glamour! L.A. hatte einiges zu bieten. Außerdem kannte er seine Pappenheimer. Er betete, dass sich die Reaktionen der Damen im Rahmen hielten. Mit überschwänglichen Gefühlen hatte er es noch nie gehabt.

Ein vorfreudiges Kribbeln breitete sich in Sophies Magengegend aus, die im Stillen ahnte, worauf er hinaus wollte. Im Februar gab es nur ein Event, das für ihre Redaktion in Frage kam. Und was für eins!

Lori kam mit den gewünschten Papieren herein. »Ist das nicht großartig, Kinder? Da kann man dem Chef zu seiner Entscheidung nur gratulieren. Ihr seid genau die Richtigen für die Oscar-Verleihung!«

Sophies Herz machte einen Satz. Ein Zustand, in den sie nur der Kauf neuer Manolos oder Sex versetzte.

Maren gab ein überraschtes Aufkeuchen von sich.

Stein lief rot an. »Hab ich Sie nach Ihrem Urteil gefragt?!«, blaffte er seine Sekretärin an. Er war der Überbringer dieser Sensationsnachricht. Nicht sie! »Gut, dann ist’s eben raus. Was soll’s. So ist das eben, wenn man nur von Dilettanten umgeben ist …«

Lori trat ohne einen weiteren Kommentar den Rückzug an. Doch bevor sie aus dem Zimmer huschte, zwinkerte sie Maren und Sophie verschwörerisch zu.

»Hier, Flugtickets und Presseausweis«, grummelte Stein. »I-Visum ist beantragt, müsste jeden Tag durch sein.« Er fuchtelte mit seiner Hand herum, als ob es sich um die belanglosesten Dokumente der Welt handelte.

Maren hätte am liebsten einen Jubelschrei ausgestoßen. Tat sie aber nicht. Auch wenn sie es kaum abwarten konnte, die Unterlagen in ihrer neuesten Louis-Vuitton-Errungenschaft zu verstauen.

Dafür war Sophie zuständig. Ohne Vorwarnung und frech wie Oskar, hüpfte sie um den chaotischen Schreibtisch ihres Vorgesetzten herum und drückte dem verdatterten Stein einen Schmatzer auf die Wange.

Dass er von Maren und ihr erwartete, für die Academy Awards alles andere stehen und liegen zu lassen, war mal wieder typisch. Dennoch: Als bestes Pferd im Stall – und nichts anderes bedeutete Steins Vertrauensbeweis – musste man parieren, wenn der Chef die Sporen gab. Ein Kinderspiel, wenn das Reiseziel Los Angeles hieß!

Selten hatte Stein seine Schützlinge, vor allem diese beiden Exemplare, sprachlos erlebt. Doch mit dem zusätzlichen Tausender für Sonderausgaben – gedacht für die Anschaffung einer Hollywood angemessenen Garderobe –, war dies ausnahmsweise mal der Fall. Wenn er es auch offiziell nicht zugab, seine Spendierhosen trug er nicht nur, um das Team Janson & Caprice zu Höchstleistungen zu motivieren. Tief im Innern mochte er sie wirklich. Sie waren die Einzigen, die ihm Paroli boten. Nicht wie die anderen Schleimer, die alles für ihn taten, um an Aufträge zu kommen. Diese Mädels schlugen sich mit anderen Waffen, und das gefiel ihm.

Nach Marens eher verhaltener Reaktion in Steins Büro – Offensiven überschwänglicher Natur überließ sie stets ihrer besten Freundin –, flippte sie erst richtig aus, nachdem sie an ihren Schreibtisch zurückgekehrt war. Wie ein Kind, das sein Schlagzeug bearbeitete, trommelte sie mit ihren Fingern auf den Schreibtisch ein. Das alles war so aufregend! Die Berlinale und die Filmfestspiele in Cannes waren großartig gewesen. Aber die Oscars! Der weltweit wichtigste und begehrteste Filmpreis! Er setzte dem ganzen die Krone auf, denn da kamen alle: namenhafte Schauspieler, internationale Produzenten und die High Society.

Sie wirbelte in ihrem Stuhl herum und blickte auf die Hauptstraße unter ihrem Fenster im dritten Stock, wo der Feierabendverkehr in vollem Gange war. Palmen, sonnengebräunte Schönheiten und Stars, wohin das Auge reichte. Maren sah sich und Sophie bereits auf dem Hollywood Boulevard vor dem Kodak Theatre stehen, das nach der Pleite des ehemaligen Namensgebers Kodak nun frisch in das Hollywood & Highland Center von Los Angeles umbenannt worden war. Sie würden mit ihren schmucken Kleidchen brillieren, deren Beschaffung ab sofort oberste Priorität auf der Agenda einnahm. Auf ihrer imaginären Agenda selbstverständlich. Was wollte man mehr?

Wenn man an den Teufel dachte … Sophie ließ nicht lange auf sich warten. Schon stand der quirlige Rotschopf mit einer Piccolo-Flasche Champagner in der Tür. Allem voran ihr üppiger Vorbau.

»Siehst du, ich sag’s doch immer wieder: Dieses Zeug im Kühlschrank zu horten, ist goldrichtig. Wir werden uns jetzt erst mal auf Augenhöhe mit den Stars begeben! Die ernähren sich ja praktisch von dem Zeug. Los, beweg deinen Hintern und besorg uns zwei Gläser, Schätzchen.«

»Ich befinde mich bereits mitten in der Vorberichterstattung, und du willst, dass ich mich betrinke? Tssst.«

Sophie kommentierte Marens nicht ganz ernst gemeinte Frage mit dem Öffnen der Flasche, deren Inhalt sogleich munter vor sich hin auf das Parkett tropfte. »Merde!«

»Na, das fängt ja gut an«, grinste Maren. »Jetzt weiß ich auch, warum du immer in meinem Büro anstoßen willst.« Kichernd öffnete sie eine Schublade und holte zwei Wassergläser hervor. Nicht standesgemäß, aber zweckmäßig. »Auf die Oscars!«, rief sie feierlich.

»Auf unsere geilen Ärsche in noch geileren Fummeln, ma chère!«, meinte Sophie augenzwinkernd. »Hollywood, wir kommen!«

***

Die Taxifahrt von Hamburg-Eppendorf, wo Maren und Sophie ihr buntes WG-Leben führten, bis zum Flughafen der Stadt würde rund zwanzig Minuten in Anspruch nehmen. Kein Stress also. Doch die Tatsache, dass Maren bereits seit einer halben Stunde unten vor der Tür im Auto auf ihre Freundin wartete, ließ sie doch nervös werden. Sie hatte sich in ihr I-Phone vertieft, war zum hundertsten Mal die Pressetermine durchgegangen, die sie in Los Angeles erwarteten, und hatte sich auf den Internet-Seiten der Konkurrenz umgesehen. Das gehörte zur Vorbereitung.

Fakt war, dass sich die BLITZ hinter den Berichten von Gala, Bunte & Co. keinesfalls verstecken musste. Ganz im Gegenteil: Das Blatt ruderte ganz vorne mit. Maren steuerte ihren Teil dazu bei, und ganz besonders erfüllte es sie mit Stolz, wenn eine Titelstory dabei heraussprang. Sie würde sich mächtig ins Zeug legen, wenn der einzigartige Clooney erst einmal vor ihr saß. Ihr persönliches Highlight! Aber auch ohne ein Interview mit dem smarten Womanizer würde Stein der Oscar-Verleihung mehrere Seiten exklusiv einräumen. Und die sollten bahnbrechend werden!

Beim Blick auf die Uhr verging Maren jedoch jegliches Hochgefühl, denn langsam wurde die Zeit knapp. Sie hasste es, sich zu verspäten. Und noch mehr, durch den Flughafen zu hetzen, wo doch der Tag so entspannt begonnen hatte. Genervt wählte sie Sophies Nummer.

In diesem Augenblick erschien das Enfant terrible im Hauseingang und winkte so unbeschwert herüber, als ob sie alle Zeit der Welt hätten. Maren war gespannt, was ihre Freundin diesmal für eine Entschuldigung parat hielt. So gut die beiden Frauen auch miteinander lebten und arbeiteten, so unterschiedlich waren sie doch.

»Ich habe meinen Dildo nicht gefunden«, fluchte Sophie, die sich kurz darauf schwungvoll und mitsamt einer riesigen Parfumwolke in den Smart fallen ließ.

Maren startete den Motor und blickte verärgert hoch. »Dafür hast du mich eine halbe Stunde warten lassen?!« Und wofür zum Teufel überhaupt der Vibrator? Sonst prahlte Sophie doch auch immer mit ihrer Fingerfertigkeit?

»Kleiner Scherz! Bleib locker. Aber im letzten Moment ist mir eingefallen, dass wir da drüben Sommer haben, und da passt doch keine schwarze Unterwäsche!«

»Dir ist schon klar, dass Unterwäsche für drunter gedacht ist?«, meinte Maren kopfschüttelnd.

»Maren! Wir werden einen Tag lang quer über den Rodeo Drive shoppen, bevor wir mit einem Dolce&Gabbana-, Prada- oder Cavalli-Hauch-von-Nichts am roten Teppich erscheinen. Da hat die Sonne genügend Zeit, uns einen sexy Teint zu verpassen.«

Maren konnte Sopie nicht mehr folgen. Stattdessen drückte sie das Gaspedal ihres kleinen Flitzers bis zum Anschlag durch. Für gewöhnlich Sophies Part, die sich weder aus Verkehrsregeln noch der Polizei etwas machte. Außer in ihrem Bett vielleicht.

»Ja, und was willst du mir damit sagen?«, fragte Maren, während sie den Wagen schneller als sonst auf der Bundesstraße Richtung Flughafen lenkte.

»Cheri. Gebräunte Haut, helles Kleid! Überleg doch mal.« Sie legte eine bedeutungsschwangere Pause ein, um die Freundin zum Mitdenken anzuregen.

Maren, deren Kopf mit anderen Dingen voll war, antwortete nicht. Schon aus Prinzip.

»Okay, unter ein helles Kleid passt wohl kaum eine dunkle Unterwäsche«, half Sophie ihrer Freundin auf die Sprünge und fügte ein fast verzweifeltes »Mon dieu!« hinzu.

Als ob Sophie auf diesen Fetzen Stoff an ihrem Körper Wert legte! Maren konnte sich nur wundern. Sobald die Temperaturen die Fünfzehn-Grad-Marke sprengten, reduzierte sich bei Sophie drüber sowieso alles auf Mini und drunter auf Nichts.

Hatten sie nicht außerdem gestern die gesamte Garderobe durchgesprochen, während Sophie die ganze Zeit über nackt vor Maren durch die Wohnung gehüpft war? Und dann hatte sich Sophie einen Spaß daraus gemacht, auf allen vieren in den Tiefen ihres Kleiderschrankes zu wühlen und dabei Maren kokett ihr rundes Hinterteil präsentiert. Die Provokation war Teil des Plans. Maren hatte weder hin- noch wegsehen können.

Und dann, beim Anprobieren der halterlosen Strümpfe, hatte Sophie ihr rechtes Bein auf dem Bett positioniert, wo Maren es sich gemütlich gemacht hatte, um die Seide ganz langsam über ihren Schenkel gleiten zu lassen. Ihr blank gezogener Schritt hatte verführerisch in der Mittagssonne geglänzt. Stein hatte den Kolleginnen einen Tag vor der Reise freigegeben; es bestand also keine Eile an diesem herrlichen Februartag.

Auch Sophie musste jetzt an den Moment zurückdenken, wo sie die Situation ungemein angeheizt hatte: die wärmende Sonne auf ihrer Haut, Maren und ihr eigener entblößter Körper, den sie nur zu gerne im Spiegel betrachtete. Warum konnte sich ihre beste Freundin nicht einmal dazu hinreißen lassen, von einer Frau verführt zu werden?

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