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Heiß drauf

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Carinna

Vegas. Stadt der Lichter. Stadt des Lachens und des verbotenen Sex.

Heute Nacht, in der ich mich nach all dem mehr sehne, als nach meinem nächsten Atemzug, ließ sich nichts davon finden.

Die Lichter im abseits des Strip gelegenen Bestattungsinstituts hätten nicht weiter von dem klischeehaften Glitzern der Sin City entfernt sein können. Es war bereits am Nachmittag während der Aufbahrung meines Vaters gedimmt worden, und jetzt brach die Dunkelheit schnell herein. Alle anderen Besucher waren gegangen, und ich hatte den Bestattungsunternehmer gebeten, die Lichter weiter zu dimmen, als könnte das es leichter machen, den Tod meines Vaters zu akzeptieren. Zu akzeptieren, dass die herzschädigenden Mahlzeiten, die er seit über fünfzig Jahren zu sich genommen hatte, ihn schließlich von mir nahmen.

Himmel, wie lang war ich hinter ihm hergerannt, damit er gesundem Essen auch mal eine Chance gab?

Nicht lange genug. Nicht beharrlich genug, wenn man die kränkliche Blässe seiner Haut und den Umstand bedachte, dass er vor zwei Tagen seinen letzten Atemzug getan hatte. Etwa eine Stunde nachdem ich, soweit ich mich erinnern konnte, zum letzten Mal gelacht hatte. Ein Lachen, das ich mit Jack Dempsey teilte. Er ist mein bester Freund. Der Busenfreund, der seit über zwei Jahrzehnten nicht von meiner Seite weicht.

Der Mann, der jetzt die Arme um meine Taille legte und sich gegen meinen Rücken presste. Er erinnerte mich daran, dass ich nicht allein war. Dass es noch jemanden gab, der genau wusste, was ich heute Nacht brauchte.

„Ich hab eine Flasche Bombay Sapphire für dich. Sie liegt auf dem Beifahrersitz meines Trucks.“ Die Worte verließen seinen Mund flüsternd.

Aber das dunkle Timbre seiner Stimme konnte man nie mit einem richtigen Flüstern verwechseln – Jacks Stimme war so kraftvoll wie sein Körper. Vielleicht kam das daher, dass er seit zehn Jahren über das Chaos hinwegbrüllte, das der Kampf gegen Brände mit sich brachte. Vielleicht einfach nur, weil er ein verdammt gut aussehender Mann war – dichtes, welliges schwarzes Haar, das zu seinem dunklen Oberlippenbart und den raubtierhaften, blaugrünen Augen passte – und Gott hatte beschlossen, dass er eine dazu passende, unglaublich erotische Stimme brauchte.

Aus welchem Grund auch immer, aber er bot mir das an, was ich wollte. Eine Gelegenheit, die Anspannung und den Kummer zu ertränken, die sich in den beiden höllisch langen Tagen, die hinter mir lagen, angesammelt hatten.

Ich drehte mich in seinen Armen und vergrub mein Gesicht an seinem Hals. Ich sog seinen vertrauten, männlichen Duft ein. Normalerweise widerstrebte es mir, meine Gefühle zu zeigen, sogar vor Jack. Heute Nacht aber war es mir scheißegal.

Ein paar Minuten lang gab ich mich dem Verlangen hin, heulte an seinem Hals und ruinierte damit vermutlich sein bestes Hemd. Dann schluckte ich meine Trauer herunter und nahm die beschissene Hand, die mir das Schicksal reichte. Zuerst hatte meine Mutter uns vor Jahren verlassen, und jetzt war auch mein Vater fort. Wenigstens besaß ich noch meine Großmutter, aber ihr kam mit dem Alter immer häufiger der Verstand abhanden.

Und Jack.

Ich löste mich aus seiner Umarmung und lächelte ihn dankbar an. „Was würde ich bloß ohne dich tun?“

Sein eigenes Lächeln flammte auf. Ein bisschen schimmerte auch sein Übermut durch, der uns zu so guten Freunden machte – das und unsere Übereinkunft, dass Beziehungen für andere reserviert waren und nicht zu uns beiden passten. „Besauf dich, reiß einen Idioten auf, wach morgen früh auf und frag dich, wer zum Teufel der Typ neben dir im Bett ist und wo ...

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