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Heimlichkeiten

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Southern Spirits
  5. Prolog
  6. 1
  7. 2
  8. 3
  9. 4
  10. 5
  11. 6
  12. 7
  13. 8
  14. 9
  15. 10
  16. 11
  17. 12
  18. 13
  19. 14
  20. 15
  21. Glossar
  22. Fußnote

Southern Spirits

Gottverdammt! Sie wollte ihn. Wollte diese Lippen auf ihren fühlen, diese Hände auf ihrem Arsch spüren und diese Stimme Obszönitäten murmeln hören. Allerdings war sie sicher, dass er es so weit nicht kommen ließ. Wenig später aber, als seine Hand hinter ihr wegglitt, als ob er sein Glas nachfüllen wolle, sie stattdessen aber in die Wange zwickte, änderte sie ihre Meinung.

Sie sah sich um und vergewisserte sich, dass niemand sie beobachtete, bevor sie sich auf die Zehenspitzen stellte und auf ihren neuen Highheels wippte.

»Komm, lass uns ein ruhiges Plätzchen suchen«, flüsterte sie ihm zu.

Er grinste und schlenderte lässig hinaus auf den Gang. Cat wartete eine Anstandsminute, bevor sie ihm folgte.

Die Gänge waren dunkel, nur bei den Aufzügen brannte Licht. Nathan lehnte an der Wand unweit der Tür.

»Hey, ich dachte schon, du hättest mich nur zum Spaß hinausgeschickt.«

»Mit manchen Dingen mache ich keinen Spaß«, sagte sie und flog in seine Arme.

Er schien sie um Längen zu überragen, als er sich über sie beugte und sie leidenschaftlich mitten auf den Mund küsste. Seine Hände langten in ihr aufgestecktes Haar und lösten es mit ein paar geschickten Griffen.

»So sieht es viel besser aus«, murmelte er und kämmte mit den Fingern durch ihr offenes Haar.

Prolog

Die Körper der Liebenden bewegten sich im Rhythmus mit den Kolben ihres heftig stampfenden Zuges, der mit ihnen durch die Nacht eilte. Der Mann fuhr immer wieder tief in sie hinein; die Frau umklammerte und quetschte ihn mit ihren Scheidenwänden und erlebte einen weiteren Orgasmus.

Der Deckenventilator direkt über ihnen wirbelte machtlos gegen die stickige Hitze in der Schlafkoje an. Schweiß verklebte die Spitzen ihres rotbraunen Haares auf dem Nacken und perlte hinunter in die lachsfarbene Seide ihres Teddys. Sie wollte ihn ausziehen, um so nackt wie ihr Liebhaber zu sein. Aber er entließ sie nicht aus der starken Umklammerung seiner Arme und weigerte sich, seiner Zunge und diesen vollen, starken Lippen Einhalt zu gebieten.

Ihr war es recht so.

Sie saß auf seinem Schoß, die Schenkel über seine Hüfte gegrätscht, während er immer wieder in sie stieß und die Spitze seines Schafts die Wände ihres Geschlechts an den richtigen Stellen traf. Sie fühlte sich winzig klein in seiner Umarmung und zugleich so unendlich geborgen. Mit einer Hand strich er über ihren Rücken hinunter zu ihren Pobacken, umfasste und kniff sie hungrig. Kleine Schocks blitzten in ihr auf, wie die Funken auf den Schienen unter ihnen.

Ihr enger Teddy wurde unerträglich, deshalb verlangsamte sie ihre Bewegungen, damit ihr Geliebter verstand, was sie wollte, und sie losließ. Sie war noch dabei, die unbequeme Unterwäsche auszuziehen, als er sie plötzlich nach hinten beugte. Sie erschrak und befürchtete, von ihm runterzufallen. Aber er hielt sie fest, beugte sich nach vorn und saugte einen ihrer Nippel in seinen Mund. Er lutschte ihn so hart, dass sie gellend aufschrie. Ihre Hände suchten nach Halt an seinen Armen. Sie starrte wie hypnotisiert nach oben zu den wirbelnden hölzernen Ventilatorblättern unter der Decke.

Auch dann noch, als er wieder in sie stieß und sie ihm entgegenkam, Stoß für Stoß. Mit einer Hand glitt er zwischen ihre Körper, berührte erst ihren Busch und dann ihre Klitoris. Sein Daumen erzeugte behutsam, aber eindringlich ein Gefühl, das sie schwach machte und die Lüsternheit in ihrem Körper steigerte.

»O himmlischer Vater«, stöhnte sie.

Sie ritt auf dem Gipfel und beugte sich erneut zu ihm, um ihn zu küssen, ihn härter und schneller zu pressen. Sie wollte, dass er die Kontrolle verlor, sich ihr noch einmal ergab und sie mit seinem Samen füllte. Sie ahnte, dass es das letzte Mal war.

Keiner von beiden hörte, wie sich die Kabinentür öffnete …

1

»Sein Name ist Jonathan ›Jack‹ Wheeler, neununddreißig Jahre, geboren in Willoughby, Georgia, in verschiedenen Pflegeheimen aufgewachsen, einige belanglose kriminelle Delikte während der Schulzeit. Bewarb sich nach der Highschool bei der Army und ließ sich zum Elektroniker ausbilden, wurde aber ein Jahr vor dem offiziellen Dienstende entlassen – Gründe hierfür unklar. Seither hat er eine Reihe dubioser Geschäfte im Südosten der Staaten betrieben, einschließlich Telemarketing, Immobilienhandel und Schneeballsysteme. Keine Verhaftungen …«

Catalina Montoya, Special Agent for Criminal Investigations (CI) vom Internal Revenue Service*1, stand vor dem Schreibtisch ihres Vorgesetzten Martin Hausmann und blinzelte in die kräftige Morgensonne Miami’s, die durch die beigen Sonnenblenden drückte. In einer Zimmerecke vertrockneten die Sonnenstrahlen eine Topfpflanze.

Catalina schwieg, als sie sah, wie ihr Abteilungsleiter die dicken rosaroten Augenbrauen runzelte, während er die Akte vor sich studierte. Ein sichtbares Zeichen, dass sie mit ihrem Vortrag am Punkt »Rückläufige Erträge« in ihrem Bericht angelangt war. Sie konzentrierte sich wieder auf ihren Vorgesetzten, der eine Seite ihres Berichts umblätterte. Hausmann war ein kleiner, unscheinbarer Mann, Ende vierzig, der sich stets hinter seiner schmalrandigen Hornbrille versteckte. Wenn er lachte oder die Stirn runzelte, legte sich sein Glatzkopf in Falten, als ob er damit seinen jeweiligen Standpunkt bekräftigen wollte.

»Aktuell betreibt er diese … Southern Spirits Tour?«

»Ja. Angeblich ein luxuriöser Zug, der durch das Altwasser im tiefen Süden tourt. Allerdings kann man anhand seiner Werbung davon ausgehen, dass der Zug hauptsächlich als mobiles Etablissement für Swingerpartys dient.«

Catalina fügte hinzu: »Für Paare, die sich dort mit Gleichgesinnten treffen, um ihren Partner zu …«

»Ich weiß, was Swinger machen, Catalina«, bemerkte Hausmann trocken, ohne dabei aufzusehen. »Auch ich habe früher mal ein Mädchen geküsst.«

»Ja, Sir.«

Idiotin. Warum beleidigst du die Intelligenz deines Bosses? Sie fühlte, wie ihr der Schweiß ausbrach und in die Bluse rieselte, widerstand aber der Versuchung, unter ihre dunkle Uniformjacke zu fassen und ihn wegzuwischen. Stattdessen besann sie sich wieder auf ihren Vortrag.

»In den letzten Jahren verlegte er seinen Tätigkeitsbereich außerhalb von New Orleans und organisierte für Paare und Gruppen Wochenendtouren. Gemäß der letzten Steuererklärung hat er dabei aber kaum noch Gewinn gemacht.«

»Irgendwelche Hinweise auf Gelder aus Sex-Geschäften?«, fragte Hausmann.

»Nein, Sir. Es gibt wasserdichte Klauseln in den Anmeldeformularen, welche betonen, dass die Kosten nur Zugticket, Unterbringung etc. beinhalten.« Sie beobachtete, wie Hausmann eine Reihe freizügiger Fotos betrachtete. »Die sind von seiner Website.«

Hausmanns Augen verengten sich beim Betrachten einiger Fotos von Akteuren.

»Ich frage mich, ob meine Frau am Wochenende frei hat.« Er schaute mit unbewegtem Gesichtsausdruck von der Akte auf. »Das ist ein Witz. Freizügigkeit bis zum Abwinken oder bis du dir etwas verstauchst.« Dann wandte er sich wieder dem Bericht zu und blätterte weiter. Hausmann verweilte beim mittelgroßen Foto eines blonden Mannes mit einem zerfurchten Gesicht und einer Nase, die aussah, als sei sie abgebrochen und wieder eingepflanzt worden. »Das also ist dieser Mr Wheeler?«

»Ja, Sir.«

»Wie wurden Sie auf ihn aufmerksam?«

Sie hatte diese Frage zwar ausführlich in ihrem schriftlichen Report erklärt, verstand aber seine Vorgehensweise.

»Während der Lateece-Prüfung fiel mir eine Zahlung von Mr Wheeler über achttausend Dollar auf. Mit dieser Summe wollte er einem Verfahren wegen Lebensvermittelvergiftung entgehen und sich außergerichtlich einigen. Bei der Fitzsimons-Prüfung entdeckten wir Spielgewinne über neuntausend Dollar, die an Bord des Zuges anfielen. Im Valdez-Fall wurde eine Summe von achttausend Dollar deklariert, die Wheeler wegen einer stornierten Reise erstattete.« Sie atmete tief ein. »Ich weiß Sir, es ist nur eine Vermutung und …«

»Sonst nichts. Vermutungen wie diese halten uns aber an der Spitze der Charts.«

Catalina nickte zustimmend. Die Charts listeten die Erfolgsraten der verschiedenen Federal Agencies* auf. CI hatte die höchste Erfolgsrate, die noch höher lag als die des FBI oder der Homeland Security*. Sie arbeitete seit einem Jahr in Hausmanns Abteilung und war selber davon überrascht, mit wie viel Akribie sie sich auf die neue Aufgabe stürzte. Sie besuchte alle zusätzlich angebotenen Schulungen, achtete geradezu pedantisch darauf, dass ihre archivierten Akten komplett und aussagefähig waren und alles Metaphorische markiert war. Hausmann konnte sich über ihre Arbeit nicht beklagen. Was ihn nicht davon abhielt, sie mit weiteren Fragen zu löchern.

»Und welche Gründe haben Sie, um eine verdeckte Ermittlung zu fordern?«

»Die genannten Fälle lassen auf Steuerhinterziehung schließen, weil alle Beträge gerade unter der gesetzlichen Meldepflicht liegen. Angesichts Wheelers kleinkrimineller Energie und seinen grenzübergreifenden Operationen besteht der Verdacht, dass es sich bei Southern Spirits Tour um eine Geldwaschanlage handelt …«

»Das war nicht meine Frage. Ich will wissen, warum Sie darum ersucht haben, die Angelegenheit selber aufzuklären. Das Special Investigation Office hat dafür Spezialisten.«

»Aber keine weiblichen Beamten, Sir. Es ist eindeutig, dass Wheeler auf seinen Zügen nur alleinstehende Frauen, Paare oder gemischte Gruppen zulässt.«

»Wir können eine geeignete Beamtin von einer anderen Außenstelle anfordern.«

»Das ist nicht nötig, Sir. Ich besitze bereits die Qualifikation für verdeckte Ermittlungen. Es würde sich um eine C-Klasse-Operation handeln. Rein informativ, mit geringem Risiko und auf das Wochenende beschränkt. Wheeler hat kein Strafregister, wie den Gebrauch von Schusswaffen, Gewaltanwendung oder dergleichen.«

Hausmann lehnte sich in seinem Sessel zurück und sah Catalina streng an. Für einen so kleinen und schmächtigen Mann besaß er – wenn es erforderlich war – einen einschüchternden, penetranten Blick.

»Ist das der einzige Grund, warum Sie sich selbst vorschlagen, Catalina?«

Sie schluckte und bedauerte nun, dass sie sein anfängliches Angebot, sich zu setzen, nicht angenommen hatte.

»Sir?«

Ihr Chef jonglierte seinen goldenen Lieblingsfüller wie einen Miniaturschlagstock zwischen den Fingern.

»Was suchen Sie wirklich? Nervenkitzel? Gefahr?«

»Nein, Sir.«

Sie hatte schon früh begriffen, dass Dienstmarke, physische Fitness und regelmäßiges Schusswaffentraining längst nicht alles waren. Ein Großteil ihrer Arbeit beinhaltete die Nachbearbeitung von Prüfungsprotokollen, das Aufspüren von Vermögenswerten und die Entschlüsselung von Akten. Für einen TV-Produzenten würde sich ihre Arbeit, die zwar trocken und unterhaltsam zugleich war, aber kaum eignen.

»Diese kindischen Wünsche überlasse ich doch lieber den Jungs.«

»Was ist es dann? Neugierde? Faszination von dem, was die Swinger treiben?«

»Ich weiß, was sie treiben, Sir. Ich habe früher auch einmal einen Jungen geküsst.«

Hausmann lächelte süffisant mit dünnen Lippen.

»Sie haben bereits früher Felduntersuchungen angeregt, aber nun fordern Sie Ihren persönlichen Einsatz. Ich habe den Verdacht, dass es etwas mit der Beförderung von Adcock zu tun hat, oder?«

Cat war wütend über sich selber, aber noch mehr darüber, dass Hausmann sie durchschaut hatte. Harry Adcock und sie waren zur gleichen Zeit zur Miami-Außenstelle gekommen, besaßen identische Qualifikationen und bewarben sich um die gleiche Beförderung. Aber aus irgendeinem Grund hatten sie Adcock vorgezogen. Die Rückmeldung, die sie über die jeweiligen Bewerbungsgespräche erhielt, war eher nichts sagend. Die Gesamtpräsentation ihres Kollegen war nur geringfügig besser gewesen. Trotzdem Grund genug für sie, darüber nachzudenken, wie sie sich beim nächsten Mal vorteilhafter darstellen konnte.

Mit Hausmann hatte sie über das Thema zuvor noch nicht gesprochen. Deshalb entschied sie sich, bei der Wahrheit zu bleiben.

»Sie haben Recht, Sir. Aber bei einer verdeckten Ermittlung, selbst mit geringem Risiko, hätte ich die Chance, meine Qualifikationen und meinen Einsatz wesentlich eindeutiger zu beweisen …«

Hausmann schnitt ihr das Wort ab, indem er eine Hand hob.

»Gegen Ehrgeiz bei meinen Ermittlern habe ich absolut nichts einzuwenden. Ihr Engagement stand auch nie zur Debatte. Nur scheinen Sie mitunter etwas, nun, sagen wir … überehrgeizig zu sein. Sie zeigen zu wenig von dem Humor, den Sie zweifellos besitzen«, erklärte Hausmann und beugte sich dabei ein wenig vor. Sein Gesicht nahm einen gönnerhaften Ausdruck an. »Sie können doch mehr als nur Ihre Arbeit hier, Catalina. Und das sollten Sie öfter etwas mehr zeigen.«

»Ich werde mich … bemühen, Sir.«

»Gut so.« Er schloss die Akte. »Ich werde dies hier an Simon zur Gefahreneinschätzung weitergeben. Sie erhalten Bescheid, sobald ich Näheres weiß.«

Das Gespräch war beendet.

Cat rauschte an ihrem Büro vorbei zu den Damentoiletten. Sie vergewisserte sich, dass sie allein war, und fluchte dann so laut, wie sie es gerade noch vertreten konnte. Ihr Herz schlug noch immer heftig. Sie betrachtete sich im Spiegel und sah eine Frau, die langsam auf die dreißig zuging. Ihr schmales Gesicht war im Laufe der Zeit unaufhaltsam härter geworden, jedoch dominierten noch immer die großen olivfarbenen Augen, die ihren Latinoteint faszinierend betonten. Das schulterlange tiefschwarze Haar trug sie zurückgekämmt.

Puta.* Hausmann machte es sich einfach, indem er ihr empfahl, lockerer zu sein. Er und seine männlichen Untergebenen mussten nicht ständig gegen den unterschwelligen Chauvinismus in ihrem Beruf ankämpfen, wurden nicht ständig auf ihr Geschlecht, Aussehen und Verhalten reduziert. Er war selber Teil dieses Netzwerks von Cliquen, das ihr einen ständigen Hürdenlauf abverlangte. Alles war darauf angelegt, eine schwache, kleine Frau wie sie in ihre Schranken zu verweisen.

Sie kehrte in ihr Büro zurück, eine Einöde cremefarbener Wände, flaschengrünem Sichtschutz, ähnlich geschmacklosem Teppichboden, gerahmten Diplomen und Zertifikaten. Das einzige persönliche Foto zeigte sie mit ihren Eltern am Tag ihres Schulabschlusses. An diesem Tag hatten sie ihre persönlichen Streitigkeiten kurz eingestellt, um den Eindruck familiärer Harmonie zu heucheln. Angeblich zum Wohl ihrer Tochter. Dabei ging es nur um ihr eigenes Image. Cat hätte es vorgezogen, sie wären ehrlich geblieben, selbst auf die Gefahr hin, dass einer von ihnen nicht erschienen wäre. Sie empfand ihr verlogenes Verhalten als Beleidigung ihrer Intelligenz. Und damit hatte sie mehr als genug in ihrem Leben und insbesondere in ihrem Job zu tun. Denn es zählte zu ihrer Lebenserfahrung, dass die meisten Menschen unehrlich waren: zu ihren Arbeitgebern, Angestellten oder Kollegen, zu ihrer Familie, ihren Freunden, Geliebten oder zu sich selbst. Manche nannten ihre Haltung zynisch. Sie zog es vor, sich dieser Realität bewusst zu sein und ihr entsprechend zu begegnen.

Überehrgeizig? Besame el culo,* Hausmann, beruhigte sie sich.

Ihr PC meldete eine neue E-Mail. Kurz hoffte sie, dass Hausmann ihre Anfrage bereits genehmigte, obwohl sie wusste, dass der bürokratische Papierkram seine Zeit dauerte. Dann sah sie den Namen des Absenders und die Antwort auf eine Anfrage, die sie ein paar Tage zuvor an die Interstate Police* gestellt hatte. Sie saugte den Inhalt förmlich auf und fühlte, dass sie die Neuigkeit besser verdaute, als sie befürchtet hatte.

Damit sie auf andere Gedanken kam, widmete sie sich wieder ihrer Arbeit. Sie wusste, dass sie kein Trauerkloß oder eine gefühllose Zicke war. Sie war nur nicht tolerant gegenüber Dummköpfen, Dieben, Lügnern oder einem so offenkundigen Straftäter wie Jack Wheeler … oder so einem Individium, wie zu Hause auf sie wartete.

Es war noch hell, als Cat das Gebäude verließ. Im Vergleich zu den benachbarten höheren Glastürmen, wie beispielsweise dem International Place, war es eine anspruchslose Konstruktion. Sie hatte es eilig, nach Hause zu kommen, vermied aber ihre übliche Route über die I-95, sondern machte einen Abstecher über einen Boulevard am Ozean. Miami ähnelte Venedig; auf einigen hundert natürlichen und künstlich angelegten Inseln erbaut und durch Brücken miteinander verbunden. Sie fuhr auf dem Marriot Boulevard nach Norden zu ihrem Lieblings-Takeaway-Chinesen* und blickte über das Wasser zu einer Insel der Wohlhabenderen. Am Himmel hatte sich das Abendrot vertieft, als sie zu Hause ankam. Von ihrem Appartement aus konnte sie die grüne Enklave des Billings Island Country Club übersehen, ein Zufluchtsort für Leute, die jemanden wie sie ungern sahen – weder als Latina noch als Beamtin der Steuerfahndung.

Sie manövrierte Aktenkoffer und Mitnahmeessen durch die Tür ihres Appartements. Minimale Inneneinrichtung, teils Fliesenboden, Putz an Wänden und Decken.

Im Wohnzimmer lief der Fernseher.

»Cliff?«

Er antwortete nicht. Sie machte das Licht an und sah seine Schuhe und Socken nachlässig auf dem Boden ihres Wohnzimmers verstreut. Die Glasplatte ihres Couchtischs verunzierten Wasserringe von Gläsern, die Klimaanlage lief auf vollen Touren. Eines konnte man Cliff bescheinigen: Der Mann wusste es sich gemütlich zu machen, auch wenn er es immer wieder abstritt.

»Cliff, verdammt noch mal …«

Weiter kam sie nicht. Er schlurfte von der Diele herein.

»Hey, warum brüllst du so herum? Ich war auf dem Klo«, sagte er grinsend und kam näher. »Wie geht es meiner kleinen Buchprüferin denn so?«

Sie schob ihn weg und rümpfte die Nase.

»Warum duschst du eigentlich nicht zu Hause, bevor du herkommst?«

Er fuhr mit einer Hand durch sein dickes blondes Haar und grinste sein Raubtierlächeln.

»Yeah, ich stinke ein wenig, nicht wahr? Wollen wir nicht zusammen duschen?«, fragte er und kam wieder näher.

Cat machte einen Schritt zurück und stellte ihren Aktenkoffer neben ihren PC.

»Wollen wir nicht.«

Sie trug die Pappkartons vom Chinesen in die offene Küche und stellte sie für später in die Mikrowelle.

Cliff lehnte sich an die Couch und grinste sie an.

»Für mich auch was vom Chinesen mitgebracht …?«

Cat zog ihre Jacke aus, hängte sie auf und schaltete die Deckenbeleuchtung an. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und näherte sich Cliff.

»Hör zu. Wie wäre es, wenn du mir einen Gefallen tust und dich vielleicht mit etwas Kubanischem füllst?«

Das Grinsen auf seinem unrasierten Gesicht wurde breiter.

»Alles, was du willst, Babe.«

»Zieh deine Klamotten aus«, forderte sie lächelnd.

»Mannomann, das liebe ich so an dir.« Er zog die Augenbrauen hoch.

»Weil du dafür nicht zu arbeiten brauchst. Halt den Mund, und zieh dich aus.«

Cliff beeilte sich, ihrem Befehl zu folgen, und zog Hemd und Hose aus. In seiner Unterhose zeichnete sich bereits eine Erektion ab. Er hatte den schlanken, unbehaarten Körper eines Läufers, nur ein paar kleine Haarlocken prangten auf seiner Brustmitte. Brummelnd stieg er aus der Unterhose und ließ seinen langen, dünnen Schaft in die Freiheit springen. Er war stolz auf ihn und auf das, was er mit ihm alles anstellen konnte. Nackt lehnte er sich wieder gegen die Couch, während sich das Leben in seinem besten Stück beschleunigte.

»Ist es das, was du willst?«

Catalina ging lächelnd auf ihn zu.

»Für den Anfang reicht es.«

Als sie ihn fast erreicht hatte, machte er eine Bewegung, als ob er sie küssen wolle. Sie wehrte ihn ab, indem sie mit dem Zeigefinger gegen seine warme Brust drückte.

»Ich möchte, dass du zuerst in die Dusche gehst.« Sie fuhr mit dem Finger über seinen schlanken Bauch, bis sie fast die Wurzel seines Pimmels berührte. »Und ich möchte, dass du gründlich bist.«

Cat beobachtete, wie er sich rasch verzog, und räumte dann das Wohnzimmer auf. Für danach. Sie tippelte schnell in ihr Schlafzimmer. Es war in gelben Pastelltönen gehalten, in der Mitte protzte ein riesiges Himmelbett. Es war ein reiner Luxuskauf gewesen. Bevor sie die Vorhänge zuzog, warf sie noch einen Blick nach draußen in die Dunkelheit, in die Lichtquadrate anderer Fenster, anderer Leute Leben. Cat zog rasch ihre cremefarbene Bluse und marineblaue Hose aus und warf sie nachlässig auf einen Sessel. Sie war nackt bis auf ihren gerüschten blauen Seidenbüstenhalter und das dazu passende Höschen.

Die gesamte Wand gegenüber dem Fußende ihres Himmelbetts bedeckte ein Spiegel. Darin konnte sie sich und Cliff beim Bumsen beobachten. Und wenn ihr danach zumute war – so wie jetzt –, wenn sie masturbierte. Sie stellte sich vor den Spiegel und wanderte mit den Händen langsam und bewundernd über ihren Körper, von dem sie allerdings nie behauptet hätte, er sei perfekt. Ihre Brüste waren ein wenig zu groß, die kleine Rolle um ihre Taille war nicht gerade titelblatttauglich, und ihre Beine waren einfach nicht lang genug. An manchen Tagen war sie mit ihrem Aussehen absolut unzufrieden, aber heute gefiel sie sich. Sie lächelte, denn es gab nicht viele Augenblicke wie diesen, und deshalb genoss sie jeden von ihnen.

Ihre Hand schlenderte über die Vorderseite ihres Höschens, strich über die hauchdünne Seide und reizte ihre Pussy. Die Berührung ließ sie erschaudern. Ohne die Hand wegzunehmen, setzte sie sich auf das Fußende ihres Betts und spreizte die Beine. Sie blickte nach unten und beobachtete, wie ihre Finger behutsam den Spitzenabschluss ihres Höschens beiseiteschoben und unter die Seide glitten. Sie sah, wie sie ihre Schamhaare berührte und fühlte, wie sich Hitze in ihrer Pussy ausbreitete und die Haare um ihre Spalte feucht wurden. Sie bewegte ihren Mittelfinger auf und ab, zuerst zögernd, dann immer heftiger. Sie war nass. Die Vorstellung, was sie heute Abend vorhatte, erregte sie mehr als erwartet.

Ihr Finger glitt aufwärts und drückte ihre Klitoris. Sofort stellte sich das vertraute Kribbeln ein.

»Lecker.«

Cliffs Kommentar durchbrach den Zauber. Er kam frisch geduscht zurück und kämmte mit seinen Fingern das nasse Haar zurück. Um seine Hüfte hatte er ein dickes rotes Handtuch geschlungen. Darunter zeichnete sich eine wachsende Ausbeulung ab.

Cat ignorierte ihn und fixierte weiter ihr Spiegelbild, in dem sie mit den Fingerspitzen über ihre Brustwarzen strich, bis sich eine Gänsehaut abzeichnete und ihre Nippel sich unter der Seide aufstellten. Sie warf den Kopf zurück und ließ ihr Haar über die Schultern fallen.

Cliff verstellte ihr die Sicht.

»Also, was willst du? Ein wenig …?«

»Nicht so hastig.«

Sie zog sein Handtuch weg und beobachtete, wie seine Erektion an Format gewann. Cat packte seinen Penis und streichelte ihn behutsam. Sie liebte seine Festigkeit und Hitze.

»Tu einfach, was ich dir gesagt habe«, murmelte sie und schaute ihn fest und lüstern an. »Es geht nur um mich, und es ist mir egal, wie du davonkommst. Verstanden?«

»Aber klar, Babe. Was immer du auch willst«, sagte Cliff grinsend und strich ihr übers Haar.

Cat ließ seinen Schwanz los und nahm nur ungern die andere Hand von ihrem Höschen. Sie rutschte auf dem Rücken zum Kopfende ihres Betts, bis sie mit dem Kopf auf dem Kissen lag. Dann stellte sie ein Bein auf und drückte den Fuß fest auf die Matratze.

»Was immer ich will? Nun gut, dann beginne bei meinem Fuß, und arbeite dich langsam nach oben.«

Ohne weitere Diskussion gehorchte er ihr und beugte sich herab, um ihre Zehen, Füße und Fußknöchel zu küssen. Seine Fingerspitzen bahnten sich ihren Weg aufwärts. Die Lippen folgten bis zur Innenseite ihrer Schenkel. Cliff streichelte mit einem Finger durch ihren Schlüpfer ihren Schoß, schob den Zwickel beiseite und berührte ihre Pussy. Mit langsamen, kreisenden Bewegungen strich er um ihre Perle, sein Daumen scheuerte hart über ihre Grube. Er kniete sich und stieß mit seinem Glied gegen die Innenseite ihrer Schenkel, so als ob es Einlass begehrte.

In ihr prickelte und funkte es. Sie sahen sich in die Augen. Cat legte ihre Hände herausfordernd über den Kopf, während Cliff sie bearbeitete. Sein Daumen massierte ihre Klitty, sein Mittelfinger tunkte in ihre Sekrete und befeuchtete damit ihren Hügel und ihre Schamlippen. Er tauchte immer tiefer in sie.

Cat wälzte sich hin und her, die Hände noch immer hinter dem Kopf verschränkt. Dio,* war das gut. Sie wünschte, dass ihr Höschen einfach verschwand, und verlangte danach, nackter zu sein. Auf diesen Gedanken käme Cliff wohl …

Aber dann tat er genau das. Braver Junge. Ausnahmsweise. Bei der Gelegenheit zog sie auch gleich ihren Büstenhalter aus und genoss die Luft auf ihrer Haut. Sie fixierten einander, als seine Finger und sein Daumen wieder an die Arbeit gingen. Cat genoss die zunehmenden schmatzenden Geräusche und streckte ihm ihre Hüfte entgegen, um sich besser auf seinen Rhythmus einzustellen. Sie schwamm auf einer Welle süßer Erregung, die langsam aus ihr rollen wollte.

Als sie plötzlich kam, bog sie sich ganz zurück und ergab sich dem überwältigenden Gefühl, das ihr das Blut in den Kopf trieb. Ihre Hände schlängelten sich zwischen die gespreizten Schenkel und umfassten ihre Pussy, als ob sie die Hitze zurückhalten wollten. Sie teilte behutsam mit den Zeigefingern ihre Spalte nur so weit, dass die kühle Luft ihr inneres Fleisch beruhigen konnte. Mit heiserer Stimme drängte sie Cliff:

»Ich will deinen Mund hier.«

Cliff sah sie an. Ungeduldig und auf eigene Erleichterung lauernd. Aber er ließ ergeben seinen Kopf zwischen ihre Beine fallen, legte seinen Mund über ihre Pussy, um sie feuchter zu machen, probierte ihre Säfte und versenkte seine großartige Zunge tief in ihr. Sie wanderte zu ihrer Klitoris, während seine Nasenspitze in ihrem Busch und Duft versank. Er erzeugte in ihr kleine erregende Schübe, die die Asche ihres vorangegangenen Orgasmus erneut entfachten. Sie wurde wärmer und feuchter, weil er abwechselnd mit seiner Zunge ihre Klitty drückte und umkreiste und seine Lippen an ihren Falten saugten. Cat merkte, wie sich der nächste Höhepunkt aufbaute. Sie umklammerte mit ihren Schenkeln so lange Cliffs Kopf, bis er in ihre Pussy stöhnte und hart in sie drückte. Der nächste Orgasmus kam stärker und überwältigender als der erste.

Er ließ von ihr ab und näherte sich ihrem Kopf. Ihr war klar, was er wollte. Sie protestierte aber nicht, weil sie es auch wollte. Sie hob ihre Beine und half ihm, sie zu besteigen. Sie war glitschig und heiß und genoss es, gefüllt zu werden. Als er fast auf ihr lag, sahen sie sich erneut in die Augen. Er stieß hart und schnell in sie. Wie ein Versuch, sie zu strafen, weil sie ihn so lange hatte warten lassen. Seine Worte bestätigten es ihr.

»Ja, es wurde auch Zeit …«

»Halt den Mund.«

Er gehorchte, und sie entspannte sich langsam, obwohl noch immer kleine Eruptionen ihres Höhepunkts in ihr brodelten; zwar nicht mehr so überwältigend wie zuvor, aber immer noch sehr befriedigend. Fast hätte sie ihm befohlen, langsamer zu machen, fertigzuwerden, ließ es aber. Sie merkte, dass er so weit war, und schlang ihre Beine so fest um ihn, bis sich sein Gesicht verzerrte und sich seine Gliedmaßen verkrampften. Cliff erhöhte das Tempo, ergoss sich keuchend in sie und fiel dann schwitzend und nach Atem ringend auf ihr zusammen. Aus seinem Mund entwich zischend Luft an ihrem Ohr.

Sie gönnte ihm einen Moment Erholung, aber auch, um selber nach der warmen Befriedigung wieder zu Kräften zu kommen. Dann schlug sie ihm auf die Schulter. Er zog seinen Schwanz aus ihr und rollte sich neben ihr auf den Rücken. Sie stand auf und griff nach Höschen und Bluse.

Cliff starrte zur Decke und lächelte selig.

»Gott, wie ich das brauchte. Du warst gut. Wie ist das nun mit dem chinesischen Essen?«

Cat schlüpfte gerade in ihre Bluse.

»Keine Zeit. Zieh dich an und verschwinde.«

Cliff grinste, sprang auf und salutierte.

»Zu Befehl. Wohin soll ich verschwinden?«

Sie zwang sich zur Ruhe und stieg in ihre Hosen.

»Das ist deine Sache.«

»Huch? Wo ist das Problem?«

»Es gibt kein Problem. Du haust ganz einfach ab und kommst nie mehr zurück.«

Sie verließ das Schlafzimmer. Cliff glotzte verblüfft hinter ihr her. Sie war bei ihrem Schreibtisch angelangt und hörte, dass er ihr folgte. Sein ganzer Stolz war erbärmlich geschrumpft.

»Cat, was ist los? Habe ich irgendetwas falsch gemacht?«

Sie lehnte an ihrem Schreibtisch, griff blindlings zu ihrem Aktenkoffer und legte ihre Hand darauf.

»Warum habe ich nicht erfahren, dass ich bei dir eingezogen bin?«

Cliffs Kinnlade fiel nach unten. Dann schluckte er hart. Sie konnte geradezu sehen, wie sich die Räder in seinem Kopf drehten, um neue Lügen zu spinnen.

»Wie bitte? Ich weiß nicht … ich weiß nicht, was du meinst.«

»Aber sicher weißt du das. Scheinbar bin ich vor sechs Wochen bei dir eingezogen. Zumindest hast du das auf dem Kreditkartenantrag vermerkt, den ›wir‹ gestellt haben.«

Er errötete immer mehr.

»Wie hast du … wie hast du das herausgefunden?«

»Ein überaus freundlicher Vertreter des Kundenservices rief mich diese Woche während der Arbeit an und bot mir ein Upgrade für die Goldkarte an. Zum ersten Mal kam einer dieser nervigen Anrufe zur rechten Zeit.«

Sie nahm die Papiere aus ihrem Aktenkoffer, die sie bereits am Nachmittag sorgfältig durchgelesen hatte.

»Du hast Gehaltsabrechnungen von mir für den Einkommensnachweis bei dem Karteninstitut gestohlen und meine Unterschrift auf dem Antrag gefälscht. Nur so wurde dir ein beachtliches Kreditlimit gewährt.«

Sie sah ihn wieder an.

»Zieh dich endlich an. Du siehst lächerlich aus.«

Cliffs Atmung beschleunigte sich. Er zog sich eilig an und versuchte dabei Augenkontakt mit Cat zu halten. Obwohl er es nicht ehrlich meinte, simulierte er Bedauern oder zumindest Ernsthaftigkeit.

»Cat, das alles tut mir so leid. Ich war so in Verzug mit meinen Rechnungen – ich konnte dich doch nicht um Geld bitten …«

»Stattdessen hast du einfach einen Kreditkartenbetrug verübt. Das war in der Tat die bessere Wahl. Glückwunsch. Idiota.* Ich habe die Sache geklärt. Sie haben das Konto gesperrt und ein Untersuchungsverfahren gegen dich eingeleitet.«

Cliffs Gesicht war kreidebleich geworden. Fassungslos. Cat hatte ihn erwischt.

»Cat, ich schwöre, es war nur dieses eine Mal. Ich hätte dir alles zurückgezahlt. Das musst du mir glauben.«

»Ich muss, verdammt noch mal, überhaupt nichts, Cliff. Es war bei mir genauso das erste Mal wie bei all den anderen Frauen in Virginia, North Carolina, Pennsylvania, wo du andere Decknamen benutzt hast.«

Er sah sie ungläubig an, als sie die Papiere auf den Schreibtisch knallte.

»Du magst mich als deine ›kleine Buchprüferin‹ betrachten, Cliff, aber ich bin mehr als das. In bin Criminal Investigator*. Ich habe ständig mit so unehrlichen Menschen, wie du es bist, zu tun, und ich kenne alle ihre Tricks. Ich denke aber, dass du mich am meisten verletzt hast, indem du meine Intelligenz unterschätzt hast.«

Sie griff hinter sich, nahm sein Schlüsselbund und warf es ihm zu.

»Ich habe meinen Schlüssel entfernt. So! Und jetzt verschwinde endlich. Ruf mich nie mehr an, und wage nicht, dich jemals wieder blicken zu lassen.«

Er schluckte erneut und ließ die Arme hängen.

»Sieh mal, Cat, ich weiß, dass du allen Grund hast, auf mich wütend zu sein …«

»Das ist es gerade, Cliff. Ich bin es nämlich nicht.«

In den vergangenen Wochen waren ihr seine negativen Charakterzüge immer mehr bewusst geworden: Seine Selbstzufriedenheit, Faulheit und sein herablassendes Benehmen. Jedoch war der Sex mit ihm absolut großartig, und sie war fast bereit gewesen, deswegen über den Rest hinwegzusehen. Aber nun …

»Ich musste mich über ein paar verbliebene Emotionen hinwegsetzen. Aber du bist es einfach nicht wert.«

Er schaffte es erneut, Selbstmitleid zu heucheln.

»Wenn das so ist, warum haben wir dann … Warum haben wir dann gefickt? Warum hast du mich nicht gleich rausgeworfen?«, fragte er vorsichtig.

»Weil du neben all deinen negativen Seiten leider gut ficken kannst. Aber auch der beste Sex hilft dir nicht, wenn du mich derart beleidigst. Deshalb hielt ich es für eine berechtigte Wiedergutmachung, mir als Abschluss dieser unseligen Beziehung noch ein wenig Spaß von dir zu holen.«

Sie sah seine Ungläubigkeit, sah, wie er kochte und schließlich wütend wurde. Er schob sich näher an sie heran.

»Verdammt, du kannst nicht …«

Sie blieb mit ungerührter Miene stehen, ihre Stimme wurde gefährlich leise.

»Einen Schritt näher, und ich trete dir in deinen armseligen Arsch. Du weißt, dass ich das kann.«

Er blieb stehen, aber sie war noch nicht fertig.

»Danach werde ich dich bei der Polizei wegen versuchter Körperverletzung anzeigen. Ich werde all meinen Einfluss geltend machen, dass du in einer Zelle landest und die Nutte für einige dreihundert Pfund schwere tätowierte Bankräuber abgibst.« Sie nickte in Richtung Tür. »Versuche, mit einem Rest Würde zu verschwinden.«

Und dann sah sie es: Wie er sich eingestand, dass er verloren hatte. Das es ratsam war, zu verschwinden und sich das nächste Opfer zu suchen. Er ging, und zu seiner Ehre muss gesagt werden, ohne die Tür hinter sich zuzuknallen.

Cat stand einfach da, starrte vor sich, und sie bereute, nicht erwähnt zu haben, dass sie bereits einige befreundete lokale Kopfgeldjäger auf ihn angesetzt hatte, um ihn wegen seiner Schulden festzunehmen.

Fast hätte es mit dir geklappt, Cliff. Adios.*

Sie würde ihn nicht vermissen, höchstens ihre Libido, die er so gut versorgt hatte. Sie hatte zwar einen starken sexuellen Trieb, aber kein Glück mit Männern. Ihre Arbeit und ihr Auftreten machten es auch nicht eben besser. Aber lieber legte sie sich ein Lager mit Batterien für ihre Vibratoren an, als weiterhin mit einem Typ wie Cliff abzuhängen. Sie wärmte ihr chinesisches Essen auf und schaffte es noch gerade rechtzeitig auf die Couch, bevor der Mitternachtskrimi anfing.

2

Cliff war sie los. An den folgenden Tagen gelang es ihr, ihn zu vergessen, indem sie sich auf ihre Arbeit konzentrierte. Dabei versiebte sie fast einen Termin bei Hausmann.

Als sie verspätet sein Büro betrat, unterhielt er sich mit Special Agent Nathan Ames, der vor seinem Schreibtisch saß. Ames grinste Cat an.

Nathan war älter als sie. Er hatte die breite Statur eines Ex-Footballspielers, war aber noch immer gut in Form. Seine Gesichtszüge waren weich, seine Schläfen leicht angegraut.

Cat war auf der Hut, als Hausmann ihr bedeutete, auf dem Stuhl neben Ames Platz zu nehmen. Hausmann setzte sich erst, nachdem sie Platz genommen hatte.

»Ich hoffe, es wird Sie freuen, dass die zuständigen Abteilungen der Untersuchung gegen Wheeler zugestimmt haben und Sie die verdeckte Ermittlung leiten.«

Sie nickte, war aber weiterhin misstrauisch. Sie beließ es bei »Danke Sir« und wartete auf das »Aber«.

»Aber wir waren der Meinung, dass wir zusätzlich einen erfahrenen Agenten dafür abstellen sollten. Ich habe deshalb Nathan gebeten, Sie zu unterstützen. Er ist jetzt ohnehin wieder an Bord«, erklärte Hausmann.

Cat versuchte vergebens, ihre Enttäuschung zu verbergen.

»Bei allem Respekt, Sir, aber ich brauche in diesem Fall keine Unterstützung.«

»Mit dem gleichen Respekt widerspreche ich Ihnen, Cat. Aufgrund der Gefahreneinschätzung erschien uns eine doppelte Besetzung klug zu sein. Und Nathan ist sehr erfahren in diesem Bereich.« Er machte eine kurze Pause und fügte hinzu: »Es bleibt aber Ihr Fall. Sie haben ihn aufgedeckt und bleiben daher im Spiel.«

Sie glaubte, in ein tiefes Loch zu fallen, klammerte sich aber an seine Zusage wie an eine Rettungsleine.

»Ich behalte also die Leitung?«

»Ja, Madam«, unterbrach Nathan sie amüsiert. »Sie werden das alleinige Kommando eines Zwei-Agenten-Teams haben.«

Cat ignorierte ihn.

»Sir, das wird nicht …«

»Bereiten Sie die entsprechenden Formulare vor, auch für Ihren neuen Partner, Agent Montoya«, beendete Hausmann die Unterredung in einem Ton, der keine weitere Diskussion zuließ.

»Ja, Sir«, erwiderte Cat niedergeschlagen.

Sie erhob sich und schloss die Tür beim Verlassen des Raums ein wenig zu heftig hinter sich. In ihrem Büro tigerte sie wie ein Tier im Käfig herum. Sie war geladen. Cabrón!* Im Prinzip hatte er ihr gerade zu verstehen gegeben, dass er ihr nicht zutraute, den Fall allein zu lösen. Bastardo.* Ausgerechnet Nathan Ames hatte er ihr zugeteilt …

Wie gerufen, steckte Ames seinen Kopf sofort nach dem Anklopfen durch die Tür. »Darf ich reinkommen?«

»Veta al infierno.«*

»Zur Hölle soll ich fahren? Scheißwetter dort. Aber interessanter Betrieb.« Nathan betrat ihr Büro und schloss leise die Tür hinter sich. »Du kannst dich übrigens beruhigen, Hausmanns Tür hängt noch in den Angeln.«

»Hausmann es una grande puta.«

»Ein großer Hurensohn? Er? Nun ja, ich bin sicher, dass seine Mutter ihn trotzdem liebt.« Nathan setzte eine ernste Mine auf. »Cat, damit du es weißt: Ich habe mich nicht darum beworben, dir zugeteilt zu werden.«

»Ach wirklich?«

»Ja, ernsthaft. Glaubst du, ich hätte keine eigenen Fälle zu bearbeiten?«

»Ich glaube, als du gehört hast, dass die Sache auf einem Swingerzug stattfindet, hast du deine Chance gewittert, mich dort flachzulegen. Deshalb hast du dich um den Job gerissen.«

Nathan kreuzte die Arme vor der Brust.

»Tut mir leid, dass ich in deine Seifenblasen stechen muss, Kätzchen, aber nach unserem Weihnachts-Intermezzo habe ich mein bestes Stück noch lange nicht in Pension geschickt.«

Cat war drauf und dran, ihm eine bissige Antwort zu geben, verkniff sie sich aber. Was immer auch zwischen ihnen zuvor geschehen war, ein Lügner war er nicht. Und bei Licht betrachtet war ein wenig Rückendeckung vielleicht nicht so verkehrt, insbesondere wenn sie bei ihrer Operation grenzübergreifend agieren mussten. Sie fühlte, wie sich ihre angespannten Muskeln ein wenig lockerten.

»Es tut mir leid«, sagte sie und verzog sich hinter ihren Schreibtisch. Kopfweh kündigte sich an.

»Hör zu, Wildkatze.«

»Nenn mich nicht Wildkatze.«

»Nun, schließlich sollen wir ein Paar vorgeben. Paare benennen sich oft mit Tiernamen, um damit ihre Vertrautheit zu bekunden. Ich nenne dich Wildkatze, und du nennst mich …«

»Pajiero?«*

»Mein Spanisch ist zwar ein wenig eingerostet. Aber das heißt doch … ›handlich‹, oder?«

»Nein, aber eine Hand ist meistens im Spiel.« Sie machte mit der Hand eine Geste, als ob sie einen Cocktail schüttele. Nur für den Fall, dass er es immer noch nicht kapiert hatte.

»Na also, das nenne ich Vertrautheit. Wie könntest du sonst wissen, dass es sich dabei um eine meiner Lieblingsbeschäftigungen handelt?«

»Weil du ein Mann bist?«, sagte sie und zeigte auf die Akte. »Ich bringe dir die Kopien heute Nachmittag vorbei.«

»Heute Abend.«

»Wie bitte?«

»Heute Abend. Wir können die Angelegenheit während eines Dinners besprechen. Ich serviere dir eine geile Platte mit Meeresfrüchten«, sagte Nathan schmunzelnd.

Cat beugte sich hinter ihrem Schreibtisch nach vorne, stützte ihr Kinn in die Hand und betrachte ihn, als ob sie ihn zum ersten Mal sehe.

»Ach? Dinner? Bei dir zu Hause? Vielleicht mit gedämpftem Licht und leiser Musik? Und dann machen wir da weiter, wo wir Weihnachten aufgehört haben?«, fragte sie sarkastisch.

»Weißt du, für jemand, der die Sache geheim halten wollte, trägst du ganz schön dick auf.« Er langte in seine Hemdtasche, holte eine Visitenkarte hervor und setzte sich auf die Schreibtischkante. »Meine Adresse und Telefonnummer. Dinner ist um acht Uhr, klar. Außerdem ist es nicht erforderlich, dass du dir einen Keuschheitsgürtel umschnallst. Ich gebe dir mein Ehrenwort, keine Annäherungsversuche zu machen, solange wir unseren Auftrag erledigen.«

Sie hob eine Augenbraue, während sie seine Karte entgegennahm.

»Dein Ehrenwort. Wie galant. Das Problem ist nur, dass Männer ihre Versprechen so leicht brechen wie Kuchenkrümel.«

»Du bist zu jung, um so zynisch zu sein.«

»Vielleicht liegt es an meinem Job.«

»Vielleicht brauchst du bald einen neuen Job.«

»Vielleicht.« Gegen ihren Willen fand sie seine altmodische Attitüde und seine Charmeoffensive anziehend. »Um acht Uhr also.«

Nachdem Nathan gegangen war, nahmen ihre Kopfschmerzen zu. Sie kramte in ihrer Schreibtischschublade nach dem Röhrchen mit Aspirin, schluckte zwei Tabletten ohne Wasser und verzog wegen des bitteren Geschmacks das Gesicht.

Sie legte die Medizin zurück und stieß dabei auf eine Papierrolle in abscheulichem Pink, schon ein wenig zerknittert und fest mit Gummiband umwickelt …

… Letztes Weihnachtsfest.

Eine Papierrolle in abscheulichem Pink, fest mit Gummiband umwickelt. Cat legte sie uninteressiert zu den anderen Preisen auf den mit weißem Leinen bedeckten Tisch neben sich: Eine Plastiklupe und einen winzigen Springfrosch, die sie bereits einem knallig verpackten, riesigen Papp-Bonbon entnommen hatte. Knallbonbons waren eine britische Weihnachtstradition. Ihre Kollegen ergötzten sich an den Mitbringseln von Hausmanns Frau. Sie hatte die Geschmacklosigkeiten von einem Wochendausflug nach London mitgebracht. Original englische Bespaßung mit albernen Papierhütchen und derben Witzen auf kleinen Papierzetteln.

Sie wünschte sich, man hätte sie mit dem gleichen Enthusiasmus aufgenommen, als sie vor vier Monaten neu in die Abteilung kam. Gewiss, alle waren nett zu ihr. Aber auch nicht mehr. Ihre Freundlichkeit war oberflächlich. Man nahm ihre Anwesenheit zur Kenntnis, lud sie aber weder zum Ausgehen ein noch gab man ihr direkt zu verstehen, dass man sie ablehnte. Wenn man mit ihr redete, dann nur über die Arbeit.

Auf der Weihnachtsfeier hatte sie das Gefühl, im verkehrten Film zu sein, da sie die einzige weibliche Mitarbeiterin war. Die männlichen Kollegen hatten ihre Freundinnen oder Ehefrauen mitgebracht, die ihr mit Kühle oder Arroganz begegneten. Mit dem dritten – oder vielleicht vierten Glas in der Hand – trank sie sich Mut an. Sie fühlte sich einsam und deplatziert und überlegte, wie sie unbemerkt schnell verschwinden konnte. Sie war ohnehin schon viel zu lange geblieben …

»Hey, Catalina!«

Sie drehte sich um und sah in ein mehr als willkommenes Lächeln.

»Cat, por favor*, Agent Ames.« Nathan Ames schlenderte auf sie zu. Er trug ein schwarz-braun gestreiftes Hemd, dessen Ärmel bis zu den Ellbogen aufgekrempelt und die Hemdknöpfe bis zur Brust geöffnet waren. Auf dem Kopf thronte eine alberne babyblaue Krone, sein Gesicht war – von ein paar Bierchen zu viel – rosig angehaucht.

»Hund, por favor. Kein Bedarf am Feiern. Noch nie.«

»Wo ist denn deine Krone?«, fragte er grinsend.

Nathan hatte sie vom ersten Tag an fasziniert, obwohl er meistens im Außendienst war und sie ihn nur wenig zu Gesicht bekam. Er interessierte und schüchterte sie zugleich ein, meistens jedenfalls. Aber heute, wo sie leicht angesäuselt waren, schien alles halb so schlimm zu sein. Sie griff blindlings nach ihrer Krone, die ihr um den Hals baumelte.

»Sie ist pinky. Pink für kleine Mädchen.« Dann besann sie sich auf ihr Outfit, das sie an diesem Abend trug: Ein teures ärmelloses Melissa-Massie-Kleid mit einem eleganten V-Ausschnitt – ein Luxus, den sie sich vom ersten Gehalt ihres neuen Jobs geleistet hatte. »Sehe ich etwa wie ein kleines Mädchen aus?«

»Nein.« Er schwankte ein wenig beim Näherkommen. »Du bist eine echte Frau«, schnurrte er leise.

Er klang schmeichelnd und zugleich ein wenig gönnerhaft. Cat taumelte auch ein bisschen, als sie ihm entgegenging und sein Aftershave roch.

»Und du bist ziemlich besoffen.«

Er schürzte spöttisch die vollen Lippen.

»Liebling, du würdest überrascht sein, wenn du wüsstest, über welche Fähigkeiten ich noch immer verfüge.«

»Soll das eine Aufforderung sein«, fragte sie und runzelte die Augenbrauen.

»Finde es doch einfach heraus«, antwortete Nathan lächelnd.

Und so zog sich ihre Flirterei durch die nächsten Stunden. Alkohol und Musik vernebelten ihr Geplauder und ihr Gehirn. Hände, die sich immer wieder wie aus Versehen berührten. Entschuldigungen – man hatte nur nach einem weiteren Glas oder Snack greifen wollen. Berührungen, die länger anhielten. Fingerspitzen, die einander streichelten. Und schließlich keine Entschuldigung mehr.

Gottverdammt! Sie wollte ihn. Wollte diese Lippen auf ihren fühlen, diese Hände auf ihrem Arsch spüren und diese Stimme Obszönitäten murmeln hören. Allerdings war sie sicher, dass er es so weit nicht kommen ließ. Wenig später aber, als seine Hand hinter ihr wegglitt, als ob er sein Glas nachfüllen wollte, sie stattdessen aber in die Wange zwickte, änderte sie ihre Meinung.

Sie sah sich um und vergewisserte sich, dass niemand sie beobachtete, bevor sie sich auf die Zehenspitzen stellte und auf ihren neuen Highheels wippte.

»Komm, lass uns ein ruhiges Plätzchen suchen«, flüsterte sie ihm zu.

Er grinste und schlenderte lässig hinaus auf den Gang. Cat wartete eine Anstandsminute, bevor sie ihm folgte.

Die Gänge waren dunkel, nur bei den Aufzügen brannte Licht. Nathan lehnte an der Wand unweit der Tür und wartete auf sie.

»Hey, ich dachte schon, du hättest mich nur zum Spaß hinausgeschickt.«

»Mit manchen Dingen mache ich keinen Spaß«, sagte sie und flog in seine Arme.

Er schien sie um Längen zu überragen, als er sich über sie beugte und sie leidenschaftlich mitten auf den Mund küsste. Seine Hände langten in ihr aufgestecktes Haar und lösten es mit ein paar geschickten Griffen.

»So sieht es viel besser aus«, murmelte er und kämmte mit den Fingern durch ihr offenes Haar.

Si.* »Und ohne das Ding sieht es auch viel besser aus.«

Sie riss ihm seine Krone vom Kopf und warf sie weg. Eine Welle der Erregung flutete durch ihren Körper, in ihrem Kopf drehte sich alles. Sie küsste ihn so wild zurück, wie er sie geküsst hatte, ihre Zungen tanzten miteinander. Begierig, spontan, unanständig, verboten und: durch und durch herrlich.

Allerdings befanden sie sich noch immer im Dunstkreis der Weihnachtsfeier. Sie ließ ihn los.

»Lass uns … lass uns ein ruhigeres Plätzchen finden, bruto*

Sie schwankten in die Dunkelheit, fanden ein Büro und gingen hinein. Ohne die Beleuchtung einzuschalten, tasteten sie sich im Finstern voran. Cat trat einen Abfalleimer um und schrie auf, als Nathan sie auf den Hintern schlug. Ein süßer und tiefer Klang.

Mit gespielter Empörung fuhr sie herum.

»Agent Ames, Sie sind kein Gentleman.«

»Ich bitte vielmals um Entschuldigung, Madam«, lallte er. »Ich wollte nur herausfinden, ob dein Arsch wirklich so knackig ist, wie wir dachten.«

Cat ging rückwärts, bis sie an einen Schreibtisch stieß.

»Wir?«

»Habe ich ›wir‹ gesagt? Oops, wie blöd von mir. Adcock und ich haben darüber geredet.« Seine Stimme schien wieder klar zu werden. »Vergiss einfach, was die Kerle über dich reden.«

Sie schmunzelte und genoss seine Hemmungslosigkeit ebenso wie den Gedanken daran, ihn allein zu haben.

»Oh? Was reden sie denn so über mich?« Sie schaltete die Schreibtischlampe ein.

Er gluckste in sich hinein. »Cat, ich … ich kann es wirklich nicht sagen, es wird so viel getratscht.«

»Und ob du das kannst.« Sie lächelte in sich hinein und ließ dabei ihre Hände – wie zufällig – über ihre Vorderfront tänzeln. Über ihre Brüste und über ihre nackte Haut bis tief in ihr Dekolleté hinein.

»Hat einer irgendetwas über meine Brüste gesagt?«

Nathans Stimme war heiser, als er wie hypnotisiert antwortete.

»Nun ja. Chaney ist der Meinung, dass sie das Beste an dir sind. Aber Leewood mag deine Lippen. Kann nicht aufhören, von ihnen zu schwärmen.«

»Oh.« Scheinbar völlig unbeteiligt, gierte sie in Wirklichkeit danach, Dinge zu erfahren, die keiner von ihnen öffentlich auszusprechen ...

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