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Heißer Flirt mit dem besten Freund

1. KAPITEL

„Einen Gin Tonic, bitte. Und ein paar Oliven mehr als üblich.“

Der Barmann im Georgia Peach lächelte aufmunternd und begann, den Drink zu mixen.

An einem Donnerstagabend wäre sie normalerweise nicht in eine Bar gegangen, doch heute, fand Renee, hatte sie allen Grund dazu. Schließlich wurde man nicht jeden Donnerstag bei einer wichtigen Beförderung übergangen - noch dazu, nachdem man sich dafür fast zu Tode geschuftet hatte. Und ausgerechnet dieser Bob Nelson war ihr vorgezogen worden, diese schleimige Ratte!

Verdammt, sie hatte sich doch vorgenommen, sich nicht aufzuregen. Seit fünf Jahren arbeitete sie für die Werbeagentur Travis and Whites und hatte einige der größten und erfolgreichsten Kampagnen durchgezogen. Aber als es jetzt zur Sache ging, hatten die Kerle sie ausgebootet und diesen tollen, hoch bezahlten Job an einen Mann vergeben.

Da blieb wohl nichts anderes, als ganz neu anzufangen. Vielleicht sollte sie Atlanta einfach hinter sich lassen. New York, da gab es die fetten Jobs, die wirklich großen Agenturen.

„So, bitte schön!“ Der Barmann stelle ihren Drink vor sie.

„Danke.“ Renee trank einen großen Schluck und schüttelte sich ein wenig. Eigentlich war sie kein großer Fan von Alkohol. Schnell aß sie eine Olive hinterher, aber das war auch kein echter Trost. Diese Beförderung hatte sie sich so sehr gewünscht. Ersehnt.

Sie nahm noch einen Schluck und verzog das Gesicht. Der Gin Tonic schmeckte immer noch nicht besser. Seufzend sah sie sich im Raum um, und ihr Blick blieb an dem großen Fernseher haften, der über der Bar an der Wand hing. Auf dem Schirm wirbelten kleine weiße, mit Ziffern versehene Bälle in einem gläsernen Behälter durcheinander, und das bekannte Logo der Georgia-State-Lotterie wanderte durchs Bild.

Renee kramte in ihrer Handtasche und fischte das Lotterielos heraus, das sie gestern gekauft hatte. Bei dem jähen Anflug von Hoffnung verdrehte sie über sich selbst die Augen. Hatte sie es denn noch nicht kapiert? Das Unmögliche zu wünschen war … einfach unmöglich!

Weiter hinten in der Bar, in der äußersten Ecke, die er hatte finden können, beantwortete Jim Lydel eine weitere der E-Mails, die ihn von New York über Philadelphia bis Los Angeles und jetzt nach Atlanta verfolgten. Seine Firma hatte gerade die neue Version eines Software-Pakets herausgebracht, das Internetspiele um vieles vereinfachte - und um vieles verteuerte. Überall, wo er das neue Modell vorstellte, war er vollauf beschäftigt. Tagsüber mit Vorträgen und Demos der Software und bis spät in die Nacht mit gesellschaftlichen Events, weil es Einladungen zu Geschäftsessen oder sonstigen Veranstaltungen nur so regnete. Zeit, sich mit dem normalen Tagesgeschäft zu befassen, blieb ihm kaum. Heute Abend hatte er zum ersten Mal seit Langem keine Verpflichtungen und war deshalb in dieser recht ansprechenden Bar eingekehrt, in der es warme Snacks und kaltes Bier gab.

Die Betriebsamkeit störte ihn nicht, sondern erinnerte ihn an sein Büro, in das ständig irgendein Mitarbeiter hereinplatzte und wo immer das Radio lief.

Eigentlich machte ihm sein Beruf ungeheuren Spaß, nur die Reisetätigkeit nervte ihn. Nicht, dass ihn der Erfolg gestört hätte, nur war er tief im Herzen immer noch der begeisterte Programmierer, der eingefleischte Online-Gamer, von daher empfand er die Leitung des Geschäfts als äußerst mühsam. Aber bald, in vier Tagen genau, würde er wieder nach New York zurückkehren, zu dem Wahnwitz seiner alltäglichen Arbeit, würde wieder in seinem eigenen Bett schlafen, morgens mit Jessie, seiner Hündin, joggen und anschließend ins Büro fahren, seinem wahren Zuhause.

Noch einmal überflog er den Satz, den er gerade geschrieben hatte, korrigierte einen Fehler und schickte die Mail dann schnell ab. Nun arbeitete er schon seit zwei Stunden, und langsam ließ seine Konzentration nach. Vielleicht sollte er es für heute gut sein lassen. Morgen war Wochenende. Gott sei Dank ohne weitere Verpflichtungen, also könnte er dann weitermachen. Obwohl er ursprünglich überlegt hatte, sich die Stadt anzuschauen, erschien ihm auch dieser Plan im Moment nicht besonders verlockend. Früher hatte es ihm Spaß gemacht, und er fand es aufregend, allein in einer fremden Stadt zu sein. Vielleicht wäre es anders, wenn er eine Begleitung hätte …

Ein spitzer Aufschrei ließ ihn aufblicken. Eine Frau, klein und schlank, stand zwischen den vorwiegend männlichen Barbesuchern am Tresen, ein Stück Papier in der Hand, und starrte auf den Fernsehschirm, wo gerade ...

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